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 Jenoptik Aktie Prognose

Jenoptik: Ab hier wird der Weg wohl steiniger

News: Aktuelle Analyse der Jenoptik Aktie

26.03.2026 | 08:16 Uhr
In diesem Artikel
Jenoptik
ISIN: DE000A2NB601
|
Ticker: JEN --- %

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Gültigkeit der Analyse
1 Woche
Erwartung: Neutral
Zur Jenoptik Aktie

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

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Die Jenoptik-Aktie hatte im Vorfeld der gestern vorgelegten 2025er-Bilanz nebst Ausblick auf 2026 eine wichtige, charttechnische Supportzone verteidigt und diese Verteidigung mit dem gestrigen Kurssprung zementiert. Aber wäre denn jetzt noch Luft nach oben vorhanden?

Jenoptik kalkuliert gemäß des am Mittwoch vorgelegten Ausblicks auf das laufende Geschäftsjahr mit einem Umsatzplus im einstelligen Prozentbereich und einer operativen, auf EBITDA-Basis gerechneten Gewinnmarge zwischen 19 und 21 Prozent nach den 18,4 Prozent, die 2025 erzielt wurden. Da „einstelliges“ Wachstum ebenso auf ein wie auf neun Prozent hinauslaufen könnte und zwischen einer Marge von 19 und 21 Prozent einiger Spielraum besteht, könnte der Gewinn nur auf Basis dieser Aussagen leicht, aber auch deutlich steigen. Da bleiben also Fragen offen.

Was man aber weiß: Im Schnitt schätzen die Analysten bislang, dass Jenoptik im laufenden Jahr beim Gewinn pro Aktie gegenüber den 2025 verdienten 1,26 Euro um die 25 bis 30 Prozent zulegen wird. Und bezogen auf diese Erwartungen lag die Prognose des Unternehmens im Rahmen der Erwartungen. Zwar liegt die Bewertung auf Kurs-/Gewinn-Basis derzeit mit etwa 16 für 2026 eher niedrig, wenn man das mit früheren Jahren vergleicht. Aber das Gewinnwachstum ist ja auch geringer, so gesehen passt das grundsätzlich, zumal:

Die aktuellen Kurse, Charts, Dividenden und Kennzahlen zur Jenoptik Aktie finden Sie hier.

Expertenmeinung: Aktuell stehen zwar sieben „Kaufen“-Empfehlungen seitens der Analysten nur einer einzigen „Halten“-Einschätzung gegenüber. Aber viele dieser Einstufungen sind schon älter, wurden also zu einem Zeitpunkt abgegeben, als die Aktie noch deutlich niedriger notierte. Was man auch daran erkennt, dass das durchschnittliche Kursziel der Analysten bei 28,50 Euro liegt … und damit durch den gestrigen Kurssprung von 14,57 Prozent bereits überboten wäre.

Jenoptik Aktie: Chart vom 25.03.2026, Kurs 29,26 Euro, Kürzel: JEN | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Jenoptik Aktie: Chart vom 25.03.2026, Kurs 29,26 Euro, Kürzel: JEN | Quelle: TWS

Sicherlich war der Ausblick grundsätzlich gut. Aber er war eben, wenn man sich die bis dahin geltenden Prognosen der Experten ansieht, nichts, das den Rahmen im positiven Sinne gesprengt hätte. Damit wirkt die massiv bullische Reaktion ambitioniert. Und das Chartbild zeigt: Damit wurde das untere Ende einer Widerstandszone erreicht, die zwischen 29,20 und 33,36 Euro wartet. Da durchzukommen, dürfte knifflig werden, zumal das höchste aller derzeitigen Analysten-Kursziele mit 33 Euro am oberen Ende dieser Zone liegt.

Fazit: Dass Jenoptik auf den Ausblick positiv reagierte, ist nachvollziehbar, die Dimension des Anstiegs aber nur insofern, als man dadurch die Abschläge, die die Aktie seit Beginn des Iran-Kriegs im Verein mit dem Gesamtmarkt zeigte, wieder egalisiert hat … ohne zu wissen, ob das berechtigt ist. Das Umfeld ist wacklig, die Aktie nicht mehr billig, das durchschnittliche Analysten-Ziel überboten: Dranzubleiben, wenn man bereits engagiert war, wäre sicherlich mit konsequentem Stoppkurs zu überlegen, aber neu einzusteigen, erscheint auf diesem Kursniveau eher gewagt.

Quellenangaben:
Bilanz des Geschäftsjahres 2025 + Ausblick auf 2026, 25.03.2026:
https://www.jenoptik.de/news/pressemitteilungen/2026/03/25/bilanz-fuer-2025

Analysten-Einschätzungen:
https://finance.yahoo.com/quote/JEN.DE/analyst-insights/

Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 25.03.2026 um 22:22 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.


Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

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Vorherige Analysen der Jenoptik Aktie

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 28.01.2026 um 22:25 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Mit +8,86 Prozent wurde Jenoptik am Mittwoch größter Gewinner am deutschen Aktienmarkt. Am Tageshoch betrug das Plus sogar 16,7 Prozent. Doch wer nach Nachrichten suchte, die diese Volatilität hätte auslösen können, wurde erst einmal nicht fündig. Was war da los?

Seit dem „Zoll-Crash“ im Frühjahr 2025 hat die Jenoptik-Aktie keine derartigen Bocksprünge mehr vollzogen. Wobei nicht nur die Dimension der Kursgewinne, der zeitweiligen ebenso wie der zum Handelsende, sondern auch der Umsatz überraschte: Der lag zuletzt zur Abrechnung an der Terminbörse im Juni 2025 höher. Und zu solchen Terminen sind die Umsätze gemeinhin weit höher als üblich. Nur wurde gestern nichts abgerechnet.

Natürlich sucht man da als Anleger erst einmal beim Unternehmen selbst nach einem Auslöser. Kamen womöglich vorläufige Ergebnisse zum vierten Quartal und/oder zum Gesamtjahr 2025? So etwas kommt ja normalerweise ohne Vorankündigung. Aber da suchte man vergebens. Drastisch angehobene Kursziele durch Analysten fanden sich auch nicht. Aber was war es dann? Etwas, worauf man so ohne weiteres nicht kommen würde: Starke Zahlen eines anderen Unternehmens, das aber nicht in der gleichen Branche tätig ist wie der Optoelektronik-Spezialist, sondern „nur“ ein wichtiger Kunde ist: die ASML Holding.

Der niederländische, für den Halbleitersektor fertigende Anlagenbauer hatte am Mittwochmorgen überzeugende Ergebnisse vorgelegt, die ASML-Aktie, ohnehin Überflieger der vergangenen Monate, machte einen Riesensatz nach oben. Es scheint also die Überlegung gewesen zu sein, dass dieses Wachstum auch positiv auf den Zulieferer Jenoptik abfärben dürfte, die diesen Kursanstieg ausgelöst hat. Doch dann lief bei der „Vorlage“ etwas schief: Die ASML Holding-Aktie gab ihre Gewinne ab und beendete den Handelstag sogar im Minus. Das wiederum dürfte ein Argument für diejenigen gewesen sein, die diesen Kurssprung bei Jenoptik nutzten, um unverhoffte, satte Gewinne einzustreichen. Aber wie geht es weiter?

Expertenmeinung: Bei ASML hoben die Experten im Licht der Bilanz hurtig die Kursziele an, manche sogar drastisch. Das Problem, das die Verkäufe dort ausgelöst haben könnte, ist aber, dass ASMLs Bewertung sehr hoch ist und dadurch schon jetzt immer weiteres, kräftiges Wachstum eingepreist ist. Bei Jenoptik hingegen liegt das Kurs-/Gewinn-Verhältnis (KGV) auf Basis der durchschnittlichen 2026er-Gewinnschätzung der Analysten nicht wie bei ASML über 50, sondern bei 14 … und damit am unteren Ende der KGV-Spanne der letzten zehn Jahre.

Zwar hatte der Jenoptik-Kurs das durchschnittliche Kursziel der Analysten, das derzeit bei 26,17 Euro liegt, am Tageshoch fast erreicht. Aber die Mehrzahl der die Aktie überwachenden Analysten sind grundsätzlich positiv eingestellt. Eine zwingende „Bremse“ wären die Einschätzungen der Experten also nicht … und so ganz abwegig ist die Schlussfolgerung, dass ASMLs starkes Wachstum für Jenoptiks Fortkommen hilfreich sein könnte, ja auch nicht.

Grundsätzlich könnte die Aktie also diesen höheren Level verteidigen bzw. nach oben noch etwas draufsetzen. Aber ob es auch wirklich so kommt, dürfte mit entscheidend davon abhängen, wie sich das Chartbild weiterentwickelt – und das ist äußerst interessant:

Jenoptik Aktie: Chart vom 28.01.2026, Kurs 24,32 Euro, Kürzel: JEN | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Jenoptik Aktie: Chart vom 28.01.2026, Kurs 24,32 Euro, Kürzel: JEN | Quelle: TWS

Sie sehen, dass dieser Kurssprung dazu geführt hat, dass Jenoptik aus dem im vergangenen April etablierten Aufwärtstrendkanal nach oben ausgebrochen ist, also ein sogenanntes „Overshooting“ zeigt. Das ist kurzfristig bullisch. Dass der Kurs aber am 2025er-Jahreshoch bei 24,70 Euro zuerst vorbeilief, dann aber darunter schloss, wäre zumindest ein Warnsignal.

Es wird somit darauf ankommen, ob es zu einem Test der aktuell bei 22,80 Euro verlaufenden, oberen Begrenzung des Aufwärtstrendkanals kommt und die Aktie dort wieder nach oben dreht. Käme es anders, sprich würde Jenoptik deutlicher in diesen Kanal zurückfallen, würde das jetzt generierte, grundsätzlich bullische Signal dadurch umgehend eliminiert.

Quellenangaben: Analysten-Kursziele: https://finance.yahoo.com/quote/JEN.DE/analyst-insights/

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Umsatz gefallen, Gewinn gesunken, Aktie steigt: Das ist das Fazit des Mittwochs, an dem Jenoptik den Bericht für die ersten neun Monate vorlegte. Der Grund für die Käufe: Man hatte Schlechteres erwartet. Damit ist die Aktie jetzt auf dem Sprung zur Aufwärtswende.

Der Blick zurück war nicht gerade erfreulich. Der Umsatz sank in den ersten neun Monaten gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum um 7,6 Prozent, der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen um 17,9, der Gewinn pro Aktie sogar um 30,4 Prozent. Das würde alles nicht zu einem kräftigen Kursanstieg passen, hätte es da nicht auch ein paar positive Aspekte gegeben, in diesem Fall waren es zwei:

Zum einen hatten die Analysten mit noch schwächeren Zahlen gerechnet. Die deswegen besser ausfielen als gedacht, weil es Jenoptik gelang, die operative Gewinnmarge (EBITDA-Marge) bei 20,8 Prozent zu halten – nur moderat unter der der ersten drei Quartale 2024, als man auf 21,6 Prozent kam. Die durchschnittliche Schätzung der Analysten hatte deutlich weniger angepeilt, sie lag bei nur 18,7 Prozent. Das war schon mal gut. Hinzu kam:

Der Auftragseingang lässt neuen Schwung erwarten. Denn der zog im Sommerquartal kräftig um 18,3 Prozent an und lag mit 304,5 Millionen Euro deutlich über dem Umsatz des dritten Quartals, der bei 254,8 Millionen lag. Zwar steht für den Auftragseingang der ersten drei Quartale zusammengenommen immer noch ein Minus von 0,6 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum 2024 zu Buche. Aber das ist eben gegenüber den Halbjahreszahlen jetzt deutlich kleiner geworden.

Entsprechend positiv wurde das Zahlenwerk in seiner Gesamtheit von den Marktteilnehmern honoriert: Die Aktie machte einen großen Satz um 13,12 Prozent und ist damit unmittelbar auf dem Sprung, eine mittelfristige Aufwärtswende zu vollenden. Wir sehen das im Chart:

Expertenmeinung: Der Kurs erreichte durch die gestrigen Zugewinne die (zuerst noch als Support, seit Frühjahr 2025 aber als Widerstand fungierende) Zone 20,12 zu 20,92 Euro, zum Handelsende lag er sogar fast ein Prozent darüber. Noch ist der Befreiungsschlag damit zwar nicht eindeutig, aber das bullische Lager hätte die Vorteile auf seiner Seite:

Jenoptik Aktie: Chart vom 12.11.2025, Kurs 21,04 Euro, Kürzel: JEN | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Jenoptik Aktie: Chart vom 12.11.2025, Kurs 21,04 Euro, Kürzel: JEN | Quelle: TWS

Von der Mut machenden, anziehenden Auftragslage abgesehen ist die Aktie derzeit nicht teuer bewertet. Auch die Kursziele der Experten passen: Die Analysten sehen Jenoptik im Schnitt bei gut 25 Euro, da wäre also noch Luft nach oben. Und der Kurssprung sah zuvor einen Test der Anfang Oktober bezwungenen, mittelfristigen Abwärtstrendlinie, sodass dieser Anstieg, der zugleich 20-Tage- und 200-Tage-Linie zurückeroberte, als gelungener Pullback an den Ausbruchslevel gesehen werden kann.

Dass wir bei der Jenoptik-Aktie nicht wie zuletzt bei ziemlich vielen anderen Aktien in die Gewinne hinein kräftige Abgaben beobachten mussten, deutet an, dass die neue Zuversicht von vielen Akteuren geteilt wird. Sollte es hier heute oder morgen zu tauglichen Anschlusskäufen kommen und die Bären außer Sichtweite bleiben, wäre ein Anlauf an das nächste charttechnische Kursziel bei 23,20/23,38 Euro auch zeitnah denkbar.

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
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Es sei ein „herausforderndes Umfeld“, in dem sich Jenoptik bewege, so das Unternehmen zu den Ergebnissen des ersten Halbjahrs. Was auch dazu führte, dass man für das Gesamtjahr bei der Prognose vorsichtiger wird. Aber die Aktie hielt sich gut … und wird dadurch interessant.

Umsatz, Ergebnis und Auftragseingang lagen im ersten Halbjahr allesamt unter den Werten des Vorjahres. Das klingt nach Krise. Aber ist es auch eine? Immerhin war 2024 das Jahr mit dem höchsten Umsatz und dem höchsten Gewinn pro Aktie bisher. Und dass der weltweit agierende Optoelektronik-Spezialist angesichts der weiterhin gedrückten Nachfrage im wichtigen Markt China und der unsicheren Lage und Perspektive für den US-Markt aufgrund der Zölle nicht einfach weiterwächst, konnte niemanden überraschen.

Interessant ist aber, dass die Konkretisierung des bisherigen Jahresausblicks keinen Selloff auslöste. Jenoptik sieht zwar grundsätzlich ein gegenüber den ersten zwei Quartalen stärkeres zweites Halbjahr. Aber man geht dennoch davon aus, dass in Bezug auf die ausgegebenen Prognosespannen eher deren unteres Ende angesteuert wird. Was beim Umsatz, bei dem der Ausblick im Bereich von +/- fünf Prozent zum Vorjahr liegt, hieße: Der Umsatz könnte womöglich rückläufig sein. Und die operative Gewinnmarge, gerechnet auf EBITDA-Basis, bei der das Unternehmen nach 19,9 Prozent in 2024 für 2025 18,0 bis 21,0 Prozent sieht, könnte unter der des Vorjahres landen.

Der Gewinn pro Aktie, für den die Analysten aktuell im Durchschnitt noch ein Minus von zwölf Prozent gegenüber 2024 sehen, könnte also noch ein wenig niedriger liegen. Also, wieso nahmen die Akteure das so gelassen hin?

Expertenmeinung: Erstens, weil man wohl davon ausgeht, dass auf jeden Regen über kurz oder lang Sonnenschein folgt. Und zweitens, weil man dann, wenn man jetzt kaufen wollte, durchaus stattliche Chancen hätte, dass aus der Aktie mittelfristig ein Gewinner wird, weil sie günstig bewertet ist. Denn ja, der Gewinn gibt 2025 wohl nach. Aber die Aktie, die im vergangenen Herbst noch um die 29 Euro kostete, ist stärker gefallen als der Gewinn pro Aktie, selbst dann, wenn der noch etwas mehr zurückkommt als bislang unterstellt:

Das Kurs-/Gewinn-Verhältnis liegt auf Basis der vor der Halbjahresbilanz geltenden Durchschnitts-Gewinnerwartung bei 13,5. In früheren Jahren lag die Bewertungsspanne zwischen 15 und 25. Und angenommen, die Analysten behalten Recht und der Gewinn zöge 2026 und 2027 wieder an, wäre die Aktie auf dem derzeitigen Kursniveau günstig.

Es wäre zwar trotzdem absolut nicht ratsam, hier einfach im Vertrauen auf eine rosigere Zukunft blind einzusteigen, denn noch bewegt sich die Aktie ja in einem intakten Abwärtstrend. Aber um den zu überwinden, ist der Weg jetzt kein allzu weiter mehr:

Jenoptik Aktie: Chart vom 13.08.2025, Kurs 18,60 Euro, Kürzel: JEN | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Jenoptik Aktie: Chart vom 13.08.2025, Kurs 18,60 Euro, Kürzel: JEN | Quelle: TWS

Die Schlüsselzone für ein mittelfristig relevantes, bullisches Signal liegt zwischen 20,24 und 20,70 Euro und schließt die mittelfristige Abwärtstrendlinie ebenso ein wie die aktuell parallel zu dieser Linie verlaufende 200-Tage-Linie. Aber noch ist der Kurs darüber nicht hinaus. Und auch, wenn sich die Jenoptik-Aktie nach dieser eher ernüchternden Halbjahresbilanz wacker halten konnte, heißt das nicht, dass die am Mittwoch erfolgreich verteidigte Supportlinie bei 17,86 Euro auch weiterhin halten muss. Wenn diese Linie auf Schlusskursbasis unterboten werden sollte, wäre der Weg nach oben auf einmal doch wieder steinig.

Quellenangaben: Ergebnis 1. Halbjahr 2025, 13.08.2025:
https://www.jenoptik.de/news/pressemitteilungen/2025/08/13/ergebnisse-erstes-halbjahr-2025

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

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Seit Anfang April erholt sich die Jenoptik-Aktie zwar von einem drastischen Abverkauf, der in der zweiten Märzhälfte begonnen hatte. Aber um die Aktie als bullisch einzuordnen, müsste sie zwei wichtige Widerstandsbereiche überwinden. Wo genau sind die zu finden?

Jenoptik ist ein Unternehmen, das im Bereich Photonik agiert und die wichtigsten Kunden in den Branchen hat, die gerade ziemlich in den Seilen hängen: in der Halbleiterindustrie, bei den Autobauern und in der Medizintechnik. Da überrascht es nicht, dass die Ergebnisse zum ersten Quartal mager ausfielen:

Der Umsatz sank im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 4,9 Prozent. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) fiel um 18,6 Prozent. Netto fiel das Minus mit 40,2 Prozent noch drastischer aus, der Gewinn pro Aktie kam von 0,27 Euro im Vorjahresquartal auf 0,16 Euro zurück. Das Zahlenwerk lag unter den durchschnittlichen Prognosen der Analysten – dafür fiel die Reaktion am Aktienmarkt eher moderat aus. Was könnte bereits investierte Anleger gehindert haben, die Aktie angesichts der schnellen Gewinne im Zuge der vorherigen Erholung umgehend abzustoßen?

Expertenmeinung: Vermutlich das gute, alte Prinzip Hoffnung. Jenoptik behielt die bisherige Gesamtjahresprognose bei, nach der man mit einem Umsatz in etwa auf Vorjahresniveau und einer operativen Gewinnmarge zwischen 18 und 21 Prozent (2024: 19,9 Prozent) plant. Basis der Bestätigung ist die Erwartung, dass zumindest im Bereich der Halbleiterindustrie im zweiten Halbjahr ein Aufschwung einsetzt. Und wenn man sich im Chart ansieht, dass die Aktie immer noch unterhalb der Tiefs der Monate November bis Februar notiert, die dann im März unterboten wurden, könnte man durchaus unterstellen, dass da auch bei einer „nur“ bestätigten Prognose noch Luft nach oben wäre.

Jenoptik Aktie: Chart vom 13.05.2025, Kurs 19,16 Euro, Kürzel: JEN | Online Broker LYNX
Jenoptik Aktie: Chart vom 13.05.2025, Kurs 19,16 Euro, Kürzel: JEN | Quelle: TWS

Allerdings sollte man nicht übersehen, dass Jenoptik explizit darauf hinwies, dass der 2025er-Ausblick auf der Erwartung basiert, dass sich die politischen und ökonomischen Rahmenbedingungen nicht verschlechtern. Was absolut nicht sicher ist.

Aber auch, wenn man davon überzeugt ist, dass es z. B. angesichts dieses Anscheins einer ersten Annäherung zwischen den USA und China im weiteren Jahresverlauf mit der Weltwirtschaft bergauf gehen wird, muss das der Chart auch reflektieren. Und noch sehen wir hier „nur“ eine kräftige Gegenbewegung in einem intakten Abwärtstrend. Was muss gelingen, damit man die Jenoptik-Aktie als „bullisch“ einordnen kann?

Stufe 1 eines charttechnischen Befreiungsschlags wäre das Überwinden der Widerstandszone 20,24/20,56 Euro, der Zone, die sich aus den Tiefs der Monate November bis Februar zusammensetzt und an der die Aktie auch nach diesen mageren Quartalszahlen noch recht nahe dran ist. Aber erst mit dem Absolvieren der Stufe 2 wäre die Sache für die Bullen aus charttechnischer Sicht in trockenen Tüchern. Dazu muss der Kurs den Doppel-Widerstand aus 200-Tage-Linie und Oktober-Abwärtstrendlinie im Bereich 22,90/23,00 Euro überbieten. Und angesichts der Vermutung, dass diese relativ gelassene Reaktion auf die Quartalszahlen vor allem auf Hoffnungen basiert, wäre es sicherlich kein Fehler, abzuwarten, ob das auch wirklich gelingt.

Quellen:
Ergebnis 1. Quartal 2025, 13.05.2025: https://www.jenoptik.de/news/pressemitteilungen/2025/05/13/quartalsmitteilung

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Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.