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Die am Donnerstag vorgelegten 2025er-Ergebnisse waren solide, mehr aber nicht. Deutlich wichtiger war aber ohnehin der Blick nach vorne. Dass der nicht unbedingt Begeisterung auslöste, zeigt sich im gestrigen Minus der Hensoldt-Aktie. Aber wie geht es jetzt weiter?
Dass Hensoldt 2025 in den ersten drei Quartalen dramatisch zulegte, basierte auf der festen Erwartung, dass dieser Spezialist für Verteidigungs-Elektronik von den deutlich steigenden Verteidigungsausgaben Deutschlands, aber auch des ganzen europäischen Raums, erheblich profitieren werde. Und dabei dürfte jedem klar gewesen sein, dass dieses Geschäft keines ist, bei dem man wie im Retail-Bereich bei sich ändernden Rahmenbedingungen sofort Ergebnisse in der Bilanz sehen könnte. Das Wachstum würde seine Zeit brauchen, aber kommen, so die Denkweise. Also kaufte man schon einmal kräftig vor. Das Problem war:
Niemand konnte absehen, wann man mit dieser Hausse überzieht. Als im vierten Quartal langsam deutlicher wurde, dass zwar der Auftragseingang massiv zulegt, das Unternehmen aber nicht einfach seine Kapazität im Eilzugtempo so ausbauen kann, dass man dieses „Mehr“ auch blitzschnell abarbeiten könnte … zumal solche Aufträge oft Zeitspannen von mehreren Jahren abdecken … wurden erste Anleger vorsichtiger. Die Aktie begann eine umfassende Korrektur. Eine Korrektur, aus der sie am Donnerstag nach Vorlage des 2026er-Ausblicks zwar nicht herauskam. Aber sie intensivierte sich auch nicht.
Hensoldts Blick zurück war, wie gesagt, solide, mehr nicht. Der Umsatz legte um knapp zehn Prozent zu, der operative Gewinn, gerechnet als EBITDA, um knapp zwölf Prozent, die EBITDA-Gewinnmarge stieg nur leicht von 18,1 auf 18,4 Prozent. Da war von einem „Rüstungs-Boom“ also noch nichts zu sehen, aber:
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Expertenmeinung: Der Auftragseingang, der um satte 62 Prozent auf 4,71 Milliarden Euro stieg und damit sehr weit über dem 2025er-Umsatz von 2,45 Milliarden Euro lag, machte klar: Das Wachstum wird kommen. Ein positiver Faktor, der indes vom konkreten Ausblick des Unternehmens konterkariert wurde. Denn für 2026 sieht Hensoldt derzeit nur ein Umsatzplus von gut 12 Prozent und eine nach 18,4 Prozent im Vorjahr bei 18,5 bis 19,0 Prozent liegende EBITDA-Marge. Damit könnte, bliebe es dabei, auch in diesem Jahr von einem Gewinnsprung keine Rede sein.
Entsprechend schwach reagierte die Aktie auf diesen Ausblick. Doch aus charttechnischer Sicht hat sich die Lage dadurch erst einmal nicht weiter zugespitzt, weil es gelang, den Kurs deutlich vom Tagestief zu lösen. Mit den am Ende zu Buche stehenden -4,3 Prozent hielt Hensoldt Tuchfühlung mit der Dezember-Aufwärtstrendlinie und blieb in der Supportzone 75,94 zu 81,00 Euro. Aber wie ordnet man die Sache denn nun ein? Ist der Ausblick vielleicht so konservativ, dass er im weiteren Jahresverlauf angehoben wird? Hätte die Aktie damit genug Luft nach oben … oder nicht?
Selbst ein Blick auf die Analysten-Meinungen hilft da kaum weiter. Denn einerseits sehen die Aktie momentan nur 5 von 14 Experten als unmittelbar kaufenswert an, andererseits liegt das durchschnittliche Kursziel mit derzeit knapp 92 Euro deutlich über dem Kurs. Was daran liegt, dass einige Einschätzungen vorgenommen wurden, als der Hensoldt-Kurs noch deutlich höher notierte. Was tun?
Das, was sich in solchen Situationen eigentlich immer anbietet und was, statt sich ohne Aussicht auf Erleuchtung den Kopf zu zerbrechen, auch die einfachste Lösung wäre:

Das Chartbild entscheiden lassen. Sollte der Faktor Hoffnung wieder in den Vordergrund treten, dann wäre das nur dann auch ein Argument, sich die Aktie auf der Long-Seite anzusehen, wenn dabei auch charttechnisch bullische Signale herauskommen. Und das wäre im Fall von Hensoldt dann der Fall, wenn die Aktie den Kreuzwiderstand aus der vom Rekordhoch ausgehenden Abwärtstrendlinie und der 200-Tage-Linie im Bereich 88/89 Euro überbietet. Bis das passiert, sollte man die Aktie eher in der Watchlist belassen.
Quellenangaben: Geschäftsbericht 2025, 26.02.2026:
https://investors.hensoldt.net/de/nachrichten/geschaeftsjahr-2025-hensoldt-erzielt-rekord-auftragseingang-und-bestaetigt-strukturellen-wachstumspfad/7f15c9a0-04e9-4f26-91d4-fcdf9af6db2d
Analysten-Einschätzungen: https://finance.yahoo.com/quote/HAG.DE/analyst-insights/
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