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Hensoldt meldete am Mittwoch beeindruckend starke Ergebnisse zum 1. Quartal. Trotzdem blieb der große Kurssprung aus … und das unmittelbar unter eine klar zu definierenden „Startlinie“ für ein bullisches Signal. Wo klemmt es – und wie lange geht das noch so weiter?
Der Umsatz legte im Vergleich zum 1. Quartal 2025 um 25 Prozent zu. Der operative Gewinn, gerechnet als EBITDA und um Sonderfaktoren bereinigt, stieg wegen einer von 7,6 auf 8,9 Prozent gesteigerten Gewinnmarge überproportional um gut 46 Prozent. Das war gut, aber das eigentliche „Schmankerl“ war der Auftragseingang, der mit einem Plus von 111 Prozent zum Vorjahreszeitraum auf 1,483 Milliarden Euro zulegte. Damit wurde klar:
Ja, die Intensivierung der Verteidigungsausgaben in Deutschland und anderen Teilen Europas kommt hier, beim Radar- und Optoelektronik-Spezialisten Hensoldt, an. In Relation zum Umsatz errechnet sich damit ein Verhältnis von 3:1 Auftragseingang zu Umsatz (Book to Bill-Ratio), was deutlich macht, dass weiteres Wachstum in der Pipeline ist.
Aber wieso kam angesichts derart beeindruckender Ergebnisse zum Handelsende nur ein zum Vortag unveränderter Kurs heraus … und das auch nur, weil es gelang, ein zeitweise bis zu vier Prozent ausmachendes Minus bis zur Schlussglocke aufzuholen?
Weil die Aktie immer noch teuer bewertet ist. Obwohl sich der Kurs längst deutlich vom Rekordhoch des vergangenen Jahres entfernt hat, sehen wir auf Basis der Schätzungen der Analysten für den 2026er-Gewinn immer noch ein Kurs-/Gewinn-Verhältnis (KGV) um die 50. Das wirkt sehr teuer. Aber ist es das auch?
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Expertenmeinung: Nicht, wenn Hensoldts Gewinnwachstum jetzt Fahrt aufnimmt. Das Problem ist: Bislang sind es eben nur die hereinkommenden Aufträge, die beeindrucken, das Gewinnwachstum fällt bislang langsamer aus. Solide, aber trotzdem noch zu schwach, um ein KGV von 50 zu rechtfertigen. Hinzu kommt, dass das Unternehmen seine Gesamtjahresprognose bislang beibehielt. Die sieht für 2026 nur ein Book to Bill-Verhältnis zwischen 1,5 und 2,0 (3,0 waren es für das 1. Quartal) und einen Umsatzanstieg um ca. 12 Prozent. Nachdem die Aktie im Zuge des „Rüstungshypes“ 2025 zunächst extrem gestiegen war und damit dem Anstieg des Unternehmensgewinns davongelaufen war (der aber in dieser Branche nicht schlagartig durchstarten kann), scheinen die Anleger jetzt vorsichtig zu sein.
Aber Hensoldt betonte im Rahmen der Quartalsmeldung, dass man beim Ausblick weiterhin konservativ plant. Da sind also durchaus positive Überraschungen denkbar, die einen neuen Aufwärtstrend unterfüttern könnten. Diese Chance würde Rückenwind bieten, sollte die Aktie die Charthürde bezwingen, die bezwungen werden muss, wenn es darum geht, die laufende Bodenbildung mit einem Kaufsignal abzuschließen.

Der Chart zeigt diese klar definierte Zone. Sie setzt sich aus den Zwischenhochs der vergangenen drei Monate und der 200-Tage-Linie zusammen, die im Bereich zwischen 83,75 und 85,25 Euro einen Kreuzwiderstand bilden. Gelänge hier ein klarer Ausbruch, wäre die Long-Seite die logische Antwort eines Traders darauf … zudem versehen mit dem Vorteil, einen relativ engen Stop Loss setzen zu können. Aber noch wird hier gezögert … und wann hier neues Zutrauen in die Kurse einfließt, ist offen, daher: Im Auge behalten sollte man Hensoldt auf jeden Fall, einem Ausbruch nach oben vorgreifen aber besser nicht!
Quellenangaben: Ergebnis des 1. Quartals, 06.05.2026: https://investors.hensoldt.net/de/nachrichten/hensoldt-startet-mit-rekord-auftragseingang-und-steigender-profitabilitaet-in-das-geschaeftsjahr-2026/7d9fa6fd-56ab-4ea4-9c2b-63c1605378be
Analysten-Einschätzungen: https://finance.yahoo.com/quote/HAG.DE/
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