Bleibt die Deutsche Post Aktie in der Erfolgsspur?

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Deutsche Post
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Chartanalyse
Basis 6 Monate neutral
Zur Deutsche Post Aktie

Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Das Jahr 2021 war bislang ein ungemein erfolgreiches für Anleger der Deutschen Post-Aktie. Das Wertpapier konnte bereits im Januar den Turbo zünden und kannte über Monate hinweg kein Halten mehr. Die Kurse legten rund 50% an Wert zu, bis es im September zur ersten merklichen Korrektur kam.

Diese Korrektur konnte im Oktober beendet werden und seither befindet sich die Aktie wieder in einer Erholungsphase. Die gleitenden Durchschnitte der Perioden 20 und 50 konnten mittlerweile zurückerobert werden und die Kurse konsolidieren derzeit im Bereich zwischen rund 55 und 58 EUR. Der Trend befindet sich aktuell in einer neutralen Kaufphase.

Die aktuellen Kurse, Charts, Dividenden und Kennzahlen zur Deutsche Post Aktie finden Sie hier.

Expertenmeinung: Die kommenden Tage werden überaus spannend, denn die Zwischenkonsolidierung wird über kurz oder lang nach oben oder nach unten verlassen werden. Ein Breakout mit Schlusskursen über dem Niveau von 58 EUR könnte die Aktie schnell wieder zurück auf neue Hochs bringen.

Anders wiederum würde sich die Lage bei Schlusskursen unter der Marke von 55 EUR präsentieren. Dies wäre eine glatte Steilvorlage für die Bären und würde wohl eine Short-Attacke einleiten. Vorerst bleiben wir neutral, sehen aber eher Chancen nach oben. Mal sehen, ob die Deutsche Post Aktie in der Erfolgsspur bleiben kann.

Aussicht: NEUTRAL

Chart vom 23.11.2021 Kurs: 55.85 Kürzel: DPW | Online Broker LYNX
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Die Quartalsbilanz der Deutschen Post wurde am Donnerstag veröffentlicht und löste zunächst Käufe aus. Doch schon am Freitag setzten Gewinnmitnahmen ein. Dabei hatte die Post sogar ihre Gesamtjahresprognose angehoben. Was lässt die Bullen hier zögern?

Die Rumpfdaten zum dritten Quartal hatte die Deutsche Post bereits vorab veröffentlicht, der Umsatzanstieg um 23,5 Prozent und der kräftige Zuwachs beim Gewinn vor Steuern und Zinsen (EBIT) um 29,2 Prozent zum Vorjahresquartal waren also keine Überraschung mehr. Doch man wusste nicht, wie sich das auf die Gesamtjahresperspektive auswirken würde. Denn dass man diese Perspektive anheben werde, hatte die Post zwar im Zuge der Vorab-Zahlen avisiert, nicht aber, um wie viel.

Es war nicht gerade wenig. Jetzt sieht das Unternehmen für 2021 ein EBIT von 7,7 Milliarden Euro, zuvor lautete die Guidance auf „mindestens 7,0 Milliarden Euro“. Das war natürlich äußerst positiv. Und die Analysten, die bislang auf diese Bilanz reagierten, hoben ihre Kursziele allesamt an, wobei alle klar über dem derzeitigen Kurs der Aktie lagen. Und weiterhin dominiert unter den Experten die Einschätzung „Kaufen“. Aber warum kamen dann am Freitag Gewinnmitnahmen statt Anschlusskäufen, die das Plus des Vortages sogar komplett eliminierten?

Expertenmeinung: Die Bilanz des abgelaufenen Quartals konnte es nicht sein, die war ja schon bekannt. Und die angehobene 2021er-Prognose war ja wirklich kein Grund zur Enttäuschung. Aber etwas anderes schon. Denn die Deutsche Post blickt regelmäßig weiter nach vorne, daher legte man auch die EBIT-Prognose für 2023 vor, also nicht für das nächste, sondern für das übernächste Jahr. Die wurde zwar auch angehoben, aber mit den jetzt für 2023 avisierten 8,0 Milliarden Euro gegenüber den 7,7 Milliarden für 2021 wird klar: Selbst die Deutsche Post selbst geht derzeit davon aus, dass man vorerst nahe am Zenit der Profite angekommen ist. Für die Marktteilnehmer bedeutete das:

Wenn eine Aktie unter ihrem im September bei 61,29 Euro markierten Rekordhoch bleibt, nachdem eine derart starke Bilanz vorgelegt wurde, warum sollte sie es nennenswert überschreiten, wenn man sogar beim Unternehmen selbst erwartet, dass die jetzt erreichten Rekordgewinne nur noch mäßig ausgebaut werden … um insgesamt nur vier Prozent in den kommenden zwei Jahren?

Aus rein charttechnischer Sicht könnte sich diese Skepsis erledigen, wenn die Aktie das jetzt erst einmal ausgebremste, bullische Signal erneuert, indem sie über dem Tageshoch des Donnerstags bei 58,07 Euro schließt. Aber das würde zunächst nur den Weg an das Rekord-Verlaufshoch bei 61,29 Euro freigeben. Das ist nicht gerade ein ideales Gesamtbild, um hier neu einzusteigen oder zuzukaufen. Wer indes schon investiert ist, könnte so lange am Ball bleiben, wie die in den letzten Wochen getestete und souverän verteidigte 200-Tage-Linie (aktuell bei 52,45 Euro) hält. Immerhin ist die Dividendenrendite der Deutschen Post-Aktie mit gut drei Prozent ein lukratives Zubrot … solange es nicht zu einem Trendbruch kommt.

Deutsche Post-Aktie: Chart vom 05.11.2021, Kurs 55,66 Euro, Kürzel DPW | Online Broker LYNX

Die Deutsche Post ist erwacht. Durch die Pandemie ist es zu einer spürbaren Belebung des Geschäfts gekommen. Umsatz und Gewinn sind sprunghaft gestiegen.

Die Aktionäre können sich über erhebliche Kursgewinne und eine ordentliche Dividende freuen.
Am Hoch war die Deutsche Post rund 50% mehr Wert als jemals zuvor.

Zuletzt hat sie Aktie allerdings ordentlich Federn gelassen. Ist das eine vorübergehende Korrektur, oder könnte das dicke Ende noch kommen?

Chart vom 18.10.2021 Kurs: 53 Kürzel: DPW - Wochenkerzen | Online Broker LYNX
Chart vom 18.10.2021 Kurs: 53 Kürzel: DPW – Wochenkerzen

Aus technischer Sicht ist die Situation nicht unproblematisch. Der mehrmonatige Aufwärtstrend wurde durchbrochen und die nächsten bedeutenden Unterstützungen sind weit entfernt.

Kurzfristig ist die Aktie oversold, was zu einer Erholung in Richtung 55 Euro führen könnte. Auf diesem Niveau wird es aber schon wieder schwierig.
Unter dem Strich hilft den Bullen nur eine Rückkehr in den Aufwärtstrend und über 56 Euro.

Scheitert die Erholung allerdings bei 55 Euro oder früher, ist mit weiterem Abgabedruck zu rechnen.
Ein mögliches Kursziel auf der Unterseite liegt bei 50 Euro.
Darunter wäre sogar der Weg in Richtung 45 sowie 43 und 40 Euro offen.

Tatsächlich ist es sogar wahrscheinlich, dass dieser Bereich früher oder später angesteuert wird.
In den meisten Fällen kommt es zu einem Rücksetzer an das jeweilige Ausbruchsniveau. In diesem Fall wären das je nach Definition 43 oder 40 Euro.

Ausblick und Bewertung

Corona hat der Deutschen Post maßgeblichen Auftrieb gegeben. Man sollte sich allerdings immer die Frage stellen, ob das auch in Zukunft der Fall sein wird.

Im Fall der Deutschen Post sprechen viele Argumente dafür, dass man nach der Pandemie nicht an die gute Entwicklung anknüpfen werden kann.
Es handelt sich schlichtweg um eine Sondersituation. Hausgemacht war der Erfolg nicht.

Nachdem die externen Faktoren wegfallen, wird wahrscheinlich wieder alles beim Alten sein. Denn weder am wirtschaftlichen Umfeld, noch an der Deutschen Post hat sich etwas grundlegendes verändert.

Der Versandhandel boomt, doch das Wachstum findet andernorts statt.
Die Deutsche Post konnte in den Jahren vor Corona inflationsbereinigt nicht wachsen.
Faktisch stagnierte der Umsatz, obwohl sich der Online-Handel mit Waren in diesem Zeitraum vervierfacht hat. Mehr muss man eigentlich nicht wissen.

Der Gewinn stagnierte zuvor auch über vier Jahre hinweg. Überzeugend ist das alles nicht und ich habe eine ganz einfache Regel, die ich auch bei meinen persönlichen Investments befolge:
Kaufe niemals Branchenverlierer.  

Egal wie günstig die Aktie erscheint, ein Investment endet meistens in einem Fiasko. In Deutschland haben wir mit der Deutschen Bank, TUI, Lufthansa, Thyssen usw. genug mahnende Beispiele.

Die Deutsche Post-Aktie hatte im Frühjahr eine sehr starke Phase, in der sie den DAX deutlich abhängte. Aber seit einigen Wochen geht es klar abwärts – und dass der Kurs zuletzt nicht auf „good news“ reagierte, deutet an, dass der Boden noch nicht erreicht sein muss.

Der Logistik-Konzern hatte am Donnerstagnachmittag überraschend vorläufige Ergebnisse des gerade erst beendeten dritten Quartals geliefert. Demnach ist der Gewinn vor Steuern und Zinsen (EBIT) auf 1,765 Milliarden Euro gestiegen, was einen Anstieg zum Vorjahresquartal um stattliche 28,17 Prozent bedeutet. Zugleich avisierte die Deutsche Post, dass man die Jahresprognose ebenso wie den mittelfristigen Ausblick anheben werde, wenn die komplette Quartalsbilanz am 4. November vorgelegt wird.

Die Bullen bekamen also Futter … aber Sie sehen im Chart, dass der Kurssprung ausblieb. Die Aktie reagierte zwar leicht positiv, sah aber am Freitag schon wieder Abgabedruck und konnte sich dadurch trotz dieser positiven Meldung nicht aus der charttechnischen Supportzone nach oben lösen, in welche der Kurs zuvor gerutscht war. Der Abstieg begann, nachdem die Deutsche Post-Aktie zur Abrechnung der Optionen und Futures mit September-Laufzeit noch einmal an das Ende August bei 61,38 Euro markierte Rekordhoch herangelaufen war. Das dürfte bei manch altem Hasen für eine hochgezogene Augenbraue gesorgt haben.

Expertenmeinung: Grundsätzlich wäre die Aktie jetzt in einem Terrain angelangt, in dem sie aus markttechnischer Sicht „auskorrigiert“ wäre. So ist z.B. der im Chart unten eingeblendete Stochastik-Oszillator in der überverkaufen Zone angekommen und würde reichlich Spielraum nach oben bieten, wenn die Aktie wieder in Fahrt käme. Wichtiger noch ist, dass sie auf dem aktuellen Level gut unterstützt wäre. Mit diesem Abstieg der letzten Wochen wurde ein im Mai entstandenes Aufwärts-Gap geschlossen, das im Bereich 52,16/52,88 Euro einen Support bietet. Zudem wäre da noch die wichtige 200-Tage-Linie bei 51,26 Euro, die Halt geben könnte, falls der Gap-Support versagt. Doch der Chart liefert nicht nur für bullische Argumente.

Sie sehen, dass die Deutsche Post-Aktie an das untere Ende des mittelfristigen Aufwärtstrendkanals und dann sogar leicht darunter gerutscht war. Dass sie sich von dort nicht umgehend nach oben absetzen kann, trotz der nahen 200-Tage-Linie, trotz überverkaufter Markttechnik auf Tagesbasis, ist verdächtig. Zumal die Reaktion auf o.a. Vorab-Bilanz den Kurs zwar kurz wieder in den Trendkanals hinein trug, dieser zum Handelsende des Donnerstags aber darunter bleib. Wenn eine Aktie auf gute Nachrichten nicht entsprechend zulegt, ist Vorsicht angebracht.

Dass die Aktie genau in dem Moment ihre Aufwärtsdynamik verlor, als die wichtige Terminmarkt-Abrechnung des Septembers vorüber war, deutet an, dass spekulative Akteure hier die Seiten gewechselt haben könnten. Und dass der Kurs trotz starker Vorab-Bilanz nicht wieder Fahrt aufnehmen konnte lässt vermuten, dass diese Trader weiterhin auf der Short-Seite stehen. Die Deutsche Post müsste mindestens über dem Donnerstags-Tageshoch von 55,15 Euro schließen, dem Level also, an dem die initial positive Reaktion auf die Vorab-Zahlen am Donnerstag erneut auf Verkäufe traf, um die Gefahr zumindest deutlich einzugrenzen, dass sich der Kurs auf aktuellem Niveau nicht wird halten können, als nächstes die 200-Tage-Linie angeht … und womöglich unterbietet.

Deutsche Post-Aktie: Chart vom 08.10.2021, Kurs 52,92 Euro, Kürzel DPW | Online Broker LYNX

Noch während des gestrigen Handels veröffentlichte die Deutsche Post vorläufige Ergebnisse zum zweiten Quartal und hob die Gewinnprognosen an. Doch eine anfänglich positive Reaktion wurde abverkauft. Da muss man jetzt aufpassen.

Bis zu 2,15 Prozent lag die „Aktie Gelb“, wie man sie immer noch oft nennt, nach der Vorlage des vorläufigen Konzernergebnisses für das zweite Quartal vorne. Doch kaum eine Stunde nach der Veröffentlichung des Zahlenwerks notierte die Aktie plötzlich sogar im Minus, bevor sie sich mit einem kleinen Schlussspurt noch magere 0,58 Prozent ins Plus rettete. Damit beendete sie den Tag schwächer als der DAX, der immerhin um 1,16 Prozent zulegte. Waren die Ergebnisse enttäuschend?

Das waren sie nicht. Vorab veröffentlicht wurde nur das EBIT, d.h. der Gewinn vor Steuern und Zinsen. Aber der lag im zweiten Quartal um ca. 127 Prozent über dem des Vorjahresquartals und damit leicht über der Konsens-Prognose der Analysten. Die Deutsche Post hob daraufhin die Prognose für das EBIT des Gesamtjahres von zuvor 6,7 auf 7,0 Milliarden Euro an. Keine gewaltige Anhebung, aber wenn man bedenkt, dass 2020 ein EBIT von 4,2 Milliarden erzielt wurde, obgleich der Konzern 2020 keinen Corona-bedingten Rückschlag sah, sondern weit mehr verdiente als in den beiden Vorjahren, hätten die Anleger begeistert mit der Zunge schnalzen müssen. Was sie womöglich auch taten, nur weiter gekauft wurde die Aktie trotzdem nicht. Wo liegt das Problem?

Expertenmeinung: Es mag zwar sein, dass die Erwartungshaltung vieler Akteure hinsichtlich der Gewinnentwicklung über den Prognosen der Analysten lag, so dass sogar „sehr gut“ manchem nicht mehr gut genug war. Aber das dürfte bei der Deutschen Post-Aktie weniger ausgeprägt sein als bei vielen anderen Titeln, denn die Aktie steigt parallel zum Anstieg des Unternehmensgewinns mit, hat also keine ungewöhnlich hohe Bewertung erreicht. Im Gegenteil, für den derzeitigen Gewinnzuwachs wäre sie mit einem 2021er-Kurs/Gewinn-Verhältnis um 16 im Vergleich zu den Vorjahren sogar noch recht günstig.

Es dürfte daher eher die Charttechnik sein, die einige bewog, diese gestrige Reaktion auf das Zahlenwerk zum Verkauf zu nutzen, immerhin waren die im Tageshoch erreichten 59,60 Euro ein Verlaufsrekord. Sie sehen im Chart, dass sich die Aktie seit Wochen am oberen Ende ihres breiten, im März 2020 etablierten Aufwärtstrendkanals entlang schiebt. Mit dem gestrigen Peak hatte sie diese Linie erreicht. Zugleich hat der Dynamikverlust unterhalb dieser Begrenzungslinie zu einer negativen Divergenz beim RSI-Indikator geführt, für erfahrene Trades immer etwas, das eine hochgezogene Augenbraue nach sich zieht.

Aber daraus ergibt sich nur ein Warnsignal, kein Verkaufssignal. Es ist jetzt besondere Aufmerksamkeit nötig, aber noch hätte das bullische Lager die Chance, ein bärisches Signal abzuwenden, indem man die Deutsche Post-Aktie im zweiten Anlauf über 60 Euro und damit über den Trendkanal hinausträgt. Erst, wenn die Aktie mit Schlusskursen unter 55,50 Euro die letzten beiden kurzfristigen Zwischentiefs vom Juni sowie die März-Aufwärtstrendlinie brechen würde, wäre hier ein negatives Signal gegeben, das dann den Test der unteren Begrenzung des Trendkanals, derzeit um 48 Euro, wahrscheinlich machen würde.

Deutsche Post-Aktie: Chart vom 07.07.2021, Kurs 58,66 Euro, Kürzel DPW | Online Broker LYNX

Das neue Rekordhoch der Deutsche Post-Aktie steht auf den Füßen einer beeindruckenden Quartalsbilanz und einer deutlich angehobenen Gesamtjahresprognose. Da gibt es nur eines: Dranbleiben und den Stoppkurs nachziehen!

An diesen Zahlen gab es wirklich nichts zu mäkeln. Der Umsatz im ersten Quartal 2021 lag mit 18,86 Milliarden Euro 21,6 Prozent über dem des Vorjahresquartals und über sieben Prozent über der durchschnittlichen Analystenprognose. Der Gewinn vor Steuern und Zinsen (EBIT) lag mit 1,91 Milliarden Euro überproportional höher als im Vorjahr (592 Millionen Euro), da die Umsatzrendite, d.h. die Brutto-Gewinnmarge, markant von 3,8 auf 10,1 Prozent gesteigert wurde. Das alleine ist stark. Aber die Gesamtjahresprognose war noch stärker.

Denn die hatte die Deutsche Post gerade erst vor vier Wochen angehoben, sah Anfang April nach der bisherigen Perspektive von einem EBIT von „mehr als“ 5,6 Milliarden Euro ein EBIT, das „deutlich über“ 5,6 Milliarden liegen würde. Jetzt hob das Unternehmen seine Prognose erneut und deutlich auf 6,7 Milliarden Euro an. Dass die Anleger daraufhin nicht widerstehen konnten, zugriffen und die Aktie dadurch erstmals über die runde Marke von 50 Euro hoben, ist nachvollziehbar. Zumal mehrere Analysten umgehend reagierten und ihre Kursziele teils markant anhoben.

Expertenmeinung: Fünf Analysten nahmen ihr Kursziel unmittelbar nach der Vorlage des Zahlenwerks nach oben. Die neuen Ziele lagen bei 54, zweimal 60 und bei 61 Euro. Den Vogel schoss das Bankhaus Metzler ab, hier hob man das Kursziel massiv von zuvor 57 auf jetzt 72 Euro an.

Diese 72 Euro werden wohl vorerst nicht erreichbar sein, aber da die Aktie angesichts der jetzt noch höheren Gewinnerwartung, mit der man ca. 25 Prozent über dem Gewinn 2020 liegen würde, immer noch nicht zu teuer bewertet ist: Das derzeitige Kurs/Gewinn-Verhältnis liegt bei knapp 16 und damit im Rahmen der vergangenen Jahre. Somit könnte der Höhenflug dieser Aktie durchaus noch weitergehen. Aber da niemand sicher sein kann, ob sich eine aktuell positive Gemengelage auch hält und keine Aktie eine Einbahnstraße ist, sollte man die Gewinnsicherung trotzdem nicht aus den Augen verlieren. Der Vorteil in diesem Fall:

Die derzeit entscheidenden Linien laufen mit nach oben. Es handelt sich zum einen um die 20-Tage-Linie, von der aus die „Aktie Gelb“ am Mittwoch durchstartete, zum anderen um die obere Begrenzung des November-Aufwärtstrendkanals. Diese beiden aktuell für den Fortbestand der Aufwärtsbewegung entscheidenden Ankerpunkte liegen momentan bei 47,95 und 48,65 Euro. Solange diese Schlüsselzone hält, bleibt der Weg nach oben offen. Bräche sie indes, wäre der Weg Richtung 41,50/42,50 Euro aus charttechnischer Sicht frei. Das wäre angesichts dieser starken Bilanz zwar momentan überraschend … aber sich blind darauf zu verlassen, wäre riskant, unter dieser Zone sollte also ein Stoppkurs liegen!

Chart vom 05.05.2021, Kurs 50,88 Euro, Kürzel DPW | Online Broker LYNX