Deutsche Post Aktie aktuell Deutsche Post: Kursziel erreicht, es könnte eng werden

News: Aktuelle Analyse der Deutsche Post Aktie

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Deutsche Post
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Zur Deutsche Post Aktie

Noch während des gestrigen Handels veröffentlichte die Deutsche Post vorläufige Ergebnisse zum zweiten Quartal und hob die Gewinnprognosen an. Doch eine anfänglich positive Reaktion wurde abverkauft. Da muss man jetzt aufpassen.

Bis zu 2,15 Prozent lag die „Aktie Gelb“, wie man sie immer noch oft nennt, nach der Vorlage des vorläufigen Konzernergebnisses für das zweite Quartal vorne. Doch kaum eine Stunde nach der Veröffentlichung des Zahlenwerks notierte die Aktie plötzlich sogar im Minus, bevor sie sich mit einem kleinen Schlussspurt noch magere 0,58 Prozent ins Plus rettete. Damit beendete sie den Tag schwächer als der DAX, der immerhin um 1,16 Prozent zulegte. Waren die Ergebnisse enttäuschend?

Das waren sie nicht. Vorab veröffentlicht wurde nur das EBIT, d.h. der Gewinn vor Steuern und Zinsen. Aber der lag im zweiten Quartal um ca. 127 Prozent über dem des Vorjahresquartals und damit leicht über der Konsens-Prognose der Analysten. Die Deutsche Post hob daraufhin die Prognose für das EBIT des Gesamtjahres von zuvor 6,7 auf 7,0 Milliarden Euro an. Keine gewaltige Anhebung, aber wenn man bedenkt, dass 2020 ein EBIT von 4,2 Milliarden erzielt wurde, obgleich der Konzern 2020 keinen Corona-bedingten Rückschlag sah, sondern weit mehr verdiente als in den beiden Vorjahren, hätten die Anleger begeistert mit der Zunge schnalzen müssen. Was sie womöglich auch taten, nur weiter gekauft wurde die Aktie trotzdem nicht. Wo liegt das Problem?

Die aktuellen Kurse, Charts, Dividenden und Kennzahlen zur Deutsche Post Aktie finden Sie hier.

Expertenmeinung: Es mag zwar sein, dass die Erwartungshaltung vieler Akteure hinsichtlich der Gewinnentwicklung über den Prognosen der Analysten lag, so dass sogar „sehr gut“ manchem nicht mehr gut genug war. Aber das dürfte bei der Deutschen Post-Aktie weniger ausgeprägt sein als bei vielen anderen Titeln, denn die Aktie steigt parallel zum Anstieg des Unternehmensgewinns mit, hat also keine ungewöhnlich hohe Bewertung erreicht. Im Gegenteil, für den derzeitigen Gewinnzuwachs wäre sie mit einem 2021er-Kurs/Gewinn-Verhältnis um 16 im Vergleich zu den Vorjahren sogar noch recht günstig.

Es dürfte daher eher die Charttechnik sein, die einige bewog, diese gestrige Reaktion auf das Zahlenwerk zum Verkauf zu nutzen, immerhin waren die im Tageshoch erreichten 59,60 Euro ein Verlaufsrekord. Sie sehen im Chart, dass sich die Aktie seit Wochen am oberen Ende ihres breiten, im März 2020 etablierten Aufwärtstrendkanals entlang schiebt. Mit dem gestrigen Peak hatte sie diese Linie erreicht. Zugleich hat der Dynamikverlust unterhalb dieser Begrenzungslinie zu einer negativen Divergenz beim RSI-Indikator geführt, für erfahrene Trades immer etwas, das eine hochgezogene Augenbraue nach sich zieht.

Aber daraus ergibt sich nur ein Warnsignal, kein Verkaufssignal. Es ist jetzt besondere Aufmerksamkeit nötig, aber noch hätte das bullische Lager die Chance, ein bärisches Signal abzuwenden, indem man die Deutsche Post-Aktie im zweiten Anlauf über 60 Euro und damit über den Trendkanal hinausträgt. Erst, wenn die Aktie mit Schlusskursen unter 55,50 Euro die letzten beiden kurzfristigen Zwischentiefs vom Juni sowie die März-Aufwärtstrendlinie brechen würde, wäre hier ein negatives Signal gegeben, das dann den Test der unteren Begrenzung des Trendkanals, derzeit um 48 Euro, wahrscheinlich machen würde.

Deutsche Post-Aktie: Chart vom 07.07.2021, Kurs 58,66 Euro, Kürzel DPW | Online Broker LYNX
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Vorherige Analysen der Deutsche Post Aktie

Das neue Rekordhoch der Deutsche Post-Aktie steht auf den Füßen einer beeindruckenden Quartalsbilanz und einer deutlich angehobenen Gesamtjahresprognose. Da gibt es nur eines: Dranbleiben und den Stoppkurs nachziehen!

An diesen Zahlen gab es wirklich nichts zu mäkeln. Der Umsatz im ersten Quartal 2021 lag mit 18,86 Milliarden Euro 21,6 Prozent über dem des Vorjahresquartals und über sieben Prozent über der durchschnittlichen Analystenprognose. Der Gewinn vor Steuern und Zinsen (EBIT) lag mit 1,91 Milliarden Euro überproportional höher als im Vorjahr (592 Millionen Euro), da die Umsatzrendite, d.h. die Brutto-Gewinnmarge, markant von 3,8 auf 10,1 Prozent gesteigert wurde. Das alleine ist stark. Aber die Gesamtjahresprognose war noch stärker.

Denn die hatte die Deutsche Post gerade erst vor vier Wochen angehoben, sah Anfang April nach der bisherigen Perspektive von einem EBIT von „mehr als“ 5,6 Milliarden Euro ein EBIT, das „deutlich über“ 5,6 Milliarden liegen würde. Jetzt hob das Unternehmen seine Prognose erneut und deutlich auf 6,7 Milliarden Euro an. Dass die Anleger daraufhin nicht widerstehen konnten, zugriffen und die Aktie dadurch erstmals über die runde Marke von 50 Euro hoben, ist nachvollziehbar. Zumal mehrere Analysten umgehend reagierten und ihre Kursziele teils markant anhoben.

Expertenmeinung: Fünf Analysten nahmen ihr Kursziel unmittelbar nach der Vorlage des Zahlenwerks nach oben. Die neuen Ziele lagen bei 54, zweimal 60 und bei 61 Euro. Den Vogel schoss das Bankhaus Metzler ab, hier hob man das Kursziel massiv von zuvor 57 auf jetzt 72 Euro an.

Diese 72 Euro werden wohl vorerst nicht erreichbar sein, aber da die Aktie angesichts der jetzt noch höheren Gewinnerwartung, mit der man ca. 25 Prozent über dem Gewinn 2020 liegen würde, immer noch nicht zu teuer bewertet ist: Das derzeitige Kurs/Gewinn-Verhältnis liegt bei knapp 16 und damit im Rahmen der vergangenen Jahre. Somit könnte der Höhenflug dieser Aktie durchaus noch weitergehen. Aber da niemand sicher sein kann, ob sich eine aktuell positive Gemengelage auch hält und keine Aktie eine Einbahnstraße ist, sollte man die Gewinnsicherung trotzdem nicht aus den Augen verlieren. Der Vorteil in diesem Fall:

Die derzeit entscheidenden Linien laufen mit nach oben. Es handelt sich zum einen um die 20-Tage-Linie, von der aus die „Aktie Gelb“ am Mittwoch durchstartete, zum anderen um die obere Begrenzung des November-Aufwärtstrendkanals. Diese beiden aktuell für den Fortbestand der Aufwärtsbewegung entscheidenden Ankerpunkte liegen momentan bei 47,95 und 48,65 Euro. Solange diese Schlüsselzone hält, bleibt der Weg nach oben offen. Bräche sie indes, wäre der Weg Richtung 41,50/42,50 Euro aus charttechnischer Sicht frei. Das wäre angesichts dieser starken Bilanz zwar momentan überraschend … aber sich blind darauf zu verlassen, wäre riskant, unter dieser Zone sollte also ein Stoppkurs liegen!

Chart vom 05.05.2021, Kurs 50,88 Euro, Kürzel DPW | Online Broker LYNX

Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Die Pandemie hält die globale Wirtschaft weiterhin in ihrem Bann. Doch es gibt auch Profiteure der Krise, wie die Deutsche Post-Aktie. Seit dem Tief im Crash des vorigen Jahres, hat sich die Aktie mittlerweile mehr als verdoppelt. Die alten Hochs von 2020 wurden längst gebrochen und auch das bisherige Allzeithoch aus dem Jahr 2017 konnte das Wertpapier mittlerweile hinter sich lassen – was für eine Show. Beim Blick auf den Tageschart sehen wir einen soliden Aufwärtstrend, welcher hier und da von schärfere Zwischenkorrekturen und Konsolidierungen begleitet wird. Hierbei wurde die Serie von höheren Tiefs bislang jedoch nie gebrochen. Auch parabolische Tendenzen, welche meist das Ende einer Aufwärtsbewegung anzeigen, lassen sich noch nicht erkennen. Der Aufwärtstrend scheint überaus stabil zu ein.

Expertenmeinung: Zuletzt konnte die Aktie vorige Woche ein weiteres Kaufsignal generieren. Die Konsolidierung der letzten beiden Monate wurde mit dem Bruch der Marke bei 43 EUR nach oben verlassen und lieferte weiteren Zündstoff für die intakte Rallye. Für neue Zukäufe scheint das aktuelle Niveau jedoch nicht sonderlich attraktiv zu sein. Der Abstand zur 50-Tage-Linie ist recht hoch und eine kleinere Korrektur kann somit jederzeit erfolgen. Vielleicht liefert ein Pullback zur Ausbruchsmarke in den kommenden Tagen wieder eine bessere Einstiegsmöglichkeit. Uns gefällt der Chart und wir geben der Aktie weiterhin positive Aussichten mit auf den Weg.

Aussicht: BULLISCH

Chart vom 17.03.2021 Kurs: 45.42 Kürzel: DPW | Online Broker LYNX

Die Bilanz 2020 und der Ausblick auf 2021 hat die Aktie der Deutschen Post am Dienstag auf ein neues Rekordhoch getragen. Mit im Spiel war auch die Ankündigung von Aktienrückkäufen. Am Mittwoch schien der Schwung bereits dahin zu sein … würde ich da noch einsteigen?

Das Zahlenwerk, das die Post für 2020 vorlegte, war tadellos: Umsatz +5,44 Prozent, Gewinn vor Steuern und Zinsen (EBIT) +17,47 Prozent. Aber das waren eigentlich keine Neuigkeiten. Denn den Vorsteuergewinn des vierten Quartals nebst Gesamtjahresumsatz hatte das Unternehmen bereits am 12. Januar veröffentlicht, am Dienstag folgten letztlich nur die Bestätigung und ein Ausblick auf das laufende Jahr, zumindest, was das EBIT angeht. Da erwartet die Deutsche Post ein EBIT von mehr als 5,6 Milliarden Euro, das wären mindestens 15 Prozent mehr als 2020.

Nimmt man diesen Gewinnavis und errechnet daraus das Kurs/Gewinn-Verhältnis auf dem aktuellen Kursniveau, kommt man auf etwa 15. Das ist eine völlig normale Bewertung, zu teuer wäre die „Aktie Gelb“ also noch nicht. Dies in Kombination mit der im Zuge der Hauptversammlung anstehenden Dividende, die wohl eine schöne Zusatzrendite von knapp drei Prozent bedeuten wird, wäre ein gutes Argument, die Aktie zu halten, wenn man sie hat. Aber ob man jetzt noch auf den Zug aufspringen sollte?

Expertenmeinung: Was mir auffällt ist, dass die Deutsche Post für eine ganze Milliarde eigene Aktien zurückkauft. Bei einem Gewinn von 4,84 Milliarden in 2020 ist das nun wirklich kein Pappenstiel. Zumal aus dem Gewinn ja noch die Dividende zu bezahlen ist. Immer, wenn ein Unternehmen anfängt, Aktien zurückzukaufen, stellt sich die Frage, warum man dieses Geld nicht in Expansion und Investitionen in die Zukunft steckt. Eine Milliarde, das sind etwa zwei Prozent der derzeitigen Marktkapitalisierung. Und die Rückkäufe gingen laut der deutschen Post bereits am Mittwoch los und sollen maximal ein Jahr andauern, wobei eine Tranche von 220 Millionen Euro schon am 9. April abgeschlossen sein soll.

Natürlich freut das die Anleger kurzfristig, immerhin betätigt sich die Post selbst damit als Käufer. Diese zusätzliche Nachfrage stützt den Kurs erst einmal, auch, weil potenzielle Leerverkäufer jetzt wissen, dass sie es deshalb hier besonders schwer hätten, den Kurs zu drücken. Aber die Aktie stieg am Tag 1 der Rückkäufe nicht, sondern fiel.

Deutsche Post Aktie: Chart vom 10.03.2021, Kurs 43,65 Euro, Kürzel DPW | Online Broker LYNX

Statt Anschlusskäufen nach dem am Dienstag erreichten, neuen Rekordhoch kamen Gewinnmitnahmen. Und das auch noch an der oberen Begrenzung eines Anfang November etablierten Aufwärtstrendkanals. Und Rekordhoch hin oder her, wenn man sich die Aktie seit Beginn dieses Aufwärtstrendkanals im Vergleich zum DAX ansieht stellt man fest, dass die Deutsche Post in diesen viereinhalb Monaten deutlich schwächer performte als der DAX selbst. Wenn ein solcher theoretischer Nachholbedarf nicht in Angriff genommen wird, wenn gute Bilanzzahlen und auch noch ein Aktienrückkaufprogramm auf den Tisch kommen, wann dann? Dranbleiben könnte man hier allemal, aber was den Neueinstieg angeht, hätten andere Mütter derzeit schönere Töchter!

Die kommenden Tage dürften die Deutsche Post-Aktie einen Blick wert sein. Wie Sie in unserem Chart auf Wochenbasis sehen, kommt der Kurs seit Oktober immer nur kurze Zeit und nie wirklich weit an dem alten Rekordhoch aus dem Jahr 2018 bei 41,36 Euro vorbei. Die Aktie muss sich zeitnah nach oben absetzen, um diese Linie endlich unter sich zu lassen. Dazu müsste der am 9. November markierte, bisherige Verlaufsrekord von 43,50 Euro auf Schlusskursbasis niedergerungen werden.

Dass die Aktie da, am 9. November, plötzlich kräftig durchsackte, war Teil der Reaktion vieler Anleger auf die BioNTech/Pfizer-Impfstoffmeldung. Man warf alles, was nach „defensiv“ aussah, aus der Reaktion des Augenblicks heraus auf den Markt und schichtete in konjunktursensible Titel um. Eine Reaktion, die bald zurückgenommen wurde, denn mittlerweile ist auch dem Letzten klar, dass es noch ein steiniger Weg zurück zur Normalität ist. Ein Weg, den die Deutsche Post indes nicht beschreiten muss, denn hier läuft es nach dem schwierigen Jahr 2018 wieder rund, wie das Unternehmen gestern meldete:

Expertenmeinung: Die Deutsche Post hat gestern zum einen vorläufige Zahlen zum vierten Quartal 2020 veröffentlicht, nach denen der Gewinn vor Steuern und Zinsen (EBIT) um sagenhafte 56 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal gestiegen ist. Der Umsatz ist nach diesen Berechnungen im Jahr 2020 um fünf Prozent gegenüber 2019 gestiegen. Darüber hinaus aktualisierte man die Prognosen für den Brutto-Cashflow und die Brutto-Investitionen für 2021 und 2022 und avisierte, dass der Gewinn vor Steuern 2021 über dem des gerade beendeten Jahres liegen werde und der für 2022 wiederum über dem Gewinn 2021.

Dass die Deutsche Post 2020 mehr verdient haben wird als 2019, wussten die Anleger, das ist schon länger klar. Aber auch, wenn Prognosen umso unsicherer sind, je weiter man in die Zukunft blickt und eine 2022er-Prognose damit gewagt wirkt, waren das eindeutig „good news“. Wirklich begeistert wirkte man am Markt jedoch nicht: Das Plus von 2,15 Prozent brachte der Aktie zwar am Dienstag Platz 4 in der Liste der DAX-Gewinner ein, aber das hätte, gerade mit Blick auf das Chartbild, mehr sein dürfen.

Jetzt besteht das Risiko, dass diese Meldung verpufft, weil die Reaktion zu dünn war, um Anschlusskäufe auszulösen. Daher müssten die Bullen umgehend nachlegen. Die „Aktie Gelb“ muss über dieses Verlaufs-Rekordhoch des 9. November, sprich über 43,50 Euro, schließen, dann könnte hier nach oben noch einiges drin sein. Bleibt das Nachsetzen aber aus, kann es leicht zu einem erneuten Test der Supportzone 37,30/38,15 Euro kommen, in der die Aktie seit September immer wieder nach oben gedreht hat. Das könnte dann zwar zum Sprungbrett werden, um das bisherige Hoch mit neuem Schwung anzugehen und zu bezwingen. Aber wenn nicht, kann es nicht schaden, sich auf der Long-Seite knapp unterhalb dieser Unterstützungszone abzusichern.

Chart vom 12.01.2021, Kurs 41,83 Euro, Kürzel DPW | Online Broker LYNX

Die Bullen wussten wohl kaum, wie ihnen geschah, als die Post-Aktie am Dienstag auf einmal gut 12,8 Prozent unter dem Punkt notierte, an dem man am Montagvormittag noch allseits hochgereckte Daumen sah. Und es könnte noch dicker kommen, falls die Käufer nicht umgehend und entschlossen dagegenhalten. Am Montag erreichte die „Aktie Gelb“ mit 43,50 Euro einen neuen Verlaufsrekord. Doch die Nachricht über einen nahen Impfstoff gegen COVID 19 wurde den Bullen zum Verhängnis. Schlagartig wurde auf den Markt geworfen, was man zuvor als defensive Aktien oder Corona-Profiteure eingesammelt hatte. Und die Deutsche Post-Aktie gehörte dazu.

Wie heftig der Druck auf einmal geworden ist, wurde am Dienstag deutlich. Denn da legte die Post die Bilanz des dritten Quartals vor, die unter dem Strich tadellos war. Der Umsatz stieg leicht um 4,1 Prozent zum Vorjahresquartal, der Nettogewinn hingegen wuchs klar überproportional um 51,7 Prozent. Dass die damit erzielten 851 Millionen Euro unter der Prognose der Analysten von im Schnitt 900 Millionen Euro lag, mag vielleicht enttäuscht haben, aber angesichts dieser prozentualen Verbesserung wirkt das wie ein Luxusproblem, das den erneuten Abstieg der Aktie um satte 4,84 Prozent am Dienstag nicht erklären würde, nur:

Expertenmeinung: Wenn zu hohe Erwartungen zeitgleich auf eine Welle von Verkäufen treffen, die durch ein hektisches Umschichten am Markt in Richtung „Corona-Ende“ ausgelöst wird, kann ein solcher Abgabedruck nicht überraschen. Die entscheidende Frage lautet: Wie lange geht dieses Umschichten noch weiter? Kommt da wirklich noch viel nach, obwohl einerseits klar sein müsste, dass die erfolgreiche Entwicklung von Impfstoffen allgemein erwartet wurde, nicht wenige vor Monaten mit noch früheren Erfolgen rechneten und andererseits das Wachstum der Deutschen Post auch ohne Corona vorhanden wäre? Die Analysten rechnen für 2020 mit einem Rekordgewinn und für 2021 mit weiterem Wachstum. Da wäre ein großer Abverkauf eigentlich nicht logisch. Aber:

Derzeit kommt man mit reiner Logik am Aktienmarkt nicht allzu weit. Viele Akteure handeln emotional getrieben und hektisch. Und wer sich dem entzieht, handelt oft stur nach den charttechnischen Indikationen. Was im Fall der „Aktie Gelb“ hieße: Noch ein unmittelbar folgender, schwacher Tag und wir sähen hier aus charttechnischer Sicht ein markant negatives Signal. Denn Sie sehen in unserem Chart auf Wochenbasis, dass der Kurs durch diesen Selloff an die wichtige, bis ins Jahr 2018 zurückreichende und im Spätsommer erneut relevant gewordene Auffangzone 37,30/38,15 Euro gedrückt wurde. Wenn die Käufer es schaffen, die Aktie hier zu drehen, wäre das ein klar positives Signal, das impliziert, dass hier in Schwäche gekauft und somit an das Potenzial der Aktie geglaubt wird. Bleiben solche Käufe aber aus, würde der Kurs durch diese Zone durchrutschen, würden Stop Loss-Verkäufe hinzukommen, die dann schnell einen Test der nächsten Auffanglinie um 35 Euro nach sich ziehen können.

Chart vom 10.11.2020, Kurs 38,54 Euro, Kürzel DPW | Online Broker LYNX