Carl Zeiss Meditec Aktie Prognose Carl Zeiss Meditec: Das kann was werden … aber noch ist es nichts

News: Aktuelle Analyse der Carl Zeiss Meditec Aktie

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Carl Zeiss Meditec
ISIN: DE0005313704
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Zur Carl Zeiss Meditec Aktie

Die Bullen bräuchten heute einen weiteren, starken Tag bei der Carl Zeiss-Aktie. Die Aktie ist dran an kurzfristigen Widerständen, deren Überwinden aus charttechnischer Sicht Luft bis in die Region um 140 Euro freigeben würde. Aber „dran sein“ und vorbeikommen ist zweierlei.

Einen Vorteil hat das zweifellos weiterhin von der Größe her überschaubare und nicht gerade erfolgsverwöhnte bullische Lager immerhin: Die Gefahr, dass die Quartalszahlen die Aktie wie vom Blitz getroffen zu Boden schicken, ist gebannt. Das ist zuletzt vielen Aktien passiert, aber Carl Zeiss Meditec hatte seine Quartalsergebnisse am Freitagmorgen vorgelegt. Und die Aktie brach nicht ein, sie legte stattliche 5,37 Prozent zu.

Und die Ergebnisse waren ja auch ansehnlich. Das Medizintechnikunternehmen legte, weil sein Geschäftsjahr immer am 30.9. endet, bereits die Ergebnisse über die ersten sechs Monate dieses Geschäftsjahres vor. In diesem Halbjahreszeitraum legte der Umsatz um 11,4 Prozent zu. Der Auftragseingang stieg um beeindruckende 30,4 Prozent. Und der Gewinn stieg vor Steuern und Zinsen um 8,9 Prozent, netto um 28,2 Prozent. Dass die EBIT-Gewinnmarge von 21,2 Prozent im Vorjahreszeitraum auf jetzt 20,7 Prozent sank, war erwartet worden, auch an Carl Zeiss gehen steigende Erzeugerpreise nicht vorüber. Der Margendruck hätte deutlich schlimmer sein können. Das sahen viele Akteure auch so und griffen zu, aber:

Die aktuellen Kurse, Charts, Dividenden und Kennzahlen zur Carl Zeiss Meditec Aktie finden Sie hier.

Expertenmeinung: Mit dieser einen positiven Reaktion ist eben noch nichts gewonnen. Dass eine Aktie in einem Abwärtstrend … den man hier ja nicht übersehen kann … Gegenreaktionen nach oben zeigt und damit vormalige Unterstützungen, die jetzt als Widerstand fungieren, ansteuert, ist keine Seltenheit. Aber oft attackierten die Leerverkäufer die Aktie eben erst genau dort, nicht vorher. Ob Carl Zeiss Meditec da durchkommt, wo sie jetzt durch müsste, um zu verhindern, dass der nächste Baisseimpuls schon um die Ecke lauert, ist also noch offen. Die Bullen müssen vollendete Tatsachen schaffen. Der Chart zeigt, worum es geht:

Die Aktie ist jetzt von unten an das März-Tief herangelaufen. Dieser Level bei 118,10 Euro hatte schon Anfang 2021 eine Wendemarke dargestellt, ist also mittelfristig relevant. Hinzu kommt, dass bei 119,50 Euro auch noch die 20-Tage-Linie als Widerstand wartet, eine Linie, die den Bären gerne als Leitstrahl ihrer Aktionen dient. An diesen Chartmarken muss der Kurs vorbei, idealerweise umgehend, damit die Käufer gar nicht erst dazu kommen, zu zaudern.

Wenn das gelingen sollte, wäre eine zügige Aufwärtsbewegung in den Bereich der nächsten Widerstandszone um 140 Euro durchaus drin. Denn so überbewertet die Carl Zeiss Meditec-Aktie auch war, als sie ihre kurzen Ausflüge über die runde 200 Euro-Marke unternahm: Jetzt, nachdem sich der Kurs in der Spitze beinahe halbiert hatte, ist sie es nicht mehr. Aber erst müssten diese Charthürden eben genommen werden, dann hätte man eine höhere Sicherheit, dass womöglich ausreichend viele andere Marktteilnehmer die eigene optimistische Sichtweise teilen, um den Kurs auch dorthin befördern zu können, wo er hin soll.

Carl Zeiss Meditec: Chart vom 13.05.2022, Kurs 116,65 Euro, Kürzel AFX | Online Broker LYNX

 

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Vorherige Analysen der Carl Zeiss Meditec Aktie

Carl Zeiss sieht sich als einen der weltweit führenden Anbieter für Medizintechnik im Bereich Augenheilkunde sowie Mikrochirurgie.
Neben schönen Worten kann der Konzern aus Jena aber auch auf überzeugende Zahlen und eine starke Performance der Aktie verweisen.

Ein Schauspiel

In der Regel lese ich so gut wie keine Einschätzungen anderer Marktteilnehmer zu Aktien. Das beeinflusst nur die eigene Entscheidungsfindung.
Das gilt für Ratings ebenso wie für Einzelmeinungen auf irgendwelchen Internetportalen und umso mehr für Börsenbriefe und Foren.

Gewisse Rückschlüsse lassen sich dadurch aber dennoch ziehen, auch ohne die Artikel oder auch nur die Überschriften zu lesen.

Im Endeffekt läuft es darauf hinaus, dass es für Anleger ein klares Warnsignal ist, wenn einem Thema außerordentlich viel Aufmerksamkeit geschenkt wird und umgekehrt.

Mein Lieblingsbeispiel, um das zu illustrieren, sind Marihuana-Aktien. Der Hype war 2018 dermaßen ausgeprägt, dass es scheinbar kein anderes Thema mehr gab.
Auf den einschlägigen Internetportalen erschien ein Artikel zu Marihuana nach dem anderen.

Für Redakteure und Portale ist das rational, denn dort geht es um Klicks und eben nicht um die Frage, ob diese Aktien ein gutes Investment sind. Wie wir heute wissen, waren sie es nicht.

Unentdecktes Land

Unter dem Strich kann man diese Effekte auch bei Einzelaktien beobachten, es müssen nicht ganze Sektoren sein.
Das trifft auch auf Carl Zeiss zu, oder die zuvor besprochene Eckert & Ziegler.

Während die Aktie durch die Decke geht, erscheint auf den Börsenportalen eine Analyse nach der anderen. Und die sind natürlich alle positiv.

Jetzt, nachdem die Aktien abgestürzt sind, hört man nichts mehr. Das öffentliche Interesse ist verschwunden und dementsprechend lohnen sich auch keine Artikel mehr.
Stattdessen hat man sich anderen Highflyern zugewendet.

Wer das verstanden hat, weiß all die bunten Überschriften einzuordnen.

Es sollte aber ohnehin eine Binsenweisheit sein, dass man mit unentdeckten Diamanten am meisten Geld verdienen kann und nicht mit dem, worüber jeder bereits spricht.

Interesse nicht vorhanden

Das bringt uns zurück zu Carl Zeiss. Die Aktie ist von über 200 auf 127 Euro abgestützt.
Das Niveau an Anlegerinteresse tendiert gegen Null.

Für antizyklische Investoren ist das Grund genug, die Lage zu sondieren. Im Endeffekt ist es immer wieder dasselbe Spiel.
Wir schauen uns Outperformer an, nachdem sie ausgiebig korrigiert haben. Dass das zielführende Strategie ist, sollte offensichtlich sein.

Ausblick und Bewertung

Schauen wir uns also die Lage an. Carl Zeiss hat den Umsatz in den letzten zehn Jahren von 862 Mio. auf 1,65 Mrd. Euro fast verdoppelt.
Der Gewinn legte allerdings von 0,88 auf 2,64 Euro je Aktie zu, wobei es im letzten Geschäftsjahr nahezu zu einer Verdopplung des Gewinns kam.

Es ist also fraglich, ob die zuletzt sprunghaft gestiegenen Margen nachhaltig sind. So überaus positiv, wie die Kursentwicklung es vermuten lässt, sind die Geschäftszahlen also nicht.

Taucht man etwas tiefer ein, stellt man fest, dass der absolute Großteil der angelaufenen Kursgewinne auf eine gestiegene Bewertung zurückzuführen ist.

Im Jahr 2011 lag das KGV von Carl Zeiss noch bei 21. Sechs Jahre später lag das KGV bei 33 und ist seitdem immer weiter gestiegen.
Im Jahr 2018 wurde ein Wert von 48 erreicht, dann 63 und 2020 schlussendlich ein KGV von 79.

Durch den jüngsten Absturz ist das KGV wieder auf 47 gesunken. Man muss ganz klar sagen, dass das Chance-Risiko-Verhältnis für ein Investment an dieser Stelle nicht gerade optimal ist.
Wer sich hier engagiert, wettet darauf, dass das KGV auf diesem Niveau bleibt oder sogar wieder steigt.

Heiße Nummer

Darüber hinaus wettet man darauf, dass Carl Zeiss die Margen halbwegs auf dem aktuellen Niveau halten kann. Sonst sind keine Gewinnsteigerungen möglich.

Doch wie wahrscheinlich ist es, dass die operative Marge bei 22-23% gehalten werden kann, wenn zuvor nie eine operative Marge von mehr als 18,1% erzielt wurde und der Wert meistens zwischen 13 und 15% lag.
Hat sich das Geschäft tatsächlich plötzlich verändert, oder ist die Verbesserung der Margen nicht vielmehr auf die außergewöhnlichen Rahmenbedingungen zurückzuführen.

Auf diese Fragen wird erst die Zeit eine abschließende Antwort bringen. Eine gewisse Skepsis und Vorsicht hat an der Börse aber selten geschadet.

Es darf nicht viel schiefgehen, damit sich der Kurs von Carl Zeiss in den kommenden Monaten erfreulich entwickelt.
Dem stehen, wie wir gesehen haben, ernstzunehmende Gefahrenmomente gegenüber.

Darüber hinaus lässt sich ein KGV von 47 durch die erwarteten Gewinnsteigerung von 6% in diesem und rund 13% im kommenden Geschäftsjahr kaum rechtfertigen.

Lasik -> Smile

Aber selbstverständlich gibt es auch handfeste Argumente, die für die Aktie sprechen. Die Bullen stehen nicht mit leeren Händen da.

Ich habe ja bereits ausgeführt, dass sich die Geschäftszahlen sehen lassen können. Wäre die Bewertung niedriger, wäre die Aktie in klarer Kauf. Nur daran scheitert es.

Denn die Perspektive von Carl Zeiss kann sich sehen lassen. Durch die Weiterentwicklung des Lasik -Systems (Augenoperation zur Korrektur optischer Fehlsichtigkeiten) dürfte es zu einer größeren Investitionsrunde bei den Anbietern solcher Operationen kommen.

Das dürfte den Umsatz in diesem Segment beflügeln.

Chart vom 26.04.2022 Kurs: 126,30 Kürzel: AFX - Tageskerzen | Online Broker LYNX
Chart vom 26.04.2022 Kurs: 126,30 Kürzel: AFX – Tageskerzen

Manch ein Trader wird sich von diesen Gedankengängen allerdings nicht abbringen lassen oder diese Überlegungen auch gar nicht anstellen.

Wir werden sehen, ob der im Chart ersichtliche Aufwärtstrend gehalten werden kann. Gelingt das, könnte es zu einer erneuten Erholung in Richtung 140 Euro kommen.
Darüber entspannt sich die Lage zunehmend.
Gelingt ein Ausbruch über 152,50 Euro, sitzen die Bullen wieder fest im Sattel.

Fällt Carl Zeiss hingegen unter 120 Euro und somit auch unter den Aufwärtstrend, sieht es für die Bullen schlecht aus.
In diesem Szenario müssen Verluste in Richtung 105 Euro eingeplant werden.

In einem Umfeld, in dem in vielen Branchen mit markantem Druck auf die Gewinne zu rechnen ist, wäre die Medizintechnik fast schon ein Fels in der Brandung. Aber ausgerechnet bei Carl Zeiss Meditec, einem wichtigen Unternehmen der Branche, blasen die Bären jetzt zur Attacke!

Zündende Argumente, weshalb man aktuell ausgerechnet bei den Aktien aus dem Medizintechnik-Sektor aussteigen oder sogar Short gehen müsste, gibt es eigentlich keine. Die Ergebnisse des ersten Kalenderquartals 2022 sind durchweg noch nicht da. Man weiß aber, dass man in der Branche insgesamt zwar von einem weit geringeren Wachstum ausgeht, als das in den zwei Jahren zuvor erreicht wurde. Aber man rechnet wenigstens mit Wachstum.

Und für Carl Zeiss Meditec liegt die Bilanz des ersten Geschäftsjahresquartals 2021/2022 ja bereits vor, weil das Unternehmen ein vom Kalenderjahr abweichendes, jeweils am 30.9. endendes Geschäftsjahr hat. Und für die Zeit zwischen Oktober und Dezember lag der Umsatzanstieg zum Vorjahr bei 11,2 Prozent, das Plus des Auftragseingangs bei 24,0 Prozent. Nur der Gewinn vor Steuern und Zinsen (EBIT) hinkte mit +1,4 Prozent hinterher. Der Grund ist klar: Gestiegene Produktionskosten drücken auf die Gewinnmarge. Was aber bei allen Branchen derzeit der Fall ist. Und auch, wenn Carl Zeiss Meditec mit der Prognose, dass der Umsatz 2021/2022 mindestens in Höhe des Marktwachstums zulegen soll, herzlich vage blieb: Auch die dahinter stehende, unsichere Gemengelage teilt man ja mit anderen Unternehmen aus so ziemlich allen Branchen. Aber wenn das kein Auslöser ist, um die Aktie am Montag im TecDAX zum Tagesverlierer zu machen, was dann?

Expertenmeinung: Die Charttechnik. Die hat in Phasen, in denen ungewöhnlich viele Marktteilnehmer verunsichert sind und daher eher kurzfristig und zögerlich agieren, meist das Zepter in der Hand. Die kurzfristigen, rein chart- und markttechnisch orientierten Trader teilen die Verunsicherung durch die komplexen Rahmenbedingungen ja nicht, sondern handeln wie immer, indem sie auf über- oder unterbotene charttechnische Ankerpunkte reagieren oder deren Bruch gezielt anstoßen. Im Fall Carl Zeiss Meditec dürfte es eine Kombination aus beidem gewesen sein, die den gestrigen, kräftigen Abverkauf ausgelöst hat.

Sie sehen im Chart, dass die Aktie im Februar und März eine tadellose Bodenbildung etabliert und mit einem Ausbruch nach oben beendet hat. Doch als sich der Kurs der der Nackenlinie des großen, in der zweiten Hälfte 2021 etablierten Topps näherte, begann die Sache für die Bullen schief zu laufen. Die Käufe blieben aus, die Aktie fiel zurück. Ende März nahmen die Käufer einen zweiten Anlauf … aber wieder rannte sich die Carl Zeiss-Aktie unterhalb der Widerstandslinie bei 156,10 Euro fest und fiel zurück. Das Resultat war ein kleines Doppeltopp, dessen Nackenlinie am Freitag gerade noch gehalten wurde. Damit war die Klippe fixiert, über die die Short-Seller die Aktie stoßen mussten. Das wurde am Montag versucht … und gelang.

Dass Carl Zeiss Meditec als Teil der Medizintechnik-Branche eigentlich so etwas wie ein Fels in der Brandung einer wankenden Konjunktur sein könnte, mag sein. Aber kurzfristig dominiert eben das technisch orientierte Trading. Und das Signal, das durch die gestrige Vollendung des Doppeltopps gesendet wurde, lautet: grundsätzlich weiter abwärts. Ein Test des bisherigen Jahres-Verlaufstiefs bei 118,10 Euro wäre keine Überraschung, dessen Unterschreiten zumindest nicht ausgeschlossen.

Carl Zeiss Meditec Aktie: Chart vom 11.04.2022, Kurs 130,50 Euro, Kürzel AFX | Online Broker LYNX

Die Carl Zeiss Meditec-Aktie hatte die Chance auf ein Doppeltief … bis am Freitagmorgen die Ergebnisse des ersten Geschäftsjahresquartals vorgelegt wurden. Zeitweise rutschte der Kurs daraufhin gut zehn Prozent ins Minus. Wo lag das Problem – und worauf gilt es jetzt zu achten?

Was den Marktteilnehmern sauer aufstieß, was die deutlich gesunkene Gewinnmarge. Der Umsatz hatte zwar im ersten Geschäftsjahresquartal 2021/2022 im Vergleich zum Vorjahresquartal um solide 11,2 Prozent auf 410,2 Millionen Euro zugelegt. Aber der Gewinn vor Steuern und Zinsen (EBIT) stieg nur um knapp 1,4 Prozent auf 74,4 Millionen. Und darin war noch ein einmaliger Sonderertrag in Höhe von 2,4 Millionen enthalten. Schuld war die recht deutlich von 19,9 auf 18,1 Prozent zurückgegangene EBIT-Gewinnmarge.

Bislang hatten die Analysten für 2021/2022 im Schnitt einen leichten Anstieg dieser Gewinnmarge auf etwa 21 Prozent angepeilt. Mit diesem deutlichen Rückgang der Marge sind die Prognosen eines leicht steigenden Gewinns jetzt gefährdet. Und schon 2020/2021 hatte das Medizintechnik-Unternehmen knapp hinter den Gewinnerwartungen der Experten gelegen. Dass man am Markt daraufhin negativ reagierte, überrascht also nicht. Die Frage ist, ob sich diese negative Reaktion verstetigt, die Aktie neue Jahrestiefs anlaufen wird oder nicht.

 

Expertenmeinung: Der Chart zeigt, dass einige Akteure das anfangs drastische Minus nutzten, um auf diesem Niveau zuzugreifen. Das kann, muss aber nicht Anschlusskäufe hervorrufen. Aus zwei Gründen:

Zum einen ist die Aktie von der Bewertung her mit einem Kurs/Gewinn-Verhältnis (KGV) von 50 zwar deutlich billiger als in den zwei Jahren zuvor. Wobei dieses KGV unterstellt, dass sich der Gewinn pro Aktie 2021/2022 zumindest auf Vorjahresniveau halten wird. Aber die bislang erwartete Wachstumsperspektive sieht in den kommenden drei Jahren jeweils um etwa zehn Prozent steigende Gewinne. Selbst, wenn sich das bestätigt, wäre Carl Zeiss Meditec eher teuer bewertet. Trübt sich diese Gewinnerwartung indes ein, was die gesunkene EBIT-Marge zumindest denkbar macht, wäre sie sogar jetzt noch, nach diesem deutlichen Abstieg der letzten Monate, zu teuer.

Zum anderen ist mit diesen Abgaben des Freitags die Chance auf ein Doppeltief auf Höhe der Unterstützung bei 135 Euro, dem Tief vom Mai 2021, erst einmal vom Tisch. Der Kurs müsste zumindest wieder über der Widerstandszone 135/140,50 Euro schließen, um das Freitags-Minus in einen Ausrutscher zu verwandeln und sich danach wieder in Richtung des Bereichs 152,50/161 Euro zu orientieren. Ob sich genug Anleger finden, die aktiv mithelfen, das zu erreichen oder aber zu viele hoffen, dass andere für sie die Vorarbeit erledigen, werden die kommenden Tage erst weisen müssen.

Sollten Anschlusskäufe auf die Versuche des Freitags, das Minus auszubügeln, ausbleiben, kann die Carl Zeiss-Aktie allemal zeitnah die nächstgelegene Supportzone 118/120 Euro testen. Kommen Käufe, müssen die den Kurs auf Schlusskursbasis über 140,50 Euro ziehen, bevor die Aktie zumindest die Grundvoraussetzung erfüllen würde, die vergeben wirkende Chance auf ein Doppeltief zurück zu erhalten.

Carl Zeiss Meditec-Aktie: Chart vom 11.02.2022, Kurs 133,00 Euro, Kürzel AFX | Online Broker LYNX

Rekordumsatz und Rekordgewinn: Das Geschäftsjahr 2020/2021 war für Carl Zeiss Meditec herausragend gelaufen. Doch die am 10. Dezember vorgelegte Bilanz vermochte die Aktie nicht in die Nähe des drei Monate zuvor erreichten Rekordhochs zu tragen. Das hat Gründe.

Für die Medizintechnikbranche war 2021 ein außerordentlich starkes Jahr. Und die Branche gehörte zu den wenigen, die das „Corona-Jahr“ 2020 ohne größere Blessuren abschloss. Das war es, was die Anleger dazu brachte, Aktien wie Sartorius, Siemens Healthineers oder eben Carl Zeiss Meditec 2021 gezielt überzugewichten. Gerechnet vom Tief des Corona-Crashs im Frühjahr 2020 bis zum am 17. September 2021 bei 202 Euro markierten Verlaufsrekord hat sich der Kurs glatt verdreifacht. Aber schon seit August fiel die Carl Zeiss-Aktie durch immer intensivere Schwankungen auf. Grund:

Eine lange stark gelaufene Aktie zieht kurzfristige Trader an, die hier „die Vola spielen“ und schnell von der Long- zur Short-Seite und zurück wechseln. Zugleich beginnen mittel- und langfristige Investoren ihre Bestände zu reduzieren, um die Gewinne zu sichern. Dadurch wird der Aktienkurs immer unsteter. Was sich ändern würde, wenn die Überprüfung der Anlagestrategie großer Adressen dazu führen würde, dass man diese Aktie auch für 2022 als „Top Pick“ einstuft und sukzessive wieder einsammelt. Das würde Ruhe in den Trend bringen … und die Chance, an und über das bisherige Hoch zu laufen Aber ist damit zu rechnen?

Expertenmeinung: Was die Akteure hindern könnte, Carl Zeiss Meditec auf diesem Niveau zu kaufen, ist die ab jetzt wieder deutlich bescheidenere Wachstumsperspektive. Carl Zeiss selbst sieht für das am 1.10. begonnene Geschäftsjahr 2021/2022 ein Umsatzwachstum „mindestens in Höhe des Marktwachstums“. Sicher, der Medizintechnik-Bereich wächst. Aber eben nicht wie eine Hightech-Branche. Derzeit erwarten die Analysten in den kommenden drei Jahren einen Gewinnanstieg pro Aktie von im Schnitt zehn Prozent. Zugleich hat die Hausse des Aktienkurses das Kurs/Gewinn-Verhältnis (KGV) auf 70 für den jetzt eingefahrenen Gewinn 2020/2021 nach oben getrieben. Das passt nicht, die Bewertung ist – eigentlich – zu hoch. „Eigentlich“, weil das die Anleger normalerweise nicht stört, wenn der Trend dynamisch aufwärts weist. Aber das tut er ja nicht. Da schaut man dann eben doch auf das KGV und das, was die Analysten der Aktie zutrauen. Und das animiert aktuell nicht gerade dazu, zuzugreifen. Im Schnitt sehen die Experten Carl Zeiss Meditec als Halteposition. Und das durchschnittliche Kursziel liegt bei 170 Euro. Genau da steht der Kurs jetzt. Also, warum kaufen?

Wenn die Aktie tiefer laufen würde, wäre das schon etwas anderes. Momentan testet der Kurs seine 200-Tage-Linie. Die hatte im Oktober und Dezember gehalten, womöglich gelingt das auch diesmal. Aber wenn, sollte mit Seitenblick auf das hohe KGV nicht eine verteidigte Unterstützung als Einstiegsbasis dienen, sondern überwundene Widerstände. Denn erst dann ließe sich unterstellen, dass eine Phase beginnen könnte, in der die Dynamik wieder schwerer wiegt als die Bewertung. Dazu sollte Carl Zeiss mit Schlusskursen über 190 Euro eindeutig über die Abwärtstrendlinie laufen.

Wahrscheinlicher wäre momentan, dass die Aktie die solide wirkende Unterstützungszone testet, die sich zwischen 135 und 161 Euro etabliert hat. Würde es so kommen, wäre Carl Zeiss Meditec nicht mehr allzu hoch bewertet, sauber „auskorrigiert“ und dann im Fall einer tauglichen Bodenbildung auf einem Niveau wieder spannend, das dann auch mehr Luft nach oben bieten würde. Das abzuwarten, könnte der bessere Weg sein.  

Carl Zeiss Meditec-Aktie: Chart vom 07.01.2022, Kurs 170,25 Euro, Kürzel AFX | Online Broker LYNX

Das Medizintechnikunternehmen Carl Zeiss Meditec legte am Freitagmorgen die Bilanz des Geschäftsjahres 2020/2021 vor und präsentierte einen Ausblick auf das am 1.10. angelaufene, neue Geschäftsjahr. Der stieß auf wenig Gegenliebe – und gefährdet den Aufwärtstrend.

Dass Carl Zeiss Meditec im abgelaufenen Geschäftsjahr 2020/2021 einen Rekordumsatz mit entsprechendem Rekordgewinn einfahren würde, wussten die Anleger längst. Genau diese Erwartung war es, welche den Kurs im Spätsommer an die 200 Euro-Marke getragen hatte. Was sie indes bis Freitag nicht wussten war, wie das letzte Quartal des Geschäftsjahres gelaufen ist und was das Medizintechnikunternehmen für das angelaufene Jahr anpeilt. Und beides war eher wenig inspirierend für die Aktionäre.

Zum einen war das letzte Geschäftsjahresquartal weniger stark gelaufen als die vorherigen. Was daran erkennbar wurde, dass der Gesamtjahresumsatz mit 1,647 Milliarden Euro zwar weit über den 1,34 Milliarden des Vorjahres lag, aber leicht unter der durchschnittlichen Erwartung der Analysten von 1,67 Milliarden. Beim EBIT, dem Gewinn vor Steuern und Zinsen, war das noch ausgeprägter. Dort lag das Ergebnis mit 374 Millionen Euro schon deutlicher unter der Konsens-Prognose der Experten von 385,7 Millionen. Und unter dem Strich war die Differenz am größten: Der Gewinn pro Aktie kam daraufhin für 2020/2021 auf 2,64 Euro, die Analysten hatten 2,76 Euro erwartet. Aber das war ja noch nicht alles.

Expertenmeinung: Der Ausblick war das Hauptproblem für die Anleger. Denn wäre damit zu rechnen, dass Carl Zeiss Meditec schnell und kräftig weiter wächst, wäre der Blick zurück schnell vergessen. Aber kommt es so? Der Umsatz soll mindestens auf Höhe des Wachstums der Branche liegen. Aber um wie viel wird die Medizintechnikbranche 2022 wachsen? Da man das nicht weiß, ist diese Aussage ein Ziel, aber keine Prognose. Aber es müsste eher viel sein, wenn man berücksichtigt, dass das Unternehmen für 2021/2022 eine EBIT-Marge (die Gewinnspanne vor Steuern und Zinsen) von 19 – 21 Prozent anpeilt. Die EBIT-Marge hatte im abgelaufenen Geschäftsjahr 22,7 Prozent betragen, was hieße: Von jedem Euro würden im neuen Geschäftsjahr zwischen 7,5 und 16 Prozent weniger Gewinn hängenbleiben als 2020/2021. Da muss das Umsatzwachstum also ordentlich sein, um das zu kompensieren und dadurch zumindest einen Gewinn auf dem Level des letzten Geschäftsjahres zu ermöglichen.

Bislang hatten die Experten für das neue Geschäftsjahr einen Gewinnanstieg zwischen fünf und zehn Prozent gesehen. Jetzt könnten einige das revidieren. Und da das Kurs/Gewinn-Verhältnis selbst bei der vorbestehenden, positiven Erwartung der Analysten für das Ende des Geschäftsjahres 2021/2022 (bei gleichbleibendem Aktienkurs) um 58 und damit eigentlich zu hoch liegt, kann dieser ziemlich magere Ausblick den Trend ins Wanken bringen. Zumal die Analysten ohnehin schon nicht mehr so optimistisch sind wie vor einigen Monaten. „Kaufen“, Halten“ und „Verkaufen“-Einschätzungen halten sich mittlerweile die Waage, das durchschnittliche Kursziel liegt mit 159 Euro sogar unter dem derzeitigen Niveau der Aktie.

Dass die Aktie als Reaktion auf den Ausblick schon wieder mit der im Chart dick schwarz markierten 200-Tage-Linie liebäugelt, von der sie sich erst kurz zuvor hatte lösen können, wundert daher nicht. Sollte diese Linie fallen und die Unterstützungszone 152,50/156,10 Euro brechen, wäre das ein klares Signal, sich erst einmal von der Long-Seite zu verabschieden.

Carl Zeiss Meditec-Aktie: Chart vom 10.12.2021, Kurs 171,00 Euro, Kürzel AFX | Online Broker LYNX