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Auto1 Group Aktie Prognose AUTO1 Group: Charttechnik top, Bewertung flop?

News: Aktuelle Analyse der Auto1 Group Aktie

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Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Vorherige Analysen der Auto1 Group Aktie

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 04.12.2025 um 23:17 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Eine alte Börsenregel besagt: Wenn ein Kurs auf gute Nachrichten nicht reagiert, wie er sollte, ist allerhöchste Vorsicht geboten. Bei der AUTO1 Group gab es gestern solche guten Nachrichten … aber nach anfänglichen Kursgewinnen landete die Aktie am Ende im Minus.

Der Online-Gebrauchtwagenhändler hatte am Donnerstag gemeldet, dass der Finanzierungsrahmen für den Ankauf von Fahrzeugen deutlich erweitert wurde. Man habe bis November 2027 die Möglichkeit, einen Fahrzeugbestand von bis zu 1,6 Milliarden Euro zu finanzieren, so die AUTO1 Group. Durch die Erweiterung von 6 auf 13 finanzierende Banken habe man den Finanzrahmen um 45 Prozent vergrößert. Die ideale Basis für starkes Wachstum … so sahen das diejenigen, die am Morgen bei der Aktie zugriffen.

AUTO1 Group Aktie: Chart vom 04.12.2025, Kurs 23,94 Euro, Kürzel: AG1 | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
AUTO1 Group Aktie: Chart vom 04.12.2025, Kurs 23,94 Euro, Kürzel: AG1 | Quelle: TWS

Und ein Kursanstieg war auch höchste Zeit, denn die Aktie hing seit knapp zwei Wochen an der Unterstützungszone 22,56 zu 23,16 Euro und der zuletzt bereits knapp darüber verlaufenden, mittelfristigen Aufwärtstrendlinie fest und vermochte sich nicht nach oben zu lösen. Eine Rückeroberung der 200-Tage-Linie, derzeit bei 25,13 Euro, hätte bedeutet, dass da endlich wieder Land in Sicht gewesen wäre … und eine effektive Verteidigung des Aufwärtstrends die Basis für einen neuen Hausse-Impuls hätte werden können.

Und genau dazu schickte sich der Kurs am Donnerstagmorgen auch an, lief nahe an die 200-Tage-Linie heran … und drehte ab. Wobei da nicht nur leichte Abgaben auftauchten, sondern genug Verkaufsdruck, um das anfängliche Plus zum Handelsende in ein Minus von 2,2 Prozent zu verwandeln. Was dazu führte, dass die AUTO1 Group-Aktie weiterhin in der Gefahrenzone festsitzt.

Expertenmeinung: Ein gescheiterter Versuch, sich nach oben abzusetzen, ist aus psychologischer Sicht kritisch, weil das die Bereitschaft, einfach unverdrossen erneut zu kaufen, deutlich mindert. Und das weiß auch das bärische Lager. So hätte man jetzt auf der Seite der Short-Seller die Chance, den Sack zuzumachen und die Aktie durch diese umkämpfte Supportzone nach unten hinaus zu drücken. Und aus charttechnischer Sicht wäre das allemal verlockend, denn die nächste Unterstützung von Belang läge in Form des abverkauften Kurssprungs vom Mai bei 19,05 Euro und damit lukrativ weit entfernt.

Und wenn die Chance, den Ball aus der eigenen Hälfte zu bekommen, auch noch durch diese positive Meldung über einen deutlich vergrößerten Finanzierungsrahmen befeuert wird und trotzdem scheitert, wittern die Bären natürlich erst recht Beute. Zumal ein denkbarer Grund für diesen Abwärts-Turnaround ihnen grundsätzlich in die Karten spielen würde.

Denn es wäre möglich, dass diejenigen, die in die initialen Gewinne hinein ausstiegen, die Entwicklung dafür zum Anlass genommen haben, die die Kurse der Autobauer gestern nach oben zogen: eine sich abzeichnende Aufweichung des „Verbrenner-Verbots“. Denn in dem Moment, in dem Neufahrzeuge wieder für mehr Käufer attraktiver und durch weniger Regularien womöglich auch billiger anzubieten wären, könnte das den zuletzt wegen der hohen Neuwagenpreise so florierenden Gebrauchtwagenmarkt unter Druck setzen. Und nur, wenn die Nachfrage weiter stetig steigen sollte, wäre der höhere finanzielle Rahmen der AUTO1 Group auch ein wirklich hilfreiches Tool für weiteres Umsatz- und Gewinnwachstum.

Noch ist natürlich offen, ob sich diese Aufbruchsstimmung bei den Aktien der Automobilindustrie verstetigen wird oder ein Strohfeuer bleibt. Sollte aber Ersteres der Fall sein, könnte es nur eine Frage der Zeit sein, bis bei der AUTO1-Aktie einem gescheiterten Ausbruch nach oben ein gelungener nach unten folgt.

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 19.11.2025 um 22:29 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Die Quartalszahlen fielen beeindruckend aus, die Analysten hoben danach durch die Bank den Daumen und vergaben Kursziele zwischen 30 und 40 Euro. Doch die AUTO1-Group-Aktie ging den Weg in die Gegenrichtung. Jetzt steht sie an einer entscheidenden Weggabelung.

Wie an dieser Stelle kurz nach Vorlage der Ergebnisse des dritten Quartals Anfang November berichtet, lasen sich die Wachstumsraten des Online-Händlers ganz hervorragend: 32,8 Prozent mehr Umsatz als im Vorjahresquartal, 51,2 Prozent mehr Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) und eine angehobene Gesamtjahresprognose, bei der man die Erwartung für das EBITDA von 160 bis 190 Millionen jetzt auf 180 bis 195 Millionen Euro nach oben nahm.

AUTO1 Group Aktie: Chart vom 19.11.2025, Kurs 24,36 Euro, Kürzel: AG1 | Online Broker LYNX
AUTO1 Group Aktie: Chart vom 19.11.2025, Kurs 24,36 Euro, Kürzel: AG1 | Quelle: TWS

Es läuft also beim Unternehmen, das gerade erst im Vorjahr erstmals einen Nettogewinn erreicht hatte. Doch während die Analysten äußerst optimistisch scheinen, machten viele Anleger nach den Zahlen umgehend Kasse. Und das beschränkte sich nicht auf den Bilanzstichtag:

Die Aktie rutschte drei Tage in Folge kräftig ab, durchbrach damit die wichtige 100-Tage-Linie (im Chart blau) und ringt seither mit der 200-Tage-Linie (schwarz). Wobei der in der Vorwoche unternommene Versuch, sich von dort aus wieder über die 100-Tage-Linie zu retten, abgewiesen wurde. Dies lässt die Chance, dass die jetzt erreichte, charttechnische Entscheidungszone am Ende wirklich zum Sprungbrett eines neuen Aufwärtsimpulses wird, zumindest nicht gerade üppig erscheinen. Wo ist das Problem?

Expertenmeinung: Es dürfte an der Kombination aus den Möglichkeiten des Online-Händlers in einem Gebrauchtwagenmarkt, der vor allem durch die extrem gestiegenen Neuwagenpreise so stark wurde, und der aktuellen Bewertung der Aktie liegen. Denn deren Kurs-Gewinn-Verhältnis bewegt sich auf Basis der aktuellen, durchschnittlichen Analystenschätzung für den 2025er-Gewinn bei 62. Das wäre dann gerechtfertigt, wenn die AUTO1 Group in den kommenden zwei, drei Jahren im Schnitt jeweils um die 30 Prozent mehr Gewinn pro Aktie erreicht. Und die Analysten schätzen sogar mehr, sehen da zum Teil bis zu 50 Prozent Gewinnplus pro Jahr und 2027 dann einen Gewinn pro Aktie von einem Euro. Käme es so, wäre die Aktie jetzt kaufenswert. Aber kann das denn gelingen?

Das Dumme an der Zukunft ist, dass man sie nicht vorhersehen kann. Daher: Natürlich kann das gelingen. Aber was wir sehen, ist, dass genug Anleger da eher skeptisch sind, um die Aktie von einem umgehenden Schwenk nach oben abzuhalten. Diejenigen, die diese Wachstumsprognosen „kaufen“, müssen hier, in diesem entscheidenden Supportbereich, zügig das Ruder in die Hand bekommen. Ansonsten wäre der Bruch dieser Zone zu befürchten, auch wenn die Aktie nach einem dann aus rein charttechnischer Sicht denkbaren, größeren Abwärtsimpuls tatsächlich eher günstig bewertet wäre. Worum genau geht es?

Es geht um den Bereich zwischen dem Monatstief des Junis bei 22,56 und der gestern erstmals leicht auf Schlusskursbasis unterbotenen 200-Tage-Linie bei 24,85 Euro. Würde diese Entscheidungszone durchbrochen, läge der nächste, charttechnisch basierte Support erst bei 19,05 Euro. Um dem zu entkommen, müsste gelingen, was in der vergangenen Woche nicht funktionierte: Die AUTO1-Aktie müsste die 100-Tage-Linie, die über Monate hinweg die Richtschnur der Aufwärtsbewegung war, zurückerobern. Die liegt derzeit bei 27,73 Euro. Machbar … aber nur, wenn die Käufer jetzt auch wirklich antreten.

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

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Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 05.11.2025 um 23:04 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Die gestern vorgelegte Quartalsbilanz des Online-Gebrauchtwagenhändlers AUTO1 Group las sich hervorragend, ein neuer Rekord jagte da den nächsten. Doch die Aktie drehte nach anfänglichem Plus ins Minus ab. Was passte den Verkäufern da nicht?

32,8 Prozent mehr Umsatz als im Vorjahreszeitraum, ein um 51,2 Prozent höherer Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) und eine angehobene Gesamtjahresprognose – was will man mehr? Zwar fiel die Anhebung der EBITDA-Prognose nicht gewaltig aus, hier korrigierte man die vorherige Zielzone von 160 bis 190 Millionen auf jetzt 180 bis 195 Millionen Euro nach oben. Aber es waren starke Ergebnisse, stark genug, um als positive Überraschung durchzugehen.

Und das passte auch den Experten. Die drei am Tag der Bilanzvorlage neu vergebenen Kursziele lagen bei 30,00, 34,60 und 40,00 Euro. Und sieht man sich die Analysten-Kursziele an, die nicht älter als drei Monate sind, kommt man auf einen Schnitt von 34 Euro. Das wäre also kein dringliches Argument gewesen, um bei Erreichen des bisherigen, Anfang Oktober markierten Jahreshochs von 31,50 Euro mit Verkäufen zu beginnen. Trotzdem kam es so … und das zum zweiten Mal in kurzer Zeit, denn schon am Dienstag hatte es Abgaben gegeben, nachdem die Aktie zum Montags-Schlusskurs an dieses bisherige Hoch herangelaufen war. Wo sahen da einige ein Haar in der Suppe?

AUTO1 Group Aktie: Chart vom 05.11.2025, Kurs 28,00 Euro, Kürzel: AG1 | Online Broker LYNX
AUTO1 Group Aktie: Chart vom 05.11.2025, Kurs 28,00 Euro, Kürzel: AG1 | Quelle: TWS

Expertenmeinung: Man darf vermuten, dass diejenigen, die da Kasse machten, keineswegs unzufrieden mit diesen gemeldeten Zahlen waren und womöglich auch nicht noch höhere Erwartungen hegten. Die wahrscheinlichere Variante wäre, dass ihnen die Aktie einfach teuer genug bewertet ist, um jetzt langsam mehr Risiko nach unten als Chance nach oben zu sehen.

Zwar ging die AUTO1-Aktie 2021 mit immensen Erwartungen an den Start und startete den Börsenhandel mit einem Kurs von 55 Euro. Aber dieses „Ur-Hoch“ ist kein probater Vergleichswert. Damals hatte man einfach zu wenig Informationen. Das Unternehmen schrieb noch rote Zahlen, man ging aber von starkem Wachstum aus. Zugleich ging AUTO1 im Februar 2021 an die Börse, in einer Phase, in welcher der Optimismus alles andere überlagerte.

Heute hat man die Entwicklung des Umsatzes, der Marge und des Gewinns über mehrere Jahre als Vergleich. Und vor allem hat man damit die Möglichkeit, die üblichen Bewertungsmaßstäbe anzulegen. Und wer da genauer hinsieht, könnte diejenigen, die nach diesem seit einem Jahr währenden und unter neun Euro begonnenen Aufwärtstrend entschieden, in die „Good News“ hinein den Gewinn zu sichern, durchaus verstehen.

Denn die Aktie weist auf Basis der aktuellen 2025er-Konsensschätzung für den Gewinn pro Aktie ein Kurs-/Gewinn-Verhältnis (KGV) von 72 aus. Selbst wenn die Analysten recht behalten und der Gewinn für das Jahr 2027 um etwa 140 Prozent über der 2025er-Schätzung läge, käme man da noch auf ein KGV von 31. Das ginge in Ordnung, wenn wir es hier mit einem rasant wachsenden Tech-Unternehmen zu tun hätten. Aber wenn man sich fragt, ob die AUTO1 Group wirklich imstande sein wird, im Gebrauchtwagenmarkt derart konstant und schnell Marktanteile zu gewinnen, kann man nüchtern betrachtet nur sagen: Möglich ist es, unbedingt davon ausgehen kann man aber nicht.

Sollte man sich also denen, die gestern ausgestiegen sind, anschließen? Da es hier nach Zahlen immer besonders volatil zugeht und sich erst nach dem ersten Trubel wieder eine Richtung ausmachen lässt, wäre das noch nicht unbedingt angezeigt. Erst, wenn die Aktie den seit dem April-Tief den Trend dominierenden Leitstrahl auf Schlusskursbasis brechen sollte, wäre das zu überlegen. Dabei handelt es sich – Sie sehen es im obigen Chart – um die 100-Tage-Linie, die seit Monaten immer mal wieder getestet und jedes Mal verteidigt wurde.

Die Aktie ist an diese Linie herangerutscht. So gesehen wird man bald wissen, ob sie auch diesmal hält. Wenn nicht, wären die 200-Tage-Linie bei 24,55 und die November-2024-Aufwärtstrendlinie um 22,50 Euro naheliegende Ziele einer Korrektur. Käme es zum Test dieses mittelfristigen Aufwärtstrends, wäre das womöglich schon eine Gelegenheit, hier über Käufe nachzudenken … aber auch das nur dann, wenn die Nachrichtenlage weiter passt und die Aktie dort klare Signale sendet, wieder nach oben zu drehen.

Quellen:
Ergebnis des 3. Quartals, 05.11.2025: https://www.auto1-group.com/de/press/pressrelease/auto1-group-reports-record-units-sold-in-q3-accelerating-growth-across-the-business/

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Nach den am Mittwochmorgen vorgelegten Quartalszahlen war die Aktie des Online-Autohändlers AUTO1 Group im Tagesverlauf „all over the map“, mal stark im Plus, mal kräftig im Minus. Am Ende gelang ein Kursgewinn … aber diese Messe ist wohl noch nicht gelesen.

Am Tageshoch lag die im MDAX notierte Aktie des Online-Gebrauchtfahrzeughändlers 8,2 Prozent höher, am Tagestief betrug das Minus 5,8 Prozent. Am Ende gelang es, den Kurs um 4,15 Prozent ins Plus zu heben. Aber es wäre überraschend, wenn das bereits einen nachhaltigen Richtungsentscheid für diese in den vergangenen Monaten immer volatiler daherkommende Aktie bedeuten würde.

Die Ergebnisse waren fraglos stark. AUTO1 erreichte einen gegenüber dem Vorjahresquartal um 29,8 Prozent höheren Umsatz, die Zahl der verkauften Fahrzeuge legte um 20,6 Prozent zu, das war besser als im Vorfeld seitens der Analysten erwartet. Der um Sonderfaktoren bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) stieg weit überproportional um 104,1 Prozent auf 42,3 Millionen Euro, die Konsens-Prognose für das EBITDA hatte nur bei 37 Millionen gelegen.

Auf Basis dieser starken Ergebnisse hob die AUTO1 Group die Gesamtjahresprognose an. Das galt für die erwartete Zahl verkaufter Fahrzeuge ebenso wie für das EBITDA, das jetzt nach bislang 150 bis 180 bei 160 bis 190 Millionen gesehen wird. Wobei man hervorheben muss, dass diese bisherige Prognose bereits eine am 7. Mai vorgenommene Anhebung war.

Da fragt man sich, wieso die Aktie überhaupt zeitweise im Minus gelandet war, immerhin waren das doch durch die Bank „good news“?

Expertenmeinung: Das ist richtig, man sollte diese neuen Zahlen aber im Kontext zur Aktie sehen. Die ist, seit sie Ende November 2024 auf einmal zu dynamischem Leben erwachte, bereits erheblich gestiegen. So weit, dass das Kurs-/Gewinn-Verhältnis auf Basis der bisherigen Gewinnerwartung der Analysten für 2025 bei höchst sportlichen 70 liegt. Jetzt, mit der neuen Prognose, kann man da ein paar Punkte abziehen, hoch bleibt das KGV aber trotzdem. Wobei das dann vertretbar wäre, wenn die Gewinne der AUTO1 Group in den kommenden Jahren weiter in hohem Tempo zulegen. Und das ist eben die Frage.

AUTO1 Group Aktie: Chart vom 30.07.2025, Kurs 25,60 Euro, Kürzel: AG1 | Online Broker LYNX
AUTO1 Group Aktie: Chart vom 30.07.2025, Kurs 25,60 Euro, Kürzel: AG1 | Quelle: TWS

Wir hatten bereits bei der vorangegangenen Prognoseanhebung am 7. Mai eine ungewöhnliche Reaktion der Aktie gesehen, die weit im Plus eröffnete, dann aber eine immens lange rote Kerze ausbildete und deutlich im Minus schloss. Die hohen Gewinne, die Anleger im Rücken haben, die bereits früh im Trend eingestiegen sind, ergänzen sich mit Zweifeln, dass dieses Wachstum beim Handel mit Gebrauchtwagen einfach so rasant weitergehen kann, zu einer Art „Deckel“, der bei starken Kursanstiegen Gewinnmitnahmen auslöst. Nicht zuletzt, weil das durchschnittliche Kursziel der Analysten mit aktuell 24,80 Euro bereits knapp überboten und das höchste aller aktuellen Ziele mit 30 Euro nicht mehr weit entfernt ist. Aber:

Nach dem Selloff des 7. Mai kamen die Käufer sofort zurück, gestern ließen sie sich sogar schon am selben Tag blicken. Die AUTO1-Aktie kann weiterlaufen, wenn der Trend hält. Aber man täte wohl trotzdem gut daran, sich auf der Unterseite abzusichern.

Dafür gäbe es zwei Zonen, die wichtig sind. Auf kurzfristiger Ebene wäre das der Bereich 22,56 zu 22,80 Euro, darunter wäre ein kurzfristiges Topp vollendet. Mittelfristig relevant ist der Kreuzsupport aus dem Selloff-Tief vom Mai und der 200-Tage-Linie bei 19,05 Euro. Wenn dieser Bereich unterboten würde, würde hier richtig etwas anbrennen. Letzteres ist angesichts der jetzt bestätigt positiven Perspektive für 2025 zwar kein Szenario, das gleich um die Ecke lauert. Aber bei derart volatilen Aktien kann es nicht schaden, wenn auch mittelfristig orientierte Akteure sich für den Fall der Fälle absichern.

Quellen:
Ergebnis des 2. Quartals 2025, 30.07.2025: https://ir.auto1-group.com/de/nachrichten/auto1-group-verzeichnet-starkes-wachstum-in-allen-wichtigen-kennzahlen/de823a65-6da9-4531-9ac6-f45ee932624a

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

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Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
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Die Top-Performer im MDAX kommen vor allem aus den Bereichen Verteidigung und Bau, aber schon auf Platz 6 findet sich der Gebrauchtwagenhändler AUTO1 Group. Einerseits erstaunlich angesichts des Elends der Autobranche – andererseits gerade deswegen nicht.

Im Februar 2021 startete der auf Online-Plattformen wie „wirkaufendeinauto.de“ und anderen basierende Gebrauchtwagenhändler AUTO1 Group seine Börsenkarriere. Der Ausgabepreis für die Erstzeichner der Aktie lag bei 38 Euro, der erste Kurs mit 55 Euro satt darüber. Das Tageshoch an diesem ersten Handelstag wurde bei 56,76 Euro registriert … und ward seither nie wieder gesehen. Da waren zu große Erwartungen im Spiel, man war zu sehr davon überzeugt, dass die Plattform nicht nur rasant wachsen, sondern ebenso rasant hochprofitabel würde. Was bei Neuemissionen alles andere als ungewöhnlich ist. Die Dimension des dann folgenden Abstiegs war es allerdings schon.

AUTO1 Group Aktie: Chart vom 30.06.2025, Kurs 27,36 Euro, Kürzel: AG1 | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
AUTO1 Group Aktie: Chart vom 30.06.2025, Kurs 27,36 Euro, Kürzel: AG1 | Quelle: TWS

Denn die Aktie fiel auf ein Tief von 3,27 Euro, das im März 2024 markiert wurde. Selbst diejenigen, die die Aktie zum Ausgabepreis bekamen und nicht gleich zu Beginn des Handels an der Börse kauften, hatten mehr als 90 Prozent Verlust zu beklagen. Indes, wenn die Nacht am dunkelsten ist … die Aktie notiert heute weit höher. Noch nicht am Ausgabepreis, am Rekordhoch schon mal gar nicht. Aber auf dem Weg dahin ist sie schon, immerhin sehen wir hier seit dem Frühjahr 2024 einen Aufwärtstrend. Und der hängt nicht einfach in der Luft.

Expertenmeinung: Die schwarzen Zahlen kamen, wenngleich später als anfangs erhofft: 2024 wurde ein kleiner Gewinn erzielt, 2025 soll der spürbar größer ausfallen. Operativ, als Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA), rechnen die Analysten momentan im Schnitt mit gut 170 Millionen Euro, der Gewinn pro Aktie soll bei etwa 0,35 Euro liegen … und in den kommenden Jahren weiter zulegen. Für übernächstes Jahr schätzt man seitens der Experten einen Gewinn in der Region zwischen 0,85 und 0,90 Euro pro Aktie. Zugleich sind die meisten Analysten hier bullisch: Von 13 Analysten, die die AUTO1 Group regelmäßig auf dem Schirm haben, sehen sie zehn als kaufenswert an. Allerdings …

… wäre deren durchschnittliches Kursziel aktuell bereits erreicht. Und auch das gestern von Goldman Sachs angehobene Kursziel wäre mit 30 Euro nicht allzu weit entfernt, trotzdem reagierte die Aktie darauf positiv und stieg über das bisherige Jahreshoch. Und wir bewegen uns aktuell nicht nur auf spekulativem Terrain, weil das Durchschnitts-Kursziel erreicht ist, der nächste charttechnische Widerstand bei 28,19 Euro schon recht nahe ist und die Aktie sogar auf der hier abgebildeten Wochen-Ebene überkauft ist. AUTO1 ist darüber hinaus auch ziemlich teuer bewertet.

Richtig ist zwar, dass der Gebrauchtwagenmarkt durch die drastischen Preiserhöhungen bei Neuwagen derzeit nicht nur steigende Umsätze, sondern auch erfreulich hohe Gewinnmargen ermöglicht. Aber das müsste zumindest bis 2027 so weitergehen … noch mehr Umsatz, noch mehr Marge … um die derzeit teure Bewertung über das Kurs-/Gewinn-Verhältnis zu unterfüttern. Das läge aktuell für die 2025er-Konsens-Gewinnschätzung um 70. Und nur, wenn sich der Gewinn pro Aktie in den nächsten zwei Jahren auf 0,90 Euro steigert, wie man es momentan schätzt, wäre die Aktie auf dem hier und heute erreichten Level dann, Ende 2027, mit einem Kurs-/Gewinn-Verhältnis von knapp 30 zumindest nicht mehr überzogen teuer. Aber eben nur dann. Und ob der Gebrauchtwagenmarkt durch fortdauernde Probleme der Automobilkonzerne und durch zukünftig mehr Geld in den Taschen der Kunden weiter so zulegen kann wie zuletzt, ist offen. Was heißt: Wer aktuell kauft, tut das auf Basis ziemlich ambitionierter Annahmen.

Ein intakter Aufwärtstrend kann solche Aspekte lange in den Hintergrund drängen, immerhin besteht die grundsätzlich teure Bewertung nicht erst seit gestern. Aber eine konsequente Absicherung ist dennoch unbedingt ratsam, denn sollten der Aktie Käufer und Schwung ausgehen, werden fundamentale Risiken, die zuvor keiner sehen wollte, schnell wieder wahrgenommen.

Da die mittelfristigen Aufwärtstrendlinien allesamt schon weit unter dem Kurs liegen, wäre das erste der drei vorherigen, markanten Hochs des Jahres bei 24,72 Euro eine sinnvolle Orientierungsbasis für einen Stoppkurs. Denn sollte die AUTO1-Aktie die drei vorherigen Zwischenhochs dadurch allesamt wieder unterbieten, hätten wir hier eine Bullenfalle und damit genau den Momentums-Schwund, der die bislang ignorierte, hohe Bewertung wieder ins Spiel bringen könnte.

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.