ASML Aktie aktuell ASML Holding: Entkommt die Aktie der Toppbildung?

News: Aktuelle Analyse der ASML Aktie

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Zur ASML Aktie

Die Quartalsergebnisse lagen weit über den Analystenschätzungen, trotzdem hat sich bei der ASML Holding-Aktie eine Toppbildung etabliert. Wo liegt das Problem?

Der Gewinn des auf die Halbleiterindustrie spezialisierten Anlagenbauers lag im ersten Quartal knapp 25 Prozent über den Prognosen der Analysten. Und ASML sticht nicht zum ersten Mal die Experten aus. Der Gewinn des vierten Quartals 2020 lag 31 Prozent über der Konsens-Prognose, der des dritten Quartals 12 Prozent. Für das Gesamtjahr 2021 sehen die Analysten einen Gewinnanstieg gegenüber 2020 von knapp 60 Prozent. Was wiederum bedeutet, dass das Kurs/Gewinn-Verhältnis, das auf Basis dieser 2021er-Gewinnschätzung aktuell bei 43 läge, sogar noch moderat wäre.

ASML Holding-Aktie: Chart vom 10.05.2021, Kurs 525,70 Euro, Kürzel ASML | Online Broker LYNX

Trotzdem geht seit Anfang April nichts mehr wirklich voran, das Chartbild weist ein potenzielles Topp aus. Das zwar erst dann als signifikant vollendet anzusehen wäre, wenn die Aktie unter 500 Euro rutschen würde, aber wieso haben die Bullen ihre Aktivität hier überhaupt eingestellt?

Die aktuellen Kurse, Charts, Dividenden und Kennzahlen zur ASML Aktie finden Sie hier.

Expertenmeinung: Das hat mehrere Gründe. Zum einen ist die ASML-Aktie zwischen Ende Oktober und ihrem bisherigen Verlaufshoch, im April bei 559,40 Euro markiert, in der Spitze um fast 84 Prozent gestiegen. Das ist für ein knappes halbes Jahr eine Menge Holz. Und da steigt die Neigung, den Gewinn mitzunehmen, parallel zu einer zunehmenden Abneigung, noch neu einzusteigen, wenn eine Perspektive wie die aktuelle vorliegt.

Denn ja, die Experten rechnen für 2021 mit einem Gewinnsprung. Was aber nicht nur an der Erwartung einer durchstartenden Weltwirtschaft nach der Corona-Krise, sondern auch an der derzeitigen Chip-Knappheit liegt. Und da findet sich der Haken. Die Chiphersteller investieren in die Ausweitung ihrer Produktionskapazität, das kommt Zulieferern wie ASML zugute. Aber damit haben wir hier auch eine Nachfrage die, wenn sich die Lage am Chip-Markt normalisiert, hinsichtlich der von ASML gelieferten Anlagen danach umso kräftiger nachlassen könnte.

Für 2022 sehen die Analysten derzeit zwar auch noch einen Gewinnanstieg, die Erwartung liegt da dann aber nur noch bei einem Gewinnplus von 20 Prozent. Gerade die Chipindustrie ist extrem konjunktursensibel. In einer Boomphase explodieren die Gewinne, aber wenn der Wachstumsmotor wieder stottert, implodieren sie eben auch. Und Zulieferer einer derart volatilen Branche erleben dieses Auf und Ab der Gewinne mit Hebelwirkung. Fazit: Diejenigen, die im Bereich dieses unlängst markierten Rekordhochs Kasse machen, tun das, weil sie unterstellen, dass in diese Aktie nach einer solchen Super-Rallye bereits der in den kommenden Monaten noch weiterlaufende Boom eingepreist ist. Das klingt logisch, aber offen ist, ob so viele Akteure so denken und darüber hinaus auch entsprechend agieren, dass dieses Topp mit Schlusskursen unter 500 Euro wirklich vollendet würde. Es bräuchte nur eines erneuten, entschlossenen Impulses des bullischen Lagers, um das bisherige Hoch bei 559,40 Euro mit Schwung zu überbieten und der Wende damit erst einmal zu entkommen. Ratsam wäre also, dieser jetzt Kontur annehmenden Abwärtswende nicht vorzugreifen.

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Vorherige Analysen der ASML Aktie

Die ASML Holding überzeugte mit dem gestern vorgelegten Ergebnis des ersten Quartals und dem mitgelieferten Ausblick. Die ASML-Aktie stieg daraufhin auch, aber es war zu wenig, um in Sachen neuer Hochs bereits den Daumen heben zu können.

Der Umsatz legte im Vergleich zum Vorjahresquartal zwar nur 2,6 Prozent auf 4,36 Milliarden Euro zu, das war aber weit mehr als die durchschnittliche Analystenprognose, die bei 3,95 Milliarden Euro gelegen hatte. Und der Gewinn, der nicht mit diesem Zahlenwerk gemeldet wurde, dürfte überproportional zugelegt haben, weil die Bruttomarge des für die Chipindustrie tätigen Anlagenbauers von 52 Prozent im Vorjahr auf 53,9 Prozent stieg. Auch hier hatten die Experten mit weniger, konkret mit 50,9 Prozent, gerechnet.

Im laufenden zweiten Quartal soll der Umsatz zwar etwas niedriger, um die 4,0 bis 4,1 Milliarden Euro, liegen. Aber insgesamt sieht die ASML Holding für 2021 einen Umsatzanstieg in Richtung von 30 Prozent. Was nicht überrascht, denn der derzeitige Mangel an Chips führt dazu, dass die Zulieferer, die wie ASML die für die Fertigung nötigen Anlagen bauen, unter Volllast arbeiten. Besser hätten die Zahlen also eigentlich kaum sein können. Und immerhin sah die Aktie ja auch ein Plus von gut vier Prozent.

Aber das reichte eben nicht, um den „Deckel zu sprengen“, sprich das bisherige Rekordhoch als charttechnischen Widerstand herauszunehmen. Die Bullen müssten also, idealerweise umgehend, nachlegen.

Expertenmeinung: Möglich wäre das allemal. Wie stark eine Aktie nach Bilanzdaten reagiert, ob die Zahlen positiv oder negativ gewertet werden und wie stark eine solche Reaktion dann ausfällt, ist nicht zwingend unmittelbar an die Zahlen an sich gekoppelt. Wenn Anleger beispielsweise von den Daten beeindruckt sind, dann aber sehen, dass ein charttechnischer Widerstand nicht umgehend überwunden wird, warten sie tendenziell erst einmal ab … und dann kann es am Ende eines Tages so aussehen wie bei der ASML Holding:

Der Kurs lief zwar am Tageshoch nahe an den bisherigen Verlaufsrekord von 543,20 Euro heran, blieb dort aber erst einmal hängen und schloss sogar unter dem Eröffnungskurs des Tages, da die Reaktion auf die Bilanz zu einem Aufwärts-Gap geführt hatte, dem dann aber die Anschlusskäufe abgingen. Nichtsdestotrotz ist die Perspektive eines 30 Prozent-Umsatzanstiegs gut, so gesehen wäre es durchaus drin, dass das bullische Lager heute oder in den kommenden Handelstagen nachlegt.

Würde es gelingen, einen Schlusskurs über dem bisherigen Verlaufshoch von 543,20 Euro zu erreichen, wäre der Weg nach oben erst einmal wieder frei. Kritisch hingegen würde es, wenn die Aktie die nächstgelegene, markantere Unterstützung, das Hoch des Februars bei 502,60 Euro, durchbrechen würde. Dort einen Stoppkurs darunter zu legen, dürfte kein Fehler sein.

Chart vom 20.04.2021, Kurs 532,90 Euro, Kürzel ASML | Online Broker LYNX

Zwischen Anfang März und Anfang April hat die ASML-Aktie in der Spitze fast 30 Prozent zugelegt. Zeit, um Gewinne mitzunehmen? Kurzfristig eine Option. Aber mittelfristig kann noch viel mehr drin sein.

Der die Chipindustrie beliefernde, niederländische Anlagenbauer ASML Holding war im Zuge des Internet-Booms 1999/2000 an die Börse gegangen. Und auch diese Aktie hatte massiv Boden verloren, als diese Blase damals platzte. Die Aktie begann den Handel Ende 1999 um 37 Euro und fand sich im Herbst 2002 kurze Zeit unter sechs Euro wieder. Aber im Gegensatz zu vielen der ehemaligen Gipfelstürmer, die ihre damaligen Hochs noch nicht einmal ansatzweise wiedersahen, sind die 60 Euro, die die ASML-Aktie im Jahr 2000 im Hoch erreicht hatte, Geschichte. Der gestern markierte, bisherige Verlaufsrekord lag bei 543,20 Euro. Und das muss noch nicht das Ende der Hausse sein.

Bislang liegen nur die Ergebnisse des vierten Quartals 2020 vor, die Bilanz des ersten Quartals 2021 wird Ende des Monats erwartet. Aber in diesem vierten Quartal übertraf ASML die Prognosen der Analysten ebenso wie die unternehmensinternen Ziele deutlich und in allen Bereichen: beim Umsatz, beim Gewinn, bei der Bruttomarge. Und da die Chipindustrie derzeit der Nachfrage nicht Herr wird, bleiben die Aussichten für ASML als wichtigen Zulieferer positiv. Was natürlich nicht heißen muss, dass die Aktie wie ein Strich weiter steigen wird, aber:

Expertenmeinung: Die Aktie ist, was die Bewertung über das Kurs/Gewinn-Verhältnis (KGV) angeht, immer noch nicht „zu“ teuer. Momentan schätzen die Analysten, dass das Unternehmen 2021 einen Gewinnzuwachs in der Range von 25 bis 35 Prozent schaffen könnte. Da man bei dynamisch wachsenden Unternehmen als Faustregel das Doppelte des aktuellen, prozentualen Gewinnzuwachses als KGV akzeptieren kann, wäre da also ein KGV zwischen 50 und 70 machbar – und da bewegt sich die Aktie derzeit erst am unteren Ende der Spanne. Genaueres wird man aber erst wissen, wenn die ASML Holding ihr Ergebnis des ersten Quartals vorlegt und dabei wohl auch die eigene Prognose für 2021 präzisieren wird. Auf dem Terminplan ist dafür der 21. April vorgesehen. Und sollte sich die bullische Erwartung der Analysten bestätigen, könnte das bisherige Verlaufshoch allemal überboten werden.

Wer aber etwas aggressiver und flexibler agiert, die Aktie nicht langfristig halten, sondern ein wenig traden will, hätte da immer wieder Gelegenheit, nach kräftigen Rallye-Schüben bei einem Teil der Position den Gewinn mitzunehmen und das Engagement wieder aufzustocken, sobald eine Korrektur abgeschlossen wurde, indem wichtige Unterstützungen gehalten haben und/oder die 20-Tage-Linie zurückerobert wurde. Aktuell wäre die Aktie überkauft, da könnte man durchaus überlegen, ein bisschen Gewinn zu realisieren. Zumal auch eine Aktie mit derart guten Perspektiven einmal kräftiger nach unten laufen kann.

Sie sehen, dass der Kurs über einem massiven Netz potenzieller Unterstützungen läuft. Aber dieses Netz reicht von 500 Euro bis hinunter auf 340 Euro. Da ist es immer möglich, dass die Aktie nicht gleich an der ersten der zahlreichen Unterstützungen dreht, sondern tiefer in diese Auffangzone eintaucht. Bei klar überkauften Kursen immer mal ein bisschen Geld vom Tisch zu nehmen und sich zugleich konsequent gegen den Fall abzusichern, dass es auch mal kräftiger abwärts geht, ist auch bei einer grundsätzlich starken Aktie wie ASML nie ein Fehler.

Chart vom 07.04.2021, Kurs 524,90 Euro, Kürzel ASML | Online Broker LYNX

„Selling on good news“ ist ein Phänomen, das am Aktienmarkt oft auftaucht. Die Anleger erwarten positive Nachrichten und kaufen deshalb bereits im Vorfeld. Sie hoffen darauf, dass andere Trader erst einstiegen, wenn die positiven Nachrichten auf dem Tisch liegen und wollen dann in die erneut steigenden Kurse hinein den Gewinn kassieren. Aber wenn zu viele vorgekauft haben, geht das schief, dann geht es mangels Käufern unverhofft ab- statt aufwärts. Bei der Aktie des Chipindustrie-Zulieferers ASML Holding hätte es ebenso kommen können. Aber es kam nicht so: Die Aktie erreichte im Zuge der am Morgen vorgelegten Ergebnisse des vierten Quartals neue Rekorde. Will denn hier niemand den Gewinn mitnehmen?

Offenbar nicht. Bereits am vergangenen Donnerstag kam es zu einem Ausbruch auf neue Hochs, basierend auf zwei zeitgleich erfolgten Kursziel-Anhebungen durch Analysten. Im Vorfeld von Bilanzergebnissen erscheint dergleichen gewagt, aber die vorgelegten Zahlen rechtfertigten die höheren Kursziele:

Der Gewinn stieg 2020 um beeindruckende 38 Prozent. Und daran hatte das vierte Quartal einen entscheidenden Anteil. Der Umsatz stieg zwischen Oktober und Dezember auf 4,24 Milliarden Euro und übertraf damit die unternehmenseigene Prognose (eine Range zwischen 3,6 und 3,8 Milliarden) und die Analystenprognose (im Schnitt 3,73 Milliarden) beeindruckend deutlich. Der Gewinn lag allein in diesem vierten Quartal bei 1,35 Milliarden Euro (Prognose 1,02 Milliarden). Zugleich wurde die Dividende für 2020 auf 2,75 nach 2,40 Euro angehoben.

Expertenmeinung: Diese Ergebnisse waren derart stark, dass es nicht überrascht, dass, wer womöglich im Vorfeld vorhatte, die Gelegenheit zum Ausstieg zu nutzen, dies bleiben ließ. Aber wenn man sich den Chart ansieht, stellt man fest, dass diese Aktie schon ziemlich heiß gelaufen wirkt. Seit Ende Oktober ist der Kurs sagenhafte 50 Prozent gestiegen, ist seitens der Markttechnik (hier im Chart der Stochastik-Oszillator) überkauft und nähert sich der oberen Begrenzung des mittelfristigen Aufwärtstrendkanals.  Die untere Begrenzung des Kanals, d.h. die mittelfristige Aufwärtstrendlinie, ist ca. 23 Prozent entfernt, die 200-Tage-Linie 28 Prozent.

Das ist ungewöhnlich, aber: Diese Bilanzzahlen sind es auch. Dass ein Zulieferer der immens konjunktursensiblen Chipindustrie derart stark durch das schwierige Jahr 2020 kam, in dem manch anderes großes Unternehmen massiv unter Druck geriet, beeindruckt die Akteure zu Recht. Und wenn die Analysten Recht behalten, wird die ASML Holding 2021 weiter steigende Gewinne vermelden, da liegen die Prognosen in einer Range um die +25 bis +30 Prozent.

Trotzdem wäre es unrealistisch davon auszugehen, dass die Hausse einfach wie ein Strich weitergehen wird. Jetzt, nachdem die „good news“ erst einmal auf dem Tisch liegen, könnten Gewinnmitnahmen jederzeit einsetzen, nicht zuletzt mit Blick auf die nahe, aktuell bei 467 Euro wartende obere Begrenzung des Trendkanals.

Wer kurzfristig und aggressiv agiert, könnte erwägen, einen Teil der Position in noch steigende Kurse hinein glattzustellen und den Rest knapp unterhalb der kurzfristigen, steilen Aufwärtstrendlinie bei momentan 415 Euro abzusichern. Wer hingegen gezielt mittel- und langfristig investiert, könnte sich die Gelassenheit leisten, einen Stopp unter die mittelfristige Aufwärtstrendlinie bei momentan 352 Euro zu legen und einfach am Ball zu bleiben.

Chart vom 20.01.2021, Kurs 453,15 Euro, Kürzel ASML | Online Broker LYNX

Bei stark gelaufenen Technologieaktien runzeln viele Investoren derzeit die Stirn, wenn es um die Frage geht, ob man da noch einsteigen könnte. Überzogene Kauforgien wie bei Tesla haben der gesamten Branche momentan den Ruf eines Pulverfasses mit brennender Lunte verpasst. Und bei so mancher Aktie dürfte diese Einschätzung auch stimmen. Und man hätte Recht damit, würde man dann noch skeptisch eine Augenbraue heben, ginge es um einen konjunktursensiblen Zulieferer einer ohnehin sehr konjunktursensiblen Branche, wie es bei der ASML Holding der Fall ist, einem niederländischen Spezial-Anlagenbauer, der für die Halbleiterindustrie produziert. Doch diese Aktie ist weder eine „Mode-Aktie“ unerfahrener Anleger noch gehört sie in die Kategorie der völlig überteuerten Gipfelstürmer.

Das Unternehmen beeindruckte mit starken Ergebnissen im zweiten Quartal. Der Umsatz stieg um 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr, der Gewinn legte überproportional zu, auch dank einer starken Bruttomarge, die auf 48,2 Prozent gesteigert wurde. Der Auftragseingang lag zwar zwischen April und Juni mit 1,1 Milliarden Euro weit unter den 3,1 Milliarden des ersten Quartals. Aber das dürfte eine Konsequenz des europaweiten Stillstands über einen großen Teil dieses zweiten Quartals gewesen sein. Dass die ASML Holding im Zuge der Bilanz eine Umsatzperspektive zwischen 3,6 und 3,8 Milliarden Euro für das laufende dritte Quartal ausgab und die Gesamtjahresprognose, die zu Jahresbeginn und damit vor der Corona-Krise ausgegeben wurde, aufrechterhielt, macht deutlich: Hier läuft es auch bei Gegenwind.

Expertenmeinung: Die Bewertung über das Kurs/Gewinn-Verhältnis wäre auf Basis der durchschnittlichen Analysten-Gewinnschätzung mit ca. 41 nicht gerade billig, aber noch im Rahmen dessen, was man akzeptieren könnte, vor allem, wenn die Expertenprognosen sich als richtig erweisen würden, die im Schnitt mit einem Gewinnanstieg um 35 Prozent im kommenden Jahr rechnen. Was sich, das muss man indes immer betonen, jetzt aber noch in keiner Weise abschätzen lässt. Auch vom durchschnittlichen Experten-Kursziel her wäre der Einstieg eine Überlegung wert, denn das liegt derzeit um 340 Euro und somit noch ein gutes Stück über der aktuellen Notierung. Aber man sollte nie ohne einen genauen Blick auf das Chartbild urteilen.

Und da zeigt sich, dass man auf jeden Fall mit Vorsicht an die Sache herangehen muss. Denn momentan verteidigt die ASML-Aktie zwar eine entscheidende Unterstützungszone, konkret das alte Rekordhoch vom Februar bei 294,40 Euro und die 200-Tage-Linie bei aktuell 283 Euro. Aber das „bearish engulfing pattern“ vom vergangenen Donnerstag und das bärische Signal des Trendfolgeindikators MACD machen klar, dass die Aktie angeschlagen ist. Wer hier den Einstieg erwägt, sollte sich daher nicht zu sicher sein, dass der Kurs die Kurve nach oben kriegt. Und sollte die 200-Tage-Linie auf Schlusskursbasis fallen, könnten die oben genannten Argumente, die grundsätzlich für diese Aktie sprechen würden, schnell durch Leerverkäufe rein charttechnisch agierender Akteure überrollt werden. Ein Stoppkurs auf Schlusskursbasis unterhalb dieser 200-Tage-Linie wäre daher in jedem Fall sinnvoll, wollte man die derzeitige Konstellation zum Einstieg nutzen.

ASML Aktie: Chart vom 09.09.2020, Kurs 304,85 Euro, Kürzel ASML | Online Broker LYNX

Die holländische ASML Holding ist der Weltmarktführer für Lithographiesystem-basierte Produktionsanlagen für die Halbleiterindustrie. Und obgleich die Chipindustrie äußerst konjunktursensibel ist und die Weltwirtschaft in eine heftige Rezession mit ungewissem Ende gerutscht ist, konnte ASML seinen Umsatz in den Monaten April bis Juni gegenüber dem zweiten Quartal des Vorjahres deutlich steigern. Die am Mittwochmorgen vorgelegten Ergebnisse des zweiten Quartals 2020 waren auf den ersten Blick grandios und eine Bestätigung für diejenigen, die diese Aktie in den vergangenen Wochen weit über das vor dem „Corona-Crash“ geltende Allzeithoch hinaus auf neue Rekorde getragen haben. Auf den zweiten Blick jedoch nicht. Denn man darf nicht übersehen, dass Maschinen und Anlagen kein Retail-Geschäft sind. Diese Lithographie-Anlagen werden deutlich im Vorfeld geordert und nicht von der Stange gekauft. Wenn die ASML Holding im zweiten Quartal weit mehr umsetzte als im ersten Quartal und im zweiten Quartal 2019, bedeutet das nicht zwingend, dass das so weitergeht. Dazu müsste der Auftragseingang vergleichbar überzeugen. Und dass tat er, das war der erste Haken an dieser Bilanz, eben nicht. Im zweiten Quartal kamen Aufträge im Volumen von 1,1 Milliarden herein, im Vorquartal waren es noch 3,1 Milliarden gewesen. Das Auftragsbuch schmilzt also zusammen. Darüber hinaus, der zweite Haken, blieben der Umsatz und der Nettogewinn unter der durchschnittlichen Prognose der Analysten. Und dass nicht nur die, sondern auch die Anleger mehr erwartet hatten, zeigte sich an der Reaktion der Aktie auf das Zahlenwerk: Expertenmeinung: Die ASML Holding war gegen einen am Mittwoch stark anziehenden Gesamtmarkt der größte Verlierer im Euro Stoxx. Die Akteure erkannten also durchaus, dass die Zahlen zum zweiten Quartal ein Blick zurück waren, der keine Prognosekraft für die kommenden Quartale haben muss und machten erst einmal Kasse. Angesichts des vorangegangenen Sturmlaufs der Aktie dürfte das leichtgefallen sein, immerhin wurde das vorherige, im Februar markierte Rekordhoch davor um stattliche 20 Prozent überboten. Die Frage ist jetzt, ob es bei kurzen Gewinnmitnahmen bleibt oder aber der Kurs durch die unterbotenen Erwartungen deutlicher nach unten abdreht. Entscheidend hierfür wären drei Unterstützungen, die, würden sie alle fallen, das Ende der Super-Hausse bedeuten würden. Die erste dieser drei Supportlinien ist die untere Begrenzung des April-Aufwärtstrendkanals und mit 327 Euro bereits recht nahe am aktuellen Kurs. Darunter würden als weitere Auffanglinien die 20-Tage-Linie bei 310 Euro und das vorherige Rekordhoch von 294,40 Euro warten. Wenn das auch noch durchbrochen würde, wäre die Aktie wieder auf Tuchfühlung mit einer keineswegs zwingend rosigen Zukunft und könnte dann allemal auch bis an die momentan bei 268 Euro verlaufende 200-Tage-Linie durchgereicht werden … ein Szenario, das man dann auf der Long-Seite zweifellos nicht mitmachen möchte. ASML Holding Aktie Chart vom 15.07.2020, Kurs 330,85 Euro, Kürzel ASML | Online Broker LYNX Sie möchten täglich vor Börsenstart unsere Chartanalysen per E-Mail erhalten? Dann abonnieren Sie hier unseren Börsennewsletter mit aktuellen Börsennews.