ASML Aktie Prognose ASML: Nachfrage zu hoch. Prognose rauf

News: Aktuelle Analyse der ASML Aktie

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ASML
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Zur ASML Aktie

Der Wind an der Börse dreht mitunter plötzlich. Gerade eben schießen die Kurse noch durch die Decke zu gehen, doch plötzlich ist die Party vorbei.

Umgekehrt läuft es ähnlich. ASML wurde über Wochen hinweg abverkauft und ist von 775 auf 515 Euro abgestürzt.
Die Bullen haben zuletzt aber wieder das Ruder übernommen. Die jüngsten Quartalszahlen haben am Mittwoch einen Kurssprung ausgelöst.

Wir hatten über die interessante Gesamtkonstellation bei ASML kürzlich noch berichtet.
Glücklicherweise haben wir das Jahrestief recht gut erwischt (Link).

Was ASML so interessant macht und warum die Aktie ein massiver Outperformer ist, entnehmen Sie bitte der verlinkten Analyse.

Um es kurz und knapp auf den Punkt zu bringen: Moderne Chips werden im großen Stil und in nahezu allen Bereichen auf der Basis von Lithographiesystemen hergestellt.
Diese Systeme für die Produktion dieser neuen Halbleiter-Generation fertigt einzig und allein ASML.

Hohe Erwartungen

In Zeiten des Chipmangels, aber auch schon davor, brummt natürlich das Geschäft. Daher waren die Erwartungen für das laufende Quartal bereits groß, wurden aber dennoch übertroffen.

Der Gewinn lag mit 1,73 je Aktie weit über den Erwartungen von 1,60 Euro. Der Umsatz übertraf mit 3,53 Mrd. die Analystenschätzungen von 3,48 Mrd. Euro ebenfalls.

Darüber hinaus sind in den Umsätzen Anlagen mit einem Gesamtwert von rund 2,0 Mrd. Euro noch nicht enthalten, da sie zwar ausgeliefert sind, aber die Qualitätschecks noch nicht abgeschlossen sind.

Vom Umsatz entfallen inzwischen mehr als ein Drittel auf das Servicegeschäft, also auf wiederkehrende Umsätze. Das verbessert die Qualität des Unternehmens noch zusätzlich.

Nach den Worten des Geschäftsführers übersteigt die Nachfrage die Produktionskapazitäten von ASML. Daher baue man die Kapazitäten gemeinsam mit einer ganzen Reihe von Partnern derzeit deutlich aus.

Darf’s ein bisschen mehr sein?

Für das laufende Geschäftsjahr erwartet man einen Umsatzsprung um 20% und somit auf 22,3 Mrd. Euro.

Aus diesem Grund wurde für die zweite Jahreshälfte eine Anpassung der langfristigen Wachstumsziele für 2025 und darüber hinaus angekündigt.
Bisher hatte man für 2025 einen Umsatz von 24-30 Mrd. Euro in Aussicht gestellt.
Vermutlich wird man die Prognose konkretisieren, respektive erhöhen.

Zur Einordnung sollte man wissen, dass ASML im letzten Geschäftsjahr 2021 einen Umsatz von 18,61 Mrd. Euro erwirtschaftet hat.
Die anvisierten Ziele sind also ohnehin erheblich.

Das einzige Problem an ASML ist die notorisch hohe Bewertung, die mir als Vertreter von Value-Investing stets einiges abverlangt hat.
Bei den vorliegenden Geschäftszahlen, der einzigartigen Positionierung des Unternehmens und den vorliegenden Prognosen, ist es aber kein Wunder, dass ASML seinen Preis hat und immer hatte.

Im laufenden sowie den kommenden Geschäftsjahren werden jeweils Gewinnsprünge um 16-19% p.a. erwartet.
Diese Prognosen wurden allerdings vor der Veröffentlichung der jüngsten Geschäftszahlen und auf Basis des bisherigen Ausblicks von ASML erstellt und dürften jetzt zur Oberseite revidiert werden.

In Anbetracht dieser Tatsachen erscheint eine Bewertung mit einem KGVe von 36 vertretbar zu sein.
In den letzten fünf Jahren lag das KGV durchschnittlich bei 39,9 und im Hoch bei über 50.

Chart vom 20.04.2022 Kurs: 600 Kürzel: ASML - Wochenkerzen | Online Broker LYNX
Chart vom 20.04.2022 Kurs: 600 Kürzel: ASML – Wochenkerzen

Aus technischer Sicht mehren sich die Zeichen, dass die Korrektur zu Ende sein könnte.
Gelingt jetzt ein nachhaltiger Anstieg über 600 Euro, wäre der Weg in Richtung 628 Euro frei. Darüber kommt es zu einem Kaufsignal mit Kurszielen bei 715 sowie 765 Euro.

Antizyklische Anleger müssen hingegen darauf hoffen, dass ASML abermals zum Aufwärtstrend nahe 550 Euro zurückkehrt. Fällt die Aktie per Wochenschluss unter 550 Euro, muss mit einer Ausdehnung der Korrektur in Richtung 520 Euro gerechnet werden.
Das bullische Gesamtbild würde dadurch nicht in Frage gestellt werden.

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Vorherige Analysen der ASML Aktie

Wenn man sich die Kursentwicklung mancher Aktien anschaut, kann man nur verzweifeln. Die Kurse fallen und fallen. Bei ASML scheint jegliche Hoffnung vergebens.

Einzigartig

ASML ist ein niederländischer Maschinenbauer und beliefert vor allem die Halbleiterindustrie.

Egal ob Hochleistungsrechner, autonomes Fahren, 5G, Künstliche Intelligenz, Biga Data, Gaming, Virtual Reality oder Medizintechnik: Überall setzt man auf sogenannte EUV Leiterplatten.

Genau hier kommt ASML ins Spiel. Hergestellt werden die Halbleiter zwar von einer ganzen Reihe von Anbietern wie Intel oder Samsung.
Die Lithographiesysteme für die Produktion dieser neuen Halbleiter-Generation fertigt einzig und allein ASML.

Wenn einem das klar wird und wirklich verstanden hat, was das bedeutet, kann man in Bezug auf ASML kaum bärisch sein.
So ziemlich jeder namhafte Hersteller von EUV-Leiterplatten und -Chips kauft bei den Niederländern ein und benötigt ihre Maschinen, um die eigene Produktion hochzufahren.

Daran dürfte sich so schnell auch nichts ändern, ganz im Gegenteil. Die Bedeutung von EUV-Lithographie nimmt immer weiter zu und ASML hat seinen technologischen Vorsprung in den letzten Jahren weiter ausgebaut.

Genug der schönen Worte

Am Ende mündet all das in außerordentlich guten Zahlen. ASML hat den Umsatz i den letzten zehn Jahren von 4,73 auf 18,61 Mrd. Euro gesteigert.
Gleichzeitig hat sich die Profitabilität verbessert. Der Gewinn legte von 1,15 auf 5,88 Mrd. Euro zu.

Das ist bereits auf den ersten Blick überzeugend. Wirklich bemerkenswert ist allerdings, dass diese Expansion vollständig aus den laufenden Mitteln finanziert werden konnte.

ASML konnte sich sogar noch Buybacks leisten, wodurch die Zahl der ausstehenden Aktien in diesem Zeitraum von 427 auf 410 Millionen Stück reduziert wurde.

Dadurch befeuert legte das Ergebnis von 2,68 auf 14,34 Euro je Aktie zu. Währenddessen wurde die Dividende von 0,60 auf 3,36 Euro je Aktie erhöht.

Der Konzern hat keine Nettoschulden und 7,59 Mrd. Euro auf der hohen Kante, die Bilanz ist also grundsolide.

Das kann doch nicht wahr sein

Zu schön, um wahr zu sein? Genau so lautete auch der Titel der letzten Analyse zu ASML (Link). Es sind nur anderthalb Jahre vergangene, doch das reichte aus, um den Kurs von 341 auf 895 in die Höhe schnellen zu lassen.

Zuletzt ist die Aktie trotzdem zurückgekommen, derzeit stehen, abgesehen von wenigen Ausnahmen, die meisten Papiere unter Druck.

Das Zahlenwerk selbst ist aber nach wie vor überzeugend. Im gerade erst abgeschlossenen Geschäftsjahr ist der Umsatz um 33% auf 18,61 Mrd. Euro gestiegen.
Davon entfällt inzwischen mehr als ein Viertel auf das Servicegeschäft.

Man verdient nicht nur an dem Verkauf der Anlagen an sich, sondern auch nachgelagert und dauerhaft.

Der Gewinn legte 2021 um 69% auf 14,36 Euro je Aktie zu. Die Dividende wurde auf 5,50 Euro mehr als verdoppelt.

Ausblick und Bewertung

Im nun angebrochenen Geschäftsjahr dürfte es in ähnlicher Weise weitergehen. Der Auftragsbestand von ASML ist 2021 von 11,29 auf 26,24 Mrd. USD regelrecht explodiert.
Der Konzern arbeitet also unter Volllast, allem makroökonomischen Gegenwind zum Trotz.

Der Vorstand stellt für 2020 ein Umsatzwachstum von 20% in Aussicht, trotz des Feuers am Standort Berlin.
In Anbetracht dieser Tatsache, erscheinen die Konsenserwartungen ziemlich verhalten zu sein.

ASML hat den Gewinn in der Vergangenheit quasi immer stärker als den Umsatz gesteigert, trotzdem wird für 2022 „nur“ ein Gewinnsprung von 16% auf 16,70 Euro je Aktie erwartet – also deutlich weniger als das in Aussicht gestellte Umsatzwachstum.

Wir werden sehen, ob diese Einschätzung zu pessimistisch ist. Doch auch wenn das nicht der Fall sein sollte, sind Wachstumsraten von 12-20% p.a., wie sie in den kommenden Jahren bei ASML erwartet werden, doch sehr erfreulich.

ASML kommt derzeit jedenfalls auf ein KGVe von 31,2. Als klassisches Schnäppchen geht man damit sicherlich nicht durch.
Bei der Qualität des Unternehmens dürfte es einen aber auch nicht wundern, dass ASML selten viel günstiger ist. In den letzten fünf Jahren lag das KGV durchschnittlich bei 37,8.
Langsam wird es also interessant.

Chart vom 15.03.2022 Kurs: 522,10 Kürzel: ASML - Wochenkerzen | Online Broker LYNX
Chart vom 15.03.2022 Kurs: 522,10 Kürzel: ASML – Wochenkerzen

Das einzige Problem ist die technische Lage. Bisher ist noch kein belastbarer Boden in Sicht, wenngleich seit mehreren Wochen erhöhtes Kaufinteresse zu beobachten ist.

Auf dem aktuellen Niveau könnten antizyklische Investoren einen ersten Fuß in die Türe stellen.
Weitere Möglichkeiten ergeben sich zwischen 450 und 420 Euro.

Es ist mir durchaus bewusst, dass wir es hierbei mit einer weiten Handelsspanne zu tun haben, aber das ist seit jeher die Natur dieser Aktie.
Bei ASML hat es nie an Volatilität gemangelt.

Mit -2,37 Prozent am Mittwoch hat die Aktie der ASML Holding das Ringen um die 200-Tage-Linie vorerst verloren. Noch könnte die Vollendung einer Toppbildung zwar verhindert werden. Aber dass das Minus als Reaktion auf die Quartalsbilanz entstand, ist kein gutes Zeichen.

Dabei waren die Ergebnisse, die der Hersteller von Anlagen für die Halbleiterindustrie am Mittwochmorgen vorlegte, nicht nur gut, sondern herausragend. Bezogen auf das aus den Quartalszahlen abgeleitete, vorläufige Ergebnis des Gesamtjahrs 2021 gelang ein Umsatzplus von knapp 33 Prozent, der Nettogewinn stieg überproportional um knapp 64 Prozent. Angesichts dieser Rekordgewinne verdoppelt die ASML Holding die Dividende auf 5,50 Euro.

Einen präzisen Ausblick auf 2022 lieferte man zwar noch nicht, avisierte aber ein Umsatzplus um die 20 Prozent, basierend auf einer die Fertigungskapazität deutlich übersteigenden Nachfrage. Zwar lag die Umsatzprognose für das angelaufene erste Quartal mit 3,3 bis 3,5 Milliarden Euro deutlich unter den knapp fünf Milliarden, die im vierten Quartal umgesetzt wurden. Aber dazu wurde die Erklärung gleich mitgeliefert: Das liegt daran, dass sich Umsätze in der Größenordnung von um die zwei Milliarden Euro ins zweite Quartal verschieben. Also nichts, das andeuten würde, dass es mit dem Wachstum des Chipindustrie-Zulieferers bereits vorbei sein könnte.

Expertenmeinung: In der Bilanz bzw. im Ausblick konnte man da lange suchen, das Ergebnis war definitiv nicht geeignet, eine zuvor positive Einschätzung ins Negative zu verkehren, zumal die Analysten zuvor im Schnitt für 2022 nur von einem Umsatzplus um die 17 Prozent ausgingen und das Unternehmen selbst 20 Prozent Wachstum erwartet. Aber wenn man sich den Chart ansieht, ließe sich für diese Verluste des Mittwochs eine andere Erklärung finden:

Die „Goldgräberstimmung“ in Bezug auf die ASML-Aktie ist ja nicht erst seit gestern dahin. Seit der Versuch, über das vorherige Rekordhoch vom September hinauszukommen, als Bullenfalle endete, ist in Sachen Zuversicht der Wurm drin. Und wenn ein dynamischer Trend erst einmal kippt, beginnen auch Trader, die zuvor massiv bullisch agiert haben, über den Tellerrand hinauszusehen. Und dort würde man die offene Frage finden: Was wird aus Umsatz und Gewinn, wenn der derzeitige, massive Ausbau der Produktionskapazität in der Chipindustrie abgeschlossen ist? Immerhin geht es bei den Produktionsanlagen, die die ASML Holding anbietet, nicht um kurzlebige Güter, sondern um Anlagen, die viele Jahre lang im Dienst stehen. Wenn die laufenden Aufträge abgearbeitet sind, neue Aufträge seltener werden, könnte die Aktie womöglich mittelfristig wieder dorthin laufen, wo sie ihren derzeitigen Aufwärtszyklus im Herbst 2020 begann: in die Region knapp über 300 Euro.

Mit solchen Gedanken im Hinterkopf tut man sich schwer, in einem weiterhin intakten, kurzfristigen Abwärtstrend zuzugreifen. Um diesen Bann zu brechen, waren die avisierten 20 Prozent Umsatzwachstum ebenso wenig eine ausreichend große Überraschung wie die knapp über den Erwartungen liegenden 2021er-Gewinne. Um wieder in Fahrt zu kommen, müsste die ASML-Aktie zumindest mit Schlusskursen über 700 Euro über den kurzfristigen Abwärtstrend hinaus. Das ist nicht ausgeschlossen, aber ein Bruch der Unterstützung bei 609 Euro und damit die Vollendung des in den letzten Monaten ausgebildeten Topps mit erstem Kursziel 560 Euro ist, zumindest im Augenblick, die wahrscheinlichere Variante.

ASML Holding-Aktie: Chart vom 19.01.2022, Kurs 626,20 Euro, Kürzel ASML | Online Broker LYNX

Der niederländische Anlagenbauer ASML Holding hat auch für das dritte Quartal immenses Wachstum gemeldet. Doch gegen Ende eines Jahres schauen die Anleger nach vorne: Wird sich das Wachstum verlangsamen … oder sogar kippen? Die Zweifel kommen, die Aktie wankt.

Die ASML Holding stellt Lithographie-Systeme für die Halbleiterindustrie her. Kein Wunder, dass dem Unternehmen seine Anlagen aus den Händen gerissen werden, denn der Chipmangel führt dazu, dass die großen Chiphersteller ihre Produktionskapazität im Eiltempo ausbauen. Doch was, wenn der Chipmangel über die Bühne ist, wenn die Kundschaft von ASML dann ihren Bedarf an neuen Anlagen gedeckt hat?

Noch gehen die Analysten mit großer Mehrheit davon aus, dass dem erwarteten Gewinnanstieg um gut 60 Prozent im laufenden Jahr mindestens zwei weitere Wachstumsjahre folgen werden. Für 2022 sieht man unter den Experten einen Anstieg um etwa 25 Prozent Gewinn pro Aktie, für 2023 immerhin noch 10 Prozent. Aber kommt es auch so? Zumal das Risiko besteht, dass die viel länger als noch vor wenigen Monaten gedacht andauernde Corona-Problematik das Wachstum der Gesamtwirtschaft noch zusätzlich dämpfen und den Bedarf an Chips wieder senken könnte.

Expertenmeinung: Die Aktie droht, ihren mittelfristigen Aufwärtstrend zu brechen. Zwar versuchten sich die Trader vor zwei Wochen daran, ASML-Aktie über das vorherige Rekordhoch vom September zu ziehen. Aber dieser Ausbruchsversuch scheiterte, entpuppte sich als Bullenfalle. Seither ist der Wurm drin. Und da auch jetzt noch, trotz bereits laufender Korrektur, ein mit 52 relativ hohes Kurs/Gewinn-Verhältnis vorliegt, könnte der Kurs durchaus noch ein gutes Stück tiefer laufen, sollten die Anleger eine Eintrübung der Perspektiven im kommenden Jahr einpreisen. Welche Chartmarken sind jetzt wichtig?

Hier sehen wir zwei entscheidende Zonen. Die nächstliegende findet sich auf Höhe des Vorwochen-Verlaufstiefs von 670 Euro, das aktuell mit der Ende Oktober 2020 etablierten, mittelfristigen Aufwärtstrendlinie eine Kreuzunterstützung bildet.

Würde diese Unterstützung fallen, käme die Kreuzunterstützung bei 609/610 Euro ins Spiel. Dort treffen sich das Korrekturtief von Anfang Oktober und die 200-Tage-Linie. Würde dieser Support gebrochen, wäre ein großes Doppeltopp vollendet, was den Abgabedruck dann noch intensivieren könnte. Spätestens dort wäre zu unterstellen, dass die große Zeit dieser so konjunktursensiblen Aktie auch mittelfristig erst einmal vorbei wäre.

Je nach Anlage-Zeithorizont und Risikoneigung Stoppkurse entweder leicht unterhalb 670 oder 610 Euro zu platzieren, wäre hier auf jeden Fall zu überlegen.

ASML Holding-Aktie: Chart vom 02.12.2021, Kurs 690,70 Euro, Kürzel ASML | Online Broker LYNX

Zur Wochenmitte roch es bei der Aktie der ASML Holding noch nach einem mittelfristig relevanten Trendbruch. Dann kamen die Käufer mit Macht zurück. Jetzt ist wieder Abstand bis zur entscheidenden Zone vorhanden, aber reicht das, um die Bären zur Aufgabe zu zwingen?

Ein entscheidender Faktor, der die Antwort auf diese Frage beeinflussen dürfte, ist die Bereitschaft der Investoren, bei der Auswahl ihrer Depotwerte genau zu differenzieren. Die Chipkrise, die sich mittlerweile zu einem Materialmangel in vielen Bereichen ausgeweitet hat, kann in den kommenden Monaten viele Verlierer am Aktienmarkt erzeugen. Aber es gibt auch einige wenige Unternehmen, die davon in gewisser Weise profitieren. Und die niederländische, im Euro Stoxx 50 notierte ASML Holding gehört dazu.

Denn das Unternehmen stellt Lithographie-Anlagen her, die Teil der Produktion im Halbleiterbereich sind. Die weiterhin nicht zu befriedigende Nachfrage bringt viele Unternehmen dazu, ihre Produktionskapazitäten zu erweitern. Das Ergebnis für die ASML Holding: Produktion auf Volllast, steigende Gewinnmargen, volles Auftragsbuch. Die Frage ist zwar, wie lange dieser Boom vorhält, denn was heute auf Vorrat, eine noch weiter steigende Nachfrage vorwegnehmend, geordert wird, muss übermorgen eben nicht mehr bestellt werden. Aber wenn die Analysten Recht behalten, wird das Wachstum der ASML Holding zumindest bis 2023 weitergehen. Lange genug, um sich zu überlegen, eine solche Aktie im Depot zu haben. Aber ist da nicht schon zu viel im Kurs vorweggenommen worden?

Expertenmeinung: Das ist bei vielen Aktien, die in den vergangenen Monaten massiv gestiegen sind, sicherlich der Fall, bei der ASML Holding kann man das indes nicht behaupten. Vor allem, nachdem die Mitte September noch überkaufte Situation durch eine in der Spitze 20 Prozent ausmachende Korrektur bereinigt wurde. Aktuell läge das Kurs/Gewinn-Verhältnis der Aktie um 48 und damit auf einem Level, das dem Wachstumstempo angemessen ist.

Hinzu kommt eine ideale charttechnische Basis für weitere Kursgewinne. Der Kurs hat genau auf Höhe der mittelfristigen, vor knapp einem Jahr etablierten Aufwärtstrendlinie ein kleines Doppeltief gebildet, nachdem diese Linie mehrere Tage lang konsequent gehalten wurde. Dieses Doppeltief trug die Aktie jetzt nach oben hinaus – das wirkt wie eine klare Sache für die Bullen. Doch ein wenig Vorsicht wäre da schon angemessen, denn:

Wenn eine zuvor stark gedrückte Aktie ausgerechnet kurz vor einem Abrechnungstermin der Terminbörse wieder anzieht, kann der Terminmarkt eine große Rolle gespielt haben. Und dessen Aktivitäten können nach einer Abrechnung, wie sie am Freitag vollzogen wurde, auch mal schlagartig in die Gegenrichtung weisen. Und es fiel auf, dass der Kurs an eben diesem Abrechnungstermin des Freitags zwar ein Plus auswies, aber unter dem Eröffnungskurs schloss. Zumindest die bei 690 Euro verlaufende Nackenlinie des Doppeltopps, das die ASML-Aktie in die Korrektur schickte, sollte zurückerobert sein, bevor man sich hier den Einstieg überlegt. Denn das würde die Indizienlage dahingehend verbessern, dass es wahrscheinlich eben mehr als alleine der Terminmarkt war, was diese Rallye ausgelöst hat.

ASML Holding-Aktie: Chart vom 15.10.2021, Kurs 676,30 Euro, Kürzel ASML | Online Broker LYNX

Das Wachstum der ASML Holding ist gewaltig. Doch die Aktie stieg noch schneller als die Unternehmensgewinne und ist dadurch recht teuer. Das hat sich in den vergangenen Tagen gerächt, aber das Abwärtspotenzial sollte limitiert sein. Wo lägen potenzielle Einstiegsmarken?

Gestern hob dieses Lithographie-Systeme für die Chipindustrie fertigende Unternehmen seine mittelfristige Prognose an. Bis 2025 wolle man einen Jahresumsatz zwischen 24 und 30 Milliarden Euro erreichen, die Bruttomarge soll im Bereich 54 bis 56 Prozent liegen. Das ist sehr deutlich mehr als die bisherige Zielsetzung, in der von 15 bis 24 Milliarden Umsatz und einer Bruttomarge um 50 Prozent ausgegangen wurde. Aber eine anfänglich positive Reaktion der Aktie verpuffte am Mittwoch. Was nachvollziehbar ist, denn:

Bis 2025 ist es noch lange hin. Und Ziele kann man sich viele setzen, ob sie erreichbar sind, steht auf einem ganz anderen Blatt. Auf einem, das bislang noch unbeschriftet ist. Denn wer wollte jetzt absehen können, wie sich die Weltwirtschaft in den kommenden vier Jahren entwickelt? Das ist eine Gleichung mit lauter Unbekannten. Daher kann ein Blick in eine letztlich offene Zukunft die Aktie in einem wackligen Marktumfeld nicht drehen. Was momentan zählt, ist das Hier und Jetzt. Das zwar kaum besser sein könnte, aber bleibt das so?

Expertenmeinung: Die Nachfrage nach den ASML-Anlagen ist derzeit so gewaltig, dass das Unternehmen im Zuge der Ergebnisse des zweiten Quartals die Umsatzprognose auf +35 Prozent und damit in eine Region von etwa 19 Milliarden Euro angehoben hat – und das bei einer Brutto-Gewinnmarge von 51 bis 52 Prozent. So weit weg ist man also vom mittelfristigen Ziel gar nicht mehr. Und dieser Auftragsboom hat die Aktie ja bereits immens weit gezogen: Gegenüber dem Schlusskurs 2020 hatte die ASML-Aktie Mitte des Monats, als mit 764,50 Euro der bisherige Verlaufsrekord erzielt wurde, sagenhafte 98 Prozent zugelegt.

Und den meisten Investoren ist klar: Ob dieser Nachfrageboom nach ASMLs Lithographie-Anlagen erhalten bleibt, ist faktisch offen. Anlagenbauer sind eine sehr konjunktursensible Branche, in der es schnell gehen kann von Jubel zu Krise und umgekehrt. Was vor allem dann gilt, wenn man mit seinen Anlagen Zulieferer einer Branche ist, die selbst immens konjunktursensibel ist. Wenn eine Aktie dann noch durch einen schneller als die Unternehmensgewinne steigenden Kurs ein gerütteltes Maß positiver Zukunft vorwegnimmt, wird sie eben anfällig für Irritationen. Und die sehen wir jetzt.

Wie in einem defekten Fahrstuhl ging es in den letzten Tagen von 750 auf knapp 650 Euro nach unten. Das ist, was die Bewertung angeht, schon mal hilfreich, das 2021er-Kurs/Gewinn-Verhältnis sank dadurch von 56 auf 48. Und die Aktie hielt damit erst einmal eine Unterstützungslinie bei 650 Euro, wenn auch knapp. Ob die Sache damit aber schon ausgestanden ist, muss man aber erst mal abwarten. Sollte sich die ASML-Aktie mit Schlusskursen über 725 Euro wieder aus dem mittelfristigen Aufwärtstrendkanal nach oben hinausbewegen, wäre sie umgehend wieder bullisch … wobei das bisherige Rekordhoch dann recht nahe läge und die Aktie bei einer solchen kurzen Korrektur natürlich auch sofort wieder teuer bewertet wäre. Wenn es darum geht, hier einzusteigen, müsste man sich also glatt wünschen, dass da nach unten noch mehr ginge.

Gut wäre es, wenn die ASML Holding-Aktie die bei 615 Euro verlaufende, untere Begrenzung des mittelfristigen Aufwärtstrendkanals testen und halten würde. Dann wäre sie wieder relativ günstig, markttechnisch „auskorrigiert“ und man hätte mit der aktuell bei 552 Euro verlaufenden 200-Tage-Linie und der Unterstützungslinie bei 560 Euro eine Art „Sicherungsnetz“, unter das man dann einen Stoppkurs legen könnte. Natürlich könnte die Aktie, sollte sich z.B. die „Flaschenhals-Problematik“ intensivieren und Lieferausfälle und Auftragsverschiebungen die Folge sein, auch in diese Zone 552/560 zurückfallen, aber darauf zu setzen, wäre momentan wohl nur etwas für Anleger, die wirklich konsequent auf „Schnäppchenkurse“ warten, denn ein Kurs um 552/560 Euro wäre bei dieser Aktie genau das: ein Schnäppchen.

ASML Holding-Aktie: Chart vom 29.09.2021, Kurs 647,70 Euro, Kürzel ASML | Online Broker LYNX