Die besten Wasserstoff- und Brennstoffzellen-Aktien

Das besten Aktien, um von der Entwicklung im Bereich Wasserstoff- und Brennstoffzellen im Jahr 2018 zu profitieren

Die Welt der Automobile ist im Umbruch. Befeuert durch Dieselskandal und technologischen Fortschritt sind die Tage der konventionellen Verbrennungsmotoren gezählt. In zahlreichen Ländern gibt es bereits politisch vorgegebene Zeitvorgaben und Ziele für die Umstellung auf alternative, emissionsfreie Antriebe. Neben Elektroautos mit Akku und Hybridmotoren gilt vor allem die Brennstoffzellentechnologie als am aussichtsreichsten für den Verkehr der Zukunft. Denn in Sachen Wirkungsgrad toppt die Brennstoffzelle jeden konventionellen Verbrennungsmotor, während aus dem Auspuff nur ein paar Tropfen Wasser kommen.

Explosives Marktwachstum erwartet

Nach einer Prognose des Verbands Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) soll der Markt für Brennstoffzellen im Jahr 2020 bei rund zwei Mrd. Euro liegen. Dies wäre im Vergleich zu 2017 eine Verzehnfachung des Umsatzes. Ein Großteil des explosiven Wachstums dürfte aus dem Automobilsektor kommen: Laut Navigant Research sollen im Jahr 2024 weltweit bereits knapp 230.000 Autos und Busse mit Brennstoffzellentechnologie abgesetzt werden. Im Jahr 2017 lag die Zahl trotz Verdopplung im Vergleich zum Vorjahr bei gerade mal 6.500 Einheiten. Kein Wunder, dass Brennstoffzellen-Aktien immer mehr in den Fokus der Anleger rücken.

Zahlreiche Nachteile bei batteriegestützten Elektroantrieben

In den Medien werden Elektroautos mit großen Akkus als die Antriebslösung für eine Revolution auf der Straße gepriesen. Als Hindernisse gelten hierbei jedoch nicht nur die explodierenden Preise bei den knappen Batterierohstoffen Kobalt und Lithium. Auch die nach wie vor begrenzte Reichweite von wenigen hundert Kilometern, die durch Heizung, Klimaanlage, Radio und Licht teilweise erheblich eingeschränkt wird, macht Batteriefahrzeuge für viele Verbraucher unattraktiv. Als Haupthindernisse gelten darüber hinaus die nach wie vor langen Ladezeiten, sowie die notwendige Infrastruktur für Ladestationen. Um zukünftig mehrere Millionen Fahrzeuge mit Strom zu versorgen, müsste in der Stadt, vor allem aber auch auf dem Land mindestens eine ähnlich große Zahl an Parkplätzen mit Ladestationen ausgerüstet werden. Allein das Infrastrukturproblem dürfte sich deshalb als enorme Hürde für batteriebetriebene Fahrzeuge erweisen.

Auch das Nachhaltigkeitskriterium wird bei Akku-Fahrzeugen nur sehr bedingt erfüllt. Denn zu den teilweise massiven Umweltbelastungen durch den Abbau der Batterierohstoffe Kobalt, Nickel und Lithium und deren Entsorgung kommt hinzu, dass der notwendige Strom aus dem Netz weiterhin zu erheblichen Teilen aus fossilen Brennstoffen wie Gas und Kohle gewonnen wird. Emissionen werden damit quasi zum Teil nur von der Straße in Kraftwerke verlagert, so dass die CO2-Bilanz unterm Strich nicht sehr vorteilhaft ausfällt.

Durchbruch: Brennstoffzellentechnik in Serienfahrzeugen

Laut einer Anfang 2018 veröffentlichten Umfrage der Beratungsgesellschaft KPMG unter mehr als 200 hochrangigen Managern aus der Automobilindustrie, halten drei Viertel der Befragten die Brennstoffzellentechnologie für die bessere Alternative im Vergleich zu Batterien. Aufgrund der enormen Fortschritte in den letzten Jahren feiert die Technologie gerade ihren Durchbruch. Etliche große Automobilhersteller setzen auf den Brennstoffzellenantrieb als Ergänzung zum Elektromotor. Die ersten in Deutschland erhältlichen Serienfahrzeuge sind der Hyundai Nexo und der Toyota Mirai. Auch Daimler verwendet in der Vorserie GLC F-Cell Brennstoffzellentechnik. Daneben setzen u.a. auch die Hersteller BMW, VW, Audi, Ford und Honda auf die Weiterentwicklung der Wasserstofftechnik.

Kurze Betankung, höhere Reichweiten und kleinere Batterien

Zunächst wird Wasser mittels Strom in Sauerstoff und Wasserstoff gespalten. Dieser Wasserstoff kann dann in Brennstoffzellen wieder mit Sauerstoff zu Wasser zusammengeführt werden. Bei dieser umgekehrten Elektrolyse entsteht elektrischer Strom, der für einen Elektromotor genutzt werden kann. Die Idee auf diese Weise Autos anzutreiben ist nicht neu, Automobilkonzerne haben bereits um die Jahrtausendwende intensiv mit Forschung und Entwicklung begonnen. Doch erst jetzt ist die Technik ausgereift und vor allem günstig genug für den Massenmarkt. Der große Vorteil liegt vor allem darin, dass Brennstoffzellenfahrzeuge den Wasserstoff als Stromquelle mit an Bord haben. Dieser hat eine fast dreimal so hohe Energiedichte wie Benzin. Daher sind hohe Reichweiten von mehr als 600 km, kleinere Batterien und 3-minütige Tankvorgänge über ein entsprechend aufgerüstetes Tankstellen-Netz möglich. Für eine Strecke von 100 km ist in etwa 1 kg Wasserstoff notwendig, so dass pro Tankvorgang gerade mal 5-6 kg Wasserstoff als Treibstoff aufgenommen werden müssen.

Regenerative Energien zur Erzeugung von grünem Wasserstoff

Da die Erzeugung von Wasserstoff aus regenerativen Energien sehr wirtschaftlich umsetzbar ist, könnte Wasserstoff dauerhaft zu einer sauberen Alternative zu Benzin und Diesel werden. Überschüssiger Strom aus Wind- und Solarenergie kann in Wasserstoff umgewandelt und über die Zapfsäulen der Tankstellen an Autofahrer vertrieben werden. Denn bei bestimmten Wetterverhältnissen erzeugen Windräder und Solaranlagen deutlich mehr Energie als im Netz benötigt wird. Dieser Strom ist sehr günstig und teilweise sogar umsonst verfügbar. Auf diese Weise würden die Stromnetze entlastet und regenerative Energien gespeichert. Die Zukunft könnte also durchaus in grünem Wasserstoff liegen.

Nachteil: Hohe Preise für Katalysatoren und dünnes Tankstellennetz

Der Onlinehändler Amazon setzt in zahlreichen Logistik-Lagern bereits Gabelstapler mit Brennstoffzellen ein und auch die Maut-Überwachungsflotte des Bundesamts für Güterverkehr (BAG) wurde bereits mit Brennstoffzellen ausgestattet. Natürlich hat auch die Wasserstoff-Technologie Nachteile. Diese liegen vor allem in den hohen Kosten des auf Platin basierenden Katalysators. Durch Ersatzmaterialien, den Einsatz in der Serienproduktion und Skalierungseffekte dürften jedoch auch hier die Preise deutlich sinken. Außerdem ist das Tankstellennetz bislang noch sehr dünn. Aktuell gibt es in ganz Europa gerade einmal 106 Wasserstoff-Tankstellen, weltweit sind es knapp 300. Um eine flächendeckende Versorgung sicherzustellen, wären deutschlandweit vorerst rund 1.000 Zapfsäulen ausreichend. Das ist mittelfristig durchaus zu bewerkstelligen. Durch die Aufrüstung bestehender Tankstellen will das Konsortium H2 Mobility, an dem Daimler, OMV, Total, Shell, Linde und Air Liquide beteiligt sind, ein flächendeckendes Netz an Wasserstofftankstellen schaffen. Bis zum Jahresende 2018 sollen zunächst insgesamt 50 Wasserstoff-Tankstellen in Betrieb sein, bis 2020 solle die Zahl dann auf 100 erhöht werden.

Zahlreiche Anwendungsgebiete außerhalb der Fahrzeugbranche

Auch wenn der Kfz-Markt mit Sicherheit das höchste Wachstum verspricht: Die Brennstoffzelle findet Anwendungsmöglichkeiten in zahlreichen Branchen und Bereichen. Neben sämtlichen Mobilitätsformen an Land im Wasser und in der Luft können Kraftwerke durch die Technologie Strom und Wärme generieren oder in Form von Wasserstoff gespeicherte überschüssige Energie bei Nachfrage wieder in Strom umwandeln. Auch in der Militärtechnik kommt die Brennstoffzelle bereits beispielsweise in Funkgeräten, Laptops, zur Grenzsicherung oder als Drohnenantrieb zum Einsatz. Und auch in anderen Bereichen, in denen kein Zugang zum Stromnetz besteht, ist die Technologie eine interessante Option. So könnte die Brennstoffzelle beispielsweise auf Ölfeldern und -plattformen, in Wetterstationen und oder im Campingbereich bisherige Lösungen mit herkömmlichen Stromaggregaten verdrängen.

Das sind die besten Wasserstoff- und Brennstoffzellen-Aktien

Die meisten Unternehmen aus der Branche befinden sich aufgrund der immens hohen Forschungs- und Entwicklungskosten noch immer in der Verlust-Zone. Doch mittelfristig könnte sich dies ändern. Das sind die drei besten Wasserstoff- und Brennstoffzellen-Aktien.

Ballard Power: Der Marktführer

Bereits an der Gewinnschwelle bewegt sich der unangefochtene Weltmarktführer Ballard Power Systems (ISIN: CA0585861085- Symbol: BLDP – Währung: USD), der Brennstoffzellen derzeit vor allem für Schwertransporter, Busse, Züge, Gabelstapler und Schiffe produziert. Aber auch im Automobilsektor ist das bereits vor fast 40 Jahren gegründete kanadische Unternehmen aktiv. So arbeitet beispielsweise die Volkswagen-Tochter Audi beim h-tron mit Ballard Power zusammen, einem Konzeptauto, das rein elektrisch mit Wasserstoff als Energiequelle fährt und in vier Minuten vollgetankt ist. Noch scheinen die deutschen Autobauer in Sachen Brennstoffzellenantrieb im Hintertreffen, denn Hyundai und Toyota bauen – wie eingangs erwähnt – bereits Fahrzeuge in Serie. Mit einer Toyota-Tochter besteht ebenfalls eine Kooperation.

Zahlreiche Patente und starke Präsenz in China

Ballard verfügt über zahlreiche wichtige Patente beispielsweise zum Ersatz von Platin, das die Produktion von Brennstoffzellen bisher noch recht teuer macht. Stark ist das Unternehmen auch bei Brennstoffzellen-betriebenen Drohnen. Die Tochterfirma Protonex ist weltweit führend bei Brennstoffzellensystemen für Busse, Gabelstapler und andere Nutzfahrzeuge. Zusammen mit dem chinesischen Partner Broad Ocean, der knapp 10% an Ballard Power hält, will das Unternehmen Brennstoffzellenantriebe bauen und damit den asiatischen Markt bedienen. Eine Produktionsstätte in Shanghai wurde bereits in Betrieb genommen, zwei weitere Werke in den Provinzen Hubei und Shangdong sollen mittelfristig hinzukommen.

Erreichen der Gewinnschwelle steht kurz bevor

Im Schnitt lag das Umsatzwachstum in den vergangenen drei Jahren bei immerhin +34%, zuletzt wurden für 2017 rund 121 Mio. CAD erlöst. Auf EBITDA-Basis, d.h. vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen wurde immerhin ein positives Ergebnis von 3,2 Mio. CAD erzielt. Netto wurde noch ein Verlust von 8 Mio. CAD bzw. 0,05 CAD je Aktie vermeldet. Dennoch steht das Unternehmen damit unmittelbar an der Gewinnschwelle. Mit 52 Mio. CAD Cash und einem mit 220 Mio. CAD prall gefüllten Auftragsbuch kann das Unternehmen sehr optimistisch in die Zukunft blicken.

Aktie auf interessantem Einstiegsniveau

Wer an der Börse in Brennstoffzellentechnologie investieren möchte, der kommt an Ballard Power Systems nicht vorbei. Das Unternehmen ist technologisch bestens aufgestellt und verfügt über zahlreiche Partnerschaften und Kooperationen. Auch ein Übernahmeangebot eines Automobilkonzerns ist jederzeit denkbar. Sobald das Thema Brennstoffzellen auch an der Börse „abhebt“, dürfte Ballard Power Systems zu stärksten Werten des Sektors zählen. Der Marktführer, der um die Jahrtausendwende bereits mit einem zweistelligen Milliardenbetrag bewertet war, kommt beim derzeitigen Aktienkurs von 3 USD auf eine aktuelle Marktkapitalisierung von gerade mal 550 Mio. USD. Die Aktie ist jedoch nichts für schwache Nerven. Von Kursen knapp über 1 USD im Jahr 2016 ging es bis Ende 2017 auf fast 6 USD hoch, ehe sich die Aktie wieder halbierte. Das aktuelle Kursniveau von ca. 3 USD könnte für langfristig orientierte Anleger ein interessantes Einstiegsniveau bieten. Ballard Power Systems ist aufgrund der nahenden Gewinnschwelle unser klarer Favorit unter den Brennstoffzellen-Aktien.

Nel Hydrogen: Infrastruktur zur Wasserstoff-Herstellung und -Betankung

Auch in Skandinavien wird die Brennstoffzellentechnologie stark vorangetrieben. So spielt Wasserstoff beispielsweise in Norwegen als Antrieb in der Schiffsindustrie eine immer größere Rolle. Das größte Unternehmen ist Nel Hydrogen (ISIN: NO0010081235 – Symbol: NEL – Währung: NOK), eine Firma, die seit fast 100 Jahren Elektrolyseure – Geräte zur Aufspaltung von Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff – sowie Wasserstoff-Tankstellen herstellt. Das Unternehmen zählt Tankstellenketten, Transport- und Logistikunternehmen sowie Ölkonzerne zu seinen Kunden. Auch das Konsortium H2 Mobility lässt derzeit Tankstellen von Nel bauen.

Nel arbeitet zudem gerade an der Markteinführung des RotoLyzers, der in der Wasserstoffproduktion als geradezu revolutionär gilt. Bei gleicher Produktionskapazität ist das mobile System fast hundertmal kleiner als bisherige Anlagen und kann im Gegensatz zu diesen bei Bedarf per LKW von einem Ort zum anderen bewegt werden.

Großauftrag von Nikola Motor: Folgeaufträge winken

US-Startup und Tesla-Konkurrent Nikola Motor setzt bei seinen Elektrofahrzeugen ebenfalls auf die Brennstoffzelle. Vor wenigen Wochen ergatterte Nikola einen Großauftrag über 800 LKWs vom Getränkehersteller Anheuser-Busch. Die notwendige Infrastruktur zur Wasserstofferzeugung und -betankung stellt Nel Hydrogen bereit. Damit bekamen die Norweger einen Großauftrag zur Herstellung von 448 Elektrolyseuren für die Produktion von Wasserstoff. Zunächst sollen 28 Tankstellen eine Wasserstoff-Betankung ermöglichen. In Summe handelt es sich dabei um den bisher größten Wasserstoff-Auftrag, das Volumen wird auf insgesamt bis zu 1,5 Mrd. USD geschätzt. Gelingt das Projekt, so dürften schon bald Folgeaufträge winken. Denn Nikola Motor hat etliche Tausend Vorbestellungen für die geplanten Trucks Nikola One und Nikola Two, die mit einer Tankfüllung zwischen 1.000 und knapp 2.000 Kilometer fahren sollen. Außerdem sind langfristig nach Unternehmensangaben bis zu 700 Wasserstoff-Tankstellen geplant.

Internationalisierungsstrategie trägt Früchte

Nicht zuletzt auch durch gezielte Zukäufe hat sich Nel Hydrogen in den vergangenen Jahren als internationaler Infrastrukturanbieter hervorragend im weltweiten Brennstoffzellenmarkt positioniert. Auch in Asien sind die Norweger präsent. Besonders vielversprechend sind die Aktivitäten in Südkorea, wo die Regierung die Brennstoffzellenforschung mit über 2 Mrd. USD fördern will. In den kommenden fünf Jahren sollen dort 310 Wasserstofftankstellen mindestens 16.000 PKWs und 1.000 Busse mit Treibstoff versorgen. Die koreanische Tochtergesellschaft meldete kürzlich erste Auftragserfolge mit siebenstelligem Volumen. Um die hohen notwendigen Investitionen zum Aufbau der Kapazitäten und der Bewältigung der jüngsten Großaufträge zu stemmen, wurde zuletzt eine Kapitalerhöhung durchgeführt. Dadurch hat das schuldenfreie Unternehmen nun genügend Mittel, um dank der bestehenden Aufträge die Gewinnzone zu erreichen.

Zweischneidiges Schwert: Steigende Abhängigkeit von Nikola Motor

Bei Aktienkursen von 3,34 NOK (0,35 Euro) wird das Unternehmen, das erst seit Ende 2017 börsennotiert ist, mit rund 400 Mio. Euro bewertet. Nicht sehr viel angesichts des milliardenschweren Auftragsvolumens von Nikola Motor. Allerdings muss bedacht werden, dass es sich beispielsweise bei Nikola Motor um ein Start-Up Unternehmen handelt, das finanziell von Investoren abhängig ist. Ziehen sich beispielsweise die Geldgeber zurück, so wären die Aufträge oder deren Bezahlung in akuter Gefahr. Bei einem Erfolg allerdings könnten Nel Hydrogen goldene Zeiten winken, denn dann dürften mit ziemlicher Sicherheit zahlreiche lukrative Großaufträge folgen. Die Abhängigkeit von Nikola Motor ist derzeit noch gering, dürfte mit fortschreitender Kooperation und entsprechenden Investitionen jedoch deutlich wachsen.

Spekulative Aktie mit hohem Kurspotenzial

Wird aus dem noch relativ kleinen norwegischen Unternehmen, das im Jahr 2017 bei einem Verlust von 117 Mio. NOK (ca. 12 Mio. Euro) 298 Mio. NOK (ca. 31 Mio. Euro) umsetzte, tatsächlich ein Konzern, der milliardenschwere Umsätze erzielt, so dürfte sich die Aktie vervielfachen. Im ersten Quartal 2018 gelang immerhin eine Umsatzverdreifachung von 36 Mio. NOK (ca. 3,8 Mio. Euro) auf 113 Mio. NOK (ca. 12 Mio. Euro). Der Weg zum Großkonzern ist jedoch noch weit und hängt vorläufig an der Entwicklung bei Nikola Motor. Doch auch ohne den Herausforderer von Tesla dürfte sich das Unternehmen erfolgreich weiterentwickeln. Die Aktie ist als sehr spekulativ einzuordnen, Anleger sollten daher maximal einen kleinen Depotanteil investieren.

Powercell Sweden: Brennstoffzellen für emissionsfreie Schiffe und Fahrzeuge

Ebenfalls in Skandinavien, genauer gesagt in Schweden, ist die 2008 gegründete Powercell Sweden (ISIN: SE0006425815 – Symbol: PCELL – Währung: SEK) beheimatet. Das Unternehmen, das aus einer Ausgliederung des Volvo-Konzerns hervorging, liefert Brennstoffzellen-Systeme u.a. an Kunden aus den Bereichen Telekommunikation, Schiffsverkehr, Automobil und Stromversorgung. Powercell ist mit einer Marktkapitalisierung von 1.439 Mio SEK (ca. 140 Mio. Euro) das kleinste und spekulativste der drei vorgestellten Unternehmen. Der aktuelle Aktienkurs liegt bei ungefähr 27,75 SEK (ca. 2,70 Euro).

Projektpartner der deutschen Autoindustrie

Auch Powercell richtet sein Geschäft international aus. In Norwegen arbeitet das Unternehmen unter anderem mit Nel Hydrogen an Wasserstoffantrieben für emissionsfreie Fracht- und Passagierschiffe. Das ist auch aus ökologischer Sicht sehr sinnvoll, denn der Schiffsverkehr produziert pro Passagier und Kilometer die höchsten CO2 Emissionen. Die Schweden sind daneben Brennstoffzellenpartner im deutschen Projekt „Autostack“ das vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur ins Leben gerufen wurde. Mit diesem Projekt wollen neben Powercell insgesamt neun weitere Unternehmen, darunter die Autohersteller BMW, Daimler, Ford und Volkswagen eine Brennstoffzellen-Fertigung in Deutschland schaffen und zur industriellen Reife bringen. In den USA erhielt Powercell Sweden genau wie Nel Hydrogen erste Brennstoffzellen-Aufträge von Nikola Motor zum Einsatz in Trucks. Darüber hinaus ist das Unternehmen auch auf dem chinesischen Markt aktiv und liefert dort bereits erfolgreich Brennstoffzellen aus.

Geringe Umsätze & starkes Wachstum

Die Umsätze von Powercell sind noch äußerst gering. Und wie die meisten Mitbewerber verzeichnet das Unternehmen zwar starkes Wachstum, schreibt aber nach wie vor Verluste. So konnte der Umsatz im ersten Quartal 2018 von 3,9 Mio. SEK (ca. 0,4 Mio. Euro) im Vorjahr auf 7,8 Mio. SEK (ca. 0,8 Mio. Euro) verdoppelt werden. Gleichzeitig verringerte sich der Verlust von 12 Mio. SEK (ca. 1,2 Mio. Euro) auf 10 Mio. SEK (ca. 1 Mio. Euro). Zuvor war für das Gesamtjahr 2017 eine Umsatzverdreifachung auf 37 Mio. SEK (ca. 3,6 Mio. Euro) und ein Verlust von 51 Mio. SEK (ca. 5 Mio. Euro) gemeldet worden. Zuletzt meldete Powercell zahlreiche größere und strategische Aufträge, die dem Unternehmen weiteres Umsatzwachstum bescheren sollten.

Hohe Kursschwankungen einkalkulieren

Die Powercell Sweden-Aktie erreichte Ende 2017 kurzzeitig Kurse von mehr als 40 SEK (ca. 4 Euro), bevor sich der Kurs relativ abrupt auf unter 24 SEK (ca. 2,20 Euro) fast halbierte. Seit Anfang Juni erholen sich die Kurse wieder etwas. Brennstoffzellenaktien sind ohnehin spekulativ, Powercell ist dennoch der spekulativste der drei vorgestellten Werte. Denn das Unternehmen, das noch kaum Umsätze erzielt ist mit einer Marktkapitalisierung von 140 Mio. Euro bereits mit einigen Vorschusslorbeeren für seine Technologie bedacht. Rechnen Sie daher mit hohen Kursschwankungen. Langfristig hat Powercell durchaus das Potenzial zu einem führenden Unternehmen der Branche aufzusteigen. Bis dahin ist es allerdings noch ein weiter Weg.

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