Analyse:
US-Dollar/Chinesischer Yuan: Jetzt geht es mal nicht um Trump

Diesmal geht es nicht um die Politik, insbesondere nicht um den Handelskrieg. Der chinesische Yuan wertet zum US-Dollar ab, weil die Investoren damit rechnen, dass die Corona-Virus-Epidemie Druck auf die chinesische Wirtschaft ausübt. Einerseits durch herbe Produktionsausfälle und eine massive Behinderung des Ex- und Imports, andererseits durch eine Verringerung ausländischer Investitionen. Dementsprechend stieg die Relation US-Dollar/Yuan am Montag so weit, wie es das Wechselkursband, das die chinesischen Behörden zum offiziellen Wechselkurs erlauben, zuließ. Der offizielle Wechselkurs wurde am Montagmorgen noch bei 6,9249 Yuan nach 6,8876 Yuan pro US-Dollar am Freitag festgelegt, doch im Forex-Handel hatte der Yuan schon im Vorfeld deutlich mehr nachgegeben.

Das Tageshoch des Yuan und somit das Tagestief der US-Dollar/Yuan-Relation lag bei ca. 6,9865 Yuan, im Verlauf des Handels ging es dann aber klar über die Sieben-Yuan-Marke hinaus. Und die Nachrichtenlage bestätigt bislang diejenigen, die darauf setzen, dass der Yuan weiter abwerten wird. Zum einen musste die chinesische Notenbank am Montag die atemberaubende Summe von umgerechnet 140 Milliarden Euro in Form von Repo-Krediten in die Finanzindustrie pumpen, um die Liquidität sicherzustellen. Und sie senkte zugleich die Repo-Zinssätze, was deutlich macht, wie verunsichert das Bankwesen dort derzeit ist. Zum anderen melden informierte Kreise, dass die chinesische Führung aufgrund der Virus-Epidemie erwägt, das Wachstumsziel für 2020 von sechs deutlich auf ca. 4,5 Prozent zu senken.

Expertenmeinung: Damit hätten die Trader am Devisenmarkt einiges an Argumenten, um auf einen schwächeren Yuan zu wetten und damit auf einen Anstieg der US-Dollar/Yuan-Relation. Was den USA zwar nicht passen wird, immerhin bedeutet ein niedrigerer Yuan Exportvorteile für China Richtung USA und reduziert die Gewinnspannen von in China verkauften US-Gütern. Aber um dagegen zu intervenieren, dürfte es der US-Regierung in einer solchen Situation an nachvollziehbaren Argumenten fehlen. Interessant ist, dass sich das Währungspaar trotz der so intensiven politischen Beeinflussung bemerkenswert eng an charttechnischen Eckpunkten orientiert:

Der durch die Unterzeichnung des Phase I-Deals noch einmal intensivierte Abwärtsimpuls endete genau auf Höhe der unteren Begrenzung des im Oktober begonnenen Abwärtstrendkanals bei 6,84 Yuan pro US-Dollar. Mit der Zuspitzung der Lage durch das Corona-Virus hat der Kurs jetzt nach einem schnellen Run an die obere Begrenzung des Trendkanals eine charttechnische Schlüsselzone nach oben durchbrochen. Diese liegt im Bereich 6,98/7,00 Yuan und setzt sich aus der 200-Tage-Linie, der oberen Linie des Trendkanals und einer ins Jahr 2018 zurückreichenden, markanten Wendemarke zusammen. Sofern diese Zone nicht zügig wieder unterboten wird, wäre dadurch aus charttechnischer Sicht weiterer Spielraum bis an das Dezember-Verlaufshoch bei 7,0870 Yuan vorhanden. Wobei man bei diesem Währungspaar immer auf der Hut sein sollte, denn ob Handelskrieg oder Corona-Virus: Oft sind es nicht vorhersehbare Aspekte, die diesen Kurs, wenngleich meist in charttechnischen Bahnen, lenken.

Chart vom 03.02.2020, Kurs 7,0150 Yuan, Kürzel USD.CNH | Online Broker LYNX Aktienempfehlungen

 

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