Börsenblick

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Aktienanalyse:
US-Dollar / Chinesischer Yuan: Die ungeschminkte Wahrheit

Am Aktienmarkt will man daran glauben, dass irgendwie schon wieder alles ins Lot kommt. Der Handelskrieg mit China wird sicher bald beendet sein. Der mit Europa … an den denkt man einfach nicht. Das mit dem Brexit ist ja noch lange hin, die Quartalsbilanzen des zweiten Quartals werden wohl schlecht, die des dritten aber bestimmt besser und wenn nicht, werden die Notenbanken es schon richten.

Am Anleihemarkt sieht man das indes anders und kauft massiv ein. Gold hat nach einem kurzen Rücksetzer als Reaktion auf die angeblichen Fortschritte im Handelskrieg am Dienstag bereits wieder markant Fahrt aufgenommen. Und am Devisenmarkt ist von Jubel nach dem Gespräch Trump/Xi ebenfalls schlicht nichts zu sehen. Denn wäre man dort der Ansicht, dass ein „Deal“ näher gerückt ist, wäre die Relation US-Dollar/Yuan gefallen.

Und nicht nur ein klein wenig, wie das am Montag der Fall war, sondern deutlich. Denn der zum Yuan im Vergleich der vergangenen Jahre teure US-Dollar bremst die US-Exporteure beim Absatz ihrer Waren in China aus, weil sie dadurch in US-Dollar zurückgerechnet weniger Gewinn machen. Und die Schwäche des Yuan gleicht zum Teil die Strafzölle der USA gegen chinesische Importe in die USA aus, weil die chinesischen Unternehmen bei gleich bleibenden Verkaufspreisen in US-Dollar in Yuan zurückgerechnet mehr einnehmen. Und dass der Yuan so schwach ist, ist kein Zufall!

Expertenmeinung: Die Regierungen mögen es immer wieder dementieren, aber jeder Währungsraum zieht eine schwächere Währung vor, wenn die Exporte nicht mehr recht wachsen, um dadurch einen Vorteil gegenüber den anderen Währungsräumen zu erlangen. Und das gilt für die USA ebenso wie für China. Nur kann China die eigene Währung relativ gut steuern. Und das tut man selbstverständlich auch, um die durch die USA ausgelösten Export-Nachteile zu mildern. Dass der Kurs US-Dollar/Yuan aber immer ein gutes Stück über dem offiziellen, täglich durch die chinesischen Behörden festgestellten Wechselkurs liegt, zeigt auch:

Die Trader am Devisenmarkt gehen davon aus, dass ein Ausbruch über die entscheidende Widerstandszone bei 6,97/6,99 Yuan, markiert durch die beiden Hochs seit Trumps Wahlsieg, eine hohe Wahrscheinlichkeit hat. Als klar wurde, dass sich Trump und Xi Jinping treffen würden, gab der US-Dollar quasi als „good will“ der Trader nach, aber gestern schloss der Kurs bereits wieder über dem Niveau, welches das Währungspaar am vergangenen Freitag, vor diesem Gesprächstermin, hatte. Dabei hat er auf Höhe der 200-Tage-Linie (bzw. hier in diesem Chart auf Wochenbasis auf Höhe der 40-Wochen-Linie) gedreht. Das macht sehr deutlich, wie man dieses Treffen am Devisenmarkt einstuft: als „non event“.

Dass man dieses Warnsignal am Aktienmarkt derzeit eisern ignoriert, ist zwar typisch in Phasen wankender, viele Jahre alter Aufwärtstrends. Aber ob man nun darauf lauert, dass der nächste Eklat in Sachen Handelskrieg US-Dollar/Yuan über die 7,00 Yuan-Mare führt und damit ein massiv bullisches Signal entsteht oder ob man am Aktienmarkt darauf wartet, dass der so lange zum Brunnen gegangene Krug bricht: Es lohnt, dieses Währungspaar engmaschig im Auge zu behalten!

Chart vom 02.07.2019, Kurs 6,8874 Euro, Kürzel USD.CNH

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