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Aktienanalyse:
Daimler: Wie viel ist „zu viel“?

Aktuelle Analyse der Daimler Aktie

Am Montag schloss die Daimler-Aktie bei knapp 23 Euro. Nicht wenige schütteln da ungläubig den Kopf. Das muss doch jetzt eine Übertreibung sein, denken sie sich. Von diesem Punkt zum Griff ins fallende Messer ist es dann nicht mehr weit. Denn wenn man sich sicher ist, eine Übertreibung nach unten zu sehen, lautet die Schlussfolgerung, dass der Kurs zwangsläufig über kurz oder lang wieder höher stehen muss, selbst, wenn er vorher noch an Boden verliert. In fallende Kurse hinein zu kaufen, weil man eine Aktie als billig ansieht, ist weit verbreitet. Aber ist es auch eine gute Idee? Die Daimler-Aktie soll das Beispiel sein, um das zu erörtern.

Es kann funktionieren. Aber das muss es keineswegs. Richtig ist: Irgendwann wird die Daimler-Aktie wieder höher notieren, wahrscheinlich auch deutlich höher. Die Frage ist nur a) wann und ob es b) nicht vorher so weit tiefer ginge, dass es sich lohnen würde, zu warten. Vor dieser Frage stehen derzeit viele. Das Unschöne ist, dass es darauf keine Antwort gibt, weil in einer Situation wie dieser die Faktoren, die die für die Bewertung einer Aktie entscheidenden Parameter Umsatz, Gewinn und Marge beeinflussen, in ständigem Fluss sind. Es ist einfach nicht absehbar, wie tief die Scharte sein wird, die diese Virus-Pandemie in die Bilanz des Autobauers schlagen wird. Und gerade dieser hier abgebildete, ganz langfristige Chart auf Monatsbasis macht zwei Aspekte deutlich:

Expertenmeinung: Der März ist noch lange nicht vorbei, aber würde die Aktie den Monat auf diesem Level oder tiefer beenden, wäre sie sogar aus dem übergeordneten Abwärtstrendkanal nach unten ausgebrochen, während der Stochastik-Oszillator in diesem Zeitraster noch einiges an Weg bis zur überverkauften Zone zurückzulegen hätte. Sie wäre also klar bärisch. Der zweite Aspekt ist der Blick zurück auf die Zeit 2008/2009. Da sehen wir, dass die damalige, ebenso mit offenen Fragen gespickte rezessive Entwicklung dazu führte, dass die Aktie monatelang in einer Bodenbildung lief, das ursprüngliche Tief dabei getestet wurde, hielt … und dann erst der ideale Zeitpunkt kam, um einzusteigen.

Vor allem für die noch weniger erfahrenen Marktteilnehmer sind der Wunsch, nahe am Tief einzusteigen und die Furcht, die große Rallye zu verpassen größer als die Furcht vor Verlusten. Eine typische, aber auch tückische emotionale Reaktion auf stark fallende Kurse. Aber in einem Umfeld wie diesem ist „zu viel“ in Bezug auf Kursverluste höchst relativ. Immerhin finden sich ja offenbar auch jetzt noch genug Akteure, die Daimler auf diesem Niveau verkaufen oder den Kurs durch Leerverkäufe drücken. Daher ist, will man nicht im ungünstigen Fall sehr lange auf Gewinne warten, der bessere Weg, entweder die Vollendung einer charttechnisch glaubwürdigen Bodenbildung abzuwarten oder, sofern diese ausbleibt, die Rückeroberung wichtiger Chartmarken als Basis eines möglichen Einstiegs zu wählen. Sollte Daimler den Monat doch über der unteren Begrenzung des langfristigen Abwärtstrendkanals bei 25,00 Euro beenden, könnte das ein solches Signal sein. Wer die Nerven hat, diese Geduld aufzubringen, hätte dann in beiden Fällen einen wichtigen Vorteil: Man hätte charttechnische Ankerpunkte, unter denen man relativ enge Stoppkurse platzieren kann, die das Risiko begrenzen. Wer ins fallende Messer greift, hat diesen Vorteil nicht.

Daimler Aktie Chart vom 16.03.2020, Kurs 22,92 Euro, Kürzel DAI | Online Broker LYNX

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