Börsenblick

Zurück Juli Weiter
Zurück 2020 Weiter

Aktienanalyse:
Ist Daimler ein Sanierungsfall?

Aktuelle Analyse der Daimler Aktie

Daimler AG zählt zu den bedeutendsten Herstellern von Premium-Fahrzeugen und ist einer der weltweit größten Nutzfahrzeug-Hersteller.

Das Unternehmen bietet auch Services im Bereich Finanzierung, Leasing, Flottenmanagement, Versicherungen und innovative Mobilitätsdienstleistungen an.

Ein kleiner Staat

Knapp 300.000 Angestellte und ein Jahresumsatz von 172,7 Mrd. Euro. Daimler ist ein kleiner Staat. Leider erwirtschaftet man in der Manier eines Landes auch keinen Überschuss und hat enorme Schulden.

So manch ein Anleger dürfte gerade vom Stuhl gefallen sein. Daimler nicht profitabel? Der Konzern hat im Hoch schließlich einen Gewinn von 10,52 Mrd. Euro gemeldet.
Das einzige Problem ist nur, dass der freie Cashflow gleichzeitig negativ.

Hier stimmt also etwas ganz gewaltig nicht. Zu einem gewissen Teil ist diese Diskrepanz durch das Leasinggeschäft zu erklären, aber bei weitem nicht komplett.

In Wirklichkeit verdient das Unternehmen kaum Geld und alles was man erwirtschaftet, muss postwendend reinvestiert werden.
In den letzten fünf Jahren hat der Konzern Investitionen gestemmt, die den derzeitigen Börsenwert übersteigen. Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen.

Den Rest verwendet man für die Dividende, das ist aber auch alles an Mehrwert, was der Konzern für Anleger zu bieten hat.
Daher notiert die Aktie heute auch auf dem Niveau von 2010 oder 1995. Man kann es sich aussuchen.

Ein Sanierungsfall?

In den letzten Jahren ist die Situation nicht gerade besser geworden. Die Bruttomarge ist rückläufig, der Gewinn ist eingebrochen.

Daimler hat den Einstieg in die Elektromobilität verschlafen, ebenso den Wandel bei den gefragten PkW-Typen. Einige Modelle, wie die B-Klasse, stehen vor dem Aus.

Die Schulden sind in den letzten Jahren regelrecht explodiert und nehmen inzwischen ein besorgniserregendes Ausmaß an.
Seit Ende 2015 sind die langfristigen Verpflichtungen von 59,61 auf 95,64 Mrd. Euro gestiegen.

Auch hier wieder: Ein bedeutender Teil davon ist auf das Leasinggeschäft zurückzuführen, es sind quasi keine eigenen Schulden. Zumindest theoretisch.

Pandemie

Die über die Daimler-Dank durchgereichten Kredite sind nur solange kein Problem, wie die Raten gezahlt werden. So mancher Kunde wird sich die dank Kurzarbeit oder Kündigung aber nicht mehr leisten können. Die Kredite fallen Daimler auf die Füße.

Gleichzeitig ist die weltweite Nachfrage nach langlebigen Wirtschaftsgütern massiv eingebrochen, das schließt auch Premiumfahrzeuge ein.

Das gilt ebenso für Nutzfahrzeuge. Ich hatte kürzlich ein Gespräch mit einem Logistiker. Der Frachtverkehr, selbst im Lebensmittel-Segment ist massiv eingebrochen.
Ein bedeutender Teil der LkW-Flotte steht und der Markt wird regelrecht mit Zugmaschinen und Auflegern überschwemmt.
Ein LkW, der vor einem Jahr noch 40.000 Euro Wert war, wird heute für 25.000 Euro gehandelt.

Teilweise ergeben sich erhebliche Lücken zwischen dem derzeitigen Marktpreis und dem Leasing-Rücknahmepreis.

Nach den Worten von Daimler sind die Verkäufe in Q2 jedenfalls signifikant gesunken.
Im ersten Halbjahr lag das Minus von Mercedes Benz bei 19%, bei LkWs waren es -38%.

Die Hütte brennt schon länger

All das wäre schon problematisch genug, wäre man zuvor kerngesund gewesen. Doch wie wir bereits gesehen haben, kennen die Schulden seit Jahren nur eine Richtung und auch an anderen Stellen liegt Einiges im Argen.

Daher warne ich seit Jahren vor der Aktie, beispielsweise im September vergangenen Jahres: Daimler -CEO: Auf uns kommen harte Zeiten zu

Der Chef sollte Recht behalten. Nach der Analyse halbierte sich die Aktie.

Man hatte also ohnehin massive Probleme und war angeschlagen. Umso schwieriger wird es werden, jetzt auch noch eine Pandemie inklusive weltweiter Rezession zu überstehen.

Heute ist die Hauptversammlung der Daimler AG. Eigentlich sollte man die ohnehin schon von 3,25 auf 0,90 Euro gesenkte Dividende ganz gestrichen werden.

Chart

Daimler ist übergeordnet bärisch und steht vor enormen charttechnischen Hürden. Die Erholung der letzten Wochen hat die Aktie an den alten Abwärtstrend zurückgeführt. Es ist wahrscheinlich, dass die Bullen hier scheitern werden.

Mögliche Kursziele auf der Unterseite lägen dann bei 35 sowie 30 und 25 Euro.

Mehr als 10.000 Investoren & Trader folgen mir und meinen täglichen Ausführungen auf Guidants.
Preisgekrönte Handelsplattform und niedrige Gebühren. Mein Broker ist LYNX.

Chart vom 08.07.2020 Kurs: 37,60 Kürzel: DAI - Wochenkerzen | LYNX Online Broker

Handeln Sie über den Online Broker LYNX:
Ein Depot, viele Vorteile
  • stabile und zuverlässige Handelsplattform
  • kompetenter Service durch Experten
  • günstige und transparente Gebühren
  • umfangreiches Wissensportal
Mehrfach ausgezeichnet
Handelsblatt Auszeichnung: Bester Online-Broker
Broker-Wahl: Top Futures-Broker
Contact icon KOSTENFREI ANRUFEN
0800 5969 000
Contact icon SCHREIBEN SIE UNS
SERVICE@LYNXBROKER.DE
Contact icon FREUNDSCHAFTSWERBUNG
KUNDEN EMPFEHLEN LYNX
Contact icon HÄUFIG GESTELLTE
FRAGEN