Börsenblick

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Aktuelle Analyse:
Daimler: Buying on bad news?

Am Freitag um 14:45 Uhr platzte eine kleine Bombe: Daimler veröffentlichte eine Gewinnwarnung. Kurzzeitig sackte die Aktie daraufhin über sechs Prozent durch. Am Ende des Handels tauchte sie indes nicht mehr unter den Top 5-Verlierern des DAX auf, ging mit moderaten Abschlägen von knapp zwei Prozent aus dem Handel.

Hatte man womöglich im ersten Moment der Überraschung überreagiert? Oder kaufen die Akteure jetzt, weil sie sich sagen: Die schlechten Nachrichten liegen auf dem Tisch, wenn, könnten jetzt also nur noch gute kommen? Das ist zwar möglich. Aber es ist nicht zwingend. Daimler meldete, dass der Gewinn vor Steuern und Zinsen 2018 klar unter dem des Vorjahres liegen werde und das dritte Quartal deutlich hinter den Erwartungen zurückblieb, da wurde ein voraussichtlicher Gewinn vor Steuern und Zinsen (EBIT) von 2,5 Milliarden nach 3,4 Milliarden im Vorjahresquartal genannt.

Und es waren nicht alleine die Sonderbelastungen durch die Erfüllung der neuen EU-Abgasnormen, die das Problem ausmachen; da wurde auch von einer sinkenden Nachfrage gesprochen. Und das ist etwas, das es eher unwahrscheinlich macht, dass allzu viele Anleger glauben, damit wäre jetzt alles Negative aus dem Sack. Denn es wäre eher selten, dass es nur zu einer kurzen „Nachfrage-Delle“ käme. Es gäbe in der Tat noch andere Gründe, wieso sich diese Aktie am Freitag erholte. Aber sie alle hätten einen äußerst kurzlebigen Hintergrund.

Expertenmeinung: Der hier abgebildete Chart auf Wochenbasis zeigt, dass die Aktie im Tagestief unter das 2016er-Tief von 50,83 Euro gefallen war. Das war ein mittelfristiges Kursziel für die Bären. Nachdem denen durch diese Gewinnwarnung ein unverhofft höherer Short-Gewinn in den Schoß fiel, weil Daimler kurzzeitig sogar unter 49 Euro fiel, kann es sehr gut sein, dass viele dort sofort begannen, ihre Gewinne mitzunehmen.

Doch das zieht einen Kurs wieder nach oben, denn um eine Position aus vorher leer verkauften Aktien zu neutralisieren und so die Differenz als Gewinn zu sichern, muss man die Aktien kaufen bzw. zurückkaufen. Aber ob solche sogenannten Eindeckungen auch heute weitergehen, ist daraus nicht ersichtlich. Hinzu kommt, dass diese Gewinnwarnung keine drei Stunden vor der Abrechnung der Optionen mit Oktober-Laufzeit erfolgte.

Diese plötzliche, massive Veränderung des Kurslevels dürfte sehr viele Akteure am Terminmarkt in Schieflage gebracht haben. Da ist es sehr gut möglich, dass große Adressen dort versucht haben, diesen aus dem Ruder gelaufenen Kurs zur Abrechnung der Daimler-Optionen um 17:30 Uhr wieder einigermaßen ins Lot zu bringen. Aber auch das wäre ein Aspekt, der ab heute nicht mehr „zieht“, die Abrechnung ist vorbei.

So gesehen kann diese Erholung vom Tagestief zwar Basis einer Gegenreaktion nach oben sein, muss es aber keinesfalls. Sollte die Aktie dieses auf diese Weise per Freitagabend gehaltene 2016er-Tief bei 50,83 Euro auf Tages-Schlusskursbasis im Wochenverlauf doch noch unterbieten, wäre damit wahrscheinlich, dass dieses vermeintliche „buying ob bad news“ nicht von Dauer war. Und dann wären mit den dadurch erreichten neuen Fünf-Jahres-Tiefs auch Kursziele wie das Juni-Tief 2013 bei 43,23 Euro nicht auszuschließen.

Chart vom 19.10.2018, Kurs 51,39 Euro, Kürzel DAI

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