Börsenblick

Zurück Juli Weiter
Zurück 2020 Weiter

Aktienanalyse:
CANCOM: Margendruck und SKS-Risiko

Aktuelle Analyse der Cancom Aktie

Die Aktie des IT-Dienstleisters CANCOM ist zwar anders als Wirecard kein Schwergewicht im TecDAX, aber eine ernüchternde Wirkung dürfte auch der Abwärts-Turnaround dieser Aktie auf die Investoren gehabt haben, der sich am Donnerstag als Reaktion auf die Bilanz des ersten Quartals ergab. Erst zog CANCOM nach Vorlage der Ergebnisse deutlich an, begann aber bald abzubröckeln und rutschte zur Mittagszeit ins Minus, das sich bis zum Handelsende auf sechs Prozent ausweitete. Wie kam es, dass die Akteure die Zahlen zuerst positiv und dann doch negativ beurteilten?

Dass der TecDAX durch das Bleigewicht namens Wirecard an den Füßen im Tagesverlauf deutlich in die Tiefe gerissen wurde, mag ein Grund gewesen sein. Ein anderer aber, dass wir hier wohl von zwei verschiedenen Gruppen reden. Von denen, die sofort nach einem flüchtigen Blick auf Bilanzen reagieren und von jenen, die genauer hinschauen und erst handeln, wenn sie sich ein klares Bild gemacht haben. Und wer das tat, dürfte bei CANCOMs Bilanz eine Augenbraue gehoben haben.

Expertenmeinung: Denn der Umsatz, der in den ersten drei Monaten 2020 erzielt wurde, lag zwar über 27 Prozent über dem des Vorjahresquartals und solide über der durchschnittlichen Analystenprognosen. Aber der Gewinn nicht. Der stieg, gerechnet vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) nur um 3,6 Prozent und blieb damit hinter der Prognose zurück. Der Grund: Die Gewinnmarge war deutlich gefallen, von 7,0 Prozent im ersten Quartal 2019 auf jetzt 5,7 Prozent. Das ernüchtert. Und dass CANCOM die Gesamtjahresprognose trotz des satten Umsatzanstiegs nicht anhob, die man Ende April mit „moderates Umsatz- und Ergebniswachstum“ umschreiben hatte, machte denen, die genauer hinsahen, deutlich, dass man dort nicht damit rechnet, dass die Gewinnmarge kurzfristig wieder deutlich zulegen wird.

Angesichts dieser Erkenntnis dürften nicht wenige, die hier engagiert waren, die Aktie als erst einmal ausgereizt angesehen haben. Immerhin hatte der Kurs das vorherige Rekordhoch vom Februar Anfang Juni überboten, weil man auch CANCOM als IT-Dienstleister (durchaus zu Recht) zu den von der Pandemie nicht betroffenen Unternehmen zählte. Nur hatte man das, was derzeit an Wachstum greifbar ist, auch zu Jahresbeginn schon erwartet, warum also sollte eine solche Bilanz mit dieser unerwartet deutlich gedrückten Marge ein noch höheres Kursniveau rechtfertigen?

Das Problem bei diesen Abgaben ist, dass sie dazu führten, dass die Aktie die rechte Schulter einer Schulter-Kopf-Schulter-Formation ausbildete. Das ist noch kein bärisches Signal, das entsteht erst, wenn die Nackenlinie der Formation, die Linie, die man unter die zwei Zwischentiefs ziehen kann, gebrochen wird. Aber diese Nackenlinie liegt mit 49 Euro nicht gerade weit entfernt. Und würde sie brechen, wäre auch noch die knapp darüber verlaufende 200-Tage-Linie unterboten und damit ein äußerst massives charttechnisches Verkaufssignal entstanden. Wer hier Long engagiert ist, sollte diese Zone um 49/50 Euro besser nicht aus den Augen lassen!

Cancom Aktie Chart vom 18.06.2020, Kurs 51,85 Euro, Kürzel COK | Online Broker LYNX

Sie möchten täglich vor Börsenstart unsere Chartanalysen per E-Mail erhalten? Dann abonnieren Sie hier unseren Börsennewsletter mit aktuellen Börsennews.

 

Handeln Sie über den Online Broker LYNX:
Ein Depot, viele Vorteile
  • stabile und zuverlässige Handelsplattform
  • kompetenter Service durch Experten
  • günstige und transparente Gebühren
  • umfangreiches Wissensportal
Mehrfach ausgezeichnet
Handelsblatt Auszeichnung: Bester Online-Broker
Broker-Wahl: Top Futures-Broker
Contact icon KOSTENFREI ANRUFEN
0800 5969 000
Contact icon SCHREIBEN SIE UNS
SERVICE@LYNXBROKER.DE
Contact icon FREUNDSCHAFTSWERBUNG
KUNDEN EMPFEHLEN LYNX
Contact icon HÄUFIG GESTELLTE
FRAGEN