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DAX Prognose DAX: Dieser Deckel hat Gewicht

News: Aktuelle Analyse des DAX Index

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Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Vorherige Analysen des DAX Index

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 05.02.2026 um 22:25 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Ist der DAX zu teuer bewertet? Könnte das Platzen zu großer Hoffnungen ihn auf eine deutlich tiefere Ebene drücken? Das ist aktuell womöglich gar nicht so entscheidend. Wichtiger dürfte sein, wie sich der Index im Kursverlauf präsentiert. Und da kann er aktuell nicht überzeugen.

Angenommen, Ihnen wäre völlig bewusst, dass der DAX-Index insgesamt ungewöhnlich teuer bewertet wäre. Dass es eine Schere zwischen der wirtschaftlichen Lage nebst ihrer Perspektive und dem Verlauf des Aktienmarkts gäbe. Nicht zuletzt, weil untypisch wenige Aktien ihn höher ziehen, was die Hausse auf dünne Beine stellt? Was wäre, wenn Sie zudem wüssten, dass der DAX auf Monatsbasis, also im langfristigen Zeitraster, seit Monaten tief in der markttechnischen Überhitzungszone notiert … Sie aber gerade massiv Long investiert wären? Würden Sie deswegen verkaufen oder gar die Seiten wechseln?

In einer solchen Gemengelage – und die liegt jetzt vor – würde ein Anleger zwar ein wenig unruhig, weil ihm klar ist, dass das Abwärtsrisiko höher ist als sonst. Aber er würde sich, zu Recht, vermutlich sagen: “Entweder erkennen das die anderen Anleger nicht oder sie machen es wie ich: Weiter kaufen, aber eben ein wenig behutsamer.” Denn wäre das nicht so, wäre der DAX nicht da, wo er jetzt ist. Denken und handeln genug Marktteilnehmer so, geht ein Aufwärtstrend auch gegen eigentlich problematische Rahmenbedingungen weiter, einfach, weil mehr Geld in einen Index hinein als hinaus fließt. Ein Perpetuum Mobile?

Nein. Das denkt man in solchen Phasen immer, aber die Börsengeschichte weiß: Auf Dauer ging das nie gut. Zwei Faktoren könnten die Hausse brechen. Entweder ein äußerst drastisches, negatives Ereignis. Oder eine Veränderung im „Flow“, in der Struktur der Kursbewegungen, die andeutet, dass man sich der Begleitung anderer in Bezug auf fortwährende Käufe nicht mehr sicher sein kann. Und Letzteres etabliert sich meiner Ansicht nach gerade.

DAX: Monats-Chart vom 05.02.2026, Kurs 24.491,06 Punkte, Kürzel: DAX | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
DAX: Monats-Chart vom 05.02.2026, Kurs 24.491,06 Punkte, Kürzel: DAX | Quelle: TWS | Online Broker LYNX

Expertenmeinung: Im Chart auf Monatsbasis fällt nicht nur auf, dass der DAX ungewöhnlich kräftig überkauft ist. Wir sehen hier auch, dass der deutsche Leitindex zwar im Januar aus seiner monatelangen Handelsspanne nach oben ausbrach, zum Monatsschluss aber wieder in die alte Range zurückfiel. Der Februar ist noch jung, aber würde er genau jetzt enden, wäre ein erneuter Versuch, sich nach oben abzusetzen, misslungen. Das würde psychologisch entmutigend wirken. Das bullische Lager muss also zusehen, dass zeitnah wieder etwas vorangeht, wenn ihm die Käufer nicht von der Fahne gehen sollen. Und das gilt auch für die kurzfristige Ebene auf Tagesbasis:

DAX: Tages-Chart vom 05.02.2026, Kurs 24.491,06 Punkte, Kürzel: DAX | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
DAX: Tages-Chart vom 05.02.2026, Kurs 24.491,06 Punkte, Kürzel: DAX | Quelle: TWS

Wenn ein fulminanter Start in ein Börsenjahr relativ bald auf eine Korrektur trifft, ist das noch kein Beinbruch. Nicht einmal, wenn dabei der bisherige Gewinn in wenigen Tagen wieder dahin ist … sofern die Käufer dagegenhalten und klar machen: Wir bleiben hier die dominierende Seite. Aber das gelang beim DAX nicht. Die Gegenbewegung „verhungerte“ deutlich unter dem vorherigen Rekordhoch und landete auf Schlusskursbasis sogar wieder in der alten, das zweite Halbjahr 2025 dominierenden Handelsspanne. Da wurden die Käufer zwar umgehend erneut aktiv … aber wiederum erfolglos. Das Erreichen des vorherigen Zwischenhochs traf vergangene Anfang der Woche sofort auf Verkaufsdruck … und gestern testete der DAX bereits das Jahres-Verlaufstief, das in der Woche zuvor bei 24.266 Punkten ausgebildet wurde.

Diese Supportlinie hielt zwar am Donnerstag. Aber wenn man mehrfache Versuche, sich nach oben zu befreien, scheitern sieht, schrumpft natürlich die Motivation, für den nächsten Versuch mit ungewissem Ausgang eigenes Kapital ins Rennen zu schicken.

Ob dieses Scheitern der Bullen am Dienstag bereits „dieses eine Mal zu viel“ war, wird sich erst herausstellen. Aber dieses Kursverhalten unterminiert bullische Zuversicht. Und sollte der DAX das Vorwochentief unterbieten, wäre er schon mittendrin in der alten Handelsspanne und nahe dran an der wichtigen, aktuell bei 24.017 Punkten verlaufenden 200-Tage-Linie. Und ob es da dann angesichts dieses Chartbilds zu effektiven Käufen kommt, die den DAX umgehend aus der charttechnischen Gefahrenzone tragen (was man unterstellen könnte, wenn das Verlaufshoch dieser Woche bei 25.099 Punkten auf Schlusskursbasis überwunden würde), ist fraglich genug, um hier jetzt auf der Hut zu sein.

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 21.01.2026 um 23:16 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Im Rahmen des Weltwirtschaftsforums in Davos kamen von Donald Trump zwei Statements, die dafür sorgten, dass ein intraday in kritisches Terrain abgedrifteter DAX seine Verluste zum Handelsende verringerte und nachbörslich mehr als wettmachte. Aber bleibt das auch so?

Am Aktienmarkt geht in Bezug auf den US-Präsidenten der Begriff „TACO“ um: Trump Always Chickens Out oder, zu Deutsch: Trump macht immer einen Rückzieher. Viele Politikexperten warnen zwar davor, sich zu sehr darauf zu verlassen. Aber am Mittwoch lagen diejenigen, die genau darauf gesetzt hatten, wieder einmal richtig.

Schon in seiner Rede am Nachmittag kam eine erste Entwarnung: Er habe, so Trump, nicht vor, in Bezug auf Grönland Gewalt anzuwenden. Wenngleich dieses Szenario einer militärischen Besetzung ohnehin wenig wahrscheinlich war, weil er da mit massivem Gegenwind sogar seitens der eigenen Partei und womöglich auch des Militärs hätte rechnen müssen: Die Marktteilnehmer reagierten binnen Sekundenschnelle, der DAX zog binnen weniger Minuten um ca. 140 Punkte an und verringerte dadurch das zeitweise bis gut 350 Punkte betragende Minus des Tages deutlich.

DAX: Wochen-Chart vom 21.01.2026, Kurs 24.560,98 Punkte, Kürzel: DAX | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
DAX: Wochen-Chart vom 21.01.2026, Kurs 24.560,98 Punkte, Kürzel: DAX | Quelle: TWS

Am Abend gegen 20:30 Uhr war die Aufwärtsbewegung beim da dann nachbörslichen DAX (und damit in den Charts nicht abgebildet, weil wir dort den regulären Handel bis 17:30 Uhr zeigen) noch deutlich stärker. Da verkündete Mr. Trump, er habe im Gespräch mit NATO-Generalsekretär Rutte eine Rahmenvereinbarung zur Grönland-Thematik erreicht, so dass die am Wochenende gegen die europäischen „Grönland-Widersacher“ angekündigten Zusatz-Zölle nicht mehr notwendig seien. Das war beim DAX einen Aufwärtsimpuls von 300 Punkten in nur einer einzigen Minute wert. In der Spitze erreichte der Index nachbörslich sogar 24.900 Punkte. Sind die Bullen also gerettet?

Expertenmeinung: Rein aus charttechnischer Sicht vorerst ja. Die am Mittwoch am Tagestief bereits gebrochene Unterstützungszone 24.441/24.771 Punkte wurde durch die Rückkäufe im regulären Handel doch noch gehalten, am Abend lief der DAX dann sogar darüber hinaus. Und für den Moment ist diese Reaktion auch rational unterfüttert: Es war diese Androhung weiterer Zölle, die den DAX zum Wochenstart von einem Level über 25.000 Punkten wegbrechen ließ. Die hat der US-Präsident jetzt wieder einkassiert, warum also nicht dorthin zurücklaufen, wo der DAX zuvor notierte?

Die Frage steht aber jetzt im Raum, ob das ein Zug ist, der gerade erst aus dem Bahnhof fährt, so dass man noch aufspringen könnte. Und da sollte man zumindest vorsichtig sein. Dass die Bären jetzt erst einmal klar aus dem Feld geschlagen wurden, heißt nicht automatisch, dass der deutsche Leitindex ab sofort wieder wie auf Schienen steigen müsste. Immerhin ist der DAX im Vorfeld sehr weit gelaufen, ohne dass man bereits wüsste, ob die anstehenden Quartalsbilanzen und Ausblicke auf 2026 das auch untermauern können. Und ob diese von Mr. Trump erwähnte „Rahmenvereinbarung“ für Europa wirtschaftlich als neutral einzuordnen ist, werden wir erst noch erfahren. Dennoch:

Jetzt, nachdem der DAX diese so wichtige Unterstützungszone verteidigen konnte, stur auf Short-Positionen zu beharren, dürfte eine schlechte Idee sein. Aber mit Mann und Maus Long zu gehen, womöglich auch, denn die Entscheidungen in Washington sind unberechenbar. Wer zurückrudert, kann jederzeit auch wieder mit etwas Neuem unangenehm überraschen.

Solange der DAX das gestrige Tagestief (24.349,54 Punkte) nicht unterschreitet, brennt auf der bullischen Seite nichts an, aber bei dieser immensen Volatilität sollte man mit überschaubarem Kapitaleinsatz agieren und nicht vergessen, unter dieses gestrige Tief für den „Fall eines Falles“ einen Stoppkurs zu legen.

DAX: Tages-Chart vom 21.01.2026, Kurs 24.560,98 Punkte, Kürzel: DAX | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
DAX: Tages-Chart vom 21.01.2026, Kurs 24.560,98 Punkte, Kürzel: DAX | Quelle: TWS
Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 19.01.2026 um 15:20 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Wer wirklich wissen will, wie es um den DAX steht, sollte die Schwergewichte durchleuchten.
Wir werden sehen, ob die nächste Gewichtsklasse dieselben Ergebnisse liefert wie die Top 5, und wechseln ins Halbschwergewicht.

Wie steht es um Siemens Energy, Rheinmetall, Munich Re, Deutsche Bank und Mercedes?

Die Herausforderer

Mit Siemens Energy sind wir bei Platz 6 angekommen. Der Fokus des Unternehmens liegt auf der Stromerzeugung, -übertragung und industriellen Energielösungen.
Siemens Energy deckt fast das gesamte Energiespektrum ab – von konventionellen Kraftwerken über erneuerbare Energien bis hin zu Wasserstofftechnologien.

Siemens Energy hatte jedoch über weite Strecken massive Probleme mit der Profitabilität und steckte nach dem Börsengang im Jahr 2020 bis einschließlich 2023 in den roten Zahlen fest.

Im Geschäftsjahr 2024 scheint jedoch der Knoten geplatzt zu sein. Siemens Energy erzielte einen Gewinn von 1,37 Euro je Aktie und konnte anschließend daran anknüpfen.
Im Geschäftsjahr 2025 wurde ein Gewinnsprung um 21 % auf 1,63 Euro je Aktie erzielt.

Doch damit genug. Im laufenden Geschäftsjahr 2026 soll sich das Ergebnis auf 3,40 Euro je Aktie noch einmal mehr als verdoppeln.
Siemens Energy kommt demnach auf ein KGVe von 39,7.

Die Bewertung ist natürlich grenzwertig, aber das Geschäft läuft erstaunlich gut.

Rheinmetall

Auf dem siebten Platz folgt Rheinmetall. Das Unternehmen stellt unter anderem Panzer, Munition, Luftabwehrsysteme und militärische Elektronik her und gehört zu den wichtigsten Rüstungslieferanten Europas.

Durch die veränderte sicherheitspolitische Lage in Europa hat Rheinmetall in den letzten Jahren stark an Bedeutung gewonnen und eine Renaissance des Geschäfts erlebt.

Im faktisch bereits abgeschlossenen Geschäftsjahr 2025 dürfte der Gewinn um 55 % auf 27,65 Euro je Aktie gestiegen sein – und das dürfte sich in ähnlicher Weise fortsetzen.
Für die Geschäftsjahre 2026 und 2027 werden jeweils auch Gewinnsprünge um die 50 % erwartet. Das Ergebnis dürfte sich bis 2027 auf über 60 Euro je Aktie verdoppeln.

Das spiegelt sich in einer entsprechend hohen Bewertung wider. Derzeit kommt Rheinmetall auf ein KGVe (2026) von 44,9.

Münchener Rück

Mit der Münchener Rück sind wir bei Platz 8 angekommen. Das Chance-Risiko-Verhältnis beim Rückversicherer ist tendenziell auch nicht schlecht.

Durch die jüngste Korrektur und die vorangegangene Seitwärtsbewegung seit Anfang 2025 ist das KGV auf etwa 11 gesunken. Langfristig pendelt das KGV um einen Wert von 11,4.

Die Aktie ist weitgehend fair bewertet, eine Kursrakete sollte man bei Wachstumsraten von 5 – 7 % jedoch nicht erwarten. Im Gegenzug erhalten Anleger eine recht solide Dividendenrendite in Höhe von 3,8 %.

Deutsche Bank

Die Deutsche Bank ist ein international tätiges deutsches Kreditinstitut und bietet Dienstleistungen in den Bereichen Investmentbanking, Firmenkundengeschäft, Privatkundenbank und Vermögensverwaltung an.

Seit dem Ende der Nullzinsphase hat dieses einstige Sorgenkind eine regelrechte Renaissance erlebt.
Der Gewinn konnte seit 2021 durchweg im zweistelligen Prozentbereich gesteigert werden.

Derzeit sehen die Konsensschätzungen für 2026 einen Anstieg des Gewinns um 9 % auf 3,33 Euro je Aktie vor. Die Deutsche Bank kommt demnach auf ein KGVe von 10,0.
Das ist im Verhältnis zu den Wachstumsraten aus meiner Sicht angebracht.

Mercedes

Mercedes, denke ich, bedarf keiner Vorstellung und vollendet die Top 10 der Schwergewichte im DAX.
Die gesamte Autobranche stand in den letzten Jahren vor großen Herausforderungen. Unter den großen deutschen Autobauern scheint Mercedes die Umwälzungen in der Branche am besten zu meistern – die Kursentwicklung spricht jedenfalls dafür.

Im Geschäftsjahr 2025 war der Gewinn dennoch spürbar rückläufig. Der Ausblick lässt jedoch hoffen, denn das Ergebnis soll um 40 % auf 6,78 Euro je Aktie steigen – damit steckt das Unternehmen aber noch mitten in der Aufholjagd, nachdem der Gewinn 2025 um etwa die Hälfte eingebrochen sein dürfte.

Mercedes Benz Aktie: Chart vom 19.01.2026, Kurs: 56,66 EUR - Kürzel: MBG | Online Broker LYNX
Mercedes Benz Aktie: Chart vom 19.01.2026, Kurs: 56,66 EUR – Kürzel: MBG | Quelle: TWS

Fazit:
Die fünf Halbschwergewichte haben einen Anteil von 17 % am DAX.  Gemeinsam kommen die zehn größten DAX-Konzerne also auf eine Gewichtung von knapp über 59 %.

Wer einordnen kann, wo die Schwergewichte stehen, weiß auch, wie es um den DAX steht.

Ich vollziehe diese Übung etwa einmal im Jahr und in Summe ist das Fazit wesentlich positiver, als ich es erwartet hätte.

Über den Autor

Tobias Krieg ist Chefanalyst bei LYNX Broker und Gründer von LongTerm-Value.
Er ist seit mehr als fünfzehn Jahren an der Börse aktiv, davon mehr als eine Dekade als leidenschaftlicher Vollzeit-Investor. Geprägt durch Vorbilder wie Charlie Munger, Peter Lynch und Bill Miller ist Value Investing der Grundsatz und Growth at a reasonable Price der Wahlspruch.
Denn auch gute Unternehmen können schlechte Investments sein. Ein attraktiver Einstiegskurs zum richtigen Zeitpunkt ist absolut entscheidend.

Analysemethode

Die Aktienanalysen von Tobias Krieg basieren auf einer Kombination aus Charttechnik und Fundamentalanalyse. Dabei liegt der Fokus auf der Bewertung von Unternehmen anhand ihrer finanziellen Kennzahlen, wie z. B. KGV, Cashflow oder Eigenkapitalrendite, sowie auf der Identifikation von überdurchschnittlichen Wachstumspotenzialen zu einem attraktiven Einstiegskurs.

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 19.01.2026 um 11:25 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Wer wirklich wissen will, wie es um den DAX steht, sollte die Schwergewichte durchleuchten. Wie steht es um SAP, Siemens, Allianz, Airbus und Telekom?

Im zweiten Teil der Analyse beleuchten wir: Siemens Energy, Rheinmetall, Munich Re, Deutsche Bank, Mercedes.

Der DAX hängt seit Wochen um das Allzeithoch und kommt nicht mehr weiter. Langsam bröckeln die Kurse, vielleicht ist der richtige Zeitpunkt gekommen, um über Gewinnmitnahmen nachzudenken.
Oder kann die Rallye weitergehen?

Die Top 5

SAP hat ab 2022 eine massive Rallye hingelegt, ist zuletzt aber wieder scharf zurückgekommen. Die Verlagerung des Geschäfts in die Cloud, war überfällig, nicht leicht, hat sich jedoch als richtig herausgestellt.

Durch die Umstellung auf ein Abo-Geschäft hat sich das Geschäft zu einer Cashflow-Maschine mit hoher Planbarkeit gewandelt. Es gibt immer weniger deutsche Unternehmen, die international noch in der Top-Liga mitspielen, doch bei SAP ist das der Fall.

Langfristig dürfte sich das Geschäft gut entwickeln und dank der umfassenden Korrektur ist die Bewertung auch wieder auf ein aus meiner Sicht vertretbares Niveau zurückgekommen.
Derzeit kommt SAP auf ein KGV von 33,3 und einen P/FCF von 29. In den letzten fünf Jahren lag das KGV durchschnittlich bei 23,7 und der P/FCF bei 33,6.

In den kommenden beiden Geschäftsjahren 2026 und 2027 werden jeweils Gewinnsteigerungen um 18 % erwartet. Der freie Cashflow soll in demselben Umfang zulegen.

Für den DAX sind das gute Nachrichten. Das absolute Schwergewicht im Index dürfte sich als Kurstreiber herausstellen.

Siemens

Bei Siemens sieht es bewertungstechnisch nicht ganz so gut aus aus. Aktuell kommt das zweite Schwergewicht auf ein KGV von 26,2.
Langfristig pendelt das KGV von Siemens um einen Mittelwert von 18,1. Im historischen Vergleich ist die Aktie demnach hoch bewertet.

Die Bullen stehen jedoch nicht mit leeren Händen da. Den Konsensschätzungen zufolge steht Siemens vor einer Phase mit erhöhter Wachstumsdynamik.

Im laufenden Geschäftsjahr, das noch bis Ende September 2026 läuft, soll das Ergebnis um 15 % auf 10,96 Euro je Aktie steigen.
Siemens kommt demnach auf ein KGVe von 23,7.

Siemens muss die hohen Erwartungen erfüllen, nur dann ist die vergleichsweise hohe Bewertung auch gerechtfertigt.

Airbus

Die Auftragsbücher von Airbus sind prall gefüllt, die nächsten 8 oder 10 Jahre wird man sich, was die Nachfrage angeht, wohl wenig Sorgen machen müssen.
Das Unternehmen hat derzeit offenbar nur zwei Probleme: Man kann die Kapazitäten nicht schnell genug ausbauen und man bekommt nicht genug Teile. Das gilt vor allem für Triebwerke.

Die Probleme sind größtenteils nicht hausgemacht und sollten mittelfristig in den Griff zu bekommen sein. Daher geht man derzeit davon aus, dass der Gewinn in den kommenden beiden Jahren um 21 – 24 % steigen wird.

Im Verhältnis dazu ist die Bewertung mit einem KGV von 33,7 vertretbar. Im langjährigen Durchschnitt pendelt das KGV von Airbus um einen Wert von 27 – allerdings waren die Wachstumsraten auch nie höher als derzeit.

Allianz

Die Bewertung von Allianz ist im Rahmen. Aktuell liegt das KGV bei 13,4. Langfristig pendelt die Bewertung um einen Mittelwert von 11,8.

Man könnte argumentieren, dass das KGV eine Ecke zu hoch ist. Durch das Zusammenspiel von etwa 7 % Gewinnwachstum und einer Dividende von knapp 4 % ist die zu erwartende Rendite dennoch nicht schlecht.

Deutsche Telekom

Mit der Deutschen Telekom folgt die Nummer 5 unter den Schwergewichten im DAX. Das Geschäft im Heimatmarkt entwickelt sich wie gewohnt eher träge, doch in den USA verzeichnet man dank T-Mobile US ein erhebliches Wachstum.

Inzwischen hat das Geschäft auf der anderen Seite des Ozeans Ausmaße angenommen, die die Dynamiken auf der Konzernebene verändert haben. Ich bin zwar, wie seit vielen Jahren, der Meinung, dass es vermutlich besser ist, T-Mobile US zu kaufen, aber auch für die Aktie der Deutschen Telekom sieht es aus meiner Sicht nicht schlecht aus.

Deutsche Telekom Aktie: Chart vom 19.01.2026, Kurs: 27,19 EUR - Kürzel: DTE | Online Broker LYNX
Deutsche Telekom Aktie: Chart vom 19.01.2026, Kurs: 27,19 EUR – Kürzel: DTE | Quelle: TWS

Derzeit liegt das KGV bei 13,6. Das ist weniger als im langjährigen Durchschnitt in Höhe von 14,2. Die Wachstumsraten im operativen Geschäft waren in dieser Zeit aber auch nicht so hoch wie heute.

Zwischenfazit:
In Summe kommen die fünf größten Unternehmen im DAX auf eine Gewichtung von 42 %. Die Konzentration ist noch stärker als im S&P 500 oder Nasdaq 100, auch wenn es die Börsenmedien gerne anders darstellen.

Im Endeffekt hängt Wohl und Wehe des deutschen Leitindex nahezu ausschließlich von diesen Aktien ab.
Im Verhältnis dazu ist die untere Hälfte des Index quasi zu vernachlässigen. Für den DAX-Kurs spielt es kaum eine Rolle, ob Zalando, Scout24 oder Brenntag um 100% steigen oder auf null fallen.

Die Bullen können sich bisher freuen. So schlecht sieht es für sie nicht aus, die meisten Schwergewichte bringen sogar Kurspotenzial mit.

Über den Autor

Tobias Krieg ist Chefanalyst bei LYNX Broker und Gründer von LongTerm-Value.
Er ist seit mehr als fünfzehn Jahren an der Börse aktiv, davon mehr als eine Dekade als leidenschaftlicher Vollzeit-Investor. Geprägt durch Vorbilder wie Charlie Munger, Peter Lynch und Bill Miller ist Value Investing der Grundsatz und Growth at a reasonable Price der Wahlspruch.
Denn auch gute Unternehmen können schlechte Investments sein. Ein attraktiver Einstiegskurs zum richtigen Zeitpunkt ist absolut entscheidend.

Analysemethode

Die Aktienanalysen von Tobias Krieg basieren auf einer Kombination aus Charttechnik und Fundamentalanalyse. Dabei liegt der Fokus auf der Bewertung von Unternehmen anhand ihrer finanziellen Kennzahlen, wie z. B. KGV, Cashflow oder Eigenkapitalrendite, sowie auf der Identifikation von überdurchschnittlichen Wachstumspotenzialen zu einem attraktiven Einstiegskurs.

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 14.01.2026 um 22:19 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Kurz vor der wichtigen Dezember-Abrechnung an der Terminbörse begann der DAX rapide zu steigen, überwand das bisherige Hoch und nahm problemlos die magische 25.000er-Marke. Der Index zeigte keine Schwäche, das bullische Lager dominierte alles – bis gestern.

Man ist es ja schon gar nicht mehr gewohnt: Am Ende des Mittwoch-Handels stand doch tatsächlich ein Minus zu Buche. -0,53 Prozent sind zwar alles andere als drastisch, trotzdem ist das der höchste Tagesverlust seit Mitte Dezember. Was diesen Tag bemerkenswert macht, ist aber nicht das Minus an sich, sondern die Konstellation, die daraus entstanden ist:

Wir sehen jetzt einen „Evening Star“, zu Deutsch Abendstern, im Chartbild. Eine potenziell bärische Formation in der Candlestick-Lehre, die aus einer grünen Kerze nach einem längeren Aufwärtsimpuls besteht, die von einem Doji und nach diesem von einer roten Kerze gefolgt wird. Die Aussage lautet: Das bullische Lager droht, die Kontrolle abzugeben.

DAX: Tages-Chart vom 14.01.2026, Kurs 25.286,24 Punkte, Kürzel: DAX | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
DAX: Tages-Chart vom 14.01.2026, Kurs 25.286,24 Punkte, Kürzel: DAX | Quelle: TWS

Im Gegensatz zu einem nahezu gleich aussehenden Doji, der am Donnerstag vergangener Woche auftauchte, wurde gestern nach den damit im Chartbild sichtbaren, einsetzenden Gewinnmitnahmen nicht sofort wieder mit entschlossenen Käufen zurückgeschlagen. Diesmal kamen die Käufer am Tag danach nicht zurück. Damit endete der Mittwoch mit einer roten Kerze. War es das also mit der DAX-Rallye?

Expertenmeinung: Das kann so sein, aber noch ist die Formation nur vorhanden. Was ihr noch fehlt, wäre eine Bestätigung. Denn ein „Evening Star“ braucht laut Regelwerk eine Bestätigung in Form weiterer Abgaben, die entweder gleich heute oder spätestens morgen zu einer erneuten, nennenswert langen roten Kerze führen. Will heißen: Erst, wenn wir im Chart sehen können, dass die Marktteilnehmer auf den „Evening Star“ auch tatsächlich mit Abgaben reagieren, ist er ein faktisches bärisches Signal. Und auch dann muss das Kind noch nicht im Brunnen liegen, denn:

DAX: Wochen-Chart vom 14.01.2026, Kurs 25.286,24 Punkte, Kürzel: DAX | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
DAX: Wochen-Chart vom 14.01.2026, Kurs 25.286,24 Punkte, Kürzel: DAX | Quelle: TWS

Alle Candlestick-Formationen haben nur eine Prognosereichweite von vier bis fünf Zeiteinheiten, d.h. hier, im Tageschart, würde der „Arm“ eines bestätigten „Evening Stars“ nur etwa eine Handelswoche weit reichen. Was hieße: Eine Korrektur wäre drin, für eine Trendumkehr müssten aber auch auf der Wochen- und sogar auf der Monatsebene entsprechend bärische Signale der Candlestick-Lehre oder der klassischen Charttechnik auftauchen – und da sehen wir bislang noch keine problematischen Signale.

Damit käme beim DAX im Fall einer Korrektur die jetzt als Unterstützung fungierende Zone zwischen 24.479 und 24.771 Punkten ins Spiel, die die Zwischenhochs seit Juni 2025 sowie die 20-Tage-Linie umfasst. Dieser Bereich wäre ein naheliegendes Ziel einer durch einen bestätigten „Evening Star“ ausgelösten Korrektur. Aber erst, wenn diese Zone brechen sollte, würde es für das bullische Lager wirklich ernst!

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.