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Nachdem der DAX in den letzten Monaten mehrfach gegen das im Januar markierte Rekordhoch angerannt war und immer wieder hängen blieb, gelang jetzt eher unverhofft, dafür aber mit Schwung, der Ausbruch. Die Art und Weise, wie das ablief, ist bemerkenswert.
Rein prozentual ist der Befreiungsschlag zwar noch nicht als signifikant zu bezeichnen, immerhin kam der deutsche Leitindex nur knapp 0,3 Prozent über der vormaligen Bestmarke von 25.507,79 Zählern zum Stehen. Aber das konnte man nicht gleich am ersten Tag des Ausbruchs verlangen. Schließlich hatte der Index am Vortag nur knapp über der 25.000er-Marke geschlossen und gestern dann satte 540 Punkte zugelegt.

Jetzt müssten ohnehin Anschlusskäufe kommen, um den Ausbruch zu zementieren. Wobei die jetzt als Support dienende Zone der vormaligen, markanten Zwischenhochs zwischen 25.406 und 25.508 Punkten noch nicht der alles entscheidende Auffangbereich sein kann, dazu liegt der Index noch zu nahe daran. Bis 25.000 könnte er durchaus zurücksetzen, bevor man Zweifel hegen sollte, ob das wirklich funktioniert mit dieser Wiederaufnahme der Hausse. Und erst, wenn der DAX die Kreuzunterstützung aus den letzten, unteren Wendepunkten und der 200-Tage-Linie im Bereich 24.250/24.280 Punkte „reißen“ sollte, wäre die Sache wirklich gescheitert und der Index auf einmal bärisch statt bullisch.

Natürlich kann das passieren, noch könnte die Sache für die Bullen scheitern. Aber die Art und Weise, wie sich dieser Ausbruch nach oben gestaltete, ist hochinteressant und unterstützt die Optimisten. Denn die Sache wirkt wie ein Pferdewechsel, wie man ihn einst beim Pony-Express sah, diesem Kurierdienst zu Pferd quer durch die USA, der in den 1860er-Jahren existierte:
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Expertenmeinung: Statt die beinahe zuschanden gerittenen, bisherigen Pferde zu zwingen, irgendwie noch weiterzulaufen, holten die Käufer die ausgeruhten, frischen Pferde aus dem Stall und reiten jetzt die für ihre neue Etappe. Will heißen: Die bisherigen Zugpferde der Hausse bleiben eher zurück; gekauft wurde, was vorher keiner haben wollte.
Bis auf die Titel aus dem Automobilsektor, bei denen man sich derzeit wirklich schwertäte, gute Argumente zum Einstieg zu finden und wo nur VW eine Gegenreaktion zeigte, liefen gestern sehr viele zuletzt zurückgebliebene Aktien sehr gut. Aktien, die nicht deswegen Underperformer im bisherigen Jahresverlauf waren, weil sie überbewertet gewesen wären oder negative Perspektiven für den Gewinn pro Aktie hätten. Das sind mehrheitlich Aktien, die vor allem deswegen nicht liefen, weil die Anleger ihr Kapital auf wenige, stark steigende Titel konzentriert hatten.
Wenn es gelingt, diese große Zahl an Aktien, die jetzt erste Ansätze einer Aufwärtswende zeigen, in solide, neue Aufwärtstrends zu überführen, würden auch abrutschende „Ex-Champions“ wie z.B. zuletzt Infineon oder Siemens den Anstieg des Index an sich nicht entscheidend bremsen. So, wie die Struktur innerhalb des DAX aussieht, an dem Tag, an dem endlich das Januar-Hoch überwunden wurde, haben die Bullen eine Chance, mit einer ganzen Reihe an frischen Pferden gut ans Ziel zu kommen.
Aber da nun einmal auch an der Börse nichts, was in der Zukunft liegt, wirklich sicher vorhersagbar ist, täte man gut daran, den Blick zwar nach oben zu richten, dabei aber trotzdem immer einen sicheren Stand im Blick zu haben – der sich durch konsequente Stoppkurse erreichen ließe. Denn noch ist dieser Ausbruch, wie gesagt, noch nicht in Stein gemeißelt.
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 02.07.2026 um 22:40 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
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