Renault Aktie aktuell Renault: Die Bullen greifen an … gelingt der Ausbruch?

News: Aktuelle Analyse der Renault Aktie

von |
In diesem Artikel

Renault
ISIN: FR0000131906
|
Ticker: RNO --- %

---
EUR
---% (1D)
1 W ---
1 M ---
1 J ---
Zur Renault Aktie

Renault fuhr 2020 einen Rekordverlust ein. Für 2021 rechnen die Analysten wieder mit Gewinnen, aber der Weg bleibt steinig. Die Aktie steht derweil vor einer charttechnischen Entscheidung: Befreiungsschlag oder Bruch der 200-Tage-Linie?

Ein Minus von 29,50 Euro pro Aktie, das war ein bis dahin unvorstellbarer Verlust, den der Renault-Konzern 2020 hinnehmen musste. Hätte der französische Staat nicht seine Hand über das Unternehmen gehalten und eine Kreditlinie von fünf Milliarden Euro gewährt, von denen bislang vier Milliarden abgerufen wurden, wäre es womöglich aus gewesen mit dem Traditionsunternehmen. Die Stabilisierung gelang, in diesem Jahr erwarten die Experten die Rückkehr in die Gewinnzone. Aber einfach wieder in alte Bahnen zurückzukehren, wird vorerst nicht gelingen.

Renault-Aktie: Wochen-Chart vom 27.05.2021, Kurs 34,21 Euro, Kürzel RNO | Online Broker LYNX

Denn Renault bekam ebenso wie alle anderen großen Automobilkonzerne bereits seit 2018 Gegenwind ab. Nach dem starken Jahr 2017, als der Konzern einen satten Gewinn in Höhe von fast 19 Euro pro Aktie einfuhr, der dazu führte, dass die Aktie Anfang 2018 kurzzeitig über 100 Euro notierte, ging es abwärts. 2019 rutschte das Unternehmen dann marginal in die roten Zahlen, bevor Corona 2020 dafür sorgte, dass sie tiefrot wurden. Und weder die Analysten noch Renault selbst rechnen damit, dass die „gute alte Zeit“ allzu bald wiederkehrt.

Die aktuellen Kurse, Charts, Dividenden und Kennzahlen zur Renault Aktie finden Sie hier.

Renault selbst konstatierte im Zuge der 2020er-Bilanz, dass das Jahr 2021 schwierig würde. Die Engpässe bei Halbleitern und die Corona-Problematik würden dazu führen, dass man weniger Fahrzeuge bauen werde als man eigentlich könnte. Gerade erst am Mittwoch meldete Renault, dass man die Produktion in einem indischen Werk für mehrere Tage stoppen müsse, da dort die Zahl der Corona-Infektionen aus dem Ruder gelaufen sei. Schwer vorstellbar, dass die Aktie in einem solchen Umfeld nach oben ausbrechen könnte – oder?

Sollten die Analysten richtig liegen (was man indes bei einer derart schwierig vorhersehbaren Branche nicht voraussetzen kann) würde Renault 2021 zwei Euro pro Aktie verdienen. 2022 wären es dann sieben, 2023 zehn Euro. Was aber immer noch gerade einmal gut die Hälfte der 2017er-Gewinne wäre. Aber immerhin, es würde vorangehen. Und das ist es, was für einen Anleger zählt, vorausgesetzt, er/sie würde nicht den Eindruck gewinnen, dass diese Rückkehr zu soliden Gewinnen längst im Aktienkurs eingepreist ist. Ist sie das?

Das ist Ansichtssache. Bezogen auf die 2021er-Gewinnerwartung von gut zwei Euro pro Aktie wäre der Renault-Kurs auch auf dem aktuellen Niveau schon zu teuer, denn das Kurs/Gewinn-Verhältnis (KGV) liegt bei Automobiltiteln normalerweise unter zehn. Und bei Renault, die ohnehin auch ohne Corona schon Probleme mit der Profitabilität haben, würde man eher noch einen Risikoabschlag einkalkulieren. In den letzten profitablen Jahren, 2017 und 2018, lag das KGV zum Jahresende sogar unter fünf. Derzeit läge es auf Basis der 2021er-Gewinschätzung über 15. Aber:

Für den geschätzten 2022er-Gewinn von sieben Euro läge das KGV auf aktuellem Kursniveau eben unter fünf – das würde passen. Die Frage ist also, ob genug Anleger an eine schnelle Erholung der Gewinne glauben und nicht auf das Hier und Jetzt, sondern auf das kommende Jahr blicken. Wäre das so, könnte die Aktie aus der jetzt erreichten, charttechnischen Entscheidungszone durchaus auch nach oben ausbrechen.

Sie sehen im Chart auf Tagesbasis, dass die Renault-Aktie zuletzt zweimal auf ihrer 200-Tage-Linie aufgesetzt hatte und sie verteidigen konnte. Das ist aber so lange brotlose Kunst, bis es gelingt, sich eindeutig nach oben abzusetzen. Der Versuch, das zu erreichen läuft, ist aber noch nicht abgeschlossen.

Renault-Aktie: Tages-Chart vom 27.05.2021, Kurs 34,21 Euro, Kürzel RNO | Online Broker LYNX

Der Kurs müsste nicht nur über die am Donnerstag bereits überbotene die März-Abwärtstrendlinie, aktuell durch die 20-Tage-Linie verstärkt, hinaus. Erst, wenn die Renault-Aktie mit Schlusskursen über 36 Euro auch die Nackenlinie der Toppbildung vom Februar und März überwunden hätte, ließe sich konstatieren, dass das Risiko, dass ein Bruch der 200-Tage-Linie wieder auf Talfahrt schickt, vom Tisch ist.

Sie möchten täglich vor Börsenstart unsere Chartanalysen per E-Mail erhalten?

Dann abonnieren Sie jetzt unseren kostenlosen Börsennewsletter mit aktuellen Börsennews.

--- ---

--- (---%)
Mkt Cap
Vol
Tageshoch
Tagestief
---
---
---
---

Displaying the --- chart

Heutigen Chart anzeigen


Nachricht schicken an Ronald Gehrt
  • Dieses Feld dient zur Validierung und sollte nicht verändert werden.

Vorherige Analysen der Renault Aktie

Renault ist ein in 125 Ländern aktiver Automobilhersteller. Zum Unternehmen gehören neben Renault auch Dacia und Alpine. Darüber hinaus besitzt man eine Beteiligung von 43% an Nissan. Mit Nissan und Mitsubishi befindet man sich in einer strategischen Partnerschaft und Allianz, die durch eine enge Zusammenarbeit geprägt ist. Die nächsten Quartalszahlen werden am 14. Februar veröffentlicht.

Der Sektor ist ein Minenfeld

Es dürfte für die meisten Leser keine Neuigkeit sein, ich bin kein großer Fan der Branche. Es ist ein schwieriges Geschäft, der Wettkampf ist hart. Man benötigt Unsummen an Kapital, um mithalten zu können. In vielen Fällen verschlingen die Investitionen faktisch alle Mittel, die man operative erwirtschaftet. Der gemeldete Gewinn ist meist nur ein Wunschtraum, hat mit der wirtschaftlichen Realität aber wenig zu tun. Genau das ist auch der Grund, warum Autobauer seit Jahren auf extrem niedrige KGVs kommen, die Aktien aber dennoch nicht laufen. Ein Blick auf den Cahsflow offenbart, wo der Hund begraben liegt. Manch ein Autobauer meldet zwar Milliardengewinne, der Cashflow tendiert aber gegen null. Noch problematischer ist die Lage aus meiner Sicht bei den Zulieferern. Auf die Branche kommen harte Zeiten zu. Daher habe ich in den letzten Jahren unzählige male vor den Aktien des Sektors gewarnt. Daran hat sich bis heute nichts geändert, auch wenn die Kursrisiken inzwischen deutlich geringer sind.

Die Kirche im Dorf

Am Ende gilt aber immer dasselbe. Selbst das beste Unternehmen der Welt ist nicht unendlich viel Wert und auch ein mittelprächtiges Unternehmen kann ein sehr attraktives Investment sein. Was zählt, ist der Preis. Im Spannungsfeld der zuvor beschriebenen Probleme sieht es bei Renault gar nicht so schlecht aus. In den letzten zehn Jahren ist der Umsatz von 33,71 auf 57,42 Mrd. Euro gestiegen. Die Bruttomarge hat sich positiv entwickelt. Der Gewinn stagniert dennoch und pendelt weitgehend zwischen 6 und 13 Euro je Aktie. Auch bei Renault liegt der freie Cashflow regelmäßig unter dem gemeldeten Gewinn. Das KGV trügt also. Doch Renault erwirtschaftet immerhin einen FCF, ganz im Gegensatz zu mancher Branchengröße. Bei einem freien Cashflow von 1,5 – 2,0 Mrd. Euro kommt Renault aktuell auf einen P/FCF von 5,0 – 6,6. Das ist nicht gerade viel und zeigt, dass man sich die Dividendenrendite von 5% durchaus leisten kann.

Übertreibung?

Das ist ein erster klarer Hinweis, dass es sich um eine Übertreibung zur Unterseite handeln könnte. Im laufenden Geschäftsjahr wird auch ein Gewinn von 7,10 Euro je Aktie erwartet. Das liegt in der „normalen“ Spanne der Vorjahre von 6 – 13 Euro. Dennoch ist die Aktie auf den tiefsten Stand seit 2012 gesunken. Renault ist heute nur noch die Hälfte Wert wie 2014, als man denselben Gewinn erzielt hat. Der Pessimismus ist also groß, ob er gerechtfertigt ist, ist wie immer fraglich. Die Börse übertreibt bekanntlich in beide Richtungen. Umgekehrt kann man ebenso eine Überlegung anstellen. Wenn Renault mittelfristig wieder einen Gewinn am oberen Ende der Spanne erzielen kann, entspräche der heutige Kurs einem KGV von unter 3.

Warum der Pessimismus?

Neben dem sinkenden Gewinn, der aktuell angespannten Konjunktur dürfte wohl vor allem ein Gerücht Druck auf den Kurs ausüben. Wie bereits eingehend angesprochen befindet sich Renault in einer Allianz mit Nissan und Mitsubishi. Medienberichten zufolge könnte diese Partnerschaft vor dem Aus stehen. Für Renault wäre das ein herber Schlag, denn alleine ist man wahrscheinlich nicht stark genug, um im internationalen Wettkampf mithalten zu können. Renault dementierte die Berichte natürlich, doch ganz zufrieden waren die asiatischen Partner zuletzt wohl nicht. Ende Januar hat man die Zuständigkeiten wohl neu verteilt. Ohne Ex-Chef Carlos Ghosn scheint die Allianz dennoch auf wackeligen Beinen zu stehen. Man muss sich als Investor also ernsthaft mit dieser Möglichkeit auseinandersetzen. Zerbricht die Allianz bleiben aus meiner Sicht vor allem zwei Optionen. Renault wird in diesem Szenario wohl nicht an der Nissan-Beteiligung festhalten. Für die Aktionäre der Franzosen könnte das ein gutes Geschäft sein, denn die Beteiligung könnte aktuell rund 9 Mrd. Euro bringen und der Börsenwert von Renault liegt nur bei 10,2 Mrd. Euro. Die zweite Möglichkeit ist eine Fusion, wie man es bereits mit Fiat angestrebt hatte, oder eben eine Übernahme durch einen größeren Konkurrenten.

Charttechnik

Noch ist kein Boden in Sicht, doch langsam rücken zentrale Unterstützungen in Reichweite. Nach der Finanzkrise hat die Aktie zwischen 23 und 33 Euro mehrere markante Tiefs ausgebildet. Wenn man bei Renault einsteigen möchte, sollte man mit Blick auf die hohe Volatilität über schrittweise Käufe nachdenken. Möglichkeiten für Antizykliker ergeben sich bei 34 sowie 30, 27 und 24 Euro. Prozyklische Singale ergäben sich über 40 und 42 Euro. Nachhaltig aufhellen würde sich das Chartbild aber erst über 48 Euro. Mehr als 7.700 Trader & Investoren folgen mir und meinen täglichen Ausführungen auf Guidants. Sind Sie mit Ihrem Broker wirklich zufrieden? Ich bin bei LYNX. Chart vom 11.02.2020 Kurs: 34,43 Kürzel: RNO - Wochenkerzen | LYNX Online Broker

Im Vergleich zum französischen Automobilkonzern Renault halten sich die deutschen Autobauer in diesem Jahr noch recht wacker. Bei Renault, die zudem ja noch ihre liebe Not mit der Allianz mit Nissan haben, rechnen die Analysten für 2019 im Schnitt mit einem spürbaren Gewinnrückgang um ein Drittel. Und das könnte womöglich noch nicht defensiv genug sein, denn am Donnerstagabend kurz nach dem europäischen Handelsende warnte Renault, dass der bisherige, konzerneigene Ausblick womöglich nicht gehalten werden könnte. Der Umsatz sei im dritten Quartal im Vorjahresvergleich um 1,6 Prozent gefallen, so Renault. Die Konsens-Schätzung der Analysten hatte da zuvor ein minimales Plus gesehen. Nachbörslich waren die Umsätze zwar gering, die Indikationen sind da weniger zuverlässig als bei marktbreiten Wall Street-Aktien, die auch außerbörslich stark gehandelt werden, wenn wichtige Zahlen auf den Tisch kommen. Aber die Reaktion war, wen mochte es wundern, negativ. Die Aktie, die im Handel in Paris bei 54,86 Euro geschlossen hatte, notierte zum letzten Kurs im Späthandel in Frankfurt bei 52,00 Euro, auf der Tradegate-Plattform gegen 20 Uhr bei 53,10 Euro. Kippt das die Chance auf eine Trendwende nach oben, um die sich die Trader nicht nur hier, sondern bei allen Automobilaktien in den letzten Tagen bemüht haben? Expertenmeinung: Sollte das Minus im heutigen, regulären Handel in dieser Größenordnung bleiben, Renault im Bereich um 52/53 Euro schließen, wäre das Risiko, dass es so kommt, zumindest recht hoch. Sie sehen im Chart, dass die Aktie durch die jüngste Rallye die Basis für einen umgekehrte Schulter-Kopf-Schulter-Formation gelegt hat, die mit dem Ausbruch über die bei 58 Euro verlaufende Nackenlinie der Formation vollendet wäre. So aber wurde der Kurs an einer ungünstigen Stelle ausgebremst: genau an der im Chart dick schwarz hervorgehobenen 200-Tage-Linie. Grundsätzlich würde die Chance auf eine Aufwärts-Wende so lange erhalten bleiben, bis die Aktie das letzte Zwischentief mit Schlusskursen unter 49 Euro klar unterboten hätte. Denn Schulter-Kopf-Schulter-Formationen mit zwei rechten Schultern kommen vor und widersprechen dem charttechnischen Regelwerk nicht. Aber die Menge an belastenden Aspekten hat die Chance hierfür deutlich verringert. Immerhin mussten die Akteure am Donnerstag erkennen, dass der geregelte BrExit allemal noch schiefgehen kann. Das derzeitige Verhalten des US-Präsidenten macht klar, dass das Thema eines Handelskriegs mit den USA keineswegs weniger wahrscheinlich ist wie zuvor. Renault selbst liefert „bad news“ ab. Und der Terminbörsen-Abrechnungstermin, der die Aktie womöglich entscheidend höher zog, geht heute über die Bühne. Da müsste Renault heute schon positiv überraschen, deutlich besser schließen als dies die nachbörslichen Kurse des Donnerstags erwarten lassen. Ansonsten sollte man hier auf der Long-Seite überlegen, sich sicherheitshalber erst einmal zurückzuziehen. Renault Aktie: Chart vom 17.10.2019, Kurs 54,86 Euro, Kürzel RNO | LYNK Online Broker