Oracle Cloud besser als Google?

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Oracle
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Zur Oracle Aktie

Oracle gehört zu den größten Software- und Hardware-Unternehmen auf unserem Planeten.

Zu meinen Favoriten gehörte das Unternehmen allerdings nie und dafür gab es gute Gründe.
Oracle ist zwar hochprofitabel und erwirtschaftet jedes Jahr Milliarden, für eine sehr lange Zeit rannte man der Konkurrenz allerdings hinterher.

Es gelang dem Unternehmen schlichtweg nicht zu wachsen. Was man mit dem einen Produkt gewann, verlor man an anderer Stelle wieder.

Unter dem Strich führte das dazu, dass der Umsatz in den neun Jahren vor Corona nur von 37,1 auf 39,0 Mrd. USD zulegte. Inflationsbereinigt sind die Einnahmen also gesunken.
Es ist fast schon erstaunlich, dass es Oracle dennoch gelungen ist, den Gewinn von rund 10 Mrd. USD weitgehend stabil zu halten.

Befeuert durch massive Aktienrückkäufe kletterte das Ergebnis sogar von 1,96 auf 3,08 USD je Aktie.
Das entspricht einem durchschnittlichen Gewinnwachstum von weniger als 6%. Das ist mager, vor allem in dieser Branche.

Hat sich Oracle neu erfunden?

Über weite Strecken schien es so, als würde Oracle auch im Cloud-Segment den Kürzeren ziehen und den Konkurrenten wie Amazon, Microsoft und Google klar unterliegen.

Durch eine ganze Reihe technischer Innovationen ist in den letzten Monaten allerdings Bemerkenswertes passiert.

Im letzten Geschäftsjahr verzeichnete ein Umsatzplus von 4%. Das hört sich nicht viel an, für Oracle ist es allerdings das höchste Wachstum seit Jahren.
Außerdem führte es zu einem Gewinnsprung um 21% auf 4,67 USD je Aktie.

Der Hauptgrund dafür ist, dass das margenschwache Altgeschäft mit Hardware und Services rückläufig ist, im Gegenzug aber das hochprofitable Cloudgeschäft massive Zuwächse verzeichnen konnte.

Die neue Oracle

Im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres konnte man an die starke Entwicklung anknüpfen. Die Zahlen wurden am 13. September nach Börsenschluss vorgelegt.

Der Umsatz legte um 4% auf 9,7 Mrd. USD zu und das Ergebnis kletterte um 11% auf 1,03 USD je Aktie.

Die Zusammensetzung war ähnlich, wie zuvor beschrieben. Das Altgeschäft stagnierte überwiegend oder war rückläufig und das Cloudgeschäft gewinnt immer mehr an Bedeutung.

Inzwischen entfallen auf Cloud IaaS und SaaS ein Viertel des Konzernumsatzes und ein noch größerer Teil des Gewinns.
Setzt sich diese Entwicklung fort, sieht es für Oracle perspektivisch besser aus, als es kaum jemand vor einigen Jahren gedacht hätte.

Google abgehängt?

Branchenkennern und einem Gartner-Report hat es Oracle zuletzt aber geschafft, zu den „Big 3“ (Amazon, Microsoft, Google) aufzuschließen.

Dazu beigetragen hat unter anderem die neue Generation der MySQL-Database. Nach den Worten von Oracle-CEO Catz hätten viele Kunden festgestellte, dass der neue MySQL-Cloud-Service schneller, günstiger und benutzerfreundlicher als die Angebote von SnowFlake, Aurora oder Redshift ist.

Einem Bericht von Cloudwars ist man qualitativ sogar an Google vorbeigezogen. Vor wenigen Monaten wäre das undenkbar gewesen.

Wir werden sehen, ob man sich wirklich durchsetzen kann. Noch ist das Cloud-Geschäft von Oracle klein und es wird ein Kraftakt, sich Marktanteile zu sichern.

Gelingt es allerdings, sich dauerhaft nennenswerte oder gar steigende Marktanteile zu sicher, ändert das die Perspektive von Oracle grundlegend.

Im Verhältnis dazu scheint die Bewertung von Oracle im Rahmen zu sein. Eine P/E von 19,0 dürfte in diesem Marktumfeld die wenigsten Anleger abschrecken, auch wenn die P/E in den letzten fünf Jahren durchschnittlich nur bei 15,0 lag.

Chart vom 14.09.2021 Kurs: 87,25 Kürzel: ORCL - Tageskerzen | Online Broker LYNX
Chart vom 14.09.2021 Kurs: 87,25 Kürzel: ORCL – Tageskerzen

Aus technischer Sicht ist die Situation ebenfalls interessant. Oracle notiert nach den Zahlen schwächer und ist an das untere Ende des Trendkanals zurückgekommen.

Fällt die Aktie jetzt unter 87 USD, könnte das eine größere Korrektur einleiten, die für antizyklische Anleger entsprechende Gelegenheiten mit sich bringen würde, zum Beispiel bei Kursen zwischen 80,00 und 82,50 USD.

Solange die Aktie allerdings nicht unter 87 USD fällt, sitzen die Bullen fest im Sattel und es könnte zeitnah zu einer Erholung in Richtung 90,80 USD kommen.

Gelingt ein Ausbruch über 90,80 USD, kommt es zu einem prozyklischen Kaufsignal mit extrapolierten Kurszielen bei 97,50 und 100,00 USD.

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Oracle ist einer der weltweit führenden Anbieter für Unternehmenssoftware.

Cashmaschine

Es gibt neben SAP wohl kaum ein Unternehmen, dessen Produkte derartig verbreitet sind, wie die von Oracle.
Jedes größere Unternehmen greift auf die beiden zurück.

Das große Wachstum findet bei Oracle dennoch nicht statt. Es scheint fast so, als wäre man schon überall. Wohin soll man dann noch wachsen?

Der Umsatz kletterte in den letzten zehn Jahren von 35,62 auf 39,07 Mrd. USD.
Der Gewinn stieg im selben Zeitraum von 8,55 auf 10,14 Mrd. USD. Berauschend ist das auf den ersten Blick nicht, wären da nicht einige andere Faktoren.

Die operative Marge ist mit über 35% außerordentlich hoch und der Kapitalbedarf für ein Unternehmen in dieser Größenordnung erstaunlich gering.

Mit einem freien Cashflow von zuletzt mehr als 11 Mrd. USD spielt man in der ersten Liga mit.
Die freien Mittel hat man bisher vor allem für massive Buybacks genutzt. In der jüngeren Vergangenheit war das Tempo, mit dem man eigene Aktien zurückgekauft hat geradezu atemberaubend.
In den letzten beiden Jahren hat man fast ein Viertel aller ausstehenden Papiere eingezogen.

Trotzdem hat Oracle auch jetzt noch 43 Mrd. USD an Barmitteln.

Richtungswechsel

Langsam zeichnet sich aber ein Richtungswechsel ab. Es ist nur begrenzt sinnvoll ständig eigene Aktien zu kaufen.

Daher hat man in den letzten Jahren mehr als ein halbes Dutzend Unternehmen aus den Bereichen Cloud, SaaS, Data-Science usw. übernommen.

Bisher schlägt sich das noch nicht in den Konzernzahlen nieder, einige Hundert Millionen an Umsatz bemerkt man bei einem derartigen Giganten eben kaum. Dennoch ist es wichtig, dass man sich immer wieder neue Geschäftszweige erschließt.

Kleine Zukäufe in aussichtsreichen Branchen und Wachstumsmärkten sind ein Mittel.

Der Große Coup

Jetzt könnte es allerdings um einen größeren Brocken gehen. Tik Tok ist zu einem politischen Spielball im Kampf zwischen den USA und China geworden.

Allem Anschein nach wird die chinesische Tik-Tok-Mutter Bytedance das US-Geschäft veräußern müssen.
Die USA drohen andernfalls mit einer Abschaltung der App.

Es ist recht erstaunlich, wer Interesse angemeldet hat. Wenn in der Bieterliste Namen wie Microsoft auftauchen, dürfte das niemand überraschen. Aber selbst Wal-Mart hat wohl ein Gebot abgegeben.

Presseberichten zufolge könnte aber Oracle als Sieger hervorgegangen sein. Ob sich das als kluges Investment herausstellen wird, muss sich noch zeigen.

Der Preis ist heiß

Denn der Preis dürfte es wohl in sich haben. Vor allem, da es derzeit wohl zu einem Bietergefecht kommt und Bytedance in der letzten Finanzierungsrunde bereits mit dem fünfzigfachen des Jahresumsatzes bewertet wurde.

Denken Sie nur kurz darüber nach, was das in der Realität bedeutet. Wenn Sie heute 50 Mrd. USD für ein Unternehmen zahlen, welches 1 Mrd. USD an Umsatz erwirtschaftet.
Wie lange wird es dauern, bis dieses Unternehmen mehr als 50 Mrd. an Gewinn – nicht Umsatz – erwirtschaftet hat?
Und genau darum geht es eigentlich. Man will das investierte Geld schließlich vermehren und irgendwann wieder zurück.

Beigeisterte Anleger?

Ebenso könnte man argumentieren, dass es Oracle auch nicht viel bringt, auf 43 Mrd. USD an Barmitteln zu sitzen.
Da ist es besser, sie zu investieren.

Außerdem dürfte Tik Tok die Fantasie der Anleger beflügeln. Endlich hätte der Konzern wieder einen Wachstumstreiber von nennenswerter Größe.

Das könnte dann auch den Aktienkurs beflügeln. Darüber hinaus ist Oracle auch ohne den Deal nicht hoch bewertet.
Die P/E liegt bei 18,5. Das ist für Oracle normal und im Vergleich zum breiten Markt eher günstig.

Chart

Oracle ist übergeordnet bullisch und der Aufwärtstrend ist intakt. Für antizyklische Anleger bieten sich mehrere Möglichkeiten an. Zwischen 52,50 und 45 USD reihen sich die Supports regelrecht auf.

Ein mögliches Kursziel liegt bei 60 USD. Darüber kommt es zu einem prozyklischen Kaufsignal mit extrapolierten Kurszielen bei 64 und 69 USD.

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Chart vom 14.09.2020 Kurs: 57 Kürzel: ORCL - Wochenkerzen | Online Broker LYNX
Chart vom 14.09.2020 Kurs: 57 Kürzel: ORCL – Wochenkerzen

Oracle ist einer der weltweit führenden Anbieter für Unternehmenssoftware.

Pro

Die langfristige Entwicklung von Oracle ist durchaus beeindruckend. In den letzten zehn Jahren konnte der Umsatz von 32,25 auf 39,83 Mrd. USD gesteigert werden. Die operative Marge ist mit 35% außerordentlich hoch. Darüber hinaus ist das Geschäft nicht kapitalintensiv, daher liegt der freie Cashflow meist noch weit über dem Gewinn. Die freien Mittel nutzt der Konzern vor allem für stetige Aktienrückkäufe sowie steigende Ausschüttungen. Die Dividende wurde in der letzten Dekade von 0,05 auf 0,76 USD je Aktie erhöht. Das Ergebnis kletterte im selben Zeitraum von 1,44 auf 3,12 USD je Aktie. Und das dürfte auch in Zukunft so bleiben, denn kaum ein namhaftes Unternehmen greift nicht auf die Services von Oracle zurück. Es hört sich fast zu gut an, um wahr zu sein.

Contra

Wären das alle Eckdaten und Fakten, würde es für die Aktie wohl kein Halten mehr geben. Tatsächlich gibt es aber eine ganze Reihe junger Unternehmen, die Oracle das Leben schwer machen. Sie drängen in den Cloud-Markt und drohen technologisch vorbeizuziehen. Dieser Umstand ist Oracle glücklicherweise nicht entgangen und man nutzt den freien Cashflow von zuletzt 13,65 Mrd. USD für strategische Zukäufe. In den letzten Jahren hat man mehr als ein halbes Dutzend Unternehmen aus den Bereichen Cloud, SaaS, Data-Science usw. übernommen. Ob diese Zukäufe ein Erfolg werden, muss sich allerdings noch zeigen. Bisher schlägt es sich noch nicht auf den Umsatz und Gewinn des Konzerns nieder. Tatsächlich stagnieren Umsatz, Gewinn und Cashflow seit einigen Jahren. Nur durch Buybacks legte das Ergebnis je Aktie zuverlässig weiter zu.

Ausblick und Bewertung

In welcher Geschwindigkeit Oracle derzeit eigene Aktien zurückkauft, ist aber geradezu atemberaubend. In den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres, wurde die Zahl der ausstehenden Papiere von 4,15 auf 3,72 Milliarden eingedampft. Der Umsatz legte in diesem Zeitraum um 2,3% auf 19,9 Mrd. USD zu, der operative Gewinn um 1,0% auf 9,28 Mrd. USD. Das Ergebnis je Aktie stieg durch die Rückkäufe um 13,6% auf 2,49 USD. Im Gesamtjahr und anschließend werden Wachstumsraten von 7-10% erwartet. Wie nachhaltig das ist, sollte man jedoch hinterfragen. Oracle kommt derzeit auf eine P/E von 16,6 und eine forward P/E von 15. In den letzten fünf Jahren lag der Wert durchschnittlich bei 15,2. Die Aktie scheint bewertungstechnisch also eher ausgereizt zu sein. Bei Großinvestoren stand die Aktie in den letzten beiden Quartalen ebenfalls auf der Abschussliste.

Charttechnik

Unter dem Strich kommt Oracle seit 2017 nicht mehr vom Fleck und pendelt seitwärts. Kurzfristig scheint das Potenzial ebenfalls ausgeschöpft zu sein. Fällt die Aktie nachhaltig unter 52 USD, kommt es zu einem Verkaufssignal. In diesem Fall droht eine Korrektur mit möglichen Kurszielen bei 48 sowie 47 und 44 USD. Mehr als 5.300 Trader & Investoren folgen mir und meinen täglichen Ausführungen auf Guidants. Chart vom 29.05.2019 Kurs: 51,75 Kürzel: ORCL - Wochenkerzen | LYNX Online Broker