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Oracle Aktie Prognose Oracle -10 %. Möglicher Sargnagel für die KI-Rallye?

News: Aktuelle Analyse der Oracle Aktie

In diesem Artikel
Oracle
ISIN: US68389X1054
|
Ticker: ORCL --- %
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Börse: --

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Gültigkeit der Analyse
1 Woche
Erwartung: Neutral
Zur Oracle Aktie

Die Aktienanalysen von Tobias Krieg basieren auf einer Kombination aus Charttechnik und Fundamentalanalyse. Dabei liegt der Fokus auf der Bewertung von Unternehmen anhand ihrer finanziellen Kennzahlen, wie z. B. KGV, Cashflow oder Eigenkapitalrendite, sowie auf der Identifikation von überdurchschnittlichen Wachstumspotenzialen zu einem attraktiven Einstiegskurs.

Hören Sie sich die Audioversion dieses Artikels an (KI-generiert).

Oracle verliert zweistellig, doch steckt hinter dem Kurssturz wirklich eine Schwäche der KI-Story oder übersehen Anleger die entscheidenden Fakten?

Valide Kritikpunkte

Oracle sorgt für Ernüchterung an der Börse. Nachdem der Softwarekonzern seine Zahlen für das vierte Quartal vorgelegt hatte, verlor die Aktie im nachbörslichen Handel zeitweise rund zehn Prozent.

Auf den ersten Blick scheint die Reaktion nachvollziehbar. Wer jedoch genauer hinschaut, erkennt schnell, dass die gängigen Erklärungen für den Kursrückgang zu kurz greifen.

In den meisten Börsenmedien wird vor allem auf drei Punkte verwiesen. Erstens blieb das kombinierte Cloud-Geschäft aus Infrastruktur- und Softwarediensten mit 9,91 Mrd. USD knapp unter den Erwartungen von rund 10 Mrd. USD.
Während das Infrastrukturgeschäft weiterhin dynamisch wächst und von der hohen Nachfrage nach KI-Rechenleistung profitiert, entwickelten sich die Cloud-Anwendungen etwas schwächer als prognostiziert. Auch das klassische Softwaregeschäft verzeichnete einen leichten Rückgang.

Zweitens kritisieren Marktteilnehmer die unveränderte Prognose für das Geschäftsjahr 2027. Oracle hält weiterhin an seinem Umsatzziel von 90 Mrd. USD fest und verzichtete trotz der starken Nachfrage auf eine Anhebung der Ziele. Für manche Investoren war das offenbar zu wenig.

Die angeblichen Probleme sind alles andere als neu

Besonders häufig wird angeführt, dass Oracle vor einer Phase enormer Investitionen steht. Um die wachsende Nachfrage nach Cloud- und KI-Infrastruktur bedienen zu können, muss das Unternehmen seine Rechenzentrumskapazitäten massiv ausbauen.

Die dafür notwendigen Ausgaben werden den Cashflow in den kommenden Jahren belasten. Geplant sind Finanzierungsmaßnahmen von insgesamt rund 40 Milliarden Dollar, darunter auch die Ausgabe neuer Aktien im Volumen von etwa 20 Milliarden Dollar.

Das Problem dieser Argumentation: Wirklich neu ist daran nichts. Oracle kommuniziert den hohen Kapitalbedarf bereits seit längerer Zeit. Auch die milliardenschweren Investitionen in Rechenzentren sind eine direkte Folge der außergewöhnlich starken Nachfrage.
Bricht man die Kritik an den hohen Investitionen herunter, bedeutet das, dass im Kern auch die hohe Nachfrage negativ gesehen wird. Das ergibt aus meiner Sicht wenig Sinn.

Als alleinige Erklärung für den deutlichen Kursrückgang eignet sich dieser Punkt daher nur bedingt. Vor allem, da nichts an den Aussagen im Quartalsbericht wirklich neu ist.

Warum die positiven Entwicklungen kaum Beachtung finden

Noch wichtiger ist aber, dass die Berichterstattung aus meiner Sicht in vielen Fällen einseitig ist. Dahinter steckt vermutlich keine böse Absicht, denn aus Autorensicht ist es schlichtweg die logische Herangehensweise, nach negativen Kursreaktionen über die Gründe für diese Kursreaktion zu schreiben.

Dabei geraten die positiven Entwicklungen aber regelmäßig in den Hintergrund, selbst wenn sie eigentlich schwerer wiegen. Eine objektive Einschätzung der Lage ist aber nur möglich, wenn beide Seiten der Medaille beleuchtet werden.
Die Bärenseite haben wir bereits abgehakt, widmen wir uns jetzt der Bullenseite.

Der Gewinn lag in Q4 mit 2,11 USD je Aktie weit über den Erwartungen von 1,96 USD. Mit einem Umsatz von 19,2 Mrd. USD wurden die Analystenschätzungen von 19,1 Mrd. USD ebenfalls übertroffen.
Auf Jahressicht entspricht das einem Umsatzplus von 21 % und einem Gewinnsprung von 24 %.

Die operative Marge hat sich von 32 % auf 45 % verbessert. Das hohe Wachstum geht demnach nicht auf Kosten der Profitabilität.

Dadurch verändert sich die Rechnung drastisch

Der Auftragsbestand ist im letzten Quartal von 553 auf 638 Mrd. USD gestiegen. Laut Oracle entfällt der überwiegende Teil der neuen Auftragseingänge auf groß angelegte KI-Verträge, bei denen die Kunden im Voraus bezahlen.

Das könnte man als Gamechanger bezeichnen. Denn diese Deal-Struktur ist für Oracle sehr viel attraktiver, da es den Kapitalbedarf reduziert, Zinskosten senkt und obendrein das Risiko reduziert.

Die Gesamtsumme der Verträge, die bereits per Vorauszahlung (Prepayment) oder durch vom Kunden bereitgestellte Hardware abgedeckt sind, beläuft sich auf 75 Milliarden Dollar.
Dazu passt auch die neue Capex-Prognose in Höhe von 70 Mrd. USD. Bislang wurden 80 – 100 Mrd. USD erwartet.

(„Most of the RPO increase in both Q3 and Q4 were large scale AI contracts where the customer prepaid Oracle for the purchase of the GPUs, or the customer bought and supplied the GPUs to Oracle. The prepaid and customer supplied hardware portions of our large AI contracts now total $75 billion. This substantially reduces the amount of capital Oracle must raise to build out our AI datacenters.“)

Das dürfte auch einer der Gründe sein, warum Oracle in diesem Kalenderjahr keine neuen Schulden aufnehmen wird. Sollte sich dieses Modell durchsetzen, könnte Oracle in den kommenden Jahren einen geringeren Bedarf an Fremdkapital haben als bisher angenommen.
Das könnte eines der wichtigsten Argumente der Bären entkräften.

Plötzlich sind langfristige Verträge schlecht

Dasselbe gilt für folgende Aussagen. Zuletzt wurde die lange Laufzeit der Verträge gerne als Argument gegen Oracle angeführt – angeblich bringe das eine hohe Unsicherheit mit sich.
Ebenso gut könnte man argumentieren, dass das eine besonders hohe Planungssicherheit mit sich bringt, aber sei’s drum.

Oracle zufolge sollten 12 % des Auftragsbestands in Höhe von 638 Mrd. USD in den kommenden 12 Monaten realisiert werden.
Das entspräche einem KI-Umsatz von 76,6 Mrd. USD im gerade angebrochenen Geschäftsjahr.

Weitere 34 % sollen in den darauffolgenden 24 Monaten realisiert werden.
Im Falle einer linearen Steigerung würde der KI-Umsatz im kommenden Geschäftsjahr von 76,6 auf 97,8 Mrd. USD steigen und im Folgejahr 119,1 Mrd. USD erreichen.

Darüber hinaus wurde die Prognose für den Gewinn im laufenden Geschäftsjahr auf 8,05 USD je Aktie erhöht.
Oracle notiert vorbörslich bei etwa 181 USD, was einer forward P/E von 22,5 entspricht.

Oracle Aktie: Chart vom 11.06.2026, Kurs: 201,26 USD – Kürzel: ORCL | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Oracle Aktie: Chart vom 11.06.2026, Kurs: 201,26 USD – Kürzel: ORCL | Quelle: TWS

Sollte sich der Abverkauf im regulären Handel bestätigen, wird dadurch ein Verkaufssignal mit einem möglichen Kursziel bei 175 USD ausgelöst. Sollte diese Unterstützung ebenfalls durchbrochen werden, könnte der langfristige Aufwärtstrend nahe 150 USD angesteuert werden.

Gelingt hingegen eine Rückkehr über 195 USD, würde sich die Lage entspannen. In diesem Szenario wäre eine Erholung in Richtung 204 oder 218 USD möglich.

Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 11.06.2026 um 10:49 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.


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Tobias Krieg ist Chefanalyst bei LYNX Broker und Gründer von LongTerm-Value.
Er ist seit mehr als fünfzehn Jahren an der Börse aktiv, davon mehr als eine Dekade als leidenschaftlicher Vollzeit-Investor. Geprägt durch Vorbilder wie Charlie Munger, Peter Lynch und Bill Miller ist Value Investing der Grundsatz und Growth at a reasonable Price der Wahlspruch.
Denn auch gute Unternehmen können schlechte Investments sein. Ein attraktiver Einstiegskurs zum richtigen Zeitpunkt ist absolut entscheidend.

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Vorherige Analysen der Oracle Aktie

01.06.2026
08:30 Uhr

Oracle mit Ausbruch über wichtige Marke — Achim Mautz

Chart-Betrachtungszeitraum: 6 Monate
Charttrend: Bullisch
Gültigkeit der Analyse: 2 Wochen
Erwartung: Bullisch
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 01.06.2026 um 7:45 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Lange Zeit hinkte der Softwarekonzern zahlreichen Technologiewerten hinterher, doch zuletzt hat sich das Bild deutlich aufgehellt. Mit dem Ausbruch über die Marke von 200 USD hat die Oracle-Aktie Ende der vorigen Woche einen wichtigen technischen Schritt vollzogen.

Dabei wurde nicht nur ein markanter Widerstand überwunden, sondern zugleich eine Schulter-Kopf-Schulter-Formation nach oben aufgelöst. Auffällig ist die Dynamik des Ausbruchs, denn auch die viel beachtete 200-Tage-Linie wurde mit hohem Momentum zurückerobert. Die Aktie unterstreicht damit sowohl den bestehenden mittelfristigen Aufwärtstrend als auch einen möglichen langfristigen Trendwechsel. Die Folge höherer Hochs und höherer Tiefs bleibt intakt. Der Trendverlauf präsentiert sich derzeit eher bullisch, und die Käufer dominieren aktuell das Geschehen.

Expertenmeinung: Nach dem Ausbruch richtet sich der Fokus nun auf die Verteidigung des frisch überwundenen Widerstandsbereichs. Gelingt es den Käufern, die Aktie oberhalb dieser Zone zu stabilisieren, könnte die laufende Aufwärtsbewegung an Dynamik gewinnen. Kurzfristige Rücksetzer wären nach dem starken Anstieg durchaus nachvollziehbar und würden am positiven Gesamtbild vorerst wenig ändern. Solange die Aktie oberhalb der Ebene von 200 USD notiert und die Serie höherer Tiefs fortsetzt, bleiben die technischen Voraussetzungen für weiter steigende Kurse insgesamt günstig.

Aussicht: Bullisch

Oracle Aktie: Chart vom 29.05.2026, Kurs: 225.78 USD, Kürzel: ORCL | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Oracle Aktie: Chart vom 29.05.2026, Kurs: 225.78 USD, Kürzel: ORCL | Quelle: TWS
Über den Autor

Der renommierte Börsenjournalist Achim Mautz ist professioneller Day- und Swingtrader mit besonderem Fokus auf die US Märkte. Außerdem ist er Vorstand des Börsenclubs ratgebergeld.at und gerichtlich beeidigter Sachverständiger für den Bereich Wertpapierdienstleistungen in Österreich. Seit über 10 Jahren ist er für den Online-Broker LYNX als Börsenexperte tätig und wird unter anderem für seine täglichen Wertpapieranalysen in unserem Börsenblick geschätzt.

Analysemethode

Die Analysen von Achim Mautz basieren überwiegend auf der Technischen Analyse. Dabei nutzt der Autor, gestützt auf seine langjährige Handelserfahrung, bewährte Methoden der Chartanalyse. Er untersucht Wertpapiere unter anderem anhand von Chartmustern, Trendsignalen Unterstützungen, Widerständen und gleitenden Durchschnitten.

18.05.2026
08:12 Uhr

Oracle: Wie stabil ist diese Erholung wirklich? — Achim Mautz

Chart-Betrachtungszeitraum: 6 Monate
Charttrend: Bullisch
Gültigkeit der Analyse: 2 Wochen
Erwartung: Bullisch
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 18.05.2026 um 7:59 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Software-Aktien gehörten im letzten Halbjahr über weite Strecken nicht zu den Favoriten an der Wall Street. Viele Anleger mieden die Branche und konzentrierten sich stattdessen auf Halbleiter- und KI-Werte.

Erst seit einigen Wochen kehren schrittweise wieder positivere Tendenzen in den Software-Sektor zurück. Dieses Bild zeigt sich mittlerweile auch bei der Oracle-Aktie. Nach der schwachen Phase zu Jahresbeginn gelang dem Papier eine technisch saubere Stabilisierung, und inzwischen ist wieder eine Struktur aus höheren Hochs und höheren Tiefs erkennbar. Die Käuferseite konnte zuletzt wieder mehr Einfluss gewinnen, wodurch sich die Trendwende aus technischer Sicht zunehmend bestätigt hat. Nun steht jedoch bereits die nächste wichtige Bewährungsprobe bevor. Die Kurse haben sich der viel beachteten 200-Tage-Linie angenähert, die kurzfristig als markanter Widerstand fungieren könnte. An dieser Zone dürfte sich zeigen, ob die Folge höherer Tiefs weiter Bestand haben kann.

Expertenmeinung: Die aktuelle Aufwärtsbewegung wirkt bislang konstruktiv, dennoch dürfte die 200-Tage-Linie nun zum zentralen Gradmesser werden. Ein Ausbruch über diesen Bereich könnte weiteres Momentum freisetzen und zusätzliche Marktteilnehmer auf die Aktie aufmerksam machen. Sollten die Kurse hingegen an dieser Hürde scheitern, wäre eine technische Konsolidierung nicht ungewöhnlich. Wichtig bleibt dabei, dass mögliche Rücksetzer oberhalb der zuletzt gebildeten Zwischentiefs bei 180.87 USD verlaufen. Gelingt dies, könnte die positive Trendstruktur vorerst intakt bleiben.

Aussicht: Bullisch

Oracle Aktie: Chart vom 15.05.2026, Kurs: 192.95 USD, Kürzel: ORCL | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Oracle Aktie: Chart vom 15.05.2026, Kurs: 192.95 USD, Kürzel: ORCL | Quelle: TWS
Über den Autor

Der renommierte Börsenjournalist Achim Mautz ist professioneller Day- und Swingtrader mit besonderem Fokus auf die US Märkte. Außerdem ist er Vorstand des Börsenclubs ratgebergeld.at und gerichtlich beeidigter Sachverständiger für den Bereich Wertpapierdienstleistungen in Österreich. Seit über 10 Jahren ist er für den Online-Broker LYNX als Börsenexperte tätig und wird unter anderem für seine täglichen Wertpapieranalysen in unserem Börsenblick geschätzt.

Analysemethode

Die Analysen von Achim Mautz basieren überwiegend auf der Technischen Analyse. Dabei nutzt der Autor, gestützt auf seine langjährige Handelserfahrung, bewährte Methoden der Chartanalyse. Er untersucht Wertpapiere unter anderem anhand von Chartmustern, Trendsignalen Unterstützungen, Widerständen und gleitenden Durchschnitten.

14.04.2026
08:15 Uhr

Oracle sendet erstes Lebenszeichen – reicht das für eine Trendwende? — Achim Mautz

Chart-Betrachtungszeitraum: 6 Monate
Charttrend: Bärisch
Gültigkeit der Analyse: 2 Wochen
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 14.04.2026 um 6:59 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Nach einer längeren Phase klarer Schwäche zeigt sich beim Cloud-Konzern erstmals wieder ein konstruktiveres Bild. Seit Ende des Vorjahres bestimmten die Bären das Geschehen, und die Kurse bewegten sich konstant unter der fallenden 50-Tage-Linie.

Dieses Muster wurde nun erstmals durchbrochen. Die Oracle-Aktie konnte sich deutlich über den mittelfristigen Durchschnitt schieben und damit ein erstes technisches Signal liefern. Bereits in der Vorwoche wurde das Tief von Anfang Februar erfolgreich verteidigt, was auf eine nachlassende Verkaufsdynamik hindeutet. Insgesamt bleibt der übergeordnete Abwärtstrend zwar intakt, doch die jüngste Bewegung könnte auf eine mögliche Bodenbildung hindeuten.

Expertenmeinung: Die aktuelle Bewegung liefert den Bullen eine erste Grundlage, um wieder mehr Kontrolle zu erlangen. Entscheidend wird sein, ob auf den Ausbruch über die 50-Tage-Linie weitere Käufe folgen. Bleibt dieser Impuls bestehen, könnte sich die Struktur Schritt für Schritt verbessern und eine stabilere Erholung ermöglichen. Bleibt die Dynamik jedoch aus, dürfte die Aktie schnell wieder in den übergeordneten Abwärtstrend zurückfallen. Wichtig wäre zudem, dass die positive Kerze von gestern nicht zeitnah negiert wird – das wäre der Fall, wenn das Tagestief unterschritten würde.

Aussicht: Neutral

Oracle Aktie: Chart vom 13.04.2026, Kurs: 155.62 USD, Kürzel: ORCL | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Oracle Aktie: Chart vom 13.04.2026, Kurs: 155.62 USD, Kürzel: ORCL | Quelle: TWS
Über den Autor

Der renommierte Börsenjournalist Achim Mautz ist professioneller Day- und Swingtrader mit besonderem Fokus auf die US Märkte. Außerdem ist er Vorstand des Börsenclubs ratgebergeld.at und gerichtlich beeidigter Sachverständiger für den Bereich Wertpapierdienstleistungen in Österreich. Seit über 10 Jahren ist er für den Online-Broker LYNX als Börsenexperte tätig und wird unter anderem für seine täglichen Wertpapieranalysen in unserem Börsenblick geschätzt.

Analysemethode

Die Analysen von Achim Mautz basieren überwiegend auf der Technischen Analyse. Dabei nutzt der Autor, gestützt auf seine langjährige Handelserfahrung, bewährte Methoden der Chartanalyse. Er untersucht Wertpapiere unter anderem anhand von Chartmustern, Trendsignalen Unterstützungen, Widerständen und gleitenden Durchschnitten.

13.03.2026
10:32 Uhr

Oracle: Totgesagte leben länger — Tobias Krieg

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 13.03.2026 um 10:14 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Die Börse ist ein Karussell aus Angst und Gier, das sich ständig dreht. Wer das erkennt, könnte Gelegenheiten ergreifen, wenn andere in Panik verkaufen.

Gier, Angst und Schlagzeilen

Die Börse gleicht einer gesprungenen Schallplatte. Alles scheint sich zu wiederholen, nur die Namen der Unternehmen und die Schlagzeilen ändern sich.
Euphorie, Angst, Übertreibung, Ernüchterung. Danach beginnt alles von vorn.

Der Grund dafür liegt weniger in der Wirtschaft als in der Psychologie der Anleger. Und menschliche Verhaltensmuster ändern sich nicht. Gier treibt Kurse nach oben, Angst drückt sie nach unten. Zwischen diesen beiden Polen pendelt die Börse.

Nachrichten und Schlagzeilen wirken dabei wie ein Verstärker. Angst verkauft sich besser als Nüchternheit. Deshalb dominieren häufig extreme Narrative. Eine Woche wird der Untergang einer Branche ausgerufen, dann zieht die Karawane weiter.

Dieses Muster lässt sich immer wieder beobachten. Zuletzt waren Software-Titel die großen Verlierer.
Davor stand die Bau- und Immobilienbranche angeblich vor dem Kollaps. Steigende Zinsen, fallende Preise und drohende Insolvenzen dominierten die Diskussion.

Heute erscheint das zwar absurd, vor ziemlich genau einem Jahr standen ausgerechnet Chip-Aktien auf der Abschussliste. Zyklischer Einbruch, Lagerüberhänge und schwache Nachfrage lauteten die Argumente.

Das wahre Spiel der Märkte

Seitdem sind die Kurse von Aktien wie Nvidia, Broadcom, Seagate oder Micron stark gestiegen.

Diese ständigen Stimmungswechsel haben wenig mit der realen Entwicklung der Unternehmen zu tun. Geschäftsmodelle verändern sich langsam, Investitionszyklen dauern Jahre. An der Börse hingegen drehen sich Narrative oft im Wochentakt.

Der Mechanismus dahinter ist einfach. Anleger reagieren stark auf neue Informationen, besonders wenn sie dramatisch formuliert sind. Sie extrapolieren kurzfristige Trends in die Zukunft und übertreiben sowohl nach oben als auch nach unten. Steigen die Kurse, entsteht schnell der Eindruck eines unaufhaltsamen Trends. Fallen sie, scheint der Niedergang unausweichlich.

Medien, Analysten und soziale Netzwerke verstärken diese Dynamik. Extreme Aussagen erzeugen Aufmerksamkeit. Aufmerksamkeit erzeugt Klicks. Und Klicks erzeugen wiederum mehr Schlagzeilen. So entsteht ein sich selbst verstärkender Kreislauf.

Für langfristige Investoren ist genau das die zentrale Erkenntnis. Die Börse bewertet selten nüchtern. Sie übertreibt regelmäßig. Mal in Richtung Euphorie, mal in Richtung Panik.

Der Schlüssel

Wer dazu in der Lage ist, die Panik für sich zu nutzen, könnte dafür fürstlich belohnt werden.

Die letzte Gelegenheit dafür gab es im April 2025, doch die wenigsten dürften sie genutzt haben. Denn kaum jemand ist dazu in der Lage, mitten im Chaos auch wirklich und obendrein reihenweise den Kaufbutton zu drücken.

Doch keine Sorge. Die Chancen stehen nicht schlecht, dass Sie bald noch eine Gelegenheit bekommen, um dieses Mal auch wirklich zuzuschlagen.

Schauen Sie sich das ganz genau an

Oracle ist ein Paradebeispiel für das, was ich zuvor beschrieben habe. Das Unternehmen wurde zeitweise als großer KI-Gewinner gehandelt. Der Markt entdeckte, dass das Unternehmen mit seiner Cloud-Infrastruktur und seinen Rechenzentren eine wichtige Rolle beim Training von KI-Modellen spielen könnte.

Der Kurs stieg stark und lag am Hoch bei 345 USD. Doch dann drehte das Narrativ erneut. Plötzlich wurde diskutiert, ob Oracle zu viel investieren würde und ob OpenAI den gigantischen Verpflichtungen nachkommen könne.
Selbst eine mögliche Insolvenz von Oracle wurde in den Medien diskutiert.

Kaum etwas davon dürfte in 6 – 12 Monaten noch irgendjemanden interessieren, denn zu diesem Zeitpunkt wird in irgendeiner anderen Branche gerade die Welt untergehen. Keine Sorge, es wird sich eine finden lassen. Es lässt sich immer eine finden.

Oracle wird in dieser Zeit mehrfach Quartalszahlen vorlegen, die offenbaren werden, ob das Unternehmen wirklich den Bach runtergeht oder nicht.

Das jüngste Quartal sah nicht nach Untergang aus. Der Gewinn lag mit 1,79 USD je Aktie weit über den Erwartungen von 1,70 USD. Mit einem Umsatz von 17,2 Mrd. USD wurden die Analystenschätzungen von 16,9 Mrd. USD ebenfalls übertroffen.
Auf Jahressicht entspricht das einem Umsatzplus von 22 % und einem Gewinnsprung um 21 %.

Ist Oracle dem Untergang geweiht?

Dazu haben nahezu alle Konzernsparten beigetragen. NetSuite Cloud ERP verzeichnete ein Wachstum von 14 %, Fusion Cloud ERP 17 %, Cloud Application 13 % und Cloud Database 35 %.
Oracle wächst also auch abseits vom allseits zitierten Infrastruktur-Geschäft, welches ein Umsatzplus um 84 % auf 4,9 Mrd. USD verzeichnet hat und inzwischen fast ein Drittel des Konzerngeschäfts ausmacht.

Auf den Auftragsbestand muss man nicht weiter eingehen, denn er hat inzwischen kaum noch eine Aussagekraft. Was bedeutet es schon, wenn man einen langfristigen Auftragsbestand von 553 Mrd. USD hat, wenn ein Großteil davon an OpenAI hängt und unklar ist, ob OpenAI jemals auch alles abnehmen und zahlen kann, was bestellt wurde?
Die Bären sollten bei dieser Argumentationslinie allerdings auch Vorsicht walten lassen. Denn man sollte nicht vergessen, dass OpenAI keineswegs der einzige Kunde ist. Die Nachfrage ist auch abseits von OpenAI enorm und übersteigt das Angebot bei Weitem.

Das Argument zieht nicht

Dasselbe gilt für die Kritik an den hohen Investitionen. Würden sie sich nicht auszahlen, würde der operative Cashflow nicht stetig steigen. In den ersten 9 Monaten des laufenden Geschäftsjahres konnte der operative Cashflow von 14,66 auf 17,3 Mrd. USD gesteigert werden.

Und da es alles doch nicht ganz so schlecht läuft, hat Oracle eine aufsehenerregende Umsatzprognose vorgelegt.
Im laufenden Geschäftsjahr, das nur noch bis Ende Mai läuft, wird ein Umsatz von 67 Mrd. USD erwartet und im kommenden Geschäftsjahr 90 Mrd. USD. Damit dürfte bisher niemand gerechnet haben, denn die Konsensschätzungen lagen bei 85 Mrd. USD.

Darüber hinaus kommen wohl Massenentlassungen auf uns zu. Presseberichten zufolge könnte Oracle bis zu 45.000 Mitarbeiter entlassen, was mehr als einem Viertel der Belegschaft entsprechen würde.
An der Börse wird das sicherlich gut ankommen, ein Grund zur Freude ist es aus meiner Sicht nicht.

Mehr zum Thema finden Sie hier:
Die ersten Massenentlassungen durch KI: Block streicht 40 % der Stellen

Oracle Aktie: Chart vom 13.03.2026, Kurs: 159,16 USD – Kürzel: ORCL | Online Broker LYNX
Oracle Aktie: Chart vom 13.03.2026, Kurs: 159,16 USD – Kürzel: ORCL | Quelle: TWS

Gelingt jetzt ein Anstieg über 175 USD, kommt es zu einem Kaufsignal mit möglichen Kurszielen bei 195 und 215 – 220 USD.

Fällt die Aktie hingegen unter 140 USD, muss mit weiteren Kursverlusten in Richtung 127 und 100 – 105 USD gerechnet werden.

Über den Autor

Tobias Krieg ist Chefanalyst bei LYNX Broker und Gründer von LongTerm-Value.
Er ist seit mehr als fünfzehn Jahren an der Börse aktiv, davon mehr als eine Dekade als leidenschaftlicher Vollzeit-Investor. Geprägt durch Vorbilder wie Charlie Munger, Peter Lynch und Bill Miller ist Value Investing der Grundsatz und Growth at a reasonable Price der Wahlspruch.
Denn auch gute Unternehmen können schlechte Investments sein. Ein attraktiver Einstiegskurs zum richtigen Zeitpunkt ist absolut entscheidend.

Analysemethode

Die Aktienanalysen von Tobias Krieg basieren auf einer Kombination aus Charttechnik und Fundamentalanalyse. Dabei liegt der Fokus auf der Bewertung von Unternehmen anhand ihrer finanziellen Kennzahlen, wie z. B. KGV, Cashflow oder Eigenkapitalrendite, sowie auf der Identifikation von überdurchschnittlichen Wachstumspotenzialen zu einem attraktiven Einstiegskurs.

15.12.2025
08:35 Uhr

Oracle: Kann der freie Fall gestoppt werden? — Achim Mautz

Chart-Betrachtungszeitraum: 6 Monate
Charttrend: Bärisch
Gültigkeit der Analyse: 2 Wochen
Erwartung: Bärisch
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 15.12.2025 um 7:58 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Trotz eines deutlichen Gewinnanstiegs von +58,6 % gegenüber dem Vorjahr konnte das US-Technologieunternehmen die Erwartungen der Investoren zuletzt nicht erfüllen. Statt Erleichterung folgte Enttäuschung: Die Oracle-Aktie setzte ihren Rückgang fort und fiel zum Ende der vergangenen Woche auf das zuletzt gebildete Pivot-Tief von Ende November zurück. Ausschlaggebend dafür dürften die leicht unter den Prognosen liegenden Umsätze gewesen sein. Der Abwärtstrend, der Ende September begann, bleibt somit intakt. Ein Großteil der zuvor erzielten Jahresgewinne wurde mittlerweile wieder abgegeben, und derzeit scheint das bärische Lager den Ton anzugeben. Solange der Kurs unterhalb der fallenden 50-Tage-Linie notiert, bleibt das technische Bild angespannt und eine vorsichtige Einschätzung ist geboten.

Expertenmeinung: Der Trend bleibt weiterhin schwach. Die Rückkehr zum letzten Pivot-Tief unterstreicht, dass bisherige Erholungsversuche durch Verkäufe begrenzt wurden. Erst eine nachhaltige Stabilisierung über diesem Niveau sowie ein anschließender Bruch der fallenden 20- und 50-Tage-Durchschnitte könnten das technische Bild etwas aufhellen. Bis dahin bleibt die Aktie anfällig für weitere Rücksetzer. Kurzfristige Gegenbewegungen sind möglich, dürften jedoch ohne klaren Trendwechsel wohl eher korrektiver Natur bleiben.

Aussicht: BÄRISCH

Oracle Aktie: Chart vom 12.12.2025, Kurs: 189.97 USD, Kürzel: ORCL | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Oracle Aktie: Chart vom 12.12.2025, Kurs: 189.97 USD, Kürzel: ORCL | Quelle: TWS

Quelle: Earningswhispers.com
https://www.earningswhispers.com/epsdetails/ORCL

Über den Autor

Der renommierte Börsenjournalist Achim Mautz ist professioneller Day- und Swingtrader mit besonderem Fokus auf die US Märkte. Außerdem ist er Vorstand des Börsenclubs ratgebergeld.at und gerichtlich beeidigter Sachverständiger für den Bereich Wertpapierdienstleistungen in Österreich. Seit über 10 Jahren ist er für den Online-Broker LYNX als Börsenexperte tätig und wird unter anderem für seine täglichen Wertpapieranalysen in unserem Börsenblick geschätzt.

Analysemethode

Die Analysen von Achim Mautz basieren überwiegend auf der Technischen Analyse. Dabei nutzt der Autor, gestützt auf seine langjährige Handelserfahrung, bewährte Methoden der Chartanalyse. Er untersucht Wertpapiere unter anderem anhand von Chartmustern, Trendsignalen Unterstützungen, Widerständen und gleitenden Durchschnitten.

16.09.2025
14:02 Uhr

Oracle und die Machtfrage: Zwischen OpenAI, TikTok und Geopolitik — Tobias Krieg

11.09.2025
08:20 Uhr

Oracle: Neubewertung bereits abgeschlossen? — Ronald Gehrt

07.07.2025
08:29 Uhr

Oracle in Extremzone – Vorsicht! — Achim Mautz