Oracle Aktie Prognose Oracle: Cloud mit „Hyperwachstum“

News: Aktuelle Analyse der Oracle Aktie

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Oracle
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Die Märkte stehen unter Druck und wie gewöhnlich lässt das alle Aktien in den Keller rauschen, egal ob das Geschäft gut läuft oder nicht.

Kleinere Weckrufe, dass sich eine gewisse Diskrepanz ergibt, ergeben sich, wenn Quartalszahlen vorgelegt werden.
So ist es am Montag nachbörslich bei Oracle geschehen.

Das ändert sich jetzt

Für großartiges Wachstum ist Oracle eigentlich nicht bekannt. Das Unternehmen war vielmehr ein behäbiger Riese.
In den letzten zehn Jahren konnte der Umsatz lediglich von 37,1 auf 40,5 Mrd. USD gesteigert werden.

Viel ist das nicht. Oracle ist es allerdings trotzdem gelungen, den Gewinn den größten Teil der Zeit stabil zu halten und im Geschäftsjahr 2021, welche bis Mai 2021 lief, erstmals wieder deutlich zu steigern.

Bisher wurde für die Anleger nur durch Buybacks ein Mehrwert geschaffen. Dadurch konnte man die Zahl der ausstehenden Papiere binnen zehn Jahren von 5,10 auf 2,84 Milliarden Stück massiv reduzieren.
Das führte im Gegenzug dazu, dass sich das Ergebnis von 2,46 auf 4,67 USD je Aktie fast verdoppeln konnte.

In der ersten Liga

All das ändert sich zunehmend, wir hatten bereits mehrfach, auch schon im Vorjahr, darüber berichtet.

Oracle hat plötzlich wieder einen echten Wachstumstreiber, das Cloud-Geschäft.

In diesem Segment Bereich ist etwas geschehen, womit die wenigsten gerechnet hätten. Nachdem man im Cloud-Bereich über weite Strecken hinterherhinkte und den Anschluss gegenüber Microsoft oder Google zu verlieren schien, gelang mit einigen Neuerungen der MySQL-Cloud-Services „Heatwave“ der große Durchbruch.

Plötzlich konnte man technologisch mit Google & Co. mithalten. Wie man aus Branchenkreisen vernimmt, ist die Oracle-Cloud beispielsweise auch leistungsstärker als die von Snowflake.
Plötzlich spielt man in der ersten Liga mit.

Hyperwachstum

Die am Montag nachbörslich vorgelegten Zahlen sprechen eine klare Sprache.

Der Gewinn lag in Q4 mit 1,54 je Aktie weit über den Erwartungen von 1,38 USD. Der Umsatz übertraf mit 11,8 Mrd. die Analystenschätzungen von 11,6 Mrd. USD ebenfalls.

Viel wichtiger ist aber, was im Cloudgeschäft vor sich geht, in Summe legte der Umsatz um 19% auf 2,9 Mrd. USD zu.
Auf das Segment entfällt inzwischen ein bedeutender Teil des Konzerngeschäfts.

Das Altgeschäft schmilzt quasi, während das neue Geschäft immer stärker an Bedeutung gewinnt.

Wenn man es noch weiter aufdröselt, wird klar, was die großen Wachstumstreiber sind.
Im Bereich Fusion ERP Segment (SaaS) kletterte der Umsatz um 20%, im Bereich NetSuite ERP um 27% und im Infrastructre Cloud (IaaS) lag das Umsatzwachstum bei 36%.

Dem Vorstand zufolge hat die Nachfrage im Infrastruktur-Segment erheblich zugenommen und sieht sich schon vor einer Phase des „Hyperwachstums“.

(But this Q4, we also experienced a major increase in demand in our infrastructure cloud business—which grew 39% in constant currency. We believe that this revenue growth spike indicates that our infrastructure business has now entered a hyper-growth phase.) Quelle: Link.

Ausblick und Bewertung

Das hört sich hervorragend an und ist es auch. Man sollte aber nicht vergessen, dass das schwache Altgeschäft diese Entwicklung überlagert.
Das führt dazu, dass der Gewinn in den kommenden Jahren „nur“ um 8-10% p.a. steigen sollte.

Von den Wachstumsraten des Cloudgeschäfts sind wir also weit entfernt. Im Gegenzug ist die Bewertung aber auch nicht auf dem Niveau einer Wachstumsaktie.

Oracle kommt derzeit auf eine P/E von 14,9 und eine forward P/E von 14,0.

Das war zumindest der Stand vor den jüngsten Quartalszahlen. Vermutlich werden die Schätzungen für das im Juni angebrochene Geschäftsjahr zur Oberseite revidiert.

Chart vom 14.06.2022 - Kurs: 73 Kürzel: ORCL - Wochenkerzen | Online Broker LYNX
Chart vom 14.06.2022 – Kurs: 73 Kürzel: ORCL – Wochenkerzen

Oracle ist nachbörslich auf 73 USD gesprungen. Die Aktie und ist also über die obere Aufwärtstrendlinie zurückgekehrt.

Kommt es jetzt zu Anschlusskäufen und es gelingt ein Ausbruch über 73 USD, wäre der Weg in Richtung 80 und 83 USD frei.

In dem aktuellen Umfeld besteht aber die ernstzunehmende Gefahr, dass die guten Zahlen bald wieder aus dem Fokus der Anleger verschwinden und sich der Abwärtstrend fortsetzt.

Fällt die Aktie unter 70 USD, ist mit erneuten Kursverlusten in Richtung 65 oder möglicherweise 60 USD zu rechnen.
Für antizyklische Investoren könnte sich das als Gelegenheit herausstellen.

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Vorherige Analysen der Oracle Aktie

Es lief so gut bei Oracle. Zum ersten Mal seit Jahren wächst man wieder mit ordentlichem Tempo. Durch die Fortschritte in der Cloud-Technologie war man plötzlich konkurrenzfähig.
Hier nachlesen:
Oracle Cloud besser als Google?

Oracle schien wieder einen Wachstumstreiber und dementsprechend auch eine aussichtsreiche Perspektive zu haben.

Man hatte mehrfach die Prognose erhöht und dann auch noch Buybacks mit einem Volumen von 10 Mrd. USD beschlossen.

Die Laune der Anleger war bestens.

Komplette Kehrtwende?

Am Montag gab man dann bekannt, dass man für 28,3 Mrd. USD Cerner übernehmen wird.
Als Reaktion rauschte die Aktie um 5,15% ab.

Der Zukauf scheint im ersten Moment auf wenig Gegenliebe zu stoßen und sorgt für Verunsicherung.
Wie sieht es jetzt mit den Buybacks aus? Dazu scheint sich Oracle noch nicht geäußert zu haben. Es ist aber wahrscheinlich, dass es damit vorerst ein Ende haben könnte.

Da man kaum Wachstum verzeichnet hat, war das in der Vergangenheit der einzige Werttreiber der Aktie. Anleger sind es regelrecht gewohnt, dass Oracle ständig eigene Papiere einzieht.
Das könnte sich jetzt ändern.

Eine neue Strategie

Inzwischen entfallen rund ein Viertel des Konzernumsatzes auf Cloud IaaS und SaaS, beim Gewinn ist es noch mehr.
Der Bereich wächst mit ordentlichem Tempo. Das hat den Kurs beflügelt, nicht die Buybacks.

Womöglich ist Wachstum langfristig also die bessere Strategie.

Der Gesundheitssoftware-Spezialist Cerner hat ein deutlich besseres Wachstumsprofil als Oracle. Für die kommenden Jahre werden Gewinnsteigerungen von 12-16% p.a. erwartet.

Abgesehen davon, dass man mehr Wachstum möchte, will man mit dem Zukauf das Gesundheitsgeschäft und die Cloud-Angebote im Bereich medizinischer Daten (-Analyse) stärken.

Strategisch ergibt das durchaus Sinn. Besser man kauft sich für 28,3 Mrd. USD produktive Assets ein als es in Buybacks zu stecken.

Das wird teuer

Der Zukauf soll komplett ohne Kapitalerhöhung finanziert werden. Das ist für Anleger eher eine gute Nachricht.
Man wird allerdings Schulden machen müssen, denn 28,3 Mrd. USD hat man nicht (mehr) auf der hohen Kante.

Was man kritisieren kann und muss, ist der Umstand, dass man vor wenigen Tagen noch Aktienrückkäufe über 10 Mrd. USD beschlossen hat und jetzt die Übernahme.

Entweder muss Oracle jetzt zurückrudern oder die Buybacks über Schulden finanzieren. Zurückrudern wäre klüger.

S&P sowie Moody’s reagierten prompt auf diese Nachricht. Es droht ein Downgrade.

Ist Cerner das überhaupt wert?

Abschließend muss man in solchen Fällen das Chance-Risiko-Verhältnis prüfen. Ich bin kein großer Freund von gigantischen Übernahmen.
In diesem Fall ist der Wert mit 28,3 Mrd. USD sicherlich gigantisch, aber Oracle selbst ist noch sehr viel größer.

Der Börsenwert von Oracle übersteigt den von Cerner um das Zehnfache. Am Umsatz gemessen ist man achtmal so groß.
Darüber hinaus entspricht der Kaufpreis „nur“ dem freien Cashflow zweieinhalb Jahren.

Selbst wenn sich die Übernahme als Vollkatastrophe herausstellt, damit wird man sich nicht zugrunde richten.

Die Wahrscheinlichkeit, dass Cerner ein Problemfall wird, ist ohnehin gering. Es handelt sich um ein gut laufendes Unternehmen.
In den zurückliegenden zehn Jahren konnte Cerner den Umsatz von 2,20 auf 5,51 Mrd. USD steigern.
Der Gewinn kletterte von 0,88 auf 2,52 USD je Aktie.

Der Cashflow ist ordentlich und die Bilanz in Ordnung. Seit einigen Jahren zahlt man eine Dividende, Buybacks führt man schon länger und ähnlich stetig wie Oracle durch.
Bei uns dürfte Cerner vor allem dafür bekannt sein, dass man für 1,3 Mrd. Euro Siemens Health Services übernommen hat.

Ausblick

Kommen wir zurück zu der eingehenden Frage. Oracle würde sich mit dem Deal eine attraktive Tochter schnappen.
Cerner kommt zum Übernahmepreis allerdings auch auf eine forward P/E von 27,4.
In Anbetracht möglicher Synergieeffekte und dem erwarteten Wachstum von Cerner ist das vertretbar, ein Schnäppchen macht man aber nicht.

Auf der anderen Seite könnte man argumentieren, dass Cerner in den letzten Jahren durchschnittlich auf eine P/E von 26,2 kam. Oracle zahlt also kaum einen Aufpreis.

Zusammenfassend würde ich sagen, dass es sich um einen sinnvollen Zukauf handeln und das Geld hier besser angelegt ist als ständig eigene Aktien zu kaufen.

Darüber hinaus ändert der Deal nichts an den vorhandenen Wachstumstreibern im Konzern, ganz im Gegenteil.
Antizyklische Investoren sollten darauf hoffen, dass der Pessimismus an der Börse vorerst überwiegt.
Kommt es jetzt zu einer nennenswerten Korrektur, könnte sich das als Gelegenheit herausstellen.

Im Endeffekt hat Oracle jetzt schon das an Börsenwert verloren, was Cerner kosten wird. Rein mathematisch betrachtet ist die Sache damit bereinigt.

Chart vom 21.12.2021 Kurs: 91,64 Kürzel: ORCL - Tageskerzen | Online Broker LYNX
Chart vom 21.12.2021 Kurs: 91,64 Kürzel: ORCL – Tageskerzen

Für antizyklische Investoren ist der Bereich zwischen 91 und 89 USD eine erste Möglichkeit.

Fällt die Aktie jedoch unter 87 und 85 USD käme es jeweils zu Verkaufssignalen. In diesem Szenario muss mit einer Ausdehnung der Korrektur in Richtung 80 USD gerechnet werden.

Wäre es möglich, dass Oracle doch noch zu einem der führenden Cloud-Anbieter aufsteigt? Es sieht schwer danach aus. Plötzlich wächst das Segment mit erheblichem Tempo.

Danke, aber nein danke

Oracle gehört zu den weltweit größten Software- und Hardware-Unternehmen. Das macht die Aktie allerdings nicht automatisch zu einem Outperformer.

Das Zahlenwerk war über weite Strecken eher mittelprächtig. Der Umsatz stagniert inflationsbereinigt über mehr als ein Jahrzehnt hinweg.
Beim Gewinn sah es ähnlich aus. Das steigende Ergebnis je Aktie war ausschließlich auf umfangreiche Buybacks zurückzuführen.

Daher gehörte die Aktie auch nie zu meinen Favoriten. In den letzten 18 Monaten hat sich das Zahlenwerk aber urplötzlich geändert.

Der Umsatz legte im letzten Geschäftsjahr von 39,07 auf 40,48 Mrd. USD zu. Zuvor hatte man neun Jahre für einen Umsatzanstieg von rund zwei Milliarden benötigt, plötzlich schafft man anderthalb in einem Jahr.

Das hat mich etwas stutzig gemacht. Tatsächlich kam es in der Vergangenheit aber mehrfach zu Umsatzsprüngen, die nicht nachhaltig waren.
Doch eine Sache ist dieses Mal anders. Der Gewinn hat überproportional mitgezogen. Das war bei den anderen Umsatz-Hopsern nicht der Fall.

Geht in der Cloud doch was?

Oracle hat es endlich geschafft, neue Wachstumstreiber zu erschließen.
Hier finden Sie alle Informationen zum Thema:
Oracle Cloud besser als Google?

Die damalige These, dass Oracle zu einem der führenden Cloud-Anbieter aufsteigen könnte, scheint sich zu verfestigen. Danach sah es vor einiger Zeit noch nicht aus.

Oracle scheint allerdings enorme technologische Fortschritte gemacht zu haben. Plötzlich ist man konkurrenzfähig.

Der Wachstumstreiber

Donnerstag nach Börsenschluss hat Oracle Zahlen zum zweiten Quartal vorgelegt.

Der Gewinn lag mit 1,21 je Aktie über den Erwartungen von 1,11 USD. Der Umsatz übertraf mit 10,4 Mrd. die Analystenschätzungen von 10,2 Mrd. USD ebenfalls.

Das entspricht einem Umsatzplus von 6%, der Gewinn legte um 14% zu. So gut lief es bei Oracle ewig nicht.

Grund dafür ist das Cloud-Geschäft. Knapp zwei Drittel des gesamten Wachstums entfällt auf diesen Bereich.
Der Umsatz im Cloud-Segment konnte um 22% auf 2,7 Mrd. USD gesteigert werden.

Die Enterprise Resource Planning Cloud (ERP) konnte um 35% wachsen, NetSuite legte um 29% zu.
CTO Larry Ellison bezeichnete die neuen (MySQL-) Datenbanken von Oracle als die leistungsstärksten der Welt.

Um die ganze Sache zu untermauern, beschloss man kurzerhand noch Aktienrückkäufe mit einem Volumen von 10 Mrd. USD, was rund 4% des Börsenwerts entspricht.
Ob das notwendig ist, ist fraglich. Unterstützung benötigt die Oracle-Aktie derzeit wahrlich nicht. Da man 17,94 Mrd. USD auf der hohen Kante hat, kann man es sich aber leisten. Eine Reduktion der Schulden wäre aber sicher auch keine schlechte Idee.

Bei den Anlegern scheint das alles anzukommen. Nachbörslich ist die Aktie direkt ans Allzeithoch gesprungen.

Chart vom 10.12.2021 Kurs: 98,00 Kürzel: ORCL - Tageskerzen | Online Broker LYNX
Chart vom 10.12.2021 Kurs: 98,00 Kürzel: ORCL – Tageskerzen

Gelingt jetzt ein Ausbruch über 98,50 USD, kommt es zu einem prozyklischen Kaufsignal mit extrapolierten Kurszielen bei 108 – 110 USD.

Antizyklische Anleger müssen hingegen darauf hoffen, dass der Ausbruch scheitert und es zuvor zu einem Rücksetzer kommt.
Möglicherweise wird die mittlere Aufwärtstrendlinie nahe 95 USD oder der Bereich zwischen 91 und 87 USD nochmal angesteuert.