Merck Aktie Prognose Merck KGaA: Mit diesem Rückenwind könnte sie drehen!

News: Aktuelle Analyse der Merck Aktie

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Zur Merck Aktie

Der Pharmakonzern Merck lag mit dem 2021er-Ergebnis zwar nur im Rahmen der Analysten-Erwartungen. Aber der Ausblick prognostiziert weiteres Wachstum. Und Merck gehört zu den Branchen, die man als „sicheren Hafen“ ansehen könnte. Nutzen die Bullen diese Chance?

Die im DAX notierte Merck KGaA (Kommanditgesellschaft auf Aktien) steigerte ihren Umsatz 2021 um 12,5 Prozent zum Vorjahr. Und da gab es keine „Corona-Delle“ aufzuholen, auch 2020 hatte der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr bereits um neun Prozent zugelegt. Der Gewinn stieg überproportional dank gestiegener Margen, vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) um 17,3 Prozent, netto um 54,3 Prozent. Und für 2022 sieht Merck ein starkes, organisches Plus, für Umsatz und EBITDA gleichermaßen.

Wie groß der Zuwachs sein könnte, bleibt damit zwar offen, denn „stark“ ist natürlich ein höchst dehnbarer Begriff. Aber in einem Umfeld wie aktuell, in dem weiteres Wachstum für so viele Unternehmen in Frage gestellt ist, klingt das ermutigend. Zumal das Unternehmen festhielt, dass man nicht mit „materiellen Abweichungen“ von dieser Prognose durch den Ukraine-Konflikt rechnet. Stabilität, Wachstum, Zuversicht: Das ist momentan am Aktienmarkt dünn gesät und zieht Anleger natürlich an. Kein Wunder, dass die Merck-Aktie am Donnerstag positiv reagierte. Aber kann das vorhalten, kann aus einer solchen ersten Reaktion ein für die Anleger nutzbarer Aufwärtsimpuls werden?

Die aktuellen Kurse, Charts, Dividenden und Kennzahlen zur Merck Aktie finden Sie hier.

Expertenmeinung: Das kann es, wenngleich man „kann“ in diesem volatilen, von nicht vorhersehbaren Nachrichten hin und her gerissenen Markt dick unterstreichen muss. Als Pharmaunternehmen unterliegt Merck nur moderat den Schwankungen, die für Konsumgüter gelten, die nicht zum Grundbedarf gehören. Medikamente und Wirk- und Grundstoffe für andere Unternehmen, z.B. für die Impfstoffherstellung, haben eine stabile Perspektive.

Und die Aktie selbst hatte zwar zuvor eine Übertreibungsphase gesehen und musste am Rekordhoch von 231,50 Euro, das am letzten Handelstag 2021 erzielt wurde, als überbewertet eingestuft werden. Aber seither hat der Kurs in der Spitze um fast 28 Prozent korrigiert, während sich Umsatz- und Gewinnperspektiven hielten. Würde der momentan von den Analysten gesehene Gewinnzuwachs von etwa zehn Prozent im Jahr 2022 eintreffen, wäre die Merck-Aktie aktuell mit einem 2022er-KGV (Kurs/Gewinn-Verhältnis) um 24 sogar relativ günstig bewertet.

Das wäre eine taugliche Basis, um das Ringen um die mittelfristige, im März 2020 etablierte Aufwärtstrendlinie zu Gunsten der Bullen zu entscheiden. Diese in den letzten Tagen immer mal wieder leicht, aber nie signifikant unterbotene Linie zu verteidigen, wäre der erste Schritt hin zu einer Aufwärtswende. Auf kurzfristiger Ebene bullisch wäre die Merck-Aktie, sobald es gelingt, die Widerstandszone 181,70/184,30 Euro zu überwinden, ein mittelfristig bullisches Signal würde durch einen Schlusskurs über 200 Euro ausgelöst. Einer solchen Aufwärtswende vorzugreifen, ist in diesem unsteten Markt riskant, aber auf die Watchlist gehört die Merck-Aktie allemal!

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Vorherige Analysen der Merck Aktie

Vor Corona war Merck eine „so um die 100 Euro“-Aktie. Fünf Jahre lang pendelte der Kurs hauptsächlich in der Region 80 bis 115 Euro. Doch jetzt hat die Merck-Aktie diese damalige Handelsspanne weit unter sich gelassen. Und die Bullen haben dafür gute Argumente.

Das Pharmaunternehmen gehört weder zu den Branchen, die von den Folgen der Corona-Maßnahmen völlig verschont blieben noch produziert die Merck KGaA Impfstoffe. Aber sie liefert Grundstoffe dafür. Und das ist eine ganz besonders spannende Sache. Denn wenn wir uns erinnern, wie viele Unternehmen 2020 angetreten sind, Corona-Vakzine zu entwickeln und wie viele davon am Ende gescheitert sind, ist die Entwicklung von Impfstoffen für Unternehmen zwar eine gewaltige Chance, zugleich aber ein gewaltiges Risiko. Merck hingegen trüge nur das Risiko, dass auf einmal kaum noch Impfstoffe benötigt würden, so dass die Stoffe, die Merck für deren Herstellung liefert, nicht mehr gefragt sind. Aber die Anleger wissen:

Damit ist nicht zu rechnen, eher im Gegenteil. Und die „Booster-Kampagne“, die sich quer um den Globus zieht, die ersten Andeutungen, dass man einige Monate später womöglich auch eine vierte Impfung erwägen sollte, der weiterhin in vielen Regionen der Erde massive Mangel an Corona-Vakzinen: All das lässt erwarten, dass der Umsatz bei Merck vorerst nicht in ein tiefes Loch fallen wird. Und wer sich die Zahlen und Analystenschätzungen ansieht, erkennt schnell: Die Sache rechnet sich.

Expertenmeinung: 2020 legte der Gewinn pro Aktie um beeindruckende 50 Prozent zu, für 2021 wird mit einem Gewinnanstieg in derselben Größenordnung gerechnet. Zwar erwarten die Analysten derzeit, dass sich dieses Tempo in den kommenden Jahren deutlich moderieren wird und 2022 sowie 2023 eher nur noch etwa zehn Prozent Gewinnplus pro Jahr drin sind. Aber da die Aktie auf Basis des erwarteten 2021er-Gewinns ein Kurs/Gewinn-Verhältnis von 33 ausweist, das, wenn diese Prognosen eintreffen, 2023 bei 29 liegen würde (falls der Kurs bleiben würde, wo er ist), ist sie nicht zu hoch bewertet. Ein KGV um 30 ist für Merck auch in früheren Jahren normal gewesen. Zumal man Merck nicht auf einen Impfstoffkomponenten-Hersteller reduzieren kann, in Sachen Medikamentenentwicklung ist man äußerst aktiv, die breite, bestehende Produktpalette ist ohnehin jedem bekannt.

Man sollte zwar nicht erwarten, dass diese Aktie auf einmal wie eine Rakete davonzieht, der Chart zeigt schon, dass die Dynamik des Aufwärtstrends nachgelassen hat. Aber dieses Pharmaunternehmen hat den Vorteil, wie eine „Aktie für alle Fälle“ zu fungieren. Wenn das Wachstum wieder Fahrt aufnimmt, kann das Mercks Umsatz und vor allem die Margen befeuern. Bliebe Corona ein hartnäckiges Thema, wäre Merck eine dieser eher wenigen Aktien, die davon unmittelbar profitieren.

Chart vom 23.12.2021, Kurs 225,20 Euro, Kürzel MRK | Online Broker LYNX

Das hat dazu geführt, dass sich Merck kurz vor Jahresultimo hinter Sartorius auf Platz 2 der DAX-Top-Performer 2021 vorgeschoben hat. Und im Falle eines wankenden Gesamtmarkts wäre eine „Aktie für alle Fälle“ wohl weiterhin gesucht, zumal sie, im Gegensatz zu vielen Medizintechnik-Aktien, noch nicht überbewertet ist. Ein Stop Loss unter 205 Euro und damit knapp unter der mittelfristigen Aufwärtstrendlinie wäre allemal sinnvoll, wiederum für den „Fall der Fälle“ … aber ansonsten könnte man mit dieser Aktie im Depot vorerst gut schlafen.

Als Pfizer am 5. November meldete, dass eine Studie sehr gute Ergebnisse für ein Corona-Medikament erbracht habe, brachen Unternehmen, die von den Schutzimpfungen profitieren, kräftig ein. Doch die Merck-Aktie stabilisierte sich umgehend – was geht da noch nach oben?

Merck ist insofern in das Thema Corona-Impfung involviert, weil der Pharmakonzern Grundstoffe liefert, die zur Herstellung der Vakzine benötigt werden. Dass jetzt auch Auffrischungsimpfungen vorgenommen werden, war die Basis dafür, dass der Merck-Kurs im Vorfeld dieses 5. November auf neue Rekordhochs lief. Diese Meldung von Pfizer bescherte der Aktie dann zwar ein sattes Minus von knapp sieben Prozent an nur einem Tag. Aber Anschlussverkäufe blieben aus – warum?

Weil man verstand, dass ein Corona-Medikament eine Impfung nicht ersetzt, sondern dafür gedacht ist, schwere Folgen im Frühstadium einer Erkrankung zu verhindern. Damit griff für die Trader wieder das, was Merck zwei Tage zuvor, am 3. November, verkündet hatte: die Anhebung der 2021er-Umsatzprognose. Da wurde zwar nicht gerade ein neuer Meilenstein gesetzt, aber die von zuvor 18,8 – 19,7 auf 19,3 – 19,85 Milliarden Euro nach oben genommene Umsatzerwartung machte deutlich: es läuft.

Am 11. November folgten erste Eckdaten zum dritten Quartal, die vollständige Bilanz wird in dieser Woche folgen. Zwar lag das vorläufige EBITDA (Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen) mit 764 Millionen unter dem des Vorjahresquartals (806 Millionen), aber:

Expertenmeinung: Die Erwartung, dass die „Booster-Impfungen“ Merck weiterhin Rückenwind verleihen, ist wieder das primäre Element bei der Beurteilung der Aktie. Und das sehen auch die Analysten so. Alle Experten, die zum Wochenende hin auf die Vorab-Zahlen reagierten, taten dies mit der Anhebung ihrer Kursziele. In den Himmel reichen die allerdings nicht, die neuen Ziele bewegen sich im Bereich zwischen 215 und 245 Euro. Im Schnitt liegt das Analysten-Kursziel bei 207 Euro, also derzeit noch unter dem aktuellen Kursniveau … und fast die Hälfte der Experten sieht die Aktie derzeit „nur“ noch als Halteposition. Zu Recht.

Denn der Merck-Vorstandschef stellte gerade erst am vergangenen Donnerstag klar: Der Rückenwind durch die hohe Nachfrage nach Impfstoff-Basiselementen wird auch 2022 noch existieren, aber abnehmen. Und der Effekt der Auffrischungs-Impfungen ist in der neuen Prognose bereits berücksichtigt.

Genau das könnte den aufwärtsdrang der Aktie „deckeln“. Denn der Aktienkurs stieg ja mit der höheren Gewinnperspektive für 2021 mit, die Bewertung liegt derzeit bei einem Kurs/Gewinn-Verhältnis knapp über 30. Das war Ende 2018 und 2019 ebenfalls so. Und da man aktuell noch nicht mit gewaltigen Gewinnsprüngen im kommenden Jahr rechnen kann, wäre die Aktie auf diesem Niveau eben nicht mehr günstig, sondern schlicht angemessen bewertet.

Für die Bären ist hier also erstmal nichts zu holen, nicht zuletzt, nachdem die „Schrecksekunde“ in Form der Pfizer-Meldung so souverän aufgefangen wurde. Aber auch, wenn Merck zum Wochenschluss noch einmal richtig Gas gab: Ob da noch genug Spielraum vorhanden wäre, um jetzt erst neu einzusteigen, ist fraglich. Eine Halteposition ist diese Aktie aber allemal.

Merck-Aktie: Chart vom 12.11.2021, Kurs 214,00 Euro, Kürzel MRK | Online Broker LYNX

Es läuft beim deutschen Pharmakonzern Merck. Anfang August hatte man im Zuge der Halbjahreszahlen die Gesamtjahresprognose erhöht, Anfang September die mittelfristigen Ziele angehoben. Aber die Aktie könnte trotzdem in eine Korrektur rutschen, denn …

… der Kurs hat die durchaus beeindruckenden Umsatz- und Gewinnsteigerungen in den vergangenen Monaten bereits umfassend eingepreist. Und zumindest bislang ließe sich nicht absehen, dass Merck die Prognosen erneut nennenswert anheben könnte. Zudem fiel die vorstehend erwähnte Anhebung nicht so gewaltig aus, dass die Marktteilnehmer mehrheitlich damit rechnen könnten, dass die Aktie das Anfang September bei 207,90 Euro erreichte Rekordhoch zeitnah deutlicher überbieten könnte. Also blickt man nach unten, stellt fest, dass die Merck-Aktie seit Mitte Mai in der Spitze um fast 55 Prozent gelaufen ist und sichert sich die Gewinne.

Aber könnte das tatsächlich so weit gehen, dass wir hier einen größeren Korrekturimpuls sehen, der einen vorübergehenden Ausstieg lohnen könnte?

Expertenmeinung: Dass es gut läuft, dass vor allem alle drei Hauptbereiche Life Science, Healthcare und Electronics gleichermaßen solide wachsen, dürfte eine Entwicklung sein, die sich so schnell nicht ins Negative verkehren wird, solange die Weltwirtschaft nicht aus dem Flaschenhals heraus in eine Rezession getrieben würde. Aus dieser Warte heraus sollte man die Aktie erst einmal beobachten, aber nicht vorschnell aussteigen. Zumal die Charttechnik hier recht deutliche Ankerpunkte liefert, welche Levels halten müssen, um aus der laufenden Konsolidierung keine größere Korrektur werden zu lassen.

Sie sehen im Chart, dass die Merck-Aktie als Reaktion auf die starke Halbjahresbilanz und die Prognose-Anhebung mit Schwung aus dem den Kurs bis dahin führenden, im Frühjahr 2020 etablierten Aufwärtstrendkanal hinauslief. Dieses „Overshooting“ sorgte für markant neue Hochs, aber auch für eine markttechnisch überkaufte Situation. Diese mündete in eine kurzfristige Toppbildung und einen Test der die Aktie zuletzt führenden Mai-Aufwärtstrendlinie. Ein erster Anlauf konnte abgewehrt werden, aber der Kurs rutschte am Freitag erneut an diese Linie heran. Sollte sie fallen, geht es um die Wurst, sprich um die Linie, deren Bruch in der Tat alleine aus charttechnischen Gesichtspunkten eine echte Korrektur einläuten könnte: Um die obere Begrenzungslinie dieses vorherigen, breiten Trendkanals, derzeit bei 187 Euro.

Würde die Merck-Aktie in den Trendkanal zurückfallen, wäre es allemal denkbar, dass der Kurs an dessen untere Begrenzung, derzeit durch die 200-Tage-Linie verstärkt, im Bereich 154/157 Euro zurücksetzt. Das wäre dann zwar rein von der Bewertung der Aktie her eine Übertreibung nach unten. Aber auch das ist ja keineswegs unüblich und wäre allemal eine hochinteressante Chance, diese Aktie zu einem günstigen Kurs einzusammeln. Entscheidend ist also dieser Bereich um 187 Euro. Fiele die Aktie deutlicher darunter, wäre ein vorübergehender Ausstieg zu überlegen, solange diese Linie jedoch hält, nicht.

Merck-Aktie: Chart vom 24.09.2021, Kurs 194,85 Euro, Kürzel MRK | Online Broker LYNX

Merck will das „weltweit führende Wissenschafts- und Technologieunternehmen des 21. Jahrhunderts werden“, so die Aussage im Rahmen der Vorlage neuer Mittelfristziele am Donnerstag. Die Aktie reagierte positiv, dennoch sollte man hier aufpassen.

Für das Jahr 2025 strebt die Darmstädter Merck KGaA einen Umsatz von 25 Milliarden Euro an (2020: 17,5 Milliarden). Um das zu erreichen, sollen die Investitionen in den kommenden Jahren um 50 Prozent gegenüber denen der Jahre 2016 bis 2020 gesteigert werden. Der Schwerpunkt soll auf den bereits jetzt stärksten drei Bereichen Process-Solutions im Bereich Life Science, Healthcare und Semiconductor-Solutions liegen. Das klingt grandios – und entsprechend erfreut reagierten die Markteilnehmer am Donnerstagmorgen: Merck gehörte am Morgen zu den wenigen Gewinnern in einem ansonsten im Vorfeld der EZB-Entscheidung höchst volatilen DAX. Aber ist diese ausgegebene Perspektive so grandios, wie sie klingt?

Schaut man genauer hin, wird deutlich, dass das Wachstum so groß gar nicht wäre, das zur Erreichung dieses Mittelfrist-Ziels führen würde. Merck selbst benennt es: Man rechnet mit einer organischen Wachstumsrate von „über sechs Prozent“ pro Jahr. Nicht wirklich viel. Und zudem: es ist ja „nur“ ein Ziel, das man erreichen will, Garantien dafür gibt es nie. Und wer hier investiert ist, weiß auch:

Expertenmeinung: Diese Aktie ist bereits gewaltig gelaufen. Der derzeitige Kurslevel bewegt sich auf Rekordniveau. Und das alte Hoch, das vor dem „Corona-Crash“ im Februar 2020 bei 125,95 Euro lag, ist nicht nur ein wenig, sondern immens weit überboten: In der Spitze lag die Aktie mit dem bisherigen Verlaufshoch von 207,90 Euro bereits 65 Prozent darüber. Auch, weil Merck ein Zulieferer für die Impfstoff-Produzenten ist und damit derzeit Rückenwind hat. Aber die Marktteilnehmer wissen das ja. Und damit sind die jetzt relevanten, auf 2021 gerichteten „good news“ … wie z.B. die im Zuge der Bilanz des 2. Quartals Anfang August leicht angehobene Prognose … bereits im Kurs eingepreist.

Aktuell wäre die Bewertung dem starken Gewinnanstieg im laufenden Jahr angemessen. Da das Tempo der Gewinnsteigerungen aber in den kommenden Jahren niedriger ausfallen wird, auch, wenn die Mittelfrist-Planung so funktioniert, wie sie angestrebt wird, wäre grundsätzlich nur noch moderater Spielraum nach oben. Jetzt im Vorfeld einer Korrektur neu einzusteigen, erscheint nach diesem Sturmlauf der Aktie daher eher gewagt. Und wer investiert ist, sollte dieses kleine, potenzielle Doppeltopp im Auge behalten, das die Aktie in den vergangenen Wochen etabliert hat.

Dessen Nackenlinie verläuft bei 198,55 Euro. Sollte diese Linie und mit ihr dann auch die jetzt erst einmal verteidigte, den Trend seit Juni führende 20-Tage-Linie hinreichend deutlich unterboten werden (mehr als ein Prozent auf Schlusskursbasis), wäre zunächst die Mai-Aufwärtstrendlinie bei momentan 188 Euro, welcher die Merck-Aktie zuletzt davon gelaufen war, ein potenzielles Korrekturziel. Darunter käme dann die obere Begrenzung des mittelfristigen, im August nach oben durchbrochenen Aufwärtstrendkanals bei aktuell knapp 184 Euro ins Visier. Sollte es zu einer solchen Korrektur kommen und sich die Aktie in dieser Region stabilisieren, wäre ein Einstieg indes durchaus wieder zu überlegen.

Chart vom 09.09.2021, Kurs 203,70 Euro, Kürzel MRK1 | Online Broker LYNX

Der Kurssprung war in seiner Größenordnung überraschend: Die Aktie des deutschen Pharmakonzerns Merck stieg am Donnerstag sagenhafte 6,83 Prozent auf einen neues Rekordhoch. Basis der Käufe war die Quartalsbilanz. Die war gut … aber so gut?

Richtig ist schon, dass die Merck KGaA 2021 Rekordumsätze und wohl auch einen Rekordgewinn einfahren wird. Umsatz und Gewinn (als EBITDA gerechnet) lagen mit 4,87 Milliarden und 1,58 Milliarden satt über dem Vorjahreszeitraum und auch, wenngleich weit weniger deutlich, über der durchschnittlichen Prognose der Analysten. Gut, keine Frage.

Dieses starke Ergebnis veranlasste Merck, die Gesamtjahresprognose anzuheben. Der Umsatz wird jetzt bei 18,8 bis 19,7 Milliarden Euro gesehen, zuvor lag die Prognosespanne zwischen 18,5 und 19,5 Milliarden. Beim Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen und vor Sondereinflüssen sieht das Pharmaunternehmen nunmehr 5,6 bis 6,0 Milliarden Euro, vorher waren es 5,4 bis 5,8 Milliarden. 

Das ist tadellos. Aber diese Anhebungen waren nicht unbedingt groß, beim Gewinn geht es da um 3,5 bis 3,7 Prozent. Es nicht gerade üblich, dass eine so kleine Prognoseveränderung eine derart starke Kursreaktion auslöst. Es sei denn, die Marktteilnehmer wären zuvor skeptisch gewesen und die Aktie hätte eher abwärts tendiert. Aber das Gegenteil war der Fall. Auch der Schlusskurs des Mittwochs, des Tages vor der Bilanz, war ein Rekordhoch gewesen.

Expertenmeinung: In solchen Fällen auch dann genauer hinzuschauen, wenn man hier längst investiert ist, kann nicht schaden. Denkbar wäre, dass eine am Vormittag getätigte Äußerung des Finanzvorstands die Käufe intensiviert hat, als er sagte, dass eine Booster-Impfung für die Prognose Aufwärtspotenzial bedeuten würde. Was man sich allerdings auch denken kann, denn Merck fungiert für Impfstoffhersteller als Zulieferer. Eine andere Begründung ließe sich im Chartbild finden. In unserem Chart auf Wochenbasis sehen Sie, dass die Aktie aufgrund dieser Käufe des Donnerstags die obere Begrenzung des breiten, im März 2020 etablierten Aufwärtstrendkanals überwand. Der Ausbruch aus diesem Kanal könnte so manche Short-Position niedergemacht und das hastige Eindecken leer verkaufter Aktien die Rallye noch intensiviert haben. Beide Aspekte wären aber nichts, das als „Game Changer“ fungieren könnte. Und das sahen im Tagesverlauf auch die ersten Analysten so:

Merck-Aktie: Chart vom 05.08.2021, Kurs 188,35 Euro, Kürzel MRK1 | Online Broker LYNX

Bei der LBBW ebenso wie bei der NordLB stufte man die Aktie von „Kaufen“ auf „Halten“ herunter. Die Kursziele wurden zwar erhöht, aber bei der NordLB nur auf 167 Euro, bei der LBBW immerhin auf 190 Euro – was aber nur eine Winzigkeit über dem gestrigen Rekordhoch liegt. Das mittlere Kursziel der Experten liegt derzeit mit etwa 160 Euro deutlich unter dem aktuellen Kurs. Und das ist auch nachvollziehbar. Denn die ca. sechs Euro nach Steuern, die man Merck derzeit im Schnitt als Gewinn pro Aktie in 2021 zutraut, hatte das Unternehmen 2017 schon mal verdient. Doch im Jahr 2017 lag die Handelsspanne der Aktie zwischen 87 und 115 Euro und damit weit tiefer. Und das Kurs/Gewinn-Verhältnis wäre mit ca. 31 für ein Pharmaunternehmen derzeit relativ hoch.

Dass die Aktie dann auch noch aus markttechnischer Sicht überkauft ist (im Chart der RSI auf Wochenbasis mi einem untypisch hohen Level von 79), tut ein Übriges, um den Gedanken, jetzt noch auf den Zug aufzuspringen, als ziemlich riskant einzustufen. Wer dabei ist, hätte hingegen zwei Möglichkeiten: Einfach das Geschenk annehmen und den Gewinn kassieren … oder aber das „Overshooting“, diesen Ausbruch aus dem Trendkanal nutzen, um den Stoppkurs für bestehende Positionen knapp unter diese aktuell bei 178 Euro verlaufende Linie nachzuziehen!