Merck: Das wird jetzt langsam spannend hier!

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Merck
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Zur Merck Aktie

Es läuft beim deutschen Pharmakonzern Merck. Anfang August hatte man im Zuge der Halbjahreszahlen die Gesamtjahresprognose erhöht, Anfang September die mittelfristigen Ziele angehoben. Aber die Aktie könnte trotzdem in eine Korrektur rutschen, denn …

… der Kurs hat die durchaus beeindruckenden Umsatz- und Gewinnsteigerungen in den vergangenen Monaten bereits umfassend eingepreist. Und zumindest bislang ließe sich nicht absehen, dass Merck die Prognosen erneut nennenswert anheben könnte. Zudem fiel die vorstehend erwähnte Anhebung nicht so gewaltig aus, dass die Marktteilnehmer mehrheitlich damit rechnen könnten, dass die Aktie das Anfang September bei 207,90 Euro erreichte Rekordhoch zeitnah deutlicher überbieten könnte. Also blickt man nach unten, stellt fest, dass die Merck-Aktie seit Mitte Mai in der Spitze um fast 55 Prozent gelaufen ist und sichert sich die Gewinne.

Aber könnte das tatsächlich so weit gehen, dass wir hier einen größeren Korrekturimpuls sehen, der einen vorübergehenden Ausstieg lohnen könnte?

Die aktuellen Kurse, Charts, Dividenden und Kennzahlen zur Merck Aktie finden Sie hier.

Expertenmeinung: Dass es gut läuft, dass vor allem alle drei Hauptbereiche Life Science, Healthcare und Electronics gleichermaßen solide wachsen, dürfte eine Entwicklung sein, die sich so schnell nicht ins Negative verkehren wird, solange die Weltwirtschaft nicht aus dem Flaschenhals heraus in eine Rezession getrieben würde. Aus dieser Warte heraus sollte man die Aktie erst einmal beobachten, aber nicht vorschnell aussteigen. Zumal die Charttechnik hier recht deutliche Ankerpunkte liefert, welche Levels halten müssen, um aus der laufenden Konsolidierung keine größere Korrektur werden zu lassen.

Sie sehen im Chart, dass die Merck-Aktie als Reaktion auf die starke Halbjahresbilanz und die Prognose-Anhebung mit Schwung aus dem den Kurs bis dahin führenden, im Frühjahr 2020 etablierten Aufwärtstrendkanal hinauslief. Dieses „Overshooting“ sorgte für markant neue Hochs, aber auch für eine markttechnisch überkaufte Situation. Diese mündete in eine kurzfristige Toppbildung und einen Test der die Aktie zuletzt führenden Mai-Aufwärtstrendlinie. Ein erster Anlauf konnte abgewehrt werden, aber der Kurs rutschte am Freitag erneut an diese Linie heran. Sollte sie fallen, geht es um die Wurst, sprich um die Linie, deren Bruch in der Tat alleine aus charttechnischen Gesichtspunkten eine echte Korrektur einläuten könnte: Um die obere Begrenzungslinie dieses vorherigen, breiten Trendkanals, derzeit bei 187 Euro.

Würde die Merck-Aktie in den Trendkanal zurückfallen, wäre es allemal denkbar, dass der Kurs an dessen untere Begrenzung, derzeit durch die 200-Tage-Linie verstärkt, im Bereich 154/157 Euro zurücksetzt. Das wäre dann zwar rein von der Bewertung der Aktie her eine Übertreibung nach unten. Aber auch das ist ja keineswegs unüblich und wäre allemal eine hochinteressante Chance, diese Aktie zu einem günstigen Kurs einzusammeln. Entscheidend ist also dieser Bereich um 187 Euro. Fiele die Aktie deutlicher darunter, wäre ein vorübergehender Ausstieg zu überlegen, solange diese Linie jedoch hält, nicht.

Merck-Aktie: Chart vom 24.09.2021, Kurs 194,85 Euro, Kürzel MRK | Online Broker LYNX
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Merck will das „weltweit führende Wissenschafts- und Technologieunternehmen des 21. Jahrhunderts werden“, so die Aussage im Rahmen der Vorlage neuer Mittelfristziele am Donnerstag. Die Aktie reagierte positiv, dennoch sollte man hier aufpassen.

Für das Jahr 2025 strebt die Darmstädter Merck KGaA einen Umsatz von 25 Milliarden Euro an (2020: 17,5 Milliarden). Um das zu erreichen, sollen die Investitionen in den kommenden Jahren um 50 Prozent gegenüber denen der Jahre 2016 bis 2020 gesteigert werden. Der Schwerpunkt soll auf den bereits jetzt stärksten drei Bereichen Process-Solutions im Bereich Life Science, Healthcare und Semiconductor-Solutions liegen. Das klingt grandios – und entsprechend erfreut reagierten die Markteilnehmer am Donnerstagmorgen: Merck gehörte am Morgen zu den wenigen Gewinnern in einem ansonsten im Vorfeld der EZB-Entscheidung höchst volatilen DAX. Aber ist diese ausgegebene Perspektive so grandios, wie sie klingt?

Schaut man genauer hin, wird deutlich, dass das Wachstum so groß gar nicht wäre, das zur Erreichung dieses Mittelfrist-Ziels führen würde. Merck selbst benennt es: Man rechnet mit einer organischen Wachstumsrate von „über sechs Prozent“ pro Jahr. Nicht wirklich viel. Und zudem: es ist ja „nur“ ein Ziel, das man erreichen will, Garantien dafür gibt es nie. Und wer hier investiert ist, weiß auch:

Expertenmeinung: Diese Aktie ist bereits gewaltig gelaufen. Der derzeitige Kurslevel bewegt sich auf Rekordniveau. Und das alte Hoch, das vor dem „Corona-Crash“ im Februar 2020 bei 125,95 Euro lag, ist nicht nur ein wenig, sondern immens weit überboten: In der Spitze lag die Aktie mit dem bisherigen Verlaufshoch von 207,90 Euro bereits 65 Prozent darüber. Auch, weil Merck ein Zulieferer für die Impfstoff-Produzenten ist und damit derzeit Rückenwind hat. Aber die Marktteilnehmer wissen das ja. Und damit sind die jetzt relevanten, auf 2021 gerichteten „good news“ … wie z.B. die im Zuge der Bilanz des 2. Quartals Anfang August leicht angehobene Prognose … bereits im Kurs eingepreist.

Aktuell wäre die Bewertung dem starken Gewinnanstieg im laufenden Jahr angemessen. Da das Tempo der Gewinnsteigerungen aber in den kommenden Jahren niedriger ausfallen wird, auch, wenn die Mittelfrist-Planung so funktioniert, wie sie angestrebt wird, wäre grundsätzlich nur noch moderater Spielraum nach oben. Jetzt im Vorfeld einer Korrektur neu einzusteigen, erscheint nach diesem Sturmlauf der Aktie daher eher gewagt. Und wer investiert ist, sollte dieses kleine, potenzielle Doppeltopp im Auge behalten, das die Aktie in den vergangenen Wochen etabliert hat.

Dessen Nackenlinie verläuft bei 198,55 Euro. Sollte diese Linie und mit ihr dann auch die jetzt erst einmal verteidigte, den Trend seit Juni führende 20-Tage-Linie hinreichend deutlich unterboten werden (mehr als ein Prozent auf Schlusskursbasis), wäre zunächst die Mai-Aufwärtstrendlinie bei momentan 188 Euro, welcher die Merck-Aktie zuletzt davon gelaufen war, ein potenzielles Korrekturziel. Darunter käme dann die obere Begrenzung des mittelfristigen, im August nach oben durchbrochenen Aufwärtstrendkanals bei aktuell knapp 184 Euro ins Visier. Sollte es zu einer solchen Korrektur kommen und sich die Aktie in dieser Region stabilisieren, wäre ein Einstieg indes durchaus wieder zu überlegen.

Chart vom 09.09.2021, Kurs 203,70 Euro, Kürzel MRK1 | Online Broker LYNX

Der Kurssprung war in seiner Größenordnung überraschend: Die Aktie des deutschen Pharmakonzerns Merck stieg am Donnerstag sagenhafte 6,83 Prozent auf einen neues Rekordhoch. Basis der Käufe war die Quartalsbilanz. Die war gut … aber so gut?

Richtig ist schon, dass die Merck KGaA 2021 Rekordumsätze und wohl auch einen Rekordgewinn einfahren wird. Umsatz und Gewinn (als EBITDA gerechnet) lagen mit 4,87 Milliarden und 1,58 Milliarden satt über dem Vorjahreszeitraum und auch, wenngleich weit weniger deutlich, über der durchschnittlichen Prognose der Analysten. Gut, keine Frage.

Dieses starke Ergebnis veranlasste Merck, die Gesamtjahresprognose anzuheben. Der Umsatz wird jetzt bei 18,8 bis 19,7 Milliarden Euro gesehen, zuvor lag die Prognosespanne zwischen 18,5 und 19,5 Milliarden. Beim Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen und vor Sondereinflüssen sieht das Pharmaunternehmen nunmehr 5,6 bis 6,0 Milliarden Euro, vorher waren es 5,4 bis 5,8 Milliarden. 

Das ist tadellos. Aber diese Anhebungen waren nicht unbedingt groß, beim Gewinn geht es da um 3,5 bis 3,7 Prozent. Es nicht gerade üblich, dass eine so kleine Prognoseveränderung eine derart starke Kursreaktion auslöst. Es sei denn, die Marktteilnehmer wären zuvor skeptisch gewesen und die Aktie hätte eher abwärts tendiert. Aber das Gegenteil war der Fall. Auch der Schlusskurs des Mittwochs, des Tages vor der Bilanz, war ein Rekordhoch gewesen.

Expertenmeinung: In solchen Fällen auch dann genauer hinzuschauen, wenn man hier längst investiert ist, kann nicht schaden. Denkbar wäre, dass eine am Vormittag getätigte Äußerung des Finanzvorstands die Käufe intensiviert hat, als er sagte, dass eine Booster-Impfung für die Prognose Aufwärtspotenzial bedeuten würde. Was man sich allerdings auch denken kann, denn Merck fungiert für Impfstoffhersteller als Zulieferer. Eine andere Begründung ließe sich im Chartbild finden. In unserem Chart auf Wochenbasis sehen Sie, dass die Aktie aufgrund dieser Käufe des Donnerstags die obere Begrenzung des breiten, im März 2020 etablierten Aufwärtstrendkanals überwand. Der Ausbruch aus diesem Kanal könnte so manche Short-Position niedergemacht und das hastige Eindecken leer verkaufter Aktien die Rallye noch intensiviert haben. Beide Aspekte wären aber nichts, das als „Game Changer“ fungieren könnte. Und das sahen im Tagesverlauf auch die ersten Analysten so:

Merck-Aktie: Chart vom 05.08.2021, Kurs 188,35 Euro, Kürzel MRK1 | Online Broker LYNX

Bei der LBBW ebenso wie bei der NordLB stufte man die Aktie von „Kaufen“ auf „Halten“ herunter. Die Kursziele wurden zwar erhöht, aber bei der NordLB nur auf 167 Euro, bei der LBBW immerhin auf 190 Euro – was aber nur eine Winzigkeit über dem gestrigen Rekordhoch liegt. Das mittlere Kursziel der Experten liegt derzeit mit etwa 160 Euro deutlich unter dem aktuellen Kurs. Und das ist auch nachvollziehbar. Denn die ca. sechs Euro nach Steuern, die man Merck derzeit im Schnitt als Gewinn pro Aktie in 2021 zutraut, hatte das Unternehmen 2017 schon mal verdient. Doch im Jahr 2017 lag die Handelsspanne der Aktie zwischen 87 und 115 Euro und damit weit tiefer. Und das Kurs/Gewinn-Verhältnis wäre mit ca. 31 für ein Pharmaunternehmen derzeit relativ hoch.

Dass die Aktie dann auch noch aus markttechnischer Sicht überkauft ist (im Chart der RSI auf Wochenbasis mi einem untypisch hohen Level von 79), tut ein Übriges, um den Gedanken, jetzt noch auf den Zug aufzuspringen, als ziemlich riskant einzustufen. Wer dabei ist, hätte hingegen zwei Möglichkeiten: Einfach das Geschenk annehmen und den Gewinn kassieren … oder aber das „Overshooting“, diesen Ausbruch aus dem Trendkanal nutzen, um den Stoppkurs für bestehende Positionen knapp unter diese aktuell bei 178 Euro verlaufende Linie nachzuziehen!

Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Bei der Aktie des Pharmazieunternehmens Merck lässt sich schon seit Jahren kaum Bewegung verzeichnen. Die stärkste Phase hat das Wertpapier längst hinter sich gebracht und der Anstieg von 2012 bis 2015 fand bislang keine Folgekäufer. Immer wieder versuchten die Bullen, die Kurse über die psychologisch wichtige Marke von 100 EUR zu hieven, doch so richtig lange konnte dieses Niveau nicht gehalten werden. Von April bis Juni versuchten die Bären zwischenzeitlich das Ruder zu übernehmen und fast gelang es ihnen. Die Bärenfalle, welche mit dem Bruch des Supportbereichs bei 88 EUR aufgebaut wurde, leitete im Juni eine wichtige Gegenbewegung ein, in welcher sich der Titel nach wie vor befindet. Aktuell präsentiert sich Merck in einer bullischen Trendphase. Expertenmeinung: Derzeit sieht die Gesamtlage überaus vielversprechend aus. Die Seitwärtsbewegung der letzten Wochen konnte deutlich nach oben verlassen werden. Es bildeten sich neue Kaufsignale und der Weg in Richtung des nächsten Widerstands bei rund 103 EUR ist so gut wie frei. Danach könnte die Reise sogar noch etwas weiter gehen, denn das bisherige Allzeithoch der Aktie befand sich bei 115.25 EUR. Wir sehen eine gute Chance, dass die Aktie dieses Niveau in den kommenden Wochen und Monaten erreichen könnte. Wichtig bleibt jedoch, dass die Kurse nicht wieder zurück in die Seitwärtsbewegung zwischen 91 und 97 EUR zurückfallen. Dies würden Anleger als Schwächesignal deuten, was der frisch gestarteten Rallye einen klaren Dämpfer verpassen würde. Aussicht: BULLISCH Chart vom 06.09.2019 Kurs: 98.00 Kürzel: MRK1 | LYNX Online-Broker Sie möchten täglich vor Börsenstart unsere Chartanalysen per E-Mail erhalten? Dann abonnieren Sie hier unseren Börsennewsletter mit aktuellen Börsennews.