KION Group: Gewinnmitnahmen? Machbar. Ganz aussteigen? Nein.

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Kion Group
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Zur Kion Group Aktie

Seit Anfang Oktober eine Korrektur beendet wurde, steigt die KION-Aktie wie auf Schienen. So langsam könnte man da über kurzfristige Gewinnmitnahmen nachdenken. Mittelfristig wäre indes durchaus noch Spielraum nach oben.

Es brummt derzeit bei diesem Spezialisten für Lagertechnik, Gabelstapler und andere Aspekte der Lagerhaltung. Und manch einer stellt sich sicher insgeheim die Frage, was da erst vorangehen könnte, wenn die von den meisten Unternehmen weltweit über Jahre wegen des „Just in Time“-Prinzips heruntergefahrene Lagerhaltung eine kleine Renaissance erleben sollte, nach den unschönen Erfahrungen der letzten Monate mit einer weltweit aus der Spur geratenen Logistik. Aber auch ohne eine solche „Renaissance“ kann sich das Wachstum der KION Group sehen lassen.

Ende Oktober präsentierte das Unternehmen für die ersten neun Monate 2021 ein Umsatzwachstum von 25,5 Prozent. Der Gewinn vor Steuern und Zinsen lag sogar satte 90 Prozent höher als in den ersten drei Quartalen 2020. Und, wichtig: Der Auftragseingang lag mit knapp neun Milliarden Euro nicht nur 34 Prozent über dem Niveau des Vorjahres, sondern auch gut 19 Prozent über dem Umsatz. Das Auftragsbuch wird somit spürbar dicker, ein starker Umsatz ist auch in den kommenden Quartalen sichergestellt.

Das mündete am 3. November in die Anhebung der mittelfristigen Umsatzprognose. Für 2023 sieht die KION Group jetzt einen Umsatz von über zwölf Milliarden Euro bei einer EBIT-Marge im Bereich zehn bis zwölf Prozent. Die Marge läge damit zwar „nur“ im Bereich dessen, was aktuell erreicht wird (in den ersten neun Monaten lag sie bei etwa 10,9 Prozent). Aber solange die Analysten weiterhin avisieren, dass der Gewinn ordentlich weiter zulegen wird, werden die Käufer hier wohl nicht dauerhaft abspringen. Und diese Erwartung weiter steigender Gewinne ist vorhanden:

Die aktuellen Kurse, Charts, Dividenden und Kennzahlen zur Kion Group Aktie finden Sie hier.

Expertenmeinung: Im Schnitt sehen die Analysten für die KION Group in den kommenden zwei Jahren einen Gewinnanstieg um die 20 Prozent pro Jahr. Richtig ist zwar, dass das nur dann realistisch wäre, wenn man die Zukunft mit dem Lineal aus der Gegenwart heraus fortschreiben könnte. Was, wie zuletzt das Jahr 2020 lehrte, öfter mal völlig daneben geht. Aber solange diese Zukunft den Anlegern nicht das Gegenteil beweist, wäre es normal, wenn die Trader diese positive Variante als Leitstrahl beibehalten. Und würde dieser ordentliche Gewinnanstieg über die kommenden zwei Jahre tatsächlich eintreten, wäre die Aktie trotz ihrer Rallye der letzten Wochen noch nicht zu teuer. Dann würde das Kurs/Gewinn-Verhältnis für 2022 bei 20, für 2023 bei 17 liegen – eine für diese Branche angemessene Bewertung.

Allerdings setzt das nicht nur voraus, dass diese Prognose stetig weiter steigender Gewinne eintritt, sondern auch, dass die KION-Aktie nicht allzu viel höher läuft. Denn tut sie das, steigt die Bewertung ja mit – und dann wäre sie eben doch bald überbewertet. Solange der Trend nicht bricht, schert das zwar nur wenige. Aber wenn er es tut, kann sich eine Falltür auftun. Wie geht man damit um?

Angesichts der bislang über sechs Wochen währenden Rallye der Aktie wäre der Gedanke, bei einem Teil einer bestehenden Position mal den Gewinn aufs Konto zu packen, allemal angebracht. Solange die mittelfristige Perspektive des Unternehmens aber positiv gesehen wird, könnte die Aktie nach einer Korrektur durchaus wieder zulegen. Da sollte man, wenn es zu einem Rücksetzer kommt, den Bereich des vorherigen Rekordhochs um 91,80/93,30 Euro im Auge behalten. Würde die KION-Aktie diesen Bereich testen und halten, wäre der Gedanke opportun, auf höherem Niveau verkaufte Aktien zurückzukaufen.

Vorsicht wäre dann angebracht, wenn der Kurs die im Sommer geltende Seitwärtsrange mit Schlusskursen unter 85 Euro durchbrechen und damit dann auch die 200-Tage-Linie mit „abräumen“ sollte … denn das wäre ein Hinweis darauf, dass die rosigen Perspektiven der Bullen einer deutlich weniger bunten Realität gewichen sind.

KION Group-Aktie: Chart vom 16.11.2021, Kurs 103,15 Euro, Kürzel KGX | Online Broker LYNX
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Am Morgen notierte die KION-Aktie zeitweise drei Prozent im Plus und stand im Begriff, das bisherige Rekord-Verlaufshoch zu bezwingen. Doch am Ende des Tages blieb ein Minus von 1,6 Prozent. Und das, obwohl KION am Vorabend die Prognosen erhöht hatte. Und jetzt?

Die am Montagabend nach Handelsende gemeldeten, nach oben angepassten Gesamtjahresziele waren beeindruckend. Sie basierten auf der vorläufigen Berechnung des Ergebnisses des ersten Halbjahres: Umsatz +26,5 Prozent im Vergleich zum ersten Halbjahr 2020, Auftragseingang +33,7 Prozent. Der Gewinn vor Steuern und Zinsen (EBIT) lag sagenhafte 125 Prozent über dem der ersten sechs Monate 2020, basierend auf einer markant um gut vier Prozent auf 9,3 Prozent gesteigerten EBIT-Marge.

Daraus leitet der Gabelstapler- und Logistik-Spezialist ein deutlich besseres Gesamtjahr ab. Die Guidance für den Umsatz liegt jetzt bei 9,7 bis 10,3 Milliarden Euro nach zuvor 9,15 bis 9,75 Milliarden. Beim EBIT erwartet die KION Group 810 bis 890 Millionen Euro, die bisherige Prognose lag mit 720 bis 800 Millionen Euro deutlich niedriger. Wie können solche Ergebnisse am Ende des Tages in ein Minus münden? Wo liegt der Haken bei diesen Zahlen?

Expertenmeinung: Es gäbe einen Haken, wenn die Berechnungsbasis, das erste Halbjahr 2020, extrem schwach gewesen wäre. Aber die KION Group wurde von der Corona-Problematik eher moderat getroffen. Mit dieser angehobenen Prognose könnte das Unternehmen den bisherigen Rekordgewinn aus dem Jahr 2019 durchaus übertreffen. Und damit wäre die Aktie in Relation zu früheren Jahren noch nicht zu hoch bewertet. Das Problem dürfte eher in der Charttechnik in Kombination mit den Analysten-Kurszielen gelegen haben.

Sie sehen im Chart, dass die KION-Aktie anders als die heute ebenfalls besprochene Dürr-Aktie, bei der die Prognose-Anhebung eine deutlich positivere Wirkung hatte, noch ein gutes Stück unter einer entscheidenden Charthürde notierte, als diese Nachricht am Montagabend eintraf. Während bei Dürr ein eher kleines Plus reichte, um den Widerstand zu überwinden, musste die KION-Aktie noch über den Eröffnungslevel hinaus, also unmittelbar weiter steigen, um das zu schaffen. Aber noch bevor ein Kurs über dem bisherigen Verlaufshoch von 93,28 Euro erreicht wurde, begannen hier Gewinnmitnahmen. Dadurch blieb das Kaufsignal aus – und die Abgaben gingen weiter. Wohl auch, weil die Aktie dem durchschnittlichen Analysten-Kursziel bei 96,40 Euro schon sehr nahe gekommen war. Aber:

Die Perspektive in Sachen Unternehmensgewinne bleibt trotzdem tadellos, egal, ob die Aktie daraufhin unmittelbar reagieren konnte oder nicht. Die Chance, dass die KION Group-Aktie das bisherige Verlaufshoch angeht und in Richtung der magischen, runden 100 Euro-Marke überwindet, bleibt. Aber erst, wenn diese gestern verweigerte Hürde von 93,28 Euro bezwungen wurde, wird aus einer reinen Möglichkeit etwas, das man mit einem tauglichen Chance/Risiko-Verhältnis umsetzen könnte.

KION Group-Aktie: Chart vom 27.07.2021, Kurs 88,76 Euro, Kürzel KGX | Online Broker LYNX

Gewinn mitnehmen? Eisern dabei bleiben, zukaufen oder gar neu einsteigen? Unter den Analysten ist die Mehrheit bullisch. Aber nicht immer bekommen die Analysten auch Recht. Und gerade am Freitag kamen zwei interessante, neue Kursziele auf den Tisch.

Erst Ende des Monats steht die Bilanz des zweiten Quartals beim Lagertechnik-Spezialisten KION Group an. Die Ergebnisse des ersten Quartals wurden Ende April vorgelegt und lagen durchweg, bei Umsatz, Auftragseingang und Gewinn, klar über den Analystenprognosen. Seither kamen keine nennenswerten, neuen Nachrichten vom Unternehmen, so dass die Analysten der DZ Bank und von Goldman Sachs, die beide am Freitag ihre neuen Kursziele veröffentlichten, denselben Informationsstand hatten. Trotzdem waren ihre Einschätzungen unterschiedlicher, wie sie kaum sein könnten:

Die DZ Bank hob das Kursziel für die KION-Group von 96 auf 114 Euro an und beurteilte die Aktie mit „Kaufen“. Damit lagen sie nahe des oberen Endes der Kurszielspanne aller Experten für diese Aktie von 70 bis 115 Euro. Goldman Sachs hingegen erhöhte das Kursziel von 67 auf 72 Euro, bleibt damit also am unteren Ende der Spanne, und beurteilt die Aktien mit „Verkaufen“. Und beide Statements kamen am selben Tag, das hat den Charme eines rotierenden Wegweisers, zumal der aktuelle Kurs auch noch genau in der Mitte dieser Extreme liegt. Also, was tun?

Expertenmeinung: In solchen Fällen ist das pragmatische Orientieren an der Charttechnik gemeinhin die beste Lösung. Solange der Trend intakt bleibt, kann man am Ball bleiben, wenn man sich konsequent absichert. Dazu wäre die breite Supportzone zwischen 77,50 und 83,50 Euro die sinnvollste Orientierungsbasis. Das würde normale Korrekturen ermöglichen; ginge ein Abstieg der Aktie darüber hinaus, wäre das Bild indes negativ und man selbst zügig ausgestiegen. Und wie sieht es mit Zukäufen oder dem Neueinstieg aus?

Auch da wäre es am sinnvollsten, eine Korrektur abzuwarten. Würde die Aktie die vorgenannte Unterstützungszone ansteuern, verteidigen und nach oben aus ihr herauslaufen, wäre das ein klar bullisches Signal, dann wäre es zu überlegen, hier zu- oder nachzufassen. Dem steilen Aufwärtstrend aber einfach hinterher zu laufen, während die Aktie nahe am vorvergangene Woche bei 93,28 Euro erreichten Verlaufsrekord notiert, wäre gewagt.

KION Group-Aktie: Chart vom 09.07.2021, Kurs 92,26 Euro, Kürzel KGX | Online Broker LYNX

Denn wer besonnen und vorsichtig agiert, sollte bei solchen Diskrepanzen bei der Beurteilung des Kurspotenzials durch Analysten immer die negativere Variante unter die Lupe nehmen, sprich sich fragen, warum Goldman Sachs skeptisch in Sachen weiterer Kursgewinne ist. Und da würde man bei der Bewertung fündig. Denn momentan erwarten die Analysten im Schnitt, dass die KION Group nach dem mageren Jahr 2020 im laufenden Jahr einen Gewinn pro Aktie im Bereich 3,80/3,90 Euro erreicht. Damit würde sie zwar die Gewinne des Jahres 2019 wieder erreichen. Aber der höchste Kurs 2019 inklusive der ersten zwei Monate 2020 (also vor dem Corona-Crash) lag bei 66,64 Euro. Die Aktie ist also jetzt im Vergleich zu früheren Jahren ungewöhnlich teuer bewertet, was voraussetzt, dass auch 2022 ein starkes Jahr mit deutlichem Gewinnanstieg werden muss, um das zu rechtfertigen. Wenn im Kurs eingepreiste Hoffnungen so weit in die Zukunft reichen, ist es immer angebracht, ein wenig vorsichtig zu werden!

Das war eine wirklich starke Bilanz, die der Gabelstapler-Hersteller am Dienstag vorlegte. Und das gestrige Plus der KION Group-Aktie von 6,46 Prozent belegt, dass die Trader honorierten, was sie da zu lesen bekamen. Aber ob man jetzt noch neu einsteigen sollte, muss man sich genau überlegen, denn den starken Zahlen stehen starke charttechnische Hürden gegenüber.

Was 2020 anging, kann man als Resümee ein „wacker geschlagen“ vergeben. Zwar hatten ein Restrukturierungsprogramm und die Corona-Krise an sich auf die Gewinnmarge gedrückt, so dass der Gewinn vor Steuern und Zinsen (EBIT) um 35 Prozent sank, während der Umsatz nur um 5,3 Prozent fiel. Aber zum einen war dieses geringe Umsatzminus eine gute Leistung, zum anderen hatte man bereits im Vorfeld mit einem deutlich gedrückten Gewinn gerechnet. Und die am Ende als EBIT unter dem Strich stehenden 546,9 Millionen Euro lagen über der durchschnittlichen Analystenprognose von 529 Millionen. Das alleine war schon mal gut.

Hinzu kam aber noch der Auftragseingang. Und der war 2020 trotz Corona gestiegen, legte um 3,6 Prozent zu und lag mit 9,44 Milliarden Euro so hoch wie noch nie in der Firmengeschichte. Und was das angelaufene Geschäftsjahr angeht, erwartet die KION Group einen Umsatz zwischen 9,15 und 9,75 Milliarden Euro, auch das wäre ein neuer Rekord. Was könnte diese Aktie also jetzt noch bremsen?

Expertenmeinung: Zwei Aspekte könnten das. Zum einen die gestern mitgelieferte Gewinnprognose.  Die KION Group avisierte den EBIT-Gewinn für 2021 in einer Range zwischen 720 bis 800 Millionen Euro. Weit mehr als 2020 erreicht wurden, aber: Trotz eines erwarteten, neuen Umsatzrekords liegt diese Spanne unterhalb des 2019 erzielten EBIT-Gewinns von 850 Millionen Euro. Zwar könnte man als Optimist unterstellen, dass es dafür 2022 zu neuen Rekorden beim Gewinn kommen werde. Aber reicht ein womöglich höherer Gewinn übermorgen, um die heute angelaufenen Charthürden zu überwinden?

Denn das ist der andere, potenziell problematische Aspekt. Der Rallye stellt sich jetzt eine markante, charttechnische Widerstandszone in den Weg.  Unser Chart auf Wochenbasis zeigt, worum es da geht. Die KION-Aktie hatte die markante Widerstandszone 61,50/66,76 Euro, unter die sie im Sommer 2018 gefallen war, zwar im vergangenen Juli mit Schwung überwunden, war dann aber im Oktober in einer Widerstandszone hängen geblieben und zurückgefallen. Diese Zone setzt sich aus den Hochs zwischen Herbst 2017 und Frühjahr 2018 zusammen und reicht von 77,60 Euro bis zum damals erzielten Verlaufsrekord von 81,95 Euro. Das ist eine hartnäckige Hürde, wie der Chart zeigt.

Im Januar hatten die Bullen mehrfach versucht, diese Zone anzugehen und wurden ein ums andere Mal abgewiesen. Und dass der Kurs als Reaktion auf die starke Bilanz deutlich zulegte, die Tageshochs aber nicht gehalten wurden und die KION dadurch zumindest am Dienstag unterhalb dieser Widerstandszone schloss, macht deutlich: Wer bereits investiert ist, hat hier zwar eine Aktie mit bullischen Ambitionen. Aber ob sich die umsetzen lassen, lässt sich leichter abwarten, wenn man bereits Gewinne im Rücken hat. Direkt unter dieser Widerstandszone neu einzusteigen, wäre hingegen nur etwas für gezielt risikofreudige Akteure.

Chart vom 02.03.2021, Kurs 76,82 Euro, Kürzel KGX | Online Broker LYNX

Der im MDAX beheimatete Logistik-Spezialist KION Group steht, was die jüngste Bilanz angeht, durchaus nicht schlecht da. Trotzdem zeigt das Chartbild eine potenzielle Toppbildung. Mit Schuld daran ist eine Kapitalerhöhung. Gelingt es den Bullen, den Kopf aus der Schlinge zu ziehen?

2020 wird der Umsatz des vor allem durch seine Gabelstapler bekannten Unternehmens nur eine leichte Delle davontragen, der Gewinn wird indes deutlicher nachgeben. Andererseits erwarten die Analysten, dass sich die Gewinne 2021 wieder deutlich denen des Jahres 2019 annähern werden. Das ist insgesamt ein Szenario, das für Investoren spannend wäre. Doch nicht zu jedem Preis. Als sich die Aktie nach dem „Corona-Crash“ des Frühjahres im Oktober dem bisherigen, aus dem Jahr 2017 stammenden Rekordhoch näherte, war das dann einigen doch zu viel des Optimismus. Die Aktie korrigierte den vorherigen Sturmlauf. Das gestaltete sich unproblematisch, Anfang November begann der Kurs schon wieder zu steigen und es wirkte, als wollten die Bullen gleich den nächsten Anlauf unternehmen, das Rekordhoch bei 81,95 Euro anzugehen. Doch dann kam die Meldung über eine Kapitalerhöhung.

Expertenmeinung: Am 18. November teilte die KION Group mit, man werde das Kapital um gut 13 Millionen Aktien und damit um etwa elf Prozent des bisherigen Kapitals erhöhen. Dabei ging es um eine „klassische“ Kapitalerhöhung, d.h. die Aktien wurden nicht im Eilverfahren an institutionelle Investoren verkauft, sondern den bestehenden Aktionären mit einem Bezugsverhältnis von einer neuen Aktie pro neun alten Aktien angeboten. Diese relativ große Kapitalerhöhung führte dazu, dass die Aktie als Reaktion darauf kurzfristig einbrach und damit der erneute Anlauf an die bisherigen Hochs ausgebremst wurde. Aber die KION Group hielt sich nach dieser Nachricht respektabel – und das bis zum Freitag, nachdem die Kapitalerhöhung am Tag zuvor, dem 3. Dezember, abgeschlossen wurde.

Knapp 96 Prozent der Investoren beteiligten sich an dieser Kapitalerhöhung, deren Erlös zur Reduzierung der Verbindlichkeiten und für weiteres Wachstum gedacht ist. Das ist eine gute Quote. Und obgleich die neuen Aktien zu 62,00 Euro ausgegeben wurden, hielt sich die KION-Aktie stets über diesem Niveau. Das bullische Lager hat somit eine Situation, die allemal auch zu mehr Druck und einem Stimmungsknick hätte führen können, gut überstanden.

Aber noch schwebt das Risiko der Vollendung des potenziellen, großen Topps über der Aktie. Die KION Group muss auf jeden Fall die breite Unterstützungszone 61,50/66,75 Euro sowie die als „Sicherungsseil“ knapp darunter, bei 59,72 Euro, verlaufende 200-Tage-Linie halten. Misslingt das, wäre der Weg nach unten aus charttechnischer Sicht erst einmal frei, das dürften sich die Leerverkäufer nicht entgehen lassen. Um dieses Risiko vom Tisch zu bekommen, müsste die Aktie über 71 Euro schließen und damit den kurzfristigen Abwärtstrend bezwingen. Angesichts einer durchaus ordentlichen 2021er-Perspektive und einer heil überstandenen Kapitalerhöhung ein machbares Ziel … aber man sollte auf der Hut bleiben und nicht unterstellen, dass „schaffen können“ und „schaffen werden“ dasselbe sein muss.

Chart vom 04.12.2020, Kurs 67,80 Euro, Kürzel KGX | Online Broker LYNX

Der Logistik-Spezialist KION Group legte am Dienstagvormittag eine Prognose für das Gesamtjahr vor. Die ursprüngliche Perspektive wurde im Frühjahr wegen der Corona-Problematik kassiert, erst jetzt, im vierten Quartal, erneuerte das Unternehmen seinen Ausblick. Und die Reaktion in Form eines Minus von 4,75 Prozent machte deutlich, dass die Anleger „not amused“ waren. Was indes nicht überrascht, denn der Blick auf den mittelfristigen Chart auf Wochenbasis macht deutlich: Die Erwartungen waren offenkundig immens. Immerhin war die Aktie nahe an das bisherige, im Jahr 2017 bei 81,95 Euro erzielte Rekord-Verlaufshoch heran gelaufen. Vom März-Tief aus hatte sich der Kurs mehr als verdoppelt. Und man musste sich schon vor dieser neuen Prognose fragen: warum?

Ein Hersteller von Gabelstaplern und Anbieter anderer logistischen Tools ist nicht gerade ein ausgewiesener Profiteur der Corona-Krise. Im Gegenteil müsste man eigentlich erwarten, dass ein derart konjunktursensitives Unternehmen in einer solchen Situation deutlichen Gewinndruck verspürt. Und so kam es auch: Die Umsatzprognose bewegte sich in der gestern veröffentlichten Prognose in einem Korridor zwischen -4 und -11 Prozent gegenüber 2019. Für den Gewinn sieht die KION Group sogar einen Rückgang zwischen 36 und 45 Prozent. Und wie gesagt: Eigentlich konnte das nicht überraschen, zumal die Schätzungen der Analysten für den 2020er-Gewinn zuvor schon im Schnitt bei -45 Prozent lagen. Die Bullen hatten indes einen Vorteil:

Expertenmeinung: Solange KION keine Prognosen vorlegte und offen blieb, wie das dritte Quartal gelaufen ist (das zweite, das „Lockdown-Quartal“, nahm man einfach als nicht entscheidend an), konnten die Bullen einfach weiter den Trend traden, denn ihr Optimismus wurde nicht durch harte Fakten ausgehebelt. Jetzt aber ist genau das der Fall. Und auch, wenn die Experten keine funktionierende Glaskugel haben und Prognosen für das Jahr 2021 daher nicht viel taugen können: eine umgehende Rückkehr zu den starken Gewinnen des Jahres 2019 sah man dort nicht.

Jetzt also kam die kalte Dusche. Sie sehen in diesem Chart auf Wochenbasis, dass die KION-Aktie dadurch aus der Widerstandszone, die sich aus den Hochs der Jahre 2017 und 2018 zusammensetzt, nach unten herausgerutscht ist. Eine abgewiesene Attacke auf das alte Rekordhoch, unterfüttert mit entsprechenden „bad news“, kann leicht Anschlussverkäufe auslösen. Aber Sie sehen auch: Noch haben die Bullen nicht verloren. Erst, wenn nicht nur die mittelfristige Aufwärtstrendlinie, die in dieser Woche bei 68,60 Euro verläuft, und darüber hinaus die Unterstützungszone 64,22/66,76 Euro durchschlagen würde, wäre der Traum der Bullen von neuen Rekordhochs in dieser Aktie zunächst einmal ausgeträumt.

Chart vom 20.10.2020, Kurs 74,20 Euro, Kürzel KGX | Online Broker LYNX