Infineon Aktie aktuell Infineon: Vorsicht nach Doppelhoch

News: Aktuelle Analyse der Infineon Aktie

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Infineon
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Chartanalyse
Basis 6 Monate neutral
Zur Infineon Aktie

Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Im Einklang mit den US-Technologiewerten ging es dieser Tage auch mit der Infineon-Aktie deutlich Richtung Süden. Mittlerweile hat das Wertpapier sogar wichtige Böden durchbrochen und läuft nun sogar Gefahr, weiter an Wert zu verlieren. Doch schauen wir auf den Chart.

Beim letzten Versuch ein neues Allzeithoch zu generieren, ging den Bullen regelrecht der Saft aus. Der Ausbruch nach oben Anfang April wurde durch einen Doji und einen Shooting Star nicht bestätigt. Anleger nahmen daraufhin die Gelegenheit wahr, um ihre Gewinne ins Trockene zu bringen. Die ersten Warnsignale waren am Tisch. Das erste deutlichere Verkaufssignal bildete sich dann mit dem Bruch der Marke von 35 EUR. Dieser Impuls leitete die aktuelle Korrektur ein. Die Hoffnung war groß, dass die zuletzt erreichten Böden bei 31.03 EUR bis 31.61 EUR halten würden, doch mittlerweile sind auch diese durchbrochen worden.

Die aktuellen Kurse, Charts, Dividenden und Kennzahlen zur Infineon Aktie finden Sie hier.

Expertenmeinung: Der bislang intakte Aufwärtstrend ist vorbei. Dies bedeutet nicht, dass die Aktie nun jeden Tag fallen wird, sondern erst einmal nur, dass nachhaltige Anstiege eher in weite Ferne gerückt sind. Kurzfristige Gegenbewegungen nach oben können jederzeit eintreten und auch ein Retest des Bodens dürfte dieser Tage anstehen. Alles in allem bleibt das Gesamtbild jedoch deutlich angeschlagen und Kursziele im Bereich von rund 26 EUR sind nicht ausgeschlossen. Das Kursziel, welches sich durch den Bruch des Doppelhochs ergibt, liegt knapp darunter.

Aussicht: NEUTRAL

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Achim Mautz, Daytrader | LYNX Börsenexperten
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Vorherige Analysen der Infineon Aktie

Die Reaktion auf die Bilanz des zweiten Geschäftsjahresquartals 2020/2021 war herb: Die Infineon-Aktie sackte um 5,9 Prozent ab und durchbrach den mittelfristigen Aufwärtstrend. Waren die Zahlen so schlecht? Nein, aber die Erwartungen zu hoch.

Infineon meldete für den Zeitraum Januar bis März einen Umsatz von 2,7 Milliarden Euro und ein sogenanntes Segmentergebnis von 470 Millionen Euro. Dabei vergleicht Infineon diese Zahlen immer mit dem Vorquartal, nicht mit dem Vorjahresquartal. Nimmt man wie Infineon selbst das erste Geschäftsjahresquartal des immer am 30. September endenden Geschäftsjahres, d.h. den Zeitraum Oktober bis Dezember als Vergleichsbasis, lag der Umsatz leicht höher, das Segmentergebnis knapp vier Prozent niedriger. Letzteres basierte auf einer etwas niedrigeren Gewinnmarge. Aber:

Zum einen lagen Gewinn und Marge damit trotzdem leicht über der durchschnittlichen Analystenprognose. Zum anderen würde man einen deutlichen Anstieg bei Umsatz und Gewinn erkennen, wenn man, wie das bei anderen Unternehmen üblich ist, dieses Ergebnis mit dem gleichen Zeitraum des Vorjahres ins Verhältnis setzt. Wo also lag das Problem?

Expertenmeinung: Es dürfte an der Erwartungshaltung der Anleger gelegen haben. Die Chip-Knappheit ist seit Monaten allgemein bekannt. Da könnten einige darauf gesetzt haben, dass Infineon seine Prognosen deutlich anhebt, was aber nur in sehr moderatem Umfang geschah. Was den Gedanken aufkommen lassen könnte: Wenn Infineon in einem solchen Umfeld, in dem einem Chips aus den Händen gerissen werden, die Prognose nicht massiv anhebt, wann dann? Vor allem, wenn man sich überlegt, wie es mit Umsatz und Gewinnmargen weitergeht, wenn dieser „Flaschenhals“ bei den Lieferketten überwunden ist.

Und die derzeitige Bewertung der Aktie wäre nur dann gerechtfertigt, wenn Infineon nicht nur im laufenden, sondern auch im kommenden Geschäftsjahr einen beeindruckenden Gewinnzuwachs vorweisen könnte. Auf Basis der aktuellen, durchschnittlichen Gewinnschätzung für das Geschäftsjahr 2020/2021 läge das Kurs/Gewinn-Verhältnis bei für Halbleiterwerte untypisch hohen 38. Das allein wäre kein Grund, sich hier zu verabschieden. Aber bei diesem Chartbild dürfte das einigen deutlich leichter gefallen sein.

Infineon gehörte zu den großen Outperformern des DAX im zweiten Halbjahr 2020, aber gerechnet vom Jahresanfang 2021 hat der DAX die Aktie geschlagen. Das alleine dürfte die Momentum-Trader bereits aus dem Markt gespült haben, hinzu kam der vergebliche Versuch im April, das vorherige Hoch von Anfang März zu überwinden. Dadurch nahm eine Toppbildung Gestalt an, die durch das gestrige Minus kurz vor der Vollendung steht. Der Umstand, dass die Aktie direkt an der mittelfristigen Aufwärtstrendlinie notierte, als die Quartalsbilanz kam und die Chance vertan wurde, den Kurs mit dem Rückenwind des Zahlenwerks nach oben zu ziehen und den Trend zu bestätigen, kann mit Seitenblick auf die relativ hohe Bewertung jetzt das bärische Lager auf den Plan rufen.

Schlusskurse unter 31 Euro würden die Toppbildung vollenden. Käme es dazu, würden zwar bereits im Bereich 29,34 Euro die 200-Tage-Linie und bei 28,33 Euro das Oktober-Hoch als mögliche Auffanglinien warten. Aber sollten die Akteure zum Schluss kommen, dass der Boom bei den Chips in den kommenden Monaten ausläuft, würde es nicht überraschen, wenn man einer Abkühlung der Lage vorgreifen würde und die vorgenannten Supportlinien nicht halten. Infineon müsste umgehend über 35 Euro steigen, um das wachsende Risiko eines bärischen Szenarios zu bannen – möglich, aber derzeit die Variante mit der geringeren Wahrscheinlichkeit.

Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Bereits im Februar hatten wir unsere Aussichten für die Aktie des deutschen Chiphersteller in unserer Analyse mit bullisch bewertet. Die Kurse haben seither stetig zugelegt und auch der Aufwärtstrend der Aktie bleibt durch die Folge von höheren Hochs und höheren Tiefs intakt. Lediglich der Abverkauf unter den 50-Tage-Durchschnitt machte es Anlegern Anfang März nicht gerade einfach. Doch die Kursschwäche konnte schnell wieder aufgekauft werden.

Wichtig hierbei war, dass das Pivot-Tief von Januar bei 31.03 EUR nicht verletzt wurde. Alles in allem eine schöne Aufwärtsbewegung. Zuletzt haben die Kurse erneut am bisherigen Allzeithoch gekratzt, doch war der jüngste Kursanstieg wohl zu verlockend, um bei neuen Hochs die Gewinne der letzten Wochen mitzunehmen. Aktuell bildet sich gerade eine kleine Zwischenkorrektur.

Expertenmeinung: Gerade diese Zwischenkorrektur könnte eine erneute attraktive Einstiegschance liefern. Wichtig ist jetzt, dass vor allem die 50-Tage-Linie nicht deutlich nach unten verletzt wird. Kurse im Bereich des gleitenden Durchschnitts könnten die Bullen wieder motivieren, den Kaufdruck zu erhöhen. Das Risiko wäre bei einer Umkehr nach oben gut begrenzbar. Sollte sich der Erfolgslauf der Aktie weiter fortsetzen, dann wäre das Setup derzeit ähnlich attraktiv, wie zuletzt Ende Januar. Auch damals wurde die Schwäche gekauft und Infineon Aktie legte wenige Tage später deutlich an Wert zu. Wir belassen unserer Bewertung von Infineon vorläufig auf der bullischen Seite.  

Aussicht: BULLISCH

Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Seit Mai des vorigen Jahres haben wir der Infineon-Aktie konstant positive Prognosen mit auf den Weg gegeben. Die Kurse haben sich mittlerweile mehr als verdoppelt und die Rallye scheint noch nicht vorüber zu sein. Seit mehr als einem halben Jahr sehen wir hier einen beispiellosen Aufwärtstrend, welcher wie ein Chart in einem Bilderbuch eine schier unglaubliche Serie von höheren Hochs und höheren Tiefs bildet. Kein einziges Mal wurde diese Serie unterbrochen und wir erkennen recht eindrucksvoll einmal wieder die Kraft intakter Trends. Diese halten länger, als dass sie gebrochen werden. Auch zum aktuellen Zeitpunkt können wir eine klare Aussage treffen. Solange sich die Aktie über dem letzten Pivot-Tief bei rund 31 EUR halten kann, bleiben die Bullen am Ball und diktieren das Geschehen.

Expertenmeinung: Auch zum jetzigen Zeitpunkt geben wir dem Wertpapier bullische Aussichten mit auf den Weg. Es gibt keine Anzeichen einer Überhitzung und die Kurse stehen kurz vor einem weiteren möglichen Ausbruch. Knapp unter der Marke von 36 USD hat sich ein Widerstand gebildet, welcher weder im Januar noch im Februar gebrochen werden konnte. Die Stimmung an der Börse ist gut und zuletzt konnten an der Wall Street besonders Halbleiterunternehmen ordentlich anziehen. Dieser positive Tenor könnte sich auch positiv auf Infineon auswirken, weshalb wir noch im Laufe dieser Woche einen Breakout bekommen könnten. Das Gesamtbild sieht also weiterhin sehr bullisch aus.

Aussicht: BULLISCH

Das Bilanzergebnis mit kräftigem Zuwachs zum Vorjahr und über den Prognosen, dazu eine angehobene Prognose für das gesamte Geschäftsjahr: Wer hätte da etwas anderes vermutet als einen immensen Kurssprung der Infineon-Aktie? Doch am Ende des Tages schloss das Papier 0,65 Prozent im Minus. Wie kann das angehen?

[emaillocker] Die Ergebnisse, die der Chiphersteller vorlegte, waren in der Tat beeindruckend. Dachte man noch im vergangenen Frühjahr, dass der Gewinne von Unternehmen konjunktursensibler Branchen lotrecht in den Keller rauschen müssten, zeigte sich im Verlauf des Jahres 2020, dass dieser Kelch an den Chipherstellern vorbeigehen würde. Und das bestätigte sich in diesen Ergebnissen des ersten Quartals des bei Infineon immer am 1. Oktober beginnenden Geschäftsjahres erneut:

Der Umsatz lag gut fünf, der Nettogewinn sogar 134 Prozent über dem Vorquartal, die Marge stieg deutlich von 15,2 auf 18,6 Prozent. All das lag zugleich höher als im Schnitt seitens der Analysten erwartet. Für das Gesamt-Geschäftsjahr sieht Infineon jetzt einen Umsatz von 10,8 Milliarden Euro (bisher 10,5 Milliarden) und eine um ein Prozent höhere Marge (17,5 nach 16,5 Prozent) als in der bisherigen Prognose. Doch was die Analysten erwarteten, muss nicht zwingend dasselbe sein, was sich die Anleger erwartet, oder besser erhofft hatten.

Expertenmeinung: Mit steigenden Kursen pflegt auch die Erwartungshaltung vieler Marktteilnehmer zuzunehmen. Was nicht unbedingt logisch ist, aber von einer stark steigenden Aktie erwarten manche eben Wunderdinge, gerade weil sie schon so weit gelaufen ist. Und Sie sehen es ja im Chart: In dieser Hinsicht könnte man Infineon in einem Lehrbuch abbilden. Von März 2020 bis Januar 2021 ist der Kurs von 10 auf über 35 Euro gelaufen. Das ist das höchste Kursniveau seit fast 20 Jahren, als damals die Internetblase platzte. Nach einem solchen Sturmlauf weit über die Hochs der letzten Jahre hinaus schwebt der Finger locker über der Verkaufstaste, zumal:

Dass die Prognosen der Experten überboten wurden, ist gut und schön, entscheidend ist aber, was man insgeheim erwartete, die sogenannten „whisper numbers“ (Flüster-Schätzungen). Es kann sehr gut sein, dass diese Zahlen für viele nicht stark genug waren, um nach einem derartigen Anstieg neu einzusteigen bzw. zuzukaufen. Und wenn eine erste, klare Reaktion ausbleibt, gehen viele Akteure davon aus, dass die „whisper numbers“ höher waren und halten sich ebenso bedeckt. Aber muss das die Aktie ausbremsen?

Das wiederum nicht unbedingt, denn immerhin kam es nicht zu nennenswerten Verkäufen. Mit einem Test der unteren Begrenzung des mittelfristigen Aufwärtstrendkanals bei aktuell 29 Euro muss man zwar jederzeit rechnen, so stark, wie die Aktie gelaufen ist. Aber erst, wenn dieser Trend tatsächlich gebrochen würde, wäre die Party für die Bullen vorbei. Und das zeichnet sich nach diesem eher moderaten Minus als Reaktion auf das Zahlenwerk noch nicht ab.

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Ein Plus von über 50 Prozent bei einem Chiphersteller, während die Weltwirtschaft den schnellsten und schärfsten Konjunktureinbruch aller Zeiten verdauen muss, das wirkt absurd. Aber dass Infineon zu den Top-Gewinnern 2020 im DAX gehört, hat durchaus eine Grundlage: Das Unternehmen ist weit besser durch die Krise gekommen als man es anfänglich allgemein dachte.

Allerdings bedeutet „besser als gedacht“ nicht, dass der Aktienkurs auf ewig weiter steigen könnte. Die Aktie ist durch diese Rallye seit März von der Bewertung her schlicht teuer. Selbst, wenn der Kurs in den kommenden zwei Jahren wie festgenagelt auf dem derzeitigen Niveau bleiben würde, müsste auch in zwei Jahren noch mit kräftigem Gewinnwachstum zu rechnen sein, um das jetzt für das Ende des am 1. Oktober begonnenen Geschäftsjahrs bei knapp 33 liegende Kurs/Gewinn-Verhältnis zu rechtfertigen. Sicher, das könnte ja auch so kommen, weil Infineon gestärkt aus der Krise herauskommt und mit höherer Rentabilität alte Rekordgewinne übertrifft. Aber es ist gewagt, das einfach vorauszusetzen, zumal:

Expertenmeinung: Die Aktie hat mittlerweile die Hochs der letzten Jahre weit überboten. Genauer gesagt notiert Infineon jetzt so hoch wie seit Juni 2001 nicht mehr, als der Kurs damals im Zuge der platzenden „Dot.Com“-Blase von 83 Euro Mitte 2000 auf 4,48 Euro im Oktober 2002 durchgereicht wurde. Und was die Aktie damals wie ein Blitz traf, kann sich wiederholen: Infineon gehört zu den sogenannten „Fahrstuhl-Aktien“: Senkrecht und schnell hoch, aber ebenso auch wieder runter. Der Grund liegt in der enormen Konjunktursensibilität. Wenn die Konjunktur brummt, steigen die Gewinnmargen und der Umsatz rasant, kippt das Wachstum und gehen Investitionen und Konsum in die Knie, bricht alles ebenso schnell ein.

Das war auch 2020 der Fall, nur blieb diese Phase eine kurze. Im am 30.9. beendeten Geschäftsjahr 2019/2020 hatte Infineon durchaus weit weniger verdient, nur zogen Umsatz und Gewinn schon im Sommerquartal wieder an und man ist zuversichtlich, schnell wieder die alte Dynamik zu erreichen … und idealerweise zu überbieten. Ob das aber wirklich so kommt, ist nicht sicher vorhersagbar, daher sollte man als Trader besser vorsichtig agieren, zumal der Chart andeutet, dass da erst einmal das Ende der Fahnenstange erreicht sein könnte.

Sie sehen, dass Infineon das obere Ende eines leicht keilförmigen Aufwärtstrendkanals erreicht hat. Zugleich dürfte die Aktie durch den jetzt anstehenden Jahresultimo als Top-Gewinner besonders gesucht gewesen sein … und sie ist, was die Markttechnik angeht, überkauft. Da würde es sich anbieten, nicht mehr ohne Fallschirm in Form eines konsequenten Stoppkurses unterwegs zu sein, für den sich derzeit ein Level knapp unter 30 Euro und damit unterhalb der doppelten Unterstützung in Form der November-Aufwärtstrendlinie und der 20-Tage-Linie anbieten würde.