CANCOM: War es das jetzt für die Bullen?

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Zur Cancom Aktie

Im Oktober gab der IT-Dienstleister CANCOM bekannt, dass man über den Zeitraum eines Jahres ca. 9 % seiner eigenen Aktien zurückkaufen wolle. Das verhalf der Aktie zum Ausbruch über das bisherige Rekordhoch. Aber jetzt fiel sie wieder darunter – war es das für die Bullen?

Aktienrückkäufe sind normalerweise ein perfektes Zugpferd. Zwar könnte man sich die Frage stellen, ob ein Unternehmen nicht besseres mit dem Geld anzufangen weiß, z.B. Zukäufe oder Innovationen zu finanzieren. Aber in der Regel sehen die Marktteilnehmer in solchen Fällen vor allem eines: Der erzielte Gewinn des Unternehmens muss sich dadurch auf weniger Aktien verteilen. Der Gewinn pro Aktie steigt also, ohne dass das Unternehmen wirklich mehr verdienen müsste: die einzelnen Aktien werden „wertvoller“.

Das sah man bei CANCOM auch so. Kaum lag diese Meldung am 12. Oktober auf dem Tisch, legten die Käufer los. Die Aktie, die unmittelbar zuvor bei 49,57 Euro geschlossen hatte, begann zu laufen, überbot dabei das vorherige Rekordhoch (59,05 Euro im Juni 2020) und markierte am 30. November bei 64,82 Euro eine neue Bestmarke. Eine Rallye von 30 Prozent auf der Basis, dass der Gewinn durch den Aktienrückkauf zehn Prozent höher liegen werde? Das ist natürlich ein Wort. Wobei dazwischen noch die Neun-Monats-Zahlen lagen, nur:

Die aktuellen Kurse, Charts, Dividenden und Kennzahlen zur Cancom Aktie finden Sie hier.

Expertenmeinung: Die kamen am 11. November und bewegten die Aktie nahezu gar nicht. Ein Zugpferd, das CANCOM neuen Schub gegeben hätte, war die Bilanz also nicht. Eher ein Grund für manche Trader, die deutlich tiefer in die Aktie eingestiegen waren, um sich einmal Gedanken über die Bewertung auf diesen neuen Hochs zu machen.

Denn der Gewinn vor Steuern und Zinsen (EBIT) stieg zwar um stattliche 71,1 Prozent, der Umsatz legte in den ersten neun Monaten 2021 aber nur um 12,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr zu. Und insgesamt ist die Dynamik des Gewinnanstiegs nicht gerade umwerfend, wie das derzeit auch für die meisten IT-Dienstleister gilt. Für Ende 2023 sehen die Analysten momentan im Schnitt einen Gewinn von 1,90 Euro pro Aktie nach 1,60 Euro im Jahr 2020. Am Hoch der Aktie errechnete sich daraus ein Kurs/Gewinn-Verhältnis von 34, während der Gewinnanstieg von 2020 bis 2023 im Jahres-Schnitt bei sechs bis sieben Prozent liegt. Das ist eher teuer.

Und jetzt stehen wir an einem Punkt, an dem der Effekt dieser Neun-Monats-Bilanz seitens der Akteure ebenso verarbeitet wurde wie der Aktienrückkauf. Und auch, wenn letzterer noch nicht als abgeschlossen gemeldet wurde: Das alleine würde eher nicht ausreichen, um ein bärisches Signal im Chart zu aufzufangen. Und das dürfte denen völlig klar gewesen sein, die im Verlauf der vergangenen Woche Kasse gemacht hatten.

Dadurch ist, wie unser Chart auf Wochenbasis zeigt, bereits eine kleine Toppbildung vollendet worden. Sie hat den CANCOM-Kurs in die Zone der vorherigen, oberen Wendemarken seit 2019 geführt, die im Bereich 56,60/59,05 Euro liegt. Zwar würde ein bärisches Signal auf mittelfristiger Ebene erst entstehen, wenn CANCOM auf Wochenschlusskursbasis durch die bei 51,50 Euro verlaufende, mittelfristige Aufwärtstrendlinie rutscht. Aber wer hier nicht gezielt mittel-/langfristig dabei sein will, würde den bei Closings unter 56,60 Euro wahrscheinlicher werdenden Abstieg bis an diese Linie wohl eher nicht mitmachen wollen.

Chart vom 17.12.2021, Kurs 58,00 Euro, Kürzel COK | Online Broker LYNX

 

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News bei Cancom. Wie sieht die Prognose für die Aktie jetzt aus? Wir zeigen Ihnen Kursziele und Kaufmarken.

Digitalisierung ist unausweichlich

Cancom ist ein herstellerunabhängiges IT-Systemhaus mit einem breiten Produkt- und Dienstleistungsspektrum im Bereich IT-Infrastruktur und Professional Services.

Zielgruppe des IT-Dienstleisters sind große und mittelständische Unternehmen. Das Produkt- und Dienstleistungsangebot erstreckt sich über das gesamte Spektrum von Beratung, Erstellung von IT-Konzepten, über die Beschaffung bis hin zur Integration und dem Betrieb der Systeme.

Als Partner von HP, Microsoft, IBM, SAP, Symantec, Citrix, Apple und Adobe verfügt Cancom über Kernkompetenzen in richtungsweisenden IT-Zukunftsthemen wie etwa Cloud Computing.

Bisher haben viele Mittelständler die Digitalisierung verschlafen, das hat die Krise schmerzhaft gezeigt. Daher sollte das Geschäft von Cancom mittelfristig sogar von der Pandemie profitieren. Der Nachholbedarf ist groß.

Es läuft so oder so

Weiteren Rückenwind hätte das Unternehmen aber gar nicht notwendig. Die Aktie war auch schon zuvor ein Outperformer.

Der Umsatz hat sich in der letzten Dekade von 544 Mio auf 1,65 Mrd. Euro verdreifacht. Das Ergebnis kletterte von 0,56 auf 1,60 Euro je Aktie.
Die Dividende wurde in dieser Zeit von 0,07 auf 0,75 Euro maßgeblich erhöht.

Darüber hinaus ist das Geschäftsmodell nicht besonders kapitalintensiv. Daher ist die Bilanz sauber, aktuell hat man keine nennenswerten Verpflichtungen und 582,5 Mio. Euro an Barmitteln, was mehr als 20% des Börsenwerts entspricht.

Der einzige Wermutstropfen ist die gestiegene Zahl der ausstehenden Aktien. Wie man an der Ergebnis-Entwicklung gesehen hat, stehen sie aber noch in einem gesunden Verhältnis.

Zudem scheint man hier Abhilfe schaffen zu wollen. Erst kürzlich hat man umfassende Buybacks beschlossen, wodurch bis zu 10% der ausstehenden Aktien eingezogen werden könnten.

Aktuelle Lage und Ausblick

Im laufenden Geschäftsjahr konnte man an die gute Entwicklung anknüpfen. Der Umsatz konnte in den ersten neun Monaten um 12,9% auf 947,9 Mio. Euro gesteigert werden.
Das Konzern-EBIT legte sogar um 71,1% auf 52,1 Mio. Euro zu.

Wenngleich sich die Wachstumsgeschwindigkeit im dritten Quartal auch etwas verlangsamt hat, das Ergebnis war trotzdem höher als in den Vorquartalen.

Nach den Worten des Unternehmens ist die außerordentlich hohe Profitabilität vorrangig auf eine Umsatz- und Margen-Verbesserung im Service-Geschäft sowie einer sehr guten Marge im Vertrieb von Hard- und Software zurückzuführen.

Die Entwicklung hätte aber tatsächlich noch besser sein können, da auch Cancom durch die Verfügbarkeit von Hardware eingeschränkt war.

Da kommt noch mehr

Das hat wiederum zu einem „enorm hohen“ Auftragsbestand und einer guten Verhandlungsposition geführt. Das Geschäft sollte sich also vorerst blendend weiterentwickeln.

Daher hatte man im Vorfeld der Zahlen bereits die Prognose erhöht. Der Vorstand rechnet seitdem beim Konzern-Umsatz, -Rohertrag und -EBITDA mit einem sehr deutlichen Wachstum im Geschäftsjahr 2021 (zuvor: jeweils deutliches Wachstum).

Weitere Pluspunkte liefert Cancom durch den zunehmenden Anteil der regelmäßigen Umsätze. Das Annual Recurring Revenue (ARR) lag zuletzt 23,6% über dem Vorjahresniveau.

Daher bleibe ich bei dem positiven Fazit aus der vorangegangenen Analyse, auch wenn die Aktie zwischenzeitlich (Link) bereits um 35% gestiegen ist.

Chart vom 11.11.2021 Kurs: 59,40 Kürzel: COK - Wochenkerzen | Online Broker LYNX
Chart vom 11.11.2021 Kurs: 59,40 Kürzel: COK – Wochenkerzen

Als Investor kann man sich also nach Einstiegsmöglichkeiten umschauen. Kommt es jetzt zu einem Rücksetzer an das Ausbruchsniveau bei 56,65 Euro, wäre das eine erste Gelegenheit.
Mit etwas Glück geht es noch eine Etage tiefer auf 50,00 Euro. Dort wäre das Chance-Risiko-Verhältnis umso besser.

Tiefere Kurse sind unwahrscheinlich. Grundsätzlich könnte die Rallye auch zeitnah fortgesetzt werden. In allen Szenarien ergeben sich extrapolierte Kursziele von 65 und 70 Euro.

Nach Handelsende des Montags gab der IT-Infrastrukturspezialist CANCOM ein umfassendes Aktien-Rückkaufprogramm bekannt, über das binnen eines Jahres über neun Prozent aller Aktien zurückgekauft werden sollen. Bringt diese Nachricht den Ausbruch auf neue Hochs?

Ab dem 20. Oktober wird CANCOM gut 3,5 Millionen eigene Aktien zurückkaufen, die Rückkäufe sollen sich über ein Jahr, bis zum 19. Oktober 2022, verteilen können. Für diese Rückkäufe steht das Geld zur Verfügung, das dem Unternehmen durch den im jetzt beendeten dritten Quartal verbuchten Verkauf seines Irland- und Großbritannien-Geschäfts zugeflossen ist (225 Millionen Euro).

Dieser den Gewinn im Geschäftsjahr 2021 positiv verzerrende UK-Verkauf wird jetzt also dazu verwendet, die Zahl der ausstehenden Aktien um etwa 9,1 Prozent zu verringern. Was wiederum bedeutet, dass sich der Gewinn, den CANCOM erzielt, auf weniger Aktien verteilen muss. Und das, ebenso wie der durch diese „Eigen-Käufe“ entstehende Rückhalt auf der Nachfrageseite, kann die Aktie kräftig stützen. Aber reicht das auch, um den Kurs endlich über die Widerstandszone 55,40 zu 59,05 Euro zu heben, an der die Aktie seit 2019 mehrfach wieder nach unten abdrehen musste?

Expertenmeinung: Ginge es nach den Kurszielen der Analysten, dann schon. Das durchschnittliche Kursziel der Experten liegt bei 63 Euro. Würde es erreicht, hieße das, dass dieser Befreiungsschlag gelingt. Aber dieses Ziel besteht schon längere Zeit, hat mit dieser Sondersituation eines Aktienrückkaufprogramms nichts zu tun – und bislang scherten sich die Anleger nicht darum, dass die Analysten die Aktie eigentlich höher sehen würden. Ob sich das jetzt ändert?

Dass es heute, wenn der Markt auf diese gestrige, abendliche Meldung reagieren kann, zu einem Kursanstieg kommt, ist wahrscheinlich. Aber ob das reichen würde, die nötigen ca. 20 Prozent nach oben zu erreichen, die für einen Ausbruch über die Widerstandszone 55,40/59,05 Euro nötig wären, ist zumindest fraglich. Denn wenn CANCOM das Gros des jetzt zur Verfügung stehenden Kapitals nicht für Investitionen nutzt, sondern nur zur “Kurspflege“ durch die Verringerung der Zahl der umlaufenden Aktien, ließe sich mutmaßen, dass es vorerst bei dem recht langsamen Wachstum der vergangenen Jahre bleiben wird. Und eben dieses langsame Wachstum war der Grund, weshalb es nun schon über zwei Jahre lang nach oben nicht voranging, während der MDAX die dort notierte CANCOM-Aktie in dieser Zeit, seit dem Sommer 2019, locker abhängte.

Man sollte daher einkalkulieren, dass hier investierte Akteure einen Anlauf in diese Widerstandszone 55,40 zu 59,05 Euro nutzen könnten, um erneut Positionen abzubauen. Sollte CANCOM diesen Bereich nach oben durchbrechen, wäre die Aktie auf der Long-Seite zwar einen Blick wert, aber nur dann, wenn ein stärkeres Umsatzwachstum bei einer zugleich anziehenden EBITDA-Marge deutlich macht, dass hier wieder Schwung in die Bilanz kommt.

CANCOM-Aktie: Chart vom 10.10.2021, Kurs 49,57 Euro, Kürzel COK | Online Broker LYNX

Seit Jahren steigt der Umsatz des IT-Dienstleisters CANCOM. Und auch für 2021 rechnet man seitens des Unternehmens mit wachsenden Umsätzen und einem „sehr deutlichen“ Wachstum beim Gewinn. Aber nach der Quartalsbilanz landete die Aktie im Minus. Was steckt dahinter?

Man hatte starke Zahlen erwartet, womöglich hatten viele auch mit einer Überraschung in Form klar übertroffener Prognosen und/oder einer Prognoseanhebung gerechnet. Das war daran abzulesen, dass die CANCOM-Aktie im Vorfeld des für Donnerstag im Terminkalender stehenden Bilanztermins zügig an die Widerstandszone 57,40/59,05 Euro heranlief, bereit, im Fall starker Ergebnisse mit einem Satz über diese Zone hinaus und damit auf neue Rekordhochs zu springen. Aber dafür gab es dann keinen Anlass.

Denn auch, wenn CANCOM bei Umsatz und Gewinn im Vergleich zum Vorjahresquartal zulegte, blieb der IT-Dienstleister doch in beiden Bereichen hinter der durchschnittlichen Analystenprognose zurück. Der Umsatz erreichte 342,7 Millionen Euro, die Experten hatten im Vorfeld mit 355 Millionen gerechnet. Und das EBITDA, der Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen, verfehlte die Prognose von 36 Millionen Euro mit 32,3 Millionen sogar recht deutlich.

Expertenmeinung: Da half es wenig, dass CANCOM die eigene 2021er-Prognose bestätigte, in denen von einem deutlichen Wachstum beim Umsatz und einem sehr deutlichen Wachstum beim EBITDA gesprochen wird. Denn angesichts der insgesamt relativ niedrigen Wachstumsraten ist natürlich entscheidend, was man unter einer so schwammigen Formulierung zu verstehen hat. Die Ergebnisse des zweiten Quartals suggerierten, dass man da offenbar zu viel hineininterpretiert hatte.

Also ließen einige Akteure die Aktie fallen wie eine heiße Kartoffel, als schon mit dem Einlaufen der Daten am frühen Morgen absehbar wurde, dass mit diesen Zahlen ein Ausbruch auf neue Rekordhochs nicht zu machen wäre. Aber das muss nicht zwingend bedeuten, dass die Reise jetzt nachhaltig in die Gegenrichtung geht und die CANCOM-Aktie mittelfristig relevante Short-Signale generiert. Sehen wir uns den Chart an:

CANCOM-Aktie: Chart vom 12.08.2021, Kurs 53,76 Euro, Kürzel COK | Online Broker LYNX

Hier sehen wir, dass der Kurs an dieser entscheidenden Widerstandszone 57,40/59,05 Euro abgeprallt ist. Nicht gut, aber: Auf der Unterseite fällt eine markant und solide wirkende Supportzone zwischen 46,40 und 49,00 Euro ins Auge, auf der Oberseite definiert durch die 200-Tage-Linie. Solange diese Zone hält, wäre CANCOM keine Beute für die Bären und hätte jederzeit die Möglichkeit, diesen jetzt fehlgeschlagenen Ausbruchsversuch nach oben zu wiederholen, wenn beispielsweise die Ergebnisse des laufenden, dritten Quartals besser aufgenommen werden als die gestrigen.

Die gestern vorgelegte 2020er-Bilanz konnte sich sehen lassen, der Ausblick versprühte Optimismus. Doch die anfangs positive Reaktion der Anleger verpuffte. Werden sich jetzt die Bären auf CANCOM stürzen?

Wenn eine Aktie auf Unternehmensdaten hin zuerst einen Satz nach oben macht, dies aber sofort Abgabedruck auslöst, ist das immer ein Warnsignal. Einige sehen die Informationen als gut genug an, um einzusteigen, noch mehr aber sind nicht überzeugt genug, um die Chance, in höhere Notierungen hinein auszusteigen, verstreichen zu lassen. Wenn so etwas passiert, spielen die Ergebnisse selbst schnell nur noch eine nachrangige Rolle.

Dabei war das Zahlenwerk solide. Getragen von einem besonders gut gelaufenen vierten Quartal schaffte der IT-Dienstleister 2020 bei Umsatz und Gewinn ein kleines Plus. Es mag der Ausblick gewesen sein, der Gewinnmitnahmen auslöste, denn man rechnet bei CANCOM mit einer „deutlichen“ Steigerung von Umsatz und Gewinn … das ist vielen wohl ein wenig zu vage gewesen, denn das können fünf ebenso wie fünfzig Prozent sein. Und am Ende des ersten Quartals könnte/sollte man bereits genug an Fakten haben, um präziser zu sein. Aber das ist jetzt eben Schnee von gestern:

Expertenmeinung: Die Zahlen liegen auf dem Tisch, die Chance, darauf positiv zu reagieren, ist vertan … warum sollten Marktteilnehmer erst einen oder mehrere Tage später einsteigen, wenn sie es nicht sofort tun? Was als Chance für das bullische Lager bliebe, wären als Reaktion auf die Zahlen angehobene Kursziele der Analysten. Unbedingt darauf wetten, dass da etwas kommt, das weitere Gewinnmitnahmen aufhalten könnte, sollte man indes nicht. Die Zahl der Experten, die die CANCOM-Aktie beobachten, ist überschaubar und man war dort bereits im Vorfeld der Bilanz sehr optimistisch: Bei bestehenden Kurszielen zwischen 52 und 70 Euro liegt die Aktie derzeit am unteren Ende der Erwartungen – geholfen hat ihr das gestern nicht.

Damit kommt es auf die kommenden Tage an. Sollte die CANCOM Aktie das Vorwochen-Verlaufstief bei 50,95 Euro auf Schlusskursbasis unterschreiten, steigt das Risiko, dass die Akteure weiter aussteigen, deutlich, zumal dadurch die mittelfristige Aufwärtstrendlinie signifikant gebrochen würde. Eine Gelegenheit für einen Short-Trade?

Das wäre eher gewagt, denn das Zahlenwerk an sich war ja durchaus manierlich. Ob sich da allzu viele Leerverkäufer ausgerechnet an CANCOM versuchen, ist zumindest fraglich. Vor allem, weil die Aktie zwar dabei ist, die Chance zu vergeben, wieder bullisch zu sein, aber sie ist dadurch zunächst einmal nur als neutral anzusehen.

CANCOM Aktie: Chart vom 30.03.2021, Kurs 51,20 Euro, Kürzel COK | Online Broker LYNX

Bärisch würde sie erst, wenn die markante Unterstützungszone 46,40/47,22 Euro gebrochen würde. Dass das in den kommenden Wochen passiert, ist zwar nicht auszuschließen, aber dafür war das, was CANCOM da am Dienstag vorgelegt hat, eigentlich zu gut!

Der IT-Dienstleister CANCOM überzeugte zuletzt mit kräftig steigenden Umsätzen und Gewinnen. 2020 war ein gutes Jahr … und die gestern eingelaufene Meldung über einen neuen Großauftrag unterstützt die Erwartung der Analysten, dass die Gewinne konstant weiter wachsen werden. Wäre bei dieser Aktie ein neues Rekordhoch drin? Durchaus möglich!

Am Mittwoch meldete CANCOM, dass es gelungen sei, einen Rahmenvertrag mit der EU-Institution eu-LISA abzuschließen, dessen Volumen bei einer Laufzeit von maximal sechs Jahren bei bis zu 440 Millionen Euro beträgt. Angesichts des geschätzten 2020er-Umsatzes von etwa 1,7 Milliarden Euro durchaus eine bemerkenswerte Größenordnung.

Die unmittelbare Reaktion der Marktteilnehmer war klar positiv, die Aktie lief am Vormittag gut 4,6 Prozent nach oben. Dass der Kurs dann bis zum Handelsende einen Teil des Gewinns einbüßte, lag eher nicht daran, dass den Anlegern Zweifel gekommen wären, sondern an dem am Mittwoch für den Technologiesektor allgemein schwierigen Umfeld eines abverkauften Befreiungsschlags, der Nasdaq und TecDAX unter Druck setzte. Da werden gerade Aktien, die zuletzt starke Gewinne verbuchen konnten, gerne gegeben. Aber das muss die Ambitionen auf neue Allzeithochs bei CANCOM nicht nachhaltig stoppen – die Chance ist da.

Expertenmeinung: Was ist nötig, um eine Aktie auf neue Hochs zu tragen? Erstens eine positive Perspektive bei den Unternehmensgewinnen – die ist vorhanden. Und zweitens ein bullisches Chartbild – das ist aktuell ebenfalls gegeben. Wir sehen hier eine Aktie, die in einem intakten Aufwärtstrendkanal an entscheidende Hürden klopft … und das recht hartnäckig.

Die obere Begrenzung des im November etablierten Aufwärtstrendkanals konnte im Februar nicht erreicht werden, weil der Weg dieser Linie von der Widerstandszone zwischen 56,60 und 59,05 Euro gekreuzt wurde. Seit anderthalb Jahren bedeutet diese Zone für die Bullen das Ende der Fahnenstange. Aber statt nach diesem erneuten, vergeblichen Anrennen im Februar deutlicher nach unten abzudrehen, wurde CANCOM präzise auf Höhe der nächstgelegenen Unterstützung, dem Hoch vom August 2020 bei 52,15 Euro, abgefangen, was deutlich macht:

Die Bullen dominieren das Geschehen weiterhin. Aber ein Ausbruch sollte jetzt relativ zeitnah gelingen. Auf die Bilanz des Gesamtjahres 2020 wird man da nicht warten können, die steht erst am 30. März an … und diese Chartkonstellation fordert eine Entscheidung ein. Die Vorgaben sind klar:

CANCOM muss über dem bisherigen Verlaufsrekord von 59,05 Euro schließen, um die bullische Tendenz zu bestätigen. Solange die Aktie nicht unter die zuletzt gehaltene Supportlinie bei 52,15 Euro fällt, bleibt diese Chance greifbar. Fiele allerdings dieses jüngste Korrekturtief, wird es kritisch. Zwar wäre der Unterstützungsbereich zwischen der 200-Tage-Linie bei aktuell 47,35 Euro und der unteren Begrenzung des Aufwärtstrendkanals bei 49,10 Euro eine Zone, die angesichts der positiven Umsatz- und Gewinnperspektive des Unternehmens tendenziell halten sollte. Aber natürlich möchte man nicht bis dorthin auf der falschen Seite mitlaufen müssen, daher wäre ein Stoppkurs knapp unter dieser kurzfristig entscheidenden Linie von 52,15 Euro auf jeden Fall ratsam.

Chart vom 03.03.2021, Kurs 56,30 Euro, Kürzel COK | Online Broker LYNX