Berkshire Hathaway B Aktie Prognose Berkshire meldet Milliardenverlust, macht aber nichts

News: Aktuelle Analyse der Berkshire Hathaway B Aktie

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Berkshire Hathaway B
ISIN: US0846707026
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Ticker: BRK.B --- %

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Den Gewinn, den manche Unternehmen melden, ist das Papier nicht wert auf dem er niedergeschrieben wurde. Nehmen wir zum Beispiel Berkshire

Vorsicht

Es gibt viele Anleger, vor allem im Value-Umfeld, die einen großen Wert auf ein niedriges KGV legen.
Der Grundgedanke, der dahintersteckt, ist vollkommen richtig. Je weniger man für ein Unternehmen bezahlt, desto besser.

Leider gibt man sich damit einer trügerischen Sicherheit hin. Denn das was als Gewinn gemeldet wird und was ein Unternehmen wirklich verdient, ist nicht dasselbe.

Berkshire ist bestens dazu geeignet, den Unterschied aufzuzeigen. In diesem Fall ist es so, dass das Unternehmen sehr viel mehr verdient als an Gewinn gemeldet wird.

In den meisten Fällen ist es natürlich umgekehrt und das birgt für Anleger erhebliche Gefahren.
Denn es gibt viele Aktien, die optisch immer günstig wirken, da das KGV gerade mal bei 5 oder 8 liegt.
Das Problem daran ist, dass die realwirtschaftlichen Gewinne und der gemeldete Gewinn weit auseinanderklaffen.

Gewinn ist nicht gleich Gewinn

Das bedeutet für Anleger, dass sie den gemeldeten Gewinn immer hinterfragen müssen, vor allem wenn das KGV sehr niedrig ist.
Ein niedriges KGV deutet in der Regel darauf hin, dass kein oder kaum Wachstum stattfindet oder der Gewinn perspektivisch sogar sinken könnte.

Doch selbst wenn das nicht der Fall ist, kann der gemeldete Gewinn die realwirtschaftlichen Einnahmen bei weitem überschreiten.

Wie könnte man es sonst erklären, dass eine Aktie bereits seit etlichen Jahren auf ein KGV von 5 oder 8 kommt, sich der Kurs aber nicht bewegt?
Schließlich hätte die besagte Aktie in diesem Zeitraum bereits den ganzen oder einen Großteil des eigenen Börsenwerts erwirtschaftet.

Börse ist eben nicht so einfach, wie es viele Anleger gerne hätten. Es gibt weder einen Zauber-Indikator noch eine einfache Screening-Methode oder einzelne Kennzahl, die den großen Erfolg bringt.

So einfach ist es nicht

Wenn man die Sache zu Ende denkt, ist auch vollkommen klar, warum das so ist. Wenn es eine einfache Methode gibt, um den Markt zu schlagen, wird diese Lücke mit der Zeit von immer mehr Anlegern ausgenutzt.

Doch mit jedem Anleger, der diese Lücke entdeckt, wird sie etwas kleiner, bis sie schließlich geschlossen ist.

Das ist übrigens auch das Problem vieler rein technischer Handelsansätze. Solche Systeme funktionieren meist nur über einen gewissen Zeitraum und erodieren dann. Daher finden Sie unter den reichsten Menschen der Welt auch keine Trader, sondern ausschließlich Unternehmer, Investoren oder Erben.

Dazu vielleicht noch eine interessante Statistik: Entgegen der landläufigen Meinung, ist der absolute überwiegende Teil der Milliardäre Self-Made, haben ihr Vermögen also nicht geerbt.
Je nach Quelle sind es 60-80%, bei den Millionären ist der Self-Made-Anteil sogar noch höher.

Berkshire

Bevor wir zu weit abschweifen, schauen wir uns jetzt aber Berkshire an. An einem konkreten Beispiel wird sehr viel einfacher deutlich, wo die Unterschiede liegen und wie trügerisch der gemeldete Gewinn ist.

Im gerade abgelaufenen Quartal hat Berkshire einen Nettoverlust von 43,7 Mrd. USD gemeldet.
In der Realität hat man operativ aber 11 Mrd. USD verdient.

Wie passt das zusammen? Im Fall von Berkshire ist die Erklärung sehr einfach. Seit einer Änderungen der GAAP -Buchhaltungsregelungen vor einigen Jahren, müssen Unternehmen den Wert von Beteiligungen per Stichtag als Gewinn oder Verlust ausweisen.

Sinkt also der Wert von Aktienpaketen, entsteht ein Buchverlust, als wäre er tatsächlich aufgetreten.
Unabhängig davon, ob die Aktien wirklich verkauft wurden.

Es wird aber noch eigenwilliger: Der Verlust oder Gewinn bezieht sich auf die Bewertung im letzten Quartal oder Jahr, nicht darauf, ob die Beteiligung selbst im Gewinn ist.

Konkretes Beispiel:
Berkshire hält Aktien von Apple. Deren Preis ist im letzten Quartal um etwa 23% von 174 auf 136 USD gesunken.
Berkshire muss nun einen entsprechenden Verlust melden, da sich der Wert in dieser Zeit gemindert hat, obwohl man die Aktien vor Jahren zu einem weitaus niedrigeren Preis gekauft hat und weit im Plus ist.

Ausblick und Bewertung

Für normale Menschen ist das kaum zu durchschauen, und das ist nur die Spitze des Eisbergs.  

In diesem Fall war die Spitze des Eisbergs allerdings über 50 Mrd. USD schwer. Anleger sollten also unbedingt immer einen Blick auf die operativen Kennzahlen sowie den Cashflow werfen und den gemeldeten Gewinn sowie den daraus resultierenden KGV hinterfragen.

Schaut man sich das operative Ergebnis im Fall von Berkshire an, kommt man auf eine forward P/E von 22,6.
Das ist für dieses hervorragende Unternehmen ein vertretbarer Preis. In den letzten fünf Jahren lag die P/E durchschnittlich bei 24,0.

Darüber hinaus, war und ist die Bewertung des operativen Geschäfts von Berkshire in der Realität ohnehin niedriger, als diese Zahlen suggerieren.
Schließlich hat Berkshire erhebliche Vermögenswerte, nämlich rund 450 Mrd. USD an Barmitteln, Anleihen sowie Aktien.

Um ein wirklich realistisches Bild zu erhalten, müsste man die Bewertung jetzt noch um diese Vermögenswerte bereinigen. Dasselbe gilt umgekehrt, wenn Unternehmen erhebliche Schulden haben.
Aber das ist ein anderes Thema und die Erklärungen würden mindestens so umfangreich sein, wie die Themen, die wir heute besprochen haben.

Chart vom 08.08.2022 - Kurs: 292 Kürzel: BRK.b - Wochenkerzen | Online Broker LYNX
Chart vom 08.08.2022 – Kurs: 292 Kürzel: BRK.b – Wochenkerzen

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