CIGNA Aktie aktuell Cigna: Keine Panik. Was ist da eigentlich los?

News: Aktuelle Analyse der CIGNA Aktie

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CIGNA
ISIN: US1255091092
|
Ticker: CI
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Währung: USD

Cigna ist nach Vorlage der letzten Quartalszahlen abgestürtzt und konnte sich bisher nicht erholen.
Waren die Zahlen wirklich so schlecht?

Oder ist das eine Gelegenheit? Weiterer Verkaufsdruck kam seitdem nicht mehr auf.

Eine Frage der Perspektive

Im zweiten Quartal lag der Gewinn mit 5,24 je Aktie weit über den Erwartungen von 5,00 USD. Der Umsatz übertraf mit 43,1 Mrd. die Analystenschätzungen von 41,5 Mrd. USD ebenfalls.

Die Prognose für das Ergebnis im laufenden Geschäftsjahr wurde mit 20,20 USD je Aktie bestätigt, die Umsatzprognose wurde von 166 auf 170 Mrd. USD erhöht.

Auf den ersten Blick erscheint eine negative Kursreaktion also wenig logisch. Es ist sicherlich auch kein Fall von „Sell on good News“, denn die Aktie hatte bereits im Vorfeld der Zahlen ausgiebig korrigiert.

Der Kurssturz lässt sich durch die Headline nicht erklären, nur wenn man sich die Sache etwas genauer ansieht.
Dann wird klar, dass der Umsatz von Cigna auf Jahressicht zwar um 10% gestiegen, der Gewinn allerdings um 10% gesunken ist.

Die Margen haben sich also spürbar verschlechtert und leider könnte sie vorerst auf diesem niedrigen Niveau verbleiben.
Cigna rechnet mit höheren medizinischen Kosten, vor allem auch im Zusammenhang mit Covid.

Eine Frage der 3. Und 4. Perspektive

Das dürfte den Konzern in diesem Jahr rund 900 Mio. USD zusätzlich kosten. Dadurch dürfte der Gewinn von 22,96 USD auf 22,20 USD je Aktie sinken.

Bereinigt um Sondereffekte würde das Ergebnis allerdings um 11% steigen.

Je nachdem wie man die Sache also betrachtet, kommt man zu anderen Schlussfolgerungen.
Es kommt maßgeblich darauf an, welchen Bezugspunkte man wählt.

Denn im Vorjahr ist der Gewinn von Cigna von 13,44 auf 22,96 USD je Aktie regelrecht explodiert.
Dass es danach nicht direkt zum nächsten Gewinnsprung kommt, sollte klar sein.

Es ist vielmehr erstaunlich, dass ein Krankenversicherer in diesem Umfeld derartig profitabel ist und den Gewinnsprung des Vorjahres trotz Gegenwind halten kann.

Sie sehen also, man kann die Geschichte aus einer ganzen Reihe von Blickwinkeln betrachten.

Wie sieht mein Fazit aus?

Aus meiner Sicht ist das Vorjahresergebnis als Vergleichswert nicht zielführend. Sinnvoller wäre wohl ein Vergleich mit 2019.

Noch schwerer wiegt aber der simple Fakt, dass Cigna im letzten und im laufenden Geschäftsjahr außerordentlich profitabel ist, Rekordgewinne einfährt und dass das Ergebnis perspektivisch weiter steigen soll.

Gleichzeitig ist das Unternehmen mit einer forward P/E von 10,4 nicht hoch bewertet. In den letzten fünf Jahren lag die P/E durchschnittlich bei 14,6.

Chart vom 17.08.2021 Kurs: 210,90 Kürzel: CI - Tageskerzen | Online Broker LYNX
Chart vom 17.08.2021 Kurs: 210,90 Kürzel: CI – Tageskerzen

Aus technischer Sicht steht die Aktie vor einer Richtungsentscheidung. Vorerst wurde der Abverkauf an der zentralen Unterstützung bei 200 USD gestoppt. Der Aufwärtstrend ist ebenfalls intakt.
Für antizyklische Investoren ist das eine interessante Situation.

Prozyklische Kaufsignale würden wich über 213 und 223 USD ergeben.

Fällt Cigna hingegen nachhaltig unter 200 USD, muss mit einer Ausdehnung der Korrektur in Richtung 185-190 oder sogar 160-170 USD gerechnet werden.

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Vorherige Analysen der CIGNA Aktie

In den USA gibt es im Gegensatz zu unserer Seite des großen Teichs kaum ein staatliches Gesundheitssystem.
Diese Aufgabe übernehmen vor allem private Anbieter.

Man kann dieses System mögen oder nicht, ich würde eine ganze Reihe von Argumenten finden, was mir daran nicht sonderlich gefällt.

Medizinische Versorgung sollte ein Grundrecht sein und nicht vom Geldbeutel abhängig sein.

In den USA ist Gesundheit aber ein Geschäft und das bedeutet eben Gewinnmaximierung. Die USA geben bezogen auf das BIP tatsächlich doppelt so viel für medizinische Versorgung aus wie wir in Europa.

Das liegt aber nicht nur an den Krankenversicherern, sie sind trotz Milliardengewinnen nur für einen verschwindend kleinen Teil des Problems verantwortlich.

Ein einträgliches Geschäft

Es ist trotzdem ein einträgliches Geschäft. Der Markt wird von wenigen großen Akteuren beherrscht.
Die wichtigsten sind UnitedHealth, CVS, Cigna, Anthem und Humana.

Allesamt bieten sie Krankenversicherungen an, betreiben teilweise auch noch eigene Apotheken und beackern allerlei damit verbundenen Themen.
Zum Beispiel die Verwaltung und Abwicklung von Gesundheits-Dienstleistungen wie Arztbesuchen, Rezepte usw.

Das Wachstum kann sich in allen Fällen sehen lassen, der Umsatz der großen Akteure hat sich in den letzten zehn Jahren mehr als verdoppelt.
Der Gewinn mindestens verdreifacht.

Das Geschäft ist hochprofitabel, man hat ständig überschüssiges Kapital. Daher kauft man eigene Aktien zurück oder führt Übernahmen durch. Den Rest kann man für Dividenden nutzen.

Gemieden

Die Branche wurde in den letzten Jahren trotzdem eher gemieden. Die Kursentwicklung hat mit dem Gewinn jedenfalls nicht mitgehalten, die Bewertungen sind vergleichsweise niedrig.

Das hat vor allem einen Grund: Bernie Sanders. Wäre er Präsident geworden, wäre es dem Sektor wohl schlecht ergangen. Sanders plädierte ganz offen für ein Krankenkassen-System ähnlich wie in Europa.
In den USA ist das ein revolutionärer Gedanke.

Sanders wird aber nicht Präsident, sondern Biden oder Trump. Keiner von beiden hat die Absicht größere Reformen im Sektor durchzuführen. Die Aktien der US-Krankenversicherer die dank Sanders abverkauft wurden, hinken seitdem er aus dem Rennen ist, trotzdem hinterher.
Das passt nicht wirklich zusammen.

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Pluspunkte für alle

UnitedHelath ist seit jeder mein Favorit im Sektor, hat derzeit mit 17 aber auch die höchste P/E.
In den letzten fünf Jahren wurde durchschnittlich ein Wert von 21 gezahlt.

CVS ist im Verhältnis zu Gewinn und Umsatz am günstigsten bewertet und bietet die beste Dividende.
Nach der Übernahme von Aetna hat man aber auch vergleichsweise hohe Schulden.
Die P/E liegt derzeit bei 10,1 nach durchschnittlich 19 in den letzten fünf Jahren.

Bei Cigna ist die Lage nach dem Kauf von Express Scripts ähnlich. Hohe Schulden, niedrige Bewertung, vor allem mit Blick auf den freien Cashflow.
Derzeit liegt die P/E bei 12,6 nach durchschnittlich 18,1 in den fünf Jahren zuvor.

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Anthem glänzz hingegen mit einer sauberen Bilanz, da man seit jeher auf große Übernahmen verzichtet.
Man schluckt lieber kleinere Unternehmen und kauft gleichzeitig massiv eigene Aktien.
Die P/E liegt bei 12. In den letzten fünf Jahren waren es durchschnittlich 16,6.

Humana hat ebenfalls eine saubere Bilanz, obwohl man eine vergleichsweise aggressive Wachstumsstrategie verfolgt.
Die P/E liegt derzeit bei 15,4. In den letzten fünf Jahren lag der Wert meistens über 20.

Exemplarisch der Chart von Humana. Manch ein Zocker würde sich wundern, welche Performance man mit langweiligen Sektoren erzielen kann.

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Chart vom 26.08.2020 Kurs: 405 Kürzel: HUM - Wochenkerzen
Chart vom 26.08.2020 Kurs: 405 Kürzel: HUM – Wochenkerzen | Online Broker LYNX