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Als die Börsen am Montag auf die laut Mr. Trump quasi gelungene Vereinbarung zwischen den USA und dem Iran reagierten, sackte der Ölpreis nach unten, MTU Aero Engines machte einen Satz nach oben. Am Dienstag stieg Öl wieder, die Aktie fiel. Ergibt das wirklich Sinn?
Grundsätzlich kann man, wenn man es denn unbedingt will, eine Argumentation konstruieren, die unterfüttern könnte, dass sich die Aktie des Triebwerkherstellers so auffällig spiegelbildlich zum Ölpreis verhält:
Steigende Ölpreise bedeuten teureres Kerosin. Teureres Kerosin drückt auf den Gewinn der Airlines. Und legt man das auf die Ticketpreise um, sinken die Fluggastzahlen, was wiederum auf den Gewinn drückt. Niedrigere Gewinne reduzieren die Bereitschaft und Notwendigkeit, neue Flugzeuge zu bestellen. Und weniger Nachfrage nach neuen Flugzeugen verringert auch die Nachfrage nach Triebwerken. Fällt der Ölpreis, würde sich also am Ende dieser Argumentationskette auch die Perspektive für den Triebwerkshersteller MTU Aero Engines aufhellen. Aber muss man deswegen mit dieser Aktie sklavisch jedem Impuls bei Rohöl hinterherlaufen?
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Expertenmeinung: Nein, warum sollte man? Dass die Aktie genau das tut, heißt nicht, dass man bei diesem Spielchen mitmachen müsste. Denn nicht umsonst lautet eine alte Börsenregel: Hin und Her macht Taschen leer. Und in diesem speziellen Fall ist es ja so, dass das Licht, hinter dem man mit der Aktie herlaufen würde, ein Irrlicht ist: Je nach Schlagzeile macht der Ölpreis mal einen Satz nach oben, mal sackt er durch … und nichts von alledem müsste Bestand haben, weil die Aussagen zwischen „Einigung erzielt“ und neuen Angriffen, so wie in der Nacht zum Dienstag, unberechenbar hin und her springen.
Da man genau deswegen nicht absehen kann, ob man sich auf die derzeit im Vergleich zu früheren Jahren mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von momentan 17 eher günstige Bewertung als Stütze des Kurses verlassen kann, weil eine Eintrübung der Orderlage und/oder reißende Lieferketten den derzeitigen Gewinnerwartungen der Analysten einen Stock in die Speichen werfen könnte, wäre es umso mehr zu überlegen, sich von dem Nebel zu lösen, in den die Perspektiven gehüllt sind, und sich auf rein charttechnische Aspekte zu konzentrieren.

Und da sehen wir, dass die MTU-Aktie bislang weiter in einem Abwärtstrendkanal läuft, trotz des Sprungs, den die vom Weißen Haus zunächst befeuerte Hoffnung auf ein Ende des Iran-Krieges bei der Aktie am Pfingstmontag ausgelöst hatte. Erst ein Ausbruch über diese derzeit bei 319 Euro verlaufende obere Begrenzungslinie des Trendkanals ließe die Aktie auf kurzfristiger Ebene wieder bullisch werden. Mittelfristig würde sie dadurch zunächst aber nur neutral. Erst die Rückkehr über die Nackenlinie der zwischen Juni 2025 und März 2026 etablierten Toppbildungszone bei 337/338 Euro würde ein mittelfristig bullisches Signal auslösen.
Die Chance, darauf mit eigenen, subjektiven Erwartungen an die kommende Entwicklung der Ölpreise zu koppeln, dürfte keine ideale Vorgehensweise sein … nicht zuletzt, weil dazu mangels klarer Fakten keinerlei objektive Beurteilung möglich ist. Konsequent charttechnische Signale abzuwarten und dann im Vorfeld einer eigenen Entscheidung zu prüfen, ob diese von der Gesamtsituation unterstützt würden, dürfte da die bessere Lösung sein.
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 26.05.2026 um 18:33 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
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