Die besten Öl Aktien 2020

Die besten Aktien, mit denen Sie nach dem historischen Ölpreis Crash   2020 von steigenden Ölpreisen profitieren

Historischer Ölpreiscrash führt zu negativen Ölpreisen: Schockwellen am Ölmarkt

Was vor kurzem noch als unvorstellbar galt ist Mitte April eingetreten: Der Ölpreis fiel erstmal in der Geschichte unter Null USD. Wer Öl der Marke WTI lieferbar im Mai loswerden wollte, musste in der Spitze bis zu 40 USD drauflegen. Das sorgte für heftige Schockwellen am Ölmarkt, der durch die Coronavirus-Krise ohnehin bereits stark gebeutelt war. Denn bedingt durch weltweite Lockdowns stehen viele Autos, Flugzeuge und Fabriken still und es wird viel weniger Öl benötigt als sonst. Daran änderte auch die größte gemeinschaftlich vereinbarte Förderkürzung durch das internationale Ölkartell OPEC und Russland (OPEC +) nichts. Durch den Preissturz steht die wirtschaftliche Existenz vieler Ölunternehmen auf dem Spiel. Heute sehen wir uns für Sie an, welche Öl-Aktien als Gewinner aus der Krise hervorgehen könnten.

Öl-ETFs verspekulieren sich

Schuld an diesem fast surrealen Szenario waren vor allem Öl ETFs, mit denen vor allem Privatanleger auf steigende Ölpreise spekulieren. Offenbar hielten die börsennotierten Fonds kurz vor Fälligkeit noch zu viele Terminkontrakte des wenig gehandelten Mai-Kontrakts. Da ETFs sich das Öl nicht einfach liefern lassen können, mussten die Positionen durch Gegengeschäfte geschlossen werden – um jeden Preis. Da die Ölhändler allerdings offenbar nicht darauf vorbereitet waren, kurzfristig große Ölmengen aufzukaufen, fiel der Preis wie ein Stein ins Negative. Diese zuletzt dank des Preisverfalls bei Privatinvestoren sehr beliebte Wette dürfte nun erst einmal geplatzt sein, denn mehrere große ETFs wie beispielsweise der marktführende United States Oil Fund ETF (Symbol USO) haben ihre vorübergehende Schließung bekannt gegeben. Kurz zuvor flossen nach einer beschlossenen Förderkürzung der OPEC-Plus-Staaten um 10 Mio. Barrel pro Tag noch enorme Summen in den USO-ETF. Allein in den Tagen nach Ostern waren dies 1,5 Mrd. USD Anlegergelder, so dass der börsennotierte Fonds damit kurzzeitig fast 5 Mrd. USD schwer war. ETFs, die einen prozentual zweistelligen Anteil am Terminmarkt für Öl einnehmen, sind damit mitverantwortlich für die massiven Preisschwankungen und Turbulenzen. Wir raten an dieser Stelle ausdrücklich von Investments in Rohstoff ETFs oder ETCs ab, falls die Nachbildung synthetisch (nur auf dem Papier), das heißt über riskante Termin- oder Swap-Geschäfte, erfolgt.

Trotz gigantischem Überangebot laufen die Ölpumpen weiter

Und obwohl es am weltweiten Ölmarkt auch nach der OPEC+ Kürzung ein gigantisches Überangebot von bis zu 20 Mio. Barrel Öl pro Tag gibt (1 Barrel = 159 Liter), wird weiterhin viel zu viel Öl gefördert. Zum einen, weil viele Öl-Produzenten darauf hoffen, dass Konkurrenten zuerst die Produktion drosseln und zum anderen, weil sich der Ölfluss vieler Ölfelder nicht ohne weiteres stoppen lässt. Bei anderen Lagerstätten kann die Produktion später nicht wieder ins Laufen gebracht werden, da der Kontakt zum Ölvorkommen unterbrochen würde und der Druck zu weit abfällt. Viele Ölquellen beispielsweise in der Nordsee, in Russland oder Südamerika würden dann vorerst versiegen. Auch deshalb zögern viele Produzenten den Produktionsstopp so weit wie möglich hinaus und fördern auch dann noch, wenn die Kosten längst höher sind als die Erträge. Laut Internationaler Energieagentur (IEA) gibt es weltweit Ölspeicher mit einem Fassungsvermögen von 6,8 Mrd. Barrel. Knapp zwei Drittel dieser Kapazitäten sind bereits voll, mit stark steigender Tendenz. Analysten gehen davon aus, dass möglicherweise schon im Sommer alle verfügbaren Speicher randvoll gefüllt sind. In einigen Regionen Afrikas und Südamerikas ist dies bereits jetzt der Fall. Da auch viele Tankschiffe als schwimmende Öllager umfunktioniert wurden, werden auch die Transportkapazitäten immer geringer. Deshalb führt für viele Firmen kein Weg an einem Produktionsstopp vorbei.

Neuordnung des Ölmarktes steht bevor: „Big Oil“ gewinnt

Die globale Ölindustrie steht vor einer grundlegenden Neuordnung, bei der nur die stärksten Unternehmen überleben werden. Einige Firmen, wie ConocoPhillips fahren ihre Ölproduktion bereits zurück, vor allem bei kostspieligen Verfahren wie Ölsand/Ölschieferförderung oder dem sogenannten Fracking. Auch die relativ teure Ölproduktion in der Nordsee mittels Bohrplattformen wurde bereits deutlich zurückgefahren. Im Zuge der Neuordnung des Ölsektors wird es mit Sicherheit zu einigen Unternehmenspleiten und -insolvenzen kommen. Vor allem kleinere und mittlere Ölfirmen, die mit hohem Kostenaufwand und hoher Schuldenlast kämpfen, dürften es schwer haben die Krise zu überleben. Marktanteile dürften sich in Richtung „Big Oil“ verschieben, also hin zu den Branchenriesen. Die großen Ölkonzerne verfügen über hohe Cash-Reserven und können viel einfacher Kredite aufnehmen, den Anleihenmarkt anzapfen oder neue Aktien ausgeben. Viele Ölförderprojekte, die später wieder interessant werden könnten, können zu Schnäppchenpreisen von strauchelnden Konkurrenten eingekauft werden. Trotzdem erwartet die Credit Suisse, dass keiner von den großen Ölmultis bei einem Ölpreis von 30 USD pro Barrel einen positiven freien Cashflow generieren kann, selbst bei umfassenden Kosteneinsparungen und Investitionskürzungen.

Immerhin wird Öl mit Lieferung Mitte 2020 noch für 35 USD gehandelt, denn die Markterwartung geht dahin, dass die Coronavirus-Krise spätestens im Herbst überwunden ist. Doch vorerst dürften die Ölpreise noch einige Zeit niedrig bleiben, denn ein zu hohes Angebot trifft auf eine schwache Nachfrage. Erst wenn sich etwas daran ändert, z.B. weil die Wirtschaft nach überstandener Coronavirus-Krise wieder Fahrt aufnimmt, dürfte der Ölpreis wieder nachhaltig steigen. Trotzdem lohnt es sich jetzt schon einen Blick auf mögliche Krisengewinner der Ölbranche zu werfen, denn in solchen Situationen gibt es stets hervorragende Einstiegsgelegenheiten und Schnäppchenkurse. Deshalb stellen wir Ihnen im Folgenden die aus unserer Sicht besten Öl-Investments 2020 vor.

Die besten Öl-Aktien 2020

Für Anleger gibt es mehrere Möglichkeiten, um von steigenden Preisen des schwarzen Rohstoffs zu profitieren: Öl-Fonds, Öl ETFs, Optionen & Optionsscheine, Futures oder Zertifikate. Am besten legen Sie sich jedoch zwei bis drei Ölaktien ins Depot, denn diese versprechen bei steigenden Ölpreisen einen attraktiven Gewinnhebel.

Öl-Aktien Vergleich: Das sind die „Big Oil“ Aktien

Hier finden Sie eine Aktien-Liste von 10 großen, internationalen Ölmultis, unsere Öl-Aktien-Tabelle. Drei dieser Ölwerte stellen wir Ihnen im Anschluss vor. Diese Öl-Werte verfügen unserer Meinung nach über das größte Potential, bei einer Erholung des Ölpreises zu den Gewinneraktien der Öl-Branche 2020 zu gehören.

Öl-Aktien-Liste

AktieISINSymbolWährung
BPGB0007980591BPGBP
ChevronUS1667641005CVXUSD
CNOOCUS1261321095CEOUSD
ConocoPhillipsUS20825C1045COPUSD
ExxonMobilUS30231G1022XOMUSD
LukoilUS69343P1057LKODUSD
PetroChinaUS71646E1001PTRUSD
Petroleo BrasileiroUS71654V4086PBRUSD
Royal Dutch ShellGB00B03MLX29RDSAGBP
TotalFR0000120271FPEUR

Chevron: Niedrige Verschuldung und hohe Flexibilität bei Kostensenkungen

Chevron (Symbol: CVX – ISIN: US1667641005 – Währung: USD) zählt zu den weltgrößten Ölkonzernen. Hauptgeschäftsfelder sind die Erschließung, die Gewinnung und der Transport von Rohöl, sowie die chemische Aufbereitung zu vermarktbaren Produkten. Das Unternehmen deckt damit die komplette Wertschöpfungskette im Bereich Erdöl ab. Die Wurzeln von Chevron reichen bis zur Entdeckung eines Ölfelds nördlich von Los Angeles im Jahre 1879 zurück. Nach zahlreichen Fusionen, unter anderem mit Texaco im Jahr 2001, entstand einer der größten Ölkonzerne der Welt. Chevron ist in allen wichtigen Öl- und Gasregionen der Welt aktiv und arbeitet auch unter erschwerten Bedingungen, wie z.B. in der Tiefsee. Für den Öltransport betreibt Chevron eine eigene Schiffsflotte.

Niedrige Ölpreise: Investitionen werden zurückgefahren

Die Investitionen im Jahr 2020 sollen gegenüber 2019 um 20 % oder 3,5 Mrd. USD auf 10,5 Mrd. USD zurückgefahren werden, teilte das Unternehmen kürzlich mit. Bis Jahresende werden außerdem Kosteneinsparungen in Höhe von 1,0 Mrd. USD angepeilt. Dadurch möchte man die Dividendenfähigkeit erhalten und dem langfristigen Unternehmenswert Vorrang geben. Analysten sehen bei Bedarf noch weiteres Senkungspotenzial bei den Investitionen, denn die Ölgewinnung aus permischem Schiefer in den USA beispielsweise lässt sich relativ einfach aussetzen.

Das laufende Aktienrückkaufprogramm im Volumen von 5 Mrd. USD soll jedoch ausgesetzt werden. Bis dato hatte Chevron davon rund 1,75 Mrd. USD ausgeschöpft. Die Ölproduktion sieht Chevron 2020 auf dem Niveau des Vorjahres. Ende 2019 hatte Chevron von den großen Ölkonzernen den niedrigsten Nettoverschuldungsgrad von nur 16 %. Die Credit Suisse rechnet damit, dass Chevron durch die Maßnahmen einen Ölpreis von etwa 42 USD benötigt, um einen positiven Kapitalfluss zu erzielen. Ein durchschnittlicher Ölpreis von 20 USD würde zu Einbußen in Höhe von etwa 10 Mrd. USD führen.

Dividende seit 33 Jahren kontinuierlich erhöht: 6,4 % Dividendenrendite

In den letzten drei Jahren wurde der Umsatz im Schnitt um +10 % und der Gewinn im Schnitt um +60 % gesteigert. Diese Steigerungen sind zwar erfreulich, haben aber für die Aussichten für 2020 und darüber hinaus nur wenig Belang. Zuverlässige und seriöse Umsatz- und Gewinnschätzungen kann es im Umfeld stark schwankender Ölpreise nicht geben. Positiv ist die beeindruckende Dividendenhistorie von Chevron. Seit mittlerweile 33 Jahren hat das Unternehmen seine Auszahlungen von Jahr zu Jahr gesteigert. In diesem Zeitraum gab es mehrere gewaltige Ölpreisschwankungen, die bewältigt werden konnten. Aktuell sehen die Dividendenschätzungen vor, dass die Ausschüttung für das vergangene Geschäftsjahr 2020 von 4,76 USD im Vorjahr auf 5,16 USD gesteigert werden soll. Die meisten Analysten gehen davon aus, dass Chevron seine Dividendenpolitik vorerst nicht in Frage stellt. Damit errechnet sich auf dem aktuellen Kursniveau von 81 USD eine starke Dividendenrendite von 6,4 %.

Chart Chevron Aktie

Fazit: In der Krise erste Wahl

Die Chevron-Aktie hat in der Krise zahlreiche Pluspunkte vorzuweisen. Zum einen ist das Unternehmen sehr flexibel bei der Kürzung von Investitionen und kann notfalls auch noch stärker auf die Kostenbremse treten. Zum anderen ist die bilanzielle Situation außergewöhnlich stark, die Verschuldung ist im Vergleich zu anderen Ölkonzernen sehr gering. Auch die eigene Tankerflotte ist ein Pluspunkt, denn das Mieten von Tankern für Transport und Lagerung von Öl ist gerade dann sehr teuer, wenn die Schiffe von Marktteilnehmern als schwimmende Öllager benutzt werden. Auch die aktionärsfreundliche Dividendenpolitik des Unternehmens spricht für die Chevron Aktie. Der Aktienkurs hielt sich im Branchenvergleich bislang sehr gut und kam deutlich weniger unter die Räder als bei anderen Ölwerten. Unterm Strich ist Chevron daher für uns erste Wahl bei den Ölinvestments.

ConocoPhillips: Zurück auf Wachstumskurs

Der drittgrößte US-Ölkonzern ConocoPhillips (Symbol: COP – ISIN: US20825C1045 – Währung: USD) mit Sitz in Houston, Texas ist seit der Aufspaltung im Jahr 2012 rein auf die Exploration und Produktion von Erdöl, das sog. Upstream-Geschäft fokussiert. Die ursprünglich zum Konzern gehörenden Raffinerien und Tankstellennetze (über 20.000 Tankstellen u.a. Jet) – das sog. Downstream-Geschäft – wurden über die Phillips 66 Company ausgegliedert und ebenfalls börsengelistet.

Ölpreiseinbruch brachte Geschäftsmodell schon einmal ins Wanken

Der Einsturz der Ölpreise ab dem Jahr 2014 bis ins Jahr 2016 machte ConocoPhillips stark zu schaffen, denn der Konzern hatte damals mit deutlich höheren Ölpreisen von ca. 90 USD geplant. Drastische Kostensenkungen, der Verkauf von Unternehmensteilen sowie Dividendenkürzungen waren die einzige Möglichkeit, um kurzfristig zu überleben. Die Sparmaßnahmen trugen Früchte, so dass die reinen Produktionskosten pro Barrel auf 35 USD gedrückt werden konnten. Der zwischenzeitlich gestiegene Ölpreis tat sein Übriges, um den Konzern wieder auf Kurs zu bringen. Diesmal dürfte ConocoPhillips deutlich besser aufgestellt sein, um die Krise zu meistern. Die Nettoverschuldung liegt mit 42 % noch im grünen Bereich und es gäbe zur Not Raum für weitere Kreditaufnahmen.

Umfangreiches Maßnahmenpaket für die Krise

Zusätzlich zu bereits Mitte März verkündeten Maßnahmen wurden zuletzt weitere Schritte angekündigt, mit denen das Unternehmen die Krise meistern möchte. Umfangreiche Kostensenkungen und eine geringere Ölförderung sollen dazu beitragen, dass mehrere Mrd. USD eingespart werden. Auch das laufende Aktienrückkaufprogramm soll ausgesetzt werden. Bei der Dividende hingegen soll der Rotstift vorerst jedoch noch nicht angesetzt werden. Aktuell beträgt die Quartalsdividende 0,42 USD, so dass auf Jahressicht 1,68 USD ausgeschüttet werden. Damit liegt die Dividendenrendite bei einem Aktienkurs von 33 USD aktuell bei 5,1 %. In den letzten drei Jahren wurde der Umsatz im Durchschnitt um +15 % und der Gewinn im Mittel um +106 % gesteigert. Wie bei Chevron gilt, dass Prognosen für 2020 einem Stochern im Nebel gleichen würden.

Chart ConocoPhillips Aktie

Aktie mit langfristigem Kurspotenzial

Die harten Einschnitte des letzten Ölpreiseinbruchs im Jahr 2016 haben ConocoPhillips von einigem Kosten-Ballast befreit und wieder zu einem wettbewerbsfähigen Marktteilnehmer gemacht. Davon könnte der Konzern nun in dieser, deutlich härteren Krise profitieren und im Anschluss zu den Gewinnern zählen. Der Wert ist daher eine interessante Wette auf einen längerfristig wieder steigenden Ölpreis.

Royal Dutch Shell: Werden die Dividenden nach 75 Jahren erstmals wieder gekürzt?

Royal Dutch Shell (Symbol: RDSB – ISIN: GB00B03MM408 – Währung: EUR) zählt weltweit zu den größten Energieunternehmen im Bereich Mineralöl und Erdgas. Shell ist an Explorations- und Förderprojekten in mehr als 70 Ländern beteiligt und zählt zu den weltgrößten Vertreibern von Kraft- und Schmierstoffen. Im Jahr 2016 wurde der britische Gasproduzent BG Group für 47 Mrd. Pfund übernommen. Heute ist Royal Dutch Shell mit 13 großen Verflüssigungsanlagen und einer Flotte von 90 LNG-Tankern somit auch der weltgrößte Anbieter von Flüssiggas. Die große Frage ist, ob das Unternehmen durch den Ölpreisabsturz vor der ersten Dividendensenkung seit dem zweiten Weltkrieg steht, oder ob die Finanzreserven ausreichen, um die Ausschüttungen an die Aktionäre stabil zu halten.

Umsatzsteigerung und Gewinnverdopplung dank gestiegenen Ölpreisen

Nachdem die Jahre 2017 und 2018 für den Ölmulti glänzend verliefen, gab es im Jahr 2019 aufgrund schwächerer Öl- und Gaspreise eine Delle bei der Umsatz- und Gewinnentwicklung. Während der Umsatz von 388 Mrd. USD um -11 % auf 345 Mrd. USD zurückging, fiel das Ergebnis je Aktie um -30 % von 2,80 USD auf 1,97 USD. Das Ergebnis lag damit etwas unter den Markterwartungen. Auch für den britisch-niederländischen Öl- und Gaskonzern sind die Aussichten für das Jahr 2020 ungewiss.

Auch Shell hat mehrere Maßnahmen zur Bewältigung der Krise angekündigt, darunter Kostensenkungen um 3-4 Mrd. USD gegenüber 2019. Auch die Investitionen sollen um 20 % auf 20 Mrd. USD gesenkt werden. Shell will so in diesem Jahr Einsparungen in Höhe von mindestens 9 Mrd. USD erreichen. Dazu kommt wie bei den beiden anderen vorgestellten Ölmultis eine Einstellung des Aktienrückkaufprogramms.

Der Energieriese ist im Vergleich zu einigen Konkurrenten bilanziell hervorragend aufgestellt: Das Eigenkapital lag zum 31.12.2019 bei 190,5 Mrd. USD, so dass die Eigenkapitalquote bei 47 % liegt.

Hohe Dividende noch nicht auf dem Prüfstand

Europas größter Ölkonzern hat die Dividende seit dem Jahre 1945, d.h. seit  75 Jahren (!), nicht mehr gesenkt – allen bisherigen Ölpreis-Krisen zum Trotz. Der britisch-niederländische Energieriese gilt somit als einer der zuverlässigsten Dividendenzahler überhaupt. Aktuell zahlt der Konzern eine Quartalsdividende in Höhe von 0,47 USD (umgerechnet rund 0,43 Euro) je Aktie aus, im letzten Jahr insgesamt 1,88 US-Dollar (ca. 1,73 Euro), was bei derzeitigen Kursen von 15,50 Euro je A-Aktie einer Dividendenrendite von unglaublichen 11 % p. a. entspricht. Der extreme Absturz des Ölpreises sowie die Corona-Krise haben auch die Aktie von Royal Dutch Shell arg gebeutelt.  Dem stark gefallenen Aktienkurs zu Folge könnte den Aktionären also möglicherweise eine Dividendenkürzung drohen. Anfang März gab das Unternehmen für das vierte Quartal 2019 allerdings nochmals eine unveränderte Zahlung in Höhe von 0,47 USD an. Die Dividende steht aktuell auch bei Royal Dutch Shell noch nicht zur Debatte.

Doch selbst eine vorübergehende Dividendenhalbierung würde immer noch eine Dividendenrendite von 5,5 % bedeuten. Und wer weiß? Vielleicht gelingt es dem Konzern ja tatsächlich, die Dividende trotz der Turbulenzen und drohender Verluste wie in den letzten 75 Jahren stabil zu belassen.

Zwei unterschiedliche Aktienklassen der Shell Aktie

Die Aktien von Royal Dutch Shell sind in die Klassen A (ISIN: GB00B03MLX29) und B (ISIN: GB00B03MM408) aufgeteilt. Beides sind gleichwertige Aktien, die sich in Art und Umfang der Aktionärsrechte wie Stimmrecht und Dividendenanspruch komplett entsprechen. Der Unterschied besteht lediglich in der steuerlichen Behandlung der ausgeschütteten Dividenden. Die Aktien der Klasse A unterliegen niederländischem Steuerrecht und damit einem Quellensteuerabzug von 15% auf die Dividendenausschüttung. Die Aktien der Klasse B unterliegen hingegen britischem Steuerrecht und haben daher keinen Quellensteuerabzug auf die Dividende zur Folge. Da die niederländische Quellensteuer von 15% voll auf die Kapitalertragsteuer-Schuld eines deutschen Anlegers anrechenbar ist, sind die steuerlichen Folgen bei der Dividendenzahlung bei beiden Aktienklassen gleich. Daher sollten Sie gegebenenfalls in die etwas günstigeren A-Aktien investieren.

Chart Royal Dutch Shell Aktie

Aktie für Ölpreis-Spekulanten und Dividendenjäger

Unter den Ölmultis steht für uns Royal Dutch Shell weit vorn. Denn der Wert ist durch die gesunde Bilanz, die weiterhin verlässliche Dividende relativ gut gegen allzu starke Kursschwankungen abgesichert. Bei Ölpreisanstiegen besteht nach oben dennoch ein erhebliches Kurssteigerungspotenzial. Mit einer Dividendenrendite von 11 % ist die Aktie aktuell vergleichsweise günstig bewertet und sowohl für Anleger geeignet, die auf einen steigenden Ölpreis setzen, als auch für Dividendenjäger.

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