Die besten Dividenden-Aktien Europas 2019

Dividenden sind die neuen Zinsen

In Zeiten anhaltender Niedrigzinsen sind Dividenden-Titel besonders attraktiv. Doch es kommt nicht nur allein auf die Rendite, sondern auch auf Stabilität und Nachhaltigkeit an. Daher haben wir recherchiert, um für Sie die besten Dividenden-Aktien Europas zu finden.

Dividendenstarke Aktien erfreuen sich großer Beliebtheit

Nach der Dividendensaison ist vor der Dividendensaison.  Nachdem die Hauptsaison der Dividendenzahlungen für das vergangene Geschäftsjahr 2018 nun vorüber ist, lohnt es sich einen Blick auf die Unternehmen mit den stabilsten und höchsten Ausschüttungen für 2019 zu werfen. Vor allem dividendenstarke Aktien erfreuen sich unter Investoren nicht nur zur Zeit der Hauptversammlungen immer größerer Beliebtheit. Denn in Zeiten anhaltender Niedrigzinsen werfen Zinspapiere wie Anleihen kaum etwas ab oder haben sogar Minuszinsen. Für zehnjährige deutsche Staatspapiere liegt die Rendite aktuell bei -0,4% Kupon pro Jahr. Wer nicht draufzahlen möchte, benötigt renditeträchtigere Alternativen. Die Auswahl ist nicht allzu groß. Börsennotierte Konzerne sind auf jeden Fall einen Blick wert. Sie zahlen zumeist sogar höhere Dividenden für ihre Aktien als Zinsen für langlaufende Unternehmensanleihen.

Neuer Ausschüttungs-Rekord auch im Jahr 2019

Und die Unternehmen sind dank guter Geschäfte und mangels lukrativer Parkmöglichkeiten für freie Mittel in Ausschüttungslaune. So gab es in Deutschland laut Andreas Hürkamp, Aktienstratege bei der Commerzbank auch im Jahr 2019 einen Dividenden-Rekord.  Allein für den DAX wird eine Rekordsumme von knapp 38 Mrd. Euro erwartet. Europaweit werden derzeit rund 80% der Gewinne von börsennotierten Unternehmen als Dividenden ausgeschüttet, ebenfalls ein historischer Rekordwert. Da die Geschäfte der Unternehmen auch im laufenden Jahr 2019 recht gut liefen, können Anleger auch für das Jahr 2020 Dividendensteigerungen und damit neue Ausschüttungsrekorde erwarten. Bei der Mehrzahl der 30 DAX-Konzerne wird es aller Voraussicht nach zu einer Dividendenerhöhung kommen.

Auf Dividendenwerte zu setzen lohnt sich

Vergleicht man den DAX-Performance-Index, der jedem Anleger als DAX ein Begriff ist, mit dem weniger bekannten DAX-Kursindex (kurz K-DAX), so wird deutlich, welchen Unterschied Dividenden bei der langfristigen Vermögensbildung machen. Bei der Berechnung eines Performance-Index wird nicht nur die Kursentwicklung der enthaltenen Werte berücksichtigt, sondern auch Dividenden. Deshalb zeigt der Vergleich der beiden Indizes, welchen Anteil Dividenden an der Gesamtrendite haben. Während der K-DAX Ende Juli 2019 bei etwa 5.400 Zählern stand, notierte der DAX-Performance-Index bei knapp 12.150 Punkten. Wer Dividenden reinvestiert hat, konnte in den vergangenen 30 Jahren also mehr als das Doppelte verdienen, denn beide Indizes waren 1987 mit 1.000 Punkten gestartet. Eine Dividendenstrategie, bei der auf besonders hohe Renditen geachtet wird, vergrößert diesen Effekt entsprechend und macht langfristig einen enormen Unterschied. Lesen Sie hier unseren Artikel: Dividendenstrategie – Alles was Sie darüber wissen sollten

Bevorzugen Sie die Aktien dividendenstarker Großkonzerne

Als Dividenden-Titel besonders attraktiv sind Papiere von Großunternehmen, die ein stabiles Geschäftsmodell, vorhersehbare Gewinne und einen soliden Cashflow vorweisen können, so dass regelmäßig ein größerer Teil des Überschusses an die Anleger ausbezahlt werden kann. Es sollte sich bei den Dividenden Aktien um stabile Standardwerte handeln, beispielsweise Telekommunikationsunternehmen, Versorger und Basiskonsumgüterhersteller, aber auch Firmen aus anderen Branchen wie Finanzen, Industrie und Energie. Dividendenstarke Aktien sind zudem oftmals konjunkturresistenter als Wachstumsaktien, da die Vorhersehbarkeit der Gewinne größer ist. Das Wachstum hingegen fällt häufig moderater aus.

Auf was Sie bei Dividendenaktien noch achten sollten

Historisch gesehen unterliegen Unternehmen, die hohe Dividenden ausschütten, geringeren Kursschwankungen als der allgemeine Aktienmarkt, was sich im Falle von Markteinbrüchen als sehr vorteilhaft erweisen kann. Dabei sind in akuten Krisenzeiten (wie z.B. 2008 in der Finanzkrise) vor allem finanzstarke Großunternehmen deutlich weniger pleitegefährdet als Small- und Midcaps. Denn großen Konzernen fällt es auch in schweren Zeiten leichter, an Kapital zu kommen. Eine wichtige Rolle spielen auch die Geschäftsaussichten des Unternehmens. Sind diese negativ, so drohen für die Folgejahre Dividendenkürzungen oder gar -streichungen. Investoren sollten zudem unbedingt prüfen, ob die Ausschüttungen an der Substanz des Unternehmens zehren. Der operative Gewinn je Aktie sollte daher in der Regel grösser sein als die Dividende und so eine tatsächlich hohe Ertragskraft belegen. Falls Sie sich auf dem deutschen Aktienmarkt umsehen möchten, empfehlen wir Ihnen unseren aktuellen Artikel: Die 15 besten Dividenden-Aktien Deutschlands. Für Dividendenaktien weltweit können Sie folgenden Artikel lesen: Die besten Dividenden-Aktien weltweit

ETF mit den 30 höchsten Dividendenrenditen in Europa

Besonders attraktiv sind unter den Standardwerten Dividenden-Titel, deren Ausschüttungen seit Jahren steigen oder die zumindest zuverlässig stabil sind. Es gibt auch einen ETF der sich auf europäische Dividendentitel spezialisiert hat: Der iShares EURO STOXX Select Dividend 30 UCITS ETF bildet die 30 Aktien mit den höchsten Dividendenrenditen aus der Eurozone ab. Im Folgenden finden Sie die besten Dividendenwerte in Europa.

Die besten Dividenden-Aktien Europas

Royal Dutch Shell: Seit 1945 nur Dividendensteigerungen

Royal Dutch Shell (ISIN: GB00B03MLX29 – Symbol: RDSA – Währung: Euro) ist eines der weltweit größten Energieunternehmen im Bereich Mineralöl und Erdgas. Shell ist an Explorations- und Förderprojekten in mehr als 70 Ländern beteiligt und einer der weltgrößten Vertreiber von Kraft- und Schmierstoffen. Im Jahr 2016 wurde der britische Gasproduzent BG Group für 47 Mrd. Pfund übernommen. Heute ist Royal Dutch Shell mit 13 großen Verflüssigungsanlagen und einer Flotte von 90 LNG-Tankern somit auch der weltgrößte Anbieter von Flüssiggas.

Umsatz- und Gewinnsteigerung dank gestiegenen Ölpreisen

CEO van Beurden hatte zuletzt allen Grund zur Freude, denn so glänzend wie in den letzten beiden Jahren liefen die Geschäfte lange nicht mehr. Nach einer Gewinnverdopplung im Jahr 2017 stieg der Gewinn des Öl- und Gasmulti 2018 um weitere +80% von 13 Mrd. USD auf 23,4 Mrd. USD. Pro Aktie stieg das Ergebnis von1,56 USD auf 2,80 USD. Auch der Umsatz wuchs um +27% auf 388 Mrd. USD nach 305 Mrd. USD im Vorjahr. Dass es in den letzten beiden Jahren mit dem Ölpreis unterm Strich bergauf ging, kam dem britisch-niederländischen Öl- und Gaskonzern also sichtlich zugute.

Die positive Entwicklung dürfte sich weiter fortsetzen. Dank mehrerer Projektstarts in diesem und im nächsten Jahr soll der Cashflow von 2018 bis 2020 um mindestens weitere 5 Mrd. USD wachsen. Analysten erwarten für das laufende Jahr eine Gewinnsteigerung um immerhin +8%. Auch bilanziell ist der Energieriese hervorragend aufgestellt: Das Eigenkapital lag zum 31.01.2019 bei 202,5 Mrd. USD, so dass die Eigenkapitalquote leicht über 50% liegt.

Dividende seit 1945 nicht mehr gesenkt

Europas größter Ölkonzern hat die Dividende seit dem Jahre 1945 d.h. seit mehr als 70 Jahren (!) nicht mehr gesenkt. Deshalb brauchen sich die Anteilseigner des britisch-niederländischen Energieriesen auch in Zukunft keine Sorgen um ihre Dividenden zu machen. Aktuell zahlt der Konzern eine Quartalsdividende in Höhe von 0,47 USD (umgerechnet rund 0,42 Euro) je Aktie aus, im letzten Jahr insgesamt 1,88 US-Dollar (ca. 1,66 Euro), was bei derzeitigen Kursen von 28,50 Euro je A-Aktie einer Dividendenrendite von 5,8% p. a. entspricht.

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Zwei unterschiedliche Aktienklassen

Die Aktien von Royal Dutch Shell sind in die Klassen A (ISIN: GB00B03MLX29) und B (ISIN: GB00B03MM408) aufgeteilt. Beides sind gleichwertige Aktien, die sich in Art und Umfang der Aktionärsrechte wie Stimmrecht und Dividendenanspruch komplett entsprechen. Der Unterschied besteht lediglich in der steuerlichen Behandlung der ausgeschütteten Dividenden. Die Aktien der Klasse A unterliegen niederländischem Steuerrecht und damit einem Quellensteuerabzug von 15% auf die Dividendenausschüttung.

Die Aktien der Klasse B unterliegen hingegen britischem Steuerrecht und haben daher keinen Quellensteuerabzug auf die Dividende zur Folge. Da die niederländische Quellensteuer von 15% voll auf die Kapitalertragsteuer-Schuld eines deutschen Anlegers anrechenbar ist, sind die steuerlichen Folgen bei der Dividendenzahlung bei beiden Aktienklassen gleich. Daher sollten Sie gegebenenfalls in die etwas günstigeren A-Aktien investieren. (nachfolgend der Chart der A-Aktie. Hier finden Sie den Chart der B-Aktie).

Klassische Dividendenaktie mit 5,8% Rendite

Royal Dutch Shell verfügt über eine außerordentliche Dividendenhistorie, so dass sich Anleger stets auf eine hohe Ausschüttungsquote verlassen können. Nicht zuletzt, aufgrund der Iran-Spannungen rechnen Experten auch für 2019 mit stabilen oder steigenden Ölpreisen. Davon profitiert Royal Dutch Shell in erster Linie. Der Wert ist als klassisches Dividendenpapier aus unserer Sicht durch die verlässlich hohe Dividende relativ gut gegen Kursschwankungen abgesichert. Erholt sich der Ölpreis vom jüngsten Preisrückgang, so besteht nach oben durchaus auch ein Kurssteigerungspotenzial. Mit einer Dividendenrendite von 5,8% ist die Aktie aktuell sehr günstig bewertet.

Swiss Re: Gute Geschäftsaussichten beim Schweizer Rückversicherungskonzern

Die Swiss Re (ISIN: CH0126881561 – Symbol: SR9 – Währung: Euro) mit Hauptsitz in Zürich, Schweiz, ist nach der Munich Re das weltweit zweitgrößte Rückversicherungsunternehmen. Das Unternehmen fokussiert sich dabei vor allem auf das Sachversicherungs- und das Lebensversicherungsgeschäft. Im vergangenen Geschäftsjahr 2018 wurde der Gewinn je Aktie um +32% auf 1,34 CHF (1,19 Euro) gesteigert. Im Vergleich zum Jahr 2016 bewegen sich die Ergebnisse von 2017 und 2018 jedoch auf sehr niedrigem Niveau, damals waren noch 10,60 CHF (9,44 Euro) je Aktie erzielt worden. Grund waren hohe Schäden durch Naturkatastrophen in den vergangenen beiden Jahren. Der Schweizer Rückversicherungskonzern überraschte dennoch mit einer höheren Dividende und neuen Aktienrückkäufen.

Dividendenerhöhung und milliardenschwerer Aktienrückkauf

Auf der Hauptversammlung des Unternehmens im April wurde eine Dividendenerhöhung von 5 CHF (4,45 Euro) um +12% auf 5,60 CHF (4,99 Euro) je Aktie beschlossen. Darüber hinaus ist ein neues 2 Mrd. CHF (1,8 Mrd. Euro) schweres Fortsetzungsprogramm für ein vor kurzem abgeschlossenes Aktienrückkaufprogramm geplant. Einige Konkurrenten hingegen hatten aufgrund der zahlreichen Naturkatastrophen auf Rückkäufe und Dividendenerhöhungen verzichtet. Analysten werten Dividendenerhöhung und Aktienrückkauf als optimistisches Zeichen des erfahrenen Managements bezüglich der Geschäftsaussichten – auch wenn die Dividende aus den üppigen Finanzreserven bezahlt wird.

Starke Rendite von 5,7%

Bei einem aktuellen Aktienkurs von 89 Euro und einer erwarteten Dividende von umgerechnet 5,10 Euro beträgt die Dividendenrendite von Swiss Re aktuell starke 5,7%. Zwar fiel der Gewinn im vergangenen Jahr sehr schwach aus, aber die Vielzahl von Naturkatastrophen wirkt sich für Rückversicherungsunternehmen nicht nur negativ aus. Im Gegenteil, denn vor allem das Neugeschäft fällt nach Jahren mit überdurchschnittlichen Schäden erfahrungsgemäß deutlich höher aus, denn hohe Schäden steigern die Nachfrage und Preise von Rückversicherungen. Die Chancen dafür, dass die Geschäfte im Jahr 2019 – sofern sich die Naturkatastrophen im Rahmen halten –überdurchschnittlich gut laufen, stehen also bestens.

Die Trailing Stop-Order: Gewinne sichern, Verluste begrenzen.

Die Trailing-Stop Verkaufsorder ist eine abgewandelte Stop-Order. Hierbei wird der Stop-Preis in einem festgelegten Folgeabstand (Trailing-Wert) an den Kurs gekoppelt. Wenn dieser Wert steigt und somit der Abstand größer als der Trailing-Wert ist, wird der Stop-Preis nach oben angepasst.

Versicherer des Boeing-Konzerns

Die Swiss Re ist neben Talanx ein Versicherer von Boeing. Da Flugzeuge des Typs Boeing 737 Max nach dem Absturz zweier Maschinen in Indonesien Ende 2018 und Äthiopien Anfang 2019 am Boden bleiben mussten, musste auch die Swiss Re Belastungen verbuchen. Anfang Mai beziffert Swiss Re die Schäden auf 90 Mio. USD, jedoch dürfte dieser Betrag noch zulegen bis das Flugzeugmodell wieder abheben darf. Möglicherweise muss Boeing jedoch selbst für einen größeren Teil der Schäden einstehen, da offenbar eklatante technische Mängel und Versäumnisse zu den Abstürzen geführt haben.

Kaufempfehlung von Goldman Sachs

Goldman Sachs sieht die Swiss Re-Aktie nach wie vor als „Buy“ vor allem aufgrund der attraktiven Dividendenrendite und solider Finanzkennzahlen. Dabei liegt das Kursziel der US-Investmentbank bei 110 CHF, umgerechnet knapp 98 Euro.  Die Swiss Re-Aktie erreichte Anfang 2019 ein neues 10-Jahres-Hoch von 100,40 CHF (89,40 Euro).

Aktie für konservative Anleger mit Dividendenfokus

Die aus unserer Sicht leicht unterbewertete Aktie der Swiss Re eignet sich besonders für konservative Anleger, die von der meist hohen Ertragskraft des Rückversicherungsunternehmens profitieren wollen. In einzelnen Jahren schwankt der Gewinn zwar aufgrund von gehäuften Naturkatastrophen, aber dank der Kapitalpolster und der hohen Ertragskraft des Konzerns in normalen Zeiten werden die branchenspezifischen Geschäftsrisiken mittel- und langfristig sehr gut abgefedert. Die Aktie von Swiss Re eignet sich daher vor allem für konservative Anleger, die auf die attraktive Dividendenrendite von 5,7% setzen wollen. Das Potenzial für Aktienkurssteigerungen ist bei Rückversicherungsaktien im Vergleich zu Werten aus anderen Branchen eher moderat.

Daimler AG: 5,4% Dividendenrendite

Auch ein Deutscher Wert ist unter unseren europäischen Top-Dividendenwerten. Die operative Entwicklung beim Stuttgarter Autobauer Daimler (ISIN: DE0007100000 – Symbol: DAI – Währung: Euro) verlief zuletzt zwar etwas durchwachsen, allerdings könnte die Talsohle nun bald durchschritten sein. Mit einer dreigleisigen Antriebsstrategie mit Verbrennungsmotoren, Hybrid-Modellen und Elektrofahrzeugen wird Daimler die Auswirkungen des internationalen Handelsstreits einigermaßen abfedern. Daimler hat allerdings für 2018 ein unter dem Vorjahr liegendes Gesamtergebnis erzielt und erwartet auch für 2019 einen deutlich schwächeren Gewinn. Die Position als führende Premiummarke kann jedoch weiterhin verteidigt werden.

Investor aus China größter Einzelaktionär

Vor allem in China bestehen weiterhin beste Wachstumsaussichten. Zuletzt hat der Autohersteller mit dem Stern erhebliche Investitionen in Fahrzeuge mit alternativen Antrieben sowie in Fahrzeuge der Marke Mercedes-Benz für das Reich der Mitte angekündigt. Zusammen mit dem langjährigen chinesischen Partnerunternehmen BAIC (Beijing Benz Automotive) sollen Autos mit Elektroantrieb für den lokalen Markt entwickelt und eingeführt werden. Ein wichtiger Schritt, denn ab 2019 müssen die Autobauer strenge Mindestvorgaben beim Anteil von alternativen Antrieben bei Produktion und Verkauf einhalten. Nicht zuletzt deshalb hatte sich BAIC kürzlich mit rund 5% an Daimler beteiligt und dafür 2,4 Mrd. Euro auf den Tisch gelegt.

Ins Bild passt auch der Einstieg der chinesischen Firma Geely bei Daimler, die bereits im Jahr 2018 mit knapp 10% überraschend größter Einzelaktionär wurde. Hinter der Marke steckt der chinesische Milliadär und Volvo-Eigentümer Li Shufu. Dieser ist übrigens auch bei einem chinesischen Autobauer aktiv der zufällig Lynx heißt und steht hinter einigen Dienstleistungsfirmen. Geely sieht sich als strategischer Investor und will Daimler-Fahrzeuge über sein Händlernetz in China anbieten, wie es das Unternehmen bereits mit Volvo-Fahrzeugen erfolgreich vorgemacht hat. Automobil-Experte Ferdinand Dudenhöffer sieht im Einstieg großes Potenzial. Für Daimler sei Li Shufu ein langfristiger, gut berechenbarer und wichtiger Anker-Investor.

Deutlicher Gewinnrückgang für 2019 erwartet

Daimler konnte für das abgelaufene Geschäftsjahr 2018 trotz Gegenwind mit einigen Rekordzahlen aufwarten. Mit einem Konzernabsatz von insgesamt 3,4 Mio. Fahrzeugen wurden rund +2,4% mehr Fahrzeuge verkauft als im Vorjahr – ein neuer Bestwert. Der Umsatz stieg um +2% auf 167 Mrd. Euro, ebenfalls ein neuer Rekord. Das Konzernergebnis ging jedoch um -28% auf 7,6 Mrd. Euro zurück. Das Ergebnis wurde vor allem durch behördliche Verfahren und Zulassungsverzögerungen im Zusammenhang mit der Dieselkrise belastet. Der Gewinn je Aktie ging von 9,61 Euro auf 6,78 Euro zurück. 2019 gab es im zweiten Quartal einen operativen Verlust von 1,6 Mrd. Euro, nach einem Gewinn von 2,6 Mrd. Euro im Vorjahr. Wegen der Dieselabgas-Affäre, Airbag-Rückrufen, Produktionsproblemen und Absatzschwierigkeiten werde das Betriebsergebnis im laufenden Jahr 2019 nicht stagnieren, sondern deutlich sinken, teilte der Autobauer zuletzt mit. Goldman Sachs rechnet damit, dass der Gewinn der Stuttgarter um rund -25 % schwächer ausfallen könnte.

Erwartete Dividendenrendite: 5,3% bis 5,5%

Für 2018 wurde eine Dividende in Höhe von 3,25 Euro je Aktie ausgeschüttet, nachdem im Vorjahr eine Rekorddividende von 3,65 Euro bezahlt wurde – die erste Dividendenkürzung in 8 Jahren. Für 2019 rechnen Experten mit einem erheblichen Rückgang der Dividende auf 2,50 Euro bis 2,60 Euro. Die Rendite liegt bei einem aktuellen Aktienwert von 47 Euro damit immerhin noch bei rund 5,3% bis 5,5%. Bei Daimler wie auch bei anderen Automobilherstellern ist das Geschäft relativ zyklisch. Das heißt, dass es immer wieder mal Dividendenkürzungen oder auch -erhöhungen geben kann. Sollten die Autoabsätze durch Strafzölle, Dieselkrise, alternative Antriebe oder aufgrund einer konjunkturellen Abkühlungsphase noch weiter zurückgehen, so könnte es innerhalb der kommenden Jahre durchaus zu weiteren Dividendensenkungen kommen.

Ideales Investment für Dividendenjäger

Für Einkommensinvestoren mit Dividendenfokus ist Daimler definitiv einen Blick wert. Selbst wenn die Gewinne 2019 deutlich geringer ausfallen als im Vorjahr, dürfte die Aktie auf absehbare Zeit zumindest ein attraktives Dividendenniveau halten können. Die Investitionen in neue Antriebstechniken, Hybrid- und Elektrofahrzeuge, sowie die Wachstumsaussichten im chinesischen Markt dürften sich mittel- bis langfristig positiv auswirken und die starke Marktposition von Daimler sichern. Die Aktie hat sich in den vergangenen Jahren zu einem Dividendenpapier gemausert. Anleger sollten trotz der hohen Rendite von 5,4% (Mittelwert der Schätzungen bei einem Aktienkurs von 47 Euro) jedoch berücksichtigen, dass es der Autobauer zukünftig mit etwas mehr Gegenwind zu tun bekommen könnte. Die Stichworte lauten: Handelskrieg (Strafzölle) und Dieselkrise.

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