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Aktienanalyse:
Twilio kappt Prognose: Stürzt die Aktie jetzt ab?

Aktuelle Analyse der Twilio Aktie

Twilio ist eine Cloudplattform. Anbieter von Software und Apps können über Twilio die Kommunikation mit Kunden abwickeln und skalieren.

Die Zahlen sprechen eine klare Sprache

Darunter werden sich die meisten Anleger wenig vorstellen können. Doch in den Zahlen steckt immer die Wahrheit.

Seit dem Börsengang 2016 konnte Twilio den Umsatz von 277 Mio. auf 650 Mio. USD steigern. In den letzten zwölf Monaten überstiegen die Einnahmen bereits die Milliardengrenze.
Die Zahl der aktiven Nutzer ist in dieser Zeit von 36.600 auf 172.000 geklettert.

Bisher ist man allerdings noch nicht profitabel. Bei einem Umsatz von 1,01 Mrd. USD und einem Markt, der nicht unendlich groß ist, kann und muss man das kritisieren.

Darüber hinaus wurde das Wachstum vor allem durch Kapitalerhöhungen erzielt. Seit dem Börsengang ist die Zahl der ausstehenden Aktien von 80 auf 136 Millionen gestiegen. Das ist eine erhebliche Verwässerung und zeigt, wie viel Cash in Wirklichkeit verbrannt wird.

Organisches Wachstum?

Seit dem Jahreswechsel hat man durch die Ausgabe neuer Aktien beispielsweise 980 Mio. USD eingenommen. Diese Mittel, zuzüglich neuer Schulden, wurden postwendend in die Übernahme von SendGrid gesteckt, die immerhin 3,0 Mrd. USD kostete.

Der Vorstand von Twilio pokert hoch und gibt das Geld seiner Aktionäre mit vollen Händen aus. Man sollte aber immer anzweifeln, ob es sich um gute Kapitalallokatoren handelt. Vor allem, wenn die Protagonisten keine Erfahrung mit größeren Deals haben. Wie sollten sie auch? Vor wenigen Monaten war man selbst nicht mal 3,0 Mrd. USD Wert. Da hilft auch ein CFO nicht, der zuvor bei General Electric für Finanzen zuständig war.

An dieser Stelle sollte man sich auch fragen, wie groß der organische Anteil am Wachstum ist. Oder wird ein Großteil der Entwicklung über Zukäufe realisiert?

Twilio nennt keine Zahlen zum organischen Wachstum, ich konnte sie zumindest nicht finden. Das macht mich immer misstrauisch.
Seit dem Börsengang wurden jedenfalls vier große Übernahmen durchgeführt. Bei den ersten dreien wurde kein Preis genannt.
Aus den Jahresabschlüssen geht aber hervor, dass seit der IPO insgesamt wohl mindestens 3,7 Mrd. USD für Zukäufe verwendet wurde.

Da man operativ gerade so eine schwarze Null erzielt, muss das Geld zwingend aus den Kapitalerhöhungen, Schulden und der Ausgabe von Wandelanleihen stammen.

Ich hatte gehofft

Bevor ich diese Analyse geschrieben und mich einige Stunden mit dem Unternehmen beschäftigt hatte, war mein erster Eindruck positiv.
Das Wachstum ist enorm, der operative Cashflow zumindest ausgeglichen. Doch je mehr ich mich mit Twilio auseinandergesetzt habe, desto unattraktiver erscheint mir die Gesamtkonstellation.

Das organische Wachstum ist sehr viel geringer und der Cashburn sehr viel höher, als man auf den ersten Blick erkennt. Schade, denn ich hatte auf eine baldige Einstiegsgelegenheit gehofft.

Warum ich mit niedrigeren Kursen gerechnet hatte? Twilio hat in der Vorwoche Zahlen vorgelegt und der Ausblick war enttäuschend.
Die Gewinnerwartungen für das Gesamtjahr mussten auf 0,16 – 0,17 USD je Aktie gesenkt werden.

Heute folgte dann das nächste Meisterstück. Dem Unternehmen ist wohl ein Rechenfehler unterlaufen, daher musste die Prognose erneut gesenkt werden. Der Gewinn dürfte nun lediglich bei 0,12 – 0,13 USD je Aktie liegen.

Twilio hat bereits ein Drittel an Wert verloren. Bei dieser Nachrichtenlage sollte man meinen, dass es noch eine Etage tiefer geht. Bisher ist allerdings nichts passiert.

Technische Einschätzung

Der mehrmonatige Aufwärtstrend wurde durchbrochen. Das Chartbild zeigt sich zunehmend angeschlagen. Mit Unterschreiten der 100 USD hat sich die Lage weiter eingetrübt.

Es droht eine Ausdehnung der Korrektur. Ein mögliches Kursziel liegt bei 87-90 USD. Darunter wäre der Weg in Richtung 65 -73 USD frei.

Ab 73 USD sollte man die Lage neu sondieren. Dort könnten antizyklische Käufe ein attraktives Chance-Risiko-Verhältnis aufweisen.

Gelingt hingegen eine Rückkehr über 100 USD, könnte das eine Erholung in Richtung 110 USD einleiten.

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Chart vom 04.11.2019 Kurs: 97,50 Kürzel: TWLO - Tageskerzen | LYNX Online Broker

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