Börsenblick

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Indexanalyse:
S&P 500: Die Bullen hörten nur, was sie hören wollten – reicht das für neue Rekorde?

Aktuelle Analyse des S&P 500 Index

Das zwei Stunden vor US-Handelsende veröffentlichte Statement der US-Notenbank barg ebenso auch Schattenseiten wie die Aussagen von US-Notenbankchef Jerome Powell in der daran anschließenden Pressekonferenz. Aber es schien, als würden viele Akteure am Aktienmarkt nur das wahrnehmen, was in ihr Bild der blitzschnellen Rückkehr zum wirtschaftlichen status quo hineinpasst … nebst Notenbank-Rückenwind hin zu neuem Wachstum über den vorherigen Level hinaus. Auch, wenn der positive Teil des Notenbank-Statements sehr von Floskeln durchsetzt war.

Da war von Mr. Powell wie üblich zu hören, dass die „Fed“ über weitere Möglichkeiten verfügen würde, den Markt zu stützen. Dass es gute Hinweise auf eine Stabilisierung gebe, der Immobilienmarkt robust sei und viele der möglichen Notenbank-Kredite gar nicht abgerufen wurden. Man werde die niedrigen Zinsen solange es nötig sei beibehalten und ebenso weiterhin im gegenwärtigen Umfang Stützungskäufe am Anleihemarkt vornehmen. Kurz: Man werde weiter tun, was nötig ist. Was hätte man anderes von der US-Notenbank erwarten können als solche Aussagen?

Doch da gab es auch einige Passagen, die aufmerksame Investoren aufhorchen ließen. So wies Mr. Powell darauf hin, dass es bislang noch keine Erholung bei den Unternehmensinvestitionen gebe. Er unterstrich zudem, dass sich die Erholung auf Basis von Realtime-Indikatoren wie Kreditkartenumsätzen, Hotelbuchungen oder dem Jobaufbau bei kleinen Unternehmen verlangsamt habe. Und, für diejenigen, die das insgeheim als ultima ratio erhofften: Die US-Notenbank habe nicht die Absicht, am Aktienmarkt einzugreifen.

Unter dem Strich gab es also nichts Neues. Die „Fed“ macht weiter wie bisher, hofft auf einen ausreichend starken Effekt, weist aber darauf hin, dass nicht alles einfach so auf alte Höhen zurückkehrt. Das hätte den marktbreiten S&P 500-Index also nicht allzu sehr in Bewegung setzen müssen. Aber Notenbanksitzungen ziehen kurzfristige Trader an wie das Licht die Motten. Es kommt danach immer zu volatilen Bewegungen. Doch da handelt es sich eben vor allem um kurzlebige Aktionen. Solange die Notenbank nichts Neues zu bieten hat, mündet das eher nicht in Käufe oder Verkäufe größerer Adressen mit mittel- oder langfristigem Zeithorizont. So gesehen wird sich erst in den kommenden Tagen herausstellen, ob dieses gestrige Plus ausreicht, um dem S&P 500 den Schwung zu geben, die letzten Punkte bis zum bisherigen Rekord-Verlaufshoch von 3.393 Punkten zu absolvieren. Einen Vorteil haben die Bullen aber durchaus:

Aus rein charttechnischer Sicht war der Kursgewinn des Mittwochs wichtig. Denn dadurch konnte sich der Index etwas von den beiden kurzfristig entscheidenden Leitlinien der Rallye, der April-Aufwärtstrendlinie (3.185 Punkte) und der 20-Tage-Linie (3.203 Punkte) absetzen. Darüber hinaus endet morgen der Handelsmonat Juli. Mit diesen Käufen als Reaktion auf die positiven Elemente der Notenbank-Aussagen dürfte sichergestellt sein, dass dieser Monat der vierte starke Monat in Folge wird. Was wiederum die Hoffnung unter den Bullen nährt, dass auch zum Start in den August wieder frisches Geld seitens der durch die Rallye elektrisierten Sparer in die Kassen der institutionellen Investoren wie den Fonds oder den ETF-Betreibern fließt und die Rallye so weiter mit dem nötigen Treibstoff versorgt, um das bisherige Rekordhoch zu überbieten.

S&P 500 Chart auf Monatsbasis vom 29.07.2020, Kurs 3.258,44 Punkte, Kürzel SPX | Online Broker LYNX

Erfahrene Akteure wissen indes, dass man gezieltes „Ziehen“ der Kurse nach einer Notenbanksitzung oder zum Monatsultimo nicht überbewerten darf. Denn die tatsächlichen Rahmenbedingungen, von Notenbankchef Powell ja durchaus auf den Tisch gebracht, spielten dabei keine Rolle. Das aber ist nichts, was auf Dauer durchzuhalten ist. Irgendwann kommt der S&P 500 wieder auf Tuchfühlung mit der Realität außerhalb der Börsensäle. Daher dürften zwar viele alte Hasen mit einem gewissen Unwohlsein konsequent dem Aufwärtstrend folgen. Sie werden sich aber konsequent knapp unter den beiden obengenannten Leitlinien April-Aufwärtstrend und 20-Tage-Linie mit Stop Loss-Verkaufsorders absichern und diese mit jedem Punkt, den diese beiden Linien nach oben vorankommen, nachziehen.

S&P 500 Chart auf Tagesbasis vom 29.07.2020, Kurs 3.258,44 Punkte, Kürzel SPX | Online Broker LYNX

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