Börsenblick

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Indexanalyse:
S&P 500: Wer zuerst bremst, verliert

Aktuelle Analyse des S&P 500 Index

Je öfter große Adressen, für die eine große, weitreichende Abwärtswende fatal wäre, in fallende Kurse hineingreifen, sprich kaufen, wenn negative Nachrichten Verkäufe oder Short-Trades anderer Akteure auslösen, desto mehr gewinnen die Emotionen an Bedeutung. Was sich derzeit an der Wall Street abspielt, ist ein reines Nervenspiel geworden. Wer zuerst bremst, verliert. Nur geht es nicht um die Machtspielchen von Halbstarken. Es geht um Milliarden, womöglich Billionen, die seitens dieser großen Akteure gewonnen oder eben verloren werden können. Bis zu einem gewissen Punkt entscheiden da zwei Dinge: Die Summe des in den Ring werfbaren Kapitals und der Grad der Entschlossenheit.

Da es einzig darum geht, eine Trendwende zu verhindern, spielen die Fakten, die normalerweise die Kurse entscheidend leiten, kaum noch eine Rolle. Bis zu einem gewissen Punkt. Denn es geht hier eben darum, welche Seite zuerst aufgibt. Und das Bären-Lager hat die Fakten im Rücken. Die US-Konjunkturdaten, von denen man lange dachte, dort sei man gegen den andernorts rapiden Wachstumsschwund gefeit, werden rasant schwächer. Und wieder hat es den Anschein, als seien Donald Trumps Lippenbekenntnisse nach einem Deal mit China nicht mehr als heiße Luft.

Diesmal benutzte er im Vorfeld der Gespräche keine Zollerhöhungen als Druckmittel, sondern wohl kaum zufällig bekannt gewordene „Überlegungen“, chinesische Firmen von den US-Börsen zu verbannen, US-Investments in China zu regulieren bzw. zu beschränken und, am Dienstagabend neu dazugekommen, chinesischen Offiziellen, die etwas mit der Unterdrückung der Uiguren zu tun haben könnten, die Einreise zu verweigern.

Die Chance, dass es zu irgendeiner für die Börse als Rettungsanker nutzbaren Einigung bei den anstehenden Verhandlungen kommt, sinkt damit. Zwar argumentieren die Verteidiger dieses immer noch nahe der Rekordhochs liegenden Levels des marktbreiten S&P 500-Index, dass die Anleger mit dem gestrigen Minus bereits das erneute Scheitern der Gespräche eingepreist hätten. Aber wenn man sich einmal das Chartbild ansieht:

Seit dem Tief von Weihnachten 2018 bei 2.346 Punkten waren es nur zwei Aspekte, die die Kurse auf neue Rekorde trieben: Die umgehend positive Wirkung sinkender Leitzinsen und ein „Deal“ mit China. Ersteres bezweifeln zu Recht immer mehr Experten und Investoren. Zweites bleibt immer länger aus. Und da kommt der Verdacht auf, dass sich Trump entweder verzockt hat oder eine Einigung gezielt in seinem Sinne kurz vor die US-Wahl im November 2020 legen will … ohne Rücksicht darauf, was bis dahin aus der US-Wirtschaft wird. Und was haben die Bullen als Argumente im Köcher?

Nichts außer der sie weiterhin antreibenden Angst, was passieren würde, wenn der Abgabedruck größer wird. Denn natürlich zehren diese dauernden Kaufwellen in fallende Kurse hinein die Barreserven auf, erhöhen die Kapitalexposition. Was hieße: Man muss sich da relativ eng absichern. Und wenn all diese engen Stoppkurse ausgelöst werden, andere Marktteilnehmer zugleich verkaufen, wer stünde dann auf der Gegenseite und nimmt die an den Markt flutenden Aktien auf? Noch wüsste darauf niemand eine Antwort. Und bliebe es bei „niemand“, kann der S&P 500 in kürzester Zeit massiv fallen.

Chart auf Wochenbasis vom 08.10.2019, Kurs 2.893,06 Punkte, Kürzel SPX | Online Broker LYNX Aktienempfehlungen

Gut möglich also, dass die Bullen dieses emotionale Ringen verlieren, weil sie die schlechtere Ausgangslage haben. Aber wo kann der Punkt X liegen, unter dem genug Stop Loss-Orders ausgelöst werden, um den Index zu Boden zu schicken? Mit Blick auf die Charts auf Tages- und Wochenbasis ist es die 200-Tage-Linie, die da sofort ins Auge springt. Die wurde im März und Juni kurz unterboten, aber auf Wochenschlusskursbasis jeweils einigermaßen gehalten. Und in den letzten gut zwei Monaten wurde der S&P 500 immer wieder sorgsam von dieser Linie ferngehalten, wie der Chart auf Tagesbasis zeigt. Das lässt vermuten, dass diese aktuell bei 2.845 Punkten verlaufende Linie ein äußerst neuralgischer Punkt für die Verteidiger ist.

Diese Linie müsste deutlich und auf Wochenschlusskursbasis fallen. Und das müsste mit entmutigenden Nachrichten einhergehen, wobei ein erneutes Scheitern der Verhandlungen USA/China eine solche Nachricht sein kann, aber nicht muss. Immerhin kommen ja immer öfter negative Konjunkturdaten … und in Kürze beginnt auch noch die Saison der US-Quartalsbilanzen. Diese 200-Tage-Linie sollte man daher im Auge behalten. Und wenn sie brechen sollte? Da wäre es ganz und gar nicht unmöglich, dass der Index die letzte Verteidigungslinie der Bullen ansteuert, die im Wochenchart blau markierte 1.000-Tage-Linie, auf die der S&P 500 Anfang 2016 und Weihnachten 2018 aufgesetzt hatte.

Chart auf Tagesbasis vom 08.10.2019, Kurs 2.893,06 Punkte, Kürzel SPX | Online Broker LYNX Aktienempfehlungen

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