Börsenblick

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Aktuelle Analyse:
S&P 500: Achterbahnfahrt – und womöglich geht es erst richtig los!

Aufmerksame Beobachter zogen am Montagabend eine Augenbraue nach oben. Es wirkte beeindruckend, wie es gelungen war, den marktbreiten US-index Standard & Poor’s 500 (S&P 500) nach dem Selloff des Freitags am Montag nach zeitweise immensem Minus doch noch in die Gewinnzone zu heben. Es wirkte, als hätten sich die bullischen Investoren ein Herz gefasst und ein Zeichen gesetzt. Doch da schwammen zwei Haare in der Suppe.

Zum einen durfte man sich fragen, wieso Investoren, nachdem am Montag das bisherige, Ende Oktober erzielte Verlaufstief der Handelsspanne (2.604 Punkte) gebrochen wurde, kauften, statt, was charttechnisch logischer gewesen wäre, auszusteigen. Zum anderen musste man sich fragen, wieso die Umsätze nicht so hoch waren, wie man das von einem Turnaround wie diesem, der den S&P 500 zunächst zwei Prozent fallen sah, um ihn die gesamte Distanz wieder nach oben laufen zu sehen, hätte erwarten dürften. Beide Fragen fanden nur eine Antwort: Diesem Braten allzu sehr zu trauen könnte ein Fehler sein.

Wenn sehr bald nach einem neuen Tief gekauft wird, deutet das weniger auf Käufe überzeugter Anleger hin als auf Eindeckungen von Short-Positionen bei den Bären. Die sahen einen Index, der durch den anfänglichen Abverkauf des Montags binnen einer Woche in der Spitze um gut 7,5 Prozent gefallen war und ergriffen die Gelegenheit beim Schopf. Und wenn Bären ihre Gewinne realisieren, zieht das die Kurse eben nach oben – das genau umgekehrte Bild wie bei Gewinne mitnehmenden Bullen, deren Abgaben den Kurs drücken.

Der Haken ist: Bären, die heute Gewinne mitnehmen, könnten, wenn das Umfeld passt, schon morgen erneut Short gehen, denn sie agieren normalerweise sehr kurzfristig und flexibel.

Und dass der Umsatz am Montag trotz der immensen Handelsspanne des Tages niedriger lag als am sehr schwachen Freitag, als der Turnaround-Versuch des Donnerstags einfach wieder abverkauft wurde, deutete an: Da dürfte im Zuge der Aufholjagd eher wenig Widerstand der Bären aufgetreten sein.

Die dürften die Torero-Taktik angewendet haben, indem sie die Bullen einfach rennen ließen, bis ihnen Geld und Wille ausgehen würden, so, wie man es auch am Donnerstag der Vorwoche – mit Erfolg – getan hatte. Diesmal musste man die Bullen zwar ein wenig länger laufen lassen, denn am Dienstag startete der Handel erst einmal deutlich höher. Aber dann lief es ab wie zwei Handelstage zuvor:

Kaum hatte der reguläre Handel begonnen, startete der Abgabedruck. Das Plus des S&P 500 wurde zügig kleiner … und zwei Stunden vor dem Handelsende notierte der S&P 500, der in der Spitze 1,4 Prozent im Plus gelegen hatte, 0,6 Prozent im Minus. Das zweite Waterloo derer, die auf die Wende nach oben hoffen, kündigte sich an.

Diesmal schlug das bullische Lager zurück, eine um 20:15 begonnene, fast einstündige Kaufwelle trug der S&P 500 wieder zurück in die Gewinnzone. Doch die Achterbahnfahrt ging weiter. Den Bären blieben noch 45 Minuten Handelszeit – und die reichten, um auch diesen zweiten Ausflug ins plus zu eliminieren.

Am Ende stand ein fast unveränderter Index mit einem Punkt im minus. War all diese Hektik also umsonst? Für die Bären war dieser Dienstag mit seinen zahlreichen Turnarounds zumindest ein halber Pluspunkt, denn es gelang, den Index gleich zweimal aus der Gewinnzone zu holen. Gewonnen haben sie damit noch nicht, aber eines wurde gestern erneut sehr deutlich:

Die ungewöhnlich breite Handelsspanne der letzten zwei Monate bleibt ein heißes Pflaster, in dem die kurzfristig agierenden Akteure immer mehr dominieren. Dabei zeigt die zunehmende Volatilität, dass letzten Endes beide Lager Tag für Tag nervöser werden. Das deutet an, dass es jederzeit zu einem heftigen Ausbruch aus der Spanne kommen kann. Würde es gelingen, den S&P 500 mit Schlusskursen über 2.825 Punkten nach oben aus der Handelsspanne heraus zu tragen, wäre der Weg für die Bullen erst einmal frei.

Chart auf Wochenbasis vom 11.12.2018, Kurs 2.636,79 Punkte, Kürzel SPX | LYNX Online Broker

Dass die Ausflüge des S&P 500 an das obere Ende der Spanne aber jeweils kürzer währen als die an das untere Ende, deutet an, dass das Bären-Lager momentan entschlossener agiert, die etwas besseren Erfolgschancen hätte. Aber dafür ist die Chartzone, durch die sich die Bären durchbeißen müssten, breiter und massiver. Denn es sind nicht die Tiefs vom Montag und von Ende Oktober allein, die diese Supportzone ausmachen. Die reicht bis hinunter an das Jahres-Verlaufstief bei 2.533 Punkten, wie der Chart auf Wochenbasis zeigt. Dann allerdings wäre, sollte diese Linie fallen, eine Verkaufslawine denkbar, die allemal auch die Dimension eines Crashs annehmen könnte. Ein Szenario, das verlockend genug für die Bären sein dürfte, um da am Ball zu bleiben.

Chart auf Tagesbasis vom 11.12.2018, Kurs 2.636,79 Punkte, Kürzel SPX | LYNX Online Broker

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