Börsenblick

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Indexanalyse:
Ein narrensicherer Trade?

Aktuelle Analyse des S&P 500 Index

Corona. Was für eine Überraschung. Es gibt kein anderes Thema und ich kann es langsam nicht mehr hören. Leider können wir Börsianer Augen und Ohren aber nicht einfach verschließen.
Egal wie man zu dem Thema steht. Die wirtschaftlichen Auswirkungen sind real.

Durch die Decke

Bereits vor Wochen hatte ich gewarnt, dass Covid-19 die USA mit am härtesten treffen wird. Damals, vor einer gefühlten Ewigkeit, also Anfang März, belief sich die Zahl der entdeckten Corona-Fälle in den USA auf 1.000. Heute sind es 400.000. Das hat Konsequenzen.
Covid-19 wird eine Weltwirtschaftskrise auslösen

Inzwischen haben die Amerikaner mehr als 2,0 Mio. Tests durchgeführt und über 400.000 Infizierte gefunden. Dunkelziffer unbekannt.
Quasi täglich werden neue Negativrekorde gemeldet, sowohl bei den Neuinfektionen, als auch bei der Zahl der Todesopfer. Gestern hat das Virus in den USA an nur einem Tag 1.970 Menschen dahingerafft. Damit steigt die offiziell gemeldete Zahl der Todesopfer in den USA auf 12.857.

Viele werden aber nicht mehr gezählt. Allein in New York könnten es 200 pro Tag sein, das bestätigt der Gouverneur sogar selbst.
Demnach werden dort und an anderen Hot Spots nur noch die Opfer gezählt, die zuvor auch behandelt wurden. Sterben Menschen Zuhause, wird gar nicht mehr geprüft, ob Covid im Spiel war. Man hat die notwendigen Testkapazitäten nicht.
Dasselbe gilt für Menschen mit Symptomen, auch sie erhalten oft gar keinen Test. Es gibt schlichtweg zu wenige.

Es war absehbar

Ich habe ja bereits meine Lageeinschätzung von Anfang März verlinkt. Damals hatte ich ausführlich dargelegt, warum ich davon ausgegangen bin, dass es die USA mit am härtesten treffen wird.

Kurz zusammengefasst sind das die Hauptgründe:
Die Regierung Trump hat vollkommen versagt, da gibt es nichts zu rütteln. Man hat wochenlang tatenlos zugesehen, während sich der Virus verbreitet hat. Bis heute sind die Maßnahmen auf Bundesebene bestenfalls halbherzig.

Gleichzeitig leben in den USA weit über 100 Millionen Menschen, die unterversichert und gar nicht versichert sind. Sie können nicht zum Arzt, da ihnen das nötige Kleingeld fehlt.
Die ärmere Hälfte der Gesellschaft hat quasi keinerlei Rücklagen, einen Lohnausfall kann man sich also erst recht nicht leisten.
Dementsprechend gehen die Menschen einfach weiter zur Arbeit, auch mit Symptomen und dienen somit als Überträger.

Anfang März wurde ich für meine Einschätzung mitunter kritisiert. Seitdem ist die Zahl der Infizierten und Toten in den USA um den Faktor 400 gestiegen – in gerade einmal 28 Tagen.

Die USA haben also ein riesiges Problem und ein Umstand macht alles noch viel schlimmer: 70% der amerikanischen Wirtschaft entfallen auf den Dienstleistungssektor. Dieser Bereich ist natürlich am stärksten betroffen. Gleichzeitig ist die Abhängigkeit von diesem Sektor ist größer, als in jedem anderen Land.

All das hat ganz reale Auswirkungen. Das werden wir gleich sehen. Doch zuvor noch…

… das Wort zum Sonntag

Corona macht es deutlich, doch es geht schon viel länger. Wir erleben eine vollkommene Zersetzung und Spaltung der Gesellschaft. Es ist die postfaktische Welt.

Diskussionen finden im luftleeren Raum statt. Fakten spielen keine Rolle mehr. Jeder scheint Experte zu sein. Jeder hat eine Meinung und Ende.

Denken Sie nur 10 oder 15 Jahre zurück. Hatten Sie damals derartige Gespräche wie heutzutage? In denen Ihnen von eigentlich vernünftigen Menschen die krudesten Theorien mitgeteilt werden?
Fernab jeglicher Fakten spinnen sich die Menschen den größten Unsinn zusammen. Es ist unerträglich und so gefährlich wie der Virus selbst.

Desinformation ist eine Krankheit und sie zersetzt die Grundfeste unserer Gesellschaft.

Ein narrensicherer Trade?

Kommen wir zurück zu den wirtschaftlichen Auswirkungen von Corona und meiner These, dass es die USA mit am härtesten treffen wird.
Daraus ergeben sich natürlich auch Trade-Möglichkeiten.

Der S&P500 besteht vornehmlich aus global agierenden Unternehmen, die im Durchschnitt rund die Hälfte des Gewinns außerhalb der USA erwirtschaften.
Man ist in vielen Ländern tätig und hat eine breitere Basis. Bricht das Geschäft im Heimatmarkt oder einem anderen Land ein, hat man zumindest noch andernorts ein Business.

Im Russell 2000 sieht das allerdings ganz anders aus. In diesem Index befinden sich kleinere Unternehmen. Viele von ihnen sind vor allem in den USA tätig. Durchschnittlich erwirtschaften sie nur einen kleinen Teil des Gewinns außerhalb des eigenen Landes.
Sie sind also vor allem von ihrem Heimatmarkt abhängig und leiden viel stärker unter den Problemen in den USA, als weltweit aufgestellte Konzerne.

Außerdem ist ihre Kapitalausstattung im Allgemeinen niedriger und die Refinanzierung entsprechend schwieriger.
Das hat einen ganz einfachen Grund. Abgesehen davon, dass die Kreditratings schlechter sind. Wem würde Sie spontan Geld leihen? Microsoft oder Mistras Group? Eben.

Zieht sich die Krise in den USA noch über Wochen und Monate hin, könnte sich der Russell 2000 also deutlich schwächer entwickeln als der S&P500. Genau dieses Szenario wird bereits gespielt.
Die logische Konsequenz: Short Russell oder eben short Russell und long S&P.

Futures haben nur Vorteile

Eine derartige Strategie kann man auch marktneutral gestalten. Oder je nachdem wie überzeugt man davon ist, dass der Markt eher steigen oder fallen wird, kann man auch eine Seite der Gleichung stärker gewichten. Alles ist möglich.

Am einfachsten und kostengünstigsten kann man das mit Futures umsetzen.

Derzeit notiert die S&P500 Future (Ticker: ES) mit Laufzeit Juni beispielsweise bei 2.632 Punkten. Ein Punkt entspricht 50 USD.
Der Kontrakt hat also einen Wert von 131.600 USD.

Der Russell 200 Future mit gleicher Laufzeit notiert aktuell bei 1.120 Punkten. Auch hier entspricht ein Punkt 50 USD.
Der Kontrakt hat also einen Wert von 56.000 USD.

Geht man einen Kontrakt des S&P500 long und drei Russell short, ist man Netto rund 36.000 USD short. Man würde also auf einen fallenden Markt wetten und dass der Russell überproportional nachgibt.

Auch für kleine Konten

All das geht auch mit kleineren Konten, denn seit knapp einem Jahr bietet die CME auch Micro-Futures an, die nahezu rund um die Uhr handelbar sind. Eine ausführliche Erklärung finden Sie hier: Micro E-Mini-Futures jetzt auch für LYNX-Kunden

Für kleinere Konten bringen Micro-Futures enorme Vorteile mit sich. Endlich können auch Privatanleger dieses Profi-Werkzeug nutzen und mit kleineren Beträgen Indizes zu fairen Preisen und Kursen handeln.
Kein Marketmaker oder CFD-Broker mehr, der plötzlich den Spread erhöht, die Kursstellung aussetzt oder unfaire Preise stellt.
Es gibt schließlich gute Gründe, warum Profis nicht auf diese Instrumente zurückgreifen, sondern Futures nutzen.

Anleger die Indizes handeln oder kleinere Depots absichern möchten, sollten sich also unbedingt mit (Micro-) Futures beschäftigen.

Anbei finden Sie Kursentwicklung der letzten 10 Tage im S&P500 Future (schwarz) und des Russell 2000 (blau).

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Chart vom 08.04.2020 – Linienchart S&P500 und Russell 2000 Futures | LYNX Online Broker

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