Börsenblick

Zurück November Weiter
Zurück 2018 Weiter

Aktuelle Analyse:
S&P 500: Der „Trump Jump“

Sachen gibt es, die gibt es gar nicht. Unmittelbar, bevor an der Wall Street am Freitag die Optionen auf die Indizes mit November-Laufzeit abgerechnet wurden, kam den Bullen ein reiner Zufall zu Hilfe: Ausgerechnet da erklärte der US-Präsident, dass es nicht nötig sein dürfte, weitere Strafzölle gegen China zu verhängen, denn China, so Trump, wolle einen Deal.

Genau zwei Wochen zuvor, knapp vor den Wahlen, hatte er bereits angedeutet, er habe die führenden Mitglieder seines Teams angewiesen, einen solchen Deal schon einmal vorzubereiten. Wovon diese führenden Mitglieder indes nichts wussten. Zwischen diesen beiden Freitagen lagen einige erneute Drohungen und der Hinweis, er habe kein Problem damit, auch die noch nicht mit Strafzoll versehenen chinesischen Importe damit zu belegen. Man könnte denken, dass China offenbar nicht weiß, was es will, wenn der Präsident so oft umschwenken muss. Aber China schweigt schon die ganze Zeit dazu.

So gesehen darf man die Frage in den Raum stellen, welchen Stellenwert die Aussagen von Mr. Trump haben. In wiederum knapp zwei Wochen, Ende November, wenn er gedenkt, die Sache zusammen mit dem chinesischen Präsidenten am Rande des G20-Gipfels zu erledigen, werden wir es wissen. Dass sein Wirtschaftsberater und sein Handelsminister Wasser in des Präsidenten Wein gießen indem sie darauf hinweisen, dass es für eine umfassende Vereinbarung Zeit brauche und die Präsidenten nur grundsätzliche Rahmenbedingungen vereinbaren könnten, ist vielsagend.

Aber ausgerechnet an einem Abrechnungstermin am Optionsmarkt, der in den USA weitaus bedeutsamer ist als hierzulande, mitten in einen hektischen Handel hinein, da kann eine solche Aussage viel bewegen. Der zuvor im Minus notierende marktbreite S&P 500-Index sauste daraufhin binnen einer Viertelstunde ein Prozent nach oben. Da werden einige, die Put-Optionen verkauft hatten in der Erwartung, die „Wahl-Rallye“ der Vorwoche würde anhalten, aufgeatmet haben.

Am vorvergangenen Mittwoch, nach der Wahl, sorgte die „Siegesrede“ des Wahlverlierers Trump für Käufe, jetzt seine x-te Aussage über den quasi schon sicheren Deal mit China. Wer kurz vorher wusste, was der Präsident sagen würde, konnte da binnen einer Viertelstunde gewaltige Gewinne erzielen. Als Telsa-Chef Musk mit den Aussagen zum Thema der Privatisierung der Tesla-Aktie mitten in der Handelszeit für eine Rallye sorgte, die sich bald darauf in Luft auflöste, ermittelte die US-Börsenaufsicht. In diesem Fall … wohl eher nicht.

Doch auch wenn es mit diesem „Trump Jump“ als Folge seiner Aussagen gelang, den S&P 500 den zweiten Tag nacheinander in die Gewinnzone zu tragen: Bullisch ist er damit noch nicht einmal ansatzweise. Der Chart auf Wochenbasis zeigt, dass die Trump-Linie, der seit der Wahl im November 2016 geltende Aufwärtstrend, seit vier Wochen gebrochen ist. Jetzt bleibt nur die 200-Tage-Linie als Rettungsanker der Bullen. Aber deren Rückeroberung in der vorvergangenen Woche hielt nicht vor. Und auch, wenn der Index seit dem Handelsbeginn des Donnerstags stark aufholte: Es reichte nicht, um diesen wichtigen gleitenden Durchschnitt, derzeit bei 2.761 Punkten, zurück zu erobern.

Chart auf Wochenbasis vom 16.11.2018, Kurs 2.736,14 Punkte, Kürzel SPX

Sollten die womöglich substanzarmen Aussagen des Präsidenten nicht vorhalten, sollte der Index in dieser neuen Woche erneut abrutschen, würde es umgehend ernst für das Bullen-Lager. Wenn das Vorwochen-Verlaufstief bei 2.671 Punkten unterboten würde, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass auch das bisherige Korrekturtief um 2.600 Punkten angesteuert wird. Denn die permanenten Hinweise auf die beste aller Welten seitens der Regierung verbrauchen sich an weniger positiven Fakten.

Die bis Anfang Oktober noch blind optimistische Stimmung ist angeschlagen. Wer weiterhin davon ausgeht, dass der Weg nach oben der einzig möglich ist, könnte in dem Chartbild auf Tagesbasis eine potenzielle, umgekehrte Schulter-Kopf-Schulter-Formation ausmachen, die vollendet wäre und den Weg aus charttechnischer Sicht nach oben freigeben würde, wenn die Zwischenhochs von Mitte Oktober und Anfang November mit Schlusskursen über 2.817 Punkten überboten würden. Allerdings müsste der S&P 500 dazu an der 200-Tage-Linie vorbei. Und auch, wenn das keineswegs auszuschließen ist: Man sollte auf jeden Fall nicht übersehen, dass das bärische Lager derzeit keineswegs klein und keineswegs in der Defensive ist.

Chart auf Tagesbasis vom 16.11.2018, Kurs 2.736,14 Punkte, Kürzel SPX

Handeln Sie über den Online Broker LYNX:
Ein Depot, viele Vorteile
  • stabile und zuverlässige Handelsplattform
  • kompetenter Service durch Experten
  • günstige und transparente Gebühren
  • umfangreiches Wissensportal
Mehrfach ausgezeichnet
Handelsblatt Auszeichnung: Bester Online-Broker
Broker-Wahl: Top Futures-Broker
Contact icon KOSTENFREI ANRUFEN
0800 5969 000
Contact icon SCHREIBEN SIE UNS
SERVICE@LYNXBROKER.DE
Contact icon FREUNDSCHAFTSWERBUNG
KUNDEN EMPFEHLEN LYNX
Contact icon HÄUFIG GESTELLTE
FRAGEN