Börsenblick

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Aktuelle Analyse:
S&P 500: Diese Rallye offenbart das Ausmaß der Angst

Je größer die Angst ist, desto dünner darf der Strohhalm sein, nach dem man dann bereitwillig greift, um irgendwie ans rettende Ufer zu kommen. Da fragt man nicht lange nach, man nimmt, was man kriegt. Dass die Angst unter den US-Anleger momentan groß wie selten ist, lässt sich daran erkennen. Denn die Bullen nutzen auch höchst absurde „Argumente“ um zu kaufen, dadurch die wichtigsten US-Indizes von entscheidenden Unterstützungen wegzubekommen und sich selbst zu beruhigen.

So war es die Meldung, Donald Trump würde die Strafzölle gegen die europäischen Autobauer verschieben, die dafür sorgte, dass der marktbreite US-Index S&P 500 am Mittwoch blitzartig aus der Verlustzone heraus und in die Gewinnzone hineinschoss. Und vor lauter Freude, dass damit die Gefahr eines größeren Abwärtsschubes (womöglich) gebannt sein könnte, dachten diejenigen, die da zugegriffen hatten, offenbar nicht darüber nach, ob diese Meldung, die bis zum Abend zwar unbestätigt blieb, aber durchaus zutreffen dürfte, denn überhaupt bullisch ist.

Denn das ist sie nicht. Selbst für die Euro-Börsen (siehe dazu auch unsere Analyse zu Daimler) ist sie nur bedingt positiv. Für den US-Markt aber ist sie eher ein Grund, unruhig zu werden. Warum sollte Mr. Trump diese Strafzölle nicht aktivieren? Die Frist, sich zu entscheiden, würde übermorgen ablaufen. Aber diese Maßnahme würde nur Probleme machen, weil die Verhandlungen mit der EU noch gar nicht offiziell begonnen haben. Das wollte man in Washington sicherlich längst, aber die US-Regierung hatte China völlig falsch eingeschätzt.

Jetzt steckt man dort fest. Und das in einer weniger komfortablen Lage, als man es den Wählern und Anlegern weismachen will. Trump kann diese Zölle gegen die europäische Autoindustrie also gar nicht starten, weil er damit eine zweite „Front“ aufmachen würde, während er an der ersten zu wanken beginnt. Diese Verschiebung ist daher ein Zeichen der Schwäche. Und zudem eines, das auf das US-Wachstum oder die US-Unternehmensgewinne keinerlei Auswirkungen hätte. Besser würde die Lage dort durch dieses Verschieben ja nicht – auf welchem Wege auch? Fazit:

Diejenigen, die den S&P 500 ebenso wie die anderen US-Indizes am Mittwoch binnen Minuten senkrecht nach oben und in die Gewinnzone kauften, nachdem diese Meldung auftauchte, dürften nicht wirklich gewusst haben, warum sie eigentlich kauften. Auch, wenn es diesmal kein Trump-Tweet war, es ist schon wahr, was ein im Pulverdampf der Jahrzehnte ergrauter US-Börsenhändler am Dienstag sagte:

Man ist immer nur einen Trump-Tweet von einer Rallye entfernt. Die Realität kann den Märkten einen Tiefschlag nach dem anderen verpassen, Trump twittert die Kurse dann einfach wieder nach oben, weil viele Akteure (und wohl auch und gerade die Handelssysteme mit der angeblich unfehlbaren künstlichen Intelligenz) darauf reagieren wie die Pawlow’schen Hunde auf das Glöckchen.

Wenn dieses Spielchen noch ein paar Tage gutgeht, könnte es tatsächlich gelingen, die Kuh erst einmal wieder vom Eis zu schaffen. Aber noch reichte das Plus des Mittwochs nicht aus, um das zu erreichen. Der S&P 500 müsste eigentlich sogar über dem letzten Verlaufsrekord von 2.954 Punkten schließen, um ein tauglich bullisches Bild abzuliefern. Bis dahin bliebe er anfällig, weil aus chart- und markttechnischer Sicht „angezählt“:

Chart auf Wochenbasis vom 15.05.2019, Kurs 2.850,96 Punkte, Kürzel SPX | LYNX Aktienempfehlungen

Der „Hanging Man“-Doji auf Wochenbasis, der mit dem gescheiterten Versuch, die alten Hochs zu überwinden, einherging, bekam durch die rote Kerze der Vorwoche seine Bestätigung. Hier gilt also ein bärisches Signal. Und auf Tagesbasis sehen wir, dass der S&P 500 vor dieser angeblich positiven Meldung in die Supportzone 2.800/2.817 Punkte zurückgefallen war und nicht den Eindruck erweckte, sich von dieser lösen zu können. Ohne diese Meldung hätte diese Zone brechen können … und nach ihr die schon bei 2.776 Zählern wartende 200-Tage-Linie.

Das wurde am Mittwoch erst einmal verhindert. Aber dass das auf Basis einer Meldung geschah, die gar nicht bullisch war, dürfte vielen, die noch über die „klassische“ Intelligenz verfügen und sich nicht Computersystemen in die Hände begeben, nicht entgangen sein. Von Entwarnung sollte man daher besser nicht sprechen. Und wenn diese 200-Tage-Linie doch noch bricht, würde die Panik derer, die ein ums andere Mal versuchen, negative Fakten gegen positive Tweets einzutauschen, um nicht die Konsequenzen ziehen und aussteigen zu müssen, umso größer.

Chart auf Tagesbasis vom 15.05.2019, Kurs 2.850,96 Punkte, Kürzel SPX | LYNX Aktienempfehlungen

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