Börsenblick

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Aktuelle Analyse:
S&P 500: Wahl-Rallye bereits zu Ende?

Am Dienstag, dem Tag der US-Wahl und damit im Vorfeld deren Ergebnisse schloss der marktbreite US-Index Standard & Poor’s 500 (S&P 500) bei 2.755 Zählern. Am Mittwoch, als Reaktion auf diese US-Zwischenwahlen, lief er zwar kräftig nach oben. Aber mit 2.764 Punkten lag das Tagestief vom Freitag nur noch unwesentlich über diesem Niveau, das der Index zuvor innehatte.

Er schloss dann zwar etwas höher und konnte mit dem Tagestief des Freitags auch die dort verlaufende 200-Tage-Linie punktgenau verteidigen. Aber da mag man geneigt sein, das Wörtchen „vorerst“ hinzuzufügen. Denn so wirklich bullisch kommt dieses Chartbild nicht daher.

Chart auf Wochenbasis vom 09.11.2018, Kurs 2.781,01 Punkte, Kürzel SPX

Die Wahl-Rallye währte nur einen Tag, den Mittwoch, und stoppte genau auf Höhe des Widerstands in Form des Zwischenhochs von Mitte Oktober bei 2.817 Punkten. Es folgte ein Doji im oberen Bereich der grünen Mittwochs-Kerze. Das ist ein sogenannter „bearish harami“ der andeutet, dass der Schwung verloren ging. Gefolgt dann am Freitag von Abgabedruck, der, wie erwähnt, nur durch die 200-Tage-Linie aufgehalten wurde, an der die Defensive der Bullen einsetze und zunächst erfolgreich war.

Aber die Frage stellt sich, ob dieser wichtige gleitende Durchschnitt, dessen Rückeroberung nur durch diese „Post-Wahl-Rallye“ gelang, einem erneuten Test standhalten würde.

Man versuchte, die Käufe damit zu begründen, dass das Wahlergebnis „wie erwartet“ ausfiel. Aber das heißt nicht, dass es für die US-Wirtschaft kurz- und mittelfristig von Vorteil wäre. Die neue demokratische Mehrheit im US-Repräsentantenhaus kann den Präsidenten zwar unter Druck setzen, aber was z.B. den auch in bei den US-Unternehmen äußerst unbeliebten Handelskrieg angeht, kann das Repräsentantenhaus ihn nicht aufhalten. Und einiges, das Mr. Trump dann nicht als Gesetz durchbringen würde, ließe sich über präsidiale Verordnungen trotzdem durchsetzen, Barack Obama hat das in der zweiten Hälfte seiner Amtszeit, als er ebenfalls die Mehrheit im Repräsentantenhaus verloren hatte, nicht anders getan.

Und der derzeitige wirtschafts- und außenpolitische Kurs von Donald Trump sorgt bei den US-Investoren langsam für Unbehagen, weil man erkennt, dass der mittlerweile auch auf die US-Wirtschaft zurückschlägt. Dessen Verhalten unmittelbar nach der Wahl deutet darüber hinaus an, dass man nicht überrascht sein dürfte, wenn er jetzt, nachdem er kein Wähler-Votum bis 2020 mehr zu fürchten hat, erst so richtig mit seiner Art von Politik loslegt.

Grund zur Freude gibt es also eher nicht. Und daher dürften die meisten erkannt haben, dass diese Kaufwelle des Mittwochs als scheinbar positive Reaktion auf die Wahl eher mit der des 9. November 2016 vergleichbar ist:

Die großen Adressen kauften, traten die Flucht nach vorne an, um zu verhindern, dass die Marktteilnehmer auf die Idee kommen, „bad news“ auch entsprechend durch Verkäufe umzusetzen. Ob das diesmal aber auch so verfängt wie vor zwei Jahren, ist fraglich. Denn jetzt weiß man, was man sich mit Donald Trump im Weißen Haus eingekauft hat. Jetzt gilt es, genau hinzusehen:

Sollte es gelingen, dieses Zwischenhoch von Mitte Oktober bei 2.817 Punkten zu überwinden, wäre aus charttechnischer Sicht erst einmal Luft nach oben. Würde der S&P 500 indes die am Freitag gehaltene 200-Tage-Linie (2.763 Punkte) durchbrechen, würde es kritisch. Aber:

Erst, wenn das Zwischentief von Mitte Oktober, im Chart mit blauer Linie hervorgehoben, bei 2.710 Punkten ebenfalls auf Schlusskursbasis fallen würde, wäre die Indikation wirklich bärisch. Denn solange dieser Level hielte, wäre, auch, wenn die 200-Tage-Linie kurz unterboten würde, eine umgekehrte Schulter-Kopf-Schulter-Formation und damit eine Trendwendeformation nach oben möglich. Das Pendel beginnt also langsam in Richtung der Bären zu laufen, aber noch hätten die Bullen ihre Chance, die Situation zu ihren Gunsten umzubiegen.

Chart auf Tagesbasis vom 09.11.2018, Kurs 2.781,01 Punkte, Kürzel SPX

 

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