Börsenblick

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Aktuelle Analyse:
S&P 500: Wird an der Börse doch zum Ausstieg geklingelt?

Eigentlich hätte man es aus Erfahrung wissen müssen: Wenn der US-Präsident große Erfolge verkündet, ist es ratsam, erst einmal hinter den Vorhang zu schauen. So, wie es sich aktuell darstellt, waren das Ergebnis dieses gemeinsamen Abendessens der Delegationen Chinas und der USA am Rande des G20-Gipfels nicht mehr als äußerst vage, grundsätzliche Willensbekundungen, sich zu einigen … aber eben keine Einigung.

Dass China sich bereit erklärt habe, die Einfuhrzölle auf Automobile zu senken, ist offensichtlich nicht wahr, das musste Trumps Wirtschaftsberater Kudlow am Dienstag einräumen. Und die 90-Tage-Frist, in der man sich einigen wolle, hat China nie erwähnt – verdächtig. Hinzu kam, dass der US-Präsident den Investoren mit einem „Tweet“ am Dienstag deutlich machte, dass er die volkswirtschaftlichen Konsequenzen seines Handelns offenbar nicht erkennt:

Er sei ein Mann der Zölle, twitterte Trump. Zölle seien immer der beste Weg, um die wirtschaftliche Macht zu maximieren. „Wir nehmen derzeit Milliarden an Zöllen ein“, so Trump. Ökonomen sind zu Recht entsetzt. Denn während Trump sich über Einnahmen für die Staatskasse freut, müssen die US-Konsumenten dafür bezahlen. Für sie wird durch diese Einfuhrzölle vieles teurer.

Die „Zoll-Milliarden“, von denen Trump schwärmt, werden also am Ende aus dem Geldbeutel der Verbraucher finanziert und bremsen die Wachstumsperspektive aus. Dieser Trump-Tweet könnte daher tatsächlich das sein, was ein altes Sprichwort für nicht existent erklärt: Das Glöckchen, mit dem für die Anleger zum Ausstieg geklingelt wird, denn:

Diese Denkweise des US-Präsidenten, dem ja in seinem Stab niemand widerspricht, macht deutlich, dass er ganz allein imstande und, ohne es zu merken, auch dabei ist, das über die Steuersenkungen künstlich aufgeblähte US-Wachstum ins Gegenteil zu verkehren. Die Reaktion war nicht nur am Aktienmarkt heftig:

Am US-Anleihemarkt kam es zu einer Invertierung der Zinskurve (siehe unsere heutige Analyse zu den US-Bonds). Das ist das Signal dafür, dass die Investoren damit rechnen, dass die Leitzinsen in Kürze fallen werden. Und das, natürlich, weil das Wachstum wegbricht und die US-Notenbank die Wirtschaft stützen muss. Die Reaktion beim marktbreiten Standard & Poor’s 500-Index (S&P 500) war deutlich:

Chart auf Wochenbasis vom 04.12.2018, Kurs 2.700,06 Punkte, Kürzel SPX | LYNX Online Broker

Dass der Index, wie Sie im Chart auf Wochenbasis sehen, dadurch zum wiederholten Mal zurück über die 200-Tage-Linie lief, sofort mit Macht abgewiesen wurde und damit zugleich ein erneuter Versucht scheiterte, die „Trump-Linie“, den seit der Wahl im November 2016 laufenden Aufwärtstrend, zurück zu erobern, wäre ja schon negativ genug. Aber die Liste der fatalen Fakten geht weiter, wenn man sich den Chart auf Tagesbasis ansieht:

Chart auf Tagesbasis vom 04.12.2018, Kurs 2.700,06 Punkte, Kürzel SPX | LYNX Online Broker

Wieder wurde im Vorfeld eines wichtigen Ereignisses wie wild gekauft. Wieder kamen am Tag danach Käufe nach, die sofort versiegten und am Folgetag in fallende Kurse übergingen. Das war bei den US-Zwischenwahlen so, das passierte beim G20-Gipfel. Noch einmal dürften sich die Käufer da nicht locken lassen. Der S&P 500 brach, nachdem der Montag zwar ein Plus, aber auch das Warnsignal eines allein im Raum stehenden Doji brachte, in einem Rutsch durch die 20-Tage- und die 200-Tage-Linie. Und die Rallye im Vorfeld führte dazu, dass der Stochastik-Oszillator nahe der überkauften Zone angelangt war und trotz des Selloff noch nicht einmal nach unten gedreht hat.

Das bedeutet eine Menge Rückenwind für die Bären. Dies im Verein mit der invertierten Zinskurve und dem Eindruck, dass Trump seine Politik gerade auf die Füße fällt, wirkt in der Tat, als hätte da am Dienstag ein Glöckchen zum Ausstieg geklingelt!

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