Börsenblick

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Aktuelle Analyse:
Siemens: Nur eine Galgenfrist, bis die 100 fällt?

Gleich drei Analysten senkten gestern ihr Kursziel für die Siemens-Aktie als Reaktion auf die am Morgen präsentierte Quartalsbilanz des Konzerns. Doch die Aktie stieg zum Handelsende. Nicht viel, um 0,76 Prozent. Aber auf den ersten Blick überrascht es schon, dass Analysten den Daumen senken und die Marktteilnehmer dennoch zugreifen. Was steckte dahinter?

Das Zahlenwerk sicherlich nicht. Der Umsatz lag weniger als zwei Prozent über dem des Vorjahresquartals, der Nettogewinn sah mehr als eine Halbierung gegenüber den dritten Kalenderquartal 2017. Und in beiden Fällen hatten die Analysten besseres erwartet. Per Ende September endete für Siemens das nicht mit dem Kalenderjahr übereinstimmende Geschäftsjahr, daher wurde auch für das neue Geschäftsjahr 2018/2019 eine grobe Prognose abgegeben.

Diese sieht ein Umsatzplus in der sehr moderaten Größenordnung des abgelaufenen Jahres, zugleich aber auch Druck auf die Preise. Alles nicht gerade ein Argument, um bei der Aktie zuzugreifen, zumal die, wie der Chart zeigt, im Bereich einer charttechnischen Klippe, der runden Marke von 100 Euro, balanciert. Also, was half dem Kurs?

Expertenmeinung: Es war die mit dem Zahlenwerk mitgelieferte Nachricht, dass man neben einer leichten Anhebung der Dividende von 3,70 auf 3,80 Euro vorhabe, bis zum Jahr 2021 eigene Aktien im Volumen von bis zu drei Milliarden Euro zurückzukaufen. Damit wird ein gerade ausgelaufenes Programm, das ebenfalls ein Volumen von drei Milliarden hatte, neu aufgelegt.

Da das dazu führt, dass sich der Unternehmensgewinn auf weniger Aktien verteilt, der Gewinn pro Aktie also steigt, auch, wenn er insgesamt nicht größer wird, sehen die Marktteilnehmer dergleichen als positiv. Wobei man aber gerne übersieht, dass solche Aktienrückkäufe auch bedeuten, dass das Unternehmen offenbar nicht jeden Euro für Innovation und Expansion aufwendet, was eher zukunftsweisend wäre als Aktienrückkäufe. Aber ob diese initial positive Reaktion vorhält, muss sich erst noch erweisen.

Siemens müsste über die kurzfristige Abwärtstrendlinie bei 105 Euro hinaus, an welcher der Kurs gestern zunächst gebremst wurde … und er müsste die bei 110 Euro wartende 200-Tage-Linie zurückerobern. Dann ließe sich diese wichtige Zone um 99/100 Euro, die schon seit dem Jahr 2015 als wichtige Wendemarke dient, als verteidigt ansehen. Aber solange dieser Befreiungsschlag nicht gelingt, bleiben die Bären in der besseren Situation. Wobei man da im Hinterkopf behalten sollte, dass bei 96 Euro die ganz langfristige, bis 2009 zurückreichende Aufwärtstrendlinie verläuft. Freie Bahn hätten die Short-Seller also erst unterhalb dieser Linie … die aber aktuell kaum weiter vom gestrigen Schlusskurs entfernt läge als die 200-Tage-Linie als „rettendes Ufer“.

Chart vom 08.11.2018, Kurs 103,52 Euro, Kürzel SIE

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