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Indexanalyse:
MDAX: Wenn jetzt noch die „alte Garde“ laufen würde …

Aktuelle Analyse des MDAX Index

Um die 50 Prozent hat der MDAX mittlerweile, von seinem März-Tief aus gerechnet, zugelegt. Vom Schlusskurs des Montags aus fehlen nur noch neun Prozent bis zum bisherigen, im Februar erreichten Verlaufsrekord. Man wäre versucht zu sagen, dass es das jetzt einfach gewesen sein muss, immerhin ist der MDAX auch als der Index der Exporteure, der Maschinenbauer und Automobilindustrie-Zulieferer bekannt. Und wenn die schon so weit gelaufen sind, obwohl die Konjunktur noch gar nicht angesprungen ist, kann da nicht mehr viel Luft sein, es sei denn, nach unten. Richtig? Falsch.

Denn wenn man sich einmal anschaut, wer da von Ende Februar bis gestern im Plus liegt, sind das eben nicht diese vorgenannten Aktien, die man immer mit dem MDAX in Verbindung bringt. Was daran liegt, dass sich das Bild dieses Index in den letzten Jahren gewandelt hat. Dazu trug bei, dass viele Unternehmen aus dem Dienstleistungssektor so groß wurden, dass sie eine höhere Marktkapitalisierung als viele alteingesessene Maschinenbauer hatten, wodurch letztere aus dem Index flogen. Hinzu kam, dass die letzte Indexreform eine Doppelnotierung erlaubte und seither zugleich 60 statt 50 Aktien im MDAX enthalten sind, dadurch kamen mehrere zugleich im TecDAX notierte Aktien hinzu.

Und diese Neulinge waren es vor allem, die seit dem Tief im März stark gelaufen sind. Gerechnet ab dem 20. Februar, als der MDAX mit 29.438 Punkten sein bisheriges Rekordhoch erreichte, sind es Aktien wie HelloFresh, TeamViewer und Zalando, die die Performanceliste anführen. Die „alte Garde“ des MDAX wie z.B. Hannover Rück, Hochtief, K+S, Rheinmetall oder Airbus, liegen noch weit im Minus. Wenn diese „Klassiker“ auch noch ins Laufen kämen, kann der MDAX dadurch sogar über sein altes Rekordhoch hinaus laufen. Allerdings nur unter der Voraussetzung, dass die Akteure keine Rotation vornehmen, indem sie bei den Top-Performern der letzten Wochen den Gewinn mitnehmen und das Kapital dann in die zurückgebliebenen Titel stecken. Aber genau diese Tendenz sehen wir momentan, nicht nur beim MDAX, sondern am Gesamtmarkt.

Auf einmal ziehen die zuvor wochenlang nicht beachteten Aktien klassischer, meist konjunktursensibler Branchen an, während Aktien wie TeamViewer und Sartorius markanten Abgabedruck sehen. Wenn sich das verstetigen würde, würde die Sache zum Nullsummenspiel, weil das Kapital mehr oder weniger im Index bliebe und nur von den einen Aktien zu den anderen wandern würde. Aber …

… da würde man die Rechnung ohne den Wirt, sprich die Anleger machen, denn zuletzt floss wieder netto Geld in den Aktienmarkt. Der Eindruck, die Krise sei schon so gut wie erledigt, wird durch diese Rallye noch forciert und bringt auch frisches bzw. zuvor geparktes Geld an den Markt. Und wenn das noch ein paar Wochen so weitergeht, wäre es egal, welche Sektoren des Index diesen höher ziehen, solange man im MDAX an sich Long wäre.

MDAX Chart auf Monatsbasis vom 08.06.2020, Kurs 26.991,10 Punkte, Kürzel MDAX | Online Broker LYNX

Natürlich ist das Eis dünn, solange man eine Wende feiert, deren wirklicher Zeitpunkt und deren Tragweite völlig offen sind0. Aber bisher scheinen sich die Bullen auf diesem unsicheren Terrain wohl zu fühlen, die Charttechnik weist noch keine Schwächesignale aus. So sind, das sehen Sie im Chart auf Tagesbasis, die beiden größten im Verlauf des Kurseinbruchs entstandenen Kurslücken geschlossen, die 200-Tage-Linie zurückerobert. Der MDAX ist zwar nahe an eine Widerstandszone zwischen 27.366 und 27.535 Punkten herangelaufen. Aber die Stammt aus der Zeit Januar bis August 2018. Ob allzu viele Akteure diese Hürden noch als relevant ansehen, ist zumindest fraglich, daher:

Der Index hat seine Chance, das alte Hoch zu testen und zu bezwingen. Wichtig ist nur, nie ohne „Fallschirm“ zu agieren. Der Chart auf Tagesbasis zeigt die entscheidende Zone, deren Bruch das bullische Bild schlagartig ruinieren würde. Das ist der Bereich aus der 20-Tage- und der 200-Tage-Linie sowie der März-Aufwärtstrendlinie zwischen 25.060 und 25.670 Punkten. Würde diese Zone so signifikant gebrochen, dass auch das obere der beiden großen „Gaps“ aus der Phase des Kurseinbruchs wieder aufgerissen würde (das wäre bei Schlusskursen unter 24.750 Punkten der Fall), würde für die Bullen etwas ganz außerordentlich schieflaufen. Oberhalb dieser Zone aber bleiben die Chancen der Bären derzeit höchst überschaubar.

MDAX Chart auf Tagesbasis vom 08.06.2020, Kurs 26.991,10 Punkte, Kürzel MDAX | Online Broker LYNX

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