Börsenblick

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Indexanalyse:
MDAX: Die Ruhe vor dem Sturm

Aktuelle Analyse des MDAX Index

Der MDAX hatte am 26. November sein bisheriges, aus dem Jahr 2018 stammendes Rekordhoch knapp überboten und diesen neuen Rekord am Folgetag ein wenig ausgebaut. Die alte Bestmarke lag bei 27.525 Zählern, er schaffte es diesmal bis 26.637 Punkte, erreicht am 27. November. Aber worauf das bullische Lager gehofft hatte, ist bislang nicht eingetreten, denn die Anschlusskäufe bleiben aus. Und als der Index gleich zum Start in den Dezember kräftig nach unten wegrutschte, sah es schon so aus, als wäre dieses knappe neue Hoch zu einer Bullenfalle geworden, als hätte die weite Schere zwischen den tatsächlichen Rahmenbedingungen und den Kursen dazu geführt, dass zu viele diese Gelegenheit nutzten, um auszusteigen. Aber noch ist diese Messe nicht gelesen.

Richtig ist zwar, dass der MDAX jetzt spürbar an Momentum verliert, dass ausgerechnet das Erreichen neuer Hochs mit steigenden Umsätzen, aber nicht mit Raumgewinn verbunden war und der Index daher zeitnah wieder in Fahrt kommen muss, damit nicht nervös werdende Marktteilnehmer aussteigen. Aber ob diese Dynamik zurückkehrt oder aber eine Welle an Gewinnmitnahmen, womöglich sogar an Short-Trades, eine Korrektur einläutet, die dann schnell aus dem Ruder laufen kann, entscheidet sich erst in den kommenden Handelstagen. Denn da stehen gleich mehrere Ereignisse an, die wegweisend sein werden:

Morgen Abend wird die US-Notenbank ihre Zinsentscheidung verkünden und die aktuelle Lage der US-Wirtschaft kommentieren. Übermorgen folgt die EZB. Und nicht nur das, übermorgen wird zudem auch noch in Großbritannien gewählt. Das Ergebnis wird die Weiche dahingehend stellen, ob der BrExit wirklich mit der derzeitigen Einigung zwischen der EU und der Regierung in London zustande kommt oder aber, was momentan wider Erwarten der Mehrheit wäre, doch eine Bauchlandung ansteht. Dann wird es am 15. Dezember, am Sonntag, zum Schwur in Sachen Handelsstreit kommen. Das wäre der Tag, an dem normalerweise weitere US-Strafzölle gegen China in Kraft treten würden. Auch hier geht die Mehrzahl der Investoren weltweit davon aus, dass die Sache gut ausgeht, weil Donald Trump die Maßnahme aussetzen wird. Es ist wahrscheinlich, dass er damit bis zum letzten Moment warten wird. Und es ist auch wahrscheinlich, dass er es tun wird. Aber sicher ist es eben nicht.

Diese Termine allein sind prädestiniert für hohe Volatilität. Dass der MDAX zum Wochenstart reichlich schläfrig daherkam, ist daher kein abnehmendes Interesse. Es ist die Ruhe vor dem Sturm, weil sich kaum jemand ohne Not vor diesen Ereignissen zu weit aus dem Fenster lehnen will. Zumal nach Trumps Entscheidung die Zielgerade des Börsenjahres erreicht ist, vor der Zielflagge aber noch der große Abrechnungstermin für Futures und Optionen am Freitag kommender Woche (20.12.) steht. Da vorbestehende Trends in den Tagen vor einer solchen Abrechnung meist intensiviert werden, die Trendrichtung aber erst durch die Notenbanken, die UK-Wahl und Trump definiert wird, werden wir uns ab Mittwochabend über Langeweile nicht beklagen können.

Das bullische Lager hätte derzeit aus charttechnischer Sicht einen Hauch bessere Karten, weil ein Schlusskurs klar über dem jüngsten Rekordhoch bei 26.637 Punkten einem Kaufsignal gleichkommen würde und der Weg dorthin recht kurz ist. Auf der Gegenseite würden die Unterstützungszone aus den Zwischenhochs vom April, Juli und September im Bereich 26.215/26.404 Punkte und die sukzessiv näherkommende, doppelte Leitlinie aus der 200-Tage-Linie und der mittelfristigen Aufwärtstrendlinie bei aktuell 25.630/25.725 Punkten den Index recht solide unterstützen. Aber:

MDAX Chart auf Tagesbasis vom 09.12.2019, Kurs 27.378,46 Punkte, Kürzel MDAX | LYNX Online-Broker

Käme es zu einem Test dieser Zone, wäre zum aktuellen Kursniveau schon einiges an Boden verloren. Und würde eine solche Korrektur durch unerwartet negativ ausfallende Ereignisse aus vorgenannter Terminliste angeschoben, kann es eben auch sein, dass diese Unterstützungen nicht halten. Dieser anstehende Sturm kann die Bullen also hinwegfegen, kann ihnen aber auch den Rückenwind für eine immense Rallye Richtung Jahresultimo liefern. Die kommenden Tage werden die Weichen stellen, wobei das Bild erst komplett wäre, wenn Trumps Entscheidung in Bezug auf die Strafzölle und die Reaktion der Märkte darauf auf dem Tisch lägen. Derzeit ist die Tendenz weiterhin bullisch, aber in einer Konstellation wie dieser würde es sich anbieten, das Risiko herunterzufahren!

MDAX Chart auf Wochenbasis vom 09.12.2019, Kurs 27.378,46 Punkte, Kürzel MDAX | LYNX Online-Broker

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