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Aktienanalyse:
Iberdrola: An der Schwelle zum Kaufsignal

Aktuelle Analyse der Iberdrola Aktie

Tut sich hier eine Long-Chance auf? Noch einen Tag mit Kursgewinnen, und die Aktie des großen spanischen Energieversorgers Iberdrola wäre über ihre Oktober-Abwärtstrendlinie hinaus. Die Bullen scharren definitiv mit den Hufen, nachdem es vergangene Woche zum zweiten Mal in kurzer Zeit gelang, die wichtige, im Chart dick schwarz hervorgehobene 200-Tage-Linie zu verteidigen. Sollte der Break über die bei 9,30 Euro verlaufende Abwärtstrendlinie gelingen, wäre die nächste Etappe das 2019er-Jahreshoch bei 9,58 Euro. Und wer weiß, vielleicht ginge dann mittelfristig noch mehr?

Denkbar wäre es, denn derzeit läuft es aus Sicht der Gewinne gut bei Iberdrola. Die jüngste Bilanz wurde am 30. Oktober für das dritte Quartal vorgelegt (die Bilanz für das vierte Quartal wird am 18. Februar erwartet) und wies überproportional gestiegene Gewinne aus. Der Umsatz stieg in den ersten neun Monaten 2019 nur leicht um 0,7 Prozent, was im verteilten Markt der Energieversorger auch nicht unbedingt schlecht ist. Aber der Gewinn legte netto um zwölf Prozent zu, die Gewinnmarge war also erfreulich gestiegen. Eine Entwicklung, bei der auch die Analysten Rechnung tragen:

Expertenmeinung: Gerade vor einer Woche hatte die Bank of America ihre Einschätzung der Aktie von „Halten“ auf „Kaufen“ nach oben genommen, Kepler Cheuvreux hob das Kursziel für die Aktie deutlich von 6,20 auf 8,50 Euro an. Was immer noch unter dem aktuellen Kurs liegt, aber immerhin hat man das vorherige, pessimistische Kursziel vom Tisch genommen. Insgesamt sehen die Experten die Aktie eher positiv, „Kaufen“ und „Halten“ dominieren die Einschätzungen zu gleichen Teilen, kaum jemand sieht die Aktie als Verkauf. Aber das Bild der Analysten-Einschätzungen macht dennoch deutlich:

Eine Kursrakete dürfte Iberdrola eher nicht werden, zumal das Kurs/Gewinn-Verhältnis von etwa 15 im Vergleich zu anderen europäischen Energieversorgern nicht gerade billig ist. Für ein mittel- oder längerfristig angesetztes Investment erscheint die derzeitige Situation aber durchaus interessant, sofern der Kurs die per Donnerstagabend genau erreichte Abwärtstrendlinie überwinden sollte. Denn zum Aufwärtspotenzial der Aktie gesellt sich bei dieser im Euro Stoxx 50 gelisteten, spanischen Aktie auch eine lukrative Dividendenrendite, die in den vergangenen Jahren immer über vier Prozent lag. Und auch der Umstand, dass Iberdrola als Energieversorger zur Gruppe der tendenziell „defensiven“ Aktien gehört und so relativ stabil bleiben könnte, wenn die Jubel-Hausse, die der Gesamtmarkt seit Ende 2018 erlebt, einmal in ein Loch fallen sollte, ist ein Aspekt, den man im Hinterkopf behalten sollte.

Chart vom 16.01.2020, Kurs 9,31 Euro, Kürzel IBE

 

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