Börsenblick

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Indexanalyse:
DAX: Dieses Szenario erinnert an einen Moorbrand

Aktuelle Analyse des DAX Index

Ja, die Bullen haben das Ruder wieder einmal herumgerissen. Kaum hatte der Handel am Dienstag begonnen, sackte der deutsche Leitindex weg. Und bis zur Mittagszeit schien es kein Halten zu geben. Was dabei besonders irritierte, war, dass es dafür keinen unmittelbaren Anlass zu geben schien. Die Vorbörse war völlig ruhig. Mit dem Beginn des DAX Futures-Handel um 8 Uhr kam erster Druck auf; als der Parketthandel um 9 Uhr startete, wurde dieser immens. Dabei rutschte der DAX sogar unter das bisherige Monats-Verlaufstief bei 12.927 Punkten, bevor dann am Mittag eine Stabilisierung gelang.

Am Ende betrug das zeitweise auf 220 Punkte angeschwollene Minus nur noch 35 Punkte. Eine wilde Kaufwelle, die um 14 Uhr einsetzte und mit dem Handelsstart der US-Börsen weiteren Schub erhielt, rettete den DAX vor einem äußerst bärischen Tag. Aber wie lange geht das noch gut? Dieses Szenario erinnert an einen Moorbrand: Das Feuer scheint unter der Oberfläche weiter zu schwelen, bricht immer wieder an unerwarteten Stellen bzw. Zeitpunkten neu aus. Irgendwann werden den bullischen Feuerwehrleuten entweder Zuversicht, Kapital oder im schlimmsten Fall beides ausgehen. Denn eines wird durch das Wassertreten im November und den instabilen, abwärts gerichteten Start in den Dezember deutlich:

Das kurzzeitig nur noch einen Katzensprung entfernt liegende Rekordhoch scheint keine Zugwirkung zu entwickeln. In gestiegene Kurse hinein tauchen Abgaben auf. Und mehr noch, da scheinen die ersten Akteure aktiv Short zu agieren. Wenn man sich den DAX auf Tagesbasis ansieht, stellt man fest, dass der in den drei Handelstagen vor dem gestrigen Abverkauf immer wieder genau an der im Tageschart blau gehaltenen 20-Tage-Linie hängen blieb. Das ist kein Zufall. Das zeigt, dass diese nächstgelegene Widerstandsmarke, aktuell bei 13.164 Punkten, aktiv von den Bären verteidigt wird. Aktiv und bislang eben auch effektiv.

DAX Chart auf Tagesbasis vom 10.12.2019, Kurs 13.070,72 Punkte, Kürzel DAX | LYNX Online-Broker

Und auch auf Wochenbasis kann den Bullen nicht gefallen, was sie sehen. In den letzten vier Wochen zeigte der DAX da rote Kerzen, d.h. die Woche endete immer unterhalb des Wochenstarts. Dass drei der vier roten Kerzen lange untere Dochte zeigen unterstreicht zwar, dass die „Feuerwehr“ die Sache bislang noch kontrollieren kann. Aber diese Woche ist noch jung. Vor den Anlegern stehen die Sitzungen von US-Notenbank (heute) und EZB (morgen), die Wahl in Großbritannien (morgen, Ergebnis in der Nacht zum Freitag) und die womöglich erst am Wochenende beantwortete Frage, ob Donald Trump die am Sonntag anstehenden, zusätzlichen Strafzölle gegen China aussetzt oder nicht. Und dass es schon im Vorfeld immer wieder zu solchen „Schwächeanfällen“ kommt, macht deutlich, dass der Optimismus offenbar weit weniger verbreitet ist, als es dem bullischen Lager lieb sein kann.

DAX Chart auf Wochenbasis vom 10.12.2019, Kurs 13.070,72 Punkte, Kürzel DAX | LYNX Online-Broker

Seit Mitte August ist der DAX in der Spitze über 2.000 Punkte gestiegen. Dieser Kursanstieg nahm ein positives Szenario vorweg, bei dem sich in diesen kommenden Tagen erweisen dürfte, ob es realistisch war. Läuft die Wahl in Großbritannien anders als gedacht, geht es im Handelsstreit nicht umgehend voran, bleiben die Notenbanken vorsichtig bzw. skeptisch, kann diese Wolke, auf der man zuletzt immer höher schwebte, hurtig abregnen. Ein nennenswert bärisches Signal wäre zwar erst generiert, wenn der DAX aus dem August-Aufwärtstrendkanal herausfiele und mit Schlusskursen unter 12.500 Punkten durch den Supportbereich aus den Zwischenhochs des dritten Quartals rutscht. Aber das kann, wenn bis einschließlich Sonntag zu viele Hoffnungen platzen, schnell passiert sein.

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