Börsenblick

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innogy: Ein Geschenk, das man zügig annehmen sollte?

Wenn das, was die Vorstände von RWE und E.ON da ausgeheckt haben und am Wochenende bekanntgaben, umgesetzt werden darf, würde die Lebenszeit der RWE-Tochter innogy an der Börse ungemein kurz gewesen sein. Erst im Oktober 2016 wurde die Aktie als Spinoff der RWE, in das man die erneuerbaren Energien und das Netzgeschäft auslagerte, an die Börse gebracht. Anderthalb Jahre später könnte innogy schon wieder vom Kurszettel verschwinden, als „Beute“ der beiden großen Versorger RWE und E.ON, die die einzelnen Segmente der innogy so unter sich aufteilen wollen, dass man sich in diesen Bereichen keine Konkurrenz mehr macht und umso größer und dominanter auftreten kann. Was hieße, grob zusammengefasst: E.ON kauft innogy und holt sich die Netzsparte heraus, um sie mit der eigenen zu vereinen. RWE nimmt die erneuerbaren Energien und holt sich die meisten Aktivitäten, die E.ON dort unterhält, ebenfalls. Der Kauf von innogy vollzieht sich, indem E.ON von RWE deren 77 Prozent-Anteil an innogy übernimmt und den freien Aktionären ein Übernahmeangebot von 40 Euro pro Aktie machen will. Eine gute Sache?

Expertenmeinung: Angesichts des Kurssprungs, den innogy am Montag auf diese Nachricht hin vollzogen hat, sicherlich. Im Tageshoch hatte das Papier diese im Raum stehenden 40 Euro bereits fast erreicht. Zu unterstreichen ist hier aber „im Raum stehend“. Zwischen E.ON und RWE ist eine Grundsatzvereinbarung geschlossen worden. Aber diese Konzentration einzelner Elemente der Energieversorgung bei dann jeweils einem der beiden Konzerne wirft die Frage auf, ob das Bundeskartellamt dieses Vorhaben wirklich so durchwinken wird. Und wenn nicht, kann es sehr wohl sein, dass die Auflagen dergestalt wären, dass diese Zerschlagung von innogy so keinen Sinn mehr hätte. Wenn das noch vor einem offiziellen Übernahmeangebot passieren würde, wäre es zumindest nicht ausgeschlossen, dass diese 40 Euro sich in Wohlgefallen auflösen. Und angesichts des in diesen Nachrichten zwar in den Hintergrund gerückten, aber keineswegs wirklich starken Ergebnissen, die innogy ausgerechnet an diesem Montagmorgen auf den Tisch gelegt hat, ist es schwer vorstellbar, dass die Aktie ein Kursniveau um 40 Euro kurzfristig aus eigener Kraft schaffen würde. Da E.ON mit den 77 Prozent an innogy, die sie von RWE bekämen, zudem eigentlich keine Notwendigkeit hat, um die Gunst der freien Aktionäre zu buhlen, sondern diese 40 Euro eben nur im Raum stehen, weil man ein solches Abfindungsangebot bei einer solchen Übernahme aus rechtlicher Sicht machen muss, ist auch nicht zu erwarten, dass die 40 Euro aufgestockt würden. Daher sollte, wer hier investiert ist, überlegen, dieses Geschenk durch den Verkauf an der Börse anzunehmen, sofern die Aktie nicht nennenswert unter 38,70 Euro (das markante Hoch des Jahres 2016) notieren würde und dieses Geschenk damit schon keines mehr wäre.

Chart vom 12.03.2018, Kurs 38,70 Euro, Kürzel IGY

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