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Hedging-Trade-Idee | Bear Put Spread auf den S&P 500 (SPY)

von Eric Ludwig
23.03.2026 | 06:20 Uhr

Die Analysen der Basiswerte (Aktien und/oder ETFs) und die Auswahl der entsprechenden Optionen und Optionen-Kombinationen vom Autor Eric Ludwig basieren auf technischer und statistischer Analyse. Hierbei wendet Eric Ludwig, gestützt auf seine langjährige Handelserfahrung, unter anderem bewährte Stillhalterstrategien (Verkauf von Optionen zur Einnahme von Prämien) an. Er identifiziert z.B. Unterstützungs- und Widerstandsniveau, um passende Ausübungspreise zu wählen. Er greift auf historische Daten zurück, um Optionsparameter (Laufzeit, Deltas, Ausübungspreise) zu bestimmen, die einen statistischen Vorteil aufweisen.

Hedging-Positionen im Depot zu halten, kann eine Möglichkeit sein, das Risiko marktbedingter Verluste zu reduzieren. In Zeiten erhöhter Volatilität kann sich der Markt schnell in eine für Anleger ungünstige Richtung entwickeln. Doch auch in ruhigeren Marktphasen kann es sinnvoll sein, Vorsichtsmaßnahmen zu ergreifen und Buchgewinne im Depot teilweise oder vollständig abzusichern.

Durch den Einsatz von Hedging-Instrumenten wie Bear Put Spreads können Sie Ihr Portfolio gegen Verluste absichern. Insbesondere bei unvorhergesehenen Ereignissen oder plötzlichen Abwärtsbewegungen kann Hedging dazu beitragen, Auswirkungen ungünstiger Marktentwicklungen zu begrenzen. Daher ist es unerlässlich, regelmäßig die eigene Risikoabsicherung zu überprüfen und anzupassen.

Ein Bear Put Spread ist allerdings nicht nur eine Absicherungsstrategie, sondern kann auch eine Möglichkeit sein, auf fallende Kurse zu setzen. Die Strategie bietet eine kosteneffiziente Alternative zu einem einfachen Long Put. Sie besteht aus dem Kauf einer Put-Option und dem Verkauf einer weiteren Put-Option mit einem niedrigeren Basispreis, beide mit demselben Verfallsdatum. Der Verkaufserlös der zweiten Option kompensiert teilweise die Kosten der ersten, wodurch die Gesamtinvestition reduziert wird.

In diesem Artikel präsentieren wir Ihnen einige Trade-Ideen, die diesen Ansatz beispielhaft veranschaulichen.

Das Ergebnis unserer Analyse für die Bear Put Spreads

Folgenden Bear Put Spread haben wir für den Handel US-amerikanischer ETFs identifiziert:

ETF
(US Ticker)
NameKurs des ETFs*Basispreis gekaufter PutBasispreis verkaufter PutKosten je KontraktMax. Gewinn je KontraktMax. RenditeGewinnschwelleLaufzeit der Optionen
SPYSPDR S&P 500 ETF Trust648.44 $623 $618 $120 $380 $317 %621.80 $30.04.2026
* Der Kurs des ETFs entspricht dem Schlusskurs vom 20. März 2026. Wenn sich ein ETF zum Zeitpunkt des Trade-Einstiegs beispielsweise verteuert hat, können auch die nächsthöheren Basispreise in Betracht gezogen werden.

Aktuelle Trade-Idee

Für diesen Monat betrachten wir den SPDR S&P 500 ETF Trust (SPY) etwas genauer. Nachfolgend finden Sie die Details zur Struktur:

  • US Ticker: SPY
  • Long Put Strike: 623 USD
  • Short Put Strike: 618 USD
  • Verfallsdatum: 30. April 2026
  • Kaufkurs der Kombination: 1,20 USD je Kontrakt
  • Einsatz bzw. maximaler Verlust: 120 USD je Kontrakt
  • Potenzieller Gewinn: 3,80 USD (380 USD je Kontrakt, da ein Optionskontrakt 100 Einheiten umfasst)
  • Potenzieller Gewinn in %: 317 %
  • Gewinnschwelle: 621,80 USD (unterhalb dieses Preises ist der Trade im Gewinn)

Dieses Setup zielt darauf ab, ein Gleichgewicht zwischen Kosten und potenziellem Gewinn zu schaffen und kann dazu dienen, eine Absicherung gegen größere Marktrückgänge darzustellen. Der vergleichsweise niedrige Einstiegspreis kann diesen Spread für Investoren interessant machen, die eine kosteneffiziente Absicherung in Betracht ziehen.

Chartanalyse des SPY

Um die möglichen Szenarien des vorgestellten Bear Put Spreads besser einordnen zu können, werfen wir einen Blick auf den aktuellen Chart des SPDR S&P 500 ETF Trust (SPY). Im Chart sind zwei horizontale Linien dargestellt, die die Basispreise der Long- und Short-Put-Optionen symbolisieren:

Bear Put Spread: Kursentwicklung SPY ETF von März 2025 bis März 2026 | Online Broker LYNX
SPDR S&P 500 ETF Trust: Chart vom 20.03.26, Kurs: 648,44 USD, Kürzel: SPY | Quelle: TWS
  • Obere Linie:  623 USD (Long Put Strike)
  • Untere Linie:  618 USD (Short Put Strike)

Kommentar zum Chart:

Der Bear Put Spread entwickelt sich positiv, wenn der SPY bis zum Ablaufdatum der Optionen am 30. April 2026 unterhalb der Gewinnschwelle von 621,80 USD notiert. Das bedeutet, dass der ETF unter diesen Preis fallen müsste, welcher sich aus der Differenz zwischen dem Basispreis des Long Puts und dem Kaufkurs (Einsatz) für diesen Trade ergibt.

Managementmöglichkeiten des Trades

Das Management eines Bear Put Spreads hängt von der individuellen Marktprognose und der Risikobereitschaft ab. Nachfolgend finden Sie einige mögliche Vorgehensweisen:

  • Halten bis zum Verfall: Diese Strategie kann in Betracht gezogen werden, wenn die Einschätzung besteht, dass der Markt weiter sinken könnte. Notiert der SPY zum Verfallsdatum unter dem Short Put Strike von 618 USD, wird der maximale Gewinn des Spreads erreicht.
  • Früher Ausstieg: Bewegt sich der Spread in die gewünschte Richtung und befindet sich die Position im Gewinn, kann ein vorzeitiges Schließen der Position erwogen werden. Ein mögliches Ziel könnte darin bestehen, den Spread zu verkaufen, sobald etwa 50 % des maximalen Gewinns erreicht sind.
  • Anpassen der Position: Sollten sich die Marktbedingungen ändern, kann eine Anpassung des Spreads erwogen werden, beispielsweise durch das Rollen der Optionen auf spätere Verfallsdaten oder andere Basispreise. Dies kann sinnvoll sein, wenn sich die Markterwartung verändert.
  • Stop-Loss-Platzierung: Entwickelt sich der Trade nicht wie erwartet, kann eine Verlustbegrenzung in Betracht gezogen werden, beispielsweise bei einem Wertverlust von etwa 50 % des eingesetzten Kapitals.

Jede dieser Vorgehensweisen ist mit Chancen und Risiken verbunden. Welche Strategie geeignet ist, hängt von den individuellen Markteinschätzungen und finanziellen Zielen ab.

Anpassung des Hedgings an die Depot-Ausrichtung

Effektives Hedging sollte an die spezifische Zusammensetzung Ihres Portfolios angepasst werden. Je nachdem, welche Vermögenswerte Sie halten, kann es erforderlich sein, unterschiedliche Strategien zu verfolgen.

Wenn Ihr Portfolio beispielsweise stark auf US-Tech-Aktien ausgerichtet ist, kann ein Hedging auf den Nasdaq-100-Index, etwa durch den Einsatz von Optionen auf den QQQ-ETF, eine Möglichkeit darstellen. Dieser Ansatz kann dazu beitragen, spezifische Risiken zu adressieren, die den Technologiesektor beeinflussen könnten.

Halten Sie hingegen überwiegend Aktien von kleinen US-amerikanischen Unternehmen, könnte der Russell 2000 (IWM) ein geeigneter ETF für Ihre Hedging-Strategie sein. Der IWM kann dabei helfen, das spezifische Risiko in der Small-Cap-Kategorie abzubilden und entsprechende Marktbewegungen zu berücksichtigen.

Für Anleger, deren Portfolio breit gestreut ist und vor allem große US-amerikanische Unternehmen umfasst, kann der SPDR S&P 500 ETF Trust (SPY) eine mögliche Wahl für das Hedging sein. Da der S&P 500 einen breiten Querschnitt des US-Aktienmarktes abbildet, kann ein Hedging über den SPY dazu dienen, allgemeine Marktrisiken zu berücksichtigen.

Durch die sorgfältige Auswahl eines passenden Hedging-Instruments, das zur Depotausrichtung passt, können Absicherungsmaßnahmen gezielt umgesetzt werden.

Einschränkungen und Risiken eines Bear Put Spreads

Obwohl ein Bear Put Spread eine Strategie zur Absicherung gegen fallende Märkte darstellen kann, gibt es auch bestimmte Einschränkungen und Risiken, die beachtet werden sollten:

  • Gewinnschwelle: Der Kurs des zugrunde liegenden ETFs (in diesem Fall der SPY) muss bis zur Gewinnschwelle fallen, damit sich der Trade positiv entwickelt. Das bedeutet, dass eine entsprechende Abwärtsbewegung erforderlich ist, damit der Spread einen Gewinn erzielt.
  • Gewinnwahrscheinlichkeit: Da die Basispreise der Puts unter dem aktuellen Marktpreis liegen, beginnt der Trade typischerweise mit einer Gewinnwahrscheinlichkeit von unter 50 %. Dies ist charakteristisch für diese Strategie, da der Markt eine gewisse Distanz in Richtung der Strikes zurücklegen muss, bevor ein Gewinn möglich ist.
  • Verlust des Zeitwerts: Bei Optionen spielt der Zeitwertverlust (Theta) eine zentrale Rolle. Mit fortschreitender Zeit kann die Optionskombination an Wert verlieren, was sich negativ auf den Positionswert auswirken kann. Damit sich die Strategie positiv entwickelt, muss die Abwärtsbewegung des Basiswerts innerhalb der Laufzeit erfolgen, um den Zeitwertverlust auszugleichen.
  • Begrenztes Gewinnpotenzial: Ein Bear Put Spread kann Schutz vor Abwärtsbewegungen bieten, sein Gewinnpotenzial ist im Vergleich zu einem einfachen Long Put jedoch begrenzt. Der maximale Gewinn ergibt sich aus der Differenz zwischen den Strikes abzüglich des eingesetzten Kapitals.
  • Marktrisiko: Wie bei jeder Optionsstrategie besteht das Risiko, dass sich der Markt anders als erwartet entwickelt. Eine Seitwärtsbewegung oder ein Anstieg des ETF-Kurses kann zu einem Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen.

Diese Faktoren verdeutlichen, dass der Einsatz eines Bear Put Spreads sorgfältig abgewogen und in das übergeordnete Strategie- und Risikomanagement des Portfolios eingebunden werden sollte. Es ist sinnvoll, diese Aspekte im Vorfeld zu berücksichtigen und sicherzustellen, dass die Strategie mit der eigenen Marktansicht und Risikobereitschaft im Einklang steht.

Anmerkungen zur Hedging-Strategie

Die Wahl einer geeigneten Hedging-Strategie – wie etwa eines Bear Put Spreads – kann ein Baustein im Risikomanagement eines Portfolios sein. Nachfolgend einige abschließende Überlegungen:

  • Risikomanagement: Es ist wichtig, die Risiken im Zusammenhang mit Optionen zu verstehen, einschließlich des Totalverlustrisikos bei nicht zutreffender Marktentwicklung. Die eingesetzten Mittel sollten Teil einer übergeordneten Risikostrategie sein.
  • Anpassungsfähigkeit: Märkte sind dynamisch, und Flexibilität kann eine wichtige Rolle spielen. Strategien können daher jederzeit an sich verändernde Marktbedingungen und individuelle Ziele angepasst werden.
  • Regelmäßige Überprüfung: Eine regelmäßige Überprüfung der Hedging-Positionen und der Risikoexposition des Portfolios kann sinnvoll sein, um bei Bedarf Anpassungen vorzunehmen.

Durch den Einsatz strukturierter Absicherungsstrategien können die Auswirkungen von Marktschwankungen auf das Portfolio reduziert werden. Voraussetzung ist ein fundiertes Verständnis der verwendeten Instrumente sowie ein klar definierter Ansatz, der zur individuellen Anlagestrategie und Risikotragfähigkeit passt.

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Weiterführende Lektüre

Für weitere Einblicke in Hedging-Strategien mit Optionen kann sich ein Blick in das Buch unseres Autors Eric Ludwig lohnen: Hedging mit Optionen – Crashsicher handeln. Dieses Werk stellt verschiedene Ansätze zur Absicherung gegen potenzielle Marktrückgänge vor.

Informationen zum / zu den auf dieser Seite genannten Produkt(en) finden Sie hier: PRIIPs / KIDs OCC Optionen

Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 21.03.2026 um 9:44 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Alles über Optionen:


Eric Ludwig ist erfahrener Trader, Autor und Mitgründer der Tradehelden-Akademie. Als Betreiber der Plattform ericludwig.de und Entwickler verschiedener Handelsstrategien zählt er zu den anerkannten Experten im Bereich Optionshandel und Portfolio-Optimierung.

Nach seinem Abschluss als Diplom-Ingenieur startete er zunächst eine erfolgreiche Karriere in der Luftfahrtindustrie, bevor er seiner wahren Leidenschaft folgte – den Finanzmärkten. Seit über 20 Jahren ist er als aktiver Trader tätig und hat sich auf den Optionshandel spezialisiert.

Eric Ludwig ist nicht nur erfolgreicher Trader, sondern auch Ausbilder und Mentor. Mit der Tradehelden-Akademie bietet er praxisnahe Schulungen an, in denen er sowohl Anfänger als auch erfahrene Anleger in die Welt des Tradings einführt. Sein Fokus liegt auf strukturierten, regelbasierten Handelsansätzen und der charttechnischen Analyse, für die er auch eigene Börsenindikatoren auf TradingView programmiert.

Als Autor von vier Fachbüchern, die regelmäßig in den Top 50 der Amazon-Bestsellerliste für Futures & Optionen erscheinen, teilt Eric Ludwig sein Fachwissen mit einer breiten Leserschaft. Darüber hinaus vermittelt er seine Strategien und Analysen in vier renommierten Börsendiensten (Planet Options, Der Earnings-Trader, 5-Star Options und Smarte Portfolios).

Sein Ziel ist es, Tradern und Investoren eine klare, fundierte und praxisorientierte Herangehensweise an die Finanzmärkte zu vermitteln, damit sie eigenständig erfolgreiche Strategien entwickeln können.

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