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Im Gegensatz zum DAX gelang dem Euro Stoxx 50 zum Wochenstart mit dem Rückenwind des Trump’schen „Friedensplans“ der Ausbruch auf neue Rekorde. Doch das Chartbild mag – zumindest noch – nicht gefallen, denn bislang wartet man vergebens auf Anschlusskäufe.
Das passte: Der europäische Leitindex überbot das unmittelbar vor Beginn des Iran-Krieges Ende Februar markierte Rekordhoch bei 6.200 am Montag gleich zur Eröffnung. Aus rein charttechnischer Sicht war das ein klares, bullisches Signal. Aber wo blieben die Anschlusskäufe?
Der Euro Stoxx 50 eröffnete die Woche mit 6.225 Punkten, lief dann am Montag bis 6.287 Zähler weiter … und verlor diesen Boden wieder. Am Ende des Tages schloss der Index mit 6.229 Zählern nur marginal über der Eröffnung. Woraus ein sogenannter „Gravestone Doji“ entstand. Der am Ende von Aufwärtsbewegungen die Botschaft aussendet: Das hier könnte leicht zum Grabstein für die Bullen werden.

Die sahen das natürlich und begannen am Dienstag umgehend, diese Gefahr „wegzukaufen“. Der Euro Stoxx 50 zog erneut an, aber Sie sehen es im Chart auf Tagesbasis: Auch wenn es gelang, ein Plus ins Handelsende zu retten, kam es erneut – und leicht unterhalb des Verlaufsrekords vom Vortag – zu Abgabedruck. Der war nicht groß genug, um die Lage so zuzuspitzen, dass dem ersten „Gravestone Doji“ gleich ein zweiter hinterhergesetzt wurde. Aber gefallen kann dieses Chartbild trotzdem nicht.
Vor allem, wenn man bedenkt, dass der Ölpreis nicht nur am Montag, sondern auch am Dienstag kräftig nachgab. Kann es angehen, dass die Trader bei Rohöl an eine nachhaltige Befriedung der Lage in Nahost glauben, die Akteure am Aktienmarkt aber nicht?
Expertenmeinung: Das wäre zwar grundsätzlich möglich, aber das dürfte nicht der Grund sein, weshalb der Euro Stoxx 50 bislang nicht wirklich anspringt. Wenn wir uns das Chartbild ansehen, sehen wir eine seit Ende März laufende Aufwärtsbewegung. Das heißt, die Kurse liefen schon längst wieder aufwärts, obgleich in Sachen Iran-Krieg noch alles offen war und sich die Sache noch ewig hätte hinziehen können. Jetzt stehen wir an einem Punkt, an dem zumindest der Eindruck entsteht, dass die Käufer der vergangenen zweieinhalb Monate bekommen haben, worauf sie gesetzt hatten.

Und der Euro Stoxx 50 hat mit seinem Sprung über das vorherige Hoch jetzt einen Level erreicht, an dem er grundsätzlich signalisiert, dass die Lage besser ist als zuvor. Ansonsten wären neue Hochs in einem seitens der Konjunkturdaten ja keineswegs zu einem Bullen-Markt passenden Umfeld nicht opportun. Aber die Lage wäre jetzt ja im besten Fall so wie zuvor … und die Aufholjagd im Vorfeld macht deutlich, dass sich sehr viele darauf längst positioniert haben. Jetzt bräuchte es also mehr Kapital, das frisch in den Markt hineinfließt, als durch Gewinnmitnahmen abfließt. Oder, als Alternative, Argumente, jetzt als jemand, der seit Wochen auf der Hausse-Seite steht, nicht Kasse zu machen.
Die könnten, vielleicht, kommen, wenn dieser in seinen Details noch nicht offengelegte „Friedensplan“ die Marktteilnehmer überzeugen sollte und es auch nach der für Freitag avisierten Unterzeichnung ruhig bleibt. Es könnte zudem helfen, dass übermorgen ein „dreifacher Hexensabbat“ ansteht, die große Abrechnung der Futures und Optionen am Terminmarkt. Aber das muss sich jetzt zügig im Chartbild niederschlagen.
Denn ob die Bullen noch einen Tag mit abverkauften Gewinnen tatenlos zusehen, wäre immerhin fraglich. Achten Sie daher auch auf die Unterseite. Absicherungen von Long-Trades wären jetzt unbedingt zu überlegen. Sollte der Index kurz unter das alte Hoch rutschen, muss das noch kein Beinbruch sein, solange er nicht zu lange und zu weit abrutscht. Sollte er aber unter die momentan bei 5.980 Punkten verlaufende, diese ganze Vorgriff-Rallye begleitende März-Aufwärtstrendlinie rutschen … die zügig nach oben läuft … dann müsste man in der Tat konstatieren, dass für die Bullen etwas erheblich schief läuft.
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 16.06.2026 um 20:50 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
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