Wird Weibo für $100 geschluckt? Short-Squeeze?

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Weibo
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Zur Weibo Aktie

Die Gerüchteküche brodelt. Pressberichten zufolge könnte der Kurznachrichtendienst Weibo privatisiert werden.
Das Angebot liege demnach bei 90-100 USD je Aktie, ein erheblicher Aufpreis zum derzeitigen Kurs.

Ob sich die Gerüchte bewahrheiten, steht in den Sternen. Doch selbst wenn das nicht der Fall ist, könnte das den Kurs nachhaltig beeinflussen.

Was ist los?

Weibo soll Insidern zufolge vom größten Anteilseigners New Wave von der Börse genommen werden.

Bisher hält die Investment-Holding von Charles Chao bereits 45% am Unternehmen. Gemeinsam mit einem staatlichen Investor wolle man Weibo komplett schlucken und von der Börse nehmen.

Das Übernahmeangebot solle demnach bei 90-100 USD liegen.

Weibo selbst dementiert allerdings. Man habe keine Gespräche geführt. Das mag durchaus sein, doch die Chefetage von Weibo hat auch nicht die Macht dazu, diese Entscheidung zu treffen.

Alibaba hält 30% der Anteile. Ist der Internetriese zum Ausstieg bereit, kann man gemeinsam mit New Wave beschließen, was man möchte. Gemeinsam hat man schließlich eine Dreiviertelmehrheit.

Dass weder Alibaba noch New Wave zu einer Stellungnahme bereit waren, deutet jedenfalls darauf hin, dass auf dieser Seite Gespräche laufen.

Jetzt wird es brenzlig

Ob am Ende ein Übernahmeangebot vorgelegt wird, werden wir sehen. Vielleicht ist das aber gar nicht notwendig, um für einen Kurssprung zu sorgen.

Derzeit liegt der Short-Float von Weibo bei 22,63%. Das bedeutet, dass fast ein Viertel aller Aktien für Leerverkäufe genutzt wurden.

Dass das eine außerordentliche Situation ist, sollte nach GameStop und einigen anderen Short-Squeezes der letzten Monate eigentlich klar sein.
Die Leerverkäufer scheinen aber nichts gelernt zu haben.

Hier hatte ich beispielsweise auf ähnliche Gefahren bei AMC Entertainment hingewiesen. Anschließend schoss der Kurs von 25,69 auf 72,62 USD:
Das stellt selbst Gamestop in den Schatten

Das kommt ungelegen

Gerät Weibo aufgrund der aktuellen Entwicklungen jetzt in den Fokus der Anleger, könnten immer mehr auf den Zug aufspringen und versuchen, die vielen Leerverkäufer aus der Aktie zu quetschen.

Eine erhöhte mediale Aufmerksamkeit ist das Letzte, was die Bärenseite brauchen kann. Noch weniger, dass das Thema in den entsprechenden Foren oder Reddit aufgegriffen wird.

Bewahren Sie sich davor!

Hierzu noch einige grundlegende Gedanken zum Thema Leerverkäufe aus einer Analyse zu Facebook (Link):

Ich rate Kleinanlegern in der Regel dazu, sich abgesehen von der Depot-Absicherung nur auf der Longseite zu bewegen.

Shorten ist aus vielerlei Gründen ein schwieriges Geschäft. Sowohl bei direkten Leerverkäufen, wie auch über Hebelprodukte, fallen Finanzierungskosten an. Das bedeutet, dass die Zeit gegen Sie spielt.

Zahlt das leerverkaufte Unternehmen […] auch noch eine Dividende, gilt das umso mehr.

Ein weiteres Problem ist das Timing. Die Aktienmärkte steigen 70% der Zeit und dementsprechend steigen auch Einzelaktien den überwiegenden Teil der Zeit.

Betrachtet man die stark leerverkauften Papiere in Summe, schneiden sie zwar schlechter als der Gesamtmarkt ab.
In Summe fallen sie aber nicht.

Mit das größte Problem ist aus meiner Sicht aber das Chance-Risiko-Verhältnis. Sie können quasi unbegrenzt verlieren aber nur begrenzt gewinnen.

Denken Sie nur an all die Leerverkäufer bei Tesla oder Gamestop, denen die Sache um die Ohren geflogen ist.

Aus all diesen Gründen sieht es für Leerverkäufer statistisch schlecht aus.

Mein Rat an Sie:
Sollten Sie sich trotzdem dazu entschließen, Shorts einzugehen, halten Sie sich unbedingt und ohne Ausnahme von gut laufenden Unternehmen fern. Selbst, wenn die Bewertung ausufernd hoch ist.

Versteht kein Mensch

Man muss sich ohnehin die Frage stellen, warum man auf die Idee kommt, gerade Weibo zu shorten.

Im Endeffekt hat Weibo keine tiefgreifenden Probleme. Die Bilanz ist sauber, man hat rund 1 Mrd. USD mehr Cash als Schulden.
Das Unternehmen ist fernab einer Schieflage.

Das Umsatzentwicklung war in der jüngeren Entwicklung zwar mittelprächtig, Weibo ist aber nachhaltig profitabel und hat zuletzt zwischen 313 und 572 Mio. USD im Jahr verdient.
Das entspricht einer P/E zwischen 22 und 40.

Günstig ist das nicht, aber ist es Grund genug für Leerverkäufe?

Die Bären bewegen sich bei Weibo aus meiner Sicht also ohnehin auf dünnem Eis. Jetzt könnten die Probleme noch viel größer werden.

Chart vom 07.07.2021 Kurs: 57,16 Kürzel: WB - Wochenkerzen | Online Broker LYNX
Chart vom 07.07.2021 Kurs: 57,16 Kürzel: WB – Wochenkerzen

Die Meldung über eine mögliche Privatisierung hat gestern bereits zu einem Kurssprung von 6,32% geführt.
Kommt es jetzt zu Anschlusskäufen, wird es für die Leerverkäufer brenzlig. Vor allem, wenn es zu einem Ausbruch über 62,50 USD kommt.
In diesem Szenario wäre ein schneller Anstieg in Richtung 72,50 USD wahrscheinlich.

Aber auch ohne Squeeze ist das Chartbild übergeordnet bullisch. In den letzten Wochen hat sich ein Aufwärtstrend ausgebildet und der Abwärtstrend wurde überwunden.

Für antizyklische Anleger wären die Unterstützungen nahe 55 und 47,50 USD interessant.

Aus Sicht der Bullen sollte die Aktie allerdings nicht nachhaltig unter 45 USD fallen.

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