Software AG Aktie Prognose Software AG: Silver Lake steigt ein. Aktie rauscht ab

News: Aktuelle Analyse der Software AG Aktie

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Auf den ersten Blick erscheint die Kursreaktion nicht sonderlich logisch zu sein. Ein Großinvestor steigt ein, erwirbt 10% eines Unternehmens und die Aktie stürzt ab.
Normalerweise reagiert die Börse umgekehrt, was logisch und naheliegend wäre.

In diesem Fall ist die Situation allerdings ein wenig anders, denn in den letzten Wochen kursierten Übernahmegerüchte. Anleger kauften die Aktie, um auf einen Takeover zu spekulieren.
Diese Hoffnung hat sich jetzt zerschlagen.

Die kurzfristigen Spekulanten werfen das Handtuch, langfristige Investoren steigen ein. Sollten man sich an die Seite von Silver Lake stellen?

Die Technologie-Investoren aus Übersee haben einen starken Trackrecord und wissen, was sie tun. Knapp über 344 Mio. USD investiert man nicht leichtfertig. Silver Lake bekommt dafür eine Wandelanleihe mit einer Verzinsung von 2%, Laufzeit 5 Jahre.
Der Referenzkurs liegt bei 38,78 Euro, der Wandlungspreis bei 46,54 Euro.

Wie sieht der Plan von Silver Lake aus?

Man stattet die Software AG also mit ordentlich Kapital aus, erhält perspektivisch 10% der Anteile und zieht in den Aufsichtsrat ein. Sicherlich möchte man wieder nachhaltiges Wachstum anstoßen, sonst lohnt sich das Investment nicht.

Genau an dieser Front hakt es bei der Software AG seit Jahren. Der Umsatz stagniert weitgehend und hat sich bei 800+ Mio. Euro pro Jahr eingependelt. Der Gewinn schwankt tendiert in Richtung 2,00 Euro je Aktie, wenngleich das Ergebnis zuletzt auch gesunken ist.

In Summe muss man sagen, dass die Aktie ohne neue Impulse weitgehend uninteressant ist. Kein Wachstum, kaum Dividende – daher pendelt die Aktie auch seit Jahren seitwärts.

Durch den Einstieg von Silver Lake könnte endlich etwas Bewegung in die Sache kommt. Daher bin ich heute optimistischer als am Vortag.

Dass die kurzfristigen Spekulanten aussteigen, weil sich die Hoffnung auf eine Übernahme zerschlagen hat, ändert daran wenig.

Aktuell notiert die Aktie über 10% im Minus. Wir haben es also bereits mit einem ordentlichen Rücksetzer zu tun.
Von den Hochs bei 45 Euro sind wir weit entfernt.

Chart vom 14.12.2021 Kurs: 34,35 Kürzel: SOW - Tageskerzen | Online Broker LYNX
Chart vom 14.12.2021 Kurs: 34,35 Kürzel: SOW – Tageskerzen

Aus technischer Sicht ist die Aktie auf einem interessanten Niveau angekommen. Bei 34,00 Euro verläuft ein mehrmonatiger Aufwärtstrend, an der Software AG bereits mehrfach gedreht hat.
Es wäre gut möglich, dass das wieder passiert.

Weitere Möglichkeiten für antizyklische Anleger ergeben sich zwischen 32,00 und 30,00 Euro.
Tiefer sollte es aus Sicht der Bullen nicht gehen.

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Vorherige Analysen der Software AG Aktie

Eigentlich war diese gestrige Meldung, kurz vor der morgen anstehenden Quartalsbilanz, nur eine Präzisierung der Lageentwicklung und keine Umsatz- oder Gewinnwarnung. Die immens negative Reaktion könnte ein „Ausrutscher“ sein … aber ob man sich darauf verlassen kann?

Die Software AG, ein IT-Dienstleister vor allem für den Unternehmensbereich, korrigierte am Dienstagmorgen die Jahresziele 2021 der Bookings (in Rechnung gestellte Beträge) für die beiden Hauptbereiche Adabas & Nature sowie Digital Business. Adabas & Nature läuft besser als bislang erwartet, hier sieht man nach einer ursprünglichen Prognose eines Bookings-Rückgangs von 20 bis 30 Prozent nur noch ein Minus zwischen 8 und 12 Prozent. Dafür wurde die Bookings-Prognose des Bereichs Digital Business von +15 bis +25 auf jetzt +13 bis +17 Prozent nach unten genommen.

Unter dem Strich werde das aber nichts am Gesamtumsatz ändern, den sieht die Software AG weiterhin im Bereich von 0 bis 5 Prozent zum Vorjahr wachsen. Die EBITDA-Gewinnmarge (vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen) sieht man jetzt sogar ein wenig höher, zwischen 17 und 19 nach zuvor 16 bis 18 Prozent. Warum also dieser scharfe Abverkauf der Aktie?

Expertenmeinung: Die wahrscheinlichste Erklärung ist, dass zu viele Marktteilnehmer sicher waren, dass die Software AG die Wachstumsprognose insgesamt eher anheben würde. Denn eigentlich ist weniger der Abverkauf gestern als die kräftige Aufwärtsbewegung zwischen Mai und August das, was man hinterfragen müsste. Denn diese Rallye führte die Software AG-Aktie bis auf 44 Euro nach oben, nahe an das Vorjahreshoch von 44,50 Euro. Was dann nachvollziehbar gewesen wäre, wenn das Jahr 2020 ein Gewinnwachstum gezeigt hätte, man also eine intakte Wachstumsstory vorfinden würde. Aber das ist nicht der Fall, denn:  

2018 und 2019 waren starke Jahre, 2020 aber nicht. 2020 fiel der Umsatz zum Vorjahr zwar nur um gut sechs Prozent, der Gewinn pro Aktie aber ging um ein Drittel zurück. Da die EBITDA-Marge 2020 bei etwa 20 Prozent lag, würde sich mit dem nur kleinen, avisierten Umsatzwachstum und der knapp niedriger liegenden Marge nur in etwa ein Gewinn auf dem Niveau des Jahres 2020 einstellen. Und damit wäre die Aktie eher teuer bewertet, denn Anfang 2018, als man noch mit deutlich mehr Wachstum rechnete und der Unternehmensgewinn klar höher lag, hatte die Aktie auch nur knapp 50 Euro erreicht.

Daher kann es durchaus sein, dass hier geplatzte Hoffnungen den Kurs drückten … und sollte die morgen anstehende Bilanz da keinen wirklich soliden Silberstreif liefern, sollte man sich besser nicht darauf verlassen, dass die Software AG-Aktie sich umgehend wieder erholt und die jetzt zum Widerstand gewordene Chartzone 38,44/38,84 Euro zurückerobert.

Dies und die Rückeroberung der bei 40 Euro verlaufenden 20-Tage-Linie wären in jedem Fall nötig, um hier an einen Long-Trade zu denken. Oder aber der Kurs testet die breite Aufwärtstrend-Zone zwischen 34,40 und 35,20 Euro erfolgreich, indem die Aktie von dort aus dynamisch wieder anzieht … aber dazu müsste diese Zone eben erst einmal erreicht werden. Direkt einzusteigen und damit darauf zu wetten, dass die eigentliche Bilanz morgen schon die richtigen Worte finden wird, wäre in dieser Situation ein brenzliges Unterfangen.

Software AG-Aktie: Chart vom 19.10.2021, Kurs 36,80 Euro, Kürzel SOW | Online Broker LYNX