Snap: Jetzt bricht Panik aus. Insider auf Flucht

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Snap Inc.
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Die jüngsten Verlautbarungen von Snap haben eine regelrechte Panik ausgelöst. Ein Minus von knapp 20% über Nacht. Das muss man erstmal sacken lassen.
Wie geht es jetzt weiter?

Nur darauf kommt es an.

Bei Snap handelt es sich um einen hochvolatilen und hochspekulativen Wert. Die erste Aussage ist ein Fakt, die zweite Aussage dürfte viele Anleger überraschen.

Immerhin handelt es sich um eine der weltweit populärsten App. Im vergangenen Jahr schaffte es Snapchat in die Top10 der am meisten gedownloadeten Apps.   

Aus meiner Sicht ist die Aktie dennoch hochspekulativ. Und das hängt vor allem mit der Bewertung zusammen.
Nach einem ersten Hype um Snap während des Börsengangs 2018, wurde es eine lange Zeit still um die Aktie.

Die Kurse purzelten von knapp 30 auf unter 5 USD und es dauerte bis Mitte letzten Jahres, um die Aktie über den Ausgabepreis zu hieven.
Dann ging es allerdings umso eindrucksvoller aufwärts.

Ausgehend vom Vorjahrestief verzehnfachte sich der Kurs. Es kam zu einem vollkommenen Umdenken der Anleger.
Vor Corona wurde Snap zwar als schnell wachsendes Unternehmen gesehen, die Profitabilität war allerdings in weiter Ferne.

Im Geschäftsjahr 2019 erzielte man einen Umsatz von 1,72 Mrd. USD und einen Verlust von 1,03 Mrd. USD. Ständige Kapitalerhöhungen waren und sind bis heute die Folge.

Doch wie gesagt: Durch Corona kam es zu einem Umdenken. Snap wurde als Krisengewinner gefeiert. Plötzlich erschien der Sprung in die Profitabilität weitaus näher zu sein.

Daraus können wir eine Sache lernen: Das Sentiment kann ohne Vorwarnung komplett drehen. In die eine wie die andere Richtung.

Wahrnehmung und Realität

Und nur daran hängt der Kurs von Snap. Denn selbstverständlich hat sich die Aktie sehr viel stärker entwickelt als die wirtschaftliche Realität.
Der Umsatz ist 2020 um 46% auf 2,51 Mrd. USD gestiegen. Der Verlust ist allerdings nur um 9% auf -945 Mio. USD gesunken.

Die Frage, ob das eine Verzehnfachung des Kurses rechtfertigt, kann sich wohl jeder selbst beantworten.

Plötzlich -20%

Doch kommen wir zu den aktuellen Geschehnissen. Nach der Vorlage der Zahlen am Donnerstag ist die Aktie von Snap über Nacht um 20% abgestürzt.
Wenn Sie bis hierhin gelesen haben, dürfte es Sie nicht wundern, wenn ich Ihnen sage, dass es auch noch wesentlich tiefer gehen kann.

Denn die Hoffnung, vielleicht bald den Sprung in die Profitabilität zu schaffen, hat sich gehörig zerschlagen. All das Wachstum scheint erstaunlich wenig zu helfen. Darüber hinaus erfährt Snap auch noch an anderer Stelle Gegenwind.

In den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres legte der Umsatz um sagenhafte 77% auf 2,82 Mrd. USD zu.
Der operative Verlust sank allerdings nur um 11% auf 676 Mio. USD. Am Ende blieb ein Nettoverlust von 510 Mio. USD.

Im dritten Quartal hat das Wachstum zwar auf +57% nachgelassen. Im Gegenzug wurde aber „nur“ noch ein Verlust von 72,0 Mio. USD eingefahren.
Je nachdem wie man es betrachtet, ist das eine Verbesserung oder eben eine Verschlechterung.

Wirklich überzeugend ist das für mich alles nicht. Das hätte aber sicherlich keinen Kurssturz von 20% ausgelöst.

Apple ändert Regeln

Das eigentliche Problem ist der Ausblick. Für das vierte Quartal stellt Snap nur einen Umsatz von 1,17 – 1,21 Mrd. USD in Aussicht.
Die Wachstumsraten würden demnach auf 29-33% sinken.

Bisher wurde ein Umsatzsprung um 50% auf 1,36 Mrd. USD erwartet.

Darüber hinaus dürfte der Verlust wieder auf das Vorjahresniveau steigen. Es ist schon erstaunlich, dass es Snapchat trotz der enormen Wachstumsraten nicht gelingt einen überzeugenden Weg in Richtung Profitabilität zu bestreiten.

Wird Snapchat jemals Geld verdienen, bevor die App auf dem Abstellgleis der Internet-Welt landet?
Es ist ja nicht so, als gäbe es keine aufstrebenden Konkurrenten. Eventuell haben Sie von TikTok gehört.

Darüber hinaus scheint Apple dem Unternehmen auch einen Strich durch die Rechnung zu machen. Die Änderungen im Tracking bezeichnete Snap selbst als „signifikanten Gegenwind“ („significant headwind“).

Ich bin dann mal raus

Ob das alles einen Börsenwert von knapp 100 Mrd. USD rechtfertigt, ist fragwürdig. Das KUV von Snap liegt aktuell bei 25 und somit auf demselben Niveau des Börsengangs. Damals folgte eine jahrelange Durststrecke.
Im Tief lag das KUV übrigens bei 6,5.

Die Führungsebene von Snap scheint zum selben Ergebnis zu kommen. In den letzten Wochen und Monaten ist es zu einem außerordentlichen hohen Maß an Insiderverkäufen gekommen.

Allein seit Mitte September haben CEO, CFO, CBO, Direktoren & Co. für mehr als 70 Mio. USD Aktien abgestoßen.
Dem steht kein einziger Kauf gegenüber.

Ähnlich sieht es schon das ganze Jahr aus. Ich habe die Daten bis in den Januar hinein geprüft. Kein einziger Kauf und unzählige Verkäufe.

CEO Evan Spiegel hat im Jahresverlauf für hunderte Millionen Dollar Snap-Aktien abgestoßen. Bei Kursen von über 60 USD war er am aktivsten.
Im Endeffekt reduziert er seine Beteiligung aber schon seit längerer Zeit, und das sehr konsequent.
Es ist nicht lange her, da besaß Spiegel noch mehr als 85 Millionen Aktien, zuletzt waren es 36,5 Millionen Stück.

Chart vom 22.10.2021 Kurs: 60 Kürzel: SNAP - Tageskerzen | Online Broker LYNX
Chart vom 22.10.2021 Kurs: 60 Kürzel: SNAP – Tageskerzen

Snap dürfte zur US-Eröffnung eine harte Landung nahe 60 USD hinlegen. Dort wird sich entscheiden, ob es zu einer Erholung kommt, oder man noch eine oder mehrere Etagen abrutscht.

Kann sich die Aktie bei 60 USD fangen, könnte es zu einer Gegenbewegung in Richtung 65 USD kommen. Darüber wäre sogar ein Anstieg bis 70 USD möglich.

Fällt Snap hingegen unter 60 USD, muss mit einer Ausdehnung der Korrektur in Richtung Aufwärtstrend sowie 53,50 und 50 USD gerechnet werden.

Unter 48 USD gehen für die Bullen die Lichter aus.

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Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: In meiner letzten Analyse auf den Instant-Messaging-Dienst von April hatte ich Snap bullische Aussichten mit auf den Weg gegeben.

Die Aktie befand sich zu diesem Zeitpunkt noch deutlich unter der Marke von 15 USD. Mit dem gestrigen Schlusskurs hat sich der Titel seither mehr als verdoppelt. Grund für den Kurssprung waren überraschend positive Quartalsergebnisse. Bislang war das Unternehmen eher als konstante Geldvernichtungsmaschine bekannt, jetzt ist jedoch der Sprung in die Gewinnzone geglückt. Überraschend stark ist vor allem der Umsatz gestiegen. Das Wachstum gegenüber dem Vorjahr betrug beachtliche 52.1 Prozent. Wir haben es hier also mit einem klaren Wachstumskonzern zu tun. Fragt sich nur, ob ein Einstieg auf aktuellen Niveaus noch Sinn macht.     

 

Expertenmeinung: Die Aktie konnte bereits von September auf Oktober stark an Wert zulegen. Nun kommt eine weitere Kurslücke nach oben hinzu. Die Gefahr ist somit durchaus gegeben, dass wir hier ein Übertreibungsgap bekommen könnten. Häufig sind solche Übertreibungen der Grund, eine nachhaltige Korrektur auszulösen. Daher sollten die kommenden Tage genauer beobachtet werden. Sollte sich eine Konsolidierung bilden, wäre dies natürlich wesentlich bullischer, als wenn das Tief des gestrigen Handelstages sofort nach unten verletzt werden würde. Vorläufig senken wir unsere Erwartungen, aufgrund des jüngst recht starken Anstiegs, von bullisch auf neutral.

Aussicht: NEUTRAL

Chart vom 21.10.2020 Kurs: 36.50 Kürzel: SNAP | Online Broker LYNX

Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Das amerikanische Technologie- und Social-Media-Unternehmen betreibt unter anderem den bekannten Instant-Messaging-Dienst Snapchat. Snap feierte erst im Jahr 2017 sein Börsendebut und konnte seither nicht wirklich mit guten Fundamentaldaten glänzen. Bislang stellte sich der Konzern eher als Geldvernichtungsmaschine dar und der Sprung in die Gewinnzone konnte bislang nicht gelingen. Nun aber könnte sich das Blatt wenden. Die Pandemie und die vielerorts praktizierten Ausgangssperren bevorzugen gerade diese Art von Technologien. Der Kontakt zu anderen Menschen ist wichtiger denn je und mit solchen Medien bleibt zumindest eine Freundschaft auf virtueller Ebene aufrecht. Dies spiegelt sich nun auch in den aktuellen Zahlen des ersten Quartals wider. Der Konzern verzeichnete ein Umsatzplus von 44 Prozent und die täglich aktiven Nutzer sind auf 229 Millionen gestiegen. Dies stellt ein Plus von immerhin 20 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum im vorigen Jahr aus. Der Kurs der Aktie explodierte im nachbörslichen Handel um satte 20 Prozent. Expertenmeinung: Mit einem Sprung über die Marke von 14 USD würde die Aktie in einen neuen Aufwärtstrend übergehen. Das sieht aus technischer Sicht gut aus. Die Frage bleibt dennoch, ob das heute zu erwartende Gap nach oben eher ge- oder doch abverkauft wird. Danach wird sich auch die weitere Bewegung der Snap Aktie richten. Aktuell heißt es also nicht gleich zu kaufen, sondern zuerst einmal die Reaktionen zur Börseneröffnung abzuwarten. Ansonsten stünden die Chancen nach oben recht gut. Immerhin haben wir hier ein Short-Float in der Höhe von über 12 Prozent. Da könnten durchaus einige Bären zu unfreiwilligen Käufern werden. Es bleibt spannend. Aussicht: BULLISCH Snap Aktie Chart vom 21.04.2020 mit Kurs: 12.44 Kürzel: SNAP | Online Broker LYNX Sie möchten täglich vor Börsenstart unsere Chartanalysen per E-Mail erhalten? Dann abonnieren Sie hier unseren Börsennewsletter mit aktuellen Börsennews.

Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Totgesagte leben länger. Dies trifft in der momentanen Situation vor allem auf die Snap Aktie zu, den Anteilsschein des Social-Media-Unternehmens, das unter anderem den Instant-Messaging-Dienst Snapchat betreibt. Das Unternehmen kam erst 2017 an die Börse und überraschte in Folge mit äußerst negativen Quartalsergebnissen. Enorm viel Geld wurde verbrannt und die Aktie verlor nach dem IPO bis Anfang 2019 über 80 Prozent an Wert. Die zuletzt veröffentlichten Ergebnisse lassen Aktionäre jedoch hoffen. Die Verluste wurden deutlich reduziert und die Wachstumsraten können sich sehen lassen. Alleine im letzten Quartal konnte der Umsatz im Vergleichszeitraum um über 48 Prozent gesteigert werden. Auch die Aussichten für das dritte Quartal wurden seitens des Unternehmens deutlich angehoben. Es macht sich demnach langsam die Hoffnung breit, dass der Konzern es bis zum nächsten Jahr vielleicht schon in die angestrebte Gewinnzone schaffen könnte. Expertenmeinung: Aus technischer Sicht haben wir es beim Blick auf den Chart der Snap Aktei mit einem glasklaren Aufwärtstrend zu tun. Die Folge von höheren Hochs und höheren Tiefs ist seit Anfang des Jahres nahezu ungebrochen. Lediglich Mitte Mai wurde ein wichtiges Pivot-Tief kurzfristig nach unten verletzt. Die Bullen nutzten diese Gelegenheit allerdings unverzüglich für neue Einstiege und der Kursanstieg setzte sich fort. Aktuell konsolidieren die Kurse knapp über dem gleitenden Durchschnitt der Periode 50. Sollte sich die allgemeine Marktlage wieder etwas stabilisieren, ist mit einem möglichen Breakout in den kommenden Tagen zu rechnen. Wir bleiben vorerst bullisch. Aussicht: BULLISCH Chart vom 27.08.2019 Kurs: 15.51 Kürzel: SNAP | Online Broker LYNX Aktientipps