Illumina Aktie Prognose Illumina: Jetzt hat man nochmal die Chance

News: Aktuelle Analyse der Illumina Aktie

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Illumina
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Zur Illumina Aktie

Illumina ist von 525 auf 380 USD abgeschmiert. Hier hatte die letzte Rallye ihren Ursprung. Wird es wieder dazu kommen, oder geht es noch eine Etage tiefer?

Ein neuer Sektor entsteht

Illumina ist der weltweit führende Anbieter von Sequenzierservices und Array-basierten Lösungen für die genetische Analyse.

Um es einfacher auszudrücken: Mit den Anwendungen von Illumina werden Gene entschlüsselt.

Glücklicherweise geht das immer schneller, einfacher und kostengünstiger. Dadurch wird ein ganz neuer Sektor entstehen: Personalisierte Medizin.

Viele Branchenkenner gehen davon aus, dass individuelle, auf den Patienten zugeschnittene Medikamente, die Zukunft sind.
Es dürfte zur Normalität werden, dass Medikamente auf Basis Ihres Genoms individuell angepasst werden.
Dadurch könnten die Effektivität gesteigert und Nebenwirkungen verringert werden.

Der Weg ist das Ziel

Illumina hat im Bereich Sequenzierautomaten einen weltweiten Marktanteil von rund 70%. Dass man der Branchenführer ist, steht also fest.
Über die Jahre hinweg hat man nicht nur immer mehr Marktanteile gewonnen, die Branche wächst auch grundsätzlich mit ordentlichem Tempo.

Unter dem Strich hat das dazu geführt, dass Illumina den Umsatz in den letzten zehn Jahren von 1,06 auf 3,24 Mrd. USD mehr als verdreifachen konnte.
Das Ergebnis kletterte sogar von 0,62 auf 4,45 USD je Aktie, wenngleich auch unter hohen Schwankungen.

Der freie Cashflow kletterte von 279 auf 891 Mio. USD je Aktie. Gleichzeitig hält sich der Kapitalbedarf in Grenzen, daher ist die Zahl der Aktien auch seit mehr als einem halben Jahrzehnt unverändert.
Kapitalerhöhungen waren nicht mehr notwendig, Illumina konnte die Expansion aus den laufenden Einnahmen finanzieren.

Daher hatte ich mich nach Korrekturen auch immer wieder positiv zur Aktie geäußert. Zuletzt hier:
Illumina: Eine neue Branche entsteht

Was hat die Anleger verschreckt?

Anschließend legte die Aktie von 385 auf 526 USD zu. Seitdem ging es allerdings wieder zurück auf Los.

Schuld daran ist wieder die ehemalige Tochter Grail. Der Spezialist für die Früherkennung von Krebs wurde vor einigen Jahren abgespalten und soll dem Konzern jetzt wieder einverleibt werden.

Die Ankündigung Grail zu übernehmen hatte im vergangenen Jahr zu einem Kurssturz geführt.
Wie erwartet (Link) stellte sich der Abverkauf als temporär heraus. Ausgehend von genannten antizyklischen Marken konnte sich der Kurs von Illumina anschließend mehr als verdoppeln.

Aktuell ist die Lage quasi umgekehrt. Illumina hat die Übernahme von Grail durchgeführt, allerdings bevor die EU der Transaktion final zugestimmt hatte. Warum man sich so verhalten hat, ist schlichtweg unverständlich.

Der Willen der europäischen Behörden, dem Zukauf zuzustimmen, dürfte sich dadurch keineswegs verbessert haben.
Vorsorglich wurde angeordnet, dass die beiden Firmen vorerst eigenständig bleiben müssen. Die Prüfung läuft aller Voraussicht nach bis zum 4. Februar. Ein Hearing ist für den 16. Dezember angesetzt.

Ausgang offen. Zur Finanzierung der Übernahme hat Illumina aber bereits 9,8 Millionen Aktien ausgegeben und die Finanzierung durch weitere Kredite gesichert. Das verursacht Kosten und mindert natürlich das Ergebnis je Aktie.

Außer Spesen nichts gewesen?

Erfreulich ist das alles nicht. Durch die Probleme mit den EU-Behörden ist die Chance, dass man den Kauf von Grail rückabwickeln muss, deutlich gestiegen.
Wirklich logisch sind die Kursverluste daher nicht, schließlich hatte die Bekanntgabe der Übernahme einen massiven Kurssturz ausgelöst.
Jetzt löst ein mögliches Scheitern ebenfalls einen Kurssturz aus.

Das passt nicht wirklich zusammen. Das eigentlich Problem scheint derzeit die Unsicherheit zu sein.
Operativ läuft es bei Illumina nicht schlecht. Das Unternehmen wächst nach wie vor mit einem hohen Tempo, wenngleich durch die Eingliederung von Grail zuletzt die Margen unter Druck gekommen sind.

Illumina hat in den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres ein Umsatzwachstum von 45% auf 3,33 Mrd. USD verzeichnet. Das Ergebnis kletterte von 2,70 auf 4,36 USD je Aktie.

Unter der Voraussetzung, dass die Übernahme von Grail final vollzogen wird, stellt Illumina für 2021 einen Gewinn von 5,50 – 5,60 USD je Aktie in Aussicht, also auf dem Vorjahresniveau.
Ohne Grail hätte man ein Ergebnis von 6,50 – 6,60 USD je Aktie erzielt. Die mögliche neue Tochter ist bisher noch nicht profitabel.

In allen möglichen Varianten sieht die Zukunft für Illumina nicht schlecht aus. Das Kerngeschäft wächst und ist profitabel. Die mögliche neue Tochter hat viel Potenzial und könnte dereinst einen erheblichen Beitrag zum Konzerngewinn leisten.
Scheitert die Übernahme, würde das dem Ergebnis vor allem kurzfristig helfen, während es langfristig ohnehin gut aussieht.
Wirkliche Katastrophen-Szenarien wollen mir nicht einfallen.

Chart vom 22.11.2021 Kurs: 379,34 Kürzel: ILMN - Wochenkerzen | Online Broker LYNX
Chart vom 22.11.2021 Kurs: 379,34 Kürzel: ILMN – Wochenkerzen

Deshalb muss der Kurs hier nicht unmittelbar drehen. Durch den Kurssturz von 525 auf derzeit 380 USD sind wir aber auf einem sehr interessanten Niveau angekommen.

Trader könnten möglicherweise auf eine Gegenbewegung spekulieren. Über 400 und 425 USD käme es jeweils zu prozyklischen Kaufsignalen.

Fällt die Aktie hingegen unter 365 USD zurück, könnte es zu einer Ausdehnung der Korrektur in Richtung 300 – 320 USD kommen. Für antizyklische Investoren wäre das ein interessantes Niveau.

Unter 275 USD sollte die Aktie aus Sicht der Bullen allerdings nicht fallen.

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