Die besten Kreuzfahrt-Aktien | Online-Broker LYNX

Das hatte sich die gesamte Tourismus-Branche anders vorgestellt. Die Hoffnung, dass die weltweite Corona-Pandemie, dank einer erfolgreichen Impfkampagne, bereits im Jahr 2021 immer mehr abklingen wird und sich der weltweite Reiseverkehr schnell erholt, wurde mittlerweile begraben. Denn die hochansteckenden Virus-Varianten Delta und anschließend Omikron verbreiteten sich in rasantem Tempo und sorgten in der Reisebranche für Ernüchterung.

Auch die Kreuzfahrt-Branche wurde von der Entwicklung hart getroffen. Nachdem schrittweise die meisten Routen mit strengen Hygieneauflagen für geimpfte und genesene Passagiere wieder aufgenommen wurden, kam es an Bord einiger Schiffe zu erneuten Corona-Ausbrüchen. Doch obwohl dies für die Branche einen harten Rückschlag bedeutet, besteht in der Kreuzfahrtbranche nach wie vor die Hoffnung auf eine baldige Fortsetzung der jahrzehntelangen Erfolgsgeschichte.

Nach dem Abflauen der aktuell vorherrschenden Omikron-Welle, die zwar hochansteckend ist, aber meist milde Verläufe aufweist, könnte sich die Lage auch für die hart gebeutelte Kreuzfahrt-Branche im „best Case“ ab Anfang/Mitte 2022 wieder entspannen.

Frühbucher-Rekorde im Jahr 2021

Die Kurse der Kreuzfahrt-Aktien nahmen bis Anfang/Mitte 2021 bereits einiges an Optimismus vorweg und viele Wertpapiere der Branche entwickelten nach den Paniktiefs im März 2020 zunächst starke Aufwärtstrends. Die Aktien von Carnival, Royal Caribbean und Norwegian Cruise Line konnten – auch dank der für etliche Routen gemeldeten Frühbucher-Rekorde – zwischenzeitlich einen guten Teil der vorangegangenen Kursverluste wieder aufholen.

Doch im Frühsommer 2021 erschöpfte sich das Potenzial der Kreuzfahrt-Werte erst einmal und die Aktien legten wieder den Rückwärtsgang ein. Es zeigte sich mehr und mehr, dass Impfungen nur bedingt gegen die sehr ansteckende Delta-Mutante helfen, die sich schnell zur dominanten Virusvariante entwickelte. Inzwischen ist Delta durch die noch ansteckendere Omikron-Variante abgelöst, die zum Glück jedoch meist mildere Verläufe mit sich bringt. Trotzdem wurde der hoffnungsfrohe Neustart der Kreuzfahrt-Branche durch neue Beschränkungen, Sicherheits-Protokolle und Quarantäne-Regeln erheblich abgebremst. Sollten die Anleger nun die Finger von Kreuzfahrt-Aktien lassen oder sind bald wieder Gewinne drin? Welche Kreuzfahrt Aktien sind besonders aussichtsreich? Diese Fragen möchten wir in diesem Beitrag für Sie beantworten.

Corona-Krise: Kreuzfahrtschiffe werden zu Infektionsherden und schwimmenden Krankenstationen

Die drei großen Kreuzfahrt Aktien Carnival (die „Aida-Aktie“), Norwegian Cruise Line und Royal Caribbean Group waren zusammen mit anderen Tourismus- und Reise-Aktien wie beispielsweise der TUI-Aktie oder der Lufthansa Aktie im Jahr 2020 die ersten großen Verlierer der Corona-Krise. Meldungen über Corona-Infektionsherde auf hoher See, Schiffe, die zu schwimmenden Krankenstationen wurden und Todesfällen, sorgten in den ersten Monaten des Jahres 2020 dafür, dass Anleger Kreuzfahrt Aktien geradezu panisch verkauften. Mit dem heutigen Wissen überrascht es natürlich nicht, dass sich das Covid-19 Virus in den beengten Schiffen besonders rasch ausbreitete. Zu Beginn der Pandemie war der Schock jedoch groß, als mehrere Kreuzfahrtschiffe unter Quarantäne gestellt oder gar an Häfen abgewiesen wurden und länger als geplant auf See bleiben mussten.

Pandemie bringt Kreuzfahrt-Betrieb völlig zum Erliegen

Schlagzeilen machten Kreuzfahrtschiffe wie beispielsweise die Diamond Princess, die vor Japan liegend rund 700 Corona Fälle registrierte oder die vor Australien ankernde Ruby Princess, die mit mehr als 850 nachgewiesenen Infektionen die meisten Erkrankungen aller Kreuzfahrtschiffe verzeichnete. Beide Schiffe gehören zur Flotte der weltgrößten Kreuzfahrt-Reederei Carnival Corporation, die beispielsweise auch die in Deutschland beliebten AIDA-Kreuzfahrtschiffe betreibt. Etliche weitere Schiffe unterschiedlicher Betreibergesellschaften verzeichneten ebenfalls duzende Corona-Fälle, so dass bald alle Kreuzfahrt-Dampfer im Hafen oder (um teure Hafengebühren zu sparen) ein Stück auf See vor Anker lagen. Gesundheitlich angeschlagene Passagiere sind zuvor an Land in Isolier- oder Quarantänestationen gebracht oder in ihre Heimatländer ausgeflogen worden.

Corona lässt Kurse der Kreuzfahrt Aktien um mehr als -80 % abstürzen

Die Aktien der Kreuzfahrt-Reedereien stürzten um mehr als -80 % in die Tiefe, bevor eine Stabilisierung der Kurse einsetzte. Die Anleger befürchteten offenbar, dass die Kreuzfahrt-Konzerne entweder pleitegehen oder aber große Mengen neuer Aktien emittieren müssen, um zu überleben. Denn die Fixkosten für Unterhalt und Wartung der Ozean-Riesen oder die Zins- und Tilgungsleistungen zur Finanzierung neuer Schiffe sind gigantisch. Auf der anderen Seite müssen sich neue Attraktionen möglichst schnell amortisieren, denn Vieles, was heute noch Besucher anzieht, ist Übermorgen schon wieder veraltet.

Die schlimmsten Befürchtungen bleiben aus

Doch die schlimmsten Befürchtungen traten zunächst nicht ein und die Konzerne erwiesen sich zudem als finanzstärker und krisenfester als erwartet. Auch Staatshilfen sicherten das Überleben einiger Konzerne. So bekam beispielsweise die deutsche Carnival-Tochter Aida Cruises Bürgschaften des Landes Mecklenburg-Vorpommern in dreistelliger Millionenhöhe zugesichert und auch A-Rosa Flussreisen erhielt einen Bürgschaftskredit. Die erwartete große Branchenkonsolidierung mit Insolvenzen und Übernahmen blieb aber im Wesentlichen aus und es kam innerhalb der Branche nur zu einigen kleineren Übernahmen.

Die großen drei US-Kreuzfahrtunternehmen Carnival, Norwegian und Royal Caribbean beherrschen den Markt

Die großen drei US-Konzerne Carnival Corp., Norwegian Cruise Line und Royal Caribbean Group befördern zusammen genommen 75 % der Passagiere. Unter etlichen Kreuzfahrt-Marken werden von den „Big three“ touristische Fahrten zu unterschiedlichen Urlaubsdestinationen angeboten. Der deutsche Marktführer AIDA Cruises zählt beispielsweise zur marktführenden Carnival Corp., während TUI Cruises mit der Kreuzfahrtmarke „Mein Schiff“ jeweils zu 50 Prozent der TUI AG und Royal Caribbean Group gehört.

Die Nummer vier im Ranking der größten Kreuzfahrt-Konzerne ist die MSC Cruises. Die Schweizer Reederei mit Sitz in Genf befindet sich allerdings in Familienbesitz, es gibt also keine MSC Cruises Aktie. Als börsennotiertes Unternehmen wäre ansonsten nur noch die Lindblad Expedition Holdings zu nennen, die eine Flotte von 15 Expeditionsschiffen betreibt. Mit diesen werden ökotouristische Expeditionskreuzfahrten und Abenteuerreisen mit Reiserouten angeboten, die hautnahe Begegnungen mit der Tierwelt, Natur, Geschichte und Kultur ermöglichen. Die Reisen gehen beispielsweise zu den Falkland Inseln, nach Polynesien oder Patagonien, wo sonst nur wenige Touristen hinkommen.

Kritik an der Kreuzfahrtbranche: Hohe Umweltbelastungen

Doch in der Kreuzfahrt-Branche ist auch nicht alles Gold, was glänzt. Neben der Überlastung einiger beliebter Touristenziele wie beispielsweise Venedig, die von Kreuzfahrt-Touristen regelrecht überschwemmt werden, sind es vor allem Umweltthemen, die der Branche Kritik einbringen. So gelten vor allem ältere Kreuzfahrtschiffe als regelrechte Dreckschleudern. 2019 veröffentlichte die europäische Dachgesellschaft für nachhaltigen Verkehr Transport and Environment eine Studie, wonach allein die Flotte des Kreuzfahrtriesen Carnival im Jahr 2017 entlang Europas Küsten knapp zehnmal so viel Schwefeloxid ausgestoßen haben soll, wie alle PKWs auf europäischen Straßen zusammen.

Auch die schlechten Umweltstandards werden zu Recht gerügt. So weist beispielsweise Norwegian Cruise Line in Bezug auf Abwasseraufbereitung, Luftverschmutzung und Sicherung der Wasserqualität laut dem globalen Umweltschutzbund Friends of the Earth unter den 18 größten Kreuzfahrtunternehmen besonders schlechte Werte auf.

Daneben fallen Kreuzfahrtunternehmen auch immer wieder mit Verstößen gegen das Umweltrecht auf. Beispielsweise wurde Carnival in den vergangenen 20 Jahren wiederholt zu zweistelligen Millionenstrafen für illegale Müll- und Abwasserentsorgung im Meer verdonnert.

Neuer Trend zur Nachhaltigkeit: Green Cruising

Doch in der Branche findet mittlerweile offenbar ein Umdenken statt, das Schlagwort lautet „Green Cruising“. So bekam beispielsweise das im Jahr 2018 in Dienst gestellte Carnival-Schiff AIDA Nova eine Auszeichnung mit dem Blauen Umweltengel der Bundesregierung, da es sich um das erste Kreuzfahrtschiff der Welt handelt, das mit emissionsarmem Flüssiggas betrieben wird. Mit der AIDA Cosma folgte 2021 bereits ein zweites Schiff, ein drittes soll 2023 folgen. Auch Brennstoffzellen und große Batteriespeichersysteme werden bereits an Bord einiger Schiffe getestet und sollen die Kreuzfahrt in Zukunft sauberer und nachhaltiger machen. Es ist zu hoffen, dass sich dieser Trend des Green Cruising fortsetzt und immer mehr Schiffe umweltfreundlich und emissionsarm betrieben werden.

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Vorerst noch keine „Volle Fahrt voraus“ in der Kreuzfahrt

Nachdem der Kreuzfahrt-Betrieb zuletzt herbe Rückschläge verzeichnete, dürfte es nach dem Neustart noch einige Zeit dauern, bis die Branche wieder auf Vollbetrieb läuft. Denn die Corona-Pandemie ist noch längst nicht vorbei. Der große Vorteil von Kreuzfahrtschiffen gegenüber Hotels ist jedoch, dass die Schiffe mobil sind und gegebenenfalls auch dorthin verlegt werden können, wo Reisen wieder möglich sind. Das Wiederhochfahren der Kreuzfahrt-Industrie wird trotzdem noch einige Zeit in Anspruch nehmen. Außerdem entstehen durch die bedeutend geringere Auslastung und hohen Hygieneauflagen zusätzliche Kostenbelastungen. Zum Teil können diese Einbußen möglicherweise durch höhere Reisepreise wett gemacht werden, auch wenn sich die Gäste fürs erste wohl auf weniger Landgänge z.B. um Touristenattraktionen zu besichtigen, einstellen müssen.

Neuer Kreuzfahrt-Boom nach der Krise möglich

Die Kreuzfahrt-Riesen nutzten die Krisenzeit auch, um alte Schiffe zu modernisieren oder auszumustern und neue, oft umweltfreundlichere Dampfer in Betrieb zu nehmen. Und nagelneue Schiffe sind in der Regel ein richtiger Magnet, der viele Reisende anzieht. Klingt die Pandemie tatsächlich ab, so könnte die Branche vor einem neuen Boom stehen. Denn bei vielen Menschen, die längere Zeit sehr viel Zeit zu Hause verbringen müssen, entsteht quasi natürliches Fernweh und das Bedürfnis, wieder mehr von der Welt zu sehen. Und Kreuzfahrten, die in der Regel mehrere attraktive Touristenziele ansteuern, können dieses Reisefieber perfekt stillen. Natürlich aber erst dann, wenn Kreuzfahrtreisen wieder sicher und frei von größeren Corona-Risiken möglich sind.

Alternative zu fehlenden Kreuzfahrt ETFs: Tourismus- und Reise ETFs

Einen Kreuzfahrt ETF, der speziell in Kreuzfahrt-Aktien investiert, gibt es aktuell noch nicht. Als Alternative bietet sich ein Reise- und Tourismus ETF an, der auf eine Erholung des Reise- und Tourismussektors setzt, wie beispielsweise der iShares STOXX Europe 600 Travel & Leisure ETF (ISIN: DE000A0H08S0 – Symbol: EXV9 – Währung: EUR). Der Fonds mit einem Volumen von ca. 247 Mio. Euro investiert in europäische Reise- und Freizeitaktien des Stoxx Europe 600 Index. Gleiches gilt auch für den 101 Mio. Euro schweren Lyxor STOXX Europe 600 Travel & Leisure ETF (ISIN: LU1834988781 – Symbol: LTVL – Währung: EUR) sowie den mit 12 Mio. Euro Fondsvolumen erheblich kleineren Invesco STOXX Europe 600 Optimised Travel & Leisure ETF (ISIN: IE00B5MJYC95 – Symbol: SC0R – Währung: EUR).

Die besten Kreuzfahrt-Aktien 2022

Solange Corona noch ein weltweites Thema ist, sind Kreuzfahrt-Aktien sicher nichts für risikoscheue Anleger. Es spricht trotzdem einiges dafür, dass den Kreuzfahrt-Konzernen nach der Corona-Pandemie ein Comeback gelingt. Die anfänglichen Kursanstiege nach dem scharfen Kurseinbruch Anfang 2020 könnten also möglicherweise eine neue, längerfristige Aufwärtsbewegung der Kreuzfahrt-Aktien eingeleitet haben, auch wenn ein Teil der Kursgewinne seit Mitte 2021 wieder abgebaut wurde. In der folgenden Tabelle haben wir für Sie die relativ überschaubare Aktien-Liste mit den fünf wichtigsten Kreuzfahrt Aktien für 2022 zusammengestellt, unsere Kreuzfahrt-Aktien-Liste. Die drei marktführenden Kreuzfahrt Aktien stellen wir Ihnen anschließend näher vor.

Kreuzfahrt-Aktien-Liste

Mit diesen Kreuzfahrt Aktien könnten Sie vom Turnaround der Kreuzfahrtbranche profitieren

Carnival Corp: Weltmarktführer mit zehn Kreuzfahrtmarken

Der britisch-amerikanische Weltmarktführer Carnival Corp. (ISIN: PA1436583006 – WKN: 120100 – Symbol: CCL – Währung: USD) hat seinen Firmensitz, genau wie die beiden Wettbewerber Norwegian und Caribbean in Miami in Florida. Die Reederei betreibt insgesamt 104 Schiffe, die neben der gleichnamigen Carnival Cruise Line und Aida Cruises unter neun weiteren Marken wie beispielsweise Princess Cruises, Holland America und Costa Crociere auslaufen. Die Carnival Corporation Aktie ist über ein Doppel-Listing sowohl im amerikanischen S&P 500-Index als auch im britischen FTSE 250-Index notiert.

Corona führt zu heftigen Umsatzrückgängen und hohen Verlusten

Wenig überraschend verzeichnete Carnival im Geschäftsjahr 2019/20 einen heftigen Umsatzeinbruch von 20,8 Mrd. USD um etwa drei Viertel auf 5,6 Mrd. USD. Dabei fiel auch das Ergebnis pro Aktie von 4,32 USD im Vorjahr auf minus -13,20 USD in den dunkelroten Bereich. Auch das Ende November abgelaufene Geschäftsjahr dürfte aufgrund der Corona-Auswirkungen noch einmal sehr schwach ausgefallen sein. Analysten rechnen mit einem Umsatz in Höhe von 1,9 Mrd. USD (-63 %) und einem leicht verbesserten, aber weiterhin deutlich negativen Ergebnis in Höhe von -8,46 USD je Aktie. Bereits im kommenden Geschäftsjahr 2021/22 soll aber bereits wieder ein Umsatz in Höhe von 17,2 Mrd. USD und ein nur noch minimal negatives Ergebnis in Höhe von -0,29 USD je Carnival Aktie geschrieben werden. Dabei liegen die Schätzungen der Analysten mit -1,53 USD bis +0,74 USD recht weit auseinander und lassen Raum für Überraschungen in beide Richtungen. Im kommenden Jahr 2022/23 sollen dann bei 19,8 Mrd. USD Umsatz je Aktie immerhin 1,67 USD Gewinn geschrieben werden.

Chart Carnival Aktie: Absturz und Erholung

Die besten Kreuzfahrt Aktien: Entwicklung der Carnival Corporation Aktie von Januar 2019 bis Januar 2022 | Online Broker LYNX

Die Carnival Cruises Aktie, die Anfang 2020 noch bei mehr als 50 USD notierte, stürzte bis Anfang April 2020 in der größten Verkaufspanik um -85 % auf Tiefstkurse bei 7,80 USD ab. Offensichtlich erwarteten viele Anleger eine Pleite oder eine extreme Verwässerung durch die Ausgabe einer Unmenge an neuen Aktien zur Finanzierung der erwarteten horrenden Pandemie-Verluste. Doch mutige Anleger griffen zu und verhalfen der „AIDA Aktie“ Carnival zu einem eindrucksvollen Comeback. In der Spitze kletterte der Kurs der Carnival Aktie bis Anfang Juni 2021 auf 31,52 USD, was von den Tiefstständen gerechnet einem Kursanstieg von satten +304 % entspricht. Aktuell befindet sich der Carnival Aktienkurs wieder rund -57 % unterhalb des Vorkrisen-Kursniveaus bei 21,50 USD. Operativ verläuft der Neustart mit einigen Hindernissen. Zuletzt musste beispielsweise die Aida Nova eine Reise aufgrund ca. 60 an Corona erkrankter Crew-Mitglieder abbrechen und die Passagiere von Lissabon aus nach Hause fliegen. Andere Schiffe, die beispielsweise in der Karibik unterwegs sind, durften aufgrund von Coronafällen etliche Häfen nicht anlaufen.

Carnival Aktie: Rücksetzer kann für spekulative Einstiege genutzt werden

Die Aktie von Carnival ist bei aktuellen Kursen von rund 21,50 USD angesichts der weiterhin bestehenden Risiken noch immer nicht unbedingt günstig bewertet. Vor allem dann, wenn sich beispielsweise durch weitere Mutationen neuerliche Rückschläge in der Pandemie-Eindämmung ergeben sollten, dürfte die AIDA Aktie weiterhin zu kämpfen haben. Denn dem Unternehmen dürften dann große finanzielle Herausforderungen bevorstehen. Fahren die Schiffe hingegen – so wie ursprünglich erwartet – in diesem Geschäftsjahr wieder annähernd „fahrplanmäßig“ mit ordentlicher Auslastung, dann könnte dieses Positiv-Szenario den Aktienkurs der Carnival Aktien wieder deutlich anheben. Wer Carnival Cruise Aktien kaufen möchte, der kann den aktuellen Rücksetzer für längerfristige Einstiege nutzen.

Royal Caribbean Group: Die Nummer zwei der Kreuzfahrtbranche

Neben der gleichnamigen Royal Caribbean Flotte betreibt die Royal Caribbean Group, früher Royal Caribbean Cruises (ISIN: LR0008862868 – WKN: 886286 – Symbol: RCL – Währung: USD) als weltweite Nummer zwei hinter Carnival die Marken Celebrity Cruises und Silversea Cruises. Daneben befinden sich noch die beiden 50 % Beteiligungen TUI Cruises und Holistica Destinations unter dem Dach der Royal Caribbean Group. Die restlichen 50 % der TUI Cruises gehören – wenig überraschend – der deutschen TUI AG. Das Gemeinschaftsunternehmen, das im Jahr 2007 gegründet wurde, übernahm im Februar 2020 außerdem den Anbieter von Luxus- und Expeditionskreuzfahrten Hapag-Lloyd Kreuzfahrten, der zuvor eine alleinige Tochtergesellschaft der TUI AG war. Die ehemalige Tochtergesellschaft Pullmantur Cruises, zu der auch die Fluggesellschaft Wamos Air gehörte, musste im Jahr 2020 in Spanien Insolvenz anmelden.

Geschäftsentwicklung und -prognose ähnlich wie bei Carnival

Die Geschäftsentwicklung von Royal Caribbean gleicht in etwa der von Carnival. Der Umsatz, der im Jahr 2019 noch bei rund 11 Mrd. USD lag, brach im Jahr 2020 dramatisch um vier Fünftel auf 2,2 Mrd. USD ein. Das Ergebnis je RCL Aktie fiel gleichzeitig von 9,54 USD im Vorjahr auf -18,31 USD. Auch die Prognosen sind ähnlich wie bei Carnival: Analysten erwarten für das abgelaufene Geschäftsjahr 2021 einen nochmaligen Umsatzrückgang auf 1,7 Mrd. USD, sowie ein erneut stark negatives Ergebnis von -18,06 USD je Aktie. Eigenen Angaben zufolge wurden nach dem Neustart des Kreuzfahrbetriebs bis Ende 2021 bereits wieder rund 1 Mio. Passagiere an Bord begrüßt. Im laufenden Jahr 2022 sollen bei 10,1 Mrd. USD Umsatz auch schon wieder Gewinne in Höhe von 0,43 USD je Royal Caribbean Aktie geschrieben werden.

Chart Royal Caribbean Aktie: Kurseinbruch um -86 % in der Krise

Die besten Kreuzfahrt Aktien: Entwicklung der Royal Caribbean Group Aktie von Januar 2019 bis Januar 2022 | Online Broker LYNX

Im Gleichschritt mit den anderen Kreuzfahrt Aktien ging es auch für den Kurs der Royal Caribbean Aktie zu Jahresbeginn 2020 ab in den Keller. Von etwa 135 USD fiel die Aktie der Royal Caribbean Group im Tief bis auf 19,25 USD und verlor damit -86 % an Wert. Seitdem konnte die RCL Aktie sich bereits wieder vervielfachen und kratzte im Februar 2021 in der Spitze bereits wieder an der 100 USD Marke. Aktuell notiert die Royal Caribbean Cruises Aktie mit 82 USD noch rund 39 % unterhalb der Höchststände von Anfang 2020 und ist damit mit Abstand die stärkste der „Großen Drei“. Dennoch verläuft auch der Neustart bei RCL nicht völlig reibungslos und einige Kreuzfahrten mussten aufgrund von Corona-Fällen unterbrochen oder abgesagt werden.

Spekulative Aktie für waghalsige Anleger

Die Aktie von Royal Caribbean ist nach dem Kurseinbruch bislang am stärksten gelaufen. Die bereits erfolgten Aktienkursanstiege begrenzen allerdings das weitere Potenzial und müssen in naher Zukunft auch erst noch durch eine entsprechend positive Geschäftsentwicklung gerechtfertigt werden. Zwar liegen auch bei Royal Caribbean die Vorbuchungen weiterhin auf Rekordniveau, aber die noch nicht ausgestandene Corona-Pandemie könnte dieser Vorfreude und damit auch den Royal Caribbean Aktionären bei schlechten Corona-News noch immer jederzeit einen Strich durch die Rechnung machen.

Zuletzt wurden auf mehreren Kreuzfahrten des Unternehmens wieder Corona-Ausbrüche gemeldet, die den Abbruch der Reisen zur Folge hatten.

Optimistische, risikobewusste Anleger, die mit „hohem Wellengang“ leben können, sollten für einen spekulativen Kauf der Aktie von Royal Caribbean zumindest Kurse von 70 bis 75 USD abwarten.

Norwegian Cruise Line: Der kleinste der drei Kreuzfahrtriesen

Die Norwegian Cruise Line Aktie (ISIN: BMG667211046 – WKN: A1KBL8 – Symbol: NCLH – Währung: USD) repräsentiert die dritte und kleinste der drei großen US-Kreuzfahrt-Konzerne. Wie die anderen beiden Wettbewerber finden sich unter dem Dach der Norwegian Cruise Line (NCL) mehrere internationale Kreuzfahrt Reedereien: Neben der gleichnamigen Norwegian Cruise Line sind das die Oceania Cruises sowie die Regent Seven Seas Cruises. Das vom norwegischen Reeder Knut Kloster bereits im Jahr 1966 in Miami gegründete Unternehmen hat – anders als der Name vermuten lässt – außer der Nationalität des Gründers übrigens keinen weiteren Bezug zum Land Norwegen. NCL besitzt neben den drei Kreuzfahrt Reedereien auch eine eigene Privatinsel namens Harvest Caye vor Belize mit einem exklusiven Resort für seine Kreuzfahrt-Urlauber.

Turnaround spätestens für das kommende Jahr erwartet

Durch den Stillstand der Flotte im Jahr 2020 brach auch der Umsatz von Norwegian Cruise Line dramatisch von 6,5 Mrd. USD im Vorjahr auf 1,3 Mrd. USD ein. Gleichzeitig fiel das Ergebnis je Aktie von +4,30 USD im Jahr 2019 tief in den roten Bereich auf -15,75 USD. Für das abgelaufenen Geschäftsjahr 2021 rechnen Analysten mit einem erneuten Umsatzrückgang auf 724 Mio. USD. Dabei wird ein nochmaliger Verlust in Höhe von -7,51 USD je Aktie erwartet. Im Jahr 2022 gehen die Marktexperten bei einem Umsatzanstieg um +754 % auf 6,2 Mrd. USD von einem nahezu ausgeglichenen Ergebnis in Höhe von -0,02 USD je NCL Aktie aus. Die Rückkehr in die Gewinnzone soll dann im kommenden Jahr 2023 gelingen.

NCL Aktie: Schwächste Kursentwicklung unter den Kreuzfahrt-Aktien

Die besten Kreuzfahrt Aktien: Entwicklung der Norwegian Cruise Line Aktie von Januar 2019 bis Januar 2022 | Online Broker LYNX

Auch die Norwegian Cruise Aktie gab von ca. 60 USD im Panik-Tief der Corona-Krise um -85 % bis auf 8,72 USD nach. Ausgehend von diesem Tief erreichte die NCL Aktie Anfang März 2021 immerhin wieder Kurse von bis zu 34,49 USD. Seither bewegte sich die Norwegian Cruise Line Aktie wieder ein gutes Stück abwärts und notiert aktuell bei 22 USD. Damit liegt die NCL Aktie immer noch um fast zwei Drittel unterhalb der Vorkrisen-Hochs und markiert damit die schwächste Kursentwicklung unter den drei Kreuzfahrt Aktien.

Hochspekulative Aktie für hartgesottene Zocker

Auch die Norwegian Cruise Line Aktie ist auf dem aktuellen Kursniveau nur etwas für hartgesottene Zocker. Wer hochspekulativ Norwegian Cruise Aktien kaufen möchte, der sollte auch bei diesem Wert nur absolute Schnäppchenkurse, beispielsweise unter 20 USD zum Einstieg nutzen – aber natürlich nur, wenn keine Hiobsbotschaften in Sachen Corona ursächlich für den Kursrückgang sind. Die Norwegian Cruise Line Aktie weist aus unserer Sicht das höchste Risiko unter den ohnehin recht spekulativen Kreuzfahrtaktien aus. Die Tatsache, dass die Anleger offenbar die Aktien der beiden größeren Konkurrenten bevorzugen, offenbart mögliche Schwächen.

Fazit & Kreuzfahrt Aktien Prognose: Weiterhin hoher Wellengang zu erwarten

Falls sich die Covid-19-Pandemie halbwegs unter Kontrolle bringen lässt, könnten die drei großen Kreuzfahrt Aktien ihr Vorkrisen-Niveau durchaus wieder erreichen oder sogar überschreiten. Denn aufgrund der hohen Nachfrage liegen die erzielbaren Ticketpreise deutlich über dem Durchschnitt der Vorkrisen-Jahre. Kommt es also zu einer Normalisierung, so würden mutige Anleger auch bei Einstiegen auf dem aktuellen Kursniveau belohnt werden. Die Analysten sind recht optimistisch und prognostizieren für alle drei Unternehmen in diesem Jahr keine nennenswerten Verluste mehr und erwarten dann spätestens im kommenden Jahr 2023 den Turnaround mit einer Rückkehr in die Gewinnzone.

Allerdings drohen vor allem dann heftige Kursrücksetzer, falls es nach Omikron noch zu weiteren Rückschlägen in der Pandemie-Bekämpfung oder neuen Infektionswellen kommt. Denn vor allem im Falle einer neuen, gefährlicheren Virusvariante (Mutation), bei der sich die Impfstoffe weniger wirksam zeigen, drohen schnell erneute Einschränkungen im internationalen Reise- und Tourismusverkehr. Einen neuerlichen längeren Stillstand würden die Kreuzfahrt Konzerne wohl nicht mehr so ohne weiteres wegstecken können. Zumindest wäre dann mit massiven Kapitalerhöhungen zu rechnen, die auch den Aktienkurs entsprechend belasten würden.

Da die Aktienmärkte bei den drei großen Kreuzfahrern Carnival, Royal Caribbean und Norwegian Cruise Line bereits stark auf das Positiv-Szenario setzen, sollten die Risiken von Enttäuschungen nicht unterschätzt werden. Unterm Strich rechnen wir mit einem weiterhin hohen Wellengang bei Kreuzfahrt-Aktien. Wer an der Börse leicht seekrank wird, der sollte derzeit besser nicht an Bord gehen oder gegebenenfalls seine Gewinne im nächsten Hafen ins Trockene bringen. Mutige längerfristige Anleger können an schwachen Tagen mit kleiner Positionsgröße einsteigen und so auf eine Fortsetzung der Erholung setzen.

Als Alternative zu Kreuzfahrt-Investments bietet sich dann vielleicht doch eher einer der oben genannten Reise- und Tourismus ETFs an.

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