Danaher, Fortive und Vontier: Gleich drei interessante Aktien

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Danaher
ISIN: US2358511028
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Zur Danaher Aktie

Vielleicht kennen Sie die Matroschka-Puppen, die in verschiedenen Größen ineinandergesteckt werden können.
Bei Danaher, Fortive und Vontier haben wir es mit einer ähnlichen Situation zu tun.

Vontier ist ein Spin-Off von Fortive und seit einigen Monaten an der Börse. Fortive wiederum ist ein Spin-Off von Danaher und seit 2016 eigenständig.

Unter dem Strich handelt es sich dabei um drei interessante Unternehmen mit derselben DNA.

Was macht Danaher so besonders?

Danaher gehört zu den größten Erfolgsgeschichten der letzten Jahrzehnte. Übergeordnet kennt die Aktie nur eine Richtung, dabei ist das Erfolgsrezept denkbar simpel.

Danaher kauft vor allem kleinere Marktführer und Unternehmen mit einem starken Cashflow, tilgt damit die Kredite und führt dann die nächste Übernahem durch.

Der Konzern ist also faktisch auf wertschaffende Zukäufe spezialisiert. Ferner ist man dazu in der Lage die Effizienz der neuen Töchter zu erhöhen.
In Summe und über längere Zeiträume ergeben sich dadurch erhebliche Vermögenseffekte.

Der Kurs von Danaher ist seit der Jahrtausendwende von 8 auf 314 USD gestiegen. Der reale Erfolg ist aber noch größer, da man zwischenzeitlich mehrere Spin-Offs einzelner Sparten durchgeführt hat.
Die entsprechenden Wertpapiere wurden kostenlos an die eigenen Aktionäre ausgeben.

Mehr muss man dazu nicht sagen. Es gibt gute Gründe, warum Danaher ständig von Allzeithoch zu Allzeihoch jagt.
Daher ist die Aktie auch seit Tag 1 im Musterdepot 2 auf Guidants.

Aktuell ist die Bewertung mit einer forward P/E von 32 zwar grenzwertig hoch, größere Rücksetzer waren hier aber immer Gelegenheiten.
Das Problem ist nur, dass es quasi nie zu welchen kommt.

Genetik

Fortive und Vontier bestehen demenentsprechend aus einer „handverlesenen“ Gruppe von Unternehmen. In beiden Fällen wurden mehrere Akteure aus einer Sparte gekauft und dann zusammengeschlossen.

In beiden Fällen handelt es sich cashflowstarke Unternehmen mit einer robusten Positionierung in den einzelnen Branchen.
Und sowohl Fortive als auch Vontier scheinen dem Playbook der ehemaligen Mutter treu bleiben zu wollen.

Fortive wird inzwischen ebenfalls als Compounder angesehen. Die Gründe hierfür sind einfach. Das Unternehmen wächst organisch schneller als die eigene Branche, hat höhere Margen und einen stärkeren Cashflow, wodurch man durch kleinere Zukäufe zusätzlich wachsen kann.
Man setzt also genau das fort, was Danaher vorgemacht hat.

In den acht Jahren vor der Aufspaltung von Fortive und Vontier konnte man dadurch den Umsatz gemeinsam von 5,79 auf 7,32 Mrd. USD steigern. Das Ergebnis hatte sich von 2,21 auf 8,21 USD je Aktie sogar mehr als verdreifacht.

Das zeigt, welche Qualität hier vorliegt. Langsam scheinen das die Anleger zu verstehen und dementsprechend steigen langsam die Bewertungen.

Fortive

Im Fall von Fortive sind wir inzwischen bei einer forward P/E von 28,9 angekommen. Im nächsten Geschäftsjahr könnte der Wert auf 25,8 sinken. Bei erwarteten Gewinnsprüngen von 11-12% per annum ist das je nach Blickwinkel noch in Ordnung.

Bleibt die Bewertung auf einem ähnlichen Niveau, sollte die Aktie schließlich auch um 11-12% p.a. zulegen und den Markt somit schlagen.
Auch hier gilt wohl: Größere Rücksetzer sind Gelegenheiten.

Aktuell sieht es aber eher nach prozyklischem Kaufsignal aus. Bereinigt um die Abspaltung von Vontiert ist Fortive gerade auf ein neues Allzeithoch ausgebrochen.
Eine Fortsetzung der Rallye erscheint daher wahrscheinlich zu sein.
Für antizyklische Investoren wären vor allem die Unterstützungen bei 73 sowie 65 und 55 USD interessant – falls es nochmal auf dieses Niveau gehen sollte.

Bleibt noch Vontier

Vontier besteht ebenfalls aus einer Reihe von Unternehmen, die von Danaher gekauft wurden.
Wie gewohnt gehört man zu den stärksten Wettbewerbern der Branche, in diesem Fall entfällt das Hauptgeschäft auf Equipment für Tankstellen.
Darunter Zapfsäulen, Point-of-Sale-Software, Zahlungssysteme, Cloud-Dienste, Tanküberwachungssysteme, Aftermarket-Services und natürlich auch Ladegeräte für Elektrofahrzeuge.
Ferner Kfz-Reparaturwerkzeuge, Werkzeugkästen und Diagnosegeräte und -Software.

Wie so oft bei Spin-Offs ist es in der ersten Phase nach dem Börsengang zu Verkaufsdruck gekommen. Seitdem tendiert die Aktie seitwärts.
Unterdessen zeigen die Geschäftszahlen in die richtige Richtung.

In den letzten vier Geschäftsjahren konnte der Umsatz von 2,50 auf 2,70 Mrd. USD leicht gesteigert werden, wobei es durch Corona 2020 zu einem leichten Rückgang kam.
Der gemeldete Gewinn stagnierte weitgehen, der freie Cashflow kletterte allerdings von 295 auf 656 Mio. USD.

Das bedeutet, dass Vontier aktuell für einen P/FCF von 8,6 gehandelt wird. Wir sind also meilenweit von der Bewertung entfernt, auf die man zuvor unter dem gemeinsamen Dach von Fortive oder Danaher kam.

Es hat begonnen

Das ist aus mehreren Gründen erstaunlich. Zunächst der simple Fakt, dass Vontier das Erfolgsmodell von Danaher kopieren möchte und das notwendige Know-How dafür hat.

Kürzlich hat man den Worten bereits Taten folgen lassen, für 965 Mio. USD DRB Systems übernommen und sogleich auch die Prognose erhöht. Die neue Tochter wächst nicht nur schneller als Vontier selbst, der Deal war auch so gestaltet, dass er das Ergebnis je Aktie unmittelbar steigern dürfte.

Vontier hat bereits angekündigt, in den kommenden 2-3 Geschäftsjahren rund 1,5 Mrd. USD für Zukäufe aufzubringen.
Die kommenden Übernahmen möchte man weitgehend aus dem Cashflow finanzieren.

Gleichzeitig ergeben sich Wachstumschancen in den Emerging Markets. Vontier ist beispielsweise in Indien gut aufgestellt und dort dürfte sich die Zahl der Tankstellen in den kommenden fünf Jahren mehr als verdoppeln.

Die Bären führen hingegen an, dass der Wandel ein Richtung Elektromobilität gewisse Risiken für Vontier mit sich bringt. Das ist durchaus möglich, aber der Austausch der PkW-Flotten wird sich noch über Jahrzehnte ziehen. Unterdessen schläft man bei Vontier natürlich nicht, verdient Geld und kann sich durch Übernahmen zusätzlich in diesen Bereichen stärken.

Chart vom 22.11.2021 Kurs: 33,95 Kürzel: VNT - Tageskerzen | Online Broker LYNX
Chart vom 22.11.2021 Kurs: 33,95 Kürzel: VNT – Tageskerzen

Außerdem gelten diese Faktoren auch für die  direkte Konkurrenz von Vontier und die Betreiber von Tankstellen selbst.
In beiden Fällen liegt die P/E weitgehend im Bereich zwischen 20 und 25, was ich tendenziell als zu viel bezeichnen würde.
Vontier kommt aber glücklicherweise nur auf eine P/E von 11,9 und eine forward P/E von 11,3.

Womöglich stellen sich die Prognosen als zu niedrig heraus. Seit dem Börsengang hat Vontier jedes Mal die Erwartungen übertroffen und mehrfach den Ausblick angehoben.

Aus technischer Sich hat sich ein Aufwärtstrend ausgebildet. Gelingt jetzt ein Anstieg über 34,50 und 35,30 USD, käme es jeweils zu prozyklischen Kaufsignalen.
Mögliche Kursziele liegen bei 36,00 – 37,00 sowie 39,00 USD.

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