Trading-Strategien: Momentum-Trading erfolgreich anwenden

Es gibt wohl niemanden unter uns Anlegern, der das nicht kennt: Der Markt steigt dynamisch, jeder scheint Gewinne zu machen, aber im eigenen Depot tummeln sich „Depotleichen“, die einfach nicht vorankommen und die Performance ausbremsen. Und kaum hat man sich entschlossen, sich von diesen Bleigewichten zu befreien, starten ausgerechnet diese Aktien durch. Das passiert den sogenannten „Momentum-Tradern“ nicht. Sie möchten wissen, welche Strategie diese Investoren genau verfolgen? Lesen Sie weiter!

Momentum-Trading: eine Definition

Momentum ist gleichbedeutend mit Dynamik oder Schwungkraft. Ein Momentum-Trader agiert nur dort, wo diese Dynamik im Kurs besonders intensiv ist. Die Grundidee dahinter ist die: Je dynamischer ein Asset läuft, desto größer ist die Chance, dass dieses Momentum beibehalten wird, weil es vor allem solche durch starke Impulse aus der Masse herausragenden Werte sind, die seitens der Anleger beachtet und gekauft … bzw. im Abwärtstrend verkauft … werden.

Dies gilt es zu nutzen, wobei es egal ist, ob es sich um eine Aktie, ein Währungspaar, einen Rohstoff, Anleihen oder Indizes handelt; ebenso, wie es nicht darauf ankommt, ob der Trend nach oben oder unten weist oder auf welcher Zeitebene man agiert.

Das beachten erfolgreiche Momentum-Trader

Das klingt einfach und ist es im Grunde auch. Aber der Erfolg des Momentum-Tradings will dennoch durch Disziplin und Besonnenheit unterfüttert sein. Dauerhaft erfolgreiche Momentum-Trader beachten drei entscheidende Regeln:

  1. Auch, wenn es dynamische Bewegungen ebenso in Gegenbewegungen gibt, also Impulse, die gegen den übergeordneten Trend laufen, agiert ein guter Momentum-Trader immer nur MIT der Trendrichtung, weil er da ein besseres Chance/Risiko-Verhältnis vorfindet und seine Stoppmarken zur Absicherung mit dem Trend sukzessiv enger fassen kann.
  2. Nur die pure „Technik“ zählt. Was der Kurs selbst zeigt, entscheidet. Persönliche, subjektive Einschätzungen untergraben jedes erfolgreiche Momentum-Trading.
  3. Flexibilität ist zwingend! Ein Momentum-Trader hat seine Augen überall. Sie/er beschränkt sich nicht auf einen Index oder drei, vier Assets, denn ein starkes Momentum als Treibstoff für erfolgversprechende Trades findet sich nicht an jeder Ecke. Und es gilt, umgehend dort auszusteigen, wo das Momentum nachlässt, daher sollte man immer nach neuen Möglichkeiten suchen.

Wer diese Grundregeln beherzigt, hat mit dieser Strategie sehr gute Erfolgschancen. Denn man vermeidet so, in langwierigen und uneinbringlichen Seitwärtstrends festzusitzen, wie der folgende Chart des DAX zeigt, sondern nur dann dabei zu sein, wenn der Trend dynamisch ist und damit die Gewinnchancen am höchsten sind.

Aber wie genau stellt man das an? Gibt es Möglichkeiten zu messen, wo der Schwung am größten ist und die Chancen zugleich gut genug sind, um einzusteigen? Die gibt es.

Vorsicht:  Volatilität und Momentum sind zweierlei

Eines gilt es vorwegzuschicken: Man darf Momentum nicht mit Volatilität verwechseln. Die beiden Begriffe werden gerne in einen Topf geworfen, aber das sind zwei sehr verschiedene Paar Schuhe. Bei einer hohen Volatilität sehen wir zwar starke Schwankungen, aber diese müssen nicht eindeutig in eine bestimmte Richtung laufen. Wenn Indikatoren wie der VIX für die US-Aktien oder der VDAX new für den DAX hohe Werte ausweisen, deutet das zwar starke Schwankungen, nicht aber auch zwingend einen starken Trend an. Taugliche Tools, um ein starkes, für das Trading verwertbares Momentum aufzuspüren, sind vor allem markttechnische Indikatoren, von denen wir ihnen hier einige vorstellen möchten:

Der Momentum-Indikator und seine Schwäche

Es gibt einen markttechnischen Indikator namens „Momentum“, daher könnte man denken, dass es damit getan wäre, sich einfach nach dieser Indikation zu richten. Allerdings ist dieser Momentum-Indikator nur bedingt geeignet, Werkzeug des Momentum-Traders zu sein. Der folgende Chart der Siltronic-Aktie mit dem unten eingeblendeten Momentum-Indikator zeigt dessen Schwächen auf:

Dieser Indikator misst die Intensität der aktuellen Kursveränderung in Relation zu einem bestimmten Zeitpunkt zuvor. Standardeinstellung sind dabei 20 Handelstage. Damit ist aber die Trenddynamik der gesamten Zeit zuvor nicht relevant, sondern nur die eines einzigen Vergleichstages in der Vergangenheit.

Für einen Momentum-Trader aber ist genau das, die gesamte Zeit zuvor, wichtig. Denn es muss ihm darum gehen zu identifizieren, ob hier eine grundsätzlich besonders starke, dynamische Phase vorliegt. Hinzu kommt, dass der Indikator keine oberen und unteren Limitierungen hat, keine Extremzonen indiziert. Die Orientierungslinie ist die Linie von 100. Ein Wert von 100 hieße, dass der aktuelle Kurs im Vergleich zum Vergleichstag (hier im Chart die Standardeinstellung 20 Tage zuvor) keine Veränderung aufweist, weder nach oben (Werte > 100) oder nach unten (Werte < 100). Das aber bringt dem Momentum-Trader herzlich wenig, denn in den Tagen zwischen dem 20. Tag der Vergangenheit und heute kann das ganz anders ausgesehen haben. So betrachtet haben dieser Indikator und die Momentum-Strategie zwar denselben Namen, ein gutes Werkzeug für den Trader ist der Indikator aber nicht. Zwei andere Lösungen wären da weitaus effektiver:

Werkzeuge des Momentum-Traders: RSI oder RSL im Index-Vergleich

Der Relative Stärke Index (RSI) oder die Relative Stärke nach Levy (RSL) sind grundsätzlich höchst hilfreiche Tools für Trader. Aber in ihrer reinen Darstellung, wie wir sie im Folgenden bei der Lufthansa mit dem RSI-Indikator sehen, bringt diese Indikation dem Momentum-trader zu wenig, denn der Indikator vergleich ähnlich wie das Momentum den aktuellen Kurs mit der Vergangenheit, was nicht zwingend auf das Momentum abzielt. Wenn eine Aktie wenig Bewegung zeigt, können diese Indikatoren trotzdem Extremzonen erreichen und damit sehr starke Schwungkraft suggerieren … die aber gar nicht da ist, weil der Indikator gerade als Vergleichszeitraum eine Phase beleuchtet, in der noch weniger los war. Aber!

Wenn diese Indikation als Filter für alle Aktien eines Index eingesetzt wird, sieht das schon ganz anders aus. Wir zeigen Ihnen hier den Vergleich der 30 TecDAX-Aktien und des Index selbst bezüglich des RSL-Indikators im Zeitraster für 21 Handelstage. Die marketmaker-Software (externe Software) ermöglicht es, die Indikatorwerte über einen Filter auf Knopfdruck tabellarisch zu ordnen. Wer keine Chartsoftware nutzt oder wessen Software diese Funktionen nicht hat, kann das auch „per Hand“ umsetzen, was etwas aufwändiger ist. Worum geht es hier konkret?

Durch diesen Vergleich sieht der Momentum-Trader, welche Aktien derzeit die stärkste Trendintensität haben, wobei die Aktien ganz oben in der Liste das höchste Aufwärts-Momentum, die ganz unten das höchste Abwärts-Momentum aufweisen. Dadurch hat man einen Filter, welche Aktien sich derzeit für Momentum-Trades anbieten würden. Die Möglichkeiten wären:

Man könnte beispielsweise in den fünf ganz oben in der Liste stehenden Aktien Long, zugleich bei den untersten fünf Short gehen und die Positionen mit charttechnisch basierten Stoppkursen absichern. Oder aber man überlegt sich, nur diejenigen fünf Aktien auszuwählen und als Trades umzusetzen, deren Momentum in Richtung des allgemeinen Markttrends weist. Was hieße, in einem Abwärtstrend nur die fünf ganz unten in der Liste stehenden Aktien zu berücksichtigen. Oder man nutzt zusätzlich eine weitere Indikation, z.B. die reine Charttechnik oder aber einen anderen Indikator, der für das Momentum-Trading zuträglich ist, um konkrete Trades auszuwählen: den ADX-Indikator

Werkzeuge des Momentum-Traders: Der ADX-Indikator

Der ADX-Indikator ist eine mathematische Ableitung des Directional Movement Indikators. Dieser Indikator zeigt tatsächlich genau das Momentum auf, wonach der Momentum-Trader sucht. Sehen wir uns das mal im Chart der Wirecard-Aktie an.

Wir sehen hier im folgenden Chart unten einen Indikator, der tatsächlich dann steigt, wenn die Schwungkraft des Basiswerts, hier Wirecard, zunimmt. Dabei ist es egal, ob diese Dynamik nach unten oder oben gerichtet ist, er steigt, wenn das Momentum zunimmt. Die Richtung, in die man investieren müsste, gibt er damit zwar nicht an – aber das kann dann doch einfach der Augenschein des Charts selbst erledigen.

Der ADX-indikator verfügt nicht über Extremzonen oder mathematische Limits, mit denen man einen idealen Einstiegspunkt auf Basis eines dann ausreichend starken Momentums ablesen könnte, aber da kann man sich behelfen, indem man auf den Indikator einen gleitenden Durchschnitt berechnet und dessen Überkreuzen als Ausgangspunkt für das eigene Handeln wählt. Sie sehen es im Beispiel:

Steigt der ADX über seinen 25-Tage-Durchschnitt, wird eine Position in Trendrichtung der Aktie eingegangen. Schneidet der ADX diesen gleitenden Durchschnitt von oben nach unten, wird der Momentum-Trade beendet, weil die Schwungkraft zu gering geworden ist. Sie sehen:

Es gibt durchaus einige interessante Tools, mit denen man das Momentum-Trading strukturieren kann. Wer hier konsequent vorgeht und sich mit offenen Augen unter der Vielzahl an Trading-Assets die interessantesten Möglichkeiten herausfiltert, kann mit dem Momentum-Trading sehr gute Erfolge erzielen!

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Ronald Gehrt

Ronald Gehrt

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnnist in zahlreichen Funktionen aktiv. Dabei versteht sich Gehrt als Allrounder, der in der fundamentalen, volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie im Bereich der verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse.

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