Euro/US-Dollar-Prognose 2018 – Im Bann der Geopolitik

Wo wird der Euro/US-Dollar-Kurs am Ende dieses Jahres stehen?

Diese Frage stellen sich sehr viele Investoren. Nicht nur, wenn sie unmittelbar eine Position auf dieses Währungspaar eingehen wollen oder bereits eingegangen sind. Der Euro/US-Dollar-Kurs, die wichtigste Devisenrelation von allen, bestimmt die Chancen und Risiken der Aktienmärkte entscheidend mit. Denn wer die schwächere Währung hat, hat Vorteile beim Export. Das bedeutet mehr Wachstum und höhere Unternehmensgewinne … und damit verbunden oft den besser laufenden Aktienmarkt.

Doch mit Prognosen ist es, Sie wissen es, so eine Sache. Selbst wenn die Rahmenbedingungen, die Euro/US-Dollar bewegen, so bleiben würden, wie sie sind, muss sich der derzeitige Trend nicht einfach mit dem Lineal verlängern lassen. Und die Erfahrung lehrt, dass die Rahmenbedingungen keinesfalls unverändert bleiben. Die Welt dreht sich weiter … die Einflussfaktoren verändern sich mit ihr … und davon abgesehen kommt es immer wieder zu absolut nicht vorhersehbaren Einflüssen. Also, was tun?

Welche Faktoren steuern die Euro/US-Dollar-Relation?

Was man tun kann – und sollte – ist sich zum einen der Faktoren bewusst zu werden, die die Euro/US-Dollar-Relation steuern und beeinflussen und zum anderen abwägen, was passieren würde, wenn sich diese Faktoren verändern. Welche Faktoren sind die entscheidenden? Da lassen sich drei große Sektoren identifizieren:

  • Wachstum und Zinsniveau
  • Politische Einflussnahme
  • Das Verhalten der kurzfristigen Trader

Die Kombination aus diesen drei Elementen bewegt den Euro/US-Dollar. Mal dominiert ein Aspekt über die anderen, aber nie ist es nur ein Faktor alleine, der den Trend bestimmt.

Das langfristige Bild: Starke Trends sind normal

Wenn Sie sich diesen ganz langfristigen Chart der Euro/US-Dollar-Relation auf Monatsbasis über 13 Jahre ansehen stellen Sie fest: Starke, über viele Monate andauernde Trends sind hier völlig normal. Es war vielmehr ungewöhnlich, dass das Währungspaar Euro/US-Dollar in den Jahren 2015 und 2016 in einer relativ engen Spanne seitwärts lief. Und der seit Anfang 2017 laufende Impuls gehört bislang im langfristigen Kontext noch nicht einmal zu den größeren. Nachdem sich der Kurs durch mehrere langfristige Widerstände hindurch gekämpft hat, wäre es daher keine überzogene Bewegung, wenn Euro/US-Dollar die beiden langfristigen, aus den Jahren 2008 und 2011 stammenden Abwärtstrendlinien bei 1,27 und 1,28 US-Dollar angeht und mit charttechnischem Ziel an die nächste markante Wendemarke bei 1,40 US-Dollar läuft. Was bei diesem Anstieg ungewöhnlich ist, ist nicht die Charttechnik, es sind die fundamentalen Rahmenbedingungen. Denn die würden eher dazu passen, dass der Kurs entsprechend des roten Pfeils nach unten abdreht und wieder an die Tiefs der vergangenen Jahre heranläuft, diese womöglich sogar unterschreitet. Der Grund:

Die Wachstumsperspektiven und das Niveau der Zinsen, vor allem der Renditen an den Anleihemärkten von Eurozone und USA passen nicht zu einem steigenden Euro, eigentlich müsste es der US-Dollar sein, der steigt – und damit die Euro/US-Dollar-Relation fallen.

Die Bracket-Order: Intelligent Aktienposition absichern

Die Bracket-Order verbindet auf intelligente Art und Weise eine Limit-Order mit einer Stop-Order. Sie können Gewinnziel sowie maximalen Verlust festlegen – und wenn der Aktienpreis eine der festgelegten Schwellen erreicht, wird die entsprechende Order ausgeführt, während die andere automatisch gelöscht wird.

Das mittelfristige Zeitraster: Starker Einfluss der Politik

Das Wachstum in den USA ist höher. Die Leitzinsen sind dort auf höherem Niveau – und es ist damit zu rechnen, dass sie weiter angehoben werden, während davon in der Eurozone auf absehbare Zeit keine Rede sein kann. Und so sind die Anleihen vom Renditeniveau in den USA weitaus attraktiver für heimische wie auch für ausländische Investoren als die der Eurozone. Momentan liegt die Rendite für US-Staatsanleihen mit einer Laufzeit von zehn Jahren um 2,8 Prozent, während man für dieselbe Laufzeit bei deutschen Bundesanleihen gerade einmal 0,5 Prozent bekäme.

Was bedeutet, dass die US-Währung mehr nachgefragt sein und daher steigen müsste. Denn je höher Wachstum und Anleihe-Renditen, desto attraktiver werden Investments dort. Was für ausländische Anleger aber hieße: Erst muss man die jeweilige Währung, also hier den US-Dollar, kaufen, bevor man US-Aktien und US-Anleihen kaufen kann. Diese steigende Nachfrage müsste den Kurs des Dollars höher tragen. Und oft „passt“ der Trend auch zu dieser Lehrbuch-Theorie. Diesmal aber ist das Gegenteil der Fall. Wieso?

Man ahnt schon, woran das liegt, wenn man diesen mittelfristigen Chart auf Wochenbasis genauer betrachtet. Denn die Aufwärtsbewegung des Euro, sprich die Baisse des Dollars, begann nicht zufällig mit dem Amtsantritt der neuen US-Regierung. Seit Anfang 2017 dominiert nämlich das Element der Politik die beiden anderen Einflussfaktoren.

Die US-Regierung hat es bisweilen sogar offen ausgesprochen (was recht unüblich ist): Man „wünscht“ einen schwachen US-Dollar, so war es von Finanzminister Mnuchin und Handelsminister Ross zu hören. Denn je schwächer die Währung, desto günstiger ist das für die Exporte. Und gerade da hapert es bei den USA ja seit vielen Jahren. Das Handelsbilanzdefizit wird Jahr für Jahr größer, d.h. die USA importieren viel mehr Waren aus dem Rest der Welt als sie im Gegenzug exportieren. Das zu ändern, hat sich US-Präsident Trump auf die Fahne geschrieben – und dazu muss der US-Dollar schwach sein.

Das alleine wäre kein zwingendes Argument dafür, dass der US-Dollar gehorsam fallen müsste. Aber diejenigen, die am Devisenmarkt agieren, wissen: Die enge Bindung der US-Regierung zu den meisten US-Großbanken bedeutet, dass man in den USA imstande wäre, diesen politischen Willen auch gegen Widerstände durchzuboxen. Und da die EZB weiterhin schweigt und nicht versucht, gegen den für den Export der Eurozone so hinderlichen, starken Euro zu intervenieren, sieht man freie Bahn für weiter steigende Kurse. Wird Euro/US-Dollar am Jahresende also bei 1,40 US-Dollar notieren … oder gar noch höher?

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Die kurzfristige Zeitebene: Reines Trading!

Das könnte sein, aber sicher ist es keineswegs. Denn das setzt mehrere Dinge voraus, die keineswegs so eintreffen müssen.

  1. Die US-Regierung darf nicht zu sehr an Einfluss und Glaubwürdigkeit verlieren. Denn ohne diesen psychologischen Rückenwind einer US-Regierung, die ihre Ziele auch brachial durchsetzt, würden die auf der Euro Long-Seite agierenden Trader vorsichtiger werden.
  2. Die Tendenz zu steigenden US-Leit- und Anleihezinsen darf nicht aus dem Ruder laufen. Würde die US-Notenbank trotz eines nachlassenden Wachstums stur den Zins weiter anheben, würde der fundamentale Druck hin zu einem wieder festeren US-Dollar zunehmen.
  3. Auch ein anderer Aspekt würde für einen steigenden US-Dollar wirken, der im ersten Moment konträr zum zweiten Punkt zu sein scheint: Es darf nicht der Anschein entstehen, dass die Anleihe- und Leitzinsen ein Hoch erreicht haben und von nun ab wieder fallen.

Warum wäre das ein Zugpferd für den US-Dollar? Weil erst dann, wenn Zinsen einen Hochpunkt erreicht haben, davon auszugehen ist, dass man als Anleihe-Käufer keine Kursverluste erleidet. Denn die entstehen bei bereits laufenden Anleihen, wenn die allgemeinen Marktzinsen weiter zulegen. Fallen sie hingegen wieder, nimmt die Nachfrage nach Anleihen und damit nach US-Dollars deutlich zu, weil die Investoren dann neben einem ordentlichen Zins auch noch Kursgewinne erwarten dürfen.

Auf der ganz kurzfristigen Ebene spielt das aber eine untergeordnete Rolle. Denn dass die faktische Nachfrage nach einer Währung sich auswirken kann, aber nie muss, liegt daran, dass echte Devisenkäufe nur einen kleinen Teil der Transaktionen am Devisenmarkt ausmachen. Das Gros, bei Euro/US-Dollar geht man da von über 90 Prozent des Handelsvolumens aus, ist kurzfristiges Trading. Und das richtet sich nach den charttechnischen Vorgaben. Wir sehen im folgenden Chart auf Tagesbasis:

Euro/US-Dollar-Prognose 2018 - Im Bann der Geopolitik: EUR/USD - kurzfristiger Trend von Juli 2017 bis April 2018 | LYNX Broker

Die Sache steht derzeit auf der Kippe. Warum? Weil die drei vorgenannten Aspekte weitaus weniger stabil sind als im vergangenen Jahr. Die Trump-Administration verliert zusehends an Glaubwürdigkeit, auch, weil sich die versprochene Wachstumssteigerung bislang nicht einstellt. Und das wiederum lässt die Möglichkeit greifbar werden, dass die US-Notenbank bald von ihrem Kurs sturer Leitzinserhöhungen abweichen muss, das Zins-Hoch womöglich viel früher erreicht wird als noch Ende 2017 vermutet. Das kann das Währungspaar Euro/US-Dollar in eine Abwärtswende drücken. Also – wohin des Weges?

Fazit: Euro/US-Dollar Kurse von 1,00 oder 1,40 sind bis Silvester möglich – achten Sie auf die Chart-Signale!

Wir haben gesehen, welche Aspekte für die kommende Tendenz wichtig sind. Aber wir können die US-Politik und die der US-Notenbank nicht sicher vorhersagen. Ebenso wenig könnte man absehen, ob ein Handelskrieg ausbricht, die geopolitische Lage eskaliert oder sich wieder beruhigt, wie die EZB als Gegenpart in den kommenden Monaten agiert oder ob andere, bislang überhaupt noch nicht existente Einflüsse auftauchen, die den Euro/US-Dollar Kurs beeinflussen. Aber:

Was wir wissen ist, was die Fortsetzung des Euro-Anstiegs auslösen kann bzw. was eine Wende des Euro nach unten und damit des US-Dollars nach oben bewirken könnte. Darauf gilt es zu achten … und, natürlich, auf die Signale der Charttechnik. 1,00 US-Dollar wären am Jahresende 2018 ebenso möglich wie 1,40 US-Dollar und mehr. Aber erst, wenn die momentane Handelsspanne, die Sie oben im kurzfristigen Chartbild sehen, verlassen wurde, fällt der Startschuss für eines der beiden Szenarien.

Über dem bisherigen Jahreshoch bei 1,2556 und, besser noch, über den beiden in den langfristigen Charts zu sehenden Abwärtstrendlinien bei 1,27 und 1,28 US-Dollar, wäre der Weg Richtung 1,40 US-Dollar frei. Sollte der Euro/US-Dollar Kurs hingegen die Unterstützungen bei 1,2150 und 1,2092 US-Dollar brechen, kann das bereits der Startschuss zum Abstieg des Euro in Richtung der Unterstützungszone 1,05 und dann auch leicht darunter an die Parität von einem US-Dollar pro Euro sein.

Was von beiden eintrifft, wie gesagt, es wäre in dieser Gemengelage höchst unseriös zu behaupten, man würde es vorhersagen können. Aber dass es in diesem Währungspaar weiter heiß und für Trader lukrativ zugehen wird, dass diese momentane Seitwärtsbewegung nicht von Dauer sein wird, das zu prognostizieren darf man sich allemal erlauben!

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