Die besten Pharma Aktien 2019

Die besten Aktien, mit denen Sie 2019 von der Entwicklung der Pharmabranche profitieren

Globale Trends als Wachstumstreiber der Pharmabranche

Die Pharmabranche hat in den vergangenen zehn Jahren einen beispielhaften Siegeszug erlebt. Ein Grund dafür sind die Errungenschaften der Biotechnologie. Die Anwendung von Forschungsergebnissen aus der Genomforschung sowie das zunehmende Wissen über die Funktionsweisen vieler Krankheitserreger führten bei den Medikamentenentwicklern zu einem enormen Innovationsschub. Seit einigen Jahren können Krankheiten wie Aids, Hepatitis C und einige Krebsarten behandelt oder sogar geheilt werden.

Angeschoben wird der Gesundheitsmarkt aber auch durch gewaltige globale Trends. Dazu zählen beispielsweise die demografische Entwicklung, eine weltweit wachsende Mittelschicht, zunehmende Umweltbelastungen und eine immer ungesundere Ernährungsweise. Aus diesen Gründen wird die Nachfrage nach pharmazeutischen Produkten in den kommenden Jahren stetig steigen. Für Pharmaunternehmen und somit für Pharmaaktien bedeutet dies weiterhin glänzende Aussichten.

Politischer Widerstand bremste Pharmawerte im Jahr 2015 aus

Aktien aus dem Pharmasektor zählten von 2009 bis 2015 zu den absoluten Anleger-Lieblingen. Der MSCI WORLD PHARMA & BIOTECH Index verdreifachte sich in dieser Zeit von 66 Punkten auf 200 Punkte. Dort war damals erst einmal das vorläufige Ende der Fahnenstange erreicht, die Kurse der Pharma- und Biotechwerte brachen abrupt ein. Der Grund: Auf dem US-Markt formierte sich politischer Widerstand gegen die opportunistischen Preis-Praktiken der Pharmaunternehmen. Viele Medikamentenhersteller hatten die Preise derart ungeniert in die Höhe geschraubt, dass die Forderungen nach gedeckelten Arzneimittelpreisen zu Recht immer lauter wurden. Zunächst dachten die Marktteilnehmer, dass die Forderung ein Wunsch der Demokraten sei. Doch auch der frisch gewählte Donald Trump stieß als neuer Präsiden ins selbe Horn und setzte sich für niedrigere Medikamentenpreise ein. Pharma- und Biotech-Aktien fielen daraufhin in den Korrekturmodus. Die Kurse fielen im Durchschnitt um mehr als 20%, ehe ab Herbst 2016 eine Erholung einsetzte. Zusätzlich litt die Branche in den vergangenen Jahren darunter, dass etliche Patente ausliefen bzw. bald auslaufen.

Einstiegschance für Anleger nach der Korrektur

Nach der Erholung der Pharmaaktien war Anfang 2018 der Index wieder exakt bei 200 Punkten angekommen. Im ersten Anlauf konnte der Widerstand aus dem Jahr 2015 jedoch nicht überwunden werden. Es folgte ein erneuter Rücksetzer, aber Ende 2018 war der Index erneut am Widerstand angekommen. Allerdings kam es wieder zum Rücksetzer. Aktuell steht der Pharma Index nun bereits zum vierten Mal vor der bedeutenden 200er Marke. Ein charttechnischer Widerstand ist mit einer geschlossenen Tür zu vergleichen, die durch Tritte geöffnet werden soll. Mit jedem weiteren Schlag wird die Wahrscheinlichkeit größer, dass die Türe durchbrochen wird.

Nachdem das Gros der Pharmaaktien die Aktienmarktrallye mittlerweile also für mehr als zwei Jahre ausgesetzt hat, könnte sich jetzt eine interessante Einstiegschance für langfristig denkende Investoren ergeben. Vor allem in konjunkturell schwächeren Zeiten sind die als eher defensiv geltenden Pharmapapiere ein Stabilitätsfaktor fürs Depot. Außerdem winken wieder bessere Wachstumsaussichten, denn die Branche hat ihre Hausaufgaben gemacht. Die Hoffnungen liegen vor allem auf der Forschungs- und Entwicklungsseite: Die Zulassung neuer Medikamente dürfte der Branche im Jahr 2019 neuen Aufwind verleihen. In den Pipelines warten zahlreiche vielversprechende Medikamente auf ihre Marktzulassung. Schon im nächsten Anlauf könnten die Pharmawerte möglicherweise die Korrekturphase und die alten Widerstände überwinden. Das sind die besten Pharmaaktien für 2019.

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Die besten Pharmaaktien

AbbVie: Attraktive Dividende

Das Biotechnologie- und Pharmaunternehmen AbbVie (ISIN: US00287Y1091 – ABBV – Währung: USD) wurde 2013 als Abspaltung von Abbott Laboratories gegründet. Das Biotechnologie- und Pharmaunternehmen ist auf die Erforschung und Entwicklung innovativer Arzneimittel für einige der komplexesten und schwerwiegendsten Krankheiten der Welt spezialisiert. Mit einer Marktkapitalisierung von 120 Mrd. USD ist das Unternehmen bereits eines der Branchenschwergewichte.

Zahlreiche umsatzstarke Produkte

Über Expertise verfügt AbbVie insbesondere bei Hepatitis C (HCV) sowie bei Erkrankungen des zentralen Nervensystems (u.a. Alzheimer, Parkinson und Multiple Sklerose) und des Immunsystems (u.a. rheumatische Arthritis) sowie bei Krebs (z.B. Brustkrebs), chronischen Nierenerkrankungen und im Bereich Gynäkologie (u.a. Endometriose). Umsatzstärkstes Produkt von AbbVie ist der Blockbuster Adalimumab, der unter dem Produktnamen Humira vermarktet wird. Humira ist mit rund 20 Mrd. USD Umsatz das meistverkaufte Medikament der Welt. Seit Januar 2015 sind die Medikamente Viekirax und Exviera zur Therapie der chronischen Hepatitis C in Deutschland verfügbar. Die Tabletten ohne Interferone befreien rund 97% aller Patienten von dem Virus.

Erstes Medikament auf Marihuana-Basis zugelassen

Erfolgreich auf den Markt gebracht hat AbbVie Marinol, ein Medikament auf Cannabis-Basis. Die US-amerikanische Gesundheitsbehörde FDA genehmigte das Mittel, das beispielsweise zur Linderung von Übelkeit oder Erbrechen für Chemotherapie-Patienten eingesetzt wird. Bei AIDS- oder Krebspatienten hilft Marinol zur Appetitanregung. Das Medikament ist allerdings noch keines der Hauptprodukte und erzielt nur einen geringen Umsatzanteil des Unternehmens. Dennoch stehen die Chancen gut, dass AbbVie zu einem führenden Anbieter cannabishaltiger Medikamente aufsteigt. Anleger, die vom Marihuana-Hype an der Börse profitieren wollen, haben mit AbbVie eine etwas konservativere Aktie um langfristig von der medizinischen Freigabe der Droge zu profitieren.

Prall gefüllte Medikamenten-Pipeline

Die Medikamenten-Pipeline ist gefüllt mit mehr als 20 Wirkstoffen in Phase-II- und Phase-III-Studien, darunter weitere Blockbuster-Kandidaten. Das Unternehmen konnte im vergangenen Jahr bereits die Erlaubnis für die Vermarktung des Medikaments Mavyret für Hepatitis C einholen. Daneben gelang auch die Zulassung des Endometriosemittels Elagolix durch die FDA (Food and Drug Administration). Und sollten die Ergebnisse der Studien im Spätstadium positiv ausfallen, könnte der Arzneimittelhersteller in Kürze auch Rova-T zur Therapie von Lungenkrebs einführen.

Dividendenrendite: 4,8%

In den letzten drei Jahren erzielte das Unternehmen ein durchschnittliches Umsatzwachstum von +12% und ein überproportionales Gewinnwachstum von +22%. In den letzten Quartalen zog das Gewinnwachstum deutlich an und lag in den vergangenen drei Quartalen im Schnitt bei +40%. Für das Jahr 2019 rechnen Analysten mit einer Gewinnsteigerung von 7,96 USD je Aktie um +9% auf 8,67 USD je Aktie. Auch die Dividende ist nicht uninteressant. Mit einer Quartalsdividende von 0,96 kommt die AbbVie-Aktie bei einem Aktienkurs von 80 USD aufs Jahr hochgerechnet immerhin auf eine Dividendenrendite von rund 4,8%. Das kann sich durchaus sehen lassen.

Korrektur bietet langfristige Einstiegschance

Das Unternehmen hat für die kommenden Jahre durchaus einige spannende Wirkstoffe und Medikamente in der Pipeline und dürfte unter den Pharmawerten auf Jahre eine führende Position einnehmen. Die Aktie von AbbVie befindet sich in einer Korrektur, die langfristig orientierte Anleger zum Einstieg nutzen können. Auf dem aktuellen Kursniveau ist die Aktie nicht zuletzt durch die Dividendenrendite von fast 5% und ein wenig Marihuana-Fantasie für langfristig orientierte Anleger durchaus attraktiv.

Novo Nordisk: Kaufchance dank Korrektur

Das dänische Unternehmen Novo Nordisk (ISIN: DK0060534915 – Symbol: NOVC – Währung: EUR) produziert und vermarktet pharmazeutische Produkte und Dienstleistungen. Das 1923 gegründete Unternehmen hat sich in den vergangenen Jahrzehnten zum klaren Weltmarktführer bei Diabetes-Medikamenten entwickelt. Auch in den Bereichen Blutgerinnungsmedikamente, Wachstumshormontherapie und Hormonersatztherapie ist das an der Börse mit rund 107 Mrd. Euro bewertete Unternehmen stark aufgestellt.

Semaglutide: Orale Variante des Insulins mit Milliardenpotenzial

Für Optimismus sorgten zuletzt Studiendaten zum Hoffnungsträger Semaglutide, denn das Insulin wird aktuell in einer oralen Variante abschließend getestet. Die beeindruckenden Resultate der ersten Phase-3-Studie lassen im Jahresverlauf 2019 auch für die anderen Phase-3-Studien gute Ergebnisse erwarten. Analysten halten eine Zulassung bereits im dritten Quartal für möglich. Sollte es den Dänen gelingen, erfolgreich ein orales Insulin zur Marktreife zu bringen, so wäre dies nicht nur eine kleine Revolution in der Diabetesversorgung sondern auch ein starker Wettbewerbsvorteil. Entsprechend liegt das Vermarktungspotenzial bei vielen Milliarden USD. Das Mittel soll einer der langfristigen Wachstumstreiber im dänischen Konzern werden. Obwohl noch einige klinische Tests notwendig sind, scheint der Konzern bereits fest mit einer Zulassung zu planen und investiert rund 2 Mrd. Euro in neue Standorte für Diabetespräparate. Aber auch über Semaglutide hinaus hat Novo Nordisk eine interessante Pipeline mit zahlreichen weiteren neuen Wirkstoff-Kandidaten.

Währungseinflüsse drücken Geschäftsergebnisse

Novo Nordisk verzeichnete beim Umsatz in den vergangenen drei Jahren nur schwache Wachstumsraten von durchschnittlich +3%. Auch der Gewinn legte im selben Zeitraum im Schnitt gerade mal um +9% zu. Und das trotz guter Geschäfte mit neuen Hoffnungsträgern wie dem Insulin Tresiba und dem Diabetesmittel Victoza. Für 2019 wird nur mit einem leichten Gewinnwachstum von +2% gerechnet. Für 2020 wird dann dank der erhofften Neuzulassung von Semaglutide mit einem Gewinnsprung von +14% gerechnet.

Aktie auf 12-Monats-Hoch

Die Trailing Stop-Order: Gewinne sichern, Verluste begrenzen.

Die Trailing-Stop Verkaufsorder ist eine abgewandelte Stop-Order. Hierbei wird der Stop-Preis in einem festgelegten Folgeabstand (Trailing-Wert) an den Kurs gekoppelt. Wenn dieser Wert steigt und somit der Abstand größer als der Trailing-Wert ist, wird der Stop-Preis nach oben angepasst.

Kann Novo Nordisk die orale Variante von Semaglutide wie erwartet zur Marktreife führen, dürfte das langfristige Wachstum des Unternehmens gesichert sein. Der Aktie könnte dies möglicherweise zu neuen Höchstständen verhelfen. Anleger sollten trotz berechtigtem Optimismus jedoch eines bedenken: Sollten wider Erwarten im Zulassungs-Endspurt negative klinische Testergebnisse verkündet werden, so würde sich dies ebenfalls entsprechend auf den Kursverlauf auswirken. Im Moment spricht jedoch fast alles für einen erfolgreichen Abschluss der Phase 3-Studien. Die Aktie des weltgrößten Insulinherstellers befindet sich mit aktuell rund 43 Euro auf einem 12-Monats-Hoch. Die aktuellen Kurse bieten langfristig orientierten Anlegern dennoch eine interessante Einstiegsgelegenheit, denn die Wachstumsstory von Novo Nordisk bleibt weiterhin intakt.

Bristol-Myers Squibb: Die Zeichen stehen auf Wachstum

Bristol-Myers Squibb (ISIN: US1101221083 – Symbol: BMY – Währung: USD) ist ein US-Pharmaunternehmen, das 1989 durch die Fusion der Unternehmen Bristol-Myers Company und Squibb Corporation entstand. Der Konzern ist mit seinen Medikamenten vor allem auf die Bereiche Immunologie, Herz/Kreislauf, Onkologie (Krebs), HIV und Hepatitis B fokussiert. Das an der New York Stock Exchange notierte Unternehmen ist bei einem aktuellen Aktienkurs von 51 USD an der Börse aktuell mit rund 83 Mrd. USD bewertet.

Neuprodukte Eliquis und Opdivo machen Umsatzeinbußen wett

Bristol-Myers Squibb musste in jüngster Vergangenheit verkraften, dass der Patentschutz für mehrere umsatzstarke Medikamente auslief. Glücklicherweise werden die Einbußen durch den durchschlagenden Erfolg zweier kürzlich auf den Markt gebrachter Blockbuster-Medikamente mehr als ausgeglichen.

Das erste Medikament ist ein Blutverdünner namens Eliquis. Eliquis wird zusammen mit Pfizer vermarket und ist ein erstklassiger Gerinnungshemmer, der Marktanteile vom alten Medikament Warfarin sowie von Konkurrenzprodukten (z.B. Xarelto von Johnson & Johnson) abzieht. Der Gesamtumsatz von Eliquis hat dem Konzern 2017 bereits stolze 5 Mrd. USD in die Kassen gespült und diesen 2018 um +32% auf 6,4 Mrd. USD erhöht. Doch das Medikament bietet trotzdem auch weiterhin viel Spielraum für Steigerungen.

Die andere „Wunderdroge“ von BMS ist Opdivo, ein bereits für 11 verschiedene Krebsarten zugelassenes Medikament. Opdivo verkauft sich wie von selbst und hat wie Eliquis bereits im Jahr 2017 fast 5 Mrd. USD Umsatz generiert und 2018 bereits eine Steigerung um +36% auf 6,7 Mrd. USD erzielt. Das Management glaubt, dass Opdivo auch vielversprechend für die Behandlung von Lungen-, Nieren-, Magen- und Leberkrebs ist. Jeder dieser möglichen neuen Anwendungsbereiche bedeutet für sich genommen ein zusätzliches Umsatzpotenzial von mindestens einer Milliarde USD.

Weitere Medikamente mit starkem Wachstum

Während Eliquis und Opdivo eindeutig die aktuellen Stars im Produktsortiment sind, verfügt der Konzern auch noch über eine Reihe anderer finanziell lukrativer Arzneimittel mit zweistelligen Wachstumsraten. Dazu gehören das Medikament Orencia für rheumatoide Arthritis (ca. 2,7 Mrd. USD Jahresumsatz) sowie die Krebsmedikamente Sprycel (ca. 2,0 Mrd. USD Jahresumsatz) , Yervoy (ca. 1,3 Mrd. USD Jahresumsatz) und Empliciti (ca. 0,2 Mrd. USD Jahresumsatz). Zusammengenommen tragen diese Medikamente also weitere 6 Mrd. USD zum Umsatz bei – mit steigender Tendenz.

In den vergangenen drei Jahren stiegen die Umsätze von Bristol-Myers Squibb im Schnitt um +11%, während die Gewinne um +23% zulegten. Dieser Trend soll auch in den kommenden Jahren weiter fortgesetzt werden. Und dabei liegt das Unternehmen voll im Plan: Im Jahr 2018 wurde der Umsatz um +32% auf 8,1 Mrd. USD gesteigert, während der Gewinn um +29% von 3,01 USD auf 3,87 USD je Aktie kletterte. Im Gesamtjahr 2019 wird der Konzern Analysten zufolge voraussichtlich einen Gewinn von 4,18 USD erzielen, 2020 werden dann 4,40 USD erwartet.

Megafusion: Übernahme von Celgene

Anfang Januar diesen Jahres gab Bristol Myers Squibb bekannt, den börsennotierten Biotech-Konkurrenten Celgene für rund 74 Mrd. USD zu übernehmen. Wird die Transaktion erfolgreich abgeschlossen, so wäre dies die bislang größte Übernahme in der Pharmabranche. Der Krebs-Spezialist Celgene galt unter Analysten schon seit längerem als Übernahmekandidat, nachdem der Aktienkurs des Biopharma-Unternehmens schwächelte. Mit künftig mehr als 23 Mrd. USD Umsatz im Onkologiebereich will BMS zum zweitgrößten Anbieter in diesem Markt hinter dem Schweizer Marktführer Roche aufsteigen. Krebsmedikamente würden dann fast zwei Drittel des Gesamtumsatzes erwirtschaften.

Basisinvestment im Pharmabereich

Die BMS-Aktie ist aus unserer Sicht ein Basisinvestment im Pharmabereich. Das Unternehmen ist breit diversifiziert und verfügt über ein tolles Produktsortiment und eine spannende Medikamenten-Pipeline.

Mit 0,41 USD Quartalsdividende weist der Wert zudem eine solide Dividendenrendite von 3,2% auf. Die Aktie eignet sich auch für konservative Langfrist-Anleger, die von den Trends in den Bereichen demografische Entwicklung und Gesundheit profitieren wollen.

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