Die besten Lithium Aktien 2018

Die besten Aktien, mit denen Sie 2018 von einer neuen Lithiumpreis-Rallye profitieren könnten

Die Welt der Automobile ist im Umbruch, denn der Anteil von Autos mit Hybridantrieb oder Elektromotor wird in den kommenden Jahren kräftig steigen. Um geeignete Akkus bauen zu können, werden allerdings große Mengen an Lithium benötigt. Es ist daher kein Wunder, dass der begehrte Rohstoff an der Börse seit Jahren ein heißes Thema ist. Aber nicht nur der Preis für Lithium selbst hat sich in den vergangenen Jahren vervielfacht.

Anleger kaufen im großen Stil Aktien von Unternehmen mit Lithium-Projekten. Deshalb sind die Papiere von Fördergesellschaften, Explorern und Batterie-Herstellern bis Ende 2017/ Anfang 2018 regelrecht in die Höhe geschossen. Seitdem befinden sich die meisten Lithium-Aktien in einer Korrektur, so dass es derzeit eine interessante Einstiegsgelegenheit für längerfristig orientierte Anleger geben könnte. Lithium-Aktien sind eine heiße Wette auf die Zukunft. Wer einsteigen will, sollte wirklich genau hinschauen, denn die Bewertungen sind trotz Kursrücksetzern insgesamt noch immer relativ hoch.

Zukunftsmarkt Lithium

Für Lithium, das leichteste aller Metalle, gibt es zahlreiche Anwendungsgebiete. Dazu zählen neben Batterien & Akkus u.a. Glas- & Keramik, Schmiermittel und Klimaanlagen. Doch starkes Wachstum verspricht vor allem die Verwendung des Rohstoffs für Stromspeicher.

Der Elektroautohersteller Tesla baut und plant zum Beispiel gleich mehrere so genannte Gigafabriken, um den eigenen Bedarf an Akkus zu bedienen. Übrigens nicht nur für Elektroautos, sondern auch für Stromspeicher in Privathaushalten z.B. in Kombination mit Solaranlagen. Im Fokus der Anleger steht jedoch vor allem der Automobilmarkt.

Globale Elektromobilität: + 60 % Wachstum im Jahr

Obwohl weltweit im Jahr 2018 bereits rund 2 Mio. Elektroautos hergestellt werden, liegt der Anteil der Elektrofahrzeuge bei den Neuzulassungen global gesehen noch unter zwei Prozent. Doch die jährlichen Wachstumsraten von +60% lassen bereits bis 2025 ein jährliches Produktionsvolumen von bis zu 20 Mio. E-Autos erwarten.

China ist laut Center of Automotive Management (CAM) mit 2,9% E-Auto-Neuzulassungen im ersten Halbjahr 2018 unter den großen Industrienationen weltweiter Spitzenreiter in Sachen Elektromobilität. Kleinere Länder wie Norwegen kommen allerdings bereits jetzt auf erstaunlich hohe Anteile von 46,6%. In Deutschland liegt der Anteil noch bei im globalen Vergleich durchschnittlichen 1,8%. Insgesamt befinden sich mittlerweile aber immerhin rund 100.000 Elektroautos auf deutschen Straßen. Spannend wird es in den kommenden ein bis zwei Jahren. Denn dann werden nach Tesla auch die meisten herkömmlichen Autohersteller mit wettbewerbsfähigen Elektromodellen auf den Markt drängen.

Marktvolumen dank Elektroautos vor Vervielfachung

Es wird erwartet, dass die Anzahl der neu verkauften Elektroautos in den kommenden Jahren weltweit auf fünf bis sechs Mio. Fahrzeuge steigt, was einem Marktanteil von ungefähr fünf bis sieben Prozent entspricht. Um 1 kW/h Leistung bereit zu stellen werden aktuell rund 150 g Lithium benötigt. Pro Elektroauto wird je nach Leistung und technologischem Fortschritt mit 3 kg und 10 kg Lithiumbedarf gerechnet.

Aufgrund dessen wird bereits im Jahr 2025 ein zusätzlicher Bedarf an Lithiumcarbonat von mindestens 250.000 bis 300.000 Tonnen erwartet. Das Marktvolumen, das derzeit jährlich etwa bei 210.000 Tonnen liegt, würde sich demnach mehr als verdoppeln. Auch längerfristig wird die jährliche Wachstumsrate des Bedarfs auf +10% bis +14% geschätzt.

Nachrichten über Produktionsausweitungen bringen Lithium-Aktien Anfang 2018 unter Druck

70 Prozent der Lagerstätten des Rohstoffs befinden sich im „Lithium-Dreieck“ Chile, Argentinien und Bolivien. Dort bilden große Salzseen wie der Atacama, Salinas Grandes, Uyuni und Hombre Muerto enorme Reservoirs. Neben Südamerika gibt es aber auch in Australien große Lithium-Minen.

Da in den kommenden Jahren aber nur wenige Förderstätten neu in Produktion gehen werden, wurde von vielen Experten ein Engpass befürchtet. Denn bis neue Minen und Sole-Projekte produzieren können, sind hohe Investitionen notwendig und es vergehen im Durchschnitt vier bis sieben Jahre. Die Befürchtungen über einen möglichen Engpass zerstreuten sich jedoch am Jahresanfang 2018. Der Grund dafür: Marktführer SQM traf mit der chilenischen Regierung eine Vereinbarung über die Ausweitung der Lithium-Produktion bis 2025.

Die Rohstoffexperten von Morgan Stanley erwarten daher mittlerweile bis 2025 einen Anstieg der Lithium-Versorgung aus Argentinien, Australien und Chile um 500.000 Tonnen jährlich. Dies entspricht in etwa einer Verdreifachung der Produktion dieser Länder. Die Nachricht versetzte die Märkte in Aufruhr und bescherte dem Rohstoff, sowie den Aktien der Lithium-Industrie seit Jahresstart erhebliche Preisverluste. Einzelne Aktien korrigierten um bis zu 30% oder mehr.

In den vergangenen Wochen weist die Kurstendenz der meisten Aktien jedoch wieder nach oben und es könnte sich durchaus ein neuer Aufwärtstrend ausbilden. Für langfristig orientierte Anleger stellen die aktuellen Kurse möglicherweise eine interessante Einstiegsgelegenheit dar. Denn zum einen liegt die geplante Produktionsausdehnung noch etliche Jahre in der Zukunft und zum anderen muss die Absichtserklärung der chilenischen Regierung und SQM erst einmal im gesetzten Zeitrahmen erfolgreich in die Tat umgesetzt werden.

Auf Marktführer setzen

Wer als Investor in den kommenden Jahren vom Lithium-Boom profitieren möchte, der sollte auf führende Unternehmen der Branche setzen. Die Erfahrung zeigt nämlich, dass sich die Aktienkurse der Marktführer in allen Branchen langfristig am besten entwickeln. Im Lithiumbereich sollten Sie daher in Unternehmen mit herausragender Marktstellung investieren, die bereits produzierende Anlagen vorweisen können.

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Nur wenige kleine Rohstoffexplorer werden zum Produzenten

Die langwierige und vor allem kostspielige Exploration führt dazu, dass nur wenige der kleineren Rohstoffexplorer den Weg zu einer produzierenden Mine erfolgreich bewältigen und überleben. Und selbst im Erfolgsfall kommt es durch zahlreiche Kapitalerhöhungen meist zu einer enormen Verwässerung der betreffenden Aktien. Es zahlt sich daher aus auf bereits produzierende marktführende Unternehmen zu setzen, die ihre Operationen bereits aus dem eigenen operativen Cash Flow finanzieren. Kleinere Werte sind keine soliden Investments, sondern eher als „Lotterielose“ zu betrachten

Vier Produzenten dominieren die Angebotsseite

Den größten Teil des Marktes teilen sich vier Produzenten untereinander auf, bei denen Lithium teilweise nicht einmal das Hauptprodukt ist: Albemarle, FMC, Tianqi Group und Sociedad Química y Minera de Chile.

Die vier Unternehmen erreichen zusammen einen Marktanteil von über 85%. Zwei dieser Unternehmen stellen wir Ihnen im Folgenden näher vor, sowie einen weiteren aufstrebenden Kandidaten. Alle drei Aktien sind übrigens über ein Zweitlisting auch in Deutschland börsennotiert.

Das sind unsere drei besten Lithium-Aktien:

Albemarle Corporation: 1. Weltmarktführer

Albemarle Corporation (ISIN: US0126531013 – Symbol: ALB – Währung: USD) ist ein US-Chemiekonzern, der neben Lithiumprodukten auch Flammschutzmittel, Katalysatoren und Chemikalien zur Oberflächenbehandlung herstellt. Albemarle ist durch die Übernahme des Konkurrenten Rockwood im Jahr 2015 eigenen Angaben zufolge zum weltgrößten Produzenten von Lithium und Lithiumverbindungen aufgestiegen. Laut Schätzungen kontrolliert der Konzern mittlerweile rund ein Drittel des weltweiten Lithium-Geschäfts.

Wachstumstreiber Lithium

Im Jahr 2017 wurden Gesamtumsätze in Höhe von 3,1 Mrd. USD erzielt, knapp +15% mehr als im Vorjahr. Der Gewinn wurde von 3,57 USD pro Aktie im Vorjahr um +29% auf 4,59 USD gesteigert. Damit übertraf Albermarle die Umsatzerwartungen von 3 Mrd. USD deutlich und lag auch beim Gewinn über den angepeilten 4,40 USD bis 4,50 USD. Albermarle zahlt derzeit eine Quartalsdividende von 0,335 USD, was aufs Jahr hochgerechnet einer Gesamtdividende von 1,34 USD entspricht.

Auch im Jahr 2018 laufen die Geschäfte bislang glänzend: So stiegen die Umsätze im ersten Halbjahr von 1,46 Mrd. USD im Vorjahr um + 15% auf 1,68 Mrd. USD. Das Ergebnis je Aktie stieg im selben Zeitraum überproportional von 2,18 USD um +22 % auf 2,65 USD. Für das Gesamtjahr wird ein Ergebnis von 5,30 USD bis 5,50 USD erwartet.

Wachstumstreiber des Konzerns ist vor allem die stark gestiegene Lithium-Nachfrage. In den letzten zwei Jahren stieg der Anteil von Albemarles Nettogewinn aus Lithiumgeschäften von ca. 6% auf über 27%. Ein Ende des Wachstums ist durch den wachsenden Bedarf an Lithium nicht in Sicht und so dürfte der Gewinnanteil weiterhin überproportional steigen.

Milliardeninvestitionen in Australien

In Kemerton, in der Nähe von Bunbury in Australien soll eine neue Lithiumhydroxidanlage entstehen. Den Planungen zufolge soll diese Anlage bereits ab 2020 eine Produktionskapazität von 20.000 Tonnen erreichen. Durch eine stufenweise Erweiterung bis 2025 soll der jährliche Output im besten Fall auf 100.000 Tonnen gesteigert werden.

Bei aktuellen Preisen von 14.000 USD pro Tonne Lithium, würde dies einem zusätzlichen Jahresumsatz von 1,4 Mrd. USD entsprechen. Angesichts dieses Potenzials und der hohen Gewinnmargen, sind die geplanten Investitionen in das Projekt in Höhe von rund einer Mrd. AUD absolut gerechtfertigt.

Aktie langfristig mit Kurspotenzial

Die Aktie von Albemarle hat sich – getrieben vom Lithium-Boom – in den vergangenen Jahren hervorragend entwickelt. Von ca. 50 USD Anfang 2016 stieg der Kurs der Aktie zuletzt auf über 140 USD an, bevor der Kurseinbruch bei den Lithium-Aktien für einen scharfen Rücksetzer auf aktuell 100 USD sorgte.

Getrieben von der hohen Nachfrage nach Lithium dürfte der langfristige Aufwärtstrend der Aktie jedoch trotz des Kurseinbruchs weiterhin anhalten. Durch große neue Explorationsprojekte wird Albemarle den Anteil des Lithiumgeschäfts am Gesamtumsatz weiter ausweiten und seine marktführende Stellung behaupten.

Investoren, die einen etwas längerfristigen Anlagehorizont haben können darauf setzen, dass die Höchststände der Aktie früher oder später wieder erreicht oder sogar übertroffen werden.

Sociedad Quimica Minera de Chile (SQM): 2. Weltmarktführer

Das chilenisches Chemie-Unternehmen Sociedad Quimica Minera de Chile (ISIN: US8336351056 – Symbol: SQM – Währung: USD), mit Sitz in der Hauptstadt Santiago, liefert sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit Albemarle und beansprucht ebenfalls den Titel des größten Lithiumproduzenten der Welt für sich. Wer im Rennen aktuell vorn liegt, ist aber auch unter Experten umstritten. Langfristig betrachtet dürfte allerdings die besseren Karten haben als der US-Konkurrent. Neben Lithiumverbindungen stellt der Konzern noch Düngemittel, Jod, Kalisalze und Industriechemikalien her.

Zur starken Marktstellung von SQM hat vor allem der Fakt beigetragen, dass Chile das mit Abstand lithiumreichste Land der Welt ist. So wurde im Jahr 2016 das abbaubare Lithiumvorkommen des Landes auf 7,5 Mio. Tonnen geschätzt. China landet mit rund 3 Mio. Tonnen abgeschlagen auf Platz 2.

Die Lithiumreserven, auf die SQM zugreifen kann, garantieren dem Unternehmen auch in naher Zukunft die Rolle eines Marktführers. Wie bereits eingangs erwähnt, wurde mit der chilenischen Regierung eine umfangreiche Vereinbarung zur Steigerung der Lithiumproduktion bis 2025 getroffen. Der jährliche Output beträgt derzeit etwa 50.000 – 60.000 Tonnen und soll den Plänen zufolge bis 2025 auf 216.000 Tonnen erhöht werden.

Lithium mittlerweile wichtigster Geschäftsbereich

Im Jahr 2017 hat das Unternehmen Umsätze in Höhe von 2,2 Mrd. USD erzielt – rund +11% mehr als im Vorjahr. Dabei wurde der Gewinn je Aktie von 1,06 USD um +54% auf 1,63 USD gesteigert. Im ersten Halbjahr 2018 wurde der Umsatz von 1,02 Mrd. USD im Vorjahr um +14 % auf 1,16 Mrd. USD gesteigert. Wie bei Albemarle legte der Gewinn dabei überproportional zu: Das Ergebnis je Aktie kletterte von 0,78 USD um +21 % auf 0,94 USD.

Rund 30% der Umsätze des Unternehmens entfallen bereits auf Lithium – mit steigender Tendenz, denn gegenüber dem Vorjahr wuchs der Umsatz im Segment Lithium um +38%. Dazu trugen natürlich auch die gestiegenen Preise für den Rohstoff bei.

Mit mehr als 60% Anteil am Gesamtgewinn ist das Lithium-Geschäft mittlerweile der wichtigste und gleichzeitig profitabelste Geschäftsbereich von SQM.

Neue Projekte in Argentinien, Chile und Australien

Mit neuen Lithiumprojekten in Argentinien, Chile und Australien wird versucht, die Marktführerschaft bis Ende 2018 deutlich auszubauen. Eine Lithium-Raffinerie soll beispielsweise in Kemerton in Nachbarschaft der geplanten Albemarle-Anlage entstehen. Die SQM-Raffinerie ist Teil des Joint-Venture-Vertrages, den die Chilenen mit der australischen Firma Kidman Resources abgeschlossen haben.

Aktie im langfristigen Aufwärtstrend

Die SQM-Aktie ist über Hinterlegungsscheine sog. „ADRs“ an der US-Börse NYSE gelistet. Mit einer aktuellen Marktkapitalisierung von ca. 12,5 Mrd. USD ist das Unternehmen kein kleines Bergbau-Unternehmen.

Nachdem die Aktie im Jahr 2015 bei ca. 12,50 USD ein Tief markierte, ist sie im Hoch bis auf über 63 USD geklettert. Seit September 2017 konsolidiert der Wert und notiert aktuell bei etwa 47 USD. Da SQM von der langfristigen Produktionsausweitung profitiert, konnte sich die Aktie von allen drei vorgestellten Werten mit Abstand am besten halten.

Bei einem erwarteten Gewinn von 1,70 USD je Aktie im laufenden Geschäftsjahr 2018 ist SQM bereits ambitioniert bewertet. Dennoch bieten sich durch die laufende Korrektur langfristig interessante Einstiegskurse im Bereich von 45 bis 47 USD.

Orocobre: Aufstrebender Lithiumproduzent

Lithium, Boron und Pottasche sind die Hauptprodukte des australischen Bergbaukonzerns Orocobre (ISIN: AU000000ORE0 – Symbol: ORE – Währung: AUD), welcher im Jahr 2015 das Salar-de-Olaroz-Projekt im Nordwesten Argentiniens nach sieben Jahren kostenintensiver Exploration in Produktion brachte.

Das Projekt an dem Orocobre zu zwei Drittel beteiligt ist, wird gemeinsam mit dem japanischen Konzern Toyota Tsusho und einem lokalen Partner betrieben. Insgesamt wurden im Olaroz Salzsee 6,4 Mio. Tonnen Lithiumcarbonat nachgewiesen, was der Mine eine Betriebsdauer von mehr als 40 Jahren garantiert.

Strategische Partnerschaft mit Toyota

Der japanische Autobauer Toyota, mit dem bereits seit 2010 eine enge Zusammenarbeit bestand, beteiligte sich Anfang 2018 mit rund 15 % an dem aufstrebenden Bergbaukonzern. Mit einem Investment von 232 Mio. USD will sich Toyota den Zugang zu Lithium für die Batterien künftiger Elektroautos sichern.

Das eingenommene Kapital wird in erster Linie für den Ausbau des Olaroz-Projekts verwendet, das ab dem 2. Halbjahr 2019 eine zusätzliche Kapazität von 25.000 Tonnen pro Jahr bieten soll. Die Erweiterung würde die Gesamtkapazität des Projekts auf ca. 42.500 Tonnen pro Jahr erhöhen und damit schlagartig mehr als verdoppeln.

Kostenführerschaft vs. länderspezifische Risiken

Die Abbaukosten von Orocobre gehören mit ca. 4.300 USD je Tonne zu den geringsten in der gesamten Lithium-Bergbau-Branche und verschaffen dem Konzern einen glänzenden Wettbewerbsvorteil. Mittelfristig sollen die Kosten auf unter 3.000 USD je Tonne gedrückt werden. Im Verkauf erzielt das Unternehmen derzeit für den entsprechenden Reinheitsgrad über 11.000 USD je Tonne, so dass das Projekt profitabel ist.

Allerdings wurde von der argentinischen Regierung kürzlich eine (zunächst) bis 2020 befristete Exportsteuer in Höhe von 8 % eingeführt, um das Vertrauen von ausländischen Investoren zu gewinnen und Finanzhilfen anzuziehen. Diese Abgabe belastet das Geschäft von Orocobre jedoch spürbar und war neben Währungsturbulenzen einer der Gründe für die zuletzt sehr schwache Aktienkursentwicklung. Die länderspezifischen Risiken sind bei Orocobre insgesamt eher als überdurchschnittlich einzuschätzen.

Im ersten Geschäftsjahr 2017/18 wurden knapp 12.500 Tonnen Lithium produziert. Dadurch gelang es dem Unternehmen eine Umsatzsteigerung um +24 % auf 149 Mio. USD zu erzielen. Der Gewinn jedoch ging im selben Zeitraum von 4,6 Mio. USD auf 1,9 Mio. USD zurück, was laut Vorstand in erster Linie auf Währungsverluste, Abschreibungen und die neuen Exportsteuern zurückzuführen ist. Auch das selbstgesteckte Produktionsziel von 14.000 Tonnen Lithium wurde deutlich verfehlt. Dennoch ist das Management optimistisch, in den kommenden Jahren deutliche Produktionssteigerungen zu erreichen, vor allem ab 2019 durch die geplante Projekterweiterung. Mit 317 Mio. USD ist das Finanzpolster komfortabel genug, um alle notwendigen Investitionen zu finanzieren.

Rücksetzer zum spekulativen Einstieg nutzen

Mit einer Marktkapitalisierung von ca. 700 Mio. Euro ist Orocobre im Vergleich zu den Branchenriesen noch ein relativ kleiner Rohstoffkonzern. Allerdings entwickelt sich das kostenführende Unternehmen trotz aller länderspezifischen Schwierigkeiten in Argentinien sehr gut, was sich vor allem am gestiegenen Umsatz ablesen lässt.

Die in den beiden Rohstoffländern Australien und Kanada gehandelte Aktie notierte im Jahr 2016 noch unter 1,50 AUD und stieg unter immensen Schwankungen auf rund 7,40 AUD. Der aktuelle Rücksetzer in den Bereich 4 AUD(ca. 2,60 Euro)  kann für langfristige Einstiege genutzt werden. Denn kann Orocobre die Lithiumproduktion in den kommenden Jahren bei konstant niedrigen Produktionskosten stetig steigern, so winkt ein attraktives Kurssteigerungspotenzial.

Die Argentinien-spezifischen Risiken sind nach dem Steuerschock und den Währungsturbulenzen aus unserer Sicht mittlerweile ausreichend im Aktienkurs eingepreist. Sollten die Exportzölle wie geplant im Jahr 2020 wieder aufgehoben werden, so winkt ein zusätzlicher Gewinnhebel. Mit Toyota hat man zudem einen starken und finanzkräftigen Partner im Rücken, der auch bei Finanzengpässen sicher jederzeit parat stünde. Ein solches Szenario ist jedoch aufgrund der hohen Barreserven aktuell nicht absehbar, aber früher oder später natürlich denkbar. Die spekulativste der drei vorgestellten Aktien ist aufgrund ihrer Schwankungsanfälligkeit jedoch nichts für Anleger mit schwachen Nerven.

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