Die besten Lithium Aktien 2020

Die besten Werte, mit denen Sie 2020 vom Comeback der Lithium-Aktien profitieren können

Die Welt der Automobile ist im Umbruch, denn der Anteil von Autos mit Hybridantrieb oder Elektromotor wird in den kommenden Jahren kräftig steigen. Um geeignete Akkus bauen zu können, werden allerdings enorme Mengen an Rohstoffen benötigt, besonders Lithium. Es ist daher kein Wunder, dass das Leichtmetall an der Börse seit Jahren ein heißes Thema ist und hohe Schwankungen im Kurs verzeichnet.

Lithium Aktien seit 2018 im Rückwärtsgang

Seit dem Jahr 2018 läuft es für Lithium-Aktien miserabel. Zuvor waren die Wertpapiere von Fördergesellschaften, Explorern und Batterie-Herstellern allerdings auch im Einklang mit dem Lithiumpreis regelrecht in die Höhe geschossen. Es folgte was meistens geschieht, wenn ein Markt überhitzt: Eine heftige Korrektur, viele Aktien halbierten sich im Preis oder fielen gar noch mehr.

Auslöser der Kurseinbrüche war eine überraschende Entspannung der Lithium-Angebotssituation und Überkapazitäten der Minenbetreiber. Der Preis für eine Tonne Lithium drittelte sich vom absoluten Hoch bei 25.800 USD im November 2017 auf aktuell rund 8.750 USD. Einige Bergbauunternehmen sahen sich bereits gezwungen die Produktion deutlich zu kürzen oder sich ganz vom Markt zu verabschieden. Doch nun könnte die Wende bevorstehen, denn die Nachfrage wird in den kommenden Jahren sehr stark anziehen und das ebenfalls steigende Angebot mittelfristig übertreffen.

Preiskorrektur bietet Einstiegschancen

Durch die Korrektur könnte es derzeit jedoch eine interessante Einstiegsgelegenheit für längerfristig orientierte Anleger geben. Denn gerade findet ein weiterer großer Durchbruch in Sachen Elektromobilität statt: Die ersten ernstzunehmenden „Tesla-Jäger“ der großen Volumenhersteller des Automarkts gehen an den Start. Lithium-Aktien sind deshalb nach wie vor eine heiße Wette auf die Zukunft. Wer einsteigen will, sollte jedoch unbedingt genau hinschauen, denn bei den Bewertungen gibt es trotz der starken Kursrücksetzern große Unterschiede.

Zukunftsmarkt Lithium

Für Lithium, das leichteste aller Metalle, gibt es zahlreiche Anwendungsgebiete. Dazu zählen neben Glas- & Keramik, Schmiermittel und Klimaanlagen vor allem Batterien & Akkus: Allein 2018 wurden 202 Mio. Lithium-Ionen-Akkus im Wert von 2,4 Mrd. Euro nach Deutschland importiert, Tendenz stark steigend. Die Verwendung des Rohstoffs für Stromspeicher verspricht ein besonders starkes Wachstum.

Der Elektroautohersteller Tesla plant und baut aktuell gleich mehrere so genannte Gigafabriken, bspw. in Brandenburg, um den eigenen Bedarf an Akkus zu bedienen. Übrigens nicht nur für Elektroautos, sondern auch als Stromspeicher in Privathaushalten z.B. in Kombination mit Solaranlagen. Im Fokus der Anleger steht jedoch vor allem der Automobilmarkt.

Globale Elektromobilität: +60% Wachstum im Jahr

Obwohl weltweit im Jahr 2018 weitere 2,2 Mio. Elektroautos zugelassen wurden, liegt der Anteil der Elektrofahrzeuge bei den Neuzulassungen global gesehen bei nur etwa 2,4 Prozent. Bis Ende 2019 soll der Anteil auf 3,1 Prozent steigen. Die jährlichen Wachstumsraten von bis zu +60% lassen bereits im Jahr 2025 ein jährliches Produktionsvolumen von bis zu 20 Mio. E-Autos erwarten, was dann in etwa einer Marktdurchdringung von ca. 15% entsprechen würde. Mitte 2019 befanden sich laut des Zentrums für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung (ZSW) weltweit rund 5,6 Mio. Elektrofahrzeuge auf den Straßen, davon 2,6 Mio. in China und 1,1 Mio. in den USA. Abgeschlagen dahinter folgen Norwegen mit 300.000, Frankreich mit 205.000 und Großbritannien mit 185.000 zugelassenen E-Autos.

China war laut Statistik-Anbieter Statista auch im Jahr 2019 mit rund einer Million E-Auto-Neuzulassungen trotz eines förderungsbedingten Rückgangs um knapp -30 % im Vergleich zum Vorjahr unter den großen Industrienationen erneut weltweiter Spitzenreiter in Sachen Elektromobilität. Kleinere Länder wie Norwegen kommen allerdings bereits jetzt auf erstaunlich hohe Anteile von 49%. In Deutschland liegt der Anteil noch bei im globalen Vergleich eher durchschnittlichen 2% – dem niedrigsten Wert unter den wichtigsten Automobilländern. Insgesamt befinden sich mittlerweile aber mehr als 140.000 Elektroautos auf deutschen Straßen. Nun wird es spannend: Denn innerhalb der kommenden ein bis zwei Jahre drängen nach Tesla auch die meisten herkömmlichen Autohersteller mit wettbewerbsfähigen Elektromodellen auf den Markt.

Lithium-Marktvolumen dank Elektroautos vor Vervielfachung

Es wird erwartet, dass die Anzahl der neu verkauften Elektroautos in den kommenden Jahren weltweit auf fünf bis sechs Mio. Fahrzeuge steigt, was einem Marktanteil von ungefähr fünf bis sieben Prozent entspricht. Um 1 kW/h Leistung bereit zu stellen werden aktuell rund 150 g Lithium benötigt. Pro Elektroauto wird je nach Leistung und technologischem Fortschritt mit zwischen 3 kg und 10 kg Lithiumbedarf gerechnet.

Aufgrund dessen rechnen die Analysten von Roskill bis 2028 mit einem jährlichen Wachstum des weltweiten Lithium-Bedarfs um +20% p.a. Die Lithiumnachfrage aus dem Akku- und Batteriesektor werde dabei bis 2028 sogar um +25% pro Jahr zulegen und damit von ca. 140.000 Tonnen auf mehr als 1,3 Mio. Tonnen steigen. Die Analysten von Roskill rechnen damit, dass das Angebot noch bis etwa 2021 ausreicht, um die Nachfrage zu decken. Danach dürfte es sehr wahrscheinlich zu einer tatsächlichen Knappheit des Rohstoffs kommen. Der Deutsche Autobauer BMW sicherte sich Ende 2019 bis zum Jahr 2024 gegen weitere Preisschwankungen ab und schloss mit dem Unternehmen Gangfeng Lithium langfristige Lieferverträge im Volumen von 540 Mio. Euro.

Rohstoffbörse in London plant Lithium-Futures-Kontrakt

Da Lithium zunehmend an Bedeutung gewinnt, gab die London Metal Exchange (LME) im bereits Juli 2018 bekannt, einen Futures-Kontrakt auf den Rohstoff auflegen zu wollen. Damit dürfte auch mehr Transparenz in den Markt kommen, denn bisher waren Preise reine Verhandlungssache zwischen den Produzenten auf der einen und Abnehmern auf der anderen Seite. Oft wurde Stillschweigen über die Preisvereinbarungen von Lieferverträgen vereinbart, die aktuellen Preisangaben variieren in den letzten Jahren teilweise um mehrere Tausend USD je Tonne.

Mit dem Futures Kontrakt kommt Preistransparenz in den Markt und vor allem Käufer können sich gegen zukünftige Preisschwankungen absichern. Die Produzenten wie Albemarle hingegen lehnen den Kontrakt in Stellungnahmen ab, „der Lithium-Markt würde einfach nicht auf diese Weise funktionieren“. Die Ablehnung ist jedoch kein Wunder, denn ihr Spielraum bei der Preisfestsetzung für Lieferverträge dürfte sich durch den Referenzpreis des Kontrakts fortan deutlich beschränken. Die LME plant eine Barabwicklung (Cash Settlement) von fälligen Futures-Kontrakten, da die chemische Zusammensetzung und unterschiedliche Reinheitsgrade eine physische Lieferung unmöglich machen.

Produktionsausweitungen bringen zwei Jahre lang Druck auf Lithium-Aktien

70 Prozent der Lagerstätten des Rohstoffs befinden sich im „Lithium-Dreieck“ Chile, Argentinien und Bolivien. Dort bilden große Salzseen wie der Atacama, Salinas Grandes, Uyuni und Hombre Muerto enorme Reservoirs. Neben Südamerika und China gibt es vor allem in Australien große Lithium-Minen, in denen aktuell noch rund 60% der weltweiten Fördermenge produziert wird. Chile kommt derzeit auf knapp 19% Marktanteil.

Da in den kommenden Jahren nur wenige Förderstätten neu in Produktion gehen werden, wurde von vielen Experten ein Engpass befürchtet. Denn bis neue Minen und Sole-Projekte produzieren können, sind hohe Investitionen notwendig und es vergehen im Durchschnitt vier bis sieben Jahre. Die Befürchtungen befeuerten die Spekulation und der Lithium-Preis kannte bis Anfang 2018 nur eine Richtung: Nach oben. Die Sorgen vor raschen Engpässen zerstreuten sich jedoch am Jahresanfang 2018. Der Grund dafür: Einige produzierende Minenbetreiber konnten Ihre Produktionskapazitäten vor allem in Australien und Chile überraschend schnell stark ausbauen und sorgten so für überschüssiges Angebot. Im Jahr 2019 kam eine Verlangsamung des Marktwachstums bei Elektrofahrzeugen hinzu, denn in China, dem mit Abstand größten Markt für E-Fahrzeuge wurden Kaufprämien gestrichen. Die Entwicklung bescherte dem Rohstoff, sowie den Aktien der Lithium-Industrie in Folge erhebliche Preisverluste. Einzelne Aktien korrigierten seitdem um bis zu 50% oder mehr.

Laut S&P Global soll sich die jährliche Lithium-Produktionsmenge dank neuer Minen und dem Ausbau der bestehenden Förderanlagen von ca. 500.000 Tonnen im Jahr 2019 bis 2025 auf insgesamt 1,5 Mio. Tonnen verdreifachen. Gleichzeitig steigt aber auch die Nachfrage stark an. Brancheninsider wie Vincent Pedailles von Infinity Lithium erwarten daher, dass das Angebot die Nachfrage bis 2020 decken kann und es danach ab dem Jahr 2021 zu Versorgungsengpässen kommen könnte. Dieses Szenario ist durchaus realistisch: Die Preise von langfristigen Lieferkontrakten, die den Großteil des Handels ausmachen, lagen 2019 bereits um bis zu 5.000 USD pro Tonne über dem aktuellen Handelspreis, dem Spotpreis. Dies zeigt, dass die Marktteilnehmer bereits steigende Preise antizipieren.

Zuletzt stabilisierten sich viele der meisten Aktien und nach der Bodenbildung könnte sich durchaus ein neuer Aufwärtstrend ausbilden. Für langfristig orientierte Anleger stellen die aktuellen Kurse möglicherweise eine interessante Einstiegsgelegenheit dar. Denn parallel zur geplanten Produktionsausdehnung wird auch die Nachfrage stark ansteigen. Auch die Erfindung eines besonders leistungsfähigen, leichteren und umweltfreundlicheren Lithium-Schwefel-Akkus zeigt, dass Lithium weiterhin ein zentraler Bestandteil von Batterien und Akkus bleiben wird.

Auf Marktführer setzen

Wer als Investor in den kommenden Jahren von einem neuen Lithium-Boom profitieren möchte, der sollte dabei auf führende Unternehmen der Branche setzen. Die Erfahrung zeigt nämlich, dass sich die Aktienkurse der Marktführer in allen Branchen langfristig am besten entwickeln. Im Lithiumbereich sollten Sie daher in Unternehmen mit herausragender Marktstellung investieren, die bereits produzierende Anlagen vorweisen können.

Nur wenige kleine Rohstoffexplorer werden zum Produzenten

Die langwierige und vor allem kostspielige Exploration führt dazu, dass nur wenige der kleineren Rohstoffexplorer den Weg zu einer produzierenden Mine erfolgreich bewältigen und überleben. Und selbst im Erfolgsfall kommt es durch zahlreiche Kapitalerhöhungen meist zu einer enormen Verwässerung der betreffenden Aktien. Es zahlt sich daher aus auf bereits produzierende marktführende Unternehmen zu setzen, die ihre Operationen bereits aus dem eigenen operativen Cash Flow finanzieren. Kleinere Werte sind keine soliden Investments, sondern eher als „Lotterielose“ zu betrachten.

Vier Produzenten dominieren die Angebotsseite

Den größten Teil des Marktes teilen sich vier Produzenten untereinander auf, bei denen Lithium teilweise nicht einmal das Hauptprodukt ist: Albemarle, FMC, Tianqi Group und Sociedad Química y Minera de Chile.

Die vier Unternehmen erreichen zusammen einen Marktanteil von über 85%. Zwei dieser Unternehmen stellen wir Ihnen im Folgenden näher vor, sowie einen weiteren aufstrebenden Kandidaten. Alle drei Aktien sind übrigens über ein Zweitlisting auch in Deutschland börsennotiert.

Das sind unsere drei besten Lithium-Aktien 2020:

Albemarle Corporation: 1. Weltmarktführer

Albemarle Corporation (ISIN: US0126531013 – Symbol: ALB – Währung: USD) ist ein US-Chemiekonzern, der neben Lithiumprodukten auch Flammschutzmittel, Katalysatoren und Chemikalien zur Oberflächenbehandlung herstellt. Albemarle ist durch die Übernahme des Konkurrenten Rockwood im Jahr 2015 eigenen Angaben zufolge zum weltgrößten Produzenten von Lithium und Lithiumverbindungen aufgestiegen und erwirtschaftete damit 2018 rund 38% des Konzernumsatzes. Laut Schätzungen kontrolliert der an der Börse derzeit mit rund 8 Mrd. USD bewertete Konzern mittlerweile rund ein Drittel des weltweiten Lithium-Geschäfts.

Hervorragende Geschäftsentwicklung trotz Lithium-Preisschwäche

Im Jahr 2018 wurden Gesamtumsätze in Höhe von 3,4 Mrd. USD erzielt, knapp +10% mehr als im Vorjahr. Der Gewinn wurde von 4,59 USD pro Aktie im Vorjahr um +19% auf 5,48 USD gesteigert. Auch im Jahr 2019 liefen die Geschäfte angesichts des schwächeren Lithiumpreises bislang überraschend gut: So stiegen die Umsätze in den ersten neun Monaten von 2,45 Mrd. USD im Vorjahr um immerhin +6 % auf 2,6 Mrd. USD. Das Ergebnis je Aktie fiel jedoch um -19 % von 5,16 USD je Aktie auf 4,16 USD. Für das Gesamtjahr 2019 wird weiterhin ein um +10% bis +11% gesteigertes Ergebnis von 6,00 USD bis 6,20 USD erwartet, so dass sich beim aktuellen Aktienkurs von 76 USD ein moderates KGV von 12,5 errechnet. Wachstumstreiber des Konzerns ist vor allem die stark gestiegene Lithium-Nachfrage. In den drei Jahren bis 2018 stieg der Anteil von Albemarles Nettogewinn aus Lithiumgeschäften von ca. 6% auf rund 53% und auch 2019 lag der Anteil bislang bei 50 %. Dank des wachsenden Bedarfs an Lithium und geplanten Produktionsausweitungen sowie einer neuen 50 %-Beteiligung am sogenannten Wodgina Lithium-Projekt in Australien dürfte der Gewinnanteil in den kommenden Jahren weiter zulegen.

25 aufeinanderfolgende Jahre mit Dividendenerhöhungen: Frischgebackener Dividenden-Aristokrat

Albermarle zahlt derzeit eine Quartalsdividende von 0,3675 USD, was aufs Jahr hochgerechnet einer Gesamtdividende von 1,47 USD und einer Dividendenrendite von knapp 2% entspricht. Beachtlich ist, dass das Unternehmen die Dividende nun bereits 25 Jahre in Folge gesteigert hat und damit gilt es nun erstmals als sogenannter „Dividenden-Aristokrat“. Es gibt nur wenige Unternehmen, denen es gelingt ihre Dividendenausschüttung an Investoren ähnlich kontinuierlich zu steigern. Ab 25 aufeinander folgenden Jahren mit Dividenden-Erhöhungen wird Unternehmen in den USA daher das Prädikat Dividenden-Aristokrat verliehen – eine besondere Auszeichnung für eine außergewöhnlich starke Dividenden-Entwicklung. Denn um in den Dividendenadel aufgenommen zu werden, genügt es nicht über einige Jahre hinweg eine gute Geschäftsentwicklung zu haben. Da ein Zeitraum von 25 Jahren auch Krisen und Rezessionen umfasst gibt die Betrachtung Aufschluss über die Fähigkeit eines Unternehmens auch in schwierigeren Zeiten erfolgreich zu wirtschaften. In diesen elitären Klub ist nun auch Albemarle vorgestoßen. Und die Aussichten für Dividendenjäger sind auch weiterhin gut: Bis 2024 plant das Unternehmen ein jährliches Dividendenwachstum von mindestens 5 %.

Milliardeninvestitionen in Australien

In Kemerton, in der Nähe von Bunbury in Australien soll eine neue Lithiumhydroxidanlage entstehen. Den Planungen zufolge soll diese Anlage bereits ab 2020 eine Produktionskapazität von 20.000 Tonnen erreichen. Durch eine stufenweise Erweiterung bis 2025 soll der jährliche Output im besten Fall auf 100.000 Tonnen gesteigert werden.

Bei aktuellen Preisen von knapp 9.000 USD pro Tonne Lithium, würde dies einem zusätzlichen Jahresumsatz von 900 Mio. USD entsprechen. Angesichts dieses Potenzials sind die geplanten Investitionen in das Projekt in Höhe von rund einer Mrd. AUD absolut gerechtfertigt. Ein Teil der notwendigen Mittel wurde durch den Verkauf der Katalysatoren-Sparte in die Kassen des Unternehmens gespült. Für insgesamt 413 Mio. USD verkaufte Albemarle den Geschäftsbereich im Jahr 2018 an das Chemieunternehmen W.R. Grace. Neben der Investition in die Mine bei Bunbury erwarb das Unternehmen Ende 2018 für insgesamt 1,15 Mrd. USD auch einen 50% Anteil an der ebenfalls westaustralischen Wodgina-Mine. Bei diesem Projekt wird Lithium aus festem Gestein gewonnen, Produktionspartner ist die australische Firma Mineral Resources.

Aktie langfristig mit Kurspotenzial

Die Aktie von Albemarle hat – getrieben vom Lithium-Boom – in den vergangenen Jahren starke Schwankungen verzeichnet. Von ca. 50 USD Anfang 2016 stieg der Kurs der Aktie bis Ende 2017 auf über 140 USD an, bevor der Kurseinbruch bei den Lithium-Aktien für eine Kurshalbierung auf aktuell 76 USD sorgte.

Chart: Entwicklung der Albemarle Corporation Aktie seit Januar 2015 - Die besten Lithium AktienNach abgeschlossener Bodenbildung könnte die Aktie von diesem Niveau aus – getrieben von der steigenden Nachfrage nach Lithium – wieder an den langfristigen Aufwärtstrend anknüpfen. Durch große neue Explorationsprojekte wird Albemarle den Anteil des Lithiumgeschäfts am Gesamtumsatz weiter ausweiten und seine marktführende Stellung verteidigen. Investoren, die einen etwas längerfristigen Anlagehorizont haben können darauf setzen, dass die Aktie früher oder später wieder ein Kursniveau von 100 USD bis 120 USD erreicht.

Sociedad Quimica Minera de Chile (SQM): 2. Weltmarktführer

Das chilenisches Chemie-Unternehmen Sociedad Quimica Minera de Chile (ISIN: US8336351056 – Symbol: SQM – Währung: USD), mit Sitz in der Hauptstadt Santiago, liefert sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit Albemarle und beansprucht ebenfalls den Titel des größten Lithiumproduzenten der Welt für sich. Wer im Rennen aktuell vorn liegt, ist aber auch unter Experten umstritten. Langfristig betrachtet dürfte SQM allerdings die besseren Karten haben als der US-Konkurrent. Neben Lithiumverbindungen stellt der Konzern noch Düngemittel, Jod, Kalisalze und Industriechemikalien her.

Zur starken Marktstellung von SQM hat vor allem der Fakt beigetragen, dass Chile das mit Abstand lithiumreichste Land der Welt ist und man dort zudem über hervorragende Regierungskontakte verfügt. Im Jahr 2016 wurde das abbaubare Lithiumvorkommen des Landes auf 7,5 Mio. Tonnen geschätzt. China landet mit rund 3 Mio. Tonnen abgeschlagen auf Platz 2.

Die Lithiumreserven, auf die SQM zugreifen kann, garantieren dem Unternehmen auch in naher Zukunft die Rolle eines Marktführers. Im Jahr 2018 wurde mit der chilenischen Regierung eine umfangreiche Vereinbarung zur Steigerung der Lithiumproduktion bis 2025 getroffen. Der jährliche Output beträgt derzeit etwa 50.000 – 60.000 Tonnen und soll den Plänen zufolge bis 2025 auf mindestens 216.000 Tonnen erhöht werden. Lithium-Gewinn aus den chilenischen Salzseen ist allerdings schwer kalkulierbar. Grund dafür ist das Evaporationsverfahren, das durch natürliche Verschmutzungen und vor allem durch Regen immer wieder beeinträchtigt wird. Außerdem gibt es seitens der Regierung strenge Umweltauflagen bezüglich des Wasserverbrauchs.

Lithium mittlerweile wichtigster Geschäftsbereich

Im Jahr 2018 hat das Unternehmen Umsätze in Höhe von 2,3 Mrd. USD erzielt – rund +5% mehr als im Vorjahr. Dabei wurde der Gewinn je Aktie leicht von 1,63 USD um +2,5% auf 1,67 USD gesteigert. In den ersten neun Monaten 2019 ging der Umsatz leicht von 1,7 Mrd. USD im Vorjahr um -14% auf 1,5 Mrd. USD zurück. Das Ergebnis je Aktie fiel etwas stärker von 1,26 USD um -28,4% auf 0,80 USD. Vor allem niedrigere Absatzpreise hätten zu den Rückgängen geführt. Auf Jahresebene entgegen der ursprünglichen Erwartung ebenfalls deutliche Gewinnrückgänge verbucht werden.

Rund 27% der Umsätze des Unternehmens entfallen auf und mit 38% Anteil am Gesamtgewinn ist das Lithium-Geschäft auch weiterhin der wichtigste und nach wie vor profitabelste Geschäftsbereich von SQM.

Neue Projekte in Argentinien, Chile und Australien

Mit neuen Lithiumprojekten in Argentinien, Chile und Australien wird versucht, die Marktführerschaft deutlich auszubauen. Eine Lithium-Raffinerie soll beispielsweise in Kemerton in Nachbarschaft der geplanten Albemarle-Anlage entstehen. Die SQM-Raffinerie ist Teil des Joint-Venture-Vertrages, den die Chilenen mit der australischen Firma Kidman Resources abgeschlossen haben.

Aktie im langfristigen Aufwärtstrend

Die SQM-Aktie ist über Hinterlegungsscheine sog. „ADRs“ an der US-Börse NYSE gelistet. Mit einer aktuellen Marktkapitalisierung von ca. 8 Mrd. USD ist das Unternehmen kein kleines Bergbau-Unternehmen mehr.

Die besten Lithium Aktien: Sociedad Quimica Minera de Chile Aktie | LYNX Online BrokerNachdem die Aktie im Jahr 2015 bei ca. 12,50 USD ein Tief markierte, ist sie im Hoch bis auf über 63 USD geklettert. Seit September 2017 konsolidiert der Wert und notiert aktuell bei etwa 30 USD. Da SQM von der langfristigen Produktionsausweitung profitiert, könnte die Aktie langfristig interessant sein. Bei einem erwarteten Gewinn von 1,11 USD je Aktie im abgeschlossenen Geschäftsjahr 2019 und erwarteten 1,33 USD Gewinn für das Jahr 2020 ist SQM mit einem KGV von 23 trotz der Kursrückgänge kein wirkliches Schnäppchen. Dennoch bieten sich durch die laufende Korrektur langfristig interessante Einstiegskurse im Bereich von 28 USD bis 29 USD mit mittel- bis langfristigen Kurszielen im Bereich von 40 bis 42 USD.

Orocobre: Aufstrebender Lithiumproduzent wieder im Aufwärtstrend

Lithium, Boron und Pottasche sind die Hauptprodukte des australischen Bergbaukonzerns Orocobre (ISIN: AU000000ORE0 – Symbol: ORE – Währung: AUD), welcher im Jahr 2015 das Salar-de-Olaroz-Projekt im Nordwesten Argentiniens nach sieben Jahren kostenintensiver Exploration in Produktion brachte.

Das Projekt an dem Orocobre zu zwei Drittel beteiligt ist, wird gemeinsam mit dem japanischen Konzern Toyota Tsusho und einem lokalen Partner betrieben. Insgesamt wurden im Olaroz Salzsee 6,4 Mio. Tonnen Lithiumcarbonat nachgewiesen, was der Mine eine Betriebsdauer von mehr als 40 Jahren garantiert.

Strategische Partnerschaft mit Toyota

Der japanische Autobauer Toyota, mit dem bereits seit 2010 eine enge Zusammenarbeit besteht, beteiligte sich Anfang 2018 mit rund 15% an dem aufstrebenden Bergbaukonzern. Mit einem Investment von 232 Mio. USD sicherte sich Toyota den Zugang zu Lithium für die Batterien künftiger Elektroautos.

Das eingenommene Kapital wurde in erster Linie für den Ausbau des Olaroz-Projekts verwendet, das ab dem 2. Halbjahr 2019/20 eine zusätzliche Kapazität von 25.000 Tonnen bieten soll. Die Erweiterung verdoppelt die Gesamtkapazität des Projekts auf bis zu 42.500 Tonnen pro Jahr . Ein Teil der zusätzlichen Menge soll in einer neuen Lithiumhydroxid-Anlage im japanischen Fukushima aufbereitet werden.

Kostenführerschaft vs. länderspezifische Risiken

Die Abbaukosten von Orocobre gehören mit ca. 4.300 USD je Tonne zu den geringsten in der gesamten Lithium-Bergbau-Branche und verschaffen dem Konzern einen glänzenden Wettbewerbsvorteil. Mittelfristig sollen die Kosten auf unter 3.000 USD je Tonne gedrückt werden. Im Verkauf erzielte das Unternehmen im Geschäftsjahr 2018/19 für den produzierten Reinheitsgrad über 10.300 USD je Tonne, so dass das Projekt trotz der gesunkenen Preise sehr profitabel ist.

Allerdings wurde von der argentinischen Regierung kürzlich eine (zunächst) bis 2020 befristete Exportsteuer in Höhe von 8% eingeführt, um das Vertrauen von ausländischen Investoren zu gewinnen und Finanzhilfen anzuziehen. Diese Abgabe belastet das Geschäft von Orocobre jedoch spürbar und war neben heftigen Währungsturbulenzen einer der Gründe für die zuletzt sehr schwache Aktienkursentwicklung. Die länderspezifischen Risiken sind bei Orocobre insgesamt eher als überdurchschnittlich einzuschätzen.

2019: Produktion unter den selbst gesteckten Zielen

Im Geschäftsjahr 2018/19 wurden 12.600 Tonnen Lithium produziert, eine minimale Steigerung im Vergleich zum Vorjahr. Heftige Regenfälle rund um die Lithium-Fabrik Olaroz in Argentinien hatten den Ausstoß des Projekts deutlich reduziert. Die Niederschläge verursachten zwar keine Produktionsstillstände verdünnten allerdings die Sole so stark, dass sich der Lithium-Karbonat-Output stark verringerte. Im Durchschnitt wurden 2019 Preise in Höhe von 10.300 USD pro Tonne realisiert, was im Vergleich zum Vorjahr ein Minus von -18 % bedeutete. Entsprechend ging auch der Umsatz um -16 % auf 125 Mio. USD zurück. Aufgrund von Einmaleffekten wie beispielsweise einer Steuergutschrift von 19,5 Mio. USD wurde trotzdem ein hoher Nettogewinn von 54,6 Mio. USD bzw. 0,21 USD pro Aktie erzielt, der jedoch entsprechend nicht mit dem Vorjahresergebnis von 1,9 Mio. USD bzw. 0,008 USD je Aktie vergleichbar ist.

Mit 280 Mio. USD ist das Finanzpolster komfortabel genug, um alle notwendigen Investitionen zu finanzieren. Einen Ausblick auf das Jahr 2019/ 20 gab das Unternehmen bislang nicht, aber vor allem im zweiten Halbjahr dürfte die Produktion im Falle einer planmäßigen Inbetriebnahme der zweiten Ausbaustufe des Olaroz-Projekts stark anziehen. Deshalb ist unterm Strich mit deutlichen Zuwächsen zu rechnen.

Kleinen Rücksetzer zum spekulativen Einstieg abwarten

 Mit einer Marktkapitalisierung von knapp 640 Mio. Euro ist Orocobre im Vergleich zu den Branchenriesen noch ein relativ kleiner Rohstoffkonzern. Allerdings entwickelt sich das kostenführende Unternehmen trotz aller Preisschwankungen, länderspezifischen Schwierigkeiten in Argentinien sehr gut, was sich an der nach wie vor hohen Gewinnmarge ablesen lässt.

Chart: Entwicklung der Orocobre Aktie seit Januar 2015 - Die besten Lithium AktienDie in den beiden Rohstoffländern Australien und Kanada gehandelte Aktie notierte im Jahr 2016 noch unter 1,50 AUD und stieg unter immensen Schwankungen auf rund 7,40 AUD. Den Rücksetzer der im Tief bis auf 2,18 AUD (ca. 1,35 EUR) führte, hatten wir Ihnen bereits im Sommer als exzellente Nachkaufgelegenheit beschrieben. Seitdem kletterte die Aktie stark und verdoppelte sich bis Mitte Januar fast wieder auf bis zu 3,96 AUD (2,44 EUR). Aktuell liegt der Kurs bei 3,70 AUD (2,44 EUR). Kurse im Bereich von 3,50 AUD (2,20 EUR) können weiterhin zum Einstieg genutzt werden. Denn kann Orocobre die Lithiumproduktion in den kommenden Jahren bei konstant niedrigen Produktionskosten stetig steigern, so winkt ein attraktives Kurssteigerungspotenzial.

Die Argentinien-spezifischen Risiken sind nach dem Steuerschock und den Währungsturbulenzen aus unserer Sicht mittlerweile ausreichend im Aktienkurs eingepreist. Sollten die Exportzölle wie geplant im Jahr 2020 wieder aufgehoben werden, so winkt ein zusätzlicher Gewinnhebel. Mit Toyota hat man zudem einen starken und finanzkräftigen Partner im Rücken, der auch bei Finanzengpässen sicher jederzeit parat stünde. Ein solches Szenario ist jedoch aufgrund der hohen Barreserven aktuell nicht absehbar, aber früher oder später natürlich denkbar. Die spekulativste der drei vorgestellten Aktien ist aufgrund ihrer Schwankungsanfälligkeit jedoch nichts für Anleger mit schwachen Nerven.

 

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