Die besten Lithium Aktien

Die Welt der Automobile ist im Umbruch, denn der Anteil von Autos mit Hybridantrieb oder Elektromotor wird in den kommenden Jahren kräftig steigen. Um geeignete Akkus bauen zu können, werden allerdings große Mengen an Lithium benötigt. Es ist daher kein Wunder, dass der begehrte Rohstoff an der Börse seit Jahren ein heißes Thema ist. Aber nicht nur der Preis für Lithium selbst hat sich in den vergangenen Jahren vervielfacht.

Anleger kaufen im großen Stil Aktien von Unternehmen, die irgendwie mit Lithium zu tun haben. Deshalb sind die Papiere von Fördergesellschaften, Explorern und Batterie-Herstellern regelrecht in die Höhe geschossen. Wer trotz der bereits hohen Bewertungen noch einsteigen will, sollte wirklich genau hinschauen, denn Lithium-Aktien sind eine heiße Wette auf die Zukunft.

Zukunftsmarkt Lithium

Für Lithium, das leichteste aller Metalle, gibt es zahlreiche Anwendungsgebiete. Dazu zählen neben Batterien & Akkus u.a. Glas- & Keramik, Schmiermittel und Klimaanlagen. Doch starkes Wachstum verspricht vor allem die Verwendung des Rohstoffs als Stromspeicher.

Der Elektroautohersteller Tesla baut und plant zum Beispiel gleich mehrere so genannte Gigafabriken, um den eigenen Bedarf an Akkus zu bedienen. Übrigens nicht nur für Elektroautos, sondern auch für Stromspeicher in Privathaushalten z.B. in Kombination mit Solaranlagen. Im Fokus der Anleger steht jedoch vor allem der Automobilmarkt.

Aktuell liegt der Anteil der Elektrofahrzeuge bei den Neuzulassungen weltweit noch unter einem Prozent. In den nächsten 2 Jahren werden nach Tesla aber auch die herkömmlichen Autohersteller mit wettbewerbsfähigen Elektromodellen auf den Markt drängen.

Marktvolumen vor Vervielfachung

Es wird erwartet, dass die Anzahl der neu verkauften Elektroautos in den kommenden Jahren auf fünf bis sechs Mio. Fahrzeuge steigt, was einem Marktanteil von ungefähr fünf bis sieben Prozent entspricht.

Aufgrund dessen wird bereits im Jahr 2025 ein zusätzlicher Bedarf an Lithiumcarbonat von mindestens 250.000 bis 300.000 Tonnen erwartet. Das Marktvolumen, das derzeit jährlich etwa bei 210.000 Tonnen liegt, würde sich demnach mehr als verdoppeln. Auch längerfristig wird die jährliche Wachstumsrate des Bedarfs auf +10 % bis +14 % geschätzt.

Engpass befürchtet

70 Prozent der Lagerstätten des Rohstoffs befinden sich im „Lithium-Dreieck“ Chile, Argentinien und Bolivien. Dort bilden große Salzseen wie der Atacama, Salinas Grandes, Uyuni und Hombre Muerto enorme Reservoirs. Neben Südamerika gibt es aber auch in Australien große Lithium-Minen.

Da in den kommenden Jahren aber nur wenige Förderstätten neu in Produktion gehen werden, wird von vielen Experten ein Engpass befürchtet. Bis entsprechende Minen und Sole-Projekte in Produktion gehen, sind hohe Investitionen notwendig und es vergehen im Durchschnitt vier bis sieben Jahre.

Auf Marktführer setzen

Wer als Investor in den kommenden Jahren vom Lithium-Boom profitieren möchte, der sollte auf führende Unternehmen der Branche setzen. Die Erfahrung zeigt nämlich, dass sich die Aktienkurse der Marktführer in allen Branchen langfristig am besten entwickeln. Im Lithiumbereich sollten Sie daher in Unternehmen mit herausragender Marktstellung investierenm, die bereits produzierende Anlagen vorweisen können.

Nur wenige kleine Rohstoffexplorer werden zum Produzenten

Die langwierige und vor allem kostspielige Exploration führt dazu, dass nur wenige der kleineren Rohstoffexplorer den Weg zu einer produzierenden Mine erfolgreich bewältigen und überleben. Und selbst im Erfolgsfall kommt es durch zahlreiche Kapitalerhöhungen meist zu einer enormen Verwässerung der betreffenden Aktien. Es zahlt sich daher aus auf finanzkräftige, marktführende Unternehmen zu setzen, anstatt sich kleinere Werte als Lotterielose ins Depot zu legen.

Lithium ETF als Alternative zu Aktien

Wer nicht auf eine Einzelaktie, sondern auf eine positive Entwicklung der gesamten Branche setzen will, der kann auch in einen Lithium ETF wie GLOBAL X LITHIUM & Battery ETF (ISIN: US37954Y8553 – US-Symbol: LIT – Währung: USD) investieren. Im Portfolio des ETFs befinden sich neben dem Rohstoff Lithium selbst, die Aktien zahlreicher Lithium-Unternehmen.

Vier Produzenten dominieren die Angebotsseite

Den größten Teil des Marktes teilen sich vier Produzenten untereinander auf, bei denen Lithium teilweise nicht einmal das Hauptprodukt ist: Albemarle, FMC, Tianqi Group und Sociedad Química y Minera de Chile.

Die vier Unternehmen erreichen zusammen einen Marktanteil von über 85 %. Zwei dieser Unternehmen stellen wir Ihnen heute näher vor, sowie einen weiteren aufstrebenden Kandidaten. Alle drei Aktien sind übrigens über ein Zweitlisting auch in Deutschland börsennotiert.

Das sind unsere drei besten Lithium-Aktien:

Albemarle Corporation: 1. Weltmarktführer

Albemarle Corporation (ISIN: US0126531013 – Symbol: ALB – Währung: USD) ist ein US-Chemiekonzern, der neben Lithiumprodukten auch Flammschutzmittel, Katalysatoren und Chemikalien zur Oberflächenbehandlung herstellt. Albemarle ist durch die Übernahme des Konkurrenten Rockwood im Jahr 2015 eigenen Angaben zufolge zum weltgrößten Produzenten von Lithium und Lithiumverbindungen aufgestiegen. Laut Schätzungen kontrolliert der Konzern mittlerweile rund ein Drittel des weltweiten Lithium-Geschäfts.

Wachstumstreiber Lithium

In den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres wurden Gesamtumsätze in Höhe von 2,2 Mrd. USD erzielt, rund +12 % mehr als im Vorjahr. Der Gewinn wurde von 2,78 USD pro Aktie im Vorjahr um +17 % auf 3,26 USD gesteigert. Für das Gesamtjahr werden rund 3 Mrd. USD Umsatz, sowie ein Gewinn je Aktie von 4,40 USD bis 4,50 USD erwartet.

Wachstumstreiber des Konzerns ist vor allem die stark gestiegene Lithium-Nachfrage. In den letzten zwei Jahren stieg der Anteil von Albemarles Nettogewinn aus Lithiumgeschäften von ca. 6 % auf über 27 %. Ein Ende des Wachstums ist durch den wachsenden Bedarf an Lithium nicht in Sicht und so dürfte der Gewinnanteil weiterhin überproportional steigen.

Milliardeninvestitionen in Australien

In Kemerton, in der Nähe von Bunbury in Australien soll eine neue Lithiumhydroxidanlage entstehen. Den Planungen zufolge soll diese Anlage bereits ab 2020 eine Produktionskapazität von 20.000 Tonnen erreichen. Durch eine stufenweise Erweiterung bis 2025 soll der jährliche Output im besten Fall auf 100.000 Tonnen gesteigert werden.

Bei aktuellen Preisen von 14.000 USD pro Tonne Lithium, würde dies einem zusätzlichen Jahresumsatz von 1,4 Mrd. USD entsprechen. Angesichts dieses Potenzials und der hohen Gewinnmargen, sind die geplanten Investitionen in das Projekt in Höhe von rund einer Mrd. AUD absolut gerechtfertigt.

Aktie langfristig mit Kurspotenzial

Die Aktie von Albemarle hat sich – getrieben vom Lithium-Boom – in den vergangenen Jahren hervorragend entwickelt. Von ca. 50 USD Anfang 2016 stieg der Kurs der Aktie zuletzt auf über 140 USD an.

Getrieben von der hohen Nachfrage nach Lithium dürfte der langfristige Aufwärtstrend der Aktie auch weiterhin anhalten. Durch große neue Explorationsprojekte wird Albemarle den Anteil des Lithiumgeschäfts am Gesamtumsatz weiter ausweiten und seine marktführende Stellung behaupten.

Investoren sollten jedoch aufgrund der Korrekturgefahr nach den Anstiegen einen etwas längerfristigen Anlagehorizont haben.

Sociedad Quimica Minera de Chile (SQM): 2. Weltmarktführer

Das chilenisches Chemie-Unternehmen Sociedad Quimica Minera de Chile (ISIN: US8336351056 – Symbol: SQM – Währung: USD), mit Sitz in der Hauptstadt Santiago, liefert sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit Albemarle und beansprucht ebenfalls den Titel des größten Lithiumproduzenten der Welt für sich. Wer im Rennen aktuell vorn liegt, ist aber auch unter Experten umstritten.

Zur starken Marktstellung von SQM hat vor allem der Fakt beigetragen, dass Chile das mit Abstand lithiumreichste Land der Welt ist. So wurde im Jahr 2016 das abbaubare Lithiumvorkommen des Landes auf 7,5 Mio. Tonnen geschätzt. China landet mit rund 3 Mio. Tonnen abgeschlagen auf Platz 2.

Die Lithiumreserven, auf die SQM zugreifen kann, garantieren dem Unternehmen auch in naher Zukunft die Rolle eines Marktführers. Neben Lithiumverbindungen stellt der Konzern noch Düngemittel, Jod, Kalisalze und Industriechemikalien her.

Lithium mittlerweile wichtigster Geschäftsbereich

In den ersten neun Monaten des Jahres 2017 hat das Unternehmen Umsätze in Höhe von 1,6 Mrd. USD erzielt –rund +14 % mehr als im Vorjahr. Dabei wurde der Gewinn je Aktie von 0,75 USD um +61 % auf 1,21 USD gesteigert.

Rund 30 % der Umsätze des Unternehmens entfallen bereits auf Lithium – mit steigender Tendenz, denn gegenüber dem Vorjahr wuchs der Umsatz im Segment Lithium um +38%. Dazu trugen natürlich auch die gestiegenen Preise für den Rohstoff bei.

Mit 61 % Anteil am Gesamtgewinn ist das Lithium-Geschäft mittlerweile der wichtigste und gleichzeitig profitabelste Geschäftsbereich von SQM.

Neue Projekte in Argentinien, Chile und Australien

Mit neuen Lithiumprojekten in Argentinien, Chile und Australien wird versucht, die Marktführerschaft bis zum Jahr 2018 deutlich ausgebaut werden. Eine Lithium-Raffinerie soll beispielsweise in Kemerton in Nachbarschaft der geplanten Albemarle-Anlage entstehen. Die SQM-Raffinerie ist Teil des Joint-Venture-Vertrages, den die Chilenen mit der australischen Firma Kidman Resources abgeschlossen haben.

Aktie im Aufwärtstrend

Die SQM-Aktie ist über Hinterlegungsscheine sog. „ADRs“ an der US-Börse NYSE gelistet. Mit einer aktuellen Marktkapitalisierung von ca. 14 Mrd. USD ist das Unternehmen kein kleines Bergbau-Unternehmen.

Nachdem die Aktie im Jahr 2015 bei ca. 12,50 USD ein Tief markierte, ist sie im Hoch bis auf über 63 USD geklettert. Seit September konsolidiert der Wert und notiert aktuell bei etwa 54 USD.

Bei einem erwarteten Gewinn von 1,63 USD je Aktie im laufenden Geschäftsjahr ist SQM bereits ambitioniert bewertet. Mit etwas Glück könnte die laufende Korrektur zu langfristig interessanten Einstiegskurse im Bereich von 45 bis 50 USD führen.

Orocobre: Aufstrebender Lithiumproduzent

Lithium, Boron und Pottasche sind die Hauptprodukte des australischen Bergbaukonzerns Orocobre (ISIN: AU000000ORE0 – Symbol: ORE – Währung: AUD), welcher im Jahr 2015 das Salar-de-Olaroz-Projekt im Nordwesten Argentiniens nach sieben Jahren kostenintensiver Exploration in Produktion brachte.

Das Projekt an dem Orocobre zu zwei Drittel beteiligt ist, wird gemeinsam mit dem japanischen Konzern Toyota Tsusho und einem lokalen Partner betrieben. Insgesamt wurden im Olaroz Salzsee 6,4 Mio. Tonnen Lithiumcarbonat nachgewiesen, was der Mine eine Betriebsdauer von mehr als 40 Jahren garantiert.

Kostenführerschaft als Wettbewerbsvorteil

Die Abbaukosten von Orocobre gehören mit ca. 3.500 USD je Tonne zu den geringsten in der gesamten Lithium-Bergbau-Branche und verschaffen dem Konzern einen glänzenden Wettbewerbsvorteil. Mittelfristig sollen die Kosten gar auf 2.500 USD je Tonne gedrückt werden.

Im Verkauf erzielt das Unternehmen derzeit für den entsprechenden Reinheitsgrad über 11.000 USD je Tonne, so dass das Projekt bereits hochprofitabel ist.

2017 sollen insgesamt 14.000 Tonnen Lithiumcarbonat produziert werden, was einem Umsatz von ca. 150 Mio. USD entspricht. Zwei Drittel davon entfallen auf Orocobre. Für die kommenden Jahre werden weitere Produktionssteigerungen erwartet. Mit rund 46 Mio. USD sind auch die dafür notwendigen liquiden Mittel vorhanden.

Für Neueinstiege Rücksetzer abwarten

Mit einer Marktkapitalisierung von ca. 800 Mio. Euro ist Orocobre im Vergleich zu den Branchenriesen noch ein relativ kleiner Rohstoffkonzern. Allerdings entwickelt sich das kostenführende Unternehmen nach einigen Startschwierigkeiten mittlerweile prächtig, was sich auch an der positiven Aktienkursentwicklung ablesen lässt.

Die in den beiden Rohstoffländern Australien und Kanada gehandelte Aktie notierte im Jahr 2016 noch unter einem Euro. Mittlerweile stieg der Kurs unter immensen Schwankungen auf rund 6,30 AUD.

Aufgrund der zuletzt starken Kursanstiege sollten für Neueinstiege Rücksetzer in den Bereich 4,50 bis 5,50 AUD abgewartet werden. Kann die Lithiumproduktion in den kommenden Jahren bei konstant niedrigen Produktionskosten stetig gesteigert werden, so winkt weiteres Kurspotenzial. Die Aktie ist aufgrund ihrer Schwankungsanfälligkeit jedoch nichts für Anleger mit schwachen Nerven.

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