Megatrend E-Mobility: Die besten Elektromobilitäts-Aktien und Batterie-Aktien 2020

Das sind die besten Elektroauto-Aktien und Batterie-Aktien für 2020, um vom E-Mobility Trend zu profitieren

Der Automobilmarkt ist in Bewegung: Zwischen 2011 und 2018 hat sich die Anzahl der weltweit verkauften Elektroautos alle 15 Monate verdoppelt, bis es im letzten Jahr aufgrund von zurückgefahrenen Förderungen zu einer Verschnaufpause kam.

Allein im Jahr 2018 hat sich die Zahl der Elektro- und Plug-in-Hybridautos auf den Straßen laut „Global Electric Vehicles Outlook“ der Internationalen Energieagentur (IEA) um 2 Mio. auf 5,2 Mio. erhöht. Auch wenn der Anteil bei den Neuzulassungen noch bei überschaubaren 2,4% liegt, ist der Trend nicht mehr zu stoppen. Bereits im Jahr 2022 soll weltweit jeder zehnte Neuwagen ein E-Auto sein. Das Thema E-Mobility boomt auf allen Ebenen: Neben Elektroautos umfasst die Branche auch eBikes, eScooter, Elektro-Motorräder, -Nutzfahrzeuge und -Busse.

Wegen des Wachstums der Elektromobilitäts-Branche wird auch die Nachfrage nach Batterien und nach den hierfür benötigten Rohstoffen wie Lithium (Die besten Lithium Aktien) oder Kobalt (Die besten Kobalt Aktien) stark ansteigen. In diesem Artikel möchten wir für Sie einen direkten Blick auf die Elektromobilitäts-Branche werfen und uns Profiteure des Booms ansehen, also beispielsweise Akku- und Batteriehersteller. Damit möchten wir Ihnen die aus unserer Sicht besten Aktien vorstellen, mit denen Sie vom Trend Elektromobilität profitieren können.

Die Welt der Automobile im Umbruch

Viele Jahrzehnte lang hat sich im Automobilmarkt relativ wenig getan. Nun aber ist die Welt der Automobile im Umbruch und die Tage des herkömmlichen Verbrennungsmotors sind gezählt. Schon in absehbarer Zukunft werden wohl die letzten Exemplare vom Band laufen, denn die Zukunft des Automobils ist elektrisch: Der Anteil von Autos mit Hybridantrieb oder Elektromotor wird bereits in den kommenden Jahren kräftig steigen. Experten erwarten, dass die Anzahl der neu verkauften Elektroautos von aktuell zwei Millionen Fahrzeugen im Jahr 2018 in spätestens zwei bis drei Jahren auf fünf bis sechs Mio. Fahrzeuge pro Jahr wächst. Dies würde einem Marktanteil von ungefähr fünf bis sieben Prozent entsprechen. Das Researchhaus Polaris rechnet damit, dass das Umsatzvolumen des E-Mobility-Marktes, das im Jahr 2019 noch bei geschätzten 182 Mrd. USD lag, im Jahr 2026 bereits 912 Mrd. USD beträgt. Im Jahr darauf soll bereits an der Umsatzmarke von 1 Billion USD gekratzt werden. Der Trend, der sich nicht mehr aufhalten lässt, wird in der Automobil- und Zulieferindustrie zweifellos zu gewaltigen Veränderungen und Verwerfungen führen und Gewinner und Verlierer hervorbringen.

Tesla schafft Durchbruch mit dem Model 3

Pionier und Wegbereiter der Elektromobilität ist das im Jahr 2003 von Elon Musk gegründete Unternehmen Tesla. Obwohl Kritik und Skepsis das Unternehmen stets begleitet haben, hat Tesla nach einigen operativen Krisen und Verzögerungen nun offenbar die größten Hindernisse gemeistert und mit dem Model 3 ein relativ erschwingliches Elektroauto für die Mittelschicht erfolgreich auf den Markt gebracht. Ab dem Jahr 2020 peilt Tesla 500.000 Elektroauto-Verkäufe pro Jahr an nach 367.500 im Jahr 2019. Die Reichweite eines Teslas soll mittelfristig auf 650 km pro Ladevorgang steigen. Die großen Automobilhersteller ziehen mittlerweile mit mehr oder weniger Elan nach und entwickeln eigene Elektromodelle. Spätestens ab diesem Jahr wird daher mit der Markteinführung zahlreicher alltagstauglicher Elektroautos gerechnet.

VW mit 70-Milliarden-Investitionsplan: „Das Auto wird gerade neu erfunden“

Ein regelrechter Paukenschlag war vor drei Jahren die Ankündigung von Volkswagen, mittelfristig mindestens 70 Mrd. Euro in eine Elektro-Offensive investieren zu wollen. Dabei sollen 50 Mrd. Euro in die Entwicklung und Produktion von Batterien fließen und 20 Mrd. in elektrische Fahrzeuge. Bislang hatten die meisten großen Autokonzerne relativ zögerlich investiert. VW hat nach der Dieselkrise nun offensichtlich die Zeichen der Zeit erkannt und das Rennen um Marktanteile endgültig eröffnet. Unter anderem soll der Standort Zwickau zum reinen E-Auto-Werk werden. Konzernchef Matthias Müller bezeichnete die Investitionspläne als Kraftakt und sagte „Das Auto wird gerade neu erfunden“.

Bis 2025 planen die Volkswagen Konzernmarken VW, Audi, Seat, Skoda, Porsche und Bentley insgesamt über 80 Modelle mit E-Motor, darunter rund 50 reine Elektroautos und 30 Hybridmodelle. Bis zum Jahr 2030 soll dann die komplette Modellpalette elektrifiziert sein. Autoexperte Stefan Bratzel erwartet, dass bis 2025 jedes vierte Auto des Volkswagen Konzerns elektrisch betrieben wird. Anfang 2019 erhöhte der Konzern das Absatzziel für die kommenden 10 Jahre von 15 Mio. Elektroautos auf 22 Mio. Fahrzeuge.

China peilt Verbot von Verbrennungsmotoren an und führt E-Auto-Quoten ein

Vorreiter in Sachen Elektromobilität ist jedoch China. Das Reich der Mitte war 2018 und 2019 laut Center of Automotive Management (CAM) mit jeweils mehr als 1 Mio. E-Auto-Neuzulassungen und zuletzt 4,7% Marktanteil unter den großen Industrienationen erneut weltweiter Spitzenreiter in Sachen Elektromobilität, auch wenn die Verkäufe aufgrund von Förderkürzungen von 1,26 Mio. Einheiten im Jahr 2018 leicht auf 1,21 Mio. Elektroautos zurückgingen..

Ein Grund für die führende Rolle der Chinesen: Die Regierung macht dort Nägel mit Köpfen und hat beispielsweise bereits ein Verbot von Verbrennungsmotoren angekündigt. Ein konkretes Datum steht zwar noch nicht im Raum, aber Experten vermuten, dass es bis 2035 bzw. bis spätestens 2040 so weit sein könnte. Bis dahin dürften – neben E-Auto-Quoten für Hersteller – noch einige weitere Maßnahmen beschlossen werden, um möglichst schnell viele Elektrofahrzeuge auf chinesische Straßen zu bringen. Schon ab dem Jahr 2018 mussten acht Prozent der in China verkauften Automobile elektrisch betrieben sein. Dieses Jahr steigt die Quote bereits auf 12%.

Elektroauto-Förderung in Deutschland

Die deutsche Regierung setzt bei ihren Fördermaßnahmen vor allem auf eine Ankurbelung der Elektroauto-Nachfrage. So hat der Bund die „Umweltbonus“ genannte Kaufprämie für neue Elektroautos, Plug-in-Hybride und Wasserstofffahrzeuge am 19. Februar auf bis zu 6.000 Euro je Fahrzeug erhöht. Gleichzeitig wurde der Umweltbonus bis 2025 verlängert, Bund und Autoindustrie übernehmen die Kosten jeweils zur Hälfte. An Bundesmitteln sind 2,1 Mrd. Euro eingeplant, so dass insgesamt weitere 650.000 bis 700.000 Elektrofahrzeuge gefördert werden können. Das ist aus Sicht der Bundesregierung auch notwendig, denn um die Klimaziele zu erreichen seien bis 2030 mindestens sieben bis zehn Mio. E-Autos in Deutschland notwendig. Der Umweltbonus war 2016 eingeführt worden und erfüllte die Erwartungen bislang noch nicht. Bis Ende Januar 2020 gab es gerade mal 173.841 Anträge, von denen rund zwei Drittel auf reine E-Autos entfielen.

Entscheidende Faktoren: Ladeinfrastruktur, Reichweite und Preisunterschiede

Trotz attraktiver Kaufprämie gibt es beim Ausbau der Elektromobilität in Deutschland noch verschiedene Hemmnisse unter anderem die fehlende flächendeckende Lade-Infrastruktur. Für den Verband der Automobilindustrie (VDA) wäre daher vor allem der schnelle und nachhaltige Ausbau der Ladeinfrastruktur wichtigste Voraussetzung für rasche Erfolge in der Elektromobilität. Die laut Bundesnetzagentur aktuell rund 20.700 öffentlichen Ladestationen in Deutschland seien dem Verband zufolge „absolut unzureichend“.

Denn wie schnell sich das Elektroauto tatsächlich durchsetzt steht in direktem Zusammenhang mit der vorhandenen Infrastruktur. In einer Umfrage des Forsa-Instituts setzten 90 Prozent der Befragten eine gut ausgebaute Ladeinfrastruktur als entscheidende Grundvoraussetzung für Elektroauto-Käufe voraus. Jeweils ca. 80% der Teilnehmer wünschen sich zudem eine Reichweite von mehr als 500 km, sowie keine oder nur geringe Preisunterschiede zu Verbrenner-Autos. Mittlerweile sind dies bei weitem keine unrealistischen Vorstellungen mehr. Daher ist es nur noch eine Frage von wenigen Jahren, bis Elektromobilität den Benzinmotor als Standard verdrängt.

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Die besten Elektromobilitäts-Aktien und Batterie-Aktien 2020

Neben Elektroautopionier Tesla gibt es rund um das Thema E-Mobility zahlreiche Technologiekonzerne und Akku- bzw. Batteriehersteller, die besonders stark vom Aufstieg des Elektroantriebs profitieren. Drei dieser E-Mobility-Unternehmen stellen wir Ihnen jetzt vor.

BYD: Größter Akku- und Elektroautohersteller der Welt

BYD (ISIN: CNE100000296 – Symbol: BY6 – Währung: EUR) ist weltweit nicht nur der größte Elektroautohersteller, sondern auch der größte Produzent von wiederaufladbaren Akkus und anderen Stromspeicherlösungen. Diese werden vor allem in Mobiltelefonen, aber auch in den eigenen Elektrofahrzeugen eingesetzt. Aber auch für Kraftwerke und Privathaushalte gibt es innovative Stromspeicherlösungen. Zuletzt litt das Unternehmen unter dem Handelskrieg USA-China, der sich mittlerweile jedoch dank eines vorläufigen Abkommens stark entspannt hat.

Weil die Nachfrage nach den Batterien und Stromspeicherlösungen getrieben durch den Elektroautoboom in den kommenden Jahren weiter durch die Decke gehen dürfte, stehen dem in Hong Kong börsengelisteten Unternehmen glänzende Zeiten ins Haus. Unternehmensgründer Wang Chuan-Fu hat das ehrgeizige Ziel mit seinem Unternehmen, das nach dem Akronym „Build Your Dream“ benannt wurde, einmal mehr als 150 Mrd. USD Umsatz zu erzielen. Im Vergleich zu 2018 würde dies glatt eine Verachtfachung bedeuten.

Jahrelanges Kopf an Kopf-Rennen mit Tesla

Auch im vergangenen Jahr 2019 lieferte sich BYD ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit dem Konkurrenten Tesla, beide Unternehmen kommen am Weltmarkt für elektrifizierte PKWs auf einen knapp zweistelligen prozentualen Anteil. Im Vorjahr hatte BYD dank des gewaltigen Heimatmarktes noch rund 5.000 Elektroautos mehr als Konkurrent Tesla verkaufen können und so dreimal in Folge den Titel als weltweit größter Elektroautoproduzent für sich beanspruchen können. Im Jahr 2019 holte sich Tesla die Krone allerdings zurück und führt nun mit deutlichem Abstand. Insgesamt hat Tesla zwischen 2012 und 2019 rund 900.000 Autos verkauft, während BYD im selben Zeitraum auf 750.000 Fahrzeuge kam.

BYD verfügt im Gegensatz zu Tesla jedoch über eine deutlich breitere Produktpalette. Während Tesla insgesamt gerade mal vier Modelle im Angebot hat, verfügt BYD über vier PKW, drei Hybridfahrzeuge, sowie sechzehn elektrische Nutzfahrzeuge und Busmodelle. Bei Elektrobussen ist BYD besonders stark. Laut Spiegel sind von weltweit knapp 400.000 elektrisch betriebenen Bussen satte 99% in China unterwegs. Damit fahren rund 20% der öffentlichen Busse in China bereits elektrisch – mit steigender Tendenz. Viele davon stammen aus dem Hause BYD. Doch auch außerhalb des Heimatmarktes rollen bereits BYD-Busse, unter anderem in den USA, Großbritannien, Italien und Skandinavien. Auch aus anderen Ländern gibt es zahlreiche Großaufträge.

Förderkürzungen und Corona-Virus drücken die Verkaufszahlen

Im Juli 2018 wurden von BYD erstmals knapp mehr Elektro- und Hybridfahrzeuge (Autos, Busse und LKWS) als mit Benzin betriebene Fahrzeuge abgesetzt. Im Gesamtjahr 2018 lagen mit Verbrennungsmotor ausgestattete Fahrzeuge mit 273.000 ausgelieferten Exemplaren noch um ca. 26.000 Stücke vorn, aber im Jahr 2019 ist der Verbrennungsmotor konzernintern bereits ausgeglichen. Per Ende des Jahres Juli waren 229.500 Hybrid- und E-Autos verkauft, während der Verkauf von Fahrzeugen mit fossilem Brennstoffantrieb nur noch hauchdünn darüber bei 232.000 lag.  Allerdings wirkten sich Förderkürzungen der chinesischen Regierung vor allem in der zweiten Jahreshälfte 2019 erheblich aus. Bis Ende Juli waren 162.000 Fahrzeuge mit alternativen Antrieben verkauft worden, in den fünf Monaten danach nur noch 68.000. Anfang 2020 drückt allerdings auch der grassierende Corona-Virus auf die Verkaufszahlen, die im Januar mit 7.133 Fahrzeugen gegenüber dem Vorjahr um -75% und gegenüber Dezember um -46% eingebrochen sind. Beide Effekte drücken kurzfristig stark auf die Verkäufe, mittel- bis langfristig dürften die Absatzzahlen jedoch wieder erheblich zulegen.

Warren Buffet beweist den richtigen Riecher

Im Jahr 2018 machte bei BYD der Einstieg von Investorenlegende Warren Buffet Schlagzeilen. Die Investmentgesellschaft Berkshire Hathaway beteiligte sich mit rund 8,25% an BYD und bezahlte dafür rund 230 Mio. USD und einen Preis von ca. 8 HKD pro Aktie. Der Konzern produzierte damals vor allem Handyakkus, plante aber bereits in das Elektromobilitäts-Geschäft einzusteigen. Buffett bewies wieder einmal den richtigen Riecher: Nach einer wilden Achterbahnfahrt liegt der Preis heute bei rund 52 HKD oder 6,00 Euro, so dass das Investment nach rund zehn Jahren gut 1,45 Mrd. USD wert ist. Ein Kursplus von weiterhin mehr als +600% und die Erfolgsgeschichte ist möglicherweise gerade erst am Anfang. Davon ist auch Buffet überzeugt, denn er bekräftigte immer wieder, dass ihm das Investment in BYD sehr am Herzen liege.

Zugpferd Tesla: BYD Aktie trotz Gewinneinbruch  im Aufwärtstrend

Da die chinesische Regierung die Subventionen für Elektroautos in den letzten Jahren deutlich heruntergeschraubt hat, wird nach einem Gewinnrückgang von ca. einem Drittel im Jahr 2018 auf 2,78 Mrd. Yuan auch für 2019 mit einem erheblich geringeren Profit gerechnet. Den eigenen Prognosen zufolge soll das Jahresergebnis zwischen 1,58 Mrd. Yuan und 1,77 Mrd. Yuan liegen, was einem Gewinneinbruch von weiteren -43% entspricht. Beim Umsatz wird ein leicht zweistelliger Rückgang erwartet. Trotz der schwächeren Geschäftsentwicklung zog der Aktienkurs zuletzt wieder stark an und kletterte von einem Tief bei 4,11 Euro Ende 2019 in der Spitze um +57% auf 6,45 Euro. Dies dürfte mit Sicherheit auch am Höhenflug der Aktie des US-Konkurrenten Tesla gelegen haben. Die Tesla-Aktie hatte sich allein von Anfang Dezember 2019 bis Anfang Februar 2020 mehr als verdreifacht. Die Aktien vieler weiterer E-Mobility-Aktien profitierten vom „Zugpferd Tesla“ und konnten ebenfalls stark zulegen.

Die BYD Aktie ist auf alle Fälle einen Blick wert. Denn das Unternehmen ist im Gegensatz zu Tesla zum einen schon seit Jahren profitabel, zahlt eine regelmäßige Dividende und zum anderen ist es deutlich breiter aufgestellt. Auch wenn die Förderungen für Elektroautos kürzlich weiter eingeschränkt wurden, dürften die Gewinne von BYD ab diesem Jahr wieder um +26% zulegen, auch wenn aufgrund des Corona-Virus sicherlich große Unsicherheiten bestehen.

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Toyota und BYD wollen zusammen Elektroautos bauen

Mitte 2019 gaben der japanische Autohersteller Toyota und BYD bekannt, gemeinsam Batterien und Elektrofahrzeuge entwickeln zu wollen. Konkret sind vollelektrische Limousinen und SUV geplant, die in der ersten Hälfte der 2020er Jahre unter der Marke Toyota auf dem chinesischen Markt eingeführt werden sollen. In der gemeinsamen Meldung hieß es, man wolle die Rivalität aufgeben und zukünftig eng zusammenarbeiten. Der japanische Automobilkonzern hat sich zum Ziel gesetzt, den Absatz von Elektro-Fahrzeugen bis 2025 auf 5,5 Mio. zu steigern. Das wäre im Vergleich zu 2018 immerhin eine Verdreifachung. 4,5 Mio. Fahrzeuge sollen mit Hybridantrieb ausgestattet sein, die übrigen Autos sollen mit Akkus oder Brennstoffzellen rein elektrisch angetrieben werden. Mit BYD an der Seite sollen die ambitionierten Ziele erreicht werden.

Spekulatives Langfrist-Investment

Wer auf den Trend Elektromobilität setzt und direkt in einen Hersteller investieren möchte, der hat mit BYD eine im Vergleich zu Tesla deutlich günstigere Alternative. Doch auch die Batterie- und Akkusparte des an der Börse mit knapp 23 Mrd. USD bewerteten Unternehmens ist spannend, denn langfristig stehen alle Zeichen auf Wachstum. Wir gehen davon aus, dass BYD seine starke Wettbewerbsposition nutzen und auch in den kommenden Jahren sowohl bei Elektrofahrzeugen als auch bei Akkus stark steigende Verkaufszahlen erzielen wird. Dies sollte die Gewinne des Konzerns dann wieder deutlich nach oben treiben. Die strategische Entscheidung sich in den kommenden Jahren komplett zum E-Mobility Konzern zu wandeln dürfte sich langfristig auszahlen. Alles in allem ist die BYD-Aktie zwar schwankungsfreudig und spekulativ, aber mit entsprechendem Anlagehorizont zweifellos auch sehr aussichtsreich.

Panasonic: Vom Elektronikkonzern zum Automobil-Unternehmen?

Obwohl Panasonic (ISIN: JP3866800000 – Symbol MAT1 – Währung EUR) immer noch von vielen als Hersteller von TV-Geräten und Stereoanlagen gesehen wird, liegt die Zukunft des Unternehmens zu einem großen Teil im Bereich Elektromobilität. Das Unternehmen wandelt seinen Schwerpunkt derzeit weg von Unterhaltungselektronik hin zu Systemlösungen und Komponenten für Industriekunden. Das Automobilgeschäft mit Bordelektronik, digitalen Cockpits inklusive Infotainmentsystemen und Akkus ist dabei einer der wichtigsten und wachstumsstärksten Geschäftsbereiche.

Marktführer bei E-Auto-Batterien und -Akkus

Für die Lithium-Ionen-Batterien, die Panasonic als führender Anbieter in stark steigenden Stückzahlen produziert, wird über das Jahr 2021 hinaus ein jährliches Marktwachstum von 17% prognostiziert. Die steigende Nachfrage nach Akkus und Batterien ist unter anderem auf die steigende Anzahl von Solar- und Windprojekten zurückzuführen, aber vor allem und in erster Linie auf Elektrofahrzeuge, dem mit Abstand am schnellsten wachsenden Segment. Akkus sind wertmäßig das Kernstück aller Elektroautos. Diesen milliardenschweren Weltmarkt haben asiatische Hersteller komplett unter sich aufgeteilt. Panasonic ist dabei mit einem Marktanteil von mehr als einem Drittel unangefochtener Marktführer noch vor dem BYD Konzern aus China, der auf knapp ein Fünftel kommt. Dritter im Bunde ist LG aus Südkorea mit rund 10% Weltmarktanteil.

Antriebssysteme für Automobilhersteller

Die Tochtergesellschaft Panasonic Automotive Systems Company of America hat 2018 auf der CES-Messe in Las Vegas eine sogenannte ePowertrain-Plattform für Elektroautos vorgestellt. Das System, das mit Elektromotor, Ladegerät und Wechselrichter die wichtigsten Komponenten für den Elektroantrieb beinhaltet, sei für große globalen Automobilhersteller entwickelt worden, so Panasonic in einer Pressemitteilung. Die ePowertrain-Plattform soll weiter ausgebaut werden, damit das System auch für E-Bikes und Micro-Elektrofahrzeuge genutzt werden kann. Der energieeffiziente Antriebsstrang ist sehr kompakt und kann daher äußerst flexibel in Elektrofahrzeugen aller Art integriert werden.

Milliardeninvestment in Tesla schafft Abhängigkeiten

Offenbar will sich das Unternehmen durch die Entwicklung von Antriebssträngen auch unabhängiger von Tesla machen. Die Japaner haben insgesamt 1,6 Mrd. USD in die Gigafabrik des Elektroautoherstellers in Nevada investiert und wurden so zum Partner bei Lithium-Ionen-Batterien. Nach zwischenzeitlichen Produktionsverzögerungen bei Teslas Model 3 und einigen Verstimmungen, sind die Japaner mittlerweile deutlich zufriedener.  Nachdem die Produktion bei Tesla zuletzt stark hochgefahren wurde und auch die Verkaufszahlen die Erwartungen erfüllten, schrieb das gemeinsame Batteriezellen Joint Venture erstmals einen Gewinn. Allein diese Nachricht genügte, um den Panasonic-Aktienkurs an der Tokioter Börse um +10% nach oben zu befördern.

Batteriefabrik in China und Partnerschaft mit Toyota

Aktuell macht die Automobilsparte bereits 21% des Konzernumsatzes aus – mit steigender Tendenz. Bis zum kommenden Jahr 2021 will Panasonic die Umsatzerlöse in dem Bereich von 13 Mrd. Euro im Jahr 2017 auf mindestens 19 Mrd. Euro steigern. Ein Drittel davon entfällt auf Auto-Akkus, die mittlerweile wiederum bereits mehr als die Hälfte des gesamten Akku-Umsatzes von Panasonic ausmachen. Um die Abhängigkeit von Tesla auch in diesem Bereich zu senken hat der Konzern gerade eine neue Batteriefabrik in China gebaut, die ab dem kommenden Jahr chinesische Automobilhersteller beliefern soll. Darüber hinaus wurde eine enge Kooperation mit Toyota zur Entwicklung neuer Batterie-Technologien vereinbart.

Automobilgeschäft sorgt für Wachstumsfantasie

Nachdem das Hauptgeschäft mit der Unterhaltungselektronik zuletzt jahrelang stagnierte, brachte die Neuausrichtung und der verstärkte Fokus auf den Automobilbereich wieder frischen Wind und Wachstumsfantasie ins Unternehmen. Im Jahr 2018/19 wurde ein Konzernumsatz in Vorjahreshöhe von 8 Bio. JPY erzielt. Gleichzeitig stieg das Ergebnis pro Aktie um +21% von 101 JPY auf 122 Yen (ca. 1,02 EUR). In den ersten neun Monaten des Geschäftsjahrs 2019/20 ging der Umsatz zwar um -5% auf 5,76 Bio. JPY zurück, der Gewinn jedoch stieg um +3% von 74,5 JPY (0,62 EUR) auf 76,4 JPY (0,64 EUR).

Bei einem Aktienkurs von 9,30 Euro liegt das KGV bei moderaten 9. Pro Aktie wird eine Dividende von 30 Yen ausgeschüttet, was rund 0,25 Euro und einer Dividendenrendite von 2,7% entspricht.

Aktie wieder im Aufwärtstrend

Nach Höchstkursen von 13,50 Euro war die Panasonic-Aktie bis Herbst 2018 wieder deutlich unter die Marke von 10 Euro zurückgefallen und erreichte Kurse von knapp unter 7 Euro. Seitdem ging es wieder aufwärts. Auch auf dem aktuellen Kursniveau von 9,30 Euro könnte sich ein längerfristiger Einstieg auszahlen. Für Elektroautos liefert Panasonic komplette Antriebsmodule, Akkus, Bordelektronik, Cockpitsysteme und Infotainment. Der Zulieferer, der die wichtigsten Bauteile von Elektroautos abdeckt, könnte im Prinzip auch ein eigenes Elektroauto entwickeln. Deutlich lukrativer dürfte es jedoch sein, die hochwertigsten Komponenten eines Elektroautos an zahlreiche verschiedene Automobilunternehmen zu liefern. Vom Megatrend Elektroauto wird Panasonic stark profitieren. Die Aktie ist daher ein aussichtsreiches Investment, um längerfristig auf den Trend Elektromobilität zu setzen.

Varta: Deutscher Batteriehersteller mit eMobility-Fantasie

Varta (ISIN: DE000A0TGJ55 – Symbol VAR1 – Währung EUR) ist ein traditionsreicher marktführender Batteriekonzern mit Sitz in der Schwäbischen Alb. Der Firmenname des bereits im Jahr 1887 gegründeten Unternehmens steht für Vertrieb, Aufladung, Reparatur transportabler Akkumulatoren. Nachdem der Konzern in den 1990er und 2000er Jahren zerschlagen wurde, ging die Varta AG 2017 erneut an die Börse. Beim Börsengang zu 17,50 Euro wurde das Unternehmen mit 670 Mio. Euro bewertet. Mittlerweile notiert die SDAX-Aktie bei ca. 79 Euro und ist ca. 3,2 Mrd. Euro schwer.

Weltmarktführer für kleinen Batteriezellen

Die beiden Tochtergesellschaften VARTA Microbattery GmbH und VARTA Storage GmbH produzieren Mikrobatterien, Akkus und Lösungen zur Energiespeicherung für eine Vielzahl von Anwendungen und Endkundenmärkten. Bei Batterien für Hörgeräte beispielsweise ist Varta klarer technologischer Weltmarktführer und bei Akkus für schnurlose Kopfhörer sind die Schwaben ebenfalls auf bestem Wege zur internationalen Spitzenposition. Die Leistung der Zellen liegt weit über der Konkurrenz und konnte in den vergangenen Jahren um +20% bis +30% erhöht werden. Weitere +20% Leistungssteigerung sollen bald realisiert werden, längerfristig sieht man das Potenzial sogar bei +40% bis +50%. Dazu werden extrem dünne Materialien eingesetzt und Graphit teilweise durch Silizium ersetzt. Die Nachfrage nach den Akkus und Batterien des Unternehmens ist so hoch, dass die Produktionskapazitäten massiv ausgebaut werden. Ein großer Teil der Produktion wird nach Asien verkauft. Zuletzt wurde für rund 100 Mio. Euro das Konsumenten-Batteriegeschäft des amerikanischen Energizer-Konzerns gekauft. Doch der Fokus soll nicht ausschließlich bei kleinen Batterien bleiben.

Deutsche Hoffnung im Batterie-Wettkampf mit Asien

Der Blick von Varta richtet sich nun auf die Automobilindustrie. Denn die Bundesregierung möchte den Ausbau der Elektromobilität auch durch die Förderung der Batterieproduktion in Deutschland vorantreiben. Vor allem aber sollen deutsche Automobilhersteller nicht länger von den bislang alles dominierenden asiatischen Batterielieferanten abhängig sein und eine eigene Batterie-Wertschöpfungskette aufbauen. Preiserhöhungen oder Ausfuhrzölle könnten die deutsche Automobilindustrie sonst schnell in Bedrängnis bringen.

Um eine deutsche Batterieproduktion anzuschieben stehen Fördermittel in Höhe von 1 Mrd. Euro bereit, um die sich auch Varta zusammen mit starken Partnern beworben hat. Schlussendlich gehörte Varta zu den Gewinnern und wird nun gemeinsam mit BASF, BMW, Opel und Umicore an der deutschen Batteriezellenforschung arbeiten. Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier will das Geld möglichst rasch verteilen, um keine Zeit zu verlieren.  Allein für den Standort der Batteriezellenforschungsfabrik werden 500 Mio. Euro bereitgestellt. Favorit ist Baden-Württemberg, denn dort gibt es neben dem Hersteller Varta bereits Forschungszentren. Auch die räumliche Nähe zu den süddeutschen Autoherstellern Daimler, Porsche, BMW und Audi könnte von Vorteil sein.

Enormes Marktpotenzial

Der Batteriezellenmarkt für Elektromobilität hat ein enormes Potenzial. Allein Daimler orderte zuletzt Batteriezellen im Wert von 20 Mrd. Euro bei asiatischen Herstellern. Vartas Ziel ist es zukünftig auch Deutschland als Standort für Forschung und Produktion von Batteriezellen für Elektroautos zu etablieren. Denn bislang gehörten Batterien für Autos noch nicht zur Produktpalette. Trotzdem sei auch für größere Zellformate das entsprechende Know-how vorhanden für eine technologische Spitzenposition. Daher möchte Varta der asiatischen Konkurrenz die Stirn bieten. Das Unternehmen baut am Unternehmenshauptsitz Ellwangen gerade eine erste Fertigungslinie für großformatigere Lithium-Ionen-Batterien auf. Ein vielversprechendes Forschungsprojekt mit dem Fraunhofer Institut in Sachen eMobility ist ebenfalls erfolgreich angelaufen.

Zweistelliges Wachstum bei Umsatz und Gewinn

2019 erzielte das Unternehmen gemäß vorläufigen Zahlen eine Umsatzsteigerung von +34% auf 364Mio. Euro und einen Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) von rund 98 Mio. Euro. Mit den Zahlen übertraf Varta die eigenen Planungen bei weitem: Ursprünglich war von einem Umsatz von 305 Mio. Euro und einem EBITDA-Gewinn von 60 Mio. Euro die Rede. Der endgültige Jahresbericht wird Ende März veröffentlicht. Aufgrund der steigenden Auftragsbestände weitet das Unternehmen seine Kapazitäten weiterhin stark aus und investiert in neue Fertigungslinien.

Spekulative Batterie-Aktie mit potenzieller eMobility-Zukunft

Das Mikrobatterie-Geschäft von Varta brummt und es ist daher nicht verwunderlich, dass die Aktie sich nach dem Börsengang vervielfachen konnte. Zwischenzeitlich erreichte die Aktie Kurse von über 120 Euro, bevor Medienberichte über einen steigenden Wettbewerbsdruck eine Verkaufswelle auslösten. Die Aktie fiel nach dem steilen Anstieg wieder auf 73 Euro zurück und bewegst sich seitdem in einer Spanne zwischen 75 Euro und 90 Euro seitwärts.

Ein Ende des Batteriebooms ist nicht in Sicht, denn auch immer mehr kleine und mittlere Elektrogeräte werden mit Batterien und ohne Kabel betrieben. Da das Konsortium um Varta den Zuschlag für die Förderung einer Batterieproduktion in Deutschland bekommen hat, dürfte das Unternehmen mittel- bis langfristig in neue Dimensionen wachsen. Trotz der notwendigen enormen Investitionen könnte Varta das Dasein als Nischenanbieter für Mikrobatterien dann im besten Fall beenden und zu einem bedeutenden Batteriehersteller für die Automobilindustrie aufsteigen. Das ist klarerweise noch Zukunftsmusik, aber nach dem Zuschlag für die Fördermittel sehen die Aussichten für Varta aufgrund der technologischen Kompetenz sehr gut aus. Nach der Korrektur des zuvor heiß gelaufenen Aktienkurses ist die Unternehmensbewertung auf dem aktuellen Kursniveau von 78 Euro immer noch sehr ambitioniert. Daher hat die Aktie trotz einer sehr positiven Geschäftsentwicklung einen spekulativen Charakter.  Bei der Aktie sollten weiterhin stärkere Schwankungen einkalkuliert werden.

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