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Aktienanalyse:
Shell: Wir werden 125 Mrd. USD ausschütten

Aktuelle Analyse der Shell Aktie

Shell ist eines der weltweit führenden Öl- und Gasunternehmen.

Das macht es nicht einfacher

Ich habe es bereits mehrfach geschrieben. Rohstoffe sind ein schwieriges Geschäft und der Handel mit Aktien in diesen Sektoren ist ungleich schwerer, als bei anderen Unternehmen.
Hier einige Gedanken: Das macht es nicht einfacher

Gleiche Frage

Es stellt sich also wie immer die Frage, haben wir es bei Shell mit einem Cash-Burner oder Returner zu tun?

Übergeordnet gibt es durchaus Argumente, die gegen das Unternehmen sprechen. Der Umsatz pendelte in den letzten zehn Jahren zwischen 283,16 und 470,17 Mrd. USD. Zuletzt lagen die Einnahmen bei 388 Mrd. USD.
Ein klarer Aufwärtstrend ist nicht zu erkennen. Der Umsatz folgt selbstverständlich den Kursschwankungen von Öl & Co.
Bereinigt man den Umsatz allerdings um den Rohölpreis erkennt man, dass das Unternehmen grundlegend wächst.

Beim Gewinn sieht es ähnlich aus, die Schwankungsbreite ist allerdings noch größer. In den letzten zehn Jahren lag das Ergebnis zwischen 1,84 und 8,03 USD je Aktie. Zuletzt wurden 5,16 USD je Aktie erzielt.

Was macht den Sektor interessant?

Im Allgemeinen wird dem Sektor nicht mehr viel zugetraut. Das hat mehrere Gründe. Die Aktien sind seit Jahren klare Underperformer und Öl ist sicherlich nicht die Zukunft.

Ich selbst habe in Webinaren und auf Fragen immer wieder geantwortet: Die großen Zeiten der Rohölkonzerne ist vorbei.
Das sehe ich weiterhin so, doch wir werden auch morgen noch Öl benötigen und nutzen. Selbst in 10 oder 20 Jahren noch.

Durch den Pessimismus sind die Bewertungen niedrig und manch ein Unternehmen im Sektor bietet eine enorme Dividende.

Der Fall Shell

Beides trifft auch auf Shell zu. Nachdem ich jahrelang von Rohstoffwerten abgeraten habe, scheint das Chance-Risiko-Verhältnis aber bei einigen Aktien im Sektor mit am besten zu sein.

Shell hat in den letzten Jahren seine Bilanz in Ordnung gebracht. Von 2016 bis Ende 2018 wurden die langfristigen Verpflichtungen von 69,26 auf 53,67 Mrd. USD reduziert.
Gleichzeitig sind die Barmittel-Reserven um mehr als 7 Mrd. USD gestiegen. Darüber hinaus  hat man für 5,77 Mrd. USD Aktien zurückgekauft und 26,55 Mrd. USD an Dividenden ausgeschüttet.

In der kurzen Zeit hat man also ganz real einen Mehrwert von über 55 Mrd. USD geschaffen. Das ist erstaunlich, vor allem im Verhältnis zum derzeitigen Börsenwert von 236,3 Mrd. USD.

Nach den Worten des CEO (ab 4:30) möchte man das in dieser Art fortführen. In den kommenden fünf Jahren will Shell 125 Mrd. USD an die eigenen Aktionäre ausschütten, mehr als die Hälfte des derzeitigen Börsenwerts.
Voraussetzung ist ein durchschnittlicher Rohöl-Preis von 60 USD. Das würde ich als konservativ und realistisch erachten.

Die Ankündigung ist aus dem Juni und bisher hat man Wort gehalten. Im Jahresverlauf wurden für 7,89 Mrd. USD eigene Aktien gekauft und 11,47 Mrd. USD an Dividenden gezahlt. Annualisiert entspricht das 10,9% des Börsenwerts.

Dennoch hat die Aktie weiter nachgegeben. Dadurch kommt Shell derzeit auf eine P/E von 13,2 und eine forward P/E von 11,5.
Die Dividendenrendite liegt bei 6,39%.

Charttechnik+

Ein Leser auf Guidants hatte mich auf einige Aussagen von Peter Lynch hingewiesen. Eine davon war die folgende: „You wouldn’t know it from the stocks, but oil is 25% higher than a year ago,“ Peter Lynch tells Barron’s.

Inzwischen notiert Rohöl auf Jahressicht sogar 35% höher. Aber Ölaktien wie Shell kleben notieren nahe der damaligen Tiefstkurse. Die Divergenz wird sich auflösen. Sollte sich die Konjunktur nicht so stark eintrüben, wie viele Anleger erwarten, könnten Ölaktien plötzlich wieder gefragt sein.

Die zentrale Schlüsselstelle der letzten Jahre liegt bei 55 USD. Solange die Aktie darüber notiert, ist der Weg des geringsten Widerstands aufwärts.
Das nächstgelegene Kursziel liegt bei 60 – 61 USD. Darüber wäre der Weg in Richtung 65 USD frei.

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Chart vom 27.12.2019 Kurs: 58,87 Kürzel: RDS A - Wochenkerzen | LYNX Online Broker

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