Börsenblick

Zurück Mai Weiter
Zurück 2020 Weiter

Aktienanalyse:
Scout24: Investor will Autoscout. Jetzt einsteigen?

Aktuelle Analyse der Scout24 Aktie

Scout24 ist ein Betreiber digitaler Marktplätze für Immobilien und Automobile in Deutschland und anderen europäischen Ländern. Die wichtigsten Portale sind ImmobilienScout24 und AutoScout24.

Das sieht gut aus, aber…

Scout24 gehört definitiv zu den erfolgreichen Börsengängen der letzten Jahre. Seit der Erstnotiz im September 2015 hat sich der Aktienkurs nahezu verdoppelt.
Das liegt vor allem an der guten Geschäftsentwicklung. Zwischenzeitlich ist der Umsatz von 394 auf 532 Mio. Euro gestiegen. Der Gewinn kletterte von 0,56 auf 1,53 Euro je Aktie.

Das Geschäft ist zwar nicht kapitalintensiv und erwirtschaftet einen ordentlichen Cashflow, dennoch hatte man zuletzt Nettoschulden von 751,7 Mio. Euro.

In den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres ist der Umsatz um 18,3% auf 456,3 Mio. Euro gestiegen. Das EBITDA sank jedoch um 1,3% auf 193,4 Mio. Euro.
Der Gewinn hat sich enttäuschend entwickelt, dennoch ist die Profitabilität außerordentlich hoch.

Für das Gesamtjahr wird ein Gewinnrückgang von 1,53 auf 1,25 Euro je Aktie erwartet. Dennoch ist die Aktie zuletzt weiter gestiegen. Das KGVe liegt inzwischen bei 46,9. Das ist für die Charakteristiken des Geschäfts und das vorliegende Wachstum zu viel.

Der Unternehmenswert liegt derzeit beim 22-fachen des EBITDA. Das ist außerordentlich hoch.
Ein Kauf der Aktie würde also nur Sinn ergeben, wenn sich die Lage durch den Verkauf von Autoscout24 dramatisch verbessern würde.

Hellman zahlt womöglich 3,0 Milliarden

Zuletzt haben sich die Meldungen verdichtet. Demnach könnte das amerikanische Private-Equity-Unternehmen H&F bis zu 3,0 Mrd. Euro für Autoscout zahlen.

Das Angebot wäre definitiv besser als das von Anfang des Jahres. Damals hatten Hellman und Blackstone gemeinsam 5,7 Mrd. Euro für den ganzen Konzern geboten.

Aktuell liegt der Börsenwert von Scout24 bei 7,0 Mrd. Euro inklusive Schulden. Der Verkauf wäre also ein erheblicher Brocken und könnte die Gesamtkonstellation vollkommen verändern.

Aktionäre dürften auf umfangreiche Ausschüttungen oder Aktienrückkäufe hoffen. Tatsächlicher Mehrwert wird allerdings nur geschaffen, wenn der Verkaufspreis von Autoscout über der Bewertung des Gesamtkonzerns liegt.

Der in den Medien besprochene Verkaufspreis von Autoscout liegt bei 43% des Konzernwertes.
Im vergangenen Jahr entfielen jedoch auch 34% von Umsatz und Gewinn auf die Auto-Plattform.

Betrachtet man nur diese Zahlen, könnte man durchaus argumentieren, dass durch den Verkauf ein gewisser Mehrwert für die Aktionäre geschaffen wird. Begeisterung löst das bei mir aber nicht aus.
Vor allem, da Autoscout unter den drei Konzernsegmenten die höchste Marge hat und das stärkste Gewinnwachstum verzeichnet. Würde man also das beste Pferd im Stall verkaufen?

All diese Überlegungen führen zu erheblichen Zweifeln, ob die Transaktion für Scout24 vorteilhaft wäre.

Umgekehrt

Man kann die Rechnung auch umkehren. Charlie Munger betont immer, wie hilfreich Inversion sein kann. Betrachten wir die Lage also von der anderen Seite.

Gehen wir davon aus, der Verkauf kommt für 3,0 Mrd. Euro Zustande. Dementsprechend sind die verbleibenden Unternehmensteile aktuell mit 4,0 Mrd. Euro bewertet.

Dieser Rest hat in den letzten zwölf Monaten einen Umsatz von 414,5 Mio. Euro und ein EBITDA von 214,9 Mio. Euro erzielt.
Der Unternehmenswert läge also beim 18,6-fachen des EBITDA. Das ist schwer zu rechtfertigen.
Vor wenigen Jahren hätte man bei Private-Equity-Investoren die Zurechnungsfähigkeit angezweifelt, wenn sie zu solchen Bewertungen Unternehmen gekauft hätten.

Das Bild

Charttechnisch ist die Lage auch nicht ganz unproblematisch. Die Aktie ist an das obere Ende des Trendkanals gesprungen.
Eine Fortsetzung der Aufwärtsbewegung stellt die Bullen also vor einige Herausforderungen. Das wäre vor allem dann möglich, wenn der Deal noch besser ausfällt, als bisher angenommen.
In diesem Szenario läge ein extrapoliertes Kursziel bei 63-65 Euro.

Fällt die Aktie hingegen unter 56 Euro, droht eine Korrektur in Richtung 54,50 und 52 Euro. Darunter trübt sich das Chartbild zunehmend ein.

Mehr als 6.500 Trader & Investoren folgen mir und meinen täglichen Ausführungen auf Guidants.
Auf der Suche nach dem optimalen Broker? Ich empfehle LYNX.

Chart vom 17.12.2019 Kurs: 58,68 Kürzel: G24 - Tageskerzen | LYNX Online Broker

Handeln Sie über den Online Broker LYNX:
Ein Depot, viele Vorteile
  • stabile und zuverlässige Handelsplattform
  • kompetenter Service durch Experten
  • günstige und transparente Gebühren
  • umfangreiches Wissensportal
Mehrfach ausgezeichnet
Handelsblatt Auszeichnung: Bester Online-Broker
Broker-Wahl: Top Futures-Broker
Contact icon KOSTENFREI ANRUFEN
0800 5969 000
Contact icon SCHREIBEN SIE UNS
SERVICE@LYNXBROKER.DE
Contact icon FREUNDSCHAFTSWERBUNG
KUNDEN EMPFEHLEN LYNX
Contact icon HÄUFIG GESTELLTE
FRAGEN