Börsenblick

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Aktuelle Analyse:
EuroStoxx 50: Im unsichtbaren Bann des „BrExit“

Zum Redaktionsschluss am Dienstagabend weiß noch niemand, ob der Ausstieg der Briten aus der EU mit oder ohne Vertrag erfolgen wird. Was auch heißt: Per Handelsende des europäischen Leitindex EuroStoxx 50 wusste es auch niemand. Trotzdem glaubte man, irgendetwas tun zu müssen. Wobei die Charts deutlich zeigen: Diejenigen, die im Vorfeld sicherheitshalber aussteigen, scheinen deutlich in der Minderheit zu sein. Wie das?

Die Kommentatoren sind sich einig: Die Chance, dass die Sache gutgeht, dass das Unterhaus dem EU-Vertrag zustimmt, der in der Nacht zum Dienstag letztlich nur kosmetisch angepasst wurde, ist gering. Und selbst dann könnte man nicht davon ausgehen, dass dieser Ausstieg ganz ohne Folgen bliebe. Und die Volkswirte wiederum sind sich einig:

Ohne Vertrag, ungeregelt, wären die Folgen nicht einmal abzuschätzen. Und niemand reagiert? Ja … und wohl gerade, weil man nicht abschätzen kann, wie groß der wirtschaftliche Schaden auf beiden Seiten sein würde.

Es ist ein Phänomen, das nicht oft auftaucht, aber durchaus vorkommt: Die Akteure wissen einfach nicht, ob „fight“ oder „flight“ die richtige Entscheidung wäre, weil sie vor einer Gleichung mit lauter Unbekannten stehen. Zumindest, solange offen bleibt, wie dieser Ausstieg denn am Ende vonstattengehen wird. Also tut man weder noch und hält still wie ein Kaninchen im Angesicht der Schlange. Eine Art „Schockstarre“, die momentan noch durch zwei Aspekte unterstützt wird:

Erstens könnte es ja sein, dass das britische Parlament übereinkommt, um eine Verschiebung des Austrittstermins zu ersuchen. Das könnten zwar a) nur maximal zwei Monate bis zur Europawahl Ende Mai sein und b) könnte Brüssel diese Bitte ablehnen, weil man dort zu Recht fragt, was in den zusätzlichen Wochen geregelt werden soll, das in den fast drei Jahren zuvor nicht geregelt werden konnte. Aber käme es dazu, kämen die Anleger vorerst um eine Entscheidung herum.

Zweitens steht der „dreifache Hexensabbat“ vor der Tür, übermorgen werden die Optionen und Futures mit März-Laufzeit an den Aktienmärkten weltweit abgerechnet. Da jetzt allzu große Sprünge zu machen, könnte ziemliche Hektik auslösen; wenn es irgend geht, wollen gerade die großen Adressen an der Terminböse das vermeiden. Und die Fonds, die hätten natürlich ein Interesse daran, das Plus, welches dieses erste Quartal bisher im EuroStoxx 50 aufzuweisen hat, bis in den Quartalsultimo am Freitag in zwei Wochen zu retten. Aber:

Sollte es zu einer klaren Entscheidung kommen, werden die Kurse, gerade weil so viel am Freitag beim „Hexensabbat“ auf dem Spiel steht, kaum zu halten sein. Gibt das britische Unterhaus doch noch sein Plazet zum EU-Austrittsvertrag, dürfte der Index rasant zulegen, auch, wenn man nicht behaupten könnte, dass da allzu viele wieder einsteigen müssten, die im Vorfeld verkauft hätten.

Chart auf Woxchenbasis vom 12.03.2019, Kurs 3.303,95 Punkte, Kürzel ESTX50 | LYNX Aktienempfehlungen

Denn dann bestünde nicht nur die Chance, die Abrechnung der Optionen und Futures übermorgen am oberen Ende der Handelsspanne der letzten Monate zu erreichen. Es bestünde zudem die Chance, aus dem mittelfristigen Abwärtstrend (derzeit bei 3.365 Punkten) nach oben auszubrechen. Der Haken dabei ist:

Auch, wenn es so wirkt, als würden die Akteure dieser Entscheidung in London mit Gleichmut entgegensehen, es ist eben nicht so. Wenn man eine klare Basis bekommt, wird man handeln. Sprich: Wird entschieden, ohne Vertrag auszuscheiden, wird man verkaufen. Zumal die Charttechnik auch den Bären verlockende Angebote macht. Sie sehen im Chart auf Tagesbasis, dass der Index nur knapp über einer äußerst markanten Kreuzunterstützung liegt.

Zwischen 3.245 und 3.292 Punkten ballen sich die Tiefs der Monate März und September 2018, das Dezember-Hoch, die Dezember-Aufwärtstrendlinie, die 20-Tage- und die 200-Tage-Linie. Wenn London zum EU-Vertrag nein sagt, würde daraus ein Angebot, welches das Bären-Lager wohl nicht ablehnen wird. Im Vorfeld einer klaren Entscheidung bleibt der EuroStoxx 50 somit, nicht zuletzt aufgrund dieser auch ohne „BrExit“ hochexplosiven charttechnischen Gemengelage, ein brandheißes Eisen!

Chart auf Tagesbasis vom 12.03.2019, Kurs 3.303,95 Punkte, Kürzel ESTX50 | LYNX Aktienempfehlungen

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