Börsenblick

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Aktuelle Analyse:
Euro Stoxx: Ein Doppeltief lockt, aber wie wahrscheinlich ist das?

Von Freitagabend bis zum Hoch des gestrigen Donnerstags hat der Dow Jones satte fünf Prozent zugelegt. Und in Europa? Da wird gezaudert. In derselben Zeit schaffte der europäische Leitindex Euro Stoxx gerade einmal gut zweieinhalb Prozent … und auch die nur zeitweise. Und das, obwohl den Tradern die Chance auf ein Doppeltief im Tageschart förmlich ins Auge springt.

Würde es vollendet, die Jahresendrallye könnte kommen und das Performance-Minus des Jahres 2018 zumindest lindern. Aber nein, man traut sich nicht. Wieso ist das an der Wall Street anders? Das hat zwei Gründe:

Zum einen hat die Interpretation einer Rede des US-Notenbankchefs Powell am Mittwoch dazu geführt, dass viele davon ausgehen, dass der Zyklus steigender Leitzinsen kurz vor seinem Ende steht. Dass Powell das so nicht gesagt, genau genommen nicht einmal angedeutet hat, schert dort wenige, weil derzeit dort weit aggressiver agiert wird als in Europa. Doch diese Aggressivität insbesondere bei Rallyes basiert auf blanker Angst. Denn große Adressen fürchten, dass ihnen der Markt jetzt jederzeit um die Ohren fliegen kann.

Man tritt Rallyes los, in die über die Jahre hinweg auf Sorglosigkeit konditionierte Privatanleger hinein kaufen und es den großen Adressen so ermöglichen, Positionen abzubauen, für die sonst das Nachfrage-Volumen nicht groß genug wäre. Diese Beobachtung machte zuletzt nicht nur Goldman Sachs … die machen auch die erfahrenen Investoren in Europa:

Diese Rallyes sind mehr Schein als Sein, vergleichbar mit dem Anstieg vor den Midterm Elections. Und wenn dieses mit Unruhe erwartete gemeinsame Abendessen von Donald Trump und Xi Jinping am Samstagabend in Argentinien kein echter Erfolg wird, dürfte es auch dann ähnlich laufen wie nach den US-Zwischenwahlen: Vorher steil rauf, danach steil runter.

Da spielt man in Europa höchst ungern mit. Zumal selbst ein Erfolg dieses Gesprächs nicht bedeuten muss, dass Trump die EU danach mit Samthandschuhen anfassen würde. Dass er sich in der kommenden Woche mit dem Thema der Strafzölle auf europäische Autoimporte befassen werde, hat er schon avisiert. Und mit der neuen Argumentation, US-Autobauer wie General Motors mit solchen Zöllen zu unterstützen, damit diese keine Fabriken in den USA schließen müssen und Arbeitsplätze erhalten bleiben, könnte er mit derlei Aktionen auch noch den Wohltäter mimen.

Chart auf Wochenbasis vom 29.11.2018, Kurs 3.174,16 Punkte, Kürzel ESTX50 | LYNX Online BrokerDie US-Zins-Spekulation betrifft Europa nicht. Und dass Trump das angestrebte Treffen mit Putin am Donnerstag flugs absagte, bedeutet ein weiter abkühlendes geopolitisches Klima. Kurz: Für die europäischen Investoren sind keine bullischen Argumente zu finden und auf die Hausse-Scharade der US-Börsen fällt man nicht herein. Daher kann es sehr gut sein, dass diese Chance auf ein Doppeltief nicht genutzt wird, es bei Ansätzen bleibt und, wenn Trump in Argentinien keine Erfolge erzielt, der da entstandene Boden bricht. Zumal:

Die Vollendung der potenziellen Doppeltiefs durch Schlusskurse über 3.275 Punkte hätte das rechnerische Potenzial, den Euro Stoxx an, aber eben nicht über die übergeordnete Januar-Abwärtstrendlinie um 3.450 Zähler zu tragen. Dort bedürfte es dann neuer, positiver Impulse, um den mittelfristig relevanten Befreiungsschlag zu erzielen. Die derzeit nicht in Sicht sind.

Die Bären wissen sehr wohl, dass es lohnt, in Bereitschaft zu bleiben. Denn das am 26. Oktober bei 3.091 Punkten markierte Jahresverlaufstief liegt nahe genug, um im Fall eines enttäuschenden G20-Treffens rasant nach unten durchbrochen zu werden. Und dann, das zeigt der Chart auf Wochenbasis, wäre nach unten erst einmal ordentlich Spielraum!

Chart auf Tagesbasis vom 29.11.2018, Kurs 3.174,16 Punkte, Kürzel ESTX50 | LYNX Online Broker

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