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Indexanalyse:
Euro Stoxx: Jetzt wäre ein Ankerpunkt für die Bullen da

Aktuelle Analyse des EURO STOXX 50 Index

Extreme Kursbewegungen sorgen für extreme Meinungen. Per Freitagabend gab es wohl eher wenige, die sich angesichts der markanten Kursbewegungen in der abgelaufenen Woche nicht einem Lager zugehörig fühlten. Entweder ist man jetzt überzeugt bullisch, weil die Rallye der letzten Tage die Wende sein muss. Oder man ist sich eindeutig darüber im Klaren, dass das zwar eine weitreichende Gegenreaktion war, es aber dennoch nicht mehr ist als eine Bärenmarkt-Rallye, die eher über kurz als über lang zu einem erneuten Abwärtsimpuls führen muss. Wer hat Recht?

Beide Lager haben Argumente, die den Vor- und Nachteil zugleich haben, vorerst nicht belegbar zu sein. Das bullische Lager ist sich sicher, dass die gewaltigen Maßnahmen, die Regierungen und Notenbanken weltweit unternommen haben, um die steil wegsackende Konjunktur aufzufangen, ausreichen werden, um den wirtschaftlichen Absturz zu bremsen und eine rasante Erholung zurück in dynamisches Wachstum sicherzustellen. Das Lager der Bären verweist darauf, dass das Gros dieser Maßnahmen schon in der vorvergangenen Woche entweder vorgenommen wurde oder absehbar war und der Absturz der Aktienindizes trotzdem weiterging. So dass Rallyes, wie sie der europäische Leitindex Euro Stoxx in der Vorwoche aufs Parkett legte, bestenfalls Eindeckungen von Short-Sellern waren. Die werden in neue Short-Attacken münden, sobald die ersten Konjunkturdaten für März einlaufen und zeigen, wie stark der Einbruch schon jetzt ist. Sie sehen:

Die Beweise dieser Argumente können vorerst nicht erbracht werden und können damit keine Vorlage für den Wochenstart liefern. Aber durch diese Rallye ist der Euro Stoxx in eine Zone vorgedrungen, die wieder eine Basis liefert, um sich an charttechnisch markanten Punkten orientieren zu können. Was dazu führen dürfte, dass sich die Marktteilnehmer vor allem daran orientieren werden, denn an den Argumenten beider Lager wird zunächst nicht so sehr zu rütteln sein, dass eine Seite argumentativ umfallen müsste. Wo liegen diese Marken?

Die erste wurde in der zweiten Wochenhälfte bereits getestet und machte klar, dass das Bären-Lager in der Tat tut, womit man rechnen konnte: Man hat die Bullen-Rallye mit Masse einfach laufen lassen und erst dort wieder begonnen, dagegen zu halten, wo charttechnische Widerstände den Kaufdruck stoppen könnten. Sie sehen im Chart auf Tagesbasis, dass der Euro Stoxx am Donnerstag genau an die am Freitag bei 2.828 Punkten gelegene 20-Tage-Linie heranlief und dort erst einmal nach unten abgewiesen wurde. Die 20-Tage-Linie ist eine typische „Verteidigungslinie“ kurzfristiger Trader. Dort wird in Trendrichtung agiert, im Fall dieses Abwärtstrends also nach unten. Knapp darüber wartet die zweite wichtige Linie in Form des Tiefs der Jahreswende 2018/2019 bei 2.908 Punkten. Wenn es dem bullischen Lager gelingt, die 20-Tage-Linie ebenso wie dieses markante Tief bei 2.908 Punkten zu überbieten, wäre aus rein charttechnischer Sicht Spielraum bis an die nächste Widerstandszone bei 3.239/3.258 Punkten. Aber ist das in einem solchen Umfeld nicht unrealistisch?

Euro Stoxx Chart auf Tagesbasis vom 27.03.2020, Kurs 2.728,65 Punkte, Kürzel ESTX50 | Online Broker LYNX

Momentan wäre eine so weitreichende Rallye nicht unbedingt wahrscheinlich, aber auch nicht unmöglich. Denn immerhin hat die abgelaufene Woche im Candlestick-Chart auf Wochenbasis eine lange grüne Kerze entstehen lassen, die zwar mit der roten Kerze und dem riesigen Doji zuvor keinen wirklich regelkonformen „Morning Star“ bildet. Aber man darf vermuten, dass es jetzt im Rausch der Hoffnung befindliche Bullen mit dem Regelwerk nicht so genau nehmen.

Euro Stoxx Chart auf Wochenbasis vom 27.03.2020, Kurs 2.728,65 Punkte, Kürzel ESTX50 | Online Broker LYNX

Und für die großen Fonds und andere institutionelle Investoren wäre mit weiteren Käufen die Chance gegeben, das so fatal gelaufene erste Quartal, dessen letzter Handelstag morgen ist, wenigstens etwas glimpflicher aussehen zu lassen, mit einer Kaufwelle eine Art „Happy End“ zu generieren. Ein Abschluss, der vielleicht die Chance böte, dass manche Fondsanleger doch nicht den Exit-Knopf drücken und ihr Geld somit erst einmal nicht aus dem Markt herausziehen. Eine vage Hoffnung, keine Frage. Und daher sollte man auch bis zum Beweis des Gegenteils nicht einfach davon ausgehen, dass aus dieser Bärenmarktrallye zwingend mehr werden muss, sondern die Charttechnik entscheiden lassen: Schließt der Euro Stoxx klar über 2.908 Punkten, hätten die Bullen ihre Chance. Aber darunter kann es jederzeit zu einem erneuten, kräftigen Baisse-Impuls kommen.

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