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Indexanalyse:
Euro Stoxx: Keine Schützenhilfe für DAX-Rekordversuche

Aktuelle Analyse des EURO STOXX 50 Index

Keilförmige Trends dominieren das Chartbild des Euro Stoxx. Aus dem Keil, der den Großteil des Jahres 2019 dominierte, ist er nach oben hinausgelaufen, aber in der kurzfristigeren Keilformation, die sich im Spätherbst gebildet hat, ist der europäische Leitindex noch gefangen. Gestern wäre eigentlich ein idealer Zeitpunkt für einen Ausbruchsversuch nach oben gewesen. Zum einen, um dem DAX bei seinen Rekordversuchen zu helfen, zum anderen, um bei dieser Gelegenheit die eigenen Chancen auf der Oberseite zu wahren, bevor den Käufern die Geduld ausgeht. Aber außerhalb des deutschen Aktienmarkts sah man sich nicht bemüßigt, den Mittwoch als „Tag der Attacke“ zu nutzen. Mutiert der Euro Stoxx womöglich vom Klotz am Bein des DAX zu einem Betongewicht, das ihn nach unten zieht?

Etwa ein Drittel der Euro Stoxx-Aktien stammen aus dem DAX. Daraus entsteht eine stetige Wechselwirkung. Denn wer den Euro Stoxx als Ganzes kauft oder verkauft, kauft oder verkauft somit fast den halben DAX mit. Im Gegenzug wird der Euro Stoxx angeschoben oder gedrückt, wenn der DAX massiv ge- oder verkauft wird, weil die auch im Euro Stoxx enthaltenen DAX-Aktien ihn dann anschieben oder ausbremsen. Der eine kann also nie so recht ohne den anderen. Und wenn man sich unter diesem Blickwinkel den Euro Stoxx ansieht, kommt man zu dem Schluss: Seit November lief dieser ein wenig besser als der DAX, aber in den letzten zwei Wochen ist die Anschubwirkung dahin. Kann das überraschen?

Wohl kaum. Es war bereits auffällig, dass die Unterzeichnung der USA/China-Teileinigung am 15. Januar keinen neuen Schwung in den Index brachte. Offenbar hatten sich die Käufer verausgabt, zugleich wollten zu viele die Ernte ihrer Vorkäufe auf dieses Ereignis einfahren, so dass die neuen Hochs des Euro Stoxx nur noch minimal über den vorherigen lagen. Dadurch entstand diese interessante, keilförmige Struktur des Aufwärtstrends, die zwar bedeutet, dass es sehr schnell zu einem neuen charttechnischen Impuls kommen kann. Aber das gilt eben auch für die Unterseite.

Chart auf Wochenbasis vom 22.01.2020, Kurs 3.769,79 Punkte, Kürzel ESTX50 | Online Broker LYNX Aktienempfehlungen

Da zwar die letzten Tiefs deutlich über den jeweils vorherigen liegen, der Steigungswinkel bei den Hochs aber auffällig niedriger liegt, erkennt man eine nachlassende Kraft auf der Käuferseite. Das schlägt sich bislang zwar nur darin nieder, dass das Kaufinteresse im Bereich der mehrjährigen Hochs geringer wird. Aber natürlich bestünde das Risiko, dass daraus größere Gewinnmitnahmen erwachsen und die Bullen dann auch in Rücksetzer hinein nicht mehr beherzt zugreifen. Zumal das angesichts der momentanen Faktenlage beinahe zu erwarten wäre: Das Thema weiterer Einigungen zwischen den USA und China ist vorerst vom Tisch. Zugleich dämmert vielen nach einem entsprechenden Bericht des IWF, dass dieser „Deal“ auf dem Rücken der europäischen Exporte ruht. Und als wäre das noch nicht genug, erklärte Trump am Mittwoch, dass er sich dem Handel mit der EU zuwenden werde und Europa im Falle einer Verweigerung von Zugeständnissen mit massiven Strafzöllen zu rechnen habe.

Das trifft auf eine Keilformation, die mittlerweile eng geworden ist. Zwischen der unteren Begrenzung bei 3.740 Punkten und der oberen bei 3.835 Punkten liegen nur, von unten gerechnet, zweieinhalb Prozent. Ein bärisches Signal wäre also schnell erreicht. In einem solchen Umfeld erstaunt es wenig, dass der DAX am Mittwoch vom großen europäischen Bruder keine Schützenhilfe bekam. Und es würde ebenso wenig überraschen, wenn der Euro Stoxx in eine Korrektur einschwenkt, deren erstes Ziel im Fall des Unterschreitens der Keilformation die Supportzone 3.573/3.589 Punkte wäre.

Chart auf Tagesbasis vom 22.01.2020, Kurs 3.769,79 Punkte, Kürzel ESTX50 | Online Broker LYNX Aktienempfehlungen

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