Börsenblick

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Indexanalyse:
Euro Stoxx: Droht ein Fehlstart ins zweite Halbjahr?

Aktuelle Analyse des EURO STOXX 50 Index

Während man beim DAX wenigstens noch die Chance hatte, an das Kursniveau vom Jahresanfang heranzukommen und damit zu suggerieren, dass die Corona-Krise für den Aktienmarkt nur ein Spuk war, kam der Euro Stoxx als Repräsentant des europäischen Gesamtmarkts nie auch nur in die Nähe des 2019er-Schlusskurses von 3.748 Punkten. Das ist vor allem deshalb bemerkenswert, weil die Pandemie in Europa zumindest für den Moment im Griff scheint, in den USA aber nicht. Und dort war man mit dem Versuch, den Schaden, den das Virus am Aktienmarkt nach sich zog auszubügeln, deutlich erfolgreicher. So unschön das für US-Investoren auch klingen mag, der Grund dürfte maßgeblich darin zu finden sein, dass der Grad an Naivität, mit dem man an die Börse herangeht, in Europa deutlich geringer ist.

Der Realitäts-Check zeigt jetzt einmal, dass sich die Rekonvaleszenz-Phase lange hinziehen dürfte. Vor allem, wenn es zu einer zweiten Infektionswelle käme, die man im Euro Stoxx durchaus als Risiko berücksichtigt, in den USA nicht, obwohl sie dort gerade läuft. Daher ist es auch wenig sinnvoll, hinsichtlich der Chancen des Euro Stoxx nach „drüben“ zu schielen. Wenn die Anleger bis jetzt nicht entschieden haben, wieder einmal alle Vorsicht fahren zu lassen, werden sie es auch weiterhin nicht tun. Klare, positive Fakten werden den Index in Fahrt bringen können, das inhaltsleere Trommeln bullischer Experten nicht. Da werden die Unternehmensbilanzen des zweiten Quartals wegweisend sein, nur lassen die noch ein paar Wochen auf sich warten. Bis dahin werden zwei Elemente das Geschehen bestimmen:

Die allgemeine Grundstimmung am europäischen Aktienmarkt und die Charttechnik – wobei das eine das andere meist maßgeblich beeinflusst. Aktuell richtungweisend wird sein, wie der Index ins zweite Halbjahr startet. Die Frage, die sich stellt, ist: Haben die Anleger wieder Zutrauen gefasst oder zumindest genug Angst, dass ihnen die Kurse davonlaufen, um mehr Geld in Fonds, Sparpläne, Pensionsfonds oder ETFs zu investieren? Wenn das erste Halbjahr genügend Investoren davon überzeugt hat, dass das Gröbste vorbei ist, wäre zu erwarten, dass die großen institutionellen Investoren, die das Geld der Sparer verwalten, neu zugeflossenes Kapital zügig investieren. Zumindest am ersten Handelstag des zweiten Halbjahres war das aber nicht wirklich überzeugend der Fall. Kam also kein frisches Geld, muss man den Start ins neue Halbjahr als Fehlstart werten?

Euro Stoxx Chart auf Wochenbasis vom 01.07.2020, Kurs 3.228,45 Punkte, Kürzel ESTX50 | Online Broker LYNX

Noch nicht. Nur in einem glasklar bullischen Umfeld kommt es oft vor, dass es gleich zum Start in einen neuen Börsenmonat, in ein neues Quartal oder Halbjahr zu einem kräftigen Kurssprung kommt. Doch das Umfeld ist nicht nur seitens der Rahmenbedingungen nicht positiv, sondern auch aus charttechnischer Sicht nicht. Sie sehen in den Charts auf Tages- und Wochenbasis, dass die Rallye des Euro Stoxx Anfang Juni ausgerechnet am Kreuzwiderstand aus dem Oktober-Tief 2019 und der 200-Tage-Linie ausgebremst wurde. Für einen zweiten Anlauf Richtung Halbjahresende reichte die Kraft der Bullen nicht. Das ist keine ideale Ausgangsbasis für große Adressen, frisches Geld in den Markt zu geben, sofern es zu den erhofften Zuflüssen überhaupt kam. Daher muss man noch einige Tage abwarten, um absehen zu können, ob es nicht doch noch zu einer Kaufwelle, befeuert durch seitens der Sparer zugeflossenes Geld, kommt.

Eine Woche ist da eine typische Größe, d.h. erst, wenn der Euro Stoxx am kommenden Dienstagabend immer noch deutlich unter der 200-Tage-Linie festhängt, womöglich auch noch unterhalb der 20-Tage-Linie, an welcher er in den letzten Tagen immer wieder abgewiesen wurde, könnte man einen Fehlstart ins zweite Halbjahr unterstellen. Der dann allemal das Zeug hätte, den Index an und unter die nächsten größeren Supportlinien bei 3.024 und 2.708 zu drücken. Gelingt es jedoch, über 3.400 Punkte und damit über das letzte Zwischenhoch nebst 200-Tage-Linie hinaus zu kommen, wäre der Euro Stoxx klar bullisch und eine Long-Position zu halten bzw. auszubauen allemal zu erwägen … wenngleich angesichts der riskanten Rahmenbedingungen unbedingt mit einer konsequenten Absicherung nach unten!

Euro Stoxx Chart auf Tagesbasis vom 01.07.2020, Kurs 3.228,45 Punkte, Kürzel ESTX50 | Online Broker LYNX

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