Börsenblick

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Aktienanalyse:
Biogen: Übernahmekandidat?

Aktuelle Analyse der Biogen Aktie

Biogen hat sich auf die Herstellung humaner Proteine spezialisiert. Die ersten Erfolge feierte man mit Hepatitis-Impfstoffen, inzwischen ist das Unternehmen vor allem mit Medikamenten im Bereich der multiplen Sklerose erfolgreich.

Das Angebot umfasst jedoch auch Arzneimittel gegen Bluterkrankheit, rheumatoide Arthritis und eine Krebstherapie.

Alle Jahre wieder

Biogen gehört zu den weltweit größten Biotech-Konzernen, dennoch pendelt die Aktie seit geraumer Zeit seitwärts.

Meinen Lesern dürfte die Aktie inzwischen wohlbekannt sein. Bereits in der Vergangenheit hatte ich mich mehrfach positiv zum Unternehmen geäußert.
Zuletzt bei einem Kurs von 233 USD. Einige Monate zuvor legte die Aktie nach der Analyse von 286 auf 388 USD zu.

Biogen ist also alle Jahre wieder einen Trade Wert, vor allem wenn sie am unteren Ende der breiten Range angekommen ist. Langsam kommen die zentralen Unterstützungen wieder in Griffweite.

Doch warum ist das eigentlich so?

Es ist kompliziert

Biogen hat eine relativ hohe Abhängigkeit von dem Medikament Tecfidera. Auf das Mittel entfielen zuletzt rund ein Drittel des Umsatzes.

Das ist für sich genommen bereits abschreckend, umso mehr wenn Konkurrenten klagen, um das Patent zu kippen.
Dieser Umstand hat zwischenzeitlich massiven Druck auf den Kurs ausgeübt.

Bisher konnte sich Biogen mehrfach vor Gericht verteidigen, in einem Fall hat man auch verloren. Ein Ende ist nicht in Sicht, man bekämpft sich von Instanz zu Instanz.

Für Biogen ist das eine akzeptable Situation. Die meisten Patente laufen noch bis 2028, wer weiß wie lange sich die Verfahren noch hinziehen.

Gräber wohin man sieht

Die Biotech-Branche ist wirklich erstaunlich. Ich weiß gar nicht, wie oft ich schon vor Unternehmen aus der Branche gewarnt habe.
Filtern Sie doch mal den US-Markt nach Biotech-Aktien und beginnen Sie beim Anfangsbuchstaben A.
Sie würden sich wundern wie viele ehemalige Milliardenunternehmen Sie finden. Allesamt Unternehmen, deren Wirkstoffe gescheitert sind.
Die meisten davon haben nie auch nur einen Cent verdient.

Auf der anderen Seite haben wir Großkonzerne wie Biogen, die eine ganze Reihe von Produkten auf dem Markt haben und Milliardenumsätze und Gewinne verbuchen und keiner will sie haben.

Was bleibt?

Ich stelle in der oben beschriebenen Situation – also der Anfechtung von Patenten – eine ganz einfache Frage. Was ist der Rest Wert, falls alle Patente morgen widerrufen werden?

Selbst dann würden die Umsätze von Tecfidera nicht schlagartig auf 0 sinken, doch nehmen wir es doch einfach an. „Schlechtrechnen“ ist eines der besten Werkzeuge für Investoren.

In diesem Szenario hätte Biogen einen Jahresumsatz von 10 Mrd. USD und einen Gewinn sowie FCF von rund 4,0 Mrd. Hinzukommt die Pipeline. Die kann weitere Erfolge bringen, muss sie aber nicht.

Im Portfolio befänden sich auch ohne Tecfidera drei Medikamente mit jährlichem Milliardenumsätzen und weitere „kleinere“ Einnahmequellen, die zuletzt 662 Mio. USD abgeworfen haben.
Jeweils mit steigender Tendenz.

Ohne Tecfidera hätten wir es also mit einem wachsenden und hochprofitablen Unternehmen zu tun. Die P/E läge bei 11-12. Das ist mindestens fair, eher aber attraktiv, vor allem wenn man es mit dem breiten Markt vergleicht.
Biogen hatte in den letzten Jahren übrigens oft eine P/E von 20.

Das Richtige

Heute notiert Biogen auf demselben Niveau wie 2014. Das ist erstaunlich, denn in diesem Zeitraum ist der Umsatz von 9,70 auf 14,38 Mrd. USD gestiegen.
Gewinn und freier Cashflow haben sich in diesem Zeitraum sogar auf rund 6,0 Mrd. USD verdoppelt.

Die Zahlen entwickeln sich also in die richtige Richtung zeigen, welch hohe Margen der Konzern erzielt.

Gleichzeitig hat man aber auch noch die Zahl der ausstehenden Papiere von 237 auf 181 Millionen Stück eingedampft.
Dadurch hat sich das Ergebnis sogar fast verdreifacht.

Biogen kauft also in nicht unerheblichem Maß eigene Aktien zurück und ich bin der Meinung, dass das richtig ist.
Die Bewertung ist mit einer P/E oder einem P/FCF von 8 niedrig.

Übernahmekandidat?

Die Gesamtkonstellation erinnert an Celgene oder auch Allergan. Beide Aktien hatte ich positiv eingeschätzt, beide wurden inzwischen geschluckt.

Bei Abbvie und Bristol-Myers hat man schlichtweg dieselbe Rechnung angestellt, wie ich damals: Eine Übernahme von Celgene oder Allergan finanziert sich von selbst.

Bei Biogen sieht das ähnlich aus. Der Börsenwert liegt derzeit bei 42,5 Mrd. USD. Bei einem FCF von zuletzt 6,4 Mrd. USD würde sich eine Übernahme auch hier selbst tragen. In der Branche gäbe es auch ausreichend Giganten, die das stemmen könnten.

Chart

Biogen ist an einer der zentralen Unterstützungen der letzten Jahre angekommen. Ab 270 USD reihen sich die Unterstützungen auf.
Für antizyklische Investoren ist das ein interessanter Bereich. Das gilt umso mehr für 250 und im Optimalfall für 220 USD.

Die Ziele auf der Oberseite liegen bei 300 sowie 325 und 340 USD.

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Chart vom 22.06.2020 Kurs: 265 Kürzel: BIIB - Wochenkerzen | LYNX Online Broker

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