Tencent.

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Tencent
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Zur Tencent Aktie

Was kommt dabei raus, wenn man eine Gelddruckmaschine besitzt und das Geld auch noch klug investiert? Fragen Sie doch bei Tencent nach.

Gestern gabs zwar schon wieder auf die Mütze, aber übergeordnet sieht es immer mehr nach Bodenbildung aus.
Es wird auch wahrlich Zeit.

Das vergangene Jahr war für die meisten Menschen schon bescheiden genug, für die Aktionäre von Tencent war es sicherlich nicht besser.

Der perfekte Sturm

Der letzte US-Präsident hatte ein Delisting von über 50 Aktien veranlasst. US-Bürger dürfen diese Aktien nicht mal mehr besitzen.
Das löste die Sorge aus, dass es bald alle Papiere aus dem Reich der Mitte treffen würde.

Gleichzeitig zeigte sich die chinesische Zentralregierung ebenfalls skeptisch gegenüber Börsengängen in den USA.

Auf eine Konfrontation zwischen den Machthabern in Peking und Alibaba folgte eine Welle an neuen Regulierungen und dann auch noch eine Immobilienkrise.

Es war ein perfekter Sturm. Es kamen unzählige Faktoren gleichzeitig zusammen, die das Sentiment in Bezug auf chinesische Aktien regelrecht kollabieren ließen.

Doch wie immer sind Krisen auch Chancen. Man muss sich nur am richtigen Ende der Gleichung aufstellen.

Womöglich ist jetzt der Zeitpunkt gekommen.
Hier finden Sie eine ausführliche Analyse zu Tencent:
Tencent: Ist das der Boden? Jetzt gibt’s JD Aktien geschenkt

Da Sie bis hierher gelesen haben, können Sie direkt zur ersten Überschrift der verlinkten Analyse springen.

Die Doppel-Bazooka

Um es kurz zusammenzufassen, Tencent ist weit weniger von China abhängig, als den meisten bewusst sein dürfte.

Tencent ist mit seiner schier endlosen Vielzahl an Töchtern in etlichen Bereichen der chinesische Marktführer, hat mit WeChat die absolut dominante Super-App im Portfolio und mit WePay ein Duopol im Payment-Segment, investiert aber bereits seit knapp 10 Jahren vor allem im Ausland.

Die Strategie scheint so auszusehen, dass man im Reich der Mitte und den Anrainer-Staaten vor allem mit eigenen Apps und Angeboten den Markt dominieren möchte. In Europa und den USA kauft man sich mit den im Heimatmarkt erzielten Gewinnen dann in ein Unternehmen nach dem anderen ein.

WeChat / WePay

Ich möchte dennoch nochmal das Thema WeChat ansprechen. Von außen betrachtet kann man die Marktmacht, die Tencent dadurch hat, kaum abschätzen.

In China findet die Internet-Nutzung vor allem mobil mit Smartphones statt. Es ist aus europäischer Sicht fast unvorstellbar, aber mehr als zwei Drittel des Traffics im Land findet über die WeChat-App statt, die jede nur denkbare Funktion abdeckt.

Selbstverständlich gibt es eine Messaging-Funktion, vergleichbar mit WhatsApp.
Die App beinhaltet aber auch eine Suchmaschine, vergleichbar mit Google.

Man kann streamen, spielen, Video-Meetings abhalten, Bilder und Videos teilen oder Essen bestellen.
Man kann sogar Bankgeschäfte abwickeln, einen Kredit aufnehmen oder die Stromrechnung darüber abwickeln.

Und natürlich auch alltägliche Zahlungen, wie zum Beispiel im Supermarkt, vornehmen.

WeChat wird daher mit Fug und Recht als „App für alles“ bezeichnet. Tencent ist in China so etwas wie Google, Facebook, WhatsApp, Visa, Paypal, Twitch, Lieferando und vieles mehr – nur in einem.

All das spült natürlich Unsummen in die Kassen. Mein Liebling unter den Assets ist WePay. Wenn man an jeder zweiten Transaktion in einem Land mit mehr als einer Milliarde Einwohner verdient, dann ist das eine wahre Gelddruckmaschine.

Ich kaufe mir die Welt

Tencent hat also ständig sehr viel mehr Kapital zur Verfügung, als man reinvestieren könnte.

Also muss es irgendwo hin und intelligenterweise, vielleicht war es auch Weitsicht, hat sich Tencent dazu vor Jahren dazu entschieden fortan den Großteil der Investments im Ausland zu tätigen.

In der letzten Analyse wurden bereits folgende Beteiligungen angesprochen: 5% an Tesla, 7,5% an Spotify, 12,1% an Snapchat, 5% an Activision, 48% an Epic Games.

Weitere nennenswerte Beteiligungen sind Discord, Universal Music, JD, Pinduoduo, Meituan, Nio, Krafton, Didi, Kuaishou, Bilibili, WeBank und unzählige andere.

Inzwischen ist Tencent an mehr als 1.000 Unternehmen beteiligt, darunter angeblich mehr als 100 sogenannte Einhörner, also Start-Ups die inzwischen mit mehr als 1,0 Mrd. USD bewertet werden.

Das WallStreet Journal hat den Wert des Investment-Portfolios im März 2021 auf sagenhafte 259 Mrd. USD geschätzt.

Das bedeutet, dass die Beteiligungen inzwischen rund 44% des Börsenwerts abdecken.

Auch ohne diese Überlegung ist die P/E mit 19,5 nicht hoch, schließlich sprechen wir über ein dominantes und außerordentlich profitables Unternehmen mit Wachstumsraten von über 20%.

Das operative Geschäft von Tencent, welches all diese Investments erst möglich gemacht hat, ist aber noch deutlich viel günstiger bewertet, als es eine P/E von 19,5 erscheinen lässt.

Chart vom 14.01.2022 Kurs: 59,54 Kürzel: TCEHY - Wochenkerzen | Online Broker LYNX
Chart vom 14.01.2022 Kurs: 59,54 Kürzel: TCEHY – Wochenkerzen

Aus technischer Sicht stehen die Chancen für eine Bodenbildung gut. Tencent kann sich seit Mitte letzten Jahres auf dem derzeitigen Niveau halten.
Mit Blick auf den Kursverlauf liegt die Vermutung nahe, dass hier eine Vielzahl an Investoren Positionen aufbauen.

Über 60 USD ist jederzeit ein weiterer Angriff auf 65 USD möglich. Darüber würde sich das Chartbild spürbar aufhellen und es käme zu einem prozyklischen Kaufsignal.

Fällt die Aktie allerdings unter 55 USD, muss mit einer Ausdehnung der Korrektur in Richtung 50 USD, und somit bis zum mehrjährigen Aufwärtstrend, gerechnet werden.

Aus Sicht der Bullen sollte der Kurs nicht unter 50 USD fallen.

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Chinesische Aktien waren in den letzten Monaten ein echter Problemfall. Die Papiere wurde mit einer Brutalität abverkauft, wie man es selten erlebt.

Es war der perfekte Sturm. Der letzte US-Präsident hatte ein Delisting von über 50 Aktien veranlasst. US-Bürger dürfen diese Aktien nicht mal mehr besitzen.
Das löste die Sorge aus, dass es bald alle Papiere aus dem Reich der Mitte treffen würde.

Gleichzeitig zeigte sich die chinesische Zentralregierung ebenfalls skeptisch gegenüber Börsengängen in den USA.

Auf eine Konfrontation zwischen den Machthabern in Peking und Alibaba folgte eine Welle an neuen Regulierungen und dann auch noch eine Immobilienkrise. Harter Tobak.

Ein Schrecken mit Ende?

Der Abgabedruck hat bei Tencent allerdings spürbar nachgelassen. Während viele andere chinesische Aktien neue Tiefs markiert haben, wird Tencent seit etlichen Wochen immer wieder in der Nähe von 55 USD aufgefangen.

Es wäre gut möglich, dass Großinvestoren die Papiere einsammeln. Einer von ihnen dürfte Mohnish Pabrai sein.
Er hatte sich kürzlich in einem Interview bereits sehr positiv zu Tencent geäußert.

Hier spricht er ungewohnt offen über seine Umschichtung von Alibaba in Richtung Tencent:
Mohnish Pabrai on Chinese Stocks | BABA Stock | Tencent Stock

Seine Beschreibung des Geschäftsmodells von Tencent bringt es auf den Punkt. Im Endeffekt besteht der Großkonzern aus zwei Teilen.
Einerseits hat man eine Unmenge an Software-Entwicklern, die eine geradezu endlose Vielzahl an Services, Webseiten und Apps erschaffen hat und weitere erschaffen wird.

Der Erfolg in diesem Geschäftszweig ist phänomenal. Tencent ist in etlichen Bereichen führend in China oder Südost-Asien.
Man hat nur ein Problem: Man kann nicht unendlich viele kluge Köpfe einstellen, jedenfalls nicht annähernd so viele, wie man sich leisten kann.

Das machte bereits vor Jahren einen Investment-Zweig notwendig, der das überschüssige Kapital sinnvoll verwenden konnte.
Glücklicherweise hat man auch hier einen nicht minder beeindruckenden Trackrecord.

Tencent hat sich über die Jahre ein wahres Imperium von Beteiligungen aufgebaut. Unter anderem gehört dem Konzern 5% an Tesla, 7,5% an Spotify, 12,1% an Snapchat, 5% an Activision, 48% an Epic Games und und und. Die Liste ließe sich schier ewig fortsetzen.

Anteile an JD sollen ausgeschüttet werden

Aktuell am interessantesten ist aber sicherlich die Beteiligung an dem Handelsgiganten JD.com.

An diesem Beispiel lässt sich auch aufzeigen, wie erfolgreich manche Investments von Tencent waren und sind.

In vielen Fällen ist man frühzeitig dabei, bereit Risiko zu tragen und unterstützt die neuen „Töchter“ dann auch tatkräftig. Das dürfte schon bei manchem Unternehmen den Unterschied gemacht haben.

An JD.com sicherte man sich im Jahr 2014 für gerade einmal 215 Mio. USD 15% am Unternehmen gesichert. Im Zuge der IPO hat man die Beteiligung weiter aufgestockt.
Zuletzt hielt man rund 17% an JD.

Dieses Aktienpaket hat heute einen Wert von 20,55 Mrd. USD. Ein Großteil soll jetzt an die Aktionäre von Tencent ausgeschüttet werden.

Die Anteilseigner von Tencent erhalten demnach eine JD-Aktie je 21 Tencent-Aktien, die sie besitzen.

Insgesamt verteilt man JD-Papiere mit einem Gesamtwert von 127,7 Mrd. HKD unter den Tencent-Besitzern.
Das entspricht einer Sonderdividende von knapp 3%.

Vielleicht werden wir in Zukunft noch mehr Schritte in diese Richtung erleben. Die Beteiligung von Tesla würde beispielsweise einer Sonderdividende von knapp 10% entsprechen.

Chart vom 23.12.2021 Kurs: 56,96 Kürzel: TCEHY - Wochenkerzen | Online Broker LYNX
Chart vom 23.12.2021 Kurs: 56,96 Kürzel: TCEHY – Wochenkerzen

Aus technischer Sicht ist die Sache ebenfalls interessant. Tencent hat über Wochen hinweg einen Boden ausgebildet. Die Unterstützung bei 55 USD scheint zu halten. Ausgehend von dieser Basis könnte jetzt ein erneuter Angriff auf 65 USD erfolgen. Darüber käme es zu einem prozyklischen Kaufsignal mit Kurszielen bei 71 und 75 USD.

Fällt die Aktie hingegen unter 55 USD, ist eine Ausdehnung der Korrektur in Richtung 50 USD denkbar. Darunter wird es für die Bullen problematisch, denn dann wäre der langfristige Aufwärtstrend dahin.

Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: In den letzten Wochen haben wir uns des Öfteren chinesische Wertpapiere angesehen, welche über Monate hinweg nach unten geprügelt wurden. Baidu und Alibaba befinden sich nach wie vor in klaren Abwärtstrends. Die erste Aktie, welche den Trendwechsel nach oben initiieren konnte, war Pinduoduo. Nun hat sich auch Tencent Holdings angeschlossen und konnte die im August angelegte Bodenbildung nach oben verlassen. Ist dies bereits der Startschuss zu einer neuen Rallye? Durchaus möglich, doch aller Anfang ist schwer, was besonders auch der gestrige doch recht intensive Pullback zeigt. Nachdem sich einige Anleger schon in Sicherheit wogen, setzte es einen heftigen Rückschlag und die Aktie verlor fast 3% an Wert. Dennoch gibt es noch Hoffnung, dass die Bullen hier das Zepter weiterhin übernehmen könnten.



Expertenmeinung: Der erste Schritt in die richtige Richtung ist schon mal da, nämlich das Ende des bisher so hartnäckigen Abwärtstrends. Dies konnte durch die Bildung eines neuen Zwischenhochs erreicht werden. Der nun gestartete Pullback endete noch oberhalb der gebrochenen Widerstandslinie. Gleichzeitig ist das Tief des gestrigen Handelstages schon mal eine gute Referenzmarke für die nun begonnene Erholung. Solange die Kurse sich oberhalb der Marke von 51.74 EUR halten können, bleibt die Hoffnung auf mehr. Darunter könnte es jedoch schnell ungemütlich werden, weshalb Anleger aktuell noch besonders vorsichtig agieren sollten.

Aussicht: BULLISCH

Chart vom 09.09.2021 Kurs: 53.53 Kürzel: NNND | Online Broker LYNX


Tencent kontrolliert einen Großteil des chinesischen Internets und mit WeChat Pay auch noch den Zahlungsmarkt des Landes.
Das wirft Unsummen ab und Tencent kauft sich damit die Welt.

Hier finden Sie eine ausführliche Analyse zum Unternehmen und den vielfältigen Beteiligungen des Konzerns:
Tencent ist ein Monster

Hyperaktiv

Wenn ich Tencent mit einem Tier vergleichen müsste, wäre es sicherlich der Krake. Google wurde in der Vergangenheit oft vorgeworfen, sich wie ein Krake breitzumachen, Tencent ist allerdings so viel aktiver.

Der Konzern ist geradezu hyperaktiv, gründet ständig neue Töchter, kauft zu und investiert jedes Jahr in dutzende Unternehmen.

All das hat zuletzt allerdings nicht geholfen. Der Druck auf die Kurse chinesischer Aktien war zu groß, das betraf auch Tencent.

Zu viel des Guten?

Das Thema hatte ich hier (Link) ausführlich behandelt, auch den Umstand, dass es bei Tencent aus technischer Sicht zuletzt eher problematisch aussah und ich daher weiter fallenden Kurse erwartete.

Ab einem gewissen Punkte muss man sich aber die Frage stellen, ob der Abverkauf nicht zu weit geführt hat.

Dafür sprechen einige fundamentale Erwägungen. Derzeit kommt Tencent nur noch auf eine P/E von 28.
In den letzten fünf Jahren lag der Wert durchschnittlich bei 40.

Das könnte man für Tencent in Anbetracht seiner enormen Marktmacht problemlos rechtfertigen.
Das Unternehmen besitzt aber darüber hinaus auch noch zahlreiche Beteiligungen mit Milliardenbewertungen.

Die Aktienpakete von Tesla, Snapchat und Epic Games sind bereits mehr als 50 Mrd. USD Wert – und das ist natürlich bei weitem nicht alles.

Das operative Geschäft von Tencent ist also mit einer noch deutlich niedrigeren P/E bewertet, als der erste Blick erahnen lässt.
Für antizyklische Investoren mit einem langen Zeithorizont ist das aktuelle Niveau sehr interessant.

Chart vom 19.07.2021 Kurs: 70,61 Kürzel: TCEHY - Tageskerzen | Online Broker LYNX
Chart vom 19.07.2021 Kurs: 70,61 Kürzel: TCEHY – Tageskerzen

Im Chart ist die Notierung in USD mit dem Tickersymbol TCEHY zu sehen.

Aus technischer Sicht notiert die Aktie nahe der Schlüsselstelle bei 72,25 USD.

Gelingt ein nachhaltiger Anstieg über diese Marke, hellt sich das Chartbild zunehmend auf und es wäre eine Erholung in Richtung 76 oder 80 USD möglich.

Scheiterte Tencent jetzt aber am Widerstand bei 72,25 USD, könnte es zu einer Fortsetzung der Korrektur kommen. Mögliche Anlaufstellen auf der Unterseite liegen bei 67,25 und 65 USD.

Unter 65 USD trübt sich das Chartbild weiter ein.

Tencent kontrolliert einen Großteil des chinesischen Internets und mit WeChat Pay auch noch den Zahlungsmarkt des Landes. Das wirft Unsummen ab und Tencent kauft sich damit die Welt.

Das gibt es nur einmal

Es gibt wenige Unternehmen, die auch nur annähernd so umtriebig sind wie Tencent.

Der Internet-Gigant hat über die Jahre so viele Töchter gegründet, Geschäftszweige erschlossen, Übernahmen durchgeführt und Beteiligungen gekauft, dass man darüber Bücher schreiben könnte.

Direkt zum Unternehmen gehören zum Beispiel auch Weixin, QQ oder Qzone, eines der größten sozialen Netzwerke China.

Darüber hinaus QQ Wallet, Tencent Games, QQ Music, E Sports, Now Live Streaming, Interest Tribe, Tencent Classroom, Nextradio, QQ Browser, Tencent Maps, QQ Mail, Software-Anwendungen wie Pitu, Tencent AI Lab, Tencent Machine Learning und zuletzt natürlich Tencent Cloud.

Und das ist nur der Anfang.

Totale Kontrolle

Die drei wichtigsten Geschäftszweige sind aber sicherlich WeChat, WeChat Pay und die Beteiligungssparte des Konzerns.

Es ist kaum vorstellbar, doch auf WeChat entfallen inzwischen rund zwei Drittel der gesamten mobilen Internetnutzung in China mit mehr als 1,2 Milliarden monatlich aktiver Nutzer.

Dadurch kontrolliert man auch den Suchmaschinen-Markt und Payment-Prozesse.

In China ist alles mobil, selbst Bettler haben einen QR-Code, über den sie Zahlungen empfangen können. Es hört sich wie ein Scherz an, ist aber keiner.

Tencent kontrolliert und Alipay (Alibaba) kontrollieren den Payment-Markt im Reich der Mitte weitgehend.
Dass das ein lukratives Geschäft ist, muss man kaum erwähnen.

Summa summarum

Unter dem Strich hat das dazu geführt, dass Tencent den Umsatz in den letzten zehn Jahren von umgerechnet 4,37 auf 73,88 Mrd. USD steigern konnte.
Das Ergebnis kletterte im selben Zeitraum von 0,17 auf 1,94 USD je Aktie.

All diese Faktoren machen die Aktie zu einem langfristigen Outperformer.

Das Tempo ist enorm und hält bis heute an. Im gerade abgeschlossenen Geschäftsjahr legte der Umsatz um 28% und der Gewinn um 30% zu.

Im laufenden Geschäftsjahr soll das Ergebnis um 21% auf 2,35 USD je Aktie zulegen.

Dementsprechend kommt Tencent auf eine P/E von 40,8 und 33,7. Das ist auf den ersten Blick nicht gerade wenig, bedenkt man aber die Stellung, die das Unternehmen in China einnimmt, ist die Bewertung absolut vertretbar.

Die halbe Wahrheit

Das ist aber ohnehin nur die halbe Wahrheit. In Wirklichkeit ist das operative Geschäft weitaus günstiger bewertet.

Um eine sinnvolle P/E für das operative Geschäft zu berechnen, müsste man den Wert all der Beteiligungen von Tencent kennen.

Das ist aber nicht möglich, da ein Großteil nicht börsennotiert ist.

Ich hatte 2018 bereits den äußerst aufwändigen Versuch angestellt, auf eine halbwegs realistische Zahl zu kommen.
Damals waren die Beteiligungen mindestens 110 Mrd. USD Wert.

Seitdem hat Tencent noch zahlreiche, um nicht zu sagen zahllose, Investments getätigt.

Überall die Finger im Spiel

Man hat gefühlt überall die Finger im Spiel. Besonders aktiv scheint man im Gaming-Markt unterwegs zu sein.

Tencent gehört Riot Games, Sharkmob, Funcom, 85% an Supercell, 80% an Grinding Gears, 49% am China-Geschäft von Roblox, 5% an Ubisoft und 5% an Activision.

Die Liste ist keinesfalls vollständig. Aber die Beteiligungen an Ubisoft und Activision haben gemeinsam zum Beispiel einen Wert von über 4 Mrd. USD.

Ewig

Ein weit größerer Brocken sind die 40% an Epic Games.
In der letzten Finanzierungsrunde wurde das Unternehmen mit 28 Mrd. USD bewertet.

Die Beteiligung, die Tencent damals 330 Mio. kostete, ist heute 11,2 Mrd. USD Wert.

Darüber hinaus besitzt man 12% an Snapchat, Wert über 11 Mrd. USD.

Ein Aktienpaket von 5% an Tesla, Wert 35 Mrd. USD.

Wir könnten noch ewig weitermachen. Es bedeutet jedenfalls, dass das operative Geschäft von Tencent, dass all die Investments erst finanziert hat, wesentlich niedriger bewertet ist, als es der Blick auf die P/E erahnen lässt.

Tencent: Ein Monster

Man könnte mutmaßen, dass dahinter ein gewisses System steckt. Man kann sich sogar ziemlich sicher sein.

Die chinesische Zentralregierung schützt heimische Unternehmen wie Tencent und ermöglicht ihnen gigantische Gewinne

Diese Firmen investieren dann in aller Herren Länder und vergrößern damit den direkten und indirekten Einfluss Chinas auf die Welt.

Man kauft sich die Welt.

Aus all den zuvor genannten Gründen hatte ich mich in der Vergangenheit schon mehrfach positiv zum Unternehmen geäußert.
In schriftlicher Form zuletzt hier (Link), leider ist vom Artikel nur noch die Einleitung online. Die ist aber eindeutig genug.

Chart vom 15.04.2021 Kurs: 79,35 Kürzel: TCEHY - Tageskerzen | Online Broker LYNX
Chart vom 15.04.2021 Kurs: 79,35 Kürzel: TCEHY – Tageskerzen

Der Chart bezieht sich auf die Notierung in USD unter dem Tickersymbol TCEHY.

Tencent ist übergeordnet klar bullisch und zuletzt an den mehrmonatigen Aufwärtstrend zurückgekommen.
Kann er verteidigt werden, wäre jederzeit ein erneuter Anstieg in Richtung 85 USD möglich.

Darüber käme es zu einem prozyklischen Kaufsignal.

Fällt die Aktie allerdings unter 77 USD, muss mit einer Ausdehnung der Korrektur gerechnet werden.
Für antizyklische Investoren ist das aktuelle Niveau bereits interessant. Weitere Gelegenheiten ergäben sich nahe 73 und zwischen 65 und 60 USD.